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Platz 11 in der Kategorie "Mehr zum Thema Medien & Unterhaltung". Themenbereich: Bücher / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,80 / 5,00 (4.7 von 5)

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Bewertung
Kundenbewertung 4,80 / 5,00 (4.7 von 5)
von 25% aller Autoren empfohlen (20/80).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • enthält Themen, mit denen wir nicht alltäglich konfrontiert werden
  • gut geschrieben, gute Thematik, fasst geschichtliche Themen auf
  • Spanndende Gedankengänge, Einblick in das Pilotenleben, schnell zu lesen
  • Gut zu lese,gut zu verstehen! Gut,um in der Schule drüberzu diskutieren! Spannende Handlung.
  • Auch für Skeptiker ein interessantes Buch das sich sowohl mit dem Leben als auch mit den Prophezeihungen des berühmten Sehers beschäftigt
Nachteile/Kritik
  • wenig Spannung, schwer verständlich, kurz
  • etwas kurz zu dem Preis
  • relative wenig aktive Handlung
  • Nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  • etwas einseitige Sichtweise des Autors
Sortiert nach 
Joyii

Woyzeck-Ein Opfer des Lebens?

ein Testbericht von 2003-09-25 12:51:36 vom 25.09.2003
Empfehlung: nein
Vorteile: enthält Themen, mit denen wir nicht alltäglich konfrontiert werden ...
Nachteile/Kritik: wenig Spannung, schwer verständlich, kurz
1.Autor und Epoche
2.Personen
3.Inhaltsangabe
4.Themen
5.E igene Meinung

1.Autor und Epoche
******************
Der Autor diese Dramas ist Georg Büchner. Er lebte von 1813 bis 1837. Der Grund für seine kurze Lebensdauer von nur 24 Jahren ist seine Erkrankung und darauffolgender Tod an Typhus. Seine weiteren Werke sind: "Der hessische Landbote", "Leonce und Lena" sowie "Dantons Tod". Er ist ein Vertreter der deutschen Literaturepoche: das "Junge Deutschland" (1820-1850). In dieser Epoche trennte man die Literatur nicht mehr von dem Alltag. Deshalb wurden die Themen auch sehr politik- und Gesellschaftsbezogen. Man kritisierte auch die oberen Gesellschaftsklassen und wendete sich bewusst gegen Überzeugungen aus der Klassik und Romantik, wie zum Beispiel, dass der Mensch frei ist.

Personen
**********
Woyzeck: Die Hauptperson, hat zusammen mit seiner Geliebten Marie ein uneheliches Kind, Christian. Um genug Geld zu verdienen, da er in ärmlichen Verhältnissen lebt, arbeitet er als Barbier, als Testobjekt für den Doktor (Erbsendiät) und als Soldat.

Marie: Die Geliebte von Woyzeck, doch von ihren Seite bemerkt man in diesem Stück nicht mehr viel Liebe. Sie wendet sich lieber anderen Männern zu, bekommt von diesen Geschenken und schläft mit ihnen. Man sieht das in diesem Buch am Beispiel des Tambourmajors.

Christian: Das gemeinsame, uneheliche Kind von Marie und Woyzeck

Tambourmajor: Mit ihm hat Marie in diesem Stück eine Affäre. Er schenkt ihr als Gegenleistung Ohrringe. Er ist eine höhergestellte Person im Militär und deshalb mit Autorität und Ansehen ausgestattet.

Inhaltsangabe
****************
Dieses Drama besteht aus 27 Szenen. Durch den frühen Tod Büchners blieb dieses Stück jedoch ein Fragment (=unvollendetes Werk). Auch die Reihenfolge der Szenen ist nur die letzte von mehrenen Versionen Büchners.

Es geht in diesem Buch um Woyzeck, einen Mann aus einer niedrigen Gesellschaftsschicht. Der Beginn der Geschichte ist ein Gespräch zwischen einem Hauptmann und dem Woyzeck in seiem Rasiergeschäft. Woyzeck erscheint ihm auch sehr gestresst, ohne Ruhe und merkwürdig. Dieses Auftreten Woyzecks zieht sich auch durch die nächsten Szenen. Marie entwickelt immer weniger Interesse für Woyzeck, stattdessen beobachtet sie aus dem Fenster den Tambourmajor.
Derweil ist Woyzeck wieder einmal beim Doktor, der mit Woyzeck eine Erbsendiät durchführt und er untersucht ihn. Als Woyzeck danach mit Marie auf den Markt geht, entdeckt der Tambourmajor die Marie: "Was für ein Weibsbild!". Danach treffen die beiden auch ein erstes Mal aufeinander und machen sich heiss.
Als Woyzeck an diesem Abend nach Hause kommt, sieht er die Ohrringe von Marie und beginnt sich Gedanken zu machen. Er ist sehr zerstreut und geht gleich wieder weg.
In der Stadt trifft Woyzeck den Hauptmann und den Doktor, die ihn darauf hinweisen, dass seine Geliebte untreu ist. Sofort geht er zu Marie und klagt sie an, sie jedoch bestreitet alles und denkt, dass ihr ehemaliger Geliebter nicht ganz bei Verstand sei.
Es kommt dann auch einmal so weit, dass Woyzeck Marie mit dem Tambourmajor tanzen sieht, die aufgestaute Wut entlädt er wenig später als er den Tambourmajor antrifft in einem Kampf mit ihm, doch er ist schwächer. Woyzeck ist voller Sorgen, gestresst und weiss nicht weiter. Er spricht mit Andres, einem Soldatenkolleg, doch auch der hilf ihm nicht weiter. Währenddessen sucht Marie in der Bibel Trost, sie merkt wie sie sündig lebt, doch sie kann die Vergebung aus der Bibel nicht annehmen.
Woyzeck sieht nur noch einen Ausweg wie er die Geschichte zwischen seiner Geliebten und dem Tambourmajor fertig bringen kann und geht zu einem Juden ein Messer kaufen. Bei der nächsten Gelegenheit führt er Marie aus der Stadt zu einem Teich, dort sagt er ihr alles was er weiss, doch sie scheint ihn nicht zu verstehen und fragt sich in was für einer Verfassung er ist. Im nächsten Moment aber sticht Woyzeck zu und tötet Marie.
Als wäre nichts geschehen geht er in eine Beiz und macht dort ein Freudenmädchen an, sie bemerkt jedoch Blutspuren bei ihm und so muss er schnell wieder verschwinden. Er geht nochmals zum Teich um die Mordwaffe zu verschwinden lassen und sich zu waschen, dabei geht er immer weiter in den Teich. Büchner hat es offen gelassen, ob er ertrunken ist oder nicht.
Auf jeden Fall kommen nur wenig später Stadtbewohner und die Polizei an den Tatort.

