„Shak espeare-Land“ ist immer wieder eine Entdeckungs-Reise wert !
Der gute alte William Shakespeare käme wahrscheinlich aus dem staunen nicht mehr heraus , würde er sehen , welch ein Theater in seinem Geburts- und Sterbe-Ort „Stratford-upon-Avon“ um seine Person veranstaltet wird . Perfekt versteht sich die 30 000-Seelen-Gemeinde im Herzen Englands darauf , den Namen des großen Dichters in bare Münze zu verwandeln .
Allein durch das Haus , in dem William 1564 das Licht der Welt erblickte , werden jährlich rund 500 000 Touristen geschleust - gegen Gebühr - versteht sich . Fünf weitere gut erhaltene Wohn-Stätten verschiedener angehöriger des „Shakespeare-Clans“ stehen zur Besichtigung offen . Das „Shakespeare“ seiner Heimat-Stadt schon in jungen Jahren den Rücken kehrte und seine Frau samt Kinder sitzen ließ , um in London (und nicht in „Stratford“ !) seine Bühnen-Karriere zu starten , wird freilich kaum an die große Glocke gehängt . Den Besucher schert’s wenig : Im „Shakespeare-Museum“ spitzt Englands größter Schriftsteller immerhin als Puppe , in einem nachempfundenen Arbeits-Zimmer sitzend , seine Feder .
Trotz der leicht übertrieben wirkenden „Shakespeare-Manie“ lohnt ein Besuch in „Stratford“ in jedem Fall . Die Stadt strahlt mit ihren gedrungenen , „very british“ anmutenden Fachwerk-Häusern eine Gemütlichkeit aus , dass man sich nach der üblichen Besichtigungs-Tour kaum von ihr trennen möchte . Glücklicherweise fällt der Zeitvertreib dank zahlreicher Pubs , Boutiquen , einem Teddybär-Museum und mehreren Theatern nicht schwer .
Wer Zeit hat , sollte aber auch unbedingt die Umgebung erkunden . Denn neben „Stratford-upon-Avon“ üben Warwick und Kenilworth die größte Anziehungs-Kraft von „Shakespeare Country“ , so der offizielle Zweitname des südlichen Teils der landschaftlich herben Grafschaft Warwickshire , aus . Vor allem dem alten Adel und der Traditions-Pflege fühlt man sich in diesem oft nebelverhangenen Landstrich verpflichtet .
Kenilworth Castle , ein Schloss , dessen Ruinen sich geheimnisvoll am Rande des kleinen Orts Kenilworth erheben , ist für den Besuch Elizabeth I. im Jahre 1575 berühmt . 19 Tage lang verweilte die für ihren ausschweifenden Lebensstil bekannte Herrscherin bei ihrem Gastgeber , dem Grafen von Leicester , von dem angenommen wird , ihr Liebhaber gewesen zu sein . Am Fuße der Ruinen , dort , wo heutzutage die Schafe grasen , befand sich ein mächtiger See , auf dem der Graf aufwendige Wasser-Schauspiele für Elizabeth ausgerichtet .
Wie die Informations-Tafeln des „Kenilworth Castle“ –Museums verraten , vertrieben sich die beiden den Rest der Zeit mit Jagen und Tanzen : Außerdem schlug Elizabeth fünf Gentlemen zum Ritter und legte neun Leuten die Hand auf , so heißt es . Heute vermitteln mächtige Sandstein-Mauern und ein liebevoll gepflegter Barock-Garten einen Eindruck vom einstigen Schloss-Leben . Komplett erhalten ist Warwick Castle , das mit dem Auto eine Viertelstunde von Kenilworth entfernt liegt . Im Mittelalter gegründet , wurde die herrschaftliche , von riesigen Gärten umgebene Schloss-Anlage bis in das 20. Jahrhundert stetig erweitert . Vor allem für Kinder gibt es in dem Labyrinth von Sälen , Erkern und dunklen Verliesen eine Menge zu erleben . Anhand von lebensecht nachgestellten Szenen wird
sehr anschaulich dargestellt , wie sich das Personal in den Hauswirtschafts-Räumen abmühte , während sich die feinen Herrschaften in den Salons zur dekadenten Weekend-Party trafen .
Umgeben ist das auf einem Hügel liegende Schloss von einem parkähnlichen Gelände , das zu ausgiebigen Spaziergängen verführt . In den Sommer-Monaten finden hier mittelalterliche Festspiele statt . Zu den Kleinoden der Grün-Flächen zählt ein viktorianischer Rosen-Garten und ein mit überdimensionalen Pfauen gestalteter „Peacock-Garden“ . Echte Pfaue laufen dem Besucher übrigens ständig über den Weg . Die Stadt Warwick liegt zwar im Schatten des übermächtigen Schlosses , sollte aber auf keinen Fall umgangen werden . Denn auch hier zeugen kleine Gässchen und urenglische Häuschen von der interessanten Vergangenheit , die das „Shakespeare-Land“ zu bieten hat .
Also wie schon beschrieben , es gibt sehr sehr viel zu sehen und zu bewundern . Für jeden ist etwas dabei , auch für die Kleinen . Nur sollte man sich etwas Zeit dafür nehmen , denn wenn man nur in Hetze ist bekommt man nur die Hälfte von allem mit . Mir persönlich haben die Gärten und das Warwick Castle am besten gefallen . Kann nur allen viel Spaß beim Besuch des „Shakespeare-Land“ wünschen !
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