Konami International Track & Field 2 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Sport im 12er-Pack
ein Testbericht von Yasmeen2005-05-13 20:09:50vom 13.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Großer Mehrspielerspaß, Aufstellen und Speichern von Rekorden, zahlreiche und sehr abwechslungsreiche Disziplinen, sehr gute Steuerung...Nachteile/Kritik: Alleine kann es sehr schnell langweilig werden, schwache Soundeffekte, eventuell Muskelkater, eventuell defekte Joypads
Sportolympiaden als Videospiele mag ich grundsätzlich sehr gerne, doch das Problem auf den Spielkonsolen war bislang immer, dass die Präsentation vergleichsweise bescheiden war und oft auch (gerade, wenn man alleine spielt) die Langzeitmotivation zu wünschen übrig lässt. Mag mit Athen 2004 jetzt möglicherweise auch ein neues Zeitalter (hoffentlich) angebrochen sein, berichten möchte ich Euch aber über ein anderes Spiel, nämlich den zweiten Teil von Konamis International Track & Field für die alte Sony Playstation, welcher drei Jahre nach dem ersten Teil auf sich warten ließ, bis er dann endlich doch erschien. Der Vorgänger gehörte nämlich zu den ganz wenigen Versionen, die ich Euch auch heute noch zumindest halbwegs empfehlen kann, insofern waren meine Erwartungen an den Nachfolger, über den ich Euch jetzt berichten möchte, doch ziemlich hoch.
Anlass des Erscheinens von International Track & Field 2 (im weiteren Verlauf mit ITF 2 abgekürzt) war augenscheinlich die seinerzeit kurz bevorstehende Sommerolympiade 2000 im australischen Sydney. Insgesamt dürfen wir in zwölf sehr unterschiedlichen Disziplinen unser mehr oder weniger athletisches Können unter Beweis stellen und dabei unsere Joypads mit regelmäßigem wilden Tastengehämmer überstrapazieren. Erfreulicherweise sind die einzelnen Wettkämpfe von ihrer Art her derart unterschiedlich, dass wir uns teilweise noch nicht einmal auf dem Terrain der Leichtathletik befinden. Doch nun erst einmal in aller Ruhe der Reihe nach.
Wie Ihr mit der Steuerung grundsätzlich verfahren müsst, ist bei fast allen Disziplinen nicht sonderlich kompliziert, aber dafür nicht gerade selten ganz schön anstrengend. Überwiegend haut Ihr im steten Wechsel auf unterschiedliche Tasten, um stark zu beschleunigen und die Geschwindigkeit konstant halten zu können, um dann zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine Taste mehr oder weniger lange zu drücken, damit Ihr springt oder werft oder eine ähnliche Aktion ausführt. Je nach Disziplin kann dies relativ kurz (100m-Sprint) aber manchmal auch fast unendlich lang (Schwimmen, Radfahren) dauern. Kaum zu glauben aber wahr, nicht selten waren Mitspieler nahezu nach einer gewissen Zeit fast schweißgebadet oder beklagten sich in den folgenden Tagen tatsächlich über Muskelkater oder ähnliche Beschwerden. Doch nicht nur Ihr müsst körperlich leiden, denn regelmäßig kommen auch die Joypads nicht mit ungeschorener haut davon beziehungsweise ist es nicht unbedingt ein Ausnahmefall, dass ein solches Pad später einfach nicht mehr so gut funktioniert wie vorher, um es noch milde auszudrücken.
