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Bewertung: Kundenbewertung 4,30 / 5,00 (4.3 von 5)

Lebensberichte gebraucht & neu

Lebensberichte Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,30 / 5,00 (4.3 von 5)
von 32% aller Autoren empfohlen (23/72).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • gar nichts
  • Gesund bleiben ist das beste...
  • man erkennt wer echte Freunde sind
  • gute Verdienstmöglichkeiten faire Bezahlung interessante Produkte nette Agentur
  • insgesamt eine gute Weiterentwicklung
Nachteile/Kritik
  • negative Beeinflussung des Lebens
  • ...oder man hat nur eine Menge Ärger und Frust
  • alles
  • auf die Dauer wird es langweilig es ist nichts zum Altwerden
  • einiges geht langsamer als bei einem Welpen
Sortiert nach 
SabineS.

Praktikumsbericht - Apotheke

ein Testbericht von 2002-11-25 16:46:46 vom 25.11.2002
Empfehlung: nein
Der Betrieb

In der Zeit vom 15.01. – 29.01.2001 absolvierte ich mein Betriebspraktikum in der Bahnhofsapotheke in Bergisch Gladbach. Dieses Einzelunternehmen gehört nicht zu einem Übergeordneten Betrieb. Seit 1969 ist die Anzahl der Mitarbeiter stark gestiegen, genaue Zahlen liegen nicht vor. Derzeit gibt es ca. 14 Beschäftigte, davon drei Apotheker, acht pharmazeutisch- technische- Assistentinnen, eine pharmazeutisch- kaufmännische- Angestellte, zwei Auszubildende für diesen Beruf und eine chemisch- technische- Assistentin. Ca. die Hälfte der Angestellten ist Teilzeitbeschäftigte. Im vorderen Teil der Apotheke befindet sich der Ausstellungs- und Verkaufsbereich, von dort aus gelangt man zum ´Neuschrank`, in dem ein Teil der vorrätigen Medikamente gelagert wird. Durch einen breiteren Gang, in dem sich die Rezeptur, wo Salben und Rezepturen hergestellt werden, zwei Computer, Telefon- und Faxanlage, eine große Ablage für bestellte Arzneimittel und mehre Aktenschränke befinden, erreicht man den hinteren Teil des Gebäudes. Hier liegt das Büro des Dr. von Petersenn, weitere Lagerschränke, das Labor, das gleichzeitig als Aufenthaltsraum fungiert, einen Kellerraum und die Mitarbeiter Toilette.


Die Dienstleistungen

Entgegen der Annahme, Apotheken seien einzig dazu da, den Kunden Arzneimittel auszuhändigen, lässt sich hier ein vielfältiges Tätigkeitsfeld beschreiben. Apotheken leisten in erster Linie Beratung in allen, die Gesundheit betreffenden Bereichen, wie Ernährungsberatung oder Fernreiseimpfberatung. Auch Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckmessungen kann man in der Apotheke vornehmen lassen, elektrische Milchpumpen und Babywaagen können ausgeliehen, Medikamente und Kompressionsstrümpfe nach Maß
bestellt werden. Diese werden meist von Großhandelsfirmen bezogen. Nach Lieferung ist die Apotheke verpflichtet, sich von der korrekten Zusammensetzung der Stoffe zu Überzeugen, um dem Kunden eine, dem Beipackzettel entsprechende, Wirkung garantieren zu können. Dafür ist die Chemisch- technische Assistentin verantwortlich, deren Arbeitsplatz vorwiegend das Labor darstellt. Für den Warenkreislauf, sprich Bestellung, Bestandaufnahme, Preisauszeichnung, Lagerung und Inventur sind die pharmazeutisch- kaufmännische- Angestellte und die Auszubildenden für diesen Beruf zuständig. Die Aufgabe der übrigen Mitarbeiter besteht darin, die Kunden zu beraten, ihnen Arzneimittel zu verkaufen und Rezepturen herzustellen. Darüber hinaus gehört es zum Aufgabenfeld der Apotheker und ihrer Helferinnen, Gefahrstoffe auszuhändigen und die Personen, die einen solchen Stoff erwerben möchten, bestmöglich zu prüfen und über bestehende Risiken aufzuklären.


Arbeitnehmerlage

Die für die vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter geltenden Arbeitszeiten sind von Montag bis Freitag 8:30h – 18:30h und Samstags 8:30h – 14:00h mit jeweils einer Stunde Pause. Die Arbeitszeiten der Teilzeitbeschäftigten variieren. Die Entlohnung erfolgt nach Tarifvertrag (siehe Beiblatt). Die sozialen Leistungen des Betriebes beschränken sich, seiner geringen Mitarbeiteranzahl entsprechend, auf Fahrgelderstattung, Weihnachtsfeier und zur Verfügung stellen eines Aufenthaltsraumes und der Arbeitskleidung.








Berufe im Betrieb

In der Apotheke gibt es drei verschiedene Berufe:
1. Die pharmazeutisch- technische Assistentin: Sie berät den Kunden, stellt Rezepturen her und verkauft Arzneimittel und Kosmetika. Sie muss sich einer zweijährigen Berufsausbildung mit Berufsschule unterziehen, um diesen Beruf ausüben zu können.
2. Der Apotheker: Er bewältigt die gleichen Aufgaben, wie die Assistentinnen, darüber hinaus ist er jedoch dazu befugt, eine Apotheke zu leiten, und seine Mitarbeiter zu überprüfen, da er die Verantwortung für alle erbrachten Leistungen trägt. Die Ausbildung dieses Berufes beruht auf einem Pharmazie-Studium mit anschließender Ausbildungszeit im Betrieb.
3. Die pharmazeutisch- kaufmännische Angestellte: Sie ist für alle Belange des Warenkreislaufes zuständig. Sie macht Bestellungen bei Großfirmen, lagert die Waren und führt eine Inventurliste. Auch ihre Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufschule statt und dauert drei Jahre.


Mein Arbeitsplatz während des Betriebspraktikums

Meine Praktikumsstelle orientierte sich vorwiegend am Beruf der pharmazeutisch- kaufmännischen Angestellten. Meine Hauptaufgabe bestand darin, Ankommende Waren in den Computer einzugeben, sie nach ihrem Lager- bzw. Standort zu sortieren sie gegebenenfalls mit einem Preisschild zu versehen und in den Verkaufsraum einzuräumen. Waren Rezepturen oder Salben herzustellen, durfte ich manchmal unter Aufsicht einer pharmazeutisch- technischen Assistentin die Inhaltsstoffe abwiegen und zusammenmischen. Auch das zu schreibende Protokoll war von mir auszufüllen. Natürlich gehörten auch Aufgaben wie Aufräumen der Lagerschränke, Sortieren der Arzneimittel, Wischen des Verkaufsraumes oder Botengänge zu Ärzten und anderen Apotheken zu meiner Tätigkeit. Leider war es nicht möglich, direkten Kontakt zu den Kunden zu haben, oder bedeutendere Aufgaben zu erfüllen, weil die Gefahr eines schwerwiegenden Fehlers zu groß wäre.


Persönliche Einschätzung meiner Tätigkeit

Die Erwartungen, die an mich gestellt wurden waren nicht allzu groß, und so konnte ich den meisten ohne Probleme gerecht werden. Nach dem ersten Gespräch mit Herrn Dr. von Petersen hatte ich eine andere Vorstellung vom Beruf des Apothekers, als die, die ich nach meinem Praktikum habe. Leider habe ich drei Tage der Zeit wegen einer starken Erkältung versäumt, und deshalb nicht alle Bereiche genau kennen lernen können, ich hatte mir den Beruf dennoch etwas abwechslungsreicher vorgestellt. Wahrscheinlich wird jedoch jeder Beruf nach einer gewissen Zeit zum Alltag und verliert dadurch für den subjektiven Betrachter etwas von seiner Faszination und von seinem Abwechslungsreichtum. Die Dauer des Betriebspraktikums halte ich für durchaus angemessen. Es hat zwar Spaß gemacht, etwas anderes als den Schulalltag kennen zulernen, aber man merkt auch, wie anstrengend und eintönig das Berufsleben sein kann.

Fazit

Ich kann jedem nur empfehlen einen Beruf erst zu testen, bevor man mit der Ausbildung oder dem Studium beginnt. So habe ich festgestellt, dass ich niemals Apothekerin werden möchte, sondern Soziologin und soweit ich das bis jetzt überblicken kann, war meine Entscheidung sehr gut! Also, viel Spaß beim Ausprobieren!
...
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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autobus5769

Schuluntersuchung

ein Testbericht von 2007-02-21 22:43:34 vom 21.02.2007
Empfehlung: ja
Vorteile: xx...
Nachteile/Kritik: xx
Hallo,
heute werde ich mal wieder einen kleinen Bericht schreiben. Ich möchte euch von einen Stressreifen Tag erzählen, den ich Dienstag wieder erlebt habe. Und wie es wieder ist, kam an diesem Tag nichts Vernünftiges raus. Ich hatte mit meinem Sohn einen Termin beim Gesundheitsamt zur Einschulungsuntersuchung. Der Hörtest war sehr gut, da gab es keine Probleme. Aber der Sehtest, der fiel gar nicht gut aus. marc brauch anscheinend eine Brille und ist wahrscheinlich auch noch Farbenblind. Das war dann der erste Schock.

Das Nachmalen hat er dann auch nicht gerade mit Brawur bestanden. 4 Bilder waren es: einen Weihnachtsbaum, ein Kreuz, Drachen und einen Tisch. Er hat es zwar nachgezeichnet, aber noch ein Paar Sachen dazu gemalt.

Danach waren die anderen Untersuchungen an der Reihe. So musste dann mein Sohn von der einen Seite zur anderen hüpfen und es wurde kontrolliert, ob seine Wirbelsäule gerade ist. Das war zum Glück keine Problem.

Dann kam der Inteligenztest an die Reihe. Man musste in einer Reihe das gleiche Bild finden. Dieser Test viel wie erwartent auch schlecht aus, weil er überhaupt keine Lust hatte. Das hat man auch sofort gemerkt. Das Problem war auch, das er überhaupt nicht stillsitzen bleiben konnte. So stellte die Ärztin die Diagnose, das mein Sohn ADHS im schlimmsten fall hat. Da war ich erstmal platt. Denn vor diesem Test haben wir 30 Minuten im Wartezimmer gesessen. Dort hatten wir ein Leiternspiel gespielt, ein Puzzel gemacht und uns ein buch angesehen. Da hat er nicht so rumgewackelt, sondern ganz still gesessen. Ich werde jetzt in einer Klink den Verdacht überprüfen lassen.

Es wurde dann noch empfohlen, das eine Auffrischimpfung von Diphterie und Tetanus nötig ware. das aber auch eine Impfung gegen Masern, mumps und Röteln gemacht werden sollte, das wurde nicht erwähnt. Dafür sollte ich ihn gegen Starkocken impfen lassen, weil diese Krankheit in unsere Stadt einmal aufgetreten ist. Aber das habe ich nicht gemacht. Es gibt da viel zu viele Nebenwirkungen.

Schuluntersuchung sind wichtig, aber leider auch sehr ernüchternt.
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
topfmops

Ein Schelmenroman??

ein Testbericht von 2006-07-28 17:53:27 vom 28.07.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Viel erlebt??...
Nachteile/Kritik: Oder viel erfunden??
Mit den 'Wochenberichten aus der Universitätsstadt', die ich nun seit der 37.Woche 2005 mit konstanter Bosheit schreibe, hatte ich auf Nachahmungstäter gehofft. Auf Menschen, die sich auch so ihre Gedanken machen und darüber berichten. Das bleibt bis jetzt eine unerfüllte Hoffnung.
Nun versuche ich es mal anders; ich erzähle Euch Geschichten aus meinem, doch recht eintönigen Leben und Ihr beurteilt was wahr oder was geschwindelt ist.

Es sei mir gestattet, als Erstes einen kleinen Exkurs in die Welt der Literaturwissenschaft zu unternehmen.

Der 'Schelmenroman' - oder auch pikarischer / pikaresker Roman (aus dem Spanischen picaro = Schelm) - ist eine literarische Ausdrucksform; meistens eine (fiktive) Autobiografie, deren einzelne Episoden nur dadurch zusammen gehalten werden, dass sie der gleichen Person geschehen.
Der 'Schelm' stammt aus den unteren gesellschaftlichen Schichten, er hat keinen Einfluss auf die Geschehnisse um ihn herum, schafft es aber immer wieder, sich aus brenzligen Situationen zu befreien.
Der bekannteste Roman dieses Genres in Deutschland ist wohl 'Till Eulenspiegel', nicht zu vergessen die Geschichten um 'Don Quijotte' oder Mark Twain's 'Tom Sawyer' oder 'Huckleberry Finn'.

Im Wintersemester 1964/65 kam ich mit meiner mathematischen Arbeit in Köln nicht weiter, weil es in Deutschland die dafür notwendigen Rechner noch nicht gab. Der Studienplatz in Cambridge war erst für den Sommer 1966 zugesagt - IBM-Zentrale Europa war damals London und die hatten das Ungetüm, das ich brauchte.
Also was tun??
Nun ja, das, was ich am liebsten mache: Reisen, nicht irgendwo hin, nein, schlicht und einfach unterwegs sein !!

Es reifte der Plan : Einmal auf dem Daumen rund um's Mittelmeer.
Mein erster Trip hatte mich an der Westküste Afrikas entlang bis in den - damals noch belgischen - Kongo geführt, aber im 'Maghreb' oder im 'Vorderen Orient' oder in der Türkei war ich noch nie gewesen und zu den Wandervögeln wurde ich schon immer gezählt, nur: die haben mich dauernd vom Wandern ausgeschlossen.

Gedacht, gesagt, getan!!!

ZEITVERLUSTE
Der Anfangsweg, quer durch Frankreich und die spanische Küste entlang, ging relativ flott. In zwei Wochen war ich in Gibraltar. Rüber nach Afrika und mit einem Abstecher nach Süden bis Agadir.
Von da aus ostwärts in Richtung Tunesien immer südlich am Rif-Gebirge entlang
In Sfax kam ich dann wieder ans Mittelmeer mit einer fürchterlichen Überraschung: Ich hatte geglaubt - und das war auch meine Überzeugung - ich hätte 14 Tage für diese Strecke benötigt. Als ich in Sfax die erste Zeitung in die Finger bekam, musste ich feststellen, dass ich doch 3 Wochen gebraucht hatte. Mein Zeitempfinden war verloren gegangen.

FINANZIERUNG DES ASSUAN-STAUDAMMES
Einige notwendige Visa hatte ich mir schon in Deutschland besorgt; für Libyen, Syrien, den Libanon, die Türkei, für Griechenland.
Von Sfax nach 'Ben Gardane', die tunesische Grenzstation in Richtung Libyen, ist es nicht so weit, und, da ich ein libysches Visum hatte, war die Ausreise keine Schwierigkeit.
Aber der Grenzposten der Libyer ist 500 km weiter weg im Landesinneren und die meinten "Kehrtummarschmarsch!!"
Meine Einwände "Ich hab' doch ein Visum." wurden gekontert mit der Bemerkung "Ja das schon, aber du hast kein ägyptisches!! Wissen wir, ob du auf der anderen Seite wieder rauskommst?"
Irgendjemand hatte mir in Düsseldorf erzählt, ein ägyptisches Visum bekomme man bei der Einreise. Pustekuchen!!!
Also in Gegenrichtung nach Norden zurück nach Tunis, um das vermaledeite ägyptische Visum zu besorgen.
Das Konsulat in Tunis sagt "Ja, sofort, 2 Dollar!!"
Versuch' mal in einem Land mit Devisenrestriktionen 2 US-Dollar zu besorgen, endlich geschafft, Visum im Pass und zwei wunderschöne Marken mit Bildern des Tempels 'Abu Simbel', der wegen des Assuan-Staudammes verlegt wurde.
Hab' ich also die Errichtung des von den Sowjets gebauten Staudammes mitfinanziert??

TAXI NACH TOBRUK
Ein Film, der mich sehr beeindruckt hat, ist der 1960 gedrehte Schwarz/Weiss-Film 'Taxi nach Tobruk' mit Lino Ventura, Hardy Krüger und Charles Aznavour in den Hauptrollen.
Nach einigen Wochen war ich - immer an der grossen Syrte entlang - in Benghasi angekommen. Gibt es oder gab es jedenfalls damals eine wunderschöne Jugendherberge, in der ich ein paar Tage verbrachte. Die nächste Stadt in Richtung Osten ist Tobruk und dann kam die beknackte Idee:
Du trampst nicht, du nimmst keinen Bus, du charterst dir eins dieser Überlandfahrzeuge und fährst mit dem Taxi nach Tobruk!!
Nur um diesen Film zu bewahrheiten und der Intention des Filmes Ehre anzutun.

17 UND 4 MIT DEN ZÖLLNERN
Die libysch-ägyptische Grenzstation ist 'El Salloum'.
Schwierigkeiten waren nicht zu erwarten - ich hatte ja das Visum - und dann von da aus munter in Richtung Alexandria.
Weit gefehlt: von Tobruk zur Grenze sind es ca. 80km; von der Grenze ostwärts zur nächsten ägyptischen Stadt - Mersah Matruh - ca. 300km.
Und diese Grenzstation wird von den Libyer versorgt, zwischen El Salloum und Mersah Matruh ist nichts, außer Wüste, jedenfalls nicht 1965.
Und nichts, aber auch gar niemand fuhr in Richtung Osten; also stand ich ca. 8 Tage an dieser Station, nicht weil mich keiner mitgenommen hätte, sondern weil niemand in die Richtung gefahren ist. Ein Mitarbeiter der amerikanischen Gesellschaft 'Geophysikalisches Jahr', der ebenfalls gestrandet war, hatte zum Glück ein Kartenspiel dabei und seitdem ist '17und4' , respektive 'Blackjack' auch in Nordafrika bekannt.