Themen
*********
-ein Mann aus ärmlichen Verhältnissen als Held
-Fremdbestimmung, Druck durch soziale Lage, Naturtriebe, so wird statt Verurteilung des Woyzeck, Mitleid erregt. ("Er konnte nicht anders")
-Frage nach: "Was ist es, was in uns lügt, stiehlt und mordet?"
-der Tod wird als Bestrafung, Befreiung und als einziger Ausweg hingestellt
-Prostituion ist ein weiteres Thema
-Kritik an der höheren Gesellschaft (Hauptmann, Doktor), sie werden so dargestellt, als ob sie nicht sehr viel wissen,aber so tun
-Auflehnung gegen gesetzte gesellschaftliche Werte

Eigenen Meinung
*******************
Ich habe dieses Buch gelesen, da wir es mit der Schule diskutiert haben. Ich würde dieses Buch jedoch nie für mich selber lesen. Erstens ist der Schreibstil sehr ungewohnt, da es ein Theaterstück ist und die Sprache alt ist. Zweitens, weil es nicht sehr verständlich ist, man muss darüber diskutieren und es analysieren um es zu verstehen. Drittens, weil es mir nicht die gewünschte Spannung bot. Als Urlaubslektüre ist es 100%ig das Falsche und unpassend. Positiv an dem Buch fand ich einzig, dass ich nun auch ein Buch aus der Epoche "Junges Deutschland" gelesen habe und den Autor Georg Büchner kennengelernt habe.

©by Joyii
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 2,00 / 5,00 2
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Angel

Spannung pur!

ein Testbericht von 2008-04-20 12:48:47 vom 20.04.2008
Empfehlung: ja
Spannung pur!
Zu meinen Lieblings Thriller Autoren gehört Alistar MacLean,von dem ich einige Bücher habe.
Heute möchte ich den Roman Agenten sterben einsam vorstellen.Der auch mit Richard Burton und Clint Estwood 1969 verfilmt wurde.

Story:
2 Weltkrieg 1944,Winter-Auf Schloß Adlerhorst,in Bayern,halten die deutschen einen hohen alliierten Offizier gefangen.Sieben britische Agenten,getarnt mit deutschen Uniformen,springen mit Fallschirmen ab.Was sie nicht wissen,aus dem Flugzeug aus dem sie abspringen,ist noch eine achte Person,für die Gruppe allerdings unbemerkt,abgesprungen.Alle aber haben sie den selben Auftrag,den hohen Offizier zu befreien.Dies stellt sich allerdings als nicht so einfach da. Schloß Adlerhorst ist auch Sitz der deutschen Abwehr und scheint uneinnehmbar.Lediglich durch eine Seilbahn ist diese Felsenfestung mit der Außenwelt verbunden.Aber in der Gruppe passieren merkwürdige Dinge,gibt es vielleicht einen Verräter?



Verlag:
Ich hab diesen Roman als Sonderausgabe vom Lingen Verlag Köln.Insgesamt sind es bei mir 328 Seiten,wo die Wörter schön groß geschrieben sind.Da ich mal wegen dem Preis im Internet nach geschaut habe,fand ich allerdings nur die Ausgaben vom Heyne Verlag,auf 266 Seiten,also wohl etwas kleiner geschrieben,was aber der Spannung ja auch keinen "Abbruch"
tut.Da ich also über den Lingen Verlag Köln nicht mehr gefunden habe,gibts hier die Daten von Heyne.
Wilhelm Heyne Verlag München
Band 1/956
Seiten:266
ISBN-3-453-07123-9
Preis:6.95 Euro


Autor:
Alistar McLean gehört zu den erfolgreichsten und beständigsten Thriller Autoren der Welt,er wurde 1922 im schottischen Hochland geboren und diente im 2 Weltkrieg bei der britischen Marine.Er lebte lange Zeit in der Schweiz und verstarb 1987 in München.Seine Bücher haben eine Gesamtauflage von über 50 Millionen.Unter anderem sind auch von ihm,Die Kanonen von Navarone,Nevada Pass,Angst ist der Schlüssel,Fluß des Grauens,die alle verfilmt wurden.


