Kölner Karneval
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Platz 53 in der Kategorie "Köln". Typ: Karneval / ...mehr
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Kölner Karneval gebraucht & neu

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Kölner Karneval Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,50 / 5,00 (3.5 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (3/3).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • viel Spaß wunderschöne Veranstaltungen Ausbruch aus dem Alltag
  • gute Stimmung, Kreativität beim Kostüm freier Lauf gesetzt, gute Kontakmöglickeit für Singles
  • sehr viel Spaß,Parties bis zum abwinken und alles andere als Alltag
Nachteile/Kritik
  • kann ein teurer Spaß werden einige übertreiben es leider mit ihrem Alkoholkonsum
  • Toilettenwege zu weit, Bars überfüllt, Bahnen zu wenig eingesetzt
  • kann übertrieben werden und ungemütlich enden
bella

Kölle Alaaf!! - Für mich das schönste Fest im Jahr

ein Testbericht von 2004-09-28 20:09:22 vom 28.09.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: viel Spaß wunderschöne Veranstaltungen Ausbruch aus dem Alltag...
Nachteile/Kritik: kann ein teurer Spaß werden einige übertreiben es leider mit ihrem Alkoholkonsum
Als echt kölsch Mädche und absoluter Karnevalsjeck habe ich mich heute einmal dazu entschlossen, etwas über den Kölner Karneval zu schreiben. Etwas früh? Quatsch! Ich bin immer in Karnevalsstimmung - fast 365 Tage im Jahr. Außerdem ist es noch früh genug, damit alle "Neulinge", die sich entschließen, zum Karneval nach Köln zu fahren, noch mit den nötigen Infos und Hintergrundwissen versorgt sind. Ich finde, daß ist wirklich sehr hilfsbereit von mir!!!
>>>:-]<<<

Entstehungsgeschichte in Kürze
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
frühes Mittelalter Schon zu dieser Zeit wurde in Köln ausgelassen
Karneval gefeiert. Für das einfache Volk war es
eine Möglichkeit, Frust, Unmut und Sorgen zu
vergessen. Hinter der Maske des Narren konnte
man alle Ordnung hinter sich lassen. Aber auch
bürgerliche Kreise beteiligten sich am bunten
Treiben. Schon damals gab es Umzüge, welche von
den einzelnen Zünften veranstaltet wurden.
1794 Besetzung Kölns durch die Franzosen,
öffentliche Feiern wurden verboten. Nur in
einigen Patrizierhäusern fanden noch vereinzelt
sogenannte Fastnachtsspiele statt
nach den Befreiungs-
kriegen Köln gehört jetzt offiziel zu Preußen
Karneval bedeutete (besonders in den unteren
Schichten) vorallem "Trunksucht & Verwahrlosung der Sitten"
1822 einige beherzte Kölner entschließen sich, dem
Karneval als Volksfest wieder einen Sinn zu
geben und ihn wieder in geordnete Bahnen zu
lenken
1823 erster reformierter Rosenmontagszug zieht
mit "Held Karneval" an der Spitze durch die
Stadt

Session
<<<<<<<<
Wird auch die 5. Jahreszeit genannt. Sie dauert jeweils vom 11. November bis zum Aschermittwoch des darauf folgenden Jahres.

11.11.
<<<<<<<
Die 11 gilt generell als närrische Zahl. Über die Ursprünge gibt es verschiedene Geschichten. Am 11. November wird pünktlich um 11:11 Uhr auf dem Altermarkt in der Altstadt die Karnevalssession eröffnet.

Weiberfastnacht (Karnevalsdonnerstag)
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Um 11:11 Uhr wird auf dem Altermarkt der Straßenkarneval eröffnet. Es gibt eine Bühne, auf der verschiedene Künstler auftreten. Außerdem herrscht an diesem Tag die Tradition, daß die Frauen den Männern ihre Krawatte (Symbol der männlichen Macht) abschneiden. An diesem Tag haben in Köln die Frauen das Regiment! (mehr oder weniger...)

Funkenbiwak
<<<<<<<<<<<<
Findet am Karnevalssamstag auf dem Neumarkt statt und wird vom Korps der Roten Funken veranstaltet. Auf der Bühne gibts ein buntes Programm mit Musik, dem Auftritt der einzelnen Traditionskorps und dem Dreigestirn.
Ein Besuch beim Funkenbiwak kann ich jedem nur empfehlen! Eine sehr schöne, gemütliche Veranstaltung, deren Besuch sich unbedingt lohnt!

