Longshine LCS-8038TXR4 (RTL8139) Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
...für ihren Preis ok, aber das wars auch schon
ein Testbericht von Terminator-II2007-06-15 12:15:45vom 15.06.2007Empfehlung: ja
Vorteile: günstiger Preis...Nachteile/Kritik: nicht 100% zuverlässig bei hoher Beanspruchung
auf unserer Suche (man könnte auch Odysee dazu sagen!) nach der idealen Netzwerkkarte für unser 4-PC-Netzwerk hatten wir auch eine Zeitlang die Longshine 8038 TXR4 Netzwerkkarte in Betrieb. Nach unserer Enttäuschung mit der FA-311 von Netgear (Bericht darüber folgt) dachten wir, mit der Longshine nun endlich unseren "LAN-Frieden" gefunden zu haben.
■ DIE KARTE
Der Preis von ca. 12 Euro pro Stück war in Ordnung. Die Karte ist mit dem Realtek RTL8139C-Chip ausgestattet, der für Netzwerkangelegenheiten zuständig ist und die CPU (eigentlich) entlasten soll. Die Karte unterstützt 10 und 100 MBit Übertragungsraten und sowohl Half-Dupelx (senden -oder- empfangen) als auch Full-Duplex- (senden -und- empfangen gleichzeitig) Übertragung. Als Anschluß kommt die übliche RJ45-Buchse zum Einsatz. Zwei LEDs informieren über Betrieb und Datentransfer. DSL war mit der Longshine absolut problemlos möglich. Fürs Auge gibt es auch noch was, die Karte ist in noblen blau gehalten.
■ INSTALLATION
Karte einstecken und PC hochfahren - dank Plug&Play fand Windows ME auf allen PCs die Karten beim hochfahren selbstständig und installierte den Windows-eigenen Treiber - nur leider den f a l s c h e n. Auf allen vier PCs wurde ein Treiber für den Realtek 8139-A- Chip installiert (wie gesagt, die Karte verwendet den 8139-C- Chip). Zuerst dachten wir, "Windows wird schon wissen, was es tut". Doch mit diesem Treiber war der LAN-Betrieb nicht sauber möglich, oft fanden sich die PCs untereinander nicht. Was weiter auffiel, mit dem Windows-eigenen Treiber war bei den Übertragungseigenschaften anstatt 1x 100 MBit Half- und 1x 100 MBit Full-Duplex 2x 100 MBit Half-Duplex angegeben, Full-Duplex suchte man vergebens. Wählte man die Option "Automatische Erkennung", gingen am Switch die 100 MBit-LEDs aus. Ok, bei Longshine den aktuellen Treiber runtergeladen und das Problem war aus der Welt geschafft. Die Karte wurde nun als Realtek 8139A/B/C erkannt.
■ BETRIEB
Alle PCs fuhren mit der Longshine-Karte sauber runter und starteten auch sauber neu - klingt komisch nicht? Ist aber nicht unbedingt selbstverständlich, bei unseren Vorgängerkarten von Netgear starteten 2 von 4 PCs nicht neu oder booteten manchmal beim einschalten nicht hoch. Dies lag aber definitiv nicht an den PCs, sondern an den Netgear-Karten. Dies nur mal so als Vergleich!
Normale LAN-Transfer-Aufgaben, DSL, Spiele - zuerst schien alles schön zu laufen, so der erste Eindruck. Doch wenn man das Netzwerk richtig forderte, zeigte sich dann nach einiger Zeit das die Longshine doch recht schnell an ihre Grenzen gelangt. Beispiel 1: Mehrere 100 MByte kopieren, besonders wenn es sich dabei nicht um eine einzelne Datei (Archiv o.ä.), sondern um viele Verzeichnisse und einzelne Dateien handelte - sehr oft wurde das kopieren mit der Fehlermeldung "die angegebene Resource ist nicht mehr verfügbar" abgebrochen. Oft waren 3 oder mehr Versuche nötig, um ein solch umfangreiches Datenpaket mit Erfolg zu kopieren. Beispiel 2: Das Spiel "Cossacks". Nach gewisser Spielzeit, wenn jeder menschliche Spieler hunderte oder gar tausende von Soldaten kommandiert und auch die Computer solche großen Armeen haben, ist richtig was los auf der "LAN-Autobahn". Je länger man spielte, desto langsamer wurde das Spiel - aber nicht gleichmäßig: es lief eine Sekunde flüssig und stockte dann für den Bruchteil
einer Sekunde. Und zwar genau dann, wenn die Longshines Daten austauschten, zu erkennen am kurzen Blinken der LAN-LEDs. Das Spiel stockte also im Rhytmus der LAN-LEDs - hmmmm, verdächtig...
■ FAZIT
Im Nachhinein muß ich sagen, der Realtek-Chip entlastete die CPU nicht oder zumindest nicht in dem Umfang wie es wünschenswert wäre. Wir haben uns nun vier Intel-Karten besorgt und siehe da, oben genannte Symphtome sind verschwunden. Dies unterstreicht wohl meine Aussagen. Die Longshine ist nicht besonders schlecht aber eben auch nicht besonders gut. Für normale kleinere LAN-Aufgaben oder DSL durchaus empfehlenswert, aber wer eine wirklich 100%ige LAN-Lösung sucht, sollte ein paar Euro mehr in sein Netzwerk investieren.