Fazit:
Man darf natürlich nicht von so einem Himmelfahrtskommando, worum es in dem Buch geht,zuviel Realität erwarten,es soll unterhalten und spannend sein.Und das ist es,bis zum Schluß!Allerdings macht A.MacLean,richtige Angaben wenn es zum Beispiel um einen englischen Jagdflieger geht.Er verzichtet auf irgendwelche Namen bzw. Worte die keiner kennt,schreibt einfach aber gut so das es Spaß macht das Buch zu lesen.Besonders gut gefällt mir wir er die Spannungen zwischen den Leuten beschreibt und auch ins Detail geht,wie zum Beispiel beim Absprung,drei Minuten bis zum Sprung,er beschreibt dann die Männer,was sie sagen etc..zwei Minuten.....da wird es schwer nicht selbst auf die Uhr zu schauen.Die Heyne Ausgaben sind überings sehr handlich und passen in jede Tasche.
Viel Spaß beim lesen!
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Turbotisl1
Turbotisl1, 20.04.2008
Guter Bericht und liebe Grüsse vom zuverlässigen GEGENLESER!!!!!
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vaueff

Florian Illies: Anleitung zum Unschuldigsein

ein Testbericht von 2003-09-23 11:23:49 vom 23.09.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Stimmt einfach alles...
Nachteile/Kritik: nix
Bereits mit „Generation Golf“ hat Florian Illies den Nerv einer ganzen Generation getroffen. Er umschrieb das Leben, die Sorgen und öffnete ein Fenster in eine Zeit, die die meisten seiner Leser in den frühen 20ern selbst erlebten. Sagte meine Mutter doch einmal, meine Generation verstehe man nicht, nach dem sie das Buch las, verstand sie.

Da stellt sich doch die Frage, ob sich dieser Erfolg eines Buches fortsetzen lässt. Und die Antwort ist ein deutliches Ja. Mit „Anleitung zum Unschuldigsein“ hat der 30-jährige Autor, der außerdem Feuilleton-Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin ist, einen neuen Coup gelandet. Das Buch stieg bereits vor Veröffentlichung auf Platz ein der Vorbestellungen.

Florian Illies spricht Probleme an, die eigentlich keine sind. Dennoch machen sich Millionen Deutsche täglich Vorwürfe für Hunderte kleine Alltagssorgen. Es geht um die Mülltrennung, das schlechte Gewissen, einen Joghurtbecher unausgewaschen in die gelbe Tonne zu werfen, das Bedürfnis gesund einzukaufen, um später all die gesunden Sachen in die Mülltüte zu werfen. Dass die Mülltüten übrigens durchsichtig sind, sei ein sadistischer Streich der Industrie, denn wer will schon das ganze alte Gemüse auf dem Weg zur Mülltonne noch mal zu Gesicht bekommen.

Wer hat sich nicht schon einmal einen Tag frei genommen, um all die kleinen Dinge zu erledigen, die schon lange erledigt werden sollten. Illies beschreibt einen Tag, wie ihn schon jeder einmal erlebt hat. Am ende des langen, von vielen Selbstvorwürfen geprägten Tages sind die Dinge immer noch unerledigt.

Obwohl man bei jedem Satz schon ahnt, was als nächstes kommt und obwohl man meistens auch recht hat, ist dies gerade der Reiz den das Buch ausmacht. Es ist doch gut zu wissen, dass es mindestens einer anderen Person genau so geht und ohne Übertreibung mag man behaupten, es geht fast allen so. In „Anleitung zum Unschuldigsein“ wird sich jeder Leser erkennen.

Zum Abschluss noch eine Übung, wie sie zu Ende eines jeden der 23 Kapitel steht: „Wir gehen in ein französisches Restaurant und lassen uns vom Kellner alle Speisen ins Deutsche übersetzen, wenn er ein Wort nicht weiß, lassen wir ihn zum Nachfragen in die Küche gehen. Wir sagen ihm dann, dass uns alles nicht zusage. Dann lassen wir uns drei besonders teure Rotweine öffnen und erklären jedes Mal, der Wein schmecke nach Kork. Dann bestellen wir ein Glas Wasser und zahlen passend.“

Florian Illies: „Anleitung zum Unschludigsein“, erschienen im Argon Verlag 2001. ISBN: 3-87024-544-1.

(c) vaueff !!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
MissSunny1985

Insel der blauen Delphine

ein Testbericht von 2003-09-15 18:32:00 vom 15.09.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Gut zu lese,gut zu verstehen! Gut,um in der Schule drüberzu diskutieren! Spannende Handlung....
Nachteile/Kritik: Nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Allgemein zu dem Buch kann man erst mal sagen,dass es ein Taschenbuch ist,welches 189 Seiten enthält! Auf den letzten 3 Seiten dann ist noch das Nachwort des Verfassers!

Von aussen ist es blau,meerblau, und vorne drauf befindet sich eine Insel, die wie ein Delphin aussieht, auf der Bäume zu sehen sind! Darüber steht der Titel " Insel der blauen Delphine" in dunkelblauer Schrift!

Der Autor:

Sein Name ist Scott O`Dell und er wurde 1902 in Los Angeles geboren! Das Buch " Insel der blauen Delphine" ist sein erstes Jugendbuch und dafür erhielt er 1963 den Deutschen Jugendliteraturpreis und die Newbery Medal.

Es ist vom Deutschen Taschenbuchverlag und von Roswitha Plancherel-Walter ins Deutsche übersetzt worden!

Weitere erschienene Werke von Scott O`Dell sind bei dtv sind: " Das verlassene Boot am Strand"
" Das Feuer von Assisi"
" Vogelmädchen"
" Ich und Poseidon"

Inhalt: Das Indianermädchen Won-a-pa-lei,bedeutet: Mädchen mit den langen schwarzen Haaren, blebibt auf einer Insel als Einzge ihres Stammes zurück. Auf der Insel gibt es nur Kormorane,See-Elefanten und Delphine. Täglich kämpft sie ums Überleben und integriert sich dadurch immer mehr sowohl in die Natur als auch in die Tierwelt ein! So werden die Tiere ihre einzigen Freunde! Es vergehen Jahre bis das Mädchen wieder menschliche Worte hört!