Schull- un Veedelszöch
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
Findet am Sonntag statt. Er nimmt die gleiche Route wie der Rosenmontagszug (Chlodwigplatz bis Christophstraße) Der Zug besteht aus zwei Teilen: 1. der Schullzoch (=Schulzug), den die einzelnen Schulen bestreiten. 2. der Veedelszoch in dem Gruppen und Vereine aus den Kölner Stadttteilen und -viertel (=Veedel) mitgehen.
Hier lohnt sich der Besuch auf jeden Fall! Der Zug zeichnet sich durch sehr viel Kreativität aus. Die Kostüme sind aufwendig, ideenreich und liebevoller Handarbeit selbst gestaltet. Ein wirklich farbenfrohes Spektakel!

Rosenmontag
<<<<<<<<<<<<
Der absolute Höhepunkt der Karnevalszeit und für mich einer der schönsten Tage im ganzen Jahr. An diesem Tag zieht der große Rosenmontagszug durch die Stadt. Er führt vom Chlodwigplatz zur Christophstraße. Mit dem Zug gehen alle großen Karnevalsgesellschaften mit Musik, großen Prunkwagen, Fuß- und Reitergruppen. Als Höhepunkt fährt am Schluß das Dreigestirn. Für die Jecken am Straßenrand gibts Kamelle (Bonbons), Strüßje (kleine Blumensträußchen) und natürlich Bützje (Küßchen). Leider werden die typischen Kamelle immer mehr von Schokoladen- und Pralinenschachteln verdrängt. Welche tonnenweise unters Volk geworfen werden. Und leider gibt es oft zuschauer, die nur deshalb gekommen sind und regelrecht einen Kampf um die beste Beute austragen. Schade! Wer nicht lange stehen kann (der Vorbeimarsch dauert ca. 3-4 Std) oder das Gedränge scheut, sollte sich eventuell einen Platz auf einer Tribüne buchen. Je nach Lage und Komfort der Tribüne ist das ziemlich teuer, aber dafür hat man gesicherten Sitzplatz.
Ich persönlich bin in der Severinsstraße (Südstadt, Nähe Chlodwigplatz) zu finden. >>>GEHEIMTIPP!!!<<< Hier ist die Straße ziemlich eng, es haben also nicht alzu viele Zuschauer auf der Straße Platz, so daß man sich nicht plötzlich in der 12. Reihe wiederfindet und vom Zug nichts mitbekommt. Außerdem kommt der Zug hier früh vorbei. Dadurch ist der durchschnittliche Alkoholpegel vereinzelter Zuschauer noch im erträglichen Rahmen.
Rosenmontag in Köln: das muß man einfach mal erlebt haben! Diese Atmosphäre lässt sich durch die Fernsehübertragung nicht einmal ansatzweise erahnen!

Aschermittwoch
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Für mich der traurigste Tag im Jahr! Er symbolisiert das Ende der Karnevalszeit und läutet die folgende Fastenzeit ein. Traditionell gibts an diesem Tag ein Fischessen.

Alaaf
<<<<<<<
Kölner Schlachtruf, nachweisbar seit dem Jahre 1733. Alaaf kommt von "all-af" - "alles ab" und bedeutet soviel wie: "alles andere weg, Köln allein steht an erster Stelle!"
ACHTUNG!!! Niemals mit "Helau" verwechseln! Dieser Ruf ist in Köln absolut tabu!
In diesem Sinne: "Dreimol Kölle Alaaf!"

Dreigestirn
<<<<<<<<<<<<
"Eimol Prinz zu sin..." (Einmal Prinz zu sein....)
Fast jeder kölsche Junge träumt diesen Traum. Das Dreigestirn ist das Aushängeschild des Kölner Karneval. Es besteht aus:

Prinz
^^^^^^
"seine Tollität"
1823 als Held Karneval eingeführt, er regiert mit Frohsinn über sein Narrenvolk

Bauer
^^^^^^^^
"seine Deftigkeit"
gilt als Stadtbewahrer und symboliert Treue, Tapferkeit und die Wehrhaftigkeit der Stadt Köln

Jungfrau
^^^^^^^^^^^^
"ihre Lieblichkeit"
verkörpert die Mutter Colonia, steht für die freie Stadt, die sich keinem fremden Machtwillen unterwirft. Traditionell wird die Jungfrau von einem Mann verkörpert. Lediglich in der Nazizeit war die Jungfrau wirklich ein Frau, weil es Männern durch die Nazis verboten worden war, sich als Frau zu verkleiden.

