Platz 124 in der Kategorie "PS1 Spiele". Basiert auf dem Spielprinzip des Kartenspiels. Mittels verschiedener Monster und magischer Attacken ist der Gegner in sorgfältig neugestalteten ...mehr
Konami Yu-Gi-Oh! Forbidden Memories Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Ein abgekartetes Spiel
ein Testbericht von himmelssurfer2004-07-29 14:52:46vom 29.07.2004Empfehlung: ja
Vorteile: interessante Kämpfe und nette Idee...Nachteile/Kritik: auf Dauer zu wenige taktische Möglichkeiten und laaanger Weg zum Sieg
Zugegeben, ein wenig süchtig macht das ganze ja schon. Auch wenn das Spiel noch ein paar taktische Möglichkeiten mehr haben könnte.
Aber von vorne:
Im Grunde genommen ist Yu-Gi-Oh Forbidden Memories nur eine Adaption des Tradecardgames auf die Konsole. Die darin enthaltene "Story" dient lediglich dazu, zum nächsten Kampf hinzuführen. Wirklichen erzählerischen Wert hat sie nicht. Ganz im Gegensatz zu dem im Fernsehen laufenden Anime, den ich über lange Zeit mit Spannung verfolgt habe.
Das Spielprinzip ist folgendes:
Der Spieler hat bis zu 40 Karten in seinem Deck, mit dem er gegen seine Gegner antritt. Die überwiegende Anzahl der Karten stellen (zumindest am Anfang) Kreaturen dar. Desweiteren gibt es noch Fallen und Magiekarten (weit später dann auch noch ein paar andere Kartenarten). Die Kreaturenkarten haben einen Angriffs- und einen Verteidigungswert.
Die Karten aus diesem Deck werden nun nach und nach abwechselnd auf einem Spielbrett ausgelegt, daß pro Seite 5 Kreaturen- und fünf Magiefelder aufweist.
Werden die Kreaturen „senkrecht“ ausgelegt, liegen sie in Angriffsposition, bei „waagerecht“ in Verteidigungsposition. Dementsprechend gelten dann auch die Werte auf den Karten. Das ganze hier jetzt zu erklären würde zu weit führen, ist aber relativ schnell zu erlernen.
Der Clou an der Geschichte ist nun, daß einige der Karten kombinierbar sind und nach der Fusion bessere/höherwertige Karten ergeben. Und genau diese Karten gilt es herauszufinden, wenn man recht schnell vorankommen will. Erspielen geht zwar oft auch, dauert aber sehr lange.
Weiterhin kann man die Kämpfe noch beeinflussen, indem man zum einen dem Spielfeld eine andere Geländeform gibt, was die Werte der Kreaturen oft verändert (einige Kreaturen fühlen sich im Gebirge zum Beispiel wohler als am Meer) und zum anderen das persönliche „Sternzeichen“ jeder Karte geschickt nutzt (es gibt zwei Sternzeichenkreise: innerhalb der Kreise befindet sich jedes Symbol immer über *und* unter einem anderen, was einen Bonus bzw. Malus gibt, wenn diese Zeichen aufeinandertreffen).
Jeder der Spieler hat eine bestimmte Anzahl Lebenspunkte, die durch direkte (also nicht durch Verteidigungskarten abgeblockte) Angriffe auf Null zu reduzieren gilt.
Im Laufe der Vorgeschichte wird man relativ schnell in einen Kampf geworfen,den man einfach nicht gewinnen *kann*. Das frustriert ein wenig. Zumal zu
diesem Zeitpunkt das Verständnis für das Spiel noch nicht soooo vorhanden ist.
Anschließend findet man sich in einem Turnier wieder, ohne bisher von dem Spiel wirklich Ahnung zu haben. Die Kämpfe sind so gestaltet, daß man bei einer Niederlage sofort aus dem Spiel geworfen wird und neu laden muß. Auch das könnte vom Weiterspielen abhalten. Allerdings lohnt es sich, nicht aufzugeben, denn der Charme des Spiels entfaltet sich später (oder wenn man weiß, wie sich die Frustratiionen in Grenzen halten lassen, auch früher) durchaus noch.