Zu der Insel kann man noch sagen,dass es sie tatsächlich gibt! 2000 v. Chr. wurde sie von Indianern entdeckt, die sich dann auch dort ansiedelten! Und 1602 wurde sie erst von de Weißen entdeckt!

Hauptfiguren:

-das 12-jährige Mädchen von dem Indianerstamm Won-a-
pa-lei ( Ich-Erzähler )
-Ramo ( Bruder von Won-a-pa-lei )
-Häuptling von Ghalas-at= Aleuter
-Häuptling Chowig = Vater von Won-a-pa-lei
-Kapitän Orloff = Russe
-Aleuter kommen aus dem Land im fernen Norden

Die Fortsetzung dieses Buches ist " Das verlassene Boot am Strand "

So, das wars dazu!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:hilfreich
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Kommentare
leseratte12
leseratte12, 26.02.2007
ich hab das buch gelese und empfehle es weiter. ich lese grad die fortsetzung das verlassene boot am strand
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hawker

Nachtflug von Antoine de Saint-Exupéry

ein Testbericht von 2003-09-07 16:52:22 vom 07.09.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Spanndende Gedankengänge, Einblick in das Pilotenleben, schnell zu lesen...
Nachteile/Kritik: relative wenig aktive Handlung
Nachtflug

Ein Buch, das man einfach gelesen haben muss. Ich habe mich zuerst an der Französischen Ausgabe versucht, habe dann aber zum besseren Verständnis auch noch zur Deutschen Fassung gegriffen.
Um es vorweg zu nehmen, wer viel Handlung erwartet wird bei diesem Buch wahrscheinlich nicht glücklich. Es ist ein Buch in dem Gedanken und Weltansichten eine sehr grosse Rolle spielen.

Kurze Zusammenfassung

Ich möchte ihnen nun einen wirklich kurzen Überblick über das Buch geben.
Die Hauptperson mit dem Namen Rivière besitzt in Südamerika ein Postflugunternehmen in Buenos Aires Argentinien mit dem Namen Aeroposta Argentina. Man kann ihn als den Erfinder von kommerziellen Nachtflügen bezeichnen. Lange Zeit musste er um deren Einführung kämpfen, musste die Argumente der Gegner, wie, es ist zu gefährlich, oder das rentiert nie, zerstreuen, bis er es endlich geschafft hatte. Aber so war Aeroposta fähig die Post viel schneller als Schiffe, Züge und andere Flugzeuge zu transportieren, was Rivière zu grossem Erfolg verholfen hatte. Jeden Tag fliegen Flugzeuge von anderen Südamerikanischen Ländern nach Argentinien und von dort aus startet der Kurier nach Europa. Die zweite wichtige Person in diesem Buch, der Pilot Fabien, startet wie immer zu seinem Postflug. Diesmal sollte aber alles anders werden. Er und sein Bordfunker geraten in ein schweres Unwetter, welches es ihnen verunmöglicht irgend einen Flugplatz anzufliegen. Also irren sie in der Nacht herum bis, ihnen der Sprit ausgeht und zerschellen irgendwo in der Dunkelheit. Rivière denkt aber nicht daran, die Nachtflüge jetzt einzustellen. Er lässt das Leben in der Firma weitergehen als wäre nichts geschehen.

Charaktere

Für mich ist immer wichtig, was für Personen in einem Buch mitspielen. Deshalb habe ich für die wichtigen Personen ein Kurzportrait gemacht.

Rivière, wie bereits erwähnt, ist der Chef der Firma Aeroposta Argentina. Mit seiner Kommerzialisierung des Nachtfluges ist er zu grossem Erfolg gekommen. Für diesen Erfolg musste er aber hart arbeiten und kämpfen. Daher ist es verständlich, dass er nicht will, dass ihm jemand oder etwas sein Lebenswerk zerstört. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum er so streng zu seinen Angestellten ist und sie wegen jedem kleinen Fehler bestraft oder gar feuert. Aber in seinen Augen kommen die Bestrafungen allen zu gute, denn wer Fehler macht, stellt eine Gefahr für alle dar. Mit seinen Exempeln versucht er die Produktivität und Qualität der Arbeit seiner Angestellten zu steigern.
Man ist sich nicht ganz sicher ob für ihn der berufliche Erfolg mehr zählt als ein Menschenleben, aber darüber spielt sich in seinen Gedanken ein wahrer Kampf ab.
Er ist ein sehr ehrgeiziger Mensch. Aber Dank seinem Ehrgeiz ist er ein reicher Mann geworden und hat etwas erreicht in seinem Leben.
Rivière ist eine Führungspersönlichkeit.
Wie er aussieht weiss man nicht richtig. Man weiss nur, dass er 50 Jahre alt ist, graue Haare hat, und immer einen Mantel und Hut trägt. Eigentlich ist er auf eine Silhouette reduziert.

Robineau ist einer seiner Inspektoren welche die Angestellten bestrafen müssen, welche einen Fehler gemacht haben. Aber er ist nicht glücklich mit seinem Leben. Seine Frau lebt einige Tausend Kilometer weg von ihm und die Beziehung durchlebt gerade eine Krise. Wegen seiner Einsamkeit versucht er in der Firma Freunde zu suchen. Dies glückt ihm aber nicht, weil Rivière es ihm untersagt hat, freundschaftliche Beziehungen mit Angestellten einzugehen, weil er Autorität behalten muss.
Er mag es nicht die Leute zu bestrafen, die er eigentlich mag und er denkt auch manchmal, dass die Bestrafungen ungerecht und übertrieben sind. Trotzdem führt er immer alle Befehle aus, die er von Rivière erhält.
Robineau hat eine Vorliebe für Geologie, deshalb trägt er immer einen kleinen Beutel mit Sand bei sich.

