Platz 5 in der Kategorie "Brüssel (Région de Bruxelles)". Typ: Brunnenfigur / Manneken Pis, Brunnenfigur und eines der Wahrzeichen von Brüssel. ...mehr
Manneken Pis Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung (4.5 von 5)
von 80% aller Autoren empfohlen (4/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
interessant, da Vielzahl von Kostümen
tolle Fontaine, nackter kleiner Prinz, viel geliebt, viel fotografiert, berühmtes Vorbild für unrühmliche kaiserliche Prinzen, kostenlos,
- Touristenmagnet erster Güte
Berühmtes Wahrzeichen
Nachteile/Kritik
viele Touristen
auf ewig zu derselben Tätigkeit verdammt, der kleine Prinz,
- nichts besonderes
recht winzig
Das 2. Wahrzeichen von Brüssel
ein Testbericht von Sternchen752004-04-08 14:46:50vom 08.04.2004Empfehlung: ja
Vorteile: interessant, da Vielzahl von Kostümen ...Nachteile/Kritik: viele Touristen
Bei einem Besuch in Brüssel muss man es unbedingt gesehen haben- das „2. Wahrzeichen (nach dem Atomium) das Manneken Pis
Das Manneken Pis ist eigentlich ganz einfach zu finden. Wenn man sich auf dem Grand Place befindet, muss man einfach dem ganzen Touristenstrom folgen. Diese Richtung stimmt.
Falls ihr ganz früh am Morgen zur Besichtigung startet und noch keine Touristenströme unterwegs sind, einfach vom Grand Place in Richtung der Rue de l’Etuve/Rue des Grands Charmes und immer geradeaus laufen.
Auf dem Weg dorthin gibt es zahlreiche Touristenshops, in denen man „anscheinend“ Original Brüssler Stickereien, Pralinen und Andenken kaufen kann.
In jedem 2. Laden gibt es unzählige verschiedene Ausführungen des Manneken Pis (auf Fahnen, als Brunnen, auf Tassen, auf T Shirts…).
Meine Empfehlung, am besten nichts kaufen, ist alles überteuert
Nach ca. 3 Gehminuten (vorausgesetzt man geht zügig an den Touristenshops vorbei) vom Grand Place aus, erscheint auf der linken Seite im Eck das kleine pinkelnde Männlein von Brüssel.
Das Männlein ist aus Bronze und wird jede Woche neu eingekleidet (manchmal auch mehrmals in der Woche). Die Zeremonie der Neubekleidung ist sehr interessant, denn während dieser Zeit pinkelt er kein Wasser, sondern Bier.
Direkt neben Manneken Pis gibt es ein kleines Geschäft, in dem man Fotos vieler Kostüme des Manneken Pis anschauen kann. Diese hängen alle am Schaufenster.
Die Originalkostüme kann man im Maison du Roi besichtigen.
Der kleine Mann war schon als Fussballspieler, Napoleon, Dracula, Weihnachtsmann, Osterhase … verkleidet. Da die Zeremonie der Verkleidung angeblich bis auf das 17 Jahrhundert zurück geht, hatte Manneken Pis schon unzählig viele verschiedene Kostüme an.
Am Brunnen steht dann zum aktuellen Kostüm eine kleine Geschichte, warum dieses Kostüm gewählt wurde
Aber warum steht Manneken Pis eigentlich da?
Diese Frage habe ich auch einem Einheimischen gestellt. Der erzählte mir, dass dies eigentlich kein Einwohner aus Belgien wüsste, aber das wichtigste sei, dass die Touristen kommen. Deshalb hat man sich die wildesten Geschichten über diese Bronzefigur ausgedacht.
Eine Geschichte hiervon ist, dass ein kleiner Junge dringend seinem Bedürfnis nachgehen musste und dies vor einem Haus erledigte, in dem eine Hexe wohnte. Diese verwandelte diesen Jungen dann sofort zu Stein und somit steht er heute noch da.
Aha, alles klar, oder????????
Die Besichtigung des Manneken Pis ist übrigens kostenlos.
