Platz 1 in der Kategorie "Murska Sobota". Typ: Stadt / Region in Ostslowenien mit diversen Thermalbädern und einer wunderbaren Landschaft und auch kulinarischen Besonderheiten ...mehr
Die letzte Oktoberwoche war ich in Urlaub in Slowenien, genau genommen in der Gegend von Murska-Sobota. Slowenien ist in Bezirke aufgeteilt (wie in Deutschland die Landkreise). Die Region Murska-Sobota liegt ganz im Osten von Slowenien genau im Dreiländereck von Österreich, Ungarn und Kroatien. Die nächste größere Stadt in Slowenien ist Maribor und liegt ca. 30 Autominuten entfernt.
Wie komme eigentlich in diese Gegend von Slowenien, dazu bedarf es einer kleinen Vorgeschichte. Ich bin ja des Öfteren mit dem Motorrad unterwegs und das lernt man etliche Leute kennen, u.a. auch Yogi (ich bleibe bei dem Spitznamen). Yogi, ist ein ehemaliger deutscher Eishockeyprofi und war in München als Immobilienmakler tätig. Mit ihm war ich schon einige Male in Slowenien mit dem Moped unterwegs und nachdem er in der Region Murska-Sobota ein Haus hat, lernt man diese Gegend natürlich näher kennen. Inzwischen ist Yogi ganz in sein Haus gezogen und betreibt dort einen Bikershop (bei unserer guten Wirtschaftlage ist der Shop in Slowenien für ihn ertragreicher).
So das war es zur Vorgeschichte kommen wir zu meinem Urlaubsbericht.
Was bietet diese Region, als erstes fällt mir die Landschaft ein, welche sehr viel Ähnlichkeit mit der Toskana hat. Auf den Hügeln wird sehr viel Wein angebaut und damit wären wir bei den kulinarischen Besonderheiten und letztlich bietet diese Region einige Thermalquellen welche aufgrund meines Alters (ja ich bin über dreißig) sehr wichtig für mich sind.
Anders zu meinen sonstigen Aufenthalten habe ich mich in eine Frühstückspension (18,00 EUR) bei der Tante von Yogi´s Freundin eingemietet. Die Pension ist in der Ortschaft Moravske Toblice. In dieser Ortschaft befindet sich die Therme 3000. Bei dieser Therme handelt es sich um die Neueste in der Region und dazu noch um die Schönste in ganz Slowenien (hat zumindest schon zweimal den Titel bekommen). Neben der Therme befinden sich noch zwei Hotels in der 3 (Hotel Termal) und 4 (Hotel Aida) Sterne Kategorie (habe ich nicht getestet) und ein sehr gepflegter 18 Loch Golfplatz. Aber kommen wir zur Therme, es gibt verschieden Becken in verschiedenen Temperaturbereichen, allerdings war das kälteste was ich gefunden habe waren 32 Grad, allerdings dürfte im Saunabereich noch ein etwas kühleres Abkühlbecken vorhanden sein. Zusätzlich gibt es drei Wasserrutschen. Im Außenbereich befinden sich 5 Becken, davon zwei von den Innenbecken aus erreichbar. Im Innenbereich befinden sich insgesamt 5 Becken, darunter eines mit 32 Grad, zwei mit 36 Grad, ein Kinderbecken (Temperatur nicht bekannt) und eines mit zwischen 37 und 39 Grad. Bei den 36 Grad Becken handelt es sich um zwei verschiedene Becken in verschiedenen Etagen. Beim oberen Becken sind in den Boden Bullaugen eingelassen und man kann vom unteren Becken in das obere schauen. Diese Becken bieten außer dem warmen Wasser auch diverse Whirlpoolliegen, einen Wasserfall und eine Grotte in welche am Nachmittag das Sonnenlicht strahlt. Zudem gibt es im Innenraum einige Scheinwerfer, die sobald das Sonnenlicht etwas nachlässt den Innenbereich farblich wechselnd bestrahlen. Aus dem Innenbereich kann man am besten in das Thermalbecken gehen. Als erstes fällt der Geruch auf, es „duftet“ (man kann auch sagen
es stinkt) nach Erdöl bzw. Teer. Die Farbe des Wassers ist schwarz. Die Farbe kommt von den Schwebstoffen die im Wasser sind. Jedoch ist das Wasser ideal für Gelenks- und rheumatische Erkrankungen und für die Haut eine Wohltat. Der Eintritt beträgt 1.900,00 SIT (slowenische Tolar 228 Tolar = ca. 1 EUR) für einen ganzen Tag.
