Konami Diver's Dream Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Sony geht auf Tauchstation
ein Testbericht von Yasmeen2004-11-21 07:56:49vom 21.11.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Sehr schöne Spielidee, interessanter Spielverlauf, spannend, abwechslungsreich, sehr motivierendes Spielprinzip, kann süchtig machen ...Nachteile/Kritik: Angestaubt wirkende Optik, nach einer gewissen Zeit leider doch zu monotone Klänge, haklige Steuerung, manchmal unglückliche Kameraperspektive
Jetzt kommt ein Videospiel für die Sony Playstation an die Reihe, welches von seinem Genre her die Videospielanhänger ganz sicher in zwei Lager teilen wird, denn selten kann ein Playstationspiel so polarisieren wie dieses hier. Sein Name ist „Diver’s Dream“ und wie Ihr wahrscheinlich schon am Titel erkennen könnt, geht es hierbei in erster Linie um das Tauchen, ja richtig, wir haben es hier mit einem Tauchabenteuerspiel zu tun. Für mich war völlig klar, dass dieses Spiel einfach seinen Weg in unsere Playstationsammlung finden musste, denn durch seine Einzigartigkeit war dieses im Jahr 1999 erschienene Spiel für mich jedenfalls ein Pflichtkauf. Allerdings kaufte ich es erst gut zwei Jahre später, dafür kostete es dann aber mittlerweile nur noch die Hälfte, ich bezahlte damals lediglich noch 20 DM und auch heute müsst Ihr natürlich nicht mehr sondern eher noch weniger bezahlen. Nun möchte ich aber auch ganz schnell auf diesen wahren Exoten im Playstationreich zu sprechen kommen.
Erst einmal war für mich gleich zu Beginn sehr erstaunlich, dass in diesem Spiel durchweg deutsche Bildschirmtexte enthalten sind, das hatte ich angesichts des doch sehr exotischen Charakters dieses Spiels und der daraus unweigerlich resultierenden kleinen Zielgruppe überhaupt nicht erwartet. Umso größer war natürlich meine Freude, ich war sehr positiv überrascht und demzufolge noch positiver auf dieses Tauchabenteuer eingestimmt. Ein schönes Intro gleich am Anfang des Spiels und mehrere kleine Zwischensequenzen schon in den ersten Spielstunden rundeten den wirklich guten ersten Eindruck stimmungsvoll ab, es entfaltete sich aus meiner Sicht zumindest eine sehr interessante und eben nicht alltägliche Spielatmosphäre. Die Geschichte beginnt in einer schönen Hafenstadt, in welcher wir eines Tages unsere Zelte aufschlagen. Wir besitzen so gut wie gar kein Geld und so ist es wenig verwunderlich, dass wir sehr neugierig werden, als wir hören, dass vor langer Zeit wenige Kilometer von der Küste entfernt ein Schiff des Königs versunken ist, welches angeblich in seinem Wrack zahlreiche Schätze bergen soll. Doch diese Schätze zu bergen, scheint augenscheinlich unmöglich zu sein, denn ansonsten wären sicherlich sämtliche Reichtümer längst geborgen worden. Trotzdem wollen wir es unbedingt wissen und einen solchen Tauchgang auf jeden Fall riskieren, wenn es da nicht ein klitzekleines Problem gäbe: uns fehlt einfach das nötige „Kleingeld“, oje. Denn wir brauchen ohne Zweifel eine absolut topprofessionelle Ausrüstung und eine solche ist regelmäßig doch extrem teuer. Das Schicksal scheint es aber gut mit uns zu meinen, denn rein zufällig gelangen wir an einen Auftrag, in welchem wir nach einer verlorenen Kamera suchen bzw. diese finden sollen. Nach erfolgreicher Ausführung dieser „Mission“ erhalten wir eine kleinen Belohnung und so halten wir uns zu Beginn des Spiels so gerade eben über Wasser und häufen einen kleinen Berg an Münzen an, durch die wir uns eine bessere Ausrüstung verschaffen können.
Während unserer zahlreichen und zugegebenermaßen auch nicht ganz ungefährlichen Tauchgänge halten wir aber außerdem auch Ausschau nach weiteren nützlichen Utensilien, die wir entweder selber gut gebrauchen oder an Land gegen bare Münze verkaufen können. Manchmal gibt es auch sehr praktische Items zu entdecken wie beispielsweise einen Erste-Hilfe-Kasten.
Ich will Euch zwar keine Angst machen, aber solche Gegenstände können wir immer sehr gut gebrauchen, denn unsere Missionen sind alles andere als leicht und oft wirklich gefährlich. Zu entdecken gibt es dabei unglaublich viel, es scheint auf dem Meeresboden in den unendlichen Tiefen des Ozeans nur so vor Schätzen zu wimmeln und so schaffen wir es dann tatsächlich, nach und nach zumindest kleine Reichtümer anzuhäufen und uns im weiteren Verlauf des Spiels eine sehr gute Ausrüstung zusammenzukaufen. Beispielsweise erleichtert uns ein Profi-Taucheranzug das Schwimmen bzw. Tauchen enorm, vieles geht dann deutlich leichter, seid also nicht frustriert, wenn es am Anfang nicht gleich so doll hinhaut. Des weiteren war mir persönlich (und Euch wird es dann wahrscheinlich auch so gehen) eine Profi-Sauerstoffflasche sehr wichtig, denn, Ihr ahnt es sicher schon, mit einer solchen „im Gepäck“ taucht es sich wesentlich entspannter bzw. eben einfach länger, da Euer Luftvorrat dann deutlich größer ist.
