Konami Poy Poy 2 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bombenstimmung im 21.Jahrhundert
ein Testbericht von Yasmeen2005-03-05 07:35:30vom 05.03.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Für längere Zeit motivierender und wirklich spaßiger Mehrspielermodus, viel Action, manchmal witzig
...Nachteile/Kritik: Im Einzelspielermodus wird es schnell langweilig, zu wenig Abwechslung, zu simpler Spielverlauf, Gegner später klar im Vorteil und unfair, bestenfalls durchschnittliche Grafik, 08/15-Musik
Das Videospiel für die Sony Playstation, über was ich Euch nun erzähle, ist eines der eher merkwürdigen Art, denn „Poy Poy 2“, so der Name dieses Playstationspiels, gehört dem Genre der Actionspiele an, ist aber irgendwie auch dem Sportgenre zuzuordnen und trotzdem sehr auf Niedlichkeit getrimmt, am Ehesten ist es wahrscheinlich mit dem Klassiker „Bomberman“ zu vergleichen, wobei ich aber jetzt schon erwähnen möchte, dass es an dessen Klasse aber bei weitem nicht heranreicht, trotzdem aber durchaus eine Erwähnung verdient hat. Poy Poy 2 hat nämlich das „Glück“ dass es vom Spielablauf her relativ wenig Konkurrenz haben dürfte, allerdings ist es nicht zu übersehen, dass der Schwerpunkt hier eindeutig auf den Mehrspielermodus gelegt wird. Nun aber schnell zum Inhalt dieses etwas ungewöhnlichen Sportaction-Spiels.
Was die Geschichte angeht, so ist diese eigentlich eher irrelevant, zumindest hatte ich den Eindruck davon. Wir befinden uns jedenfalls im 21.Jahrhundert, wobei Poy Poy eine sehr beliebte Sportart zu sein scheint. Bei dieser Art von Wettkampf begeben sich vier mutige Helden in eine Kampfarena, in welcher sich zahlreiche Gegenstände befinden, welche Ihr schnellstmöglich als Waffe „missbrauchen“ wollt. So liegen zum Beispiel nicht nur Steine herum, welche Ihr dann selbstverständlich als kleine aber gemeine Wurfgeschosse umfunktioniert, sondern auch Bomben und Raketen, die einen nicht gerade unerheblichen Schaden anrichten, wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt. Ein solcher Wettkampf dauert eineinhalb Minuten und wer am Schluss noch a Meisten Energie übrig hat, ist der Gewinner des Wettstreits, so einfach ist das.
Insgesamt gibt es sechzehn Figuren und dreizehn verschiedene Spielgebiete, auf denen Ihr Euch alleine oder auch zu mehreren austoben könnt, je nachdem wie viele menschliche Mitspieler sich gerade trauen, bei diesem Spektakel mitzumachen. Die einzelnen Charaktere unterscheiden sich durch ihre ganz individuellen Talente und Spezialfähigkeiten und die Areale dabei nicht nur durch ihr Aussehen, sondern vor allem dadurch, dass Ihr jeweils völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen vorfinden werdet. In der Wüste lauern zum Beispiel gefährliche Skorpione auf Euch, auf eisigem Boden hingegen lauft Ihr ständig Gefahr, die Kontrolle zu verlieren und böse auszurutschen und auf dem Mond ist die Geschwindigkeit extrem langsam, so dass wir uns in einer Art Zeitlupentempo fortbewegen, das alles hört sich doch ziemlich abwechslungsreich und gar nicht einmal so uninteressant an, wie ich finde.
Damit es Euch nicht allzu langweilig wird, schießt Ihr aber nicht nur mit den Extras um Euch, sondern könnt Euch zudem in den Nahkampf begeben und versuchen, Eure Gegner zu greifen und durch die Luft zu schleudern, auch das geht und ist manchmal gar nicht einmal so uneffektiv. Ab und zu tauchen sogar urplötzlich Schatzkisten auf den Spielfeldern auf, welche (natürlich) sehr nützliche Gegenstände wie zusätzliche Lebensenergie oder Goldherzen beinhalten. Interessant ist dabei, dass nicht immer die Figur gewonnen hat, welche zum Schluss übrig bleibt, sondern es in der Endabrechnung auch noch Extrapunkte in anderen Kategorien gibt (Anzahl der eingesammelten Herzen und Gesamtsumme der wirkungsvollen Treffer im Kampf). Dies hat den Vorteil, dass Ihr Euch immer noch Chancen auf den Sieg ausrechnen könnt, obwohl sich Eure Energieleiste bedrohlich dem Ende entgegen neigt, im Gegenteil,
unverdrossen wartet Ihr gespannt auf das Auftauchen weiterer Schatzkisten.