Sitzung
<<<<<<<<<
Es gibt 2 "Unterarten" von Sitzungen.

1. traditionelle Sitzung
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
wird von den großen Karnevalsgesellschaften organisiert, die dem Festkomitee angeschlossen sind. Es treten verschiedene Gruppen, Sänger, Tanzgruppen, Redner uvm auf. Geleitet wird eine Sitzung von einem Präsidenten, welcher vom Elferrat unterstützt wird.

2. alternative Sitzung
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
dazu gehören z.B.
Stunksitzung kabarettistische Sitzung mit einem festen Ensemble,
welches aus 12 Mitgliedern besteht
Rosa Sitzung schwul - lesbische - Sitzung
Die alternativen Veranstaltungen distanzieren sich ganz bewußt vom traditionellen Karneval, parodieren diesen.

Ich selbst war bisher nur bei mehreren traditionellen Sitzungen zu Gast. Dabei hatte ich das Glück, die Atmosphäre im Publikum und von der Bühne aus zu erleben. Es hat mir beides immer sehr sehr viel Spaß gemacht und es waren große Erlebnisse. Allerdings muß ich sagen, daß der Besuch einer Sitzung je nach austragender Gesellschaft und Veranstaltungsort ein sehr teures Vergnügen werden kann.

Zum Schluß
<<<<<<<<<<<
Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in den Kölner Karneval geben. Ich bin ein begeisteter Karnevalsjeck und kann es in jedem Jahr kaum erwarten, bis es endlich wieder losgeht....
Natürlich hat alles seine Vor- und Nachteile. Aber man kann es sich selbst schön machen, wenn man genau überlegt mit wem man wohin geht.
Leider wohne ich mittlerweile in Hamburg. Hier ist an Karneval nicht so wirklich was los :-( An Rosenmontag muß ich zur Schule. Ein wirklich trauriger Tag! Aber das Wochenende verbringe ich auf jeden Fall in Köln.
Meine Meinung ist, daß jeder einmal Karneval in Köln feiern sollte. Es gehört nicht viel dazu und macht einfach Spaß!!!!
Man muß sich anstecken lassen und diese Atmosphäre einmal hautnah erleben....

Und zum Abschluß noch einmal: KÖLLE ALAAF!!!!
...
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Kommentare
Gimmick404
Gimmick404, 18.01.2005
nee, damit konnte ich noch nie was anfangen und Koumlln meide ich an diesen Tagen immer -
Overknees
Overknees, 10.04.2005
Als gebuumlrtiger Duumlsseldorfer und zur Zeit auch mal wieder Wahl-Koumllner mit rechtsguumlltigem Dauervisum gibt es bei mir nur eine echte karnevalistische Herausforderung: janz schnell weg he.

Egal ob quotFest in Blauquot im Guuml
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¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
abiturientin

Rache-Engel sucht Mönch

ein Testbericht von 2005-02-12 16:27:48 vom 12.02.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: gute Stimmung, Kreativität beim Kostüm freier Lauf gesetzt, gute Kontakmöglickeit für Singles...
Nachteile/Kritik: Toilettenwege zu weit, Bars überfüllt, Bahnen zu wenig eingesetzt
Liebe Leute,

nun soll es auch von mir einen Exklusiv-Live-Bericht vom närrischen Treiben auf D E R Karnevalshochburg schlechthin geben. Nur für euch bin ich fünf Tage an die Domstadt Köln gereist und war sozusagen mittendrin in Jubel, Trubel und Heiterkeit.