Die nächste Therme ist in Radenci. Diese Ortschaft ist schon lange im Kurgeschäft tätig und die Bebauung der Kurzone ist älterer Natur. In Radenci ist die Abfüllung des bekannten Mineralwassers Radenzka. Wer schon mal dieses Wasser getrunken hat, weiß dass es einen relativ hohen Salzgehalt hat. In der Therme ist das Wasser ebenfalls salzig. Die Therme ist kleiner als die Therme 3000 und hat auch nicht die Vielzahl der Becken, allerdings wird auch hier viel geboten. Es gibt getrennte Whirlpoolbecken mit 38 Grad, sowie diverse Sprudler in den großen Becken. Auch hier gibt es ein Thermalbecken im Freien mit 38 Grad welches sehr entspannend ist. Ein Schwimmbecken mit 28 Grad (ziemlich kühl im Vergleich mit den anderen Becken) gibt es auch. Hier kommen die sportlichen Ambitionen voll zur Geltung. Der Eintritt kostet für 4 Stunden 1.300,00 SIT und den ganzen Tag 1.700,00 SIT. Diese Therme kann man ebenfalls empfehlen. Eine dritte Therme befindet sich noch in Ljutomer, über die aber bislang noch nichts berichten kann, da ich noch nicht dort war. Wer die Thermen nicht ausreichen sollte, kann auch das steirische Bäderdreieck besuchen. Die Therme Bad Radkersburg ist direkt an der Grenze und die Thermen Loipersdorf und Blumau (vom Meister Hundertwasser gestyled) sind auch relativ schnell erreichbar, allerdings sind die österreichischen Thermen preislich deutlich teuerer.
Das war es zu den Thermen, kommen wir zu den kulinarischen Besonderheiten.
Wie schon anfangs erwähnt wird in dieser Region Wein angebaut. Insbesondere in der Ortschaft Gornja Radgona (direkt an der österreichischen Grenze) wird Wein produziert. Der Weißwein ist leicht und recht süffig. Die Folgen am nächsten Morgen sind durchschnittlich, aber dann gibt es das gute Radenzka mit der ausgewogenen Mineralisierung. Eine weitere Besonderheit aus der Region ist der Kürbisanbau und natürlich das Kürbiskernöl. Das Öl wird ohne Zusatz von Rapsöl (wie ab und zu in der Steiermark gemacht) produziert und besteht aus 100 % Kürbiskernen, welche in Handarbeit geerntet werden. Der Geschmack des Öles ist sehr nussig und ist eine Bereicherung zu jedem Salat. Auch preislich bekommt man das Öl günstiger als in Österreich. In Slowenien zahlt man um die 9,00 EUR für einen Liter.
Ein typisches Gericht aus der Region Murska-Sobota ist das Backhendl. Hier merkt man die Nähe zu Österreich sehr deutlich. Ansonsten wird internationale Küche, aber auch Spezialitäten mit heimischen Zutaten präsentiert (z.B. Waldpilze). Sehr zu empfehlen sind die Restaurant Sinjor in Martijanci und Restaurant Adanic in Mele. Diese beiden Gasthäuser bieten sehr gute Küche. Das Beefsteak mit Trüffelsoße bei Sinjor ist vom Feinsten. Allerdings sind dort die Preise für slowenische Verhältnisse hoch, aber es handelt sich um die beste Adresse in der gesamten Region (man kann sogar einen Laphroaig bestellen (Anmerkung der Redaktion, es handelt sich um einen Single-Malt-Whisky)). Wenn man billig zum Essen gehen will, geht einfach eine Pizza essen, ja die gibt es dort in fast jedem Gasthaus und sind geschmacklich sehr gut.