Außer Eurer Robustheit, der Reaktionsschnelligkeit und Schlagkraft kommt es vor allem auch auf Eure Magiekünste an. Diese ist ausschlaggebend dafür, welche speziellen Handschuhe Ihr im Kampf verwenden könnt, so dass Ihr völlig unterschiedliche Arten an Zaubersprüchen auf Eure Gegner loslassen könnt, was zumindest vorübergehend für großen Spielspaß sorgt. Alleine wird es Euch aber sicher schnell langweilig, das ist die ganz große Schwäche von Poy Poy 2, der sogenannte „Poy Poy Cup“ löste bei mir schon nach wenigen Stunden erste Ermüdungserscheinungen aus. Zunächst motiviert in diesem Cup die Qualifikation für die große Meisterschaft, in der Ihr Euch das benötigte Startgeld erst einmal verdienen müsst. Mit dem sauer verdienten Geld dürft Ihr dann auch weitere nützliche Gegenstände wie zum Beispiele neue Handschuhe kaufen oder Ihr rüstet Euer altes Paar einfach noch weiter auf, dann ist es aber doch ziemlich schnell vorbei mit der Motivation, zumindest im Solospielermodus.
Der Mehrspielermodus hat es dafür aber in sich und sorgt eigentlich immer für gute Stimmung. Bis zu vier Mitspieler wagen sich in den „Jeder-gegen-Jeden-Modus“ oder bilden zwei Teams, die sich gegenseitig ordentlich etwas um die Ohren hauen. Wer von Euch einmal „Bomberman“ gespielt hat, weiß sicher wovon ich rede, doch die Klasse jenes Spiels erreicht Poy Poy 2 ganz sicher nicht, was vor allem am Mangel vorhandener Spielideen liegt. Besonders kreativ war das Entwicklerteam hier anscheinend nicht, denn vieles, ja eigentlich alles wiederholt sich schon nach sehr kurzer Zeit. Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad später wahrlich nicht ohne, nichts gegen anspruchsvolle Spiele, doch hier bei Poy Poy 2 wird es einfach unfair, die Computergegner werden später ganz eindeutig übervorteilt. Und genau das sorgt zumindest im Einzelspielermodus für viele ärgerliche Momente und entfaltet leider nach und nach einen nicht zu unterschätzenden Frustfaktor. Positiver sieht es da wenigstens in den Mehrspielerduellen aus, hier kann ich zumindest phasenweise von einem Suchtfaktor sprechen.
Sowohl Grafik als auch Soundtrack sind relativ bieder, bestenfalls solider Durchschnitt, insofern will ich mich jetzt auch gar nicht mehr so wahnsinnig lange an dieser Stelle aufhalten. Die Hintergründe sind doch ziemlich detailarm, die Figuren klein und die Animationen auch nicht gerade butterweich. Auch die Spezialeffekte wie Blitze und Feuerstöße reißen sicherlich niemanden von Euch wirklich vom Hocker, um es einmal salopp auszudrücken. Die Melodien dudeln mehr so vor sich hin und die Arten an Soundeffekten könnt Ihr im Grunde auch an einer Hand abzählen, was den Spielspaß insgesamt dann natürlich schon etwas drückt.
Schließlich wirkte die Steuerung auf mich oft einfach zu träge, was dafür sorgte, dass ich noch weniger Chancen gegen die ohnehin schon etwas unfair agierenden Computergegner hatte, was manchmal dann richtig nervig werden konnte. Trotzdem spreche ich eine (wenn auch knappe) knappe Empfehlung aus, denn allein Grafik, Musik und Einzelspielermodus würden dies zwar nicht rechtfertigen, wohl aber der wirklich spaßige Mehrspielermodus, welcher phasenweise für richtig gute Stimmung (besonders zu viert) sorgen kann, wenn er auch bei weitem aufgrund des zu simplen Spielverlaufs nicht die Klasse von „Bomberman“ erreicht.
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