Wir lassen es uns auf jeden Fall nicht nehmen, als Superathlet/in in sämtlichen an den Start zu gehen. Praktisch zum Warmwerden absolvieren wir den 100m-Sprint und kurz darauf den Weitsprung, gefolgt vom Stabhochsprung, dem Speer- und schließlich dem Hammerwurf. Zur Steuerung schrieb ich ja eben schon etwas, bei den eben genannten Disziplinen passiert in dieser Hinsicht nichts Ungewöhnliches. Damit es auf Dauer auch nicht zu monoton wird, machen wir uns wenig später auf ins Schwimmbad, in welchem wir uns als Kunstspringer/in vom 3-Meter-Turm und als Schwimmer/in in der 50m-Freistildisziplin versuchen. Erstaunlicherweise ist auch das Kunstturnen mit einer Disziplin vertreten, hier versuchen wir unser Glück beim Pferdsprung. Waren dort eher Eure Feinmotorik und ein gutes Timing gefragt, so geht es beim Gewichtheben der Männer schon deutlich rustikaler zu. Fühltet Ihr
Euch möglicherweise bis hierhin noch nicht so richtig gefordert, wird es Euch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei den finalen Disziplinen des Kanufahrens, Ruderns und Radrennens den Schweiß auf die Stirn treiben, da bin ich mir doch ziemlich sicher. Für Abwechslung ist hier bei ITF 2 zweifelsohne gesorgt, was ein großes Plus dieses Spiels für die Sony Playstation darstellt.
Beim 100m-Sprint und dem Radzeitrennen kommt es darauf an, möglichst schnell und vor allem gleichzeitig zwei Tasten zu drücken, bei den Sprungdisziplinen müsst Ihr schließlich im richtigen Moment den Balken zum Abspringen treffen und ähnlich wie bei den Wurfdisziplinen dann die Taste so lange gedrückt halten, bis Ihr meint, die richtige Höhe für den Absprung bzw. Wurf erreicht zu haben. Lasst Ihr dann nämlich los, erkennt Ihr den Winkel, in welchem Ihr abspringt bzw. den Speer oder Hammer werft. Lasst Ihr nur einen kurzen Augenblick zu früh oder zu spät los, werdet Ihr weder weit springen noch einen guten Wurf fabrizieren, falls Euer Versuch nicht sowieso für ungültig erklärt wird.
Beim Gewichtheben müsst Ihr hingegen zunächst ordentlich mit aller Kraft auf die Tasten hämmern und dann im richtigen Augenblick das Anheben und Stoßen umsetzen, ansonsten landet die schwere Hantel wieder auf dem Boden. Beim Rudern und dem Pferdsprung kommt es so gut wie gar nicht auf Kraft an, hier müsst Ihr das richtige Taktgefühl innehaben und einen schnellen aber vor allem gleichmäßigen Schlagrhythmus finden, um überhaupt Erfolge erzielen zu können. Beim Kunstturnen kommt erschwerend hinzu, dass Ihr zwei Punkte hinsichtlich des Absprungs genau treffen müsst und zudem eine Kombination drücken müsst, während Ihr Euch hoch in der Luft befindet. Ich hoffe, dass ich Euch dies halbwegs anständig erklären konnte, es sollte zumindest klar geworden sein (hoffe ich jedenfalls), dass die Wettbewerbe nicht nur zahlreich, sondern teilweise total unterschiedlich sind und es eben auf mehrere Dinge ankommt, um wirklich Erfolg haben zu können.
ITF 2 bietet uns grundsätzlich zwei verschiedene Spielmodi an, in denen wir uns in den zwölf Disziplinen beweisen können. Im Arcademodus wird eine bestimmte Mindestpunktzahl vorausgesetzt, erfüllt Ihr diese Norm nicht, seid Ihr draußen und müsst noch einmal ganz von vorne beginnen. Ihr könnt demzufolge noch so gut im Sprint oder im Weitsprung gewesen sein, trotzdem lauft Ihr andauernd Gefahr, vorzeitig aus dem laufenden Wettbewerb auszuscheiden. Empfehlen würde ich Euch zur Eingewöhnung allein deswegen schon den anderen Spielmodus, nämlich die Challenge. Abgesehen davon, dass es hier eigentlich grundsätzlich darum geht, in Einzeldisziplinen neue Rekorde aufzustellen, ist dieser Modus hervorragend dazu geeignet, sämtliche Wettkampfarten in aller Ruhe erst einmal zu trainieren. Lasst Euch übrigens nicht davon blenden, solltet Ihr schon ziemlich früh einen der Rekorde knacken (wie zum Beispiel den beim 100m-Sprint), bis Ihr wirklich auch nur die Hälfte aller Highscores gebrochen habt, vergeht sicherlich sehr viel Zeit, ganz zu schweigen vom Aufstellen der Bestmarken in sämtlichen Disziplinen.