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Heldenhafter kleiner Kerl
ein Testbericht von esposa19692008-02-04 15:13:22vom 04.02.2008Empfehlung: ja
Vorteile: Berühmtes Wahrzeichen...Nachteile/Kritik: recht winzig
wie ihr von meinem gestrigen Bericht her bereits wißt, war ich bis gestern mittag noch in Brüssel. Wir hatten einen Aufenthalt im Center Parcs de Vossemeren gebucht und anschließend noch 3 Tage Sightseeing in Brüssel mit drangehängt. Eines der berühmten Wahrzeichen von Brüssel ist das "Manneken Pis" (Pinkelndes Männchen). Meine Freundin hatte mich schon vorgewarnt: Es sei viel kleiner, als man es vermuten würde. Nichtsdestotrotz machten wir uns auf dem Weg zum Manneken Pis.
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,.*´¸.**¨) ¸.**¨) Der Weg dorthin:
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Da wir uns innmitten der City befanden, fragten wir uns einfach durch bis wir zum Grand Place kamen, einen riesigen Platz, von wunderschönen alten Gebäuden umgeben und hunderten von Touristen mittig auf dem Platze. Von dortaus führte uns eine Touristenstraße direkt zu unserem Ziel. Das Manneken Pis befindet sich genau auf der Ecke zwischen der Rue de l'Etuve und der Rue des Grands Carmes.
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,.*´¸.**¨) ¸.**¨) Was es darstellt:
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Das Manneken Pis ist eine 60 cm hohe Bronzestatue und dient als Brunnenfigur. Im Jahre 1619 wurde sie vom Brüsseler Bildhauer Hieronimus Duquesnoy geschaffen. Die Figur wurde mehrfach gestohlen; die heutige Statue ist eine Kopie aus dem Jahr 1965.
Das Mysterium in Bezug auf die Herkunft des Manneken Pis gab Veranlassung zu vielerlei Legenden. Im 13. Jahrhundert soll ein Knabe die Stadt gerettet haben dadurch, auf seine Art (pinkelnd), die Lunte zu löschen womit der Feind die Stadt in Brand stecken wollte.
Man erzählt sich auch, ein reicher Bürger habe seinen einzigen Sohn während eines Festes in der Menge aus den Augen verloren. Er versprach der Heiligen Jungfrau, dass er, sollte er seinen Sohn zurückfinden, an die Stadt ein Denkmal schenken würde, das den Jungen darstellt, genau, wie der Vater ihn zurückfinden würde. Sein Wunsch wurde erfüllt und Manneken Pis zeigt heute noch, was der Knabe machte zur Zeit des Wiedersehens.
Zu verschiedenen Anlässen wird das Manneken Pis bekleidet/ verkleidet. Die Gaderobe des Kleinen besteht aus über 800 Kostümen und wird in einem Saal des Maison du Roi (Königshaus) ausgestellt. Wie oben bereits erwähnt wurde die Statue mehrmals gestohlen und leider nicht immer wiedergefunden. Seine Kostüme sind Elvis Presley-Kostüme (zum Geburtstag des Kings), Weihnachtsmann-Kutte oder Fußballer-Trikot (Bei Länderspielen der belgischen Nationalmannschaft) und viele andere.
Gerade als wir auf dem Weg dorthin waren, erwähnte mein Mann ganz nebenbei, dass er im übrigen vergessen habe, den Akku seiner Digitalen Kamera zu laden und, dass es sein könnte, dass ich nicht mehr weiterfotografieren könne. Danke, an dieser Stelle an meinen mitdenkenden Ehegatten. Und just in dem Moment, als wir die Statue erblickten, ging bei unserem Fotoapparat (ich besitze keine Kamera, nur mein Mann hatte seine Geschäftskamera dabei) gar nichts mehr. Nichts. Er meinte ich könne ja eine Postkarte kaufen. Aber das ist nicht dasselbe. Wir überlegten hin und her, da entdeckte ich zufällig eine Passantin mit dem gleichen Kameratyp wie den unsrigen und, die auch noch deutsch sprach.
Ich erklärte ihr die Situation mit der Bitte, ob sie mir ihren Akku ein Foto lang ausleihen könne. Zuerst war sie gar nicht begeistert von der Idee, aber dann willigte sie schließlich doch ein, als ich ihr meinen Mann samt Kind zum Pfand daließ. So konnte ich doch noch ein Bild ergattern. Danke an dieser Stelle an die hilfsbereite Passantin.