NAMENSTAG AUF DER CHEOPSPYRAMIDE
Wer in diesen Gegenden als 'hitch-hiker' oder 'beach-comber' unterwegs ist, trifft immer wieder die gleichen Leute, weil es nur zwei Richtungen gibt: nach Westen oder nach Osten.
Ich habe die gleichen Leute in Tunis oder in Benghasi, in Kairo oder Khartoum, auf Zypern und in Beirut, in Bagdad und in Istanbul getroffen, ohne dass wir verabredet gewesen wären.
Es ist ganz einfach das allgemeine 'Treibenlassen'.
Zwei hab' ich allerdings immer wieder und immer öfter getroffen, unter anderem auch Anfang März 1965 in Kairo; also sind wir -bewaffnet mit je einer Flasche Bourbon, Aquavit und Korn, unschwer zu erkennen, dass die beiden anderen USA-Bürger und Däne waren - am 16.3.1965 nach Gizeh gefahren, haben die Cheopspyramide erklettert und auf der Spitze den Sonnenaufgang erwartet und meinen Namenstag gefeiert.

AUSKÜNFTE AM BAHNHOF
Irgendwann wurde nach Abstechern nilaufwärts in den Sudan bis nach Khartoum oder quer durch die syrische Wüste nach Bagdad die Zeit knapp und ich war in der nördlichsten syrischen Stadt - in Halap, für die Gebrechlichen und Bibelfesten: Aleppo - angekommen und wollte zwecks Beschleunigung mit dem Zug weiter.
Das Einfachste ist dann: Du gehst auf den Bahnhof und fragst.
Wiederum der Einfachheit halber der sich entspinnende Dialog, der dann ganz schnell vorbei war, da nur eine Frage und eine Antwort, auf Deutsch:
"Wann fährt der nächste Zug über Iskenderun in Richtung Ankara?"
"Wenn er voll ist!!"
Und seitdem kann mich bei der Deutschen Bundesbahn nichts, aber auch gar nicht mehr erschüttern.

Jetzt die entscheidende Frage:
Welche dieser Episödchen sind so passiert wie geschildert?
Wo hab' ich geflunkert?
Oder hab' ich mir das Ganze grad nur ausgedacht?

P.S.
Ich war im Sommer 1966 pünktlich in Cambridge und hab' dort Examen gemacht.

P.P.S.

topfmops, der auch auf anderen Plattformen und in etlichen Tageszeitungen zu Gange ist, bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele lesenswerte Kommentare.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
DerPrinz
DerPrinz, 11.03.2006
Eine fürwahr abenteuerliche Geschichte- das mit dem Abstecher nach Bagdad klingt schier unglaublich...
EasyOneX
EasyOneX, 11.03.2006
sehr guter bericht.....mein neuer ist auch online !
Herr_Tom
Herr_Tom, 11.03.2006
Überaus informativer Bericht! LG
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LucaDickmops

vom Workerholik zum Krüppel

ein Testbericht von 2006-04-14 12:50:40 vom 14.04.2006
Empfehlung: nein
Vorteile: man erkennt wer echte Freunde sind...
Nachteile/Kritik: alles
Eine Bitte an alle Freunde des schnellen Klicks, bitte lasst diesen Bericht aus, er hat zu viel Zeit und Mühe gekostet um einfach abgeklickt zu werden. Bei den anderen Berichten ist es mir egal, aber hier würde ich mich freuen wenn er auch gelesen wird. Viele Grüße und Danke Luca


Hallo,

ich habe ja schon öfter von KlausBärbel berichtet, bzw. von seiner Pflege. Heute möchte ich euch berichten wie KlausBärbel bei mir einzog, aber Vorsicht, eine lange Geschichte...

Eigentlich begann es mehr als harmlos, ich war gerade in eine neue Wohnung gezogen hatte noch einige Zimmer zu streichen, Schränke aufzubauen und Kartons auszupacken, tja, aber dann kam wie so oft im Leben alles anders.

Im April 2001 wollte ich vor der Arbeit die ich erst seit drei Wochen. hatte, noch schnell abwaschen, hätte ich das mal lieber sein lassen. Ich schnitt mich an einem kaputten Glas zwischen dem 4. und 5. Finger (DIV und DV), das Schwimmhäutchen war angeritzt, nichts schlimmer dachte ich. Um meinen neuen Chef nicht zu verärgern und in mit der Überzeugung, dass er für Notfälle auch Nahtmaterial in der Praxis hatte fuhr ich in die Praxis. Tja von Nahtmaterial keine Spur, also machte ich früher Schluss und fuhr fünf Stunden nach meinem kleinen Abwaschzwischenfall zu meinem Hausarzt. Da man bekanntlich sechs Stunden Zeit hat um zu nähen verschloss er die 1cm lange Wunde mit zwei Stichen, also echt winzig und lächerlich

Ich kam zwar aus der Chirurgie und wusste auch, dass man Verletzungen der Hohlhand eigentlich für ein paar Tage ruhig gestellt aber dafür hatte ich keine Zeit, hatte doch so viel zu tun. Also wider besseren Wissens ließ ich die Naht nur mit einem Pflaster schützen und nach zwei Tagen ließ ich sie einfach offen, ein weitere Fehler

Nach einer Woche tat es schon ganz schön weh, war heiß, gerötet, geschwollen, also wurde die Fäden vorzeitig gezogen und die Wunde wieder aufgerissen, ein wenig entzündungshemmende Salbe, ein Pflaster, Antibiotika und fertig, dachte ich, wie ihr euch denken könnt habe ich mich geirrt, sonst gäbe es ja diesen Beitrag nicht.

Statt besser verschlechterte sich der Zustand, am Wochenende nahmen die Schmerzen so zu, dass ich in die Ambulanz eines Krankenhaus fuhr, dort wurde die Wunde großzügig ausgeschnitten, ein Gips angelegt und mir geraten ein paar Tage stationär zu bleiben. Stationär ich - nein, doch nicht wegen so etwas, am Montag ging ich wie immer zur Arbeit, gut ging es mir nicht wirklich, langsam zeigten sich dicke fette rote Streifen, eine satte Lymphangitis hatte sich gebildet, aber deswegen nervös werden nein, nur andere Leute bekommen eine Sepsis / Blutvergiftung, ICH doch nicht, nein.

Bis Anfang Mai schaffte ich es irgendwie mich mit Fiebermittel, Schmerzmittel und Antibiotika über Wasser zu halten, zur Arbeit ging ich natürlich immer noch und nach der Arbeit wurde gebaut, gemalt und geräumt, es sollte ja fertig werden.

Eines Morgens war meine Temperatur über 40° mittlerweile hatte ich sechs Striche, die meisten waren kurz davor die Schulter zu erreichen, einer hatte sie bereits passiert, konnte den Arm nicht mehr hängen lassen da er von Gefühl her kurz vorm platzen war. Ich hatte mir vorgenommen nach der Arbeit mal zum Arzt zu gehen, meinem Chef wollte ich die Wunde nicht zeigen, wieso auch er war mein Chef, nicht mein Arzt.

Gegen 10:00 Uhr hatte mein Chef sich das Spiel lange genug angesehen, er stellte mich vor die Wahl ihm entweder meinen Hand zu zeigen oder er würde mich fristlos kündigen. Und von da an ging alles ganz schnell, er sah die Wunde, ging ins Wartezimmer schickte die Patienten nach Hause, sagte meiner Kollegin sie solle die restlichen bestellten Patienten für den Vormittag abbestellen und fuhr mich in die Klinik. Meine Finger waren mittlerweile lila, schwarz, dunkelrot und kurz vorm platzen.

In der Klinik ging es zum Röntgen, nebenbei nahm man mir Blut ab, klärte mich über die OP und Narkose auf und erzählte nebenbei, dass sie mir die Hand abnehmen würden. Ohne Hand???? Wofür hatte ich so viele Jahre Gebärdensprache gelernt? Wie sollte ich mit nur einer Hand Medizin studieren und meinen Traumberuf ausüben? Nein, so schnell lass ich mir keine Hand abnehmen, ich weigerte mich in die Amputation einzuwilligen, wollte das sie alles versuchten die Hand und den Unterarm zu erhalten, aus heutiger Sicht ebenfalls ein Fehler, ein weiterer von vielen

Die Ärzte operierten mich über 5 Stunden, um sicher zu gehen, dass sie nicht "heimlich" amputieren bestand ich auf eine lokale Betäubung des Arms (Plexus), so konnte ich alles hören und widersprechen. Mehrfach fluchten sie hinter dem Vorhang, redeten auf mich ein doch der Amputation zuzustimmen, aber ich blieb bei meiner (falschen) Meinung, ich war davon überzeugt das richtige zu tun, wenn die Entzündung nicht zurückgehen würde könnte man später immer noch amputieren. Die Ärzte entfernten so viel wie möglich, Teile der Gelenke, Sehen, Bänder, Nerven, Sehnenscheiden, Ringbändchen, halt alles was überflüssig ist.

Erstaunlicherweise verheilte die Hand, ich war glücklich, immerhin hatte ich Recht behalten, meine Hand war noch dran und die Beweglichkeit würde sicher auch wiederkommen, genauso wie das Gefühl, der Schmerz würde sicher auch bald verschwinden, der größte Irrtum überhaupt.

Es folgten Wochen mit intensiver Krankengymnastik, statt sich zu verbessern verschlechterte sich die Beweglichkeit der Finger und des Handgelenks, die Schmerzen wurden auch nicht weniger. Sechs Wochen nach der OP schickte mein Doc mich mit der Verdachtsdiagnose Morbus Sudeck wieder in die Klinik, die Ärzte fanden es amüsant wie ein niedergelassener Arzt auf die Idee käme einen Sudeck zu diagnostizieren, so eine seltene Krankheit, die zudem noch häufig nach Behandlungsfehlern auftritt, nein, so etwas hätte ich nicht. Meine noch vorhanden Sehen würden halt mit dem Narbengewebe und die restlichen Gelenkflächen miteinander verwachsen. Sie bauten mir einen Quengel (Gerät, das die Gelenke mit Gewalt in die Position zieht in die sie sollen, hatte welche zum Strecken und beugen der Finger).

Da die Finger dennoch krumm und bewegungsunfähig blieben wurde riet man mir im Oktober 2001 mich wieder operieren zu lassen und da die Klinik gerade an einer Studie teilnehmen würde, die genau das richtige für mich wäre hätte ich sehr sehr gute Chancen die Finger bald wieder bewegen zu können, was sagte der Arzt, in einem Monat spielen sie wieder Klavier (hihi wusste gar nicht, das ich das kann), die Schmerzen spielten die Ärzte runter, das könne gar nicht so weh tun, ich sei halt einfach empfindlich. Klar, vor diesem "Zwischenfall" hab ich so gut wie nie irgendwelche Schmerzmittel benötigt, aber ok. Auch die Diagnose Morbus Sudeck wurde von den Ärzten in der Klinik nicht mehr erwähnt.

Die OP im Oktober war die Hölle, beim Stechen des Plexus traf der Anästhesist die Arterie, das Hämatom breitete sich aus, es lief bis zur Hüfte, in den Arm, Richtung Rücken, nachspritzen konnte man also nicht. Aber die Ärzte hatten eh nur 3 Stunden für die OP eingeplant, da würden die 4 Stunden, die das Betäubungsmittel wirken würde schon ausreichen, gar keine Frage.

Leider hatte der OP Pfleger meine Akte nicht gelesen, also spritze er mir zu beginn der OP ein Beruhigungsmittel auf das ich allergisch reagierte, der herbeigerufene Anästhesist wollte die Op schon abblasen, ließ die Chirurgen dann doch anfangen , genau wieder ein Fehler;

Statt drei Stunden brauchten die Ärzte über sechs, die Verwachsungen waren stärker als angenommen, zudem rutschte einer der Ärzte ab du verletze Knochen und Knochenhaut, die Betäubung hörte nach 3,5 Stunden auf zu wirken, ich schwitze, weinte, hielt die Luft an, rutschte hin und her, schrie, aber es war egal, nachspritzen war wegen des Hämatoms nicht möglich eine Vollnarkose wäre wegen der allergischen Reaktion zu riskant gewesen, außerdem wären sie ja gleich fertig, ja ja und den Weihnachtsmann gibt es auch.

Die 2,5 Stunden kamen mir wie Jahre vor, die Zeit verging nicht, der Zeiger auf der Uhr ging rückwärts, der Pfleger versuchte alles um mich abzulenken, aber wie wenn auf der anderen Seite des Vorhangs gerade jemand den Gelenkknorpel abschleift??!! Irgendwann hieß es, nur noch nähen dann ist es vorbei, nur noch nähen bestand aus über 150 Hautnähten und unzähligen subkutanen (unter der Haut liegend) Fäden.

Ich war zumindest froh irgendwann auf meinem Zimmer zu sein, mir liefen immer noch die Tränen runter, dieser Schmerz war unbeschreiblich, ich wollte nur noch ein, raus, raus und rauchen, mich ablenken, aber dazu kam ich nicht, ich war gerade auf den Weg die Station zu verlassen als mich eine Schwester abfing, die wollte wissen wieso ich noch nicht bei der Krankengymnastik sei. Ich dachte sie hätte mich mit jemanden verwechselt, aber nein, die meinte wirklich mich, keine zwei Stunden nach der OP!!! Ich wurde also zur KG gebracht, zwei starke Pfleger hielten mich fest und einer bewegte die frisch operierten Finger, bog sie zur Faust und streckte sie nach einem halben Jahr in dem sie krumm waren gerade, die Fäden und transplantierten Hautstücke rissen, es blutete und ich wünschte mir einfach nur das es endlich aufhört. So ging es 14 Tage, dann konnte ich nicht mehr und ging auf eigenen Wunsch.

Mein Physiotherapeut zu Hause hatte fortan 3-4 mal täglich das Vergnügen mich zu behandeln,, Krankengymnastik, Lymphdrainage, Massage, Krankengymnastik. Mittlerweile hatte mein Chef angefangen meine Schmerzen mit stärkeren Medikamenten zu behandeln. Mein Hauschirurg war sich immer noch sicher ich hätte einen Sudeck, also wies er mich im Dezember in ein anderes Krankenhaus ein, aber auch die Ärzte machten nur Witze und rieten die Therapie zu verstärken, die Schmerzen wären völlig normal und das die Finger wieder krumm sein läge einfach daran, dass ich zu wenig Krankengymnastik machen würde, im Klartext ich würde mich anstellen und hätte selber Schuld.

Das Ganze zog sich über Monate, mein Arm wurde immer dicker, die Beweglichkeit immer weniger, ich suchte 42 Handchirurgen auf um endlich zu erfahren was schief gelaufen sei, ich erhielt 1001 Diagnosen, die richtige war nie dabei

Meine Beschwerden wurden auf die Psyche geschoben, man riet mir eine Psychotherapie zu machen obwohl im Röntgen und MRT eindeutige Veränderungen und Entzündungszeichen zu sehen waren, aber das interessierte nicht.

Nach über 18 Monaten stand die Diagnose endlich, es war ein Sudeck, leider bereits im dritten Stadium

Wenn ihr jetzt denkt, na ja immerhin gab es Schmerzensgeld da muss ich leider widersprechen, da ich an einer Studie (die übrigens kurz nach meiner Op wegen gehäufter Komplikationen abgebrochen wurde) teilnahm hatte ich sämtliche Ansprüche auf Schadensersatz verloren, also kein Geld, keine Rente von der Versicherung des Arztes. Zudem verschwand das Video von der OP, angeblich hätten sie vergessen start zu drücken, klar, deshalb wurde das Band regelmäßig gewechselt, die vielen Fotos mit der die Studie dokumentiert wurde waren selbstverständlich alle belichtet und somit unbrauchbar. Ach ja und wie immer wenn einmal der wurm drin ist gab es auch zwei OP Berichte, in einem war alles gut im anderen stand das intakte Nerven und Bänder durchtrennt und entfernt wurden und danach mit dem künstlichen Material ersetzt wurden, den Bericht habe ich über "dunkle Kanäle" bekommen, als das raus kam verschwand meine Akte auf rätselhafte Weise, glaube da hatte jemand die Hosen gestrichen voll, aber nachweisen??? wie ohne Unterlagen???

Infos zu Morbus Sudeck / CRPS - complexes regionales Schmerzsyndrom
********************************** ************************************************** **
- Im I. Stadium dauert die Therapie sechs bis neun Monate, meist heilt er vollständig aus
- Im II. Stadium neun bis achtzehn Monate
- Im III. Stadium hat man Pech gehabt, eine Heilung grenzt dann an ein Wunder


Symptome:
*************
- brennender Schmerz
- Verfärbung der Haut (weiß, lila, blau, rot)
- Veränderungen im Haarwachstum (sieht aus wie Schamhaare)
- Veränderungen des Nagelwachstum
- Vermehrtes schwitzen an der betroffnen Extremität
- Schwellung
- Temperaturunterschied zur gesunden Seiten
- Schwammartige Entkalkung des Knochens (Im Röntgen sieht der Knochen wie ein Schwamm aus)
- Berührungsschmerz, selbst Wind oder Kleidung verursacht unendlichen schmerz

Was ist CRPS?
*****************
CRPS, auch Morbus Sudeck, Kausalgie, Reflexdystrophie, Dystrophisches Syndrom etc wird auch als entgleiste Heilung bezeichnet, die Nerven der verletzen Stelle schicken Schmerzimpulse an das Gehirn, das Gehirn reagiert allerdings nicht auf die Information, also senden die Nerven immer stärke Reize an das Gehirn, dies reagiert weiterhin nicht oder nicht ausreichend, irgendwann heilt die Verletzung ab, die Nerven senden aber weiter Schmerzimpulse an das Gehirn. Das Gehirn versucht die Impulse zu unterbinden in dem es den Stoffwechsel in dem betroffenen Gebiet drosselt, dadurch kommt es zu der Entkalkung der Knochen und Muskulatur.