Was mir besonders gut gefiel, war die Tatsache, dass die absoluten Highlights noch einmal in der Wiederholung gezeigt werden und Ihr daraufhin die Möglichkeit habt, dies abzuspeichern. So könnt Ihr dann jederzeit vor Euren Freunden und Bekannten angeben und beim Anschauen des Replays auch noch die Kamera um Euren Athleten drehen lassen. Ganz verrückte Spielernaturen nehmen dann ihre herausragenden Leistungen auch noch per Videorecorder auf, auch das soll es geben, aber warum auch nicht. Ganz nüchtern betrachtet sind das Aufstellen der Rekorde und die dazugehörige Speichermöglichkeit auf jeden Fall ausschlaggebend für eine angenehm hohe Langzeitmotivation, die ja beileibe nicht bei allen Vertretern genau dieser Sportspiele gegeben ist und war. Insofern kann auch in dieser Hinsicht ITF 2 ordentlich punkten.
Den Soundtrack finde ich leider etwas unterdurchschnittlich, wobei ich mich jetzt weniger auf die Begleitmelodien beziehe (die sind mir bei solchen Spielen eher egal), sondern auf die Soundeffekte. Hier hätten hörbare Reaktionen der Athleten oder des Publikums und vor allem abwechslungsreichere Klänge der Spielatmosphäre sehr gut getan. So wirkt das Ganze aber doch ziemlich steril, wie ich jedenfalls fand. Die Grafik ist ganz ansehnlich, aber auch in diesem Punkt hatte ich, ehrlich gesagt, etwas mehr erwartet, so haben wir es hier nur mit solidem Durchschnitt zu tun. Die Athleten sehen mir immer noch etwas zu grob, eckig, kantig oder wie auch immer aus, die Animationen sind immer noch nicht so weich wie ich mir dies gewünscht hatte. Bei näherer Betrachtung wirkt vieles in manchen Disziplinen sogar richtig pixelig und auch die Hintergründe sind nicht außerordentlich detailreich ausgefallen. Nichtsdestotrotz ist es schön bunt und so richtig hässlich sehen die Wettkampfszenarien (meistens) schließlich auch nicht aus.
Alles in allem spreche ich im Fall von ITF 2 eine ganz klare Empfehlung aus, was aber auch daran liegt, dass es auf der alten Sony Playstation nicht so wahnsinnig viel Vergleichbares gibt, sich die Anzahl der Konkurrenzprodukte doch sehr in Grenzen hält. Zahlreiche Disziplinen, die nicht nur interessant sondern teils auch erstaunlich abwechslungsreich sind, stellen eine große Stärke dieses Spiels dar, ebenso die Möglichkeit des Aufstellens und Speicherns der Rekorde, welche auch die Einzelspieler/innen für einige Woche beschäftigen können, vom Mehrspielerspaß einmal ganz abgesehen, dieser kann sich auch mehrere Monate lang durchaus sehen lassen. Die Schwächen bei der Präsentation und natürlich die Tatsache, dass jemand, der nicht so viel Wert auf Rekorde legt, sich alleine doch sehr schnell langweilen dürfte, sind allerdings auch nicht zu übersehen, wobei Letzteres eigentlich für alle Spiele dieser Art gilt, glaube ich. Wer Sportolympiaden grundsätzlich etwas abgewinnen kann, sollte ITF 2 in seiner Playstationsammlung stehen haben.
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