Auf dem Weg zur Statue kommt man an allerlei Souvenir-Shops vorbei, in denen man über Postkarten, Kitsch-Statuen, Magneten, Schneekugeln und Flaschenöffner alles vom Manneken Pis bekommt. Teilweise recht superkitschig, andererseits ganz nettes Mitbringsel.
Es ist vom Anblick her nichts Überwältigendes. Wirklich recht klein. Und obwohl wir nebensaisonal dort waren, waren sooo viele Passanten drumherum, dass man den kleinen Kerl kaum sehen konnte. Aber: Es gehört nunmal zum Brüssel dazu und es ist neben dem Atomium nunmal das bekannteste Wahrzeichen der Stadt und da es sich auch direkt in der Innenstadt befindet, die man sowieso gesehen haben sollt, natürlich einen Besuch wert.
Danke für eure Lesungen, Bewertungen und Kommentare.
ein Testbericht von Panda2005-02-03 21:34:53vom 03.02.2005Empfehlung: nein
Vorteile: - Touristenmagnet erster Güte...Nachteile/Kritik: - nichts besonderes
Hallo zusammen
Als ich vorletzte Woche mal wieder einen Städtetrip machte, war Brüssel unser Reiseziel. Eine Stadt die ich nicht sonderlich gut kannte vorher, ausser zwei Sachen die wohl jeder von Brüssel kennt: das Atomium und der Brunnen Manneken Pis.
Ersteres war leider geschlossen, das Atomium wird momentan grad saniert, daher gibts von mir auch keinen Bericht dazu, da ich zu wenig darüber erzählen kann, von Aussen ist das Ding ja eh bekannt
Vom Grand Place aus gingen wir also los um die zweite berühmte Brüsseler Sehenswürdigkeit zu besichtigen. Den Wegweiser folgend kamen
wir auch gut vorwärts und nach knapp 5 Minuten trafen wir auf eine Menschenansammlung. Wir fragten uns was da wohl an dieser Hausecke besonderes zu sehen sei und gingen näher ran.
Was wir da sahen liess uns in einen Lachkrampf ausbrechen. Da stand - in Augenhöhe ein klitzekleines Männlein, welches in den Brunnen pinkelt. Ich hatte mir das Brüsseler Wahrzeichen eigentlich ein wenig grösser als die 30 Zentimeter vorgestellt, die da auf dem Stein standen... Den Touris schien das egal zu sein, die Blitzlichter flackerten, während wir immer noch am Lachen waren und 2 Minuten später wieder davon zogen.
Die Statue wurde vom Brüsseler Bildhauer Hieronimus Dusquesnoy im Jahre 1619 erschaffen. Aus welchem Grund genau, darüber gibt es viele Geschichten, verbürgt ist allerdings keine...
Zu besonderen Ereignissen wird der kleine Kerl übrigens eingekleidet, mittlerweile zieren bereits 500 Kostüme seinen Kleiderschrank; diesen Brauch kennt Brüssel schon seit 1698! Seit 30 Jahren ist Jacques Stroobants für die Kleidung des kleinen Manns zuständig und er erfüllt diese Aufgabe mit viel Freude und Kreativität. Ob als Elvis, im Europa-Outfit, als belgischer Nationalheld oder als Cowboy, die Frau Stroobants näht für jedes Ereignis ein passendes Kostüm
Die bisherigen Kleidungsstücke können im Stadtmuseum besichtigt werden
Manneken hat auch eine Schwester, die im sitzen pinkelnde Janneken Pis, welche in der Impasse de la Fidelité ihr Geschäft verreichtet
Ehrlich gesagt kann ich den Trubel um diese Figur nicht wirklich verstehen. Er ist weder ein Meisterwerk, noch sonderlich imposant, sondern für mich bloss eine kleine Brunnenfigur... Na ja, wenns den Leuten gefällt, solls mir recht sein
...
ein Testbericht von newsboard2003-06-22 20:25:38vom 22.06.2003Empfehlung: ja
Vorteile: tolle Fontaine, nackter kleiner Prinz, viel geliebt, viel fotografiert, berühmtes Vorbild für unrühmliche kaiserliche Prinzen, kostenlos, ...Nachteile/Kritik: auf ewig zu derselben Tätigkeit verdammt, der kleine Prinz,
An was denkt ihr, wenn es um Belgien, insbesondere die stolze Landeshauptstadt Brüssel geht? Was fällt Euch da ein?