Nachdem wir schon bei der Gastronomie sind, machen wir gleich beim Nightlive weiter. Hier ist es etwas provinziell, allerdings in der Stadt Murska-Sobota gibt es Diskotheken und auch einige sehenswerte Kneipen. Das Desperados ist eine davon, hier trifft sich die jüngere Generation, aber auch in meinem Alter kann man noch in die Musikkneipe gehen. Aber gleich vorab, man darf hier kein Partylive wie am Ballermann erwarten. Kneipen gibt es natürlich in der gesamten Region, unter anderem auch diverse Biker-Kneipen, da Slowenien eine Motorradbegeisterte Nation ist. Sogar die Polizei fährt einem so lange mit einer BMW hinterher (sogar bis nach Maribor), bis man sich über die Höhe des Strafmandates geeinigt hat. Ich merke an, der Polizeibeamte konnte wirklich gut Motorrad fahren. Verkehrsstrafen sind in Slowenien relativ einfach, keine Punkte nur Knete. Die Berechnung ist einfach, pro zu schnell gefahrenen Kilometer, 1.000,00 SIT Strafe. Man kann aber handeln, sollte aber jemand dabei haben, der Slowenisch spricht. Auf Kontrollen sollte man insbesondere zum 1. und zum 15. eines Monats achten, denn da ist auch in Slowenien Zahltag und da kassiert der Freund und Helfer besonders gerne ab. Fazit, also immer schön auf den Tacho achten.
Landschaftlich ist in der Region Murska-Sobota viel geboten. Neben der Hügellandschaft und Weinbergen gibt es Ebenen. In den Ortschaften gibt es überall Storchennester und im Frühjahr kann man die Störche beim Nisten beobachten. Die Region ist von der Landwirtschaft geprägt, aber der Tourismus fängt langsam zum blühen an. Speziell im Wellnessbereich sollen die Gästezahlen ansteigen. Man legt auf den sanften Tourismus wert und das finde ich sehr angenehm, denn nach Slowenien fahre ich eigentlich zum relaxen und zum Motorradfahren. Die Straßen sind kurvenreich und laden zum biken ein.
Fazit:
Die Region Murska-Sobota ist eigentlich nicht direkt eine Urlaubsregion in klassischer Form, allerdings wenn man einfach nur ausspannen will, seine Knochen auskochen lassen will und ein paar gemütliche Kurven fahren will, dann ist man dort bestens aufgehoben. Allen anderen sei gesagt, auf Malle sind noch Betten frei. Zudem sind die Preis günstig. Sprachlich gibt es auch keine Probleme, da fast alle sehr gut Deutsch sprechen, bzw. eigentlich immer jemand dabei ist der übersetzen kann. Die Menschen von Murska-Sobota sind sehr gastfreundlich und das ist nicht nur vorgetäuscht. Hier ist der Gast noch König (diese Aussage kann ich treffen, da ich ganz Slowenien kennen gelernt habe und je weiter man Richtung Küste kommt, umso größer ist die Gefahr ausgenommen zu werden). Aber in dieser Region ist die Welt noch in Ordnung.
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Informationen zu Murska Sobota
Technische Daten und ProdukteigenschaftenRegion in Ostslowenien mit diversen Thermalbädern und einer wunderbaren Landschaft und auch kulinarischen Besonderheiten
Allgemeine Informationen Murska Sobota
gelistet seit: 23.09.2003Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Allgemeine Informationen
Typ: Stadt
Kategorie: Sehenswürdigkeit
Murska Sobota im Vergleich
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