1. Die Organisation
*+*+*+*+*+*+*+*+*

Mein Freund Jörn war schon zweimal beim Karneval dabei und hatte bereits letztes Jahr gemeinsam mit seinem besten Kumpel Martin beschlossen, die Feier-Orgie auch jetzt nicht ausfallen zu lassen. Schnell waren außer uns dreien noch vier weitere Mitreisende gefunden. Fünf Tage, von Freitagfrüh bis Mittwochmorgen, sollte sie dauern. Mit dem HLX-Flieger bezahlten wir für Hin-und Rückflug von Berlin schließlich nur 64 € pro Narrennase.
Der Schlafplatz war zum Glück auch kein Problem. Mein Freund, sein Kommilitone und ich schliefen bei meiner Freundin, die anderen bei Bekannten einer anderen. Anstelle des Geldes für die Unterkunft haben wir unseren Gastgebern eine Flasche Sekt mitgebracht und sämtliche Einkäufe übernommen.
Mein Freund bereitete mich auf alles vor, indem er mir eine Karnevalshits-CD gab, und meinte, die solle ich ab jetzt dreimal täglich hören. Dann sagte er mir, ich dürfe auf garkeinen Fall „Helau“ schreien, das Wort „Fasching“ (wie hierzulande nun mal üblich) benutzen oder gar ein „Alt“ bestellen. Die CD habe ich kein einziges Mal gehört, dafür aber alle genannten Wörter komplett aus meinem Wortschatz gestrichen.
Dann einigten wir Mädels uns darauf, als böse Engel zu gehen, kauften bei H&M rote Glitzerkleider und rote Flügel, um gleich auszusehen.

2. Was wir erlebt haben
*+*+*+*+*+*+*+*+*+*+*

Unsere Gastgeber empfahlen uns für den ersten Abend den Zülpicher Platz, dort seien viele Bars aneinandergereiht. Mit einem „Freikölsch“ gelockt, stürmten wir den ersten Laden, der von einer echten ausrangierten Dampflok geschmückt war. Der DJ spielte Kölner Karnevalshits, die man schon beim dritten Refrain mitsingen konnte. Dazwischen wurden Partyhits gemischt, die gut tanzbar waren und ebenso jeder kannte. Der Saal bebte, alles war krachend voll und ich hatte ein riesiges Problem: ich musste mal! „Ok“, dachte ich, „jetzt machst du schnell deine Flügel ab und drängelst dich dann mit all deiner Power durch die Menge!“ Aber weit gefehlt, jeder Zweite wollte mich bützen (Anm.: mir ein Küsschen geben), jeder Vierte mir an den Hintern greifen, jeder Fünfte an den Busen und jeder Zehnte noch ganz woanders hin…und meine Blase war voll bis oben hin. Niemals hätte ich gedacht, dass Kölsch so sehr treibt. Dennoch gelang es mir irgendwie, mich quer durch den Laden zu schieben und Aaaaah! War das ein Gefühl. Nie zuvor war ich so froh, eine Toilette gefunden zu haben.
Danach beschlossen wir, weiter zu ziehen. Doch unsere Enttäuschung war groß, als wir vor jedem Laden eine riesige Schlange sahen oder Eintritt verlangt wurde. 30 Minuten, einen halben Chickendöner und drei Kölsch später hatten wir dann endlich eine Discobar mit mexikanisch-südlichem Flair gefunden. Von außen durch Tücher abgedeckt, wirkte sie recht unscheinbar und war deswegen recht leer, als wir kamen. „Endlich Platz zum Tanzen!“, freuten sich meine Engelsflügel und ich.
Irgendwann kam dann ein Notarzt, der eine anscheinend zu besoffene Prinzessin aus der Menge trug. Ihr leichenblasses Gesicht warnte mich davor, auch nur einen weiteren Tropfen Alkohol zu trinken.

Samstag hatten wir nach einem Niederlande-Kurztrip eine ganz besondere Location ausgemacht, ein Partyboot mitten auf dem Rhein. Dort bezahlte man 6 € Eintritt, bekam aber im selben Gegenwert Baguettes, Kölsch und Feiglinge. Außerdem war die Stimmung auf den Tanzflächen so gut, dass sogar die Schiffsscheiben schwitzten. Doch um eins wurden wir rausgeschmissen, das Boot wollte nicht länger Partyboot sein, sondern wieder zum Kaffeedampfer werden. Doch zum Glück wussten wir noch von Freitag, wo man an diesem Abend wirklich was erleben konnte. Also liefen wir vom Heumarkt quer durch die Altstadt zum Zülpicher Platz. Und an dieser Stelle sei ein Tost auf die KVB gesprochen: Danke Jungs, ihr seid echt die einzigen, die es fertig bringen, über Karneval tatsächlich sämtliche Innenstadtlinien nur alle 20 Minuten fahren zu lassen! Ehrlich, die Bahnhöfe waren wie die Züge auch, total überfüllt, sodass wir zwangsweise über eine Stunde durch die Stadt irrten, bevor wir an der Location vom Tag davor angelangt waren. Dort hatten wir viel vor, und zwar: Feiern bis zum Morgen, denn der erste Zug der anderen fuhr erst um 6 Uhr wieder.