Je nach Alter wahrscheinlich das ehemals ziemlich ultramodern weltraummäßig futuristisch anmutende Atomium, der Große Markt (Grote Markt oder Grande Place) vielleicht noch, und dann hat es sich eigentlich schon, oder nicht, wer von Euch könnte mir da mehr nennen? Wohl die wenigsten, leider Gottes.
Ach ja, war da nicht noch etwas, woran wir uns wirklich alle erinnern? Aber sicher, da war doch etwas, - so ein nackter, kleiner Junge, einer der auf einem
Brunnen steht und in diesen im hohen Bogen hineinpinkelt.
Ihr erinnert Euch doch sicherlich alle, wenn ich mich nicht irre.
Wahrscheinlich hattet Ihr den andererseits auch schon lange wieder vergessen, wenn Ihr nicht gerade eine Ansichtskarte aus Belgien bekommen haben solltet, auf der er mal wieder werbewirksam Modell stand und unter in die Landschaft pinkelte.
Doch war da nicht einer, ein mutiger und tapferer Prinz, von hohem, genau gesagt Kaiserlichem Geblüt, der es mutig auf sich nahm diesem fast vergessenen Manneken Pis eine neue, weltweit pressewirksam vermarktete Geltung zu verschaffen, ihn ein für alle mal wieder in die Erinnerung der heutigen Menschen zurück zu pardon pissen?!
Ihr kennt auch ihn alle, spätestens, seit er mit der hübschen Caroline, genauer gesagt der Tochter der ehemals auch recht beliebten Amerikanischen Filmschönheit Grace Kelly, verheiratet ist.
Ich meine das vornehmste und prominenteste Manneken Pis Imitat der Welt, den berühmten Hannoveraner (das ist kein Pferd) Prinzen Ernst August den Letzten, der es werbewirksam verstand sich in die Presse der Welt zu pinkeln.
Jetzt spricht wieder jeder davon, dass Männer auch mal pinkeln, all diese PR bekam unser altes, bronzenes Manneken Pis von ihm ganz gratis mitgeliefert.
Die Besucherzahlen sind seit der steigenden Aktivität des edlen Welfenprinzen, so das Fremdenverkehrsamt der Landeshauptstadt, schlagartig und drastisch wieder angestiegen, ein Hoch auf den erfolgreichen Werbe-Strategen Prinz Ernst-August.
Dabei begann die Geschichte bildlich wie praktisch, was so oft im Leben vorkommt, im wirklichen auch prinzlichen Leben, der Sache nach, mit einem seiner frühzeitigeren Artgenossen.
Dieses mal rede ich von, einem glaubhaften Gerücht zufolge den seinerzeit im 17. Jahrhundert noch jugendlichen Herzog Gottfried III von Brabant, der als Kind so, mit blankem Arsch und pinkelnd, feindliche Soldaten tapfer vor einer Schlacht verspottet haben soll. Was aus dem früheren Prinzen wurde, ist mir nicht näher bekannt, jedenfalls gab es einen fähigen Künstler, einen gewissen Hieronymus Duquesnoy d.Ä., der im Jahre
1619, so steht es da jedenfalls, den Prinzen verewigte, nackt wie Gott ihn schuf, gegossen in Bronze, und damit stabil und solide, quasi für die Ewigkeit festgehalten, den quasi so angepinkelten Feinden zum Trotz.
Die Landeshaupstadt hatte ein neues, herzallerliebstes neues Wahrzeichen, eines das außer ihr wirklich noch keiner hatte. Machte nicht dieses Wahrzeichen großartiger Weise Brüssel weltweit berühmt für seine pinkelnde Freizügigkeit?
Und da alles nicht durch ein riesiges Reiterstandbild, einen riesigen Palast oder eine machtvolle Festung, nein, ein kleiner Junge, nur durch einen seine ecke, immerwährend sich wiederholende, herausfordernde Tat, - ist das nicht der Landescharakter der Flamen und der Wallonen, heute nennt man die ja Belgier, geworden, keiner Herausforderung ausweichen, notfalls sich keck und mutig dem Angreifer oder Gegner stellen?