Was ist die Ursache?
************************
Die genaue Ursache kennt man nicht, es wird kaum auf dem Gebiet geforscht, von uns gibt es einfach zu wenig, also würden die Pharmakonzerne ihre ausgaben nicht schnell genug wieder rein bekommen. Daher bekommen wir Medikamente die für Osteoporose, Multiple Sklerose und Rheuma entwickelt wurden, ach ja einige Ärzte schwören auch auf Alzheimer Medikamente ;-)

All diese Symptome hatte ich aber die tollen Ärzte in den Krankenhäusern stritten die Diagnose ab, klar, meist entsteht CRPS durch Behandlungsfehler wie ein zu enger Gips, zu starke Krankengymnastik etc)

Nach achtzehn Monaten wusste ich endlich was ich hatte, bzw. wusste ich wie die Krankheit hieß, was es war wusste ich noch nicht, zumindest nicht was es bedeutet, das erfuhr ich erst mit der Zeit. Da meine Hand immer noch ständig entzündet war und offene Stellen hatte konnte man nicht alle erforderlichen Therapiemethoden anwenden, ein Katheder mit Lokalanästhetikum direkt an den Sympathikus brachte ein zu großes Infektionsrisiko mit sich, also ließ man es.

Mir blieb nur die "normale Schmerztherapie" mit immer stärkeren Schmerzmitteln.

Im Dezember 2002 war die Hand mal wieder so entzündet das ich sie amputieren lassen wollte, die Schmerzen wären zwar geblieben da die Nervenschädigung bereits den Sympathikus geschädigt hatte und sich der Sudeck sich bis zum Oberarm ausgebreitet hatte. Da es eine Amputation auf Wunsch war musste ich zum Psychiater, dieser bestätigte mir geistige Gesundheit, also wurde ein Termin für die Amputation des Unterarms angesetzt. Ich lag bereits im OP, voller Vorfreude auf eine Prothese mit Greiffunktion, das wäre ein mega Fortschritt für mich gewesen, als der Operateur kam und mir mitteilte er würde doch nicht amputieren, immerhin sei ich eine Frau und unverheiratet, Männer würden bei Frauen auf die Hände achten und eine fehlende Hand würde die Männer irritieren. Also wurden nur die restlichen Gelenke der Finger entfernt so das Knochen auf Knochen liegt. Klar, ich hätte auf die Amputation bestehen können, immerhin hatten wir einen Behandlungsvertrag aber hätte ich dem Arzt vertrauen können wenn er gegen seinen Willen operieren muss??? Was wenn was schief gegangen wäre? Nein, also blieb der Arm dran

Mittlerweile hatte ich zusammen mit einer Freundin ein Internetforum gegründet um anderen Betroffenen die Möglichkeit zum Austausch zu geben, um Ärzten und Therapeuten die Möglichkeit zu geben sich zu informieren, um Betroffene über Therapiemethoden, Vorsichtsmassnahmen, fähige Ärzte etc aufzuklären. Dadurch habe ich heute Kontakt zu über 800 Betroffnen, kenne Unmengen Literatur, sämtliche Therapiemethoden und berate andere Betroffene, übersetze Arztberichte oder höre einfach zu wenn es zu viel wird.

Wie bei jeder Krankheit gibt es verschiedene Stufen, von Unglaube, Verzweiflung, Wut, Ignoranz bis hin zur Akzeptanz, wobei Akzeptanz auf keinen Fall mit Aufgeben gleich zu setzen ist, es geht einem einfach besser wenn man sich nicht an jeden Strohhalm klammert, nicht den 40. oder 50. Arzt aufsucht der einem ein Wunder verspricht, nein darum geht es nicht. Man muss die Krankheit und den Schmerz akzeptieren, sonst zerstört er einen, sonst dreht man durch.

Ich weiß nicht wie ich es euch beschreiben soll, habt ihr euch schon mal mit einem Hammer auf den Fingernagel gehauen? Dieser erste Schmerz, dieser stechend, heiße, brennende Schmerz, das ist Sudeckschmerz, nur bleibt er nicht nur einen Bruchteil einer Sekunde sondern über Jahre, bei mir mittlerweile fast 5 Jahre. Betäuben kann ich den Schmerz nur mit Betäubungsmittel wie Morphium und Co. Da es einfacher ist auf jemanden sauer zu sein als auf irgendetwas heißt mein Arm KlausBärbel, ursprünglich hieß der Ringfinger Bärbel und der kleine Finger Klaus.

Na ja KlausBärbel wurde erwachsen, nun hat er bereits die Schulter gefressen, der Arm ist bewegungs- und gebrauchsunfähig, er ist einfach nur da, eigentlich ist er nur im Weg und macht Probleme. Durch die Schonhaltung kommt es zu Rückenproblemen, die führen irgendwann zu Bandscheibenvorfällen. Die Medikamente führen zu Magenproblemen und irgendwann zum Magengeschwür, das ständige Erbrechen wegen der Magenbeschwerden führt zu Zahnproblemen und Zahnverlust die Betäubungsmittel betäuben jeden Schmerz, so merkt man es nicht wenn eine Zahnwurzel vereitert, man eine Blasenentzündung hat, ja man merkt nicht mal eine Lungenentzündung, die Betäubungsmittel betäuben auch das Atemzentrum, daher hustet man bei einer Bronchitis gar nicht, bei einer Lungenentzündung vielleicht drei bis fünf Mal am Tag. Alle Erkrankungen die Schmerz als Warnsignal senden fallen erst auf wenn andere Symptome auftreten, gerade habe ich eine Thrombose "übersehen" erst als die Schwellung und Verfärbung auftrat fiel es auf, da war sie schon ein paar Tage alt. Man verliert die Kontrolle über seinen Körper, das ist wohl das schwerste mit dem man sich abfinden muss. Die Empfindung lässt nach, man kann seinem Körper nicht trauen. Wenn man Schmerzen hat sind sie an dem Arm oder de Bein in dem der Sudeck wohnt.
Mittlerweile hat der Schmerz sich ausgebreitet, Rheuma ist hinzugekommen, das echte Rheuma, man kann die verschiedenen Schmerzen erstaunlich gut auseinander halten, einmal brennend, stechend und einmal dumpf, ziehend und bohrend.

Zudem verliert man viele Freunde, da man nicht planen kann, da man nie weiß wie es einem in drei Tagen, drei Wochen oder Monaten geht kommt es oft vor, dass man kurzfristig absagt, das machen nur sehr sehr gute Freunde auf Dauer mit und echt Freunde hat man nicht so viele

Das Leben verändert sich, mein Leben hat sich verändert, ich musste meine Träume aufgeben, mein Hobbys, meinen Traumberuf, mein Ziel Medizin zu studieren, das ganze Leben ändert sich. Man muss alte Gewohnheiten ablegen, zum Beispiel liebe ich es hin und wieder laut Musik zu hören, jetzt verursacht der Bass Schmerzen, spüre jede Vibration. Dauer Shoppen, Party, ein Strandurlaub - alles nicht drin, jeder Sudeck hat seine Wohlfühltemperatur, KlausBärbel liebt es kühl, 16°-18° C, wenn es wärmer oder kälter ist bilden sich Blasen, die Haut löst sich da der Stoffwechsel im arm gestört ist, wie bei offenen Beinen dauert es teilweise Monate bis die Löcher verheilt sind und dann warten bereits neue darauf aufzubrechen.

So lange wir für die Pharmaindustrie unrentabel sind bekommen wir weiter die Medikamente, die auf anderen Gebieten für uns abfallen, speziell für CRPS wird kaum geforscht. Die Entwicklung der letzen Monate und Jahre hat mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich öfter wo ich in zehn Jahren bin, mache mir da ehrlich gesagt wenig Illusionen, dafür hat sich der Zustand speziell in den letzen 12 Monaten zu sehr verschlechtert, dafür sind zu viele Folgeerkrankungen hinzugekommen. Klar ist meine Lebenserwartung genauso hoch wie bei gesunden, aber 80 Jahre alt werden heißt ja nicht automatisch, dass man doch im Rollstuhl landen kann oder ständig auf Hilfe angewiesen ist.

Aber egal wie sich das anhört, ich bin davon überzeugt, dass alles seinen Sinn hat, ich war früher ein Workerholik, habe 70-80 Stunden die Woche in der Praxis gearbeitet, sieben Tage die Woche, zusätzlich habe ich in der Notaufnahme und im Kreissaal Nachtdienst gemacht, Schlaf hab ich nicht gebraucht, wozu auch, ist doch verschenkte Zeit, heut schlaf ich im Schnitt vier Stunden am Tag, allerdings nie am Stück.

Man sieht die Welt mit anderen Augen, lernt kleine Dinge mehr zu schätzen, freut sich wenn man es geschafft hat den Großeinkauf zu überstehen ohne danach drei Tage flach zu liegen oder wenn man ohne Pause die Treppe in den ersten Stock geschafft hat, ja manchmal sogar, wenn man es überhaupt geschafft hat sich eigenständig anzukleiden oder den Weg zur Toilette ohne Pause geschafft hat. Man lebt trotz der Schmerzen und Einschränkungen viel intensiver, nimmt nicht alles als normal hin und freut sich über Kleinigkeiten. Klar, es ist nicht immer einfach, mein Kampf um die Rente ist mindestens so lang wie dieser, aber man weiß das es sich lohnt

So, das war nun die Geschichte von KlausBärbel und wie aus einem Workerholik ein "Krüppel" wurde, ich darf mich und andere Krüppel nennen und Witze machen, denn ich gehör dazu.

Da mir bei Ciao vor geworfen wurde, ich wolle mit diesem Beitrag Mitleid erwecken und euch dadurch animieren meine Berichte zu bewerten möchte ich noch mal ganz klar darauf hinweisen, dass dem nicht so ist. Ich möchte einfach aufklären, die Dunkelziffer von CRPS ist unendlich hoch und das Leben mit einer Krankheit, die kaum jemand kennt ist vielleicht sogar noch etwas schwerer als mit einer Krankheit, die bekannt ist, da man ständigen Anfeindungen ausgesetzt ist.


14.04.2006 - Aktueller Stand
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Ich warte seit nunmehr 4,5 Monaten auf die Verlängerung meiner Rente, war mittlerweile bei zwei Gutachtern. Aus unerfindlichen Gründen interessieren sich die Gutachter plötzlich für meinen anderen Arm, obwohl der nichts mit dem Rentenantrag zu tun hat. Der letzte Gutachter sollte den "gesunden" (wenn man da von gesund reden darf) Arm auf CTS (Carpaltunnelsyndrom) testen, der Test war negativ, war klar, hätte ich auch so sagen können, allerdings war der Nerv am Ellenbogen auffällig (logisch, der soll ja auch operativ verlagert werden), allerdings könne er das nicht ins Gutachten schreiben, man hätte ihn ja nur beauftragt zu testen ob ein CTS vorliegt, er wird der BfA also raten ein drittes Gutachten anzufordern. Die spinnen doch, zum einen weil der rechte Arm völlig uninteressant ist und zum anderen nur nach CTS zu fragen, warum haben sie dem Gutachter nicht beauftragt den kompletten Arm zu untersuchen? Na ja, immerhin weiß ich nun wie die Frau vom Gutachter heißt, dass sein Sohn Fußball spielt, sein Schwager eine Dönerbude hat und das Gesundheitsamt zum Check da war, denn in den 30 Minuten wurde 17 Minuten telefoniert. Wie gut, dass ich bei jedem Gutachten ein Tonband mitlaufen lassen...

Nun wisst ihr auch, warum ich mich über die extremen Veränderungen bei der Vergütung so ärger, Yopi kommt zur Zeit für meinen Lebensunterhalt auf, da die BfA mal wieder nicht zahlt.

Einsam
Dunkle, kalte feuchte Nacht, schlaflos, traumlos,
keine Ruhe - Schmerz
alles in mit ist erwacht
Wut, Trauer, Angst, Fragen, Hass
es brennt in mir
es brennt ein Warum? Wieso? Weshalb?
warum ich? was hab ich getan?
es gibt keine Antwort
es gibt kein Entrinnen aus dieser Nacht

Einsam, alleine, klein, ohne Freud
so fühl ich mich
verlassen, ohne Wärme, keine Liebe
niemand ist da
ich bin egal
aber warum ist das Leben so?` Mein Leben
so ist mein Leben und so wird es bleiben
Ich bleibe in der dunklen kalten Nacht

Ich bleibe zurück im tiefen Schmerz
aggressiv, brennend, zerstörend,
er will mich töten, mich vernichten,
ich habe mich an ihn gewöhnt,
an die Blicke, die Fragen, das Warum und den Schmerz
und irgendwie gehört er auch zu mir
er hat mich geändert, mich geformt,
mich zu dem gemacht was ich bin,
und wenn ich ehrlich bin
ist das wohl auch sein Sinn




Viele Grüße Luca





Eine Bitte an alle Freunde des schnellen Klicks, bitte lasst diesen Bericht aus, er hat zu viel Zeit und Mühe gekostet um einfach abgeklickt zu werden. Bei den anderen Berichten ist es mir egal, aber hier würde ich mich freuen wenn er auch gelesen wird
...
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Kommentare
anne66
anne66, 14.04.2006
Ich bin erschüttert, finde keine Worte. Ich wünsche Dir aber baldige Besserung. Vielleicht geschehen noch Wunder. Grüßchen Anne
Annna13
Annna13, 14.04.2006
sh!
benno00
benno00, 14.04.2006
sh
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campino

Der Mann mit der eisernen Hand

ein Testbericht von 2006-03-08 23:19:19 vom 08.03.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben...
Nachteile/Kritik: -
Gustav Grimm

Wohl niemand wäre auf die Idee gekommen, dass der kleine Junge, der am 24. Februar 1886 in Eschweiler bei Aachen geboren wurde, einmal die ganze Welt bereisen würde.
Die Eltern waren biedere Wirtsleute, die beide nie aus ihrer engeren Heimat rausgekommen waren, das Höchste war es, zur Sommerfrische an die Nordsee zu reisen und das war dann schon für damalige und besonders für ihre Verhältnisse eine „große Reise“.

Gustav, der kleine Junge, war im wahrsten Sinne des Wortes klein, zierlich und schmächtig. Mit zunehmendem Alter störte ihn das doch sehr.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen Hanteln und Expander in Mode, ja, man könnte fast sagen, die erste große Fitness-Welle erreichte das Rheinland....
...und somit auch Gustav.
Verbissen begann er zu trainieren – mit Erfolg. Und das Schöne, der Erfolg war nicht nur spür- sondern auch sichtbar.

Gustav war oft in der Gaststube seiner Eltern, er half mit wenn mal „Not am Mann“ war und lernte dadurch auch einige Gäste des Hauses kennen.
Einer dieser Gäste war Artist. Begeistert hörte der Junge den Erzählungen zu, er konnte nicht genug davon bekommen, denn er hatte sein nächstes Ziel entdeckt: Das wollte er auch werden: Artist. Nichts auf der Welt erschien ihm erstrebenswerter.

Der Vater gab dem Drängeln des Sohnes nach und so durfte Klein-Gustav, wenn es die Zeit zuließ beim Chef der Karma-Truppe (denn das war der Gast) trainieren.

Und auch dieses Training war von Erfolg gekrönt. Mit 8 Jahren, um genau zu sein, am 17. September 1894 durfte Gustav zum erstenmal in die Manege, als 8jähriger Obermann einer Vierer-Akrobatengruppe.
Damit war für ihn sein Lebensweg vorgezeichnet.
Er arbeitete noch einige Jahre als Equilibrist (lat. Gleichgewichtskünstler), schaffte es vom Obermann zum Untermann, der die „Basis“ für seine 3 Kollegen bildete und vernachlässigte auch in dieser Zeit nie sein Krafttraining ohne das er es auch nicht soweit gebracht hätte. Denn es gehört schon einiges an Kraft dazu, drei Männer auf seinen Schultern zu tragen, wenn man selbst nur 1,62 m groß ist.


Guss & Guss

Er lernte den Briten Gus Nippes kennen. Gustav und Gus erarbeiteten sich eine eigene Darbietung: Guss & Guss: Kraftjonglage.
Jetzt konnte er einen weiteren Teil seines Kindertraumes in die Tat umsetzen: Die beiden reisten um die Welt. Mit dem Schiff ging es nach Asien, von dort nach Australien und das damalige Deutsch-Südafrika und in die „Neue Welt“.
Dort trennten sich Guss & Guss.
Jetzt arbeitete Gustav als „fliegender Mensch“, um genauer zu sein, als Fänger in einer Flugtrapeznummer: Flying Banvards.
Später wurde er Fänger bei einer Trampolintruppe, den Franklins. Der erste Weltkrieg brach aus und machte auch vor Gustav nicht Halt. Er, der die Bühne so sehr liebte, musste die Manege mit der Front, das Kostüm mit der Uniform tauschen.
Schwer verwundet kehrte er heim. Beide Beine zerschossen. Jeder andere hätte aufgegeben, nicht jedoch Gustav.
Er trainierte die Kraft seiner Oberarm- und Fingermuskulatur. Er trainierte seine Bauchmuskulatur. Und er trat wieder auf.
Anfang der 20er Jahre lernte er Maria kennen und lieben. Maria, wohlbehütete Tochter, die sich nie hätte träumen lassen, mit einem vom Zirkus.....