Nach dem Partysamstag, waren wir Sonntag nur noch zu einem Zoobesuch im Stande und bekamen so wenigstens etwas von Köln mit, was nicht mit dem Karneval zu tun hatte. Während die anderen in Unkel abends schon wieder kräftig feierten, machten wir in Weiden einen Spielabend und gingen früh schlafen, um fit zu sein für Rosenmontag. Da standen wir nach einigen Missverständnissen erst gegen 14 Uhr „Kamelle“ und „Strüssje“-rufend am Festumzug auf dem „Aldermaat“ und bestaunten all die bunten Wagen. Doch die Mottos der geschmückten, edlen Karossen interessierten unsere Jungs wenig, die waren nur rattenscharf auf Heidi Klum, von der sie dann auch Strüssje zugeworfen bekamen. Wir Mädels lernten einen US-Soldaten kennen, der uns gegen 5 Bütsje nach ganz vorne schleuste.
Mit zwei vollen Kamellerucksäcken und einem riesigen Strüssje-Strauß kehrten wir schließlich beim Italiener ein und tauschten all unsere Erfahrung bei viel Kölsch aus. Danach war klar: für uns drei war Karneval längst nicht vorbei, nur die anderen hatten wohl am Abend zuvor zu viel „gefieret“ und wollten nach Hause. Schnell hatten wir den nächsten Schuppen gefunden. Dort lernten wir zwei Kölner Teufelinnen kennen, die alle Texte auswendig kannten und sie uns beibrachten. Auch ein blauer Scheich war da, der mir ein Kölsch nach dem anderen ausgab. Ausgelassen und mit viel Spaß tanzten wir noch einige Stunden, bis Jörn aufgab, indem er plötzlich rausstürzte. Sofort wusste ich, was los war, rannte hinterher und gab ihm mit den Worten „Lass alles heraus!“ den wohl wichtigsten Beistand. Anschließend machten wir zu zweit noch mal in der Tram die schmerzhafte Erfahrung, dass Mäcces-Tüten schon nach dem ersten Wurf durchsuppen. Wenn wir Nils, Jörns Kommilitonen nicht gehabt hätten, ich weiß nicht, ob ich dann an diesem Morgen mein Bett noch gefunden hätte…

So war für mich schon Dienstag Aschermittwoch und ich war froh, dass ich nicht mit den Jungs noch aufs Dorffest musste.

3. Fazit
*+*+*+*

Auf meiner Reise habe ich eine Menge gelernt. Nicht nur, wie man sich schnell zur Toilette durchboxt oder wie man Freigetränke ergattert, nein, auch, wie wichtig Freundschaften sind, was Köln doch für eine schön Stadt ist und dass Alkohol ganz schönen Schaden anrichten kann. Insgesamt habe ich für 5 Tage nur 200 Euro ausgegeben, und das mit Shopping (und DAS will bei einer Frau schon was heißen). Wegen der Verkehrsmittel und des zu vielen Alkohols muss ich allerdings von diesem Trip 2 Sterne abziehen, ich kann es echt nicht jedem weiterempfehlen. Wer das mitmacht, sollte ein Partyfreak sein und sich auch von langen Fußwegen den Spaß nicht verderben lassen. Auch, wenn ich nächstes Jahr bestimmt nicht nochmal zum Karneval nach Köln fahren werde: Alles in Allem hat sich die Reise für mich persönlich jedoch gelohnt. Noch lange werden wir Sieben uns daran zurückerinnern.
...
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Kommentare
sindimindi
sindimindi, 12.02.2005
Mit Dir waumlre ich auch gerne auf den Karneval gegangen...fg - ich bevorzuge ja eigentlich Mainz, weil das Niveau, insbesondere des polit. Karnevals houmlher ist.
LG Roland - Koumllle alaaf!
octopussi
octopussi, 22.02.2006
Schöner Bericht und schade das ich nicht am Zülpicher Platz gewesen binfG Freue mich auch über gegenlesungen
Kranich
Kranich, 20.03.2006
sh - danke für gute rückbewertungen :--
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white.rose

Karneval,Fasching;Helau,Alaaf– ein wahres Phänomen

ein Testbericht von 2004-02-23 10:04:29 vom 23.02.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr viel Spaß,Parties bis zum abwinken und alles andere als Alltag...
Nachteile/Kritik: kann übertrieben werden und ungemütlich enden
In dieser Zeit kann ich in den wenigen Stunden, die mir zur Verfügung stehen, bis ich mich wieder ins Partygetümmel schmeiße, nicht anders als über dieses Thema zu schreiben.