Der Pilot Fabien ist ein Kurier bei Aeroposta. Er ist ein echter Pilot. Die erste Frage die er stellt, wenn er aufsteht ist: Was haben wir für Wetter? Aus welcher Richtung weht der Wind? Was für Zeit ist es? Welche Route nehme ich? Sein Beruf ist für ihn sein Leben und es muss immer alles korrekt sein. Wenn ihn seine Pilotenstiefel drücken, will er andere und er will immer seine Notfalllampe bei sich haben. Fabien ist ein ehrlicher Mann, der sich auch nicht schämt zuzugeben, dass er beim letzten Flug wirklich Angst gehabt hat, weil der Motor gestottert hat, obwohl er auch nicht stolz ist auf seine Angst. Allerdings hat er nicht den Mut seinem Chef zu widersprechen.
Die Funker mag er nicht besonders, weil diese schon ab der kleinsten Sache eine Heidenangst haben.
Auch in den auswegslosen Situationen behält er einen kühlen Kopf und verzweifelt nicht, auch Schmerz ist ihm ein Fremdwort.

Simone Fabien ist die Frau von Fabien. Die Beiden waren für 6 Wochen verheiratet. Simone liebt ihren Mann wirklich, sie bewundert ihn sogar. Für sie ist er wie ein Held in einer Rüstung, mit seinem grossen Körper, seinen schweren Stiefeln, seiner Pilotenjacke. Sie ist sich aber durchaus bewusst, dass Fabien ein gefährliches Leben führt. Jedes Mal, wenn Fabien einen Flug hat, ist es für sie als würde er ihn den Krieg ziehen.
Von Zeit zu Zeit ist sie ein bisschen Eifersüchtig, weil ihr Mann manchmal sehr lange weg ist.
Wie jede Frau hat Simone so etwas wie einen sechsten Sinn, obwohl Rivière ihr nie genau sagt, was Fabien zugestossen ist, weiss sie ganz genau was mit ihm passiert ist.
Sie ist nicht der Typ von Frau welche ihre Gefühle an die grosse Glocke hält, sie frisst alles in sich hinein.

Es gibt auch noch andere Charaktere in diesem Buch, wie z. B Pellerin, auch ein Pilot, Roblet, ein Angestellter und noch einige andere.


Was möchte uns das Buch sagen?

Das Buch ist eine Geschichte über Sinnfindung, Sinnfindung für das Leben, für die Firma, für die Piloten usw.
Mit Rivière möchte uns Saint-Exupéry eine Person zeigen welche Opfer bringt, welche etwas riskiert und etwas neues ausprobiert, um in seinem Leben etwas zu erreichen.
Aber man sieht auch sehr schön, dass Geld nicht alles ist. Nehmen wir zum Beispiel den Piloten Fabien. Auch er hat Erfolg, vielleicht nicht soviel wie Rivière, aber dafür ist er viel glücklicher. Er hat eine Frau welche ihn liebt und einen Job welcher ihm gefällt und ein Haus. Rivière dagegen hat keine richtigen Freunde, keine Frau und kaum Freizeit.
Also, man kann sein Glück auch ohne Geld finden! Saint-Exupéry sagt aber nicht, dass alles falsch ist, was Rivière macht, schliesslich hat Rivière mehrfach sehr ehrenhafte Gedanken während der Geschichte.
Saint-Exupéry möchte uns sagen, das der Mensch sein Glück nicht in der Freiheit findet, sondern in der Verwirklichung in seinem Beruf. Auch wenn der Mensch stirbt, so bleibt der Nachwelt sein Lebenswerk erhalten. Rivière möchte mit seinem Lebenswerk etwas erreichen, was der Nachwelt etwas nützt.
Sehr schön wird auch gezeigt, wie das Leben eines Piloten im Jahre 1931 ausgesehen hat. Damals wurden Piloten noch viel mehr respektiert als heute. Pilot zu sein bedeutete Spass haben, Gefahren auf sich zu nehmen, aber auch Opfer bringen.
Das Thema des Heldentums wird auch angesprochen. So werden z.b die Piloten als Helden dargestellt. Wenn die Piloten von einem Flug heimkehren, feiert der ganze Flugplatz ein Fest. Alle bewundern sie wie sie mit diesem gefährlichen Beruf umgehen. Sogar Rivière sagt einmal: „Ein Nachtflug ist jedes Mal eine Chance zu sterben.“ Man könnte auch in ihm eine Art Helden sehen, weil so viel Erfolg gehabt hat.
Die Einsamkeit spielt auch eine wichtige Rolle in diesem Buch. Fast alle die für Aeroposta arbeiten sind einsam. Rivière hat keine Frau, seine Angestellten haben keine Zeit für die Liebe, Robineau lebt getrennt von seiner Frau und Fabien ist oft weg von zu Hause. Die Piloten und Funker sitzen stundenlang alleine in ihren fliegenden Kisten.
Als letztes grosses Thema empfinde ich die Nacht. Das Buch heisst Nachtflug und fast die ganze Geschichte spielt sich in einer nächtlichen Atmosphäre ab. Nie wird etwas von Sonne gesagt. Für mich ist Nacht gleichzusetzen mit Traurigkeit und Sonne mit Licht, also ist dies ein Buch von Traurigkeit. Aber das Licht wird Mehrfach als Hoffnungsträger dargestellt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es 6 grosse Aspekte in diesem Buch gibt: Opfer bringen, Ehrgeiz, Berufliche Verwirklichung, die Einsamkeit, das Heldentum und die Nacht.