Doch wie wir schon wissen, wenn Gustav etwas wollte, dann bekam er es auch. Maria und Gustav heirateten, lebten, liebten und arbeiteten zusammen.


Guss & Lill

Mit der unglaublichen Kraft seiner Hände zeriss er 3 Kartenspiele (immerhin 96 Blatt), das Berliner Telefonbuch, zerquetschte mit 2 Fingern einen Tennisball und hackte Holz mit der Handkante, alles begleitet durch die witzige Conference Maria’s die, heute würde man sagen „flotte Sprüche“ beisteuerte und Gus als Assistentin zur Seite stand.
Ein schönes und elegantes Paar, Maria im Abendkleid, Gus meist im weißen Smoking. Er sah so gar nicht wie ein „Kraftmensch“ aus und auch das machte einen Teil vom Reiz der Darbietung aus.
Sie waren in allen großen Varietes zu Gast. Gus & Lill wurden ein Begriff in der Welt der Artisten.

Gustav bot jedem, dem es gelang, ihn nur 10 Zentimeter vom Boden zu heben 100.- Mark. Es schaffte niemand. Er erhöhte die Prämie auf 1000,- Mark. Keinem gelang es. Das Geheimnis bestand aus der unwahrscheinlichen Kraft seiner Bauchmuskulatur. Die hielt ihn „am Boden“.

1926 wurde das einzigste Kind geboren: Lilian (benannt nach einer „Freundin des Hauses“, dem Stummfilmstar Lilian Gisch.
Gustav’s Körper wurde „verewigt“. Für einen Bildband unter dem Titel „Der menschliche Körper“ war er der männliche, die Schauspielerin Pola Negri der weibliche Part.

Im zweiten Weltkrieg blieb er von der Einberufung verschont. Er verbrachte die Kriegsjahre mit Frau und Kind in seiner neuen Heimat: Berlin.

Lilian, die Tochter schlug, wie sollte es anders sein, denselben Weg wie ihre Eltern ein. Sie spielte hervorragend Saxophon und Akkordeon, konnte perfekt steppen und baute sich aus diesen Qualitäten eine eigene Darbietung auf.
Im Alter von 14 Jahren durfte sie das erste Mal unter dem Namen „Lilian Gus“ öffentlich auftreten.

Mit 61 Jahren ging Gustav 1947 noch mal auf Tournee. Die Kraft seiner Hände hatte ihn nicht verlassen.
Erst 1953 nahm er Abschied von der Bühne, die fast sein ganzes Leben seine wirkliche Heimat und nach Maria seine zweite große Liebe gewesen war.

Gustav starb am 20. November 1958. Maria 1967, Lilian 1992.

Schließen möchte ich mit einem Zitat das leider nicht von mir ist: Für mich ist der Zirkus eine Schule der Genauigkeit und der Strenge bei der Arbeit. Ich wünsche mir, eine Seele zu haben, die ebenso beschwingt und edel ist wie die Körper der Clowns und Akrobaten. Jean Cocteau


Nachtrag:

Gustav, dieser Mann, in dessen Händen so viel Kraft steckte, war auch einer der zärtlichsten Männer, die ich je kennen gelernt habe.

Mit denselben Händen, mit denen er Holz hackte und 450 aufeinandergelegte Zeitungsseiten zerriss, malte er wunderschöne Bilder und schuf Lithografien, die noch heute meine Wohnung schmücken.
Mit den Armen, in denen soviel Kraft wohnte, hob er ein kleines Mädchen auf seine Schultern, stieg mit ihr die Strickleiter hinauf bis zum Trapez und zeigte ihr, wie man gekonnt ins unten gespannte Netz fällt, ohne sich zu verletzen.

Dieselbe Ausdauer, die er sein ganzes Leben lang hatte, wenn es galt etwas zu erreichen, setzte er ein, wenn es galt, mit dem kleinen Mädchen zu spielen.
...und er ließ sich stundenlang von ihm die Haare kämmen und bürsten.
Das kleine Mädchen war 6 Jahre alt als er starb.
Ich liebe dich Opa und ich werde dich nie vergessen,

Deine Andrea

Für alle, die bis hier gelesen haben und für alle Interessierten: Auf meiner Homepage
gibt es die Bilder zur Geschichte.



Veröffentlicht bei Ciao, Yopi und auf meiner Homepage
...
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hemasch
hemasch, 17.03.2006
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Leela
Leela, 25.06.2006
sh :o
morla
morla, 13.03.2006
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Guss und LilDie Karma-TruppeBild BZ vom 31.Oktober 1954
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Der Anfang vom Ende...

ein Testbericht von 2006-02-17 19:16:07 vom 17.02.2006
Empfehlung: ja
Vorteile: Meine Erinnerungen sind schön...
Nachteile/Kritik: Meine Erinnerungen sind schlecht
Dies ist ein Teil meiner eigenen Geschichte, das Vorwort des Buches, welches ich im Moment schreibe. Es ist mein mittlerweile viertes Buch, drei habe ich schon fertig geschrieben, doch nie veröffentlichen lassen. Vielleicht werde ich nach einiger Zeit auch noch einige der darauffolgenden Kapitel hier ins Yopi setzen. Momentan habe ich so eine Sperre und kann nicht unbedingt daran weiter schreiben. Dieses Vorwort beruht auf eine wahre Begebenheit. Zur Anmerkung möchte ich sagen, da ja keine Beschreibung vorhanden ist, dass dieses Buch über die Jahre 1999-bis zur heutigen Zeit geschrieben wird, u. a. über den schweren Verlust eines geliebten Menschen


Prolog

Es war ein erbärmliches Sterben, ein Sterben, das sich zwei Jahre lang hinzog. Niemand gab die Hoffnung je auf. Immer hielten wir uns an irgendwelchen kleinen Strohhalmen fest, die dann schließlich immer kürzer zu werden schienen, bis sie letzt endlich im Laufe der Jahre zerbrachen, wie Kristalle in unseren Händen.
Manches kann man verzeihen, anderes nie! Es gibt Dinge, die man einfach nicht vergeben und vergessen kann. Ich glaube, bei meiner Mutter und mir war es nicht anders. Es waren so viele Dinge auf einmal, die auf uns zugestürmt kamen. Vielleicht konnten wir sie einfach nicht verkraften.
Jahre ziehen vorbei, Tage und Stunden, Monate und Wochen. Alles bleibt dem Schicksal überlassen. Doch gibt es jene, die sich finden. Im kalten Nebel dieser Welt werden sich ihre Wege kreuzen, und das Schicksal besiegeln.
Sie ziehen sich an wie Magneten, verschieden wie sie auch sind, so sind sie doch eins. Können nicht alleine sein, ohne die andere Hälfte der Seele, die sie verbindet tief in ihrem Innersten.
Sie sehen sich in die Augen, um sich selbst zu verstehen, in ihr eigenes Innere zu blicken, die Abgründe ihres Geistes.
Jahre ziehen vorbei bis sie sich gefunden haben, Tage und Stunden werden sie miteinander verbringen, Monate und Wochen werden sie sterben, wenn sie sich selbst erkannt haben.
Mir ging es genauso. Ich begegnete in diesen schrecklichen Jahren vielen Menschen, wobei die meisten für mich uninteressant waren, doch gab es ein paar wenige, die mich magisch anzogen. Immer auf der Suche nach dem einen, der in die eigene Seele blicken kann.
Ich weiß nicht mehr, an welchem Tag es geschah, in welchem Monat. Das Jahr weiß ich nur zu gut. Es war das Jahr 1999. Ein bisschen noch vor der Jahrtausendwende, auf die wir uns damals alle gefreut hatte. Wir wollten dieses Sylvester ganz groß feiern.
Unsere Herzen waren rein, unsere Seelen eins. Wir schritten zu Taten, die niemand verstand, den Tod im Nacken.
Und wir wussten damals nicht, wie sehr uns der Tod bereits im Nacken lag, bis zu jenem Tag im Jahr 1999. Alles änderte sich abrupt. Unserer aller Leben wurden durcheinander geschüttelt. Noch ahnten wir ja nicht, wie schlimm alles werden würde. Wir hielten uns immer an diesem Krümmelchen Hoffnung fest. Umsonst!
Jene, die wir lieben, gehen zuerst. Jene, die jung sind, verlassen diese Welt am frühsten. Nicht nur meiner Mutter und mir erging es so. Es gibt noch viele andere, die genauso fühlen, denen das gleiche passiert ist, die nicht damit fertig werden. Ich habe mit ihnen gesprochen, habe mit ihnen gelebt. Ob ich mit ihnen sterben werde, das weiß nur der liebe Gott.
Aber nun möchte ich meine kleine Geschichte erzählen, eine Geschichte, die traurig sein kann, verbissen und verrückt. Eine Geschichte, die für mich nicht mehr als diese ist. Sie hat mich verändert, für den Rest meines Lebens. Ich nehme sie kaum noch wahr, deswegen werde ich sie aufschreiben, damit sie mir in Erinnerung bleibt. Sie hat mich verrückt gemacht und in ein Loch des seelischen Elends gestürzt.
Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder hinaus kommen kann.


Anmerkung:
Eventuell werde ich auch noch einige Kapitel, die ich bereits geschrieben habe hier ins Yopi setzen. Für Kritik bin ich aufgeschlossen(falls ich es je veröffentilchen werde, wird es mir bestimmt helfen) Nun ja, und ich bitte, die Rechtschreibefehler zu übersehen"gg"
Und ja, das Buch wird den Titel "Das Leben sind wir" bekommen...
...
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Baby1

Gewalt die nicht zu bremsen ist????

ein Testbericht von 2006-01-13 01:41:14 vom 13.01.2006
Empfehlung: nein
Vorteile: absolut nichts...
Nachteile/Kritik: Es müsste mehr Mut gemacht werden, mehr anlaufstellen???? Jedenfalls hatte ich damals erst mal keine
Seit ich den Bericht geschrieben habe, in dem es um seelische Grausamkeit in meiner Ehe ging, schwirrt mir ständig der Kopf, ich habe damit wieder Wunden aufgebrochen.
Ich hab festgestellt, das ich wieder Vermehrt nach Büchern greife, die über Gewalt, Vergewaltigungen und solche Themen kreisen.
Ein zehntel von dem, was ich in meiner Ehe erlebt habe, habe ich ja schon berichtet, aber es gibt da ein Thema, über das ich bisher eigentlich noch mit keinem gesprochen habe.
Warum, gute Frage, ich denke, das hat mehrere Gründe, mit der heftigste Grund ist, das ich selbst damit noch nicht so ganz klar komme. Gerade dieses Thema hab ich bis jetzt so erfolgreich verdrängt. Vor allem aber ist es die Schuld, die auf mir lastet, mit der ich jeden Tag konfrontiert werde und das nun schon seit 10 Jahren.
Dabei geht es um meine Tochter, die am 9.1.06 19 Jahre alt wurde.

19 Jahre und ich muss jeden Tag miterleben, was das Kind, in meinen Augen ist es das Kind, unter dem leidet, was es erleben musste, mitmachen musste. Wie es jeden einzelnen Tag an der Vergangenheit knabbert, die ihm einfach ein unbeschwertes Erwachsenwerden unmöglich macht.

Wie ich ja schon mal berichtet habe in meinem Bericht über seelische Grausamkeit in der Ehe, hab ich auch angesprochen, das es noch ein Thema gibt, über das ich mit Sicherheit auch noch was schreiben möchte, was ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht konnte. Auch heute fällt es mir sehr schwer, darüber zu schreiben, denn ich bin mir fast sicher, das auch da harte Worte auf mich zukommen können von den Lesern, wenn ich diesen Bericht dann wirklich veröffentliche. Aber ich denke, ich muss das einfach wagen, denn ich merke, wie es auch in mir frisst und ich mit dieser Schuld teilweise gar nicht mehr fertig werde, denn es geschehen Dinge im Leben, die noch dazu kommen, ich meine damit, das man verhöhnt wird von Menschen, die man gar nicht kennt, Hauptsache, sie haben in Ihrer Kneipe was zu reden und zu lachen. Irgendwie fresse ich alles in mich rein, weil ich manchmal keinen Ausweg mehr sehe und dann habe ich zu kämpfen, das ich einen Tag nach dem anderen überstehe.

Nun aber mal über meine Tochter Deborah, der ich nicht genug zur Seite stehen konnte, als sie ein kleines Wesen war, das mich so dringend gebraucht hätte.

Debby war damals etwa 4 Jahre alt, als ich sie endlich zu uns holte, ich hatte sie so unendlich vermisst, sie war ja die erste Zeit nach meiner Heirat noch bei meiner Mutter, weil wir beide Arbeiteten. Klar Besucht hab ich sie, aber schon da nicht oft genug, weil immer, wenn ich allein wegfuhr wurde mir immer irgendeine Affäre angedichtet, Erniedrigungen waren an der Tagesordnung, ich war eh nur die Hure in den Augen meines Mannes, obwohl ich heute denke, das das ein Teil seines Planes war, wie er mir mein Selbstbewusstsein komplett in den Keller fahren konnte.
Irgendwann hab ich nur noch darauf gedrängt, das ich mein Kind zu mir holen darf, das war das schlimmste, was ich meinem Kind antun konnte!!

Wir hatte ja nur eine 2 Zimmer-Wohnung in Wiesbaden, aber die Zimmer waren relativ gross, es langte für uns.
Debby hatte Ihr Bett auf der einen Seite stehn, das Ehebett stand auf der anderen Seite des Zimmers. Ich weiss nicht, was ich mir damit erhoffte, das ich mein Kind in diese ganze Scheisse reingezogen habe. Mein Mann hatte von Anfang an was gegen mein Kind, in seinen Augen war sie blöd, total lahmarschig und vollkommen zurückgeblieben.
Debby hatte wahnsinnige Angst vor Ihm, das hab ich schon gemerkt, aber warum, das hab ich bis heute eigentlich noch nicht begriffen, ging es nur darum, das es nicht seine Tochter war?
Ich arbeitete nur noch Halbtags, wenn die kleine im Kindergarten war. Wenn ER von der Arbeit heimkam fing es schon an, es gab genau 2 Varianten, die erste war, das die kleine ihn begrüsste, dann schrie er sie an, sie soll aufhören zu schleimen, er wüsste genau was wir vorhätten, ...-was auch immer das sein sollte-.... sie solle im zimmer verschwinden, er hat keinen Bock sich ihre verlogene fresse weiter anzusehn. Die zweite Variante war, das sie im Zimmer blieb, ihn nicht begrüsste, weil er das ja angedeutet hatte, dann zog er manchmal noch nicht mal seine Jacke aus, stürmte ins Kinderzimmer, riss sie hoch, schrie sie an, ob sie es nicht mehr nötig hätte, wenigstens Guten Tag zu sagen, denn schliesslich würde er sich krumm schuften, damit das Kind seiner Hure was zu fressen und zum Anziehn hätte. Das Kind war total verstört, wusste gar nicht mehr, wie sie sich verhalten soll, klar merkte ich das und versuchte zu schlichten, ihn zu beruhigen und ihm zu versuchen zu erklären, das die kleine doch gar nicht mehr wüsste, wie sie sich verhalten soll. Wenn er einen guten Tag hatte, dann zog er mich ins andere Zimmer, schloss die Tür zum "Kinderzimmer" und dann war ich dran, was ich mich einzumischen hätte, was er mit meiner bekloppten Tochter zu reden hätte. Er warf dann Gegenstände im Zimmer rum, traf natürlich auch oft genug und wenn er nicht oft genug traf, dann wurde ich eben geschlagen, aber nicht einfach Ohrfeigen, sondern so, das ich durchs Zimmer flog.
Dann irgendwann fielen Ihm immer Grausamere Dinge ein, wie er meine kleine Quälen konnte, so fing er an, es auszunutzen, wenn die kleine vor lauter Angst nicht mehr schlafen konnte, sobald ER ins Zimmer kam, also lies er sie Stundenlang vor seinem Bett stehn, zum Zweck, das sie dann müde wird, denn wenn sie nicht schläft, wenn ER ins Bett geht, dann ist sie ja logischerweise nicht müde genug.
Wenn ich es dann nicht mehr aushielt und versuchte auf Ihn einzureden, das er das Kind in Ruhe lässt, reagierte er immer genau mit dem, mit dem man nicht rechnete, die ganze parlette durch, mal zärtlich und liebevoll, das es dem Kind doch nicht schadet, das er nur das beste für die kleine will, manchmal schrie er uns an, manchmal schlug er einfach zu. Wenn er zuschlug, dann war es meistens damit getan, wir hatten unser Fett weg und konnten ins Bett gehn, auch die kleine. Klar versuchte ich, das irgendwie am Tag, wenn wir allein waren mit all meiner Liebe zu der kleinen wieder aufzuwiegen. Aber irgendwie ist man dazu zu jung, zu unerfahren, man begreift nicht wirklich, was in so einem kleinen Wurm alles zerstört wird. So jedenfalls ging es mir. Ich hab mit meinem Kind gelitten, aber wirklich helfen konnte ich nicht. Zu 99% wenn ich mich einmischte, konnte ich dann Prügel einstecken, wenn ich die Klappe hielt, dann regte er sich relativ schnell wieder ab, man stand irgendwie immer dazwischen.
Klar ist mir oft der Gedanke gekommen, ich hau mit meinem Kind ab, nur, wohin? von was sollen wir leben? Wie soll es weitergehn?
Am schlimmsten war es dann, als ihm immer weitere Dinge eingefallen sind, die mich immer noch tiefer gebracht haben. Was mit meiner grossen passierte.... man konnte eben damit umgehn, man wusste, was auf einen zukam. Irgendwann hörte mein Kind auf zu weinen, das fiel selbst mir auf, aber damals hab ich darauf irgendwie nicht so geachtet, er konnte Ihr noch so schlimm eine runterhauen, sie weinte nicht mehr. Heute frag ich mich oft, ob sie da anfing, Multiple zu werden???? Ist sie heute Multiple, manchmal denke ich ja, dann kann sie von jetzt auf gleich wie verwandelt sein.
Aber zurück zu damals, ich hatte einmal versucht mit meinem Kind abzuhauen, das Jugendamt hatte mir mein Kind abgenommen und zu meiner Schwester zur Obhut gebracht. Für das Kind ganz klar war es besser, aber was war mit mir, ich liebte mein Kind doch. Wenn ich sie besuchen wollte, wurde mir wieder eine Affäre angehängt. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus,ich fuhr zu meiner kleinen. Meine Schwester wollte sie mir nicht aushändigen, meinte, das Jugendamt hätte es Ihr verboten, es sei denn, es kommt jemand aus der Familie mit. Keine Ahnung, wieso, aber ich fragte sie, ob sie das denn schriftlich hat, was sie verneinen musste, da die Tante vom Jugendamt krank war. Ich bat um eine Ersatzhose, weil ich mit dem Kind einen Ausflug machen wollte. meine Schwester rumgemotzt und gemeckert, meine Mutter auch noch, die hat immer voll zu meiner Schwester gehalten, aber sie gab mir die Hose, weil ich nicht locker gelassen hab.
Mit dem, was wir auf dem Laib hatten und dieser Ersatzhose bin ich abgehauen. Klar wurde das als Entführung ausgelegt, aber das war mir sowas von egal.
Ich bin Richtung Holländische Grenze, weil ich da eine Familie kannte, die mich erst mal aufnahm, hab mich dann relativ schnell, also im Laufe der nächsten tage beim Jugendamt gemeldet und da fand ich eine echt nette, die das mit dem Jugendamt im Wiesbaden geklärt hat.