Denn hier in Köln ist Karneval - die 5. Jahreszeit wie man so schön sagt – zu feiern quasi Pflicht.


Karneval- eine kleine Definition
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Kar neval (in Köln auch Fastelovend, in Mainz Fassenacht, in Schwaben Fasnet /Fasent und in Bayern Fasching genannt), ist – mal ganz steril ausgedrückt – die Bezeichnung für mehrere Festivitäten vor der österlichen Fastenzeit.
Ausgeprägt ist der Karneval vor allem in katholischen Gebieten, die Traditionen, Bräuche, Ausprägung und Art des Feierns sind regionenabhängig.
Die Karnevalszeit erstreckt sich eigentlich über mehrere Monate, im Rheinland beginnt sie am 11.11. um 11:11, der schwäbischen Tradition nach aber am 6.Januar. Die wichtigsten Feiertage sind jedoch Weiberfastnacht (Donnerstag) und Rosenmontag. Die genauen Termine sind jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich, da sie von den beweglichen Osterfeiertagen abhängig festgelegt werden.
An Karneval stellt man den Alltag auf den Kopf und lässt, auf gut Deutsch mal „so richtig die Sau raus“. Dabei wird [zumindest in den Karnevalshochburgen] in der Schule, auf der Arbeit, in den Straßen etc. (natürlich kostümiert) gefeiert.
Außerdem werden aufwendig gestaltete Karnevalsumzüge abgehalten, die sich meist einem bestimmten Motto widmen. Sie bestehen aus großen, dekorierten Karnevalswagen (meist mit überdimensionalen Abbildungen aktueller Streitthemen, Politiker etc. darauf), Kapellen, tanzenden Funkemariechen und und und.
Dabei werden Süßigkeiten (in Köln: Kamelle), kleine Spielzeuge oder Blumen (in Köln: Strüßjer) in die Menge geworfen.
Der ganze Spaß endet am Aschermittwoch und ist quasi die letzte Gelegenheit für strenge Christen sich vor der Fastenzeit noch einmal richtig auszutoben.


Meine Beziehung zum Karneval
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Mittlerweile sagt mir die Tradition des Karnevalfeiern mehr als zu...
Dabei bin ich nicht einmal ein waschechtes „kölsche Mädchen“.
Aufgewachsen bin ich nämlich in der Nähe Frankfurts. Da hieß das ganze Fasching und sah vor allem so aus, dass Jungen und Mädchen im Alter von bis zu 12 Jahren sich als Feen, Prinzessinnen, Räuber und co. verkleidet haben, mit Polonaise durch die Gegend hüpften, und das war es dann auch schon mehr oder weniger...
Als ich dann hier her nach Köln kam, änderte sich das also für mich schlagartig!...


Aber fangen wir mit einer kleinen geschichtlichen Einführung an
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Obwohl Bestandteil des römisch-katholischen Kirchenjahres, geht der Karneval wohl auf heidnischen Ursprung zurück. Dieser ist jedoch nicht mehr ganz eindeutig zuzuordnen. Eine weitverbreitete These wäre, dass die Frühlingsfeste der Germanen Vorläufer des Karnevals, wie wir ihn heute kennen, gewesen sein könnten. Damit feierten sie, endlich den langen und harten Winter überstanden zu haben, und vertrieben symbolisch mit ihren furchteinflößenden Masken und ohrenbetäubendem Lärm böse Geister und Dämonen, und kehrten sozusagen den Spieß um, indem sie diese, stellvertretend für die kritische, kalte aber nun zurückliegenden Zeit, (zumindest bis zum nächsten Winter) in die Flucht schlugen.
Die katholische Kirche muss dieses Fest irgendwann für sich umgedeutet und in Verbindung mit der Fastenzeit gebracht haben.

Karnevalsähnliche Feiern im Allgemeinen ziehen sich wie ein roter Faden durch viele verschiedene Zeiten und die Geschichte verschiedener Völker.

So wurde Karneval in Verbindung mit Kostümen, Tanz und Gesang bspw. auch im Spätmittelalter in Deutschland in allen Gesellschaftsschichten praktiziert.