Die Gegner im Turnier werden immer schwerer und man fragt sich, wie man das ganze schaffen soll. Allerdings gibt es dafür Abhilfe: Jeder besiegte Gegner taucht in einer Art Pool auf. Gegen jeden in diesem Pool kann man dann spielen, ohne bei Verlust aus dem Spiel geworfen zu werden. Und da man für jeden Sieg eine weitere Karte erhält, kann man sich im Laufe der Zeit schon ein paar ansehnliche Karten erspielen. Desweiteren erhält
man für jeden Sieg 1-5 SternchiPS, die man, bei ausreichend vorhandener Anzahl gegen weitere Karten eintauschen kann. Leider gibt es auch hier etwas zu bemängeln: Die wirklich starken Karten kosten oft 999999 Sternchips und sind somit unerreichbar. Nun ist mir klar, daß man durch das schnelle Kaufen von starken Karten nicht das Spielgleichgewicht durcheinanderbringen soll, aber *das* finde ich denn doch etwas zu hoch gegriffen. Weiterhin helfen einem die Sternchips nichts, wenn man den (einzugebenden) Code für die einzelnen Karten nicht weiß. Und dieser Code ist leider nicht im Spiel zu finden, sondern lediglich auf den „echten“ Tradegards, die man sich für teures Geld erst kaufen muß. Meines Erachtens leider eine unfeine Art, dem Spieler das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum Glück kann man viele dieser Codes im Internet finden.
Es gibt jedoch noch eine weitere gute Möglichkeit, seine eigenen Karten besser kennenzulernen: Im Pool befindet sich eine Art Lehrmeister, der *immer* mit
genau den Karten spielt, die man für sein Deck ausgewählt hat. Allerdings erfährt man dies nur, wenn man die Spielanleitung genau liest (den „Lehrmeister“ an sich kann man zumindest durch genaues Hinsehen noch finden).
Den Anime zu schauen hat den Vorteil, daß man das Spiel um einiges besser versteht (bzw. die "Zusammenarbeit" zwischen verschiedenen Karten),
andererseits macht er einem aber auch deutlich, daß das Spiel in einigen Punkten doch stark unter seinen Möglichkeiten bleibt.
Im Anime gibt es nämlich noch so einige Sonderfunktionen, die gewisse Karten haben können (beispielsweise kann der „Zauberer der Zeit“ die Zeit schneller vergehen lassen und damit Kreaturen altern lassen (und damit schwächen)). Diese werden im Spiel leider völlig ignoriert.
Weitere Kritikpunkte:
Im Laufe des Spiels erspielt man sich eine Menge Karten, die man nie (wieder) einsetzt. Hier wäre es sinnvoll gewesen, diese Karten gegen Sternchips eintauschen zu können, als sie ewig mit sich rumzuschleppen.
Einmal herausgefundene Fusionen muß man sich mühsam merken oder aufschreiben, sie werden leider im Spiel nicht angezeigt. Was durchaus sinnvoll wäre, besonders wenn man mal längere Zeit nicht gespielt hat. Zumal der Computergegner *alle* Fusionsmöglichkeiten kennt.
Gelegentlich verliert man mal ein Spiel, einfach weil das Deck am Anfang schlecht gemischt ist. Bei Partien, in denen man auch herausgeworfen werden kann, besonders ärgerlich. Hält sich aber zum Glück in Grenzen und liegt natürlich auch zum Teil an der Zusammenstellung des Decks.
Fazit:
Bei entsprechender Überarbeitung einiger Punkte wäre das Spiel ein absoluter Renner. So muß man leider mit einigen Abstrichen leben.
Trotzdem hat das Spiel einen gewissen Reiz. Immer stärkere Gegner wollen bezwungen und immer stärkere Karten erworben werden. Und wenn man mal verliert, packt einen der Ehrgeiz, das beim nächsten Versuch zu ändern.
Wer dieses Spiel also einmal günstig bekommt und dem Spielprinzip etwas abgewinnen kann, sollte es durchaus einmal probieren. Ein Highlight „forever“ ist es nicht. Man kann allerdings hoffen, daß die folgenden Versionen um einiges besser werden (kenne die PS2-Version bisher nicht).
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Technische Daten und ProdukteigenschaftenBasiert auf dem Spielprinzip des Kartenspiels. Mittels verschiedener Monster und magischer Attacken ist der Gegner in sorgfältig neugestalteten Yu-Gi-Oh!-Szenarien zu schlagen.