Lost Liners - Robert D. Ballard
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Lost Liners - Robert D. Ballard

Platz 83 in der Kategorie "Medien & Unterhaltung Bücher - L-R". Robert D.Ballard, Rick Archbold und Ken Marschall lassen die Zeit der Luxusliner und deren Tragödien im Transatlantikverkehr wieder aufleben. Der 232-seitige ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Lost Liners - Robert D. Ballard Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Tut_Ench_Amun

Sic transit gloria mundi...

ein Testbericht von 2004-09-18 07:16:30 vom 18.09.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: Sehr schön aufgemachter und informativer Bildband / Die Illustrationen sind mal wieder göttlich...
Nachteile/Kritik: Leider OOP
...So vergeht der Ruhm der Welt.
Auf kein anderes Verkehrsmittel trifft dieses Zitat mehr zu, als auf Transatlantik-Schiffe, denn ihre Zeit ist längst vorbei, dank dem Aufkommen der Fliegerei sind diese Ozeanriesen immer mehr in den Hintergrund gedrängt und schließlich komplett obsolet geworden. Doch auch während ihrer Hochzeit war nicht immer alles zum Besten bestellt und spätestens seit dem Untergang der Titanic hat die Technikgläubigkeit der Menschheit einen schweren Schlag erlitten. Seereisen sind gefährlich und die Natur lässt sich selbst mit der ausgeklügelsten Technik nicht überlisten und allzu oft waren Schiffskatastrophen auch durch schlichtes menschliches Versagen gekennzeichnet. Ballard, Archbold und Marschall beleuchten in diesem Band die Geschichte der Passagier-Seefahrt und führen den Leser zu ausgewählten Wracks der einst stolzen und erhabenen Ozeanriesen...gemäß des Untertitels: "Von der Titanic zur Andrea Doria - Glanz und Untergang der großen Luxusliner"

[ Auf Tauchstation! | Die Mitwirkenden ]
Meeresgeologe Dr. Robert D. Ballard vom Woods Hole Oceanographic Institiution, Mitglied der National Geographic Society ist seit seiner Entdeckung der "Titanic" und der "Bismarck" eine Berühmtheit unter den Tiefseeforschern. Nicht überall ist Ballard gut angesehen, das liegt aber an seiner plakativen Art aber ganz bestimmt nicht an seiner Fachkompetenz, diese zweifeln auch seine Kritiker nicht an. Mittlerweile hat Ballard seine Meeresgeologie an den Nagel gehängt und konzentriert sich ausschließlich auf das Auffinden vermeintlich verschollener Schiffe, wobei ihm seine Erfolgsquote durchaus Recht gibt.

Seine Connections zur US Navy ermöglicht es ihm immer wieder an Schiffe und Tauchboote zu kommen, damit er sich in Tiefen wagen kann, die wohl noch keine Menschenseele lebend gesehen hat. Ansonsten lässt sich Ballard auch gerne von anderen Institutionen sponsern, um seine Expeditionen und das übrige Equipment/Personal zu finanzieren. Für den vorliegenden Band, der auch eine Zusammenfassung früherer Unternehmungen darstellt, ist auch wieder Rick Archbold als Texter/Historiker mit von der Partie, wird aber nicht auf dem Cover genannt, sondern muss sich mit einer Erwähnung auf Seite 4 im Impressum zufrieden geben.

Anders bei Ken Marschall, der ist vollkommen zurecht Ballards erklärter Leib-Und-Magen-Illustrator, er ist seit dem Titanic-Band für Ballard in jedem seiner Bücher für die Illustration der entsprechenden Schiffe zuständig, darf auch hier wieder (neben dem obligatorischen Titelbild) künstlerisch tätig werden, diesmal sogar als genannter Co-Autor des Werkes. Marschall steuert gewohnt souverän seine Artwork bei, wobei sich diese, wie schon bei der "Lusitania" oder der "Titanic" nicht nur auf Bilder der Wracks, sondern auch im "schwimmenden Zustand" und auf die Bilder der Katastrophen und deren bildliche Darstellung selbst ausdehnt. Marschall, der nach eigenen Angaben einen Hang zu Schiffen und ihrer Geschichte hat, visualisiert das Geschehen für den Leser, wie kein Zweiter.