Zur Zeit der Reformation sah es für das Fortbestehen jedoch recht kritisch aus, denn auch wenn Martin Luther selbst den Karneval nicht absolut strikt ablehnte, so setzte sich die protestantische Kirche doch soweit durch, dass diese Art „frivoler Unterhaltung“ bald beinahe ausstarb. Und nur langsam wurde dieses Brauchtum in den katholischen Gegenden Deutschlands wieder aufgenommen.
- Und wer weiß, es scheint ja doch kein Zufall zu sein, dass während in meinem weitestgehend protestantischen Heimatsort sich diese Sitte noch nicht so ganz durchsetzen konnte, das katholische Köln dagegen eine DER Hochburgen deutschen Karnevals ist.*g* -

Dann, Anfang des 19. Jahrhundert nahm der Karneval organisiertere Form an, in Köln (wo auch sonst ;-)) fand 1823 der erste Karnevalsumzug statt, erste Karnevalsvereine wurden gegründet und zahlreiche Traditionen ins Leben gerufen, die sich teilweise bis heute durchgesetzt haben. Diese Veränderungen fanden auch in anderen Städten (besonders des Rheinlandes) Anklang, wie in Düsseldorf, Koblenz und Mainz, und so langsam freundeten sich auch wieder protestantisch dominierte Gegenden damit an.

Im Süden Deutschlands war man sowieso nie wirklich mit der reihnländischen Art Karneval zu feiern warm geworden, und mit Ende des 2. Weltkrieges setzten sich lokale Eigentümlichkeiten des Feierns durch. In München bspw. von der etwas künstlerischeren und eleganteren Art Italiens beeinflusst.


Was bedeutet der Name eigentlich?
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ja, und damit stoßen wir auf ein weiteres nicht eindeutig zu beantwortendes Rätsel.
Man könnte das Wort >Karneval< von den lateinischen Wörtern >carne< (= Fleisch) und >vale< (= leb wohl) ableiten.
Eine weitere Kombinationsmöglichkeit wäre die Verbindung von >carne< und >elevare< (= aufheben), was im Sinne von „kein Fleisch essen“ = fasten zu verstehen wäre und damit darauf eingeht, dass auf den Karneval die Fastenzeit folgt. In diesem Falle müsste der Begriff dann wahrscheinlich von der katholischen Kirche geprägt worden sein, die das Fest in Verbindung mit der Fastenzeit brachte.
Ebenfalls denkbar wäre aber auch das Wort von >carrus navalis< (= Schiffskarren) abzuleiten, mit dem Hintergrund von Frühjahrsumzüge zum Wiederbeginn der Schifffahrt, was ja auch wieder irgendwie an Karnevalsumzüge erinnert.


Karneval und Politik
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Schon früh wurde die Karnevalszeit effektiv genutzt, um Kritik an Machthabern und der Politik auszuüben, und das besonders zu politisch prekären und unterdrückenden Zeiten.
Und das aus einem sehr einleuchtenden Grunde: da während des Karnevals sowieso sämtliche Tabus gebrochen wurden, und es eine Zeit des Übermuts und Spaßes war, konnte ein Machthaber nur schwer einem „Narren/Jecken etc.“ nachweisen, dass er das Gesagte auch ernst gemeint hat, ohne dabei bei der übrigen Bevölkerung selbst als humorloser Tyrann dargestellt zu werden.

Seit Ende des 2. Weltkriegs wird zum Beispiel auch wieder das Narrengericht in Stockau abgehalten, das einen hohen Berühmtheitsgrad erlangt hat dadurch, dass sich schon hohe Politiker wie Franz-josef Strauß vor dem Narrengericht verteidigen mussten.

Und auch wenn es heutzutage durch die Pressefreiheit eigentlich nicht mehr zwingend nötig ist seine Kritik an der Politik unter dem Deckmantel des Karnevalstrubels zu verstecken, so wird diese Sitte auch heute noch aufgegriffen.

Was sich in zahlreichen satirischen Büttenreden widerspiegelt, oder aber in den Themen der einzelnen Umzugswagen.