8 Monate waren wir weg, es war ausgemacht, das die vom Jugendamt nicht sagt, wo ich mich mit meiner Tochter befand, weil ich einfach zu mir selbst kommen wollte, mit meiner kleinen. Nach einigen Monaten fand mich meine Mutter und dann auch mein Mann.
Er schrieb Liebesbriefe, von einem klitze kleinen Teil hätte ich mir in der Ehe was gewünscht, so liebe Briefe und er schickte mir auch Geld, damit ich uns mal einen schönen Tag machen kann. Er gab sich als der liebevolle Mann und Stiefvater aus. Und ich blöde Kuh bin zurück, nicht gleich, erst hatten wir nur Briefkontakt, in den Briefen sah er all die Fehler ein, die er an uns begangen hatte, er flehte, das wir zurückkommen sollten, er würde uns so sehr vermissen, die Wohnung sei so leer ohne uns. Ja, ich bin darauf reingefallen und bin nach ca 11 Monaten zurück gekehrt. Die ersten Monate war es echt toll, er war Rücksichtsvoll, auch zu der kleinen, man hatte das Gefühl, er versucht Schaden wieder gut zu machen, ganz langsam aber wurde es wieder schlimmer, erst nur eine Backpfeife, immer wieder versprach er, er wolle sich ändern und ich hab das geglaubt, bis ich es nicht mehr glauben konnte und mich fügte. Wieder wegziehn, wieder flucht, aber wohin? Wieder zu der Familie, am Anfang war die Familie ja auch echt nett und hat geholfen, aber auch da wurde ich immer mehr als Hausmädchen ausgenutzt, diese Leute hatten einige Kinder, die sie alle nur Arbeiten liesen, in einem riesen Haus, mit vielen Leuten war immer Arbeit und ich fiel abends nur noch kaputt ins Bett. Also kam das nicht mehr in Frage, es war vielleicht nur ein kleineres übel, aber es war eins. Irgendwie hatte ich damals auch nicht die Kraft dazu.
Irgendwann machte ich den Fehler und redete mit der Frau eines Freundes von Ihm darüber, das er das Kind und mich schlägt, das war wohl der nächste grosse Fehler, den ich begangen hatte. Eines Tages kam er von der Arbeit heim, ich stand grad in der Küche, als mir nur noch eine Faust entgegenschlug, so schlimm hatte er mich noch nie verprügelt, ich wusste gar nicht, um was es denn ging. Irgendwie bekam ich mit, das eben diese Frau zu ihm gesagt hatte, was ich ihr erzählt hätte und er soll mal lieber vorsichtig sein, was seine alte alles so über ihn erzählt, vielleicht seien da auch Menschen dabei, die mir glauben würden.
Da waren wir dann ganz gefangen.
Es war das letzte mal, das ich mit jemandem darüber redete!!!!!

Ich weiss nicht mehr, wann es war, als ich meine 2 Tochter hatte, oder ob das noch vorher war, jedenfalls kam ich ins Kinderzimmer und sah nur noch, wie mein Kind auf dem Bett lag und er mit einer Eisenstange ausholte. Ich konnte mich nur noch über mein Kind werfen, als mich die Eisenstange traf, quer über den ganzen Körper. Er hätte das Kind mit dieser Wucht ermordet, wenn er es getroffen hätte.
Als das 2 Mädchen unterwegs war, fand er es total lustig, seinen Freunden -natürlich im Spass- zu sagen, das ich irgendwo in der Ecke einen Korb hingestellt bekäme und da dann "werfen" könnte. Wie erniedrigend das alles war.
Meine 2 Tochter kam als Frühchen auf die Welt und wie später rauskam, hat er meine damals 6 jährige Tochter sexuell missbraucht. Da ich ja Kaiserschnitt hatte bei der kleinen, musste ich länger in der Klinik bleiben.
Wenn die kleine schrie, klar, Babys weinen eben mal, kam der Satz "Entweder" das Balg hält die Fresse, oder es fliegt aus dem Fenster. Er zweifelte sogar an, das das Kind von Ihm sei.
Wo konnte es anders hingehn, als immer noch mehr Bergab, obwohl man doch schon innerlich leer war, schon einen supergeilen Tag hatte, wenn es mal keine Dreche setzte. Doch auch in der Hölle kann es noch tiefer gehn. Er gewöhnte sich an, wenn ich nicht parrierte mir zu drohen, entweder ich mach das, was er mir sagt, oder er zerrt meine grosse an den Haaren aus dem Bett. Was macht man, man tut alles. Um sicher zu sein, oder eine extra Sicherheit zu haben, gewöhnte er sich an, ein Fleischemesser bei sich zu haben, das er sogar Nachts zwischen uns liegen hatte. Es war immer in Reichweite und wurde mir mehr als einmal am Tag zur Drohenden Gefahr

Mehr gibt es dazu vielleicht erst mal nicht zu berichten, aber ich denke, mit der Zeit werden noch Berichte über dieses Thema kommen, denn hier finde ich eine möglichkeit, Frauen zu zeigen, oder auch Männern, (gibt es wohl auch genug, wo die Sachlage andersrum liegt) das es einen Weg aus der Hölle gibt, auch wenn man ihn Jahrelang nicht sieht.
Was man braucht ist erst mal Mut und Kraft, ich weiss von was ich rede, denn auch, wenn ich einmal die Polizei anrief, weil er die kleine (damals 1,5 Jahre alt) in seiner Gewalt hatte und drohte alle abzustechen, die versuchen, ihm das Kind wegzunehmen und man von der Polizei dann die Frage gestellt bekommt, ob denn schon was passiert sei und falls nicht, sie da nichts machen können, es gibt Wege und ich bin jederzeit bereit zu helfen, in welcher Form auch immer und wenn es nur erst mal ist, das jemand einen Zuhörer braucht.
Ich habe es fast mit dem Leben bezahlt, aber

ICH HAB ES GESCHAFFT




Liebe Grüsse Anita
...
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Kommentare
Connector
Connector, 13.01.2006
sh
der_Baer
der_Baer, 13.01.2006
sh
eisengelchen
eisengelchen, 23.12.2006
Das ist Wahnsinn. Solche Typen... nein, ich möchte nicht ausweiten, was ich mit so einem machen möchte- ganz einfach, um mich nicht mit ihm auf eine stufe zu stellen. Es gibt Menschen, die verlieren die Berechtigung quotMenschquot genannt zu werden, we
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cesabi

Warum es mir mit nur einem Bein besser geht!

ein Testbericht von 2005-10-05 12:34:06 vom 05.10.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Auch im Schlechten kann man das Positive finden...
Nachteile/Kritik: Ist Krankheit negativ????
Heute möchte ich über mich reden, über meine Krankheit und darüber wie ich heute damit fertig werde. Vorweg möchte ich noch sagen, dass ich aufgrund meiner Krankheit mein Bein verloren habe. Wie es dazu kam...... ich fange ganz von vorne an (denn schließlich hat es ja auch da begonnen!). Aber ich warne euch im voraus, es kann lang werden. Also für diejenigen, die wirklich an meiner Geschichte interessiert sind ......bitte weiterlesen.
Als ich vier Jahre alt war, lebten wir in Sizilien. Damals ahnten meine Eltern (beide Italiener) noch nicht, dass ihr süßes, blondes Töchterchen an einer Krankheit litt, wogegen sie als Eltern nichts machen konnten. Im Nachhinein, hätten wir es gewusst, wäre es besser gewesen, wenn wir uns in Deutschland befunden hätten.
Nun, an einem Tag, als alle Kinder (wir waren drei) gebadet wurden, stellte mich meine Mutter auf dem Tisch um mich besser abtrocknen zu können. Da stellte sie fest, dass ich eine Schieflage im Becken hatte. Bedeutete, dass mein eines Bein länger (!) war als das andere. Von da an fing meine Tortur an, die schließlich vor 4 1/2 Jahren endete. Von da an, war mein junges Leben bestimmt von Arztbesuchen, Untersuchungen, Quälereien, usw. Die Ärzte in Sizilien, ich möchte sie ja nicht schlecht machen, waren aber vor 30 Jahren nicht besonders fit in der Medizin. Sie untersuchten das offensichtliche, nämlich, warum ein Bein länger war als das andere. Ich bekam Nadeln in die Füße gesteckt, wo ich die Schmerzen heute noch spüre. Sie konnten sich einfach nicht erklären, warum der Knochen einen Wachstumsschub gemacht hatte. Viele Ärzte, Untersuchungen und Krankenhausaufenthalte später, und zwar vier Jahre, kam immer noch nichts dabei heraus. Mein linkes Bein hatte inzwischen eine dunklere Farbe bekommen, war länger und deutlich heißer als das andere Bein.
Dann kam die Zeit, in der wir nach Deutschland kamen. Ich war 8 Jahre alt. Meine Eltern, liebend und treusorgend wie sie waren, brachten mich hier sofort zum Arzt um mich untersuchen zu lassen. Da die Italiener gesagt hatten, es würde am Knochengerüst liegen, gingen wir also zum Orthopäden. Der Orthopäde stellte aber fest, dass es keinesfalls am Knochen lag, sondern, dass die Ursache ganz woanders zu suchen sei. Er überwies mich also in die Medizinische Hochschule (Hannover). Dort stellte man fest, dass ich einen Gen-Defekt hatte. Und diese angeborene Krankheit verursachte eine Gefäßkrankheit, genannt: Arterio-Venöse-Shunts (auch AV-Fisteln genannt). Man könnte operieren, aber dazu wurden auch Bluttransfusionen benötigt werden. Da meine Eltern (und später auch ich) aus religiösen Gründen Transfusionen ablehnten, wurden die Götter in Weiß dort sehr böse! Schließlich würde es um die Gesundheit ihres Kindes gehen. Meine Eltern fragten die Professoren, ob diese nicht eine Alternative wüssten, denn sie wollten sehr wohl, dass ich gesund (?) wurde, sonst hätten sie nicht eine Odyssee an Arztbesuchen (sie wussten nicht was noch kommen würde) hinter sich!! Ich weiß nicht ob der Arzt es nicht mit voller Absicht tat, um meine Eltern zu verunsichern, aber er nannte uns einen Professor in Ulm, der Gefäßoperationen ohne Bluttransfusionen durchführte. Er hatte wohl nicht mit der Überzeugung meiner Eltern gerechnet, die um die halbe Welt geflogen wären um mir zu helfen! Wir also ins 800 Km entfernte Ulm. Zugfahrt. Kind sehr ängstlich und ungeduldig... Ich war mittlerweile 10 Jahre alt. Dort angekommen erklärte uns der Professor, was meine Krankheit eigentlich bewirkte. Ich versuche es mit einfachen Worten: Meine Blutgefäße im linken Bein würden neue Gefäße bilden, die sich zu einem verworrenen Nest aus Adern in verschiedenen Stellen lagern würden. Verstanden??? O.K. Weiter im Text, er schlug vor, an mehreren Hauptgefäßen Klammern anzulegen um die Blutzufuhr zu diesen Nestern zu unterbinden und sie somit nicht mehr zu versorgen, was bedeutete, dass sie verkümmern würden. Das wurde denn auch gemacht. Meine erste Operation bestand aus einem sehr langen Schnitt, von der Mitte des Oberschenkels zur Mitte des Unterschenkels an der Innenseite. Ich weiß es noch wie heute, es waren 29 Stiche (ich war klein, heute bin ich schon 1,50 cm ***grins***), beim Laufen tat es brutal weh, da ich das Bein durch den OP-Schnitt nicht strecken konnte, und die Wunde entzündete sich an drei Stellen. Doch es heilte alles ab, ich bekam keine Bluttransfusion .....und ich merkte nichts!! Ich sollte in einem Jahr zur Kontrolle kommen. Im nächsten Jahr wurde statt nur einer Kontrolle eine neue Operation anberaumt, diesmal in der Leiste. Die darauffolgenden zwei Jahre....noch mal dasselbe. Inzwischen war ich 14. Am Zustand meines Beines änderte sich nichts. Außer dass 4 hässliche Narben mein Bein verunzierten. Und das in dem Alter!! Jedenfalls hatte ich dann die Nase voll, und ging 7 Jahre nicht mehr zu den "Kontrollen". Ein Unterschied merkte ich nicht. Aber ich war nun erwachsen, 20 Jahre alt, und dachte mir, es wird Zeit doch noch mal hinzugehen. Nach der Untersuchung sagte man mir, da die Medizin fortgeschrittener sei, zwei Operationen durchzuführen zu wollen. Eine würde wie gehabt, Gefäße abklemmen, mit der anderen würde man mir, mittels einer Acrylmasse, eine Arterie verschließen. Damit hoffte man den gleichen Effekt zu erzielen ohne große Schnitte machen zu müssen. Nun muss ich dazu sagen, dass im Unterschenkel lediglich 3 große Schlagadern verlaufen. Eine wollte man mir stopfen. Der Erfolg (oder Misserfolg!) war, dass 2 Schlagadern verstopft wurden! Meine anderen Gefäße im Bein bildeten aber trotzdem immer wieder neue Gefäße. Könnt ihr euch vorstellen, was für einen Druck in diesen Adern war??. Wahrscheinlich nicht. Nun aber, durch diesen immensen Druck, fing mein Bein an, offene Stellen zu bilden die nicht abheilen konnten (durch den Druck). Die erste im Innenknöchel. An dieser Stelle spritzte mir das Blut ab und zu wie eine offene Fontäne heraus. Dann ging eine weitere Stelle an der Außenseite des Schienbeins auf! Ich hatte gerade geheiratet und war 22! (Ich könnte immer noch heulen vor lauter Selbstmitleid!). Mein Mann war sehr verständnisvoll. Diese zweite Wunde war die hartnäckigste und am längsten dauernde. Bis zum Schluss! Das Blut, dass ich durch diese Wunde verlor, verdoppelt das Gesamtvolumen an Blut, dass ich besitze. Einmal, hatte ich geschlafen. Als ich aufwachte, hatte ich so ein komisches nasses Gefühl am Po (!). Ich hatte fast ein Liter Blut in meinem Bett verloren. Klar, dass ich sehr schwach war. Aber ich habe mich trotzdem immer wieder aufgerappelt.