Doch das ist noch längst nicht alles, was sich in „Diver’s Dream“ abspielt, denn es wird nicht nur getaucht. Ihr befreit, so hoffe ich es jedenfalls, außerdem noch eingeschlossene Unfallopfer, seid in solchen Fällen somit praktisch ein Ein-Personen-Bergungstrupp oder müsst Euch mit extrem gefährlichen Haiattacken auseinandersetzen, wobei Ihr auf Eure Harpune zurückgreifen dürft. Diese Abwechslung fand ich sehr gut, wobei mir außerdem außerordentlich gut gefiel, dass die Geschichte rund um die ganzen Tauchmissionen sehr schön erzählt wird, das hatte ich nicht erwartet. Denn schließlich wäre dies im Grunde gar nicht nötig gewesen, es hätte ja eigentlich auch ausgereicht, einen Tauchauftrag nach dem anderen „runterzuspulen“, so fand ich es aber natürlich bedeutend besser. Zusätzlich lockern kleinen Zwischensequenzen, wie eingangs ja schon erwähnt, die Handlung weiter auf, ab und zu betrachtet Ihr dann auch einzelnen Dialoge, so dass Ihr zumindest phasenweise wirklich das Gefühl habt, mittendrin in einer spannenden Geschichte zu sein. In diesem Punkt hat sich das Entwicklerteam von Konami wirklich sehr viel Mühe gegeben, mir hat diese Art und Weise der Präsentation jedenfalls sehr gut gefallen.
Klar ist allerdings auch, dass diejenigen von Euch, die nicht so gerne unter Zeitdruck spielen wollen, eher Abstand von diesem Abenteuerspiel nehmen sollten, denn fast ständig müsst Ihr ja gegen die Uhr bzw. mit Eurem Sauerstoffvorrat kämpfen, das kann ab und zu wirklich sehr nervenaufreibend sein und manchmal eventuell sogar panische Momente auslösen, seid also in diesem Punkt gewarnt. Etwas Trost bietet dann zwar der Modus, in welchem Ihr ganz ohne Zeitdruck und Sauerstoffflasche auf Tauchstation gehen dürft, doch dies ist eher nur Randkosmetik, im Mittelpunkt steht ganz eindeutig der „Karriere-Modus“, in welchem Ihr nach und nach Schätze bergt und das Gewonnene in eine immer bessere Ausrüstung investiert. Habt Ihr an so einer Art Videospiel wirklich Spaß, kann ich Euch ganz klar versichern, dass „Diver’s Dream“ wirklich süchtig machen kann, zumindest für ein paar Tage bzw. wenige Wochen. Aber selbst nach einer längeren Spielpause reizt dieses doch aus meiner Sicht hochinteressante Spielidee immer wieder dazu, das Spiel noch einmal von vorne anzufangen. Insgesamt habe ich dieses Tauchabenteuerspiel 3x durchgespielt, das sagt doch eigentlich schon etwas aus.
Dass dieses nicht ganz alltägliche Videospiel für die Playstation kein Super-Hit geworden ist, liegt ganz sicher nicht an der Spielidee, sondern ganz klar daran, dass wir es in spieltechnischer Hinsicht hier nur mit Durchschnittsware zu tun haben. Versteht mich bitte nicht falsch, schlecht sind weder Grafik noch Musik oder Kameraführung und Steuerung, doch in allen Punkten werden Schwachpunkte ersichtlich. Die Hauptfigur wie auch Animationen als auch Hintergründe sehen manchmal doch etwas kantig oder kantig aus, besondere Details oder Spezialeffekte werdet Ihr nirgendwo entdecken. Das Einbauen der Zwischensequenzen ist sicherlich eine schöne Sache, erwartet aber von der Grafikqualität bloß keine Wunder. Etwas enttäuscht war ich auf jeden Fall vom Soundtrack, da hatte ich doch gerade angesichts der Thematik viel mehr erwartet. Ich erinnere mich da noch sehr gut an das alte „Ecco the Dolphin“ aus der alten Sega-Zeit, wo Ihr einen fantastischen ja sogar berauschenden Soundtrack in den Tiefen des Ozeans erleben durftet. Zwar passen die entspannende Gitarrenklänge begleitet von einem Synthesizer gut zur Spielatmosphäre bzw. dem jeweiligen Spielgeschehen, doch echte Ohrwürmer oder Melodien, die zum Träumen verleiten könnten, sind leider nicht dabei. Auch die Steuerung ist nicht gerade perfekt, denn etwas träge wirkt diese schon, zumal ich öfters an irgendwelchen Stellen „ohne erkennbaren Grund“ hängenzubleiben schien, was für eine fehlerhafte sogenannte „Kollisionsabfrage“ spricht. Auch die Kameraführung machte mir nicht durchweg Freude und so verlor ich leider viel öfter als mir lieb war, den Überblick, eine in manchen Phasen extrem gefährliche Sache und somit auch ein gewichtiges Manko in diesem Spiel. Nichtsdestotrotz spreche ich eine klare Empfehlung aus, die eben nicht hauchdünn ist, denn trotz der vorhandenen Mängel hat das Spiel seinen Reiz und entfaltet nach einer gewissen Zeit für viele von Euch einen nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor. Obwohl die Präsentation insgesamt doch sehr angestaubt und sicherlich auch nicht mehr zeitgemäß wirkt, bin ich somit der Meinung, dass „Diver’s Dream“ auch aus der heutigen Sicht wirklich in jede Playstationsammlung gehört.
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