[ Eintrag ins Logbuch - Aufmachung & Inhalt ]
Das Titelbild ziert der wohl berühmteste aller Luxusliner, die Titanic - steuerbordseitig, noch unter voller Beleuchtung schwimmend - mit abgefiertem Rettungsboot und einem bereits zu dieser Phase des sich abzeichnenden Untergangs bedrohlich tief unter Wasser liegendem Bug. Das Buch an sich ist sehr schwer, in Leinen gebunden und sämtliche Seiten sind in glattem, hochwertigem Glanzdruck gehalten, aufgelockert wird der informative Text durch Bilder Ken Marschalls und zeitgenössische Fotos, Zeichnungen und Zeitungsausschnitte. Der Inhalt gliedert sich, wie folgt:

Prolog / Wiedersehen mit den Luxuslinern - Ballard führt den Leser in die Welt der Ozeanriesen ein, erklärt, warum er davon so fasziniert ist und warum er dafür ist, die Schiffswracks so zu belassen, wie sie derzeit auf dem Meeresgrund liegen.

1) Angenehmer über den Ozean - Ein kleiner, geschichtlicher Abriss über die Entstehung des Linienverkehrs auf dem Atlantik von 1819 - 1900. Viele zeitgenössische Darstellungen und ein Einblick in eine Zeit, die zur Entwicklung der ersten Dampfer, die vollkommen ohne Segel auskamen, führte.

2) Freundschaftliche Rivalen - Die Geschichte der fast baugleichen Schwestern Mauretania und Lusitania, während Erstere lange Zeit das "Blaue Band" als schnellstes Transatlantik-Schiff inne hatte, ereilte die Lusitania im Mai 1915 ein deutscher Torpedo. Sie sank nahe der irischen Küste, das Wrack hat Ballard bereits 1995 untersucht und ihr einen eigenen Bildband / Videofilm gewidmet.

3) Gescheiterte Träume - Dieses Kapitel enthält wieder zwei Schwestern, die ruhmreiche und gefeierte Titanic, deren Untergang 1912 beinahe die ganze Welt schockte und der zuverlässigen Olympic, die im ersten Weltkrieg zum Truppentransporter umgebaut wurde, um schließlich in allen Ehren demontiert und verschrottet zu werden. Der Fund und die Erforschung der lange verschollenen Titanic hat Ballard berühmt gemacht - sein Buch und Film darüber ist weltweit ein Bestseller geworden.

4) Die Schwester der Titanic - richtiger müsste es heißen: die jüngere Schwester, die eigentlich GIGANTIC getauft werden sollte, wovon man aber wegen des Titanic-Desasters schließlich absah und ihr den Namen Britannic gab. An ihrem Wrack im Mittelmeer - präziser: in der Ägäis - "übte" Ballard 1984/85 die Unterwasser-Navigation für den Fall der Entdeckung der baulich sehr ähnlichen Titanic (deren Entdeckung und Erforschung ihm 1986 ja letztendlich auch geglückt ist). Die Britannic lief zum Lazarett-Schiff umgebaut vermutlich auf eine deutsche Ankertau-Mine und sank rasch. Auch die Versenkung durch ein U-Boot ist im Bereich des Möglichen, jedoch durch keinerlei Dokumente belegt und daher sehr unwahrscheinlich.

5) High-Society auf hoher See - hauptsächlich geht es in diesem Kapitel um die Normandie, welche im Hafen von New York während eines Umbaus durch Schweißarbeiten in Brand geriet und kenterte. 18 Monate lag das Wrack im Hafen auf der Seite, bis es demontiert und weggeschafft werden konnte. Schiff Nummer 2 in diesem Kapitel ist die Queen Mary, die später zum reinen Hotelschiff umgebaut wurde. Dieser Teil des Buches ist insofern bemerkenswert, da keine Passagiere zu schaden kamen und man die Geschichte der beiden Liner nicht als "Katastrophe" im herkömmlichen Sinne betrachten kann.