Mittlerweile war ich Mutter geworden. Ich war 28 Jahre alt. Logisch, dass die Schwangerschaft meiner Wunde nicht guttat. Diese vergrößerte sich auf die Größe eines 5-Euro-Scheins. Was soll ich sagen: die Wunden und deren morgendliche Versorgung, die immer 1 Stunde dauerte bis ich endlich aufstehen konnte, hatte ich bestens im Griff. Bis auf die Blutungen. Dazu muss ich sagen, dass ich trotzdem noch alle zwei Jahre zum Arzt, diesmal in Hamburg, ging, um durch die kleineren OPs und den Krankenhausaufenthalt die Wunden verkleinern zu lassen. Als mein Kind nun 3 Jahre war, und ich 31, fing eine alte Wunde am Knöchel an sich zu öffnen. Was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn ich diesmal nicht so fürchterliche Schmerzen gehabt hätte! Ich bekam immer stärkere Schmerzmittel verschrieben. Und ich begann immer mehr abzunehmen, da ich durch die Medikamente meinen Appetit verlor. Ich wog damals um die 60 Kg. Als ich abnahm war ich bei 52 angelangt. Im Oktober 2000, (ich war fast 32) entschloss ich mich wieder ins Krankenhaus zu gehen, um meine Wunden heilen zu lassen. Es war ein Krankenhausaufenthalt bei dem ich fast mein Leben verlor! Meine Wunde am Knöchel war so schmerzhaft, dass diese alle zwei Tage nur unter Vollnarkose versorgt werden konnte (ich kriege beim Schreiben Gänsehaut, allein wegen des Erinnerns!!). Ich habe die Narkosen gezählt, nur die für die Wundversorgung waren 19. Die Schmerzen wurden mittlerweile mit Morphium, welches durch eine Braunüle in der Halsarterie gegeben wurde, gestillt. Zumindest versucht. Inzwischen konnte ich nicht mehr gehen mit meinem Bein, denn sobald ich das Bein auf die Erde setzte, spritzte mir das Blut um die Ohren! Also lag ich im Bett. Nach einigen Wochen hatte ich schon einen Spitzfuß bekommen!!! Das Bein war also nicht mehr zu gebrauchen. Nun lag ich schon fast 3 Monate im Krankenhaus! Mein Kind sah ich am Wochenende, und er sagte schon "Oma" zu mir, weil er tagsüber bei meiner Schwiegermutter war. Es war entsetzlich! Weihnachten sagte dann eine Ärztin zu mir: (in einem sehr garstigen Ton!) " sie sollten sich überlegen, ob es für sie ohne Bein nicht besser wäre!!!" ...................Für mich ging in dem Moment die Welt unter! Ich konnte vor lauter Weinen nicht mehr sprechen. Wenn mich jemand ansprach konnte ich nur Schluchzen. Am Telefon dasselbe. Das ging eine Woche so. Dann habe ich mich damit abgefunden!!! Ich habe mir gedacht: "Ich kann mein Bein sowieso nicht mehr benutzen, und heutzutage werden so gute Prothesen gebaut, dass ich bestimmt bald wieder laufen kann!" Ich wog inzwischen 43 Kg. Wenn ich etwas zu essen bekam wurde mir übel.
Dann ging die Planung für die Amputation los: wo sollte man das Bein abnehmen, an welcher Stelle, und wie sieht es aus, da ich immer noch keine Bluttransfusion annehme, während der OP! Ich wurde in ein Krankenhaus in 60 Km Entfernung gebracht, wo dann die Amputation am 08. Februar 2001 durchgeführt wurde. Trotzdem ich ziemlich viel Blut verlor, fast 2 Liter, und ich nur einen Hb-Wert von 5,0 hatte, habe ich mich so gut erholt, dass ich schon nach 3 Tagen auf Gehstützen laufen konnte!! Das erste Mal aufstehen nach 4 Monaten!!! Ich spürte, wie mein Kreislauf in Schwung kam. Morphium wurde abgesetzt, fast ohne Entzugserscheinungen. Mein Appetit kehrte zurück, ich verschlang alles was an Essbarem vor meine Nase gesetzt wurde. Mein Hb-Wert stieg nach einer Woche auf 8,2 und nach drei Wochen hatte ich 11,3. Und das alles ohne Bluttransfusion!
Abgenommen wurde das Bein übrigens genau am Knie, d.h. Oberschenkel wurde vom Unterschenkel getrennt ohne den Knochen zersägen zu müssen und somit mit weniger Blutverlust. Nach drei Wochen kam ich noch 5 Wochen in die Reha um das Gehen mit einer Prothese zu lernen, die inzwischen angefertigt wurde. Am 11. April kam ich nach Hause, nach mehr als 7 Monaten!!!
Ich muss nicht dazu sagen, dass ich mein Familienleben ebenfalls neu lernen musste zu leben. Aber es hat prima hingehauen. Im ersten Jahr, habe ich allerdings 30 Kg zugenommen. Was ein derber Schlag für mein sowieso schon angeschlagenes Selbstvertrauen war. Aber, da ich nun keinerlei Medikamente mehr nehmen brauchte und ich eine sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheit hatte, habe ich alles was ich gegessen habe sofort in Fett umgewandelt. Vor zwei Jahren wog ich dann 83 Kg, als ich mich entschloss mit WeightWatchers abzunehmen.

Fazit nach allem: Heute wiege ich 68 Kg (ich weiß, immer noch zu viel, aber ich gebe mir Mühe weiter abzunehmen), habe keinerlei Schmerzen mehr, mein Familienleben ist intakt (mein Mann liebt mich immer noch!), und was am wichtigsten ist, ich laufe auf zwei Beinen. Auch wenn eines davon nicht meins ist..... wer merkts?


Ich hoffe ihr seid nicht zu sehr schockiert, das war nicht meine Absicht, aber nun habe ich mich vor euch nackt gemacht. Es ist das erste Mal, dass ich so offen über meine Krankheit und meine Gefühle rede. Allein das Schreiben hat mir gutgetan!
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Kommentare
wildheart
wildheart, 05.10.2005
Du weißt ...
nele83
nele83, 05.10.2005
toller Bericht.
Zuckerwatte
Zuckerwatte, 05.10.2005
Klasse Bericht, mein Respekt für Deine positivie Einstellung trotz des Schicksals, alle Achtung! Liebe Grüße
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sonahia

Was war heute vor 15 Jahren & was geschah danach?

ein Testbericht von 2005-08-14 14:02:35 vom 14.08.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: ein besseres Leben?... viel erreicht,......
Nachteile/Kritik: ein langer Weg bis zu dem was heute ist,...
Acht Tage lang habe ich mich nun mit dem Bericht befasst. Ich habe mich dazu entschlossen euch von meinem Leben und meiner Vergangenheit zu erzählen und aus der Zeit kurz bevor ich zur Welt gekommen bin. Alles fing so ziemlich im September.1989 an,das war der Monat in dem meine Eltern geheiratet haben,in Polen-das Land ihrer Herkunft. Es war damals eine schwere Zeit in Polen,erzählten mir meine Eltern und andere Verwandte diesen Sommer.Es war die Zeit nach dem Mauerfall; man konnte nur eingeschränkt leben. Den Einkauf konnte man nur auf beschränkte Mengen besorgen und das nur mit Lebensmittelkarten,wo jede Familie nur die notwendigste Menge bekam und das auch nicht täglich. Die Menschen dort drüben hatten es sehr schwer,nicht nur wegen dem Mauerfall auch weil das Land schon so etwas weiter zurück lag als Deutschland. Da mein Uropa und meine Uroma also die Großeltern meines Vaters gebürtige Deutsche waren,bestand also für meine Eltern die Möglichkeit nach Deutschland auszuwandern.
Diese Möglichkeit wollten sie dann auch wahrnehmen,und erhofften sich in Deutschland ein besseres Leben,sie wussten zwar das der Anfang wohl nicht leicht sein würde,aber sie wollten umbedingt ein besseres Leben für sich und ihre zukünftige Familie,die geplant war. Das hieß dann gleichzeitig auch das mein Vater mit 23 sein Studium abbrechen musste und meine Mutter mit 21 ihre Lehre als Schneidermeisterin. Es war dann also der 27.Februar.1990 -der Tag heute vor genau 15 Jahren. Als meine Eltern die Reise nach Deutschland angetreten waren. Meine Mutter war da zur Zeit im zweiten Monat schwanger. Sie erwartete ein Kind (das Kind in ihrem Bauch war ich). -Dazu aber später mehr.
Mit einem Koffer und im kleinen Fiat der meinem Vater gehörte kamen sie also zusammen nach Deutschland und fuhren erstmal nach Bayern in ein Lager da es sehr schwer war einen billigen Wohnplatz dort zu finden,da dieses Bundesland früher sehr Einwohnerreich war. Was für ein Lager das war,weiß ich jedoch auch nicht so genau. Auf jeden fall durften sie da nur drei Monate wohnen,hätte mein Vater bis dahin keine Arbeit gefunden,hätte man sie aus dem Lager geworfen. Doch so musste es nicht enden,mein Vater bekam eine Arbeit in Leipzig-in der damahligen DDR. Dort arbeitete er drei Monate,diese weiteren drei Monate verbrachten meine Eltern also auch noch in dem Lager. Dann ging es weiter mit der Reise,meine Mum war also schon im achten Monat schwanger. Nun hatten sie genug Geld um weiter zu ziehen und sich eine Wohnung zu suchen. Zusammen beschlossen sie,nach mehreren Beratungen nach NRW zu ziehen,da sie dort am ehsten Arbeit und Wohnplatz finden würden,so beriet man sie,als sie das Lager verlassen wollten.

Also ziemlich genau ein halbes Jahr später fuhren meine Eltern dann mit Sack und Pack weiter in das Bundesland Nord-Rhein-Westfahlen,in die Stadt Münster. Dort erkundigten sie sich erstmal wie es mit Wohnplätzen aussieht,doch da dort die Wohnungen ziemlich teuer waren und die Angebote die sie bekommen hatten,meinen Eltern nicht gefallen haben,fuhren sie weiter nach Ahaus. Das ist ein Ort ca. 60 km östlich von Münster. Nach Ahaus kamen sie aber nur per Zufall. Wie auch zuvor wurden sie beraten wo in der Umgebung Wohn-und Arbeitsplätze zu finden sind,da meine Eltern kaum deutsch konnten;naja meine Mutter konnte überhaupt kein Deutsch und mein Vater nur ein wenig entschieden sie sich dann für Ahaus,da dies am leichtesten auszusprechen war.

In Ahaus angekommen wurde dann erstmal eine Wohnung gesucht, und auch gefunden unzwar im Nachbarort bzw. Dorf Wessum. Dort konnten sie dann auch noch am selben Tag einziehen. Meine Mum war dann also im achten Monat,kaum einen Monat später als der Ort auch schon ausgekundschaftet und ein wenig vertraut geworden ist,war es so weit. Die Venen kamen,und ich wollte raus,es war der Mittag des 24.Juli.1990 als meine Mutter dann von meinem Vater ins Krankenhaus gefahren wurde. Dort angekommen wurde sie dann in ein Zimmer eingewiesen und hat gewartet da die Wehen nach der Zeit nicht mehr so stark waren. Einen halben Tag musste sie dann also noch auf mich warten,bis ich dann um halb elf abends das Licht der Welt erblickte. Nun war es also entlich so weit und ich war da. Zwar drei Tage zu früh als der berechnete Geburtstermin,aber trotzdem gesund und munter die Geburt bestanden.Meine Mutter war gerade erst 21 Jahre alt geworden als sie mich bekam. Meine Eltern haben sich dann sehr gefreut als ich da war (haben sie mir zumindest erzählt). Paar Tage später,wurden wir dann entlassen und zusammen mit meinem Dad ging es dann wieder nach Wessum in unsere Mietwohnung. Im September.1990 stand dann meine Taufe an,ich wurde in der kath. St. Josefkirche in Ahaus auf den Namen Sonja getauft. Ob der Name schön ist,darüber könnte man sich nun streiten ;)
In Wessum wohnten wir dann kein ganzes Jahr,an das Jahr kann ich mich kaum erinnern,wie auch? Ich war erst ein paar Monate alt.
Also wie gesagt nicht mal ein Jahr später musste meine Mum dann wieder ins Krankenhaus,am 12.Juli.1991 erwartete sie ihr zweites Kind. Es war meine Schwester die dann gegen 12Uhr mittags auf die Welt gekommen ist. Diesmal war sie nicht zu früh sonders zwei Tage zu spät auf die Welt gekommen. Auch bei meiner Schwester war meine Mum 21 Jahre alt,hatte aber am 15.07 ihren 22. Geburtstag.

Von daher denke ich das ihr 21. Lebensjahr eine große Bedeutung für sie hatte,es war das Jahr in dem sie uns zwei zur Welt gebracht hatte.-Die zwei Kinderwünsche,die sonst immer nur in ihren Träumen existiert haben. In der Zeit,in der meine Mum dann im Krankenhaus lag zogen mein Vater und ich um,nach Ahaus in ein Mehrfamilienmiethaus. Bei der Entlassung meiner Mama,holten wir sie also aus dem Krankenhaus ab und fuhren alle zusammen in die neue Wohnung. Wie es auch bei mir war,wurde meine Schwester auch im September getauft. Auf den Namen Annette.
Von dem Tag an fing das Leben an,was ich nicht mehr als Einzelkind verbrachte. Jedoch war es aber auch nicht so ein leichter Anfang,denn kaum war meine Schwester an,fing es an,das es mit meiner Gesundheit nicht mehr so prickelnd lief.
Kurz nach meiner Geburt fing das ganze an,als die Ärzte mir schon Medikamente verschrieben und ich laufend zu Untersuchungen musste,obwohl ich gesund geboren wurde,hat man erst naher festgestellt das ich wohl zuviel Luft im Bauch habe. Das wurde dann aber mit der Zeit besser und ich wurde einigermaßen wieder gesund. Doch dann als meine Schwester da war,kurze Zeit danach hatte ein Arzt bei einer Untersuchung gemeint,das ich wohl Magersüchtig werden würde. Da ich ziemlich untergewichtig war. Er schlug vor mich mit dem Alter von einem Jahr zu operieren. Doch das wollten meine Eltern nicht,und sie fuhren mit mir in mehrere Kliniken in Deutschland und auch in Polen wo man mir weiterhelfen konnte. In Polen war dann ein Arzt,der meine Eltern beriet mich nicht zu operieren und mir stattdessen Medikamente gab und meinen Eltern auch in mehreren Beratungen erzählte wie man meine Essstörrungen wieder ausregulieren konnte. Es dauerte dann fast ein Jahr bis ich wieder normal anfing mich weiter zu entwickeln und auf ein Normalgewicht kam,und das alles Dank des Arztes.

Jeden Tag in den darauffolgenden Jahre gab es mal die schönen und die nicht so ganz tollen Tage bei uns in der Familie.Mein Vater bekam kurz nach der Geburt meiner Schwester eine neue Arbeit in Stadtlohn (8 km von Ahaus entfernt). Das hieß das meine Mum den größten Teil des Tages allein mit uns verbringen musste und das obwohl sie nicht sehr gut Deutsch konnte. Wenn sie mal zum Arzt musste hieß es erstmal uns zwei aufs Fahrrad zu bekommen,mich hinten in einen Sitz und Annette vorne an der Lenkstange und dann auf gut Glück oft einen Kilometer bis zum Arzt zu fahren. Meine Mum hatte damahls nämlich noch keinen Führerschein und als wir da waren ergab sich dann auch eigentlich keine Zeit mehr dazu. Es fing also dann erstmal an schwierig zu werden,in den darauffolgenden zwei Jahren 1992/1993 war meine Mum dann sehr oft auf ein Wöterbuch angewiesen,als sie das Haus verlassen wollte. Überall nahm sie uns mit hin und beschäftigte sich sonst auch sehr viel mit uns. Sei es spielen,wickeln,umziehen,schlafen legen,reden,füttern etc. Dadurch erlernten wir beide schnell das sprechen und konnten auch schon früh in den Kindergarten geschickt werden.

1994 kam dann entlich der Tag an dem meine Mum uns das erste mal abgegeben hat,es war der Tag an dem wir beide in den Kindergarten gekommen waren. Unsere Eltern hatten sich damahls entschlossen uns zwei in verschiedene Gruppen zu stecken,da Annette,meine kleine Schwester mir immer alles wie ein Papagei nachgesprochen hatte. Hatte ich mich z.B. mal gestoßen und bin daraufhin zu meiner Mama gegangen: "Mama,Sonja hat Aua gemacht",kam meine Schwester daraufhin gleich hinterher und sah zu wie meine Mama gepustet hatte,damit es nicht mehr wehtut. Kaum war sie mit mir fertig kam auch schon Annette an: "Mama,Annette hat auch Aua gemacht." Und jeden Tag das selbe Spiel; musste ich mal aufs Töpfchen musste Annette auch etc. Es war schon ziemlich schwer mit uns,wenn ich mir das so manchmal vorstelle weiß ich auch nicht wie meine Mum das mit uns ausgehalten hat. Auch als die Zähne bei Annette kamen,wurd es oft laut bei uns,war ihr mal was nicht recht hat sie mich einfach sofort gebissen und ich ging wie eine Sirene sofort zu meiner Mama. Aber das hatte auch manchmal Vorteile,da meine Mama mir immer geglaubt hatte,da Annette früher nicht immer so brav war wie sie aussah,konnte ich bei kleinen Missgeschicken die Schuld immer auf sie schieben. Einmal z.B. als mir im Abstellraum ein Eimer Wasser umgekippt war als ich mich draufgestellt hatte um Geschenkbänder vom Regal zu nehmen,da war der ganze Abstellraum unter Wasser gelegt. Es war zwar meine Schuld gewesen doch geschimpft wurde mit Annette. Das nehme ich mir heute doch ein wenig übel,von diesen Aktionen gab es natürlich eine ganze Menge im Laufe der Jahre.