Karneval in Köln
°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ich gehe jetzt Beispielhaft ein wenig auf den Kölner Karneval ein, der natürlich nur eine von vielen Formen des Feierns ist, zu dem ich aber natürlich den meisten Bezug hab. Wobei natürlich einige der Punkte „Hochburgenübergreifend“ ist, also nicht nur auf Köln zutreffen muss:

Ja, Köln - die Hochburg deutschen Karnevals schlechthin *g* (oh je, dieser Satz wird mir bei allen Düsseldorfern, Mainzern und co. großen Ärger einbringen.. erweitern wir es also auf: eine der deutschen Hochburgen).
Klar, dass hier die „5. Jahreszeit“ ganz groß geschrieben wird. Kostümiert sind hier natürlich (im Gegensatz zu meiner alten Heimat wohl gemerkt) alle (!) ob groß ob klein, ob alt ob jung, ob dünn oder dick (...) Karneval ist eine Massenveranstaltung.
Die Schüler freut dabei natürlich besonders, dass im jecken Köln die Schule über die Feiertage für sie ausfällt.

Am Karneval herrscht Ausnahmestimmung. (Fast) Alles ist erlaubt, man verhält sich wie man gerade Lust hat, (man trinkt wozu man gerade Lust hat), man trägt wozu man grade Lust hat (und dabei kommen teilweise wirklich sagenhafte und sehr kreative Kostüme zustande, teilweise schon Kunstwerke an denen in manchen Fällen über Monate hinweg gearbeitet wurde).
Der Alltag rückt für eine kurze, dafür aber umso intensivere Zeit, völlig in den Hintergrund.

Während dieser "närrischen" Zeit wird Köln symbolisch vom sogenannten Dreigestirn regiert. Dieses besteht aus dem Prinzen, dem Bauern und der (immer männlich besetzten) Jungfrau. Jede dieser Figuren hat eine bestimmte Bedeutung, während der Prinz - unschwer zu erahnen – für den Machthabenden steht, repräsentiert der Bauer die Handwerker und Zünfte. Die Jungfrau, ausgestattet mit blonder Perücke und Wikingerhut gilt als Patronin der Stadt. Die Besetzung des Dreigestirns wechselt jährlich.

Eine Tatsache, auf die die Kölner wahrlich stolz sind, ist, dass es hier den mit 7km größten Karnevalsumzug Deutschlands gibt: und zwar am Rosenmontag. Dieser ist natürlich mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden und benötigt viele viele Helfer und Teilnehmende. Insgesamt nahmen letztes Jahr 10.424 an dieser Veranstaltung aktiv teil. In die Menge geworfen werden rund 140 t Süßigkeiten und 300.000 Strüßjer (Blumen). Die Zuschauermassen dieses Großereignisses werden jährlich auf weit mehr als 1 Million Menschen geschätzt. Solche Zahlen wirken beinahe erdrückend.
Das Motto des diesjährigen Umzugs lautet: „Laach doch ens, et weed widder wäde“ (also grob übersetzt >Lach doch mal wieder, es wird wieder besser werden<).
In den letzten Jahren war immer mal wieder von tragischen Unfällen zu hören, bei denen Menschen während des Zuges in der Menge verunglückten, da sie bspw. unter die Räder der riesigen Wagen gerieten. Um solche Unglücke so gut es geht zu verhindern werden sogenannte Wagenengel eingesetzt, die jeweils an den Rädern der Wägen aufpassen und versuchen den Sicherheitsabstand zu den Zuschauern zu wahren.

----
Solche Unglücke sind jedoch leider nicht die einzigen negativen Folgen des Karnevalstrubels...
Und das hängt vor allem damit zusammen, dass der Alkohol in dieser Zeit in besonders rauen Mengen fließt, und nicht selten kann so eine durchzechte Nacht im Krankenhaus mit Alkoholvergiftung enden, und das besonders bei Jugendlichen.

Doch als persönliches Fazit ...
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
... kann ich nur sagen, dass die Karnevalszeit in meinen Augen eine super Sache ist, die endlich wieder von den Sorgen des Alltags ablenkt, und in der man mal nicht so sehr darauf achten muss, was sich gehört, was erwartet wird etc.
Und wenn man es nicht allzu sehr (s.o.) mit dem Alkohol übertreibt, dann kann man einige sehr sehr lustige Tage voller Spaß, Parties und alles anderem als Alltag (...) verleben! Also stürzt euch ins Getümmel [und an alle Mitkölner: KÖLLE ALAAF!] !!!
...
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Allgemeine Informationen
Kategorie: Veranstaltung 
Typ: Karneval 
Kölner Karneval im Vergleich
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