6) Der plötzliche Tod - 1956 nahm der Transatlantik-Transfer per Luxusliner ein relativ jähes Ende, der Untergang der "Andrea Doria" markiert diesen Punkt, als sie von einem anderen Schiff im Nebel und unter Missinterpretation des Radars dessen Kurs schneidet und gerammt wird. Von diesem Untergang gibt es sogar Filmaufnahmen und er gilt als einer der bestdokumentierten der Seefahrt. Das Wrack liegt in verhältnismäßig seichten 90 Metern Tiefe und ist ein beliebter Tummelplatz für erfahrene Sporttaucher. Dies ist die letzte große Schiffskatastrophe, auf dieser Strecke und somit auch in diesem Buch. Die tragischen Unglücke, obwohl gleichfalls mit hoher Opferzahl, wie der "Wilhelm Gustloff" gegen Ende des WK2, der Fähren "Herold of free Enterprises" in den frühen 80ern und der "Estonia" in jüngerer Vergangenheit bleiben außen vor – logisch, das waren auch keine Transatlantik-Liner.

7) Schutz für gesunkene Passagierschiffe - Ballards abschließendes Plädoyer (insbesondere) zivile Schiffswracks als Friedhöfe anzusehen, die man zwar erforschen solle, doch tunlichst daran keine Veränderungen vorzunehmen - oder gar versuchen Teile zu entfernen/heben. Selbst bei so tief liegenden Wracks wie der "Titanic" und anderen ist das mittlerweile gar nicht mehr so abwegig, wie man meinen möchte. In der jüngsten Zeit gab es immer wieder - teils privat initiierte - Tauchgänge zu solch vermeintlich unerreichbaren Stätten und leider auch eine Vielzahl von richtiggehenden Plünderungen bzw. Beschädigungen.

[ Die "gute", alte Zeit | Fazit ]
Diese Sammlung von Facts rund um die zivile Passagierschiffahrt ruft nicht zuletzt durch Ken Marschalls exzellenter Artwork und Ballards Erfahrung beim Auffinden und Erforschen von Wracks die alten glanzvollen (und auch die tragischen) Zeiten des Transatlantik-Verkehrs wieder ins Leben. Da Ballard diesmal nicht ein Buch mit Informationen zu einem einzigen Wrack füllen muss, gehört "Lost Liners" eher zu seinen kurzweiligen Werken, ohne viel Schnickschnack und sein sonst andauerndes und dauer-nerviges Gesülze, wie man ein Wrack aufspürt. Hier kümmert man sich eher um die Schiffe und ihre Story, denn auf dröge technische Vorträge über die Tiefseeforschung. Leider ist der Bildband derzeit vergriffen und eine Neuauflage ungewiss, doch hoffe ich, dass Verlagshäuser wie beispielsweise die Weltbild-Gruppe die Lizenz (durchaus nicht ungewöhnlich) erwerben und diesen Band neu verlegen, er ist es absolut wert...ansonsten bleibt nur der Weg über eBay oder Amazon als Gebraucht-Angebot.

In diesem Sinne:
"Keine Panik auf der Titanic – Alles klar auf der Andrea Doria" (Udo Lindenberg)

Der Update*-Pharao

[ Buchdaten auf einen Blick ]
ISBN: 3-453-12905-9
Genre: Sachbuch Forschung / Unterwasser-Archäologie
Autoren: Dr. Robert D. Ballard, Rick Archbold und Ken Marschall
Illustrationen: Ken Marschall
Ersterscheinungsjahr: 1997 / Madison Press (D 1997-2000 / Heyne)
Übersetzung: Helmut Gerstberger
Ausführung: gebundenes Hardcover mit farbigem Schutzumschlag
Format: 30,5 x 28,5 cm (Bildband)
Seiten: 232, zahlreiche S/W und teils großformatige Farbbilder
Ehemaliger VK: 39,90 Euro (zurzeit Out-Of-Print - nur Gebraucht zu bekommen)

*) Hinweis:
Dieser Bericht wurde seit seiner Erstveröffentlichung bei Ciao für www.buchwurm.info stramm überarbeitet und selbstmurmelnd ohne pharaonisches Pseudonym eingestellt – Guggst Du:

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Produktbeschreibung Lost Liners - Robert D. Ballard

Technische Daten und Produkteigenschaften
Robert D.Ballard, Rick Archbold und Ken Marschall lassen die Zeit der Luxusliner und deren Tragödien im Transatlantikverkehr wieder aufleben. Der 232-seitige Hardcover-Bildband ist durchgängig illustriert. ISBN: 3453129059
Allgemeine Informationen Lost Liners - Robert D. Ballard
gelistet seit: 07.09.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Bildbände 
Autor: Robert D. Ballard 
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