Doch dann wie gesagt kamen wir 1994 beide in den Kinderngarten-In getrennte Gruppen. Wir hatten beide unsere eigenen Freunde und Freundinnen gefunden,aber das hinderte uns nicht daran doch mal aus der Gruppe auszubüchsen um auch was zusammen machen zu können. Wir waren beide in den selben evg. Kindergarten gekommen,da man uns zwei nicht in kath. Kindergärten annehmen wollte,also nicht alle beide,weil die Inhaber gemeint haben das Annette mit ihren drei Jahren noch zu jung für den Kindergarten gewesen wäre. Doch es war dann eine sehr gute Entscheidung das unsere Eltern sich dann für den evg. Kindergarten entschieden haben,den dort lernten wir dann entlich-ich im Alter von 4 und Annette im Alter von 3 Jahren- deutsch zu sprechen und es auch zu verstehen. Da sonst zuhause eigentlich nur polnisch gesprochen wurde. Die deutsche Sprache erlernten wir zwei dann problemlos und sprachen von da aus überwiegend deutsch als polnisch. Was auch den Vorteil brachte das unsere Eltern die Sprache besser und schneller lernten. Doch es reicht ja nicht nur das man die Sprache eines Landes sprechen kann,gerade für Erwachsene ist es dann auch sehr wichtig sie auch schreiben zu können. Da meine Mutter nun auch mehr Zeit für sich und den Haushalt hatte fing sie von der Zeit an in einen Sprachkurs zu gehen,dieser war dann immer Abends wenn unser Papa dann zuhause war und auf uns aufpasste.Mittags wurde dann der Haushalt gemacht und einmal die Woche auch Fahrstunden. Da meine Mum ja auch ihren Führerschein haben wollte,stellte sie ein Kindermädchen ein,was uns dann Mittags als Mama Auto fahren lernte betreut hatte.

Das waren also die schönen guten Zeiten im Kindergarten,nichts musste man machen.Man war da noch frei und konnte spielen solange und wieoft man wollte. Doch das sollte nicht lange Zeit Sache sein.1997 war das Jahr meiner Einschulung in die Grundschule,die sich am anderen Ende von Ahaus befand. Ein Jahr lang wurde ich dann also immer mit dem Auto zur Schule gebracht,nachdem mich meine Mum dann da abgesetzt hatte,fuhr sie immer gleich zu unserer Baustelle,da wir 1997 angefangen haben unser Haus in einem Neubaugebiet an der Grenze Ahaus/Wüllen zu bauen. Es war wohl ein sehr stressiges Jahr,nicht nur für mich, da es mein erstes Schuljahr war. Auch für meine Eltern.-Mein Vater der jeden Tag nach der Arbeit auf der Baustelle war und meine Mum die Vormittags dort war und uns dann nachmittags betreute und mir bei meinen Hausaufgaben half. Meine Schwester war sehr enttäuscht darüber,denn als die Zettel im Kindergarten verteilt wurden,wer wohl eingeschult werden konnte,da hatte meine Schwester auch einen abbekommen. Das hieß also,das wir beide im Prinzip im selben Jahr zur Schule gehen konnten und man uns auch in die selbe Klasse hätte stecken können. Doch da unsere Eltern der Meinung waren,das meine Schwester nicht davon ablassen würde sich wie ein "Papagei" zu verhalten und dann wahrscheinlich auch nicht selbstständig lernen würde sondern eher auf mich angewiesen wäre,beschlossen sie Annette ein Jahr länger im Kindergarten zu lassen und sie dann einzuschulen wenn sie auch 7 Jahre alt ist.
Das Jahr verlief dann wie gesagt sehr stressig,in nur wenigen Monaten entstand unser Haus und wir konnten Weihnachten 1997 einziehen. Meine Schwester hatte sich dann mit der Zeit auch damit abgefunden,das sie in den Kindergarten musste. Auch wenn sie mir noch heute erzählt,wie schlimm die Zeit dort war,da sie keine Freunde mehr hatte,da alle in meinem Alter waren und zur selben Zeit wie auch ich eingeschult wurden. Also saß sie ihrer Meinung nach den halben Vormittag immer nur in einer Ecke und wartete darauf bis der Tag entlich vorrüber ging.
Dann stand entlich Weihnachten 1997 vor der Tür,es war das Weihnachten das wir in unserem eigenen Haus verbrachten. In unseren eigenen vier Wänden.Zwar war das Haus noch nicht ganz fertig,aber es stand und man konnte schon drin wohnen. Laufend wurde was an unserem Haus gemacht,so vergingen die Jahre. Meine Schwester war dann mittlerweile auch schon in der ersten Klasse nachdem man sie nach den Sommerferien 1998 eingeschult hatte. Dann kam die Zeit als man mich auf einer Weiterführendenschule anmelden musste,da ich die Empfehlung hatte,das Gymnasium besuchen zu können,nahmen meine Eltern diese Empfehlung auch wahr. Mit viel Mühe hatten sie es also nun auch geschafft mich bis aufs Gymnasium zu bringen,die täglichen Hausaufgabenüberpfrüfungen in Mathe und den Fächern die sie mit ihrem Sprachkenntnissen überprüfen konnten hatten sich gelohnt. Auch ein Jahr später (2002) kam die Zeit als meine Schwester zwar mit einer Realschulempfehlung auch auf dem Gymnasium angenommen wurde. Es ist das Alexander-Hegius-Gymnasium in Ahaus,wo wir uns jeden Morgen auf dem Weg zur Schule hinbegeben dürfen und dann nach sechs Stunden wieder entlassen werden.
Auch auf dieser Schule gab es so manch' Erlebnisse die ich nie vergessen werde,sei es mit den Lehrern,Mitschülern oder auf dem Schulweg. Schon in der fünften Klasse,kurz nach der Einschulung auf der Schule musste ich ein nicht so ganz tolles Erlebnis auf dem Weg zur Schule machen,als ich am Kreisverkehr von einem holländischen Autofahrer angefahren wurde. Ganz geschockt fuhr ich dann trotzdem weiter zur Schule,als er mir auf mein Fahrrad geholfen hatte. Ich meldete den Vorfall am Sekreteriat und wurde kaum eine Stunde später auch schon von der Polizei verhört.War halt nicht so ein angenehmes Erlebnis. Aber das konnte nochmal 2003 getoppt werden,als ich mir beim Einradfahren mit einer Klassenkameradin (siehe Bericht vom 06.01.05) eine Fraktur zugelegt hatte. Sowas passiert nunmal auch. Von da an fing es dann wieder an mit meiner Gesundheit ein wenig kritisch zu werden,schon im vorherigen Jahr hatte ein Arzt in Münster bei einer Lungenfunktionsprüfung Asthma bei mir feststellen können und dann nach der Operation habe ich laut der Meinung meines Hausarztes zuviel Blut verlohren und liet deswegen bis Ende Januar diesen Jahres an Anämie. Anämie ist eine "Blutkrankheit" wo es dem Körper an Eisen fehlt,was wichtig für das Abwehrsystem etc. ist,darum musste ich September 2003 anfangen Tropfen und Tabletten zu nehmen,die das ganze auskurieren sollten. Was nun auch entlich geschafft ist-nach ca. einem Jahr und vier Monaten.

Nun haben wir schon das Jahr 2005 es wird wohl noch so einige Jahre dauern bis meine Eltern mit unserem Haus zufrieden sein werden,dauernd finden sie etwas was sie noch verändern oder dazu bauen etc. Wie ich finde haben sie es sehr weit gebracht,am Anfang war es nur ein Koffer und ein kleiner Fiat in dem sie hierher kamen. Kaum ein Wort deutsch konnten sie sprechen und zusammenhängendes nicht gut verstehen,doch nun verstehen sie alles. Sprechen zwar mit Aksent aber das störrt auch keinen,nach all dem was sie erreicht haben. Drei mal umgezogen sind wir mittlerweile schon und nun bestehen unsere eigenen vier Wände. Meine Schwester und ich haben es bis auf das Gymnasium geschafft,was ohne der Hilfe unserer Eltern nicht möglich gewesen wäre. Ich bin mittlerweile schon 14 und werde schon in 5 Monaten 15 Jahre alt. In wenigen Tagen ist dann auch der Tag gekommen an dem wir 15 Jahre in Deutschland sind,auch wenn ich da noch im Bauch meiner Mutter war. Um soviel zu erreichen,da muss man schon ganz viel aufs Spiel setzen. Hätten meine Eltern nicht die Gedult gehabt,dieses Leben anzufangen,und in dieses Land zu kommen,wären wir nun in Polen bei dem Rest der Familie und hätten es wahrscheinlich nicht so gut wie hier. Dort drüben hab man halt nicht umbedingt das Geld um sich ein Haus zu bauen,wenn man aus den mittleren Verhältnissen kommt. Es hätte genauso gut alles in die Hose gehen können. Ich frage mich manchmal,was wäre gewesen wenn mein Vater keine Arbeit gefunden hätte in der DDR? Dann hätten sie nicht mehr im Lager wohnen können.Oder was wäre gewesen,wenn wir die Sprache nie richtig erlernt hätten? Mit dem Gymnasium habe ich nun eigentlich meine Zukunft sicher. Es hätte auch ganz anders kommen können,ich hätte genauso gut jetzt auf der Hauptschule sein können. Dann hätten meine Eltern es sicher bereut hierhin gekommen zu sein,da wir es in Polen viel leichter gehabt hätten.
Doch sie haben soviel geschafft und das weiß ich echt zu schätzen,ich mein das ist schon viel wenn man mit einem Koffer kommt und dann innerhalt von nur wenigen Jahren ein eigenes Haus in einem Wildfremden Land stehen hat. Die ganze Familie wohnt im Heimatland und man ist hier alleine und kennt niemanden. Doch genau das wollten meine Eltern,und sie waren auch ein Beispiel für ihre alten Schulfreunde die mittlerweile nun auch aus Polen nach Deutschland und die meisten sogar auch nach Ahaus gekommen sind. Meine Eltern mussten ihre ganze Zukunft aufs Spiel setzten,Studium und Lehre abbrechen,habens aber nun hier besser als in Polen. Die Berufe werden besser bezahlt und das Leben ist hier einfach leichter. Man lebt hier unter ganz anderen Lebensverhältnissen. Nun haben sie es schon soweit geschafft,das manche meiner Freunde meinen,wir würden reich sein und das ohne unsere Vorgeschichte zu kennen. Den im allgemeinen steh ich nciht schlechter da als meine deutschen Mitschüler oder Mitschülerinnen,meine Eltern bemühen sich richtig,um uns mindestens mit dennen gleich stellen zu können,was z.B. unser Taschengeld oder auch die Freizeit angeht. Sie versuchen uns so gut es geht all das zu ermöglichen was andere Kinder in unserem Alter durchschnittlich auch haben. Um uns diese Wünsche zu erfüllen,verzichten sie manchmal selber auf einiges. Jedoch versuchen sie immer ihre sowie auch unsere Wünsche zu erfüllen,sodass z.B. auch unser Urlaub den wir 2-3 mal im Jahr machen nicht darunter leiden muss. Zusammen haben sie wirklich sehr viel geschafft,dass man sich schon fragen könnte: "Wie ist das alles bloss zu schaffen?"
Manchmal,wenn ich dann aber zuviel will oder verlange, und meine Eltern dagegen sind,wenn ich z.B. in meinem Alter mit ein paar anderen Freunden unsere Stammkneipe/Jugendcafè besuchen will,verbieten sie es mir und vergleichen alles mit den Zeiten früher und der Situation in Polen. Erzählen mir oft sehr lange und ausführlich wie es früher war und was für eine Kindheit sie selber hatten.-Was manchmal echt nervig ist. Aber ich kann es auch nachvollziehen,wenn meiner Eltern ankommen und mir sagen:"Du bist doch erst 14...Ich durfte "dies und das" erst mit ...." Aber ich glaube das kennt jeder ganz gut,diese Situation ist ja dann auch wieder alles andere als unnormal.

Oft wird dann nur daran bemerkt,das unsere Abstammung nicht ganz der deutschen enspricht,wenn ich selber das Thema anspreche,z.B. dann wenn Leute schlecht über Ausländer reden,was ich sehr rassistisch finde. Immer diese dummen Vorurteile hören zu müssen,wie z.B. die Polen klauen,oder sie verdienen ihr Kind nur als Straßenschlampen die sich dann deutsche Touristen an der deutsch-polnischen Grenze suchen. Aber nicht nur dann,wenn die Polen schlechte gemacht werden,auch allgemein wenn Leute ausländische Menschen schlecht machen greife ich ein und sage dennen gehörig meine Meinung. Weil mich das wirklich aufregt,wenn man so gefühlos über andere redet,obwohl man die Verhältnisse dieser Menschen garnicht kennt und deren Heimat ebenso wenig.

Jedes Jahr sind wir in den Sommerferien bei Oma und Opa und bei den anderen Verwandten die noch in Polen wohnen. Ein paar von ihnen in Wroclaw,der größte Teil aber in Katowitz das sind rund 1.6oo km die wir also immer zu fahren haben. Sehr gerne verbringe ich dort meine ganzen Ferien,also 6 Wochen im Sommer,um meine Familie zu sehen,die ich oft dann nur das eine mal oder noch einmal sehen kann. Also im Schnitt ein bis zwei mal pro Jahr,was nicht gerade viel ist.
Es ist immerwieder schön die Verwandtschaft dort zu besuchen. Manchmal bin ich schon echt traurig darüber,warum wir eigentlich hierher gezogen sind,obwohl es in Polen vielleicht viel schöner sein könnte?! Denn es ist schon schwer für pubatärende Teenies so wie meine Schwester und ich,alleine mit den Eltern klar zu kommen. Es gibt schon oft die Tage an dennen man mit ihnen in einem mehr oder weniger heftigen Streit gerrät und dann wünscht man sich doch manchmal wo hingehen zu können um sich auszusprechen. Und wenn dann nur Freunde da sind,dann ist es schon ziemlich wichtig,das man echte Freunde hat,die auch zu einem halten und einen verstehen so schwer die Situation ist. Diese Freunde ersetzen für mich sozusagen mehr oder weniger einen Teil meiner Familie,unzwar den,den ich hier nicht habe. Die Leute hier sind mir alle so wichtig geworden,auch wenn es Anfangs nicht so schien,als man mich wegen meiner Herkunft nur in der Schule gemobbt hatte,von wegen ich komme aus Polen und sei deswegen schlecht,ich würde dennen die Sachen klauen usw. Das war schon echt heftig,doch in der Zeit waren meine Eltern für mich da und haben was dagegen getan,dass das alles aufhört. Zwei Jahre wurde ich gemobbt,während der fünften und sechsten Klasse,doch nun ist alles vorbei. Ich habe neue Freunde und Freundinnen gefunden und habe auch noch welche die ich schon seid der Grundschule kenne,und die immernoch zu mir halten. Das finde ich echt spitze und die sind mir auch sehr wichtig. In den zwei vergangenden Jahren bin ich nun durch meine Freunde viel selbstbewusster geworden als früher,anfangs war mir meine Herkunft schon ein wenig unangenehm doch nun sehe ich das alles ganz anders und bin stolz. Ich sehe mich garnicht mehr als Deutsche sondern als Polin. Auf meinen getauften Namen Sonja höre ich kaum noch,so werde ich nur noch von der Familie genannt. Mit meiner neuen Clique,die in der achten Klasse gegründet wurde,ist für mich ein neues Leben angefangen.Manchmal ist es schon echt schwierig zuhause,dann habe ich wenigstens meine Freunde wo ich jederzeit hin kann. Früher,in der Mobbing-Phase habe ich nämlich öffters daran gedacht einfach abzuhauen-weg von hier und nach Polen zu meiner restlichen Familie,alles war mir so egal. Ich wollte einfach weg und die Schule dafür schmeißen.

Doch das ist es alles nicht wert,habe ich nun mittlerweile begriffen. Mit meinem neuen Leben habe ich mich nun auch ziemlich verändert. Nicht nur vom optischen sondern auch wie schon gesagt vom Charakter und vom selbstbewusstsein. Am 17.März kommt dann der Höhepunkt,dann werde ich mir entlich mein lang ersehntes Bauchnabelpiercing stechen lassen,aber das ist dann ein Augenblick aus der Zukunft der hier nicht reingehört.
Der Bericht entstand also mit dem Gedanken an den Tag der heute vor 15 Jahren war.Es war der Tag an dem meine Eltern nach Deutschland gekommen sind. Zusammen damit habe ich dann die Zeit danach verbunden und mich dann dafür entschlossen den Bericht am 27.02 zu veröffentlichen. Dazu habe ich mir ziemlich viel Mühe gegeben um auch wirklich alles interessante und bemerckenswerte aufzulisten und mein Leben sozusagen in 8 Tagen zusammen zufassen.Um auch ganz erlich zu sein,ist es das erste mal,das ich darüber berichte. Niemand zuvor hat von dem langen Weg bis hierher erfahren.
Mittlerweile habe ich also schon so einiges erlebt,nicht nur mit meiner Familie auch mit Freunden.Es gab nicht nur die tollen Zeiten,mit der Zeit gehts bei uns nicht mehr so ganz toll zu. Mit meiner Schwester und meiner Mum komm ich einigermaßen schon klar. Aber meinen Vater sehe ich durch seine Arbeitszeiteinteilung kaum,darum kommt es oft auch zu Streit,wenn ich mal das Wochenende raus will und die Zeit mit meinen Freunden verbringen will. Und oft ist das Wochenende gerade der Moment,wo ich meinem Vater dann richtig sehe. Also nur ein paar Tage die Woche.Deswegen rede ich auch oft davon,das er mich eigentlich garnicht kennt. Und da tut es mir richtig weh,wenn dann solche Bemerkungen kommen wie "du bist so stink faul" oder von wegen ich soll mehr lernen,er weiß schließlich doch selber nicht wie ich meine Zeit in der Woche nutze. Das ist halt ein wesentlicher Punkt warum ich nicht so gut mit ihm klar komme,oft sage ich ihm dann meine Meinung und vertrette die auch,auch wenn ich genau weiß,das die Konsequenzen Hausarest oder Ausgehverbot sind. Das störrt mich aber dann ganz und gar nicht,ich will auch mal zu Wort kommen,anstatt das man mich immer runter macht,was mich dann wiederum an die Mobbingzeit erinnert,die ich hinter mir habe. Auch in der Liebe habe ich schon einiges durchmachen müssen (vgl. meine Gedichte),aber das gehört dann wohl oder übel zum Leben dazu.So denke ich zumindest darüber und da hat es auch nichts zu bedeuten wo man auf der Erde wohnt. Man muss halt mit allem fertig werden,ob Liebe,Familie oder mit sich selber.
Das alles haben meine Eltern geschafft und hinter sich gebracht,worauf sie auf alle Fälle ziemlich stolz sein können. Nun ist es also schon 15 Jahre her das ganze und ich habe euch hier so ziemlich alles über mich,mein Leben und unsere Vorgeschichte erzählt.