Meine persönliche Einschätzung zum Buch

Im Allgemeinen ist das Buch einfach zu lesen, ohne grössere Verständnisprobleme. Nur manchmal muss man sich schon konzentrieren, vor allem wenn Rivière einen seiner philosophischen Gedankenflügen hat. Man merkt sehr gut wie der Autor, der selber auch Pilot war, seine Erfahrung in dieses Buch hat einfliessen lassen. Z.T ist das Buch wie eine Autobiographie.
Mir hat das Buch auf jeden Fall gefallen, besonders weil ich mich als Hobbypilot mit den Piloten im Buch idendifizieren konnte
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Grindolf

C.S.Forester - Fähnrich Hornblower

ein Testbericht von 2003-08-21 11:31:26 vom 21.08.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: spannende Unterhaltung, vermittelt viel Hintergrundwissen zum Thema Seefahrt...
Nachteile/Kritik: etwas einseitige Sichtweise des Autors
Dieser Roman ist der erste von insgesamt 11 Romanen einer Serie, die das Leben des englischen Seefahrers Horatio Hornblower beschreibt und die inzwischen zu den absoluten Klassikern der Abenteuerliteratur zählen.
Der erste Roman "Fähnrich Hornblower" beginnt im Jahre 1794 an Bord des englischen Segelschiffes Justinian. Der 17jährige Horatio Hornblower ist der jüngste Fähnrich (Offiziersanwärter) an Bord und muß sich nicht nur mit den Schikanen seiner Vorgesetzten sondern auch mit Seekrankheit und weiteren Unannehmlichkeiten seines Berufes herumschlagen. Durch Zufall kommt er schließlich an Bord der Fregatte HMS Indefatigable und zu seinem ersten Einsatz im Krieg zwischen England und Frankreich im Golf von Biskaya. Weitere Abenteuer führen Ihn nach Gibraltar, Nordafrika und schließlich auch für kurze Zeit in spanische Gefangenschaft.
Hornblower muß ein leckgeschossenes gekapertes Frachtschiff nach England führen, wird nach einem Schiffbruch von französischen Piraten aufgegriffen, kapert eine spanische Galeere und nimmt an einem Landungsversuch von französischen Royalisten in der Bretagne teil. Alles in allem ein abenteuerliches Leben also (und das gleich im ersten Roman).
Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben und der Leser erfährt einiges über das große Zeitalter der Segelschiffahrt sowie über den Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich um die Seeherrschaft Ende des 18.Jahrhunderts. Leider merkt man allerdings auch sehr deutlich, daß es sich beim Autor des Romans um einen Engländer handelt. Die Sichtweise der historischen Begebenheiten ist zum Teil doch recht einseitig und eindeutig parteiisch. Ein bischen weniger Patriotismus wäre nicht schlecht gewesen. Andererseits ist "Fähnrich Hornblower" nun mal Unterhaltungsliteratur und erhebt keinen Anspruch auf geschichtswissenschaftliche Korrektheit.
Immerhin beweist C.S.Forester mit seinen detaillierten Beschreibungen der Abläufe auf einem Segelschiff sein Hintergrundwissen zu diesem Thema. Bei den vielen seemännischen Fachbegriffen, die immer wieder verwendet werden, kommt man gar nicht drum herum, das ausführliche Glossar am Ende des Buches zu benutzen.

Fazit:
======
Den ersten Band dieser Reihe hatte Ich innerhalb von drei Tagen durch und Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht. Ich denke, daß sich der Kauf auf jeden Fall gelohnt hat.

Technische Daten :
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Taschenbuch
Krüger-Verla g
302 Seiten
Preis : 25,00 Euro für eine Kassette mit 11 Taschenbüchern
erstmals erschienen 1967 (dieses Datum bezieht sich auf die deutsche Übersetzung. Geschrieben wurde der Roman bereits 1952)
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:hilfreich
glockenkind

American Dream aus kritischer Sicht - T.C. Boyle: "America"

ein Testbericht von 2003-07-14 20:08:08 vom 14.07.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: an- und aufregend, intelligent unterhaltend...
Nachteile/Kritik: nix
T.C. Boyle, Jahrgang '48, publiziert seit einem Vierteljahrhundert. Seine Bücher als literarische Meisterwerke zu bezeichnen, wäre übertrieben; einer großen Leserschaft erfreuen sie sich eher wegen seines Humors, seiner exzellenten Beobachtungsgabe und seiner gelegentlich messerscharfen Kritik am "american way of life". 1977 promovierte er mit einer Arbeit über britische Literatur im 19. Jahrhundert, heute lehrt er an der University of Southern California. Boyle ist Träger des PEN/Faulkner-Preises; er lebt in Santa Barbara.

Zu den bekannteren seiner inzwischen 22 Romane zählen "Grün ist die Hoffnung" (über drei durchgeknallte Typen, die die natürlich nicht wirklich erfolgreich durchführbare Idee haben, in den Bergen Nordkaliforniens Marijuana anzubauen), "World's End" (eine sich im 17. und 20. Jahrhundert abspielende Geschichte zweier niederländischer Einwandererfamilien - eine arm, eine wohlhabend , deren dramatische Schicksale miteinander und mit einem Indianerstamm verbunden sind) und "Willkommen in Wellville" (Satire über das Lebensmittel-Konsumverhalten der US-amerikanischen Oberschicht).

"America" erschien in USA 1995 unter dem Titel "Tortilla Curtain" und ein Jahr später bei uns (Hanser Verlag). Bei eBay wird es immer mal wieder ab EUR 1,- angeboten; der derzeitige Buchhandelspreis ist mir nicht bekannt. Die Hardcover-Version, die ich besitze, hat um die 20 Euro gekostet.