Und wie kommt man zu dem Knaben?
Ganz einfach und Idiotensicher: Vom Großen Markt geht man, wohl fast immer den strömenden Touristenmassen folgend, Richtung der Rue de l’ Etuve bzw. Rue des Grands Charmes, dabei übrigens vorbei an dutzenden großen und kleinen Andenkensständen und Ansichtskartenverkäufern, die uns alle, jeder für sich, einen der Millionen und Abermillionen großer, kleiner, aus Metall, aus Plastik, aus Schokolade, aus Marzipan, aus was auch immer gefertigten Pissenden Knaben anbieten wollen. Kurz gesagt, es gibt ihn in allen Formen, Farben, Schattierungen und Materialien die Ihr Euch nur denken könnt, - in Brüssel ist er beliebter als die Disney’sche Micky Maus.
Jedenfalls dann stehen wir plötzlich vor dem Original, - unverdrossen lässt er, im bekannt kecken, wirklich meisterlich hohen Bogen, sein Wässerchen, das er, wenn man ihm ins Gesicht schaut, kaum zu trüben fähig zu sein scheint, vor sich in die freie Flämisch-Brabantische frische Luft in Brüssel.
So mutig-respektlos sieht sich auch noch der heutige Brüsseler oder Belgier im Umgang mit Gegnern oder fremden Autoritäten.
Dass sich das gesamte Kerlchen dann bei näherer Betrachtung als relativ unansehnlich herausstellt, spricht allenfalls für die Bescheidenheit der Belgier oder den Geiz ihrer Verwaltung, die das kostbare Stück zu dem kostbaren Stück anfertigen lassen und zahlen mussten.
Ähnlich wie bei unserem lebenden Pinkelprinzen gab es schon schnell Leute, die sich sorgen machten um den kleinen Kerl, die ihn oder wenigstens seinen kleinen Freund abdecken oder verdecken wollten, sei es aus Moral, aus Jux oder aus Marketingstrategie, - immer wieder kommt irgend ein cleverer Typ auf die Idee dem armen kleidungslosen Kindchen etwas neues zum Anziehen zu schenken, - sehr zur grenzenlosen Freude der Fans des Pinkel-Prinzen-Kindes, - aus der Not wurde eine Tugend gemacht, jetzt gibt es schon ein ganzes Museum mit den gesammelten Bekleidungsstücken und Bekleidungsvorschlägen für den im Winter ja möglicherweise frierenden Kleinen Prinzen.
So soll sich schon 1689 als einer der ersten der Bayrische Kurfürst Max Emanuel hervor getan haben und den Knaben fürstlich beschenkt. Nach und nach bürgerte sich das s richtig ein, inzwischen sind es schon mehr als 600 Kleidungsstücke die dieses nackte Kind sein eigen nennt. Was auch immer der kleine Prinz wohl früher anzuziehen hatte, heute jedenfalls müsste er kaum die Not der Nacktheit erleiden. In der Tat durfte ich, was wohl wirklich ein echter Zufall war, ihn als Elvis bewundern, als ich einmal vorbeikam, das war so um die Zeit vom Tod des großen Künstlers. Zur Zeit, wo jetzt gerade, wohl relativ ungerecht, die Belgier bei der Fußball-WM gegen Brasilien ausgeschieden sind im Achtelfinale, da wird er erwartungsgemäß nicht Trauer tragen, sondern stolz eines seiner Nationalen Fußballtrikots, die kleinen Prinzen sind nun einmal widerstandsfähig und zeigen stolz ihre Standfestigkeit. So soll er, wenn man sich die Museumsstücke in Ruhe anschaut, auch schon als General, als Dracula, als Mönch oder als ein Irrer in einer Zwangsjacke ver- oder bekleidet gewesen sein. Natürlich auch mal als Clown, Humor hatte er ja schon immer, und seine lieben Landsleute bis auf den heutigen Tag übrigens auch. Ein königliches oder kaiserliches Prinzenornat soll er sich übrigens, nachdem der bekannte neuzeitliche Prinz für ihn so erfolgreich Werbung macht, auch zugelegt, bzw. wieder hervorgeholt haben, man weiß ja nie wann der lebende, ebenfalls nach seiner eigenen Meinung nicht immer richtig verstandene Freund ihn einmal besuchen wird, dann möchte er natürlich standesgemäß zu dessen Begrüßung angezogen sein. Ehre wem Ehre gebührt, meinen da die Landsleute und werden ihm auch in diesem Falle sicherlich sorgsam und wirksam helfen.