Dankeschön schonmal für Kommentare,Bewertungen und Lesungen. Bitte beachtet meinen "Über-Mich-Text".
Lieben Gruß,Sonahia
_______________________________________________

26.897 Zeichen
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
dani11sm

Meine Liebe fand ich im Internet..

ein Testbericht von 2005-07-17 16:04:48 vom 17.07.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: *************...
Nachteile/Kritik: ****************
Hallo meine Lieben,

Da ich mit meinem Süssen Mittlerweile schon seit 1 1/2 Jahren zusammen bin und dies dem Internet bzw. Sms.at verdanken kann, würde ich Euch nun gerne ein wenig über "Internetliebe" erzählen..

Vorgeschichte:
****************
Ic h war mittlerweile seit gut 3 Jahren Solo - dazu muss ich sagen, das ich Anfangs dieser 3 Jahre ein überzeugter Single war.
Nach einer 6jährigen Beziehung, in welche ich doch sehr jung kam, dachte ich nun überhaupt nicht mehr daran mich fest zu binden. Ich wollte das Leben genießen und das ohne dem männlichen Geschlecht, welches mich doch eh wieder nur Enttäuschen würde.
Ich fand eine nette kleine Wohnung und fühlte mich rundum Wohl.
Tag ein Tag aus genoss ich mein Leben in vollen Zügen (manchmal auch ein wenig zu sehr) und ich merkte schon bald das mir das Singledasein doch sehr gefiel. Machen was man will - ohne Rücksicht auf Verluste. Heimkommen wann man will - ohne lange Erklärungen usw..
Nun ja - so ging es wohl gut 2 Jahre, wenn nicht länger...

die Wende:
*********

Wie gesagt gut 2 Jahre habe ich mich ausgetollt. Ich habe genossen und war soweit eigentlich voll und ganz Zufrieden...Bis zur plötzlichen Wende -
bis ich mir plötzlich total leer und unnutz vorkam. Ich fühlte mich plötzlich einsam und das verlangen nach Party und One-Night-Stands lies immer mehr nach. So saß ich nun zu Hause, wusste nicht was mit meiner Zeit anzufangen und fiel schön langsam in einer Art Trauer. Doch um was trauerte ich eigentlich. Um meinen Ex? Ne, darüber war ich mir sicher, das er mich gar nicht mehr interessieren würde. Ich trauerte nicht um ihn, nicht um seine Person, sondern um das was er mir oder auch jemand anderer mir geben könnte. Das Gefühl nicht alleine ´zu sein, die Geborgenheit und Wärme. Das Gefühl zu wissen das Zu Hause jemand auf dich wartet und das du jemanden zum anlehnen, reden und kuscheln hast. Jemanden mit dem du glücklich sein kannst - jemanden der dich so nimmt wie du bist. Jemand der dich liebt - den du lieben kannst. Genau all das fehlte mir... Ich war einfach nur alleine und ungeliebt!

Mein erster Kontakt mit Singlebörsen, Kleinanzeigen udgl..
****************************************** *****
Ich habe eine gute Freundin, welche auch meine Kollegin ist und welcher ich alles anvertrauen kann. So gestand ich ihr eines Tages meine Gefühle und Bedürfnisse.
Meine Freundin ging sehr auf mich ein und wir hatten ein tolles Gespräch in welchem wir auch zum Thema Kontaktanzeigen, Singlebörsen usw.. kamen. Da ich zuvor noch nie etwas mit Singlebörsen oder Kontaktanzeigen am Hut hatte, hörte ich natürlich ganz gespannt zu (meine Freundin kannte sich damit aus und hatte so schon mehrere Leute (Männer) kennen gelernt) und ich lies mich nach langer Skepsis dazu überreden mich doch auch mal auf einer Singlebörse zu registrieren.
Sofort am nächsten Abend stand mir meine Freundin bei Seite und es ging ab ins große World wide Web.
Ein paar Mausklick und schon findet man X-Seiten, welche sich alle irgendwie mit Singles, Partnerschaft und Partnersuche beschäftigen. Da ich damals selbst noch kein Internet hatte, entschied ich mich dazu mich erstmals bei sms.at zu registrieren. Zu diesem Entschluss kam ich, da sms.at auch eine Art Singlebörse anbietet, wobei man jedoch (außer zur Registrierung) nicht unbedingt einen Internetanschluss braucht. Mann kann hier seine Handynummer reg. lassen und so kann man durch andere reg. Mitglieder per sms angeschrieben werden. Man stellt sein Profil ein und ab geht die sms post.
Was ich für besonders wichtig hielt, war das hier nicht deine private Handynummer Öffentlich angezeigt wird. man erhält eine eigene 0900er (natürlich kostet dies etwas - doch es hält sich in grenzen) Nummer und kann über diese angeschrieben werden oder schreibt eben an. Ich entschied mich für die erste Variante - da ich zum anschreiben einfach zu feige war. All dies war eine total neue Erfahrung für mich und ich Bezweifelte doch sehr so jemanden kennen zu lernen oder fürs Leben zu finden:

Meine erste Post:
**************

Es dauerte ich glaub nicht mal 5 oder 6 Stunden und ich bekam meine erste Post. *Piep* eine sms war eingelangt .. Voll nervös und extrem gespannt öffnete ich diese und schon nach den ersten drei Wörtern war ich voll enttäuscht. Da standen Sachen drin die will ich hier gar nicht wiederholen.. Auf jeden fall kam ich schon sehr früh drauf (nach ca. 3 oder 4 x post), das die doch alle nur "das eine" wollen. Egal welche sms ich öffnete ich las immer den gleichen Müll! Es ging immer nur um Sex, Seitensprünge udgl.. Voller Enttäuschung, denn ich hatte insgeheim doch mit einer eventuellen Chance auf eine Bekanntschaft gerechnet, entschloss ich mich dazu die ankommenden sms in Zukunft sofort zu löschen und gar nicht mehr zu lesen. Am WE, wenn ich wieder bei meiner Freundin wäre, würde ich meinen Account sofort wieder löschen...

Das Wochenende:
**************
Meine Freundin fuhr unverhofft nach Wien und das löschen meines Accounts auf Sms.at hatte sich somit für mich erstmals erledigt. Naja- Egal!! Am Dienstag wäre sie ja wieder hier und dies wäre das erste was ich erledigen würde, denn meine Handy piepste irgendwie in einer Tour und ich empfand es schön langsam schon als lästig.

Das andauernde Piepsen und die Sms-Flut
***********************************
Es war Wochenende, meine Freundin in Wien und ich Wieder mal alleine zu Hause. Schön langsam verfiel meine Trauer in eine Art Depression und ich heulte mir die Augen aus als mein Handy wieder mal (schon wieder) piepste. Ich war grantig, angespannt, traurig, verzweifelt und ich weiß nicht was alles. So schmiedete ich einen Plan. Ich wollte Rache nehmen - Rache an all denen die Frauen benützen und mit solchen Schrott verarschen. Die nächste Sms würde ich mir anschauen und ich würde Antworten und ich würde ebenfalls verarschen und an den armen nichtswissenden Sms-Schicker meine Wut auslassen.

der nächste Piepser und sein Versender
********************************
"Hal lo Du! habe mir gerade Dein Profil angesehen und finde dieses sehr interessant. Ich bin der Erich aus Villach; 32 Jahre alt und Beamter von Beruf. Wenn Du Lust hast schreib mir doch bitte - ich würde mich sehr freuen. Liebe Grüße - bis bald Erich"!

Hm - damit hatte ich nun nicht gerechnet. Das hörte sich doch gar nicht mal so Übel an. Kurz und Bündig, ein wenig Info, doch sehr nett. Schön langsam verflüchtigte sich meine angestaute Wut und nun überlegte ich - Was nun? Soll ich die Sms wieder löschen oder soll ich nun endlich auch mal Antworten? Was hatte ich zu Verlieren? War das wieder nur so ein Trick um in der nächsten Sms gleich nach meiner Körbchengröße und meinen Lieblingsstellungen zu fragen oder war der Typ vielleicht ganz nett und auch so alleine wie ich? Mir gingen hunderttausend Gedanken durch den Kopf und ich zitterte vor Aufregung. Was mach ich nur?
Nach einigen Minuten der Überlegung schrieb ich dann doch zurück. Kurz und Bündig "Hi! Danke für Deine sms. Lg Dani".
Nicht mal 3 Minuten später der nächste pieps meines Handys und er schrieb tatsächlich zurück. Diesmal mit dem Angebot mir seine wirkliche Handynummer zu schicken, da dies wesentlich günstiger käme. Wenn ich Lust hätte. Meine Alarmglocken läuteten: "Lust auf was!" schrieb ich resch zurück. "Vielleicht auf ein wenig reden, sich ein wenig übereinander erzählen oder auf einen Drink, denn er käme auch aus Villach." kam zurück. "Ach so - Sorry!", lautete eine erneute Nachricht von mir. Und so ging es den ganzen Tag bis in die späte Nacht weiter...

Täglicher Kontakt
***************
..weiter und weiter... Tag täglich schrieben wir uns Zick Sms und lernten uns so ein wenig kennen. Ich muss gestehen das mir dieser Kontakt jetzt schon gefiel, denn plötzlich war da jemand der sich so wie es aussah, ernsthaft für mich Interessierte. Es dauerte nicht lange und es kam die von mir schon sehnlichst erwartete Frage, ob wir den nicht wirklich mal auf einen Drink gehen wollen. Er wollte mich treffen! J

Das erste Date:
************
Ich musste die ganze Woche arbeiten und so wollten wir uns am nächsten Wochenende treffen. Leider musste ich auch auf diesen Wochenende in die Firma zum Dienstschieben. Bis 22:00... Ich war wieder mal total angefressen, denn ich freute mich schon die ganze Woche darauf, diesen Unbekannten endlich mal persönlich gegenüber zu stehen. So sand ich erneut eine sms. "Sorry! - ich kann wohl nicht - habe bis 22:00 Dienst"!
"Macht doch nix - was ist danach?", kam zurück. Wow - nach 22:00 dachte ich mir - ist das nicht zu spät? Ich muste noch heim zum Duschen usw.. - immerhin wollte ich mich bei unserem ersten Treffen von meiner besten Seite zeigen. "Gib mir bitte eine halbe Stunde Zeit, dann meld ich mich wieder und wir machen was aus" schrieb ich zurück. "Ok!" war seine Antwort.
Ich rief sofort meine Freundin und wie bereits erwähnt Arbeitskollegin an und erklärte ihr das ganze. Diese erklärte sich sofort bereit meinen Dienst ab 19:00 zu übernehmen und so konnte ich zu unserem Treffen. Erich sagte ich nochmals kurz mit einer Sms bescheid und er schrieb mir den Treffpunkt zurück. Nun ja - es war soweit! Ein paar Stunden noch und ich würde Erich endlich gegenüberstehen.

Das erste Treffen
**************
Es war endlich 19:00 und ich verabschiedete mich in der Firma. Gedanken versunken machte ich mich auf den Heimweg um mich Hübsch zu machen. Es sind vom Geschäft bis nach Hause vielleicht 2 oder 3 km. Die Halbscheid der Strecke hatte ich geschafft als mein Auto plötzlich still stand vor der vorletzten Kreuzung plötzlich keinen Muckser mehr machte. Oh : Nein!- Was jetzt! Ich probierte meinen alten Kübel erneut zu starten. Nix!! Plötzlich fiel mir das Grell leuchtende Licht auf - der Benzin war alle! In meiner ganzen Aufregung hatte ich doch tatsächlich vergessen meinen Waagen aufzutanken. Scheiße!! Ich blickte auf die Uhr - Nur noch 1 Stunde Zeit und ich steh da ohne Benzin rum. Typisch - so etwas konnte nur mir passieren. Nach etlichen "Scheiße" rufen und mächtiger Wut über meine Blödheit, hielt endlich ein anderes Auto an. Ein älterer Herr stieg aus um zu Fragen was mein Problem sei und ob er mir Helfen kann. Dankend nahm ich seine Hilfe an und er brachte mir nur 10 Minuten später einen Kanister mit Benzin. Die Zeit war knapp und ich wollte mich doch noch Rausputzen. "Alles Kacke", dachte ich und meine anfängliche Euphorie zu unserem ersten Treffen schwand in all dem Stress langsam.
Zu Hause angekommen sprang ich schnell unter die Dusche und versuchte das beste aus mir und meiner Situation zu machen. Nur noch fünf Minuten und ich zog gerade mal meine Schuhe an. Die Fahrt in die Stadt dauerte sicher nochmals fünf Minuten und die Parkplatzsuche erst. Ich gab schon alle Hoffnung auf - das vorherige Duschen schien mir als Zeitverschwendung, denn ich schwitze extrem. Endlich machte ich mich auf den Weg..

Am Treffpunkt angekommen - der Erste Blickkontakt
************************************ *******
Wir entschieden uns als Treffpunkt ein nettes Lokal in der Villacher Innenstadt zu nehmen.
Dort angekommen, verschnaufte ich erstmals vor der Tür und plötzlich hatte ich schon wieder diese Angst - was ist wenn er gar nicht mehr da ist? Immerhin bin ich gut eine viertel Stunde zu spät usw... Nun - ja - "Wer nicht Wagt der nicht Gewinnt!", sagte ich mir und öffnete die erste Tür zum Lokal. Da war nun nur noch eine Tür zwischen uns - und dann? "Dani da musst du jetzt durch" sagte mir eine innere Stimme und ich öffnete die Tür als wie in Zeitlupe. Als wie in Zeitlupe schweifte mein Blick durch das Lokal. Ich wusste nicht genau wie Erich aussah, denn ich hatte nur einmal ein Photo am Handy gesehen und dieses war recht unscharf. Langes, blondes Haar, das stand fest. Hmmm - mein Blick wanderte von einer Ecke in die andere. Ich hatte feuchte Hände. Ein Glatzkopf, ein Brünetter, einer mit schwarzen Locken und ansonst alles Damen. Ich dachte schon zu spät zu sein, als ich plötzlich eine Person mit langen blonden Haaren im letzten Eck des Lokals erblickte. Von der Statur Herr müsste dies wohl ein Mann sein. Ich überwund mich dazu hin zu gehen. "Hallo" sagte ich leise und schüchtern. "Hallo! Du musst Dani sein. Ich bin der Erich!" erwiderte mir eine Stimme. Zwei wunderschöne braune Augen trafen meinen vom Boden erhobenen Blick - Ich war fasziniert! Ich war hin und weg ich war momentan sprachlos. Erich lächelte mich an und ich dachte in einem Traum zu sein, aus welchen ich nie mehr erwachen wollte. Ich war auf Anhieb verliebt. Ich wollte diese wunderschönen dunkelbraunen Augen, dieses seidig, blonde Haar und diese vollen Lippen, diese unendlich zärtliche und doch sehr männliche Stimme und all diese Ausstrahlung nie mehr missen! Das obwohl ich Erich und all seine Schönheit und Männlichkeit gerade erst kennen lernte. Nachdem ich mich schön langsam wieder fassen konnte kamen wir in ein sehr nettes Gespräch. Wir unterhielten uns bis in die Morgenstunden und nach mehreren Lokalwechseln lud mich Erich noch zu einen Drink bei sich Zu Hause ein. Wir ratschten und plauderten Ewig. Es kam in dieser Nacht auch schon zu den ersten Intimitäten und es war einfach nur Wunderschön. Dies alles geschah am 15.Dezember. 2003 und seit jenem Abend war ich nie wieder einen Tag ohne Erich oder Erich ohne mich. Wir haben uns gefunden und das dank Internet und Sms.at. Ich habe endlich meinen Traummann und den Vater meiner Zukünftigen Kinder gefunden! Ich wünsche mir nichts mehr auf dieser Welt, als mit Erich bis an unser Lebensende glücklich zu sein.

"Ich Liebe Dich mein Schatz!"

Deine Maus

Mein Fazit:
***********
Ich dachte Anfangs immer das all das mit dem Internet (Partnersuche usw..) nicht funktionieren kann. Ich hatte immer Angst vor unseriösen Typen oder totalen Spinnern, welche es da sicherlich auch gibt. Man darf aber nicht alle unter einen Hut stecken und ich finde die möglichkeit, Leute übers Internet kennen zu lernen toll. Bei mir hat es funktioniert, warum nicht auch bei Euch!

Danke!

Wie immer freu ich mich über Eure Bewertungen und natürlich auch Komentare!

Eure Dani
...
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Kommentare
Travelwriter
Travelwriter, 17.07.2005
Genau genommen ist es eine GSM Liebe G lg Andreas
Börsenfeger
Börsenfeger, 31.07.2005
Vermutlich wird das die Partnervermittlung der Zukunft, mit dem Vorteil, das es wesentlich preiswerter ist, als mit entsprechenden Firmen.
Alles Gute Euch beiden!
Gruszlig
Boumlrsenfeger
Hasi_1972
Hasi_1972, 17.07.2005
Habe meinen Ehemann bei MSN Chat kennengelernt. schoumln wenn dich menschen so kennenlernen. Hasi
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