____

Zum Inhalt:

USA, Neunziger Jahre. Kyra und Delaney Mossbacher sind ein in Südkalifornien lebendes umweltbewusstes "Yuppie"-Pärchen Mitte 30, das sich und seinen sechsjährigen Sohn gesund ernährt, liberale Ansichten pflegt und viel von demokratischen Werten hält. Rassisten sind sie nicht. Sie fahren sauber gewaschene Autos und gehen geregelten und gut bezahlten Tätigkeiten nach: Kyra als Immobilienmaklerin, Delanay als Journalist.

Amèrica Rincòn ist 17, als sie ihrem mexikanischen Landsmann Candido nach Kalifornien folgt. Beide sind illegale Einwanderer. Unter miserablen Bedingungen und schlecht bezahlt arbeiten sie als Tagelöhner, sind meistens hungrig und schlafen unter freiem Himmel. Sie werden "Bohnenfresser" genannt, kämpfen täglich ums Überleben, sind ständig begleitet von der Angst, entdeckt und nach Mexiko zurück geschickt zu werden. América ist schwanger und will nichts als ein "kleines weisses Häuschen" mit Fernseher, Waschmaschine und Kühlschrank. Der "Amerikanische Traum" scheint sich jedoch nicht zu erfüllen. Das Amerika, in dem sie sich befinden, hat wenig zu tun mit den Fernseh-Soaps und den Hollywood-Filmen, die ihr Bild vom "Gelobten Land" geprägt hatten.

Der Roman hat zwei Handlungsstränge, die sich zum ersten Mal berühren, als Candido von Delaney angefahren wird. Von nun an ist das Leben der beiden Paare untrennbar verknüpft. Delaney, zunächst noch wegen des Unfalls von seinem schlechten Gewissen geplagt, wird in einige unerfreuliche Begegnungen mit anderen Mexikanern verwickelt und verwandelt sich zunehmend in einen paranoiden Rassisten, der schließlich kein anderes Ziel kennt, als Candido zu vernichten. Am Ende des Buches ist es Candido, der Delaney das Leben rettet.

Mit humorvollem Blick, gleichzeitig schmerzhaft schonungslos, zeichnet Boyle ein wohl leider sehr realistisches Bild der US-amerikanischen Gesellschaft. Der Leser erlebt, wie schnell sich humanistische Ideale auflösen können, wenn Menschen, die es schick finden, sich "liberal" zu nennen, Ruhe und Wohlstand im eigenen Land bedroht sehen von denen, die an diesem Wohlstand partizipieren wollen. Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede im Leben von Arrivierten und Unterpriviligierten werden nachvollziehbar verdeutlicht; auf wessen Seite der Autor steht, daran besteht keinerlei Zweifel. Die Halbwertzeit von Toleranz und sozialem Gewissen ist übrigens nicht nur im Fall von Delaney und nicht nur in USA recht kurz, befürchte ich.

P.S. ..... Okay, da ich inzwischen gebeten worden bin, meine Meinung zu diesem Buch noch klarer zum Ausdruck zu bringen, will ich das tun, obwohl ich eigentlich denke, dass es hier vor allem um Produktbeschreibungen gehen sollte und die eigene Einschätzung sicher auch einfließen, aber nicht so viel Raum einnehmen sollte. - Anyway ... Ich sehe diesen Roman als grelle Satire auf den "amerikanischen Traum". Deutsche "Greencard-Jäger" werden sicher nicht ganz die selben Erfahrungen machen wie América und Candido, obwohl sich auch für weiße Einwanderer das Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" nicht immer so darstellt, wie sie es erhofft hatten. ... Die beiden parallel zu einander existierenden Welten - die hübsche, sichere der Mossbachers und die von Angst und Entbehrungen geprägte von América und Candido - sind mit einfachen Worten treffsicher beschrieben. Amerika-Reisende, die sich nicht nur an Floridas Stränden aufhalten, haben sicher entsprechende Beobachtungen gemacht. Als Touristin mit genügend Geld in der Tasche konnte ich die USA als geniales Reiseland erleben und wurde grundsätzlich nur freundlich aufgenommen. Meine Freunde dort sind weiß, gesund, nicht arbeitslos, gebildet und liberal. Dennoch freuen sie sich blind über die Tatsache, dass Herr Guiliani New York so schön aufgeräumt hat und heute weniger "Penner" in Pappkartons auf den Straßen liegen. Die Frage, wohin die Obdachlosen denn geschafft worden sind, wird selten gestellt. Und die Verachtung, mit der Unterpriviligierte - wie z.B. Latinos, wenn sie nicht wie Jaylo sehr erfolgreich sind - betrachtet werden, ist spürbar genug. Dieselbe Sprache spricht die Tatsache, dass die Insassen amerikanischer Todeszellen entweder "write trash" oder aber - zum allergrößten Teil - andersfarbig und mittellos (Anwaltskosten!!!) sind. Auch darüber wird auch in "liberalen Kreisen" relativ wenig nachgedacht. Schließlich lässt man die eigenen Kinder ja mit denen der schwarzen Nachbarn spielen. No problem: Der schwarze Nachbar ist Arzt. - Ist meine Meinung inzwischen deutlicher geworden? - Dann zum Schluß noch eine Geschichte: Während eines Einkaufs in einem Drugstore in der Nähe von New Orleans hörte ich plötzlich schrille Schreie, die nach Todesangst klangen. Im nächsten Gang sah ich eine junge Latinofrau auf dem Boden liegen. Drei Männer hockten über ihr, ein vierter war dabei, ihr Handschellen anzulegen. Zwei sehr kleine Kinder standen neben ihr und weinten. Auf meine Frage, was denn hier los sei, wurde mir erzählt, die Frau habe gestohlen. Was sie denn gestohlen habe, fragte ich und erfuhr von einem der Umstehenden, dass es sich um das obere Teil einer Säuglingsflasche gehandelt habe (Gumminuckel). Als ich anbot, das Ding für sie zu bezahlen, richtete sich aller Unmut nun auch gegen mich. Schwer vorstellbar, dass auf dieses "Vergehen" ebenso unangemessen reagiert worden wäre, wenn es sich um einen kleinen Anfall von Kleptomanie einer weißen Mittelschichtsvertreterin gehandelte hätte. ... Zusammengefasst: Das Buch beschreibt die Gegensätzlichkeit der Welten, so wie ich sie in USA selbst beobachtet habe. Es ist lesenswert, weil der Autor einen realitätsnahen, wenn auch oft überzeichneten (Satire!) Beitrag zum Verständnis US-amerikanischer Lebensverhältnisse geleistet hat. - Nun zufriedener, g. ? :-)