Anschließend der Tipp: Wer den pinkelnden (kleinen) Prinzen noch nicht gesehen haben sollte, z.B. im Fernsehen, der ist gern eingeladen ihn an seinem traditionellen Domizil in Brüssel einmal zu besuchen, - dennoch sollte es dies, der Einfachheit halber, gleich mit einem umfangreicheren Besuch in der Landeshauptstadt der Flamen und der Wallonen, im alten Brabantischen Brüssel, verbinden.
Dann wird es sich sicherlich auf jeden Fall lohnen.
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ein Testbericht von scherpe2002-03-28 19:24:48vom 28.03.2002Empfehlung: ja
Na toll. Da isses nun, das weltbekannte, großartige Wahrzeichen der Stadt. Und ist gar nicht so großartig. Vor allem nicht groß. Eher klein, bei genauerer Betrachtung. Nun, wie auch immer, gut, das gesehen zu haben.
Kostet ja auch nichts. Wenn man sich vom Grand Place (den man in jedem Fall gesehen haben sollte) in Richtung Rue de l’Etuve/Rue des Grands Charmes (klingt vielversprechender als es ist) bewegt, vorbei an den ganzen Touristenständen mit Milliarden von Manneken Pis-Kopien in allen Farben, Formen und Größen, dann kommt man an eine eigentlich unscheinbare
Ecke, Wenn da nicht der pinkelnde Knabe wäre…
Aus Bronze gegossen vom Bildhauer Hieronimus Dusquesnoy d. Ä. im Jahre 1619, schlägt das Männlein unbekümmert in hohem Bogen sein Wässerchen ab. Das glaubhafteste Gerücht besagt, daß es sich um ein Abbild des jugendlichen Herzogs Gottfried III: von Brabant handelt, der mit dieser Geste feindliche Soldaten in einer Schlacht verspotten wollte. Mir als modernem Mann stellen sich da gleich mehrere Fragen:
1. Was macht das Kind auf dem Schlachtfeld?
2. Ist der Feind so nah dran, daß er etwas so kleines (Entschuldigung Herzog, ist aber wirklich nicht beeindruckend) schon erkennen kann?
3. Muß der Herzog nicht sonst auch? Und wie machen es seine Soldaten? Im Hocken?
4. Wie lange mußte der arme Herzog dafür Modell stehen?
Der Unterhaltungswert dieses monumentalen Monuments besteht allerdings in der Kreativität seiner Landsleute. Denn das Manneken wird nahezu jeden Tag neu eingekleidet. An Elvis‘ Todestag natürlich als Elvis, bei Länderspielen im Nationaltrikot. Zwischendurch als Mönch, in einer Zwangsjacke, als Eishockeyspieler (da würde ich allerdings beim Pinkeln eher zur Vorsicht raten), Dracula, Puffmutter,… Unendliche Möglichkeiten. Und die Belgier lassen sich da richtig aus…
Angefangen mit der Verkleiderei hat angeblich Kurfürst Max-Emanuel von Bayern, als Statthalter der Niederlande mit dem frechen Knaben in Bekanntschaft gekommen und zwar 1698. Lange Tradition also.
Natürlich ist auch die Neuzeit an diesem Bollwerk der Männlichkeit nicht vorübergegangen, und so gibt es auch ein pinkelndes Fräulein (Janneken Pis) in der Impasse de la Fidelité. Die Dame pinkelt allerdings im Sitzen, aber nicht weniger ausdauernd oder schwungvoll.
Ein Wort der Warnung noch, oder eher zwei (oder mehr):
Vermeidet den Kauf von Schnecken am Stand direkt gegenüber vom Manneken. Schmecken entsetzlich, sind teuer und machen Durchfall. Ich bin sicher, die Belgier machen da auch noch eine Statue für.