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-14 20:08:08 mit dem Titel Ewiges Leben: nicht Lust, sondern Last (Simone de Bauvoir: "Alle Menschen sind sterblich")


Ewiges Leben - ein uralter Menschheitstraum. Heute glaubt zwar nicht wirklich irgend jemand noch an ein Elixier, das Unsterblichkeit verleihen könnte, aber wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfindungen haben immer längeres Leben ermöglicht; viele von Unsterblichkeit Träumende setzen jetzt entsprechende Hoffnungen in gentechnologische Fortschritte, und es gibt Optimisten, die sich sogar einfrieren lassen in dem Glauben, aufgetaut werden zu können, sobald Unsterblichkeit "erfunden" wird.

In diesem philosophischen Roman, der Jean-Paul Sartre, dem Ehemann der Autorin, gewidmet ist, geht es um genau dieses Thema:

Der Prolog: Wir befinden uns im Frankreich der Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Regine, eine junge Schauspielerin, liebt Fosca, den Protagonisten des Buches, und versteht nicht seine sonderbare Art, seine Gleichgültigkeit gegenüber der Welt. Fosca, der von seiner Umwelt als "verrückt" wahrgenommen wird, ist verzweifelt bemüht, den lebensbejahenden Enthusiasmus der jungen Frau in sich aufzusaugen. Kann sie ihn sie ihn aus seiner Resignation, von seinem Lebensüberdruss befreien?

Die Geschichte: Im 13. Jahrhundert geboren, lebt Fosca als Herzog in Italien und gelangt an einen Trunk, der ihn unsterblich macht. Nun beginnen wir, ihn durch die Jahrhunderte zu begleiten. Er ist mal Fürst, mal Berater von Karl V. Er ist Zeitzeuge der Entdeckung Amerikas und der französischen Revolution. Er überlebt seine Frau, seine Kinder, seine Enkel, trauert um sie, gründet eine neue Familie ... und noch eine ... und eine weitere. Irgendwann wird er müde. In ihm reift die Erkenntnis, dass ewiges Leben eher Fluch als Segen ist. Weil er reicher an Wissen und Erfahrung ist als alle anderen jeweils lebenden Menschen, lassen sich Mächtige von ihm beraten, folgen jedoch selten seinen Empfehlungen. Immer wieder sieht er blutige Kriege, Auseinandersetzungen, Schlachtfelder, sieht, wie Gier, Mißgunst und Intoleranz alle Bemühungen um eine bessere Welt immer wieder scheitern lassen. Jeden Tag sieht er die Sonne auf- und wieder untergehen. Während sich die äußeren Umstände verändern, wiederholt sich doch immer dieselbe Geschichte.

Auch Regine kann ihm nicht helfen. Am Ende des Romans ist er in seine Gleichgültigkeit zurück geglitten. Er sitzt in Pariser Cafés, hört die jungen Existentialisten herumphilosophieren und will nur eines: endlich sterben.
_________

Ich habe dieses Buch "verschlungen", vor Jahren schon, und es kürzlich zum dritten Mal gelesen. Immer wieder entdecke ich Details, die mir beim vorausgegangenen Lesen verborgen geblieben sind, und immer wieder macht mich das Buch auf ganz neue Weise nachdenklich. Dies liegt sicher an der Art, wie ich mich über die Zeit selbst verändere.

Die Erkenntnisse, die ich gewonnen habe? So, wie Individuen ihre Erfahrungen selbst machen müssen und das Leben der Kinder durch die Erkenntnisse der Eltern nicht wirklich optimierbar ist, scheinen auch Generationen insgesamt nicht entscheidend von einander lernen zu können. - Heute haben wir Autos, Computer & Waschmaschinen, sind aber den Gierigen und Kriegsherren so ausgeliefert wie die Menschen zu allen Zeiten. Resignation ist jedoch keine Waffe, sondern verschlimmert den Schmerz. - Nicht auf die Dauer eines Lebens kommt es an, sondern auf die Freude und Intensität, mit der es gelebt wird. - Unsterblichkeit ist nicht erstrebenswert, sondern wäre unerträglich.

__________

Ds Buch erschien 1946 unter dem Titel "Tous les hommes sont mortels". In Deutschland wird es von Rowohlt verlegt. Die Ausgabe, die ich besitze (rororo 1302 von 1990) hat 312 Seiten. Derzeitiger Preis (broschiert, Rowohlt tb): EUR 9,90
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
clauds22

Die Katze mit den blauen Augen - eine wirklich herzerfrischende Lektüre

ein Testbericht von 2003-07-06 18:23:40 vom 06.07.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: herzerfrischend, sehr schön geschrieben, ideal für Tierfreunde, einfühlsam und lebendig...
Nachteile/Kritik: nichts
Als großer Tierliebhaber verschlinge ich natürlich auch sämtliche Bücher rund um Tiere, das Leben mit Tieren, deren Verhalten, besondere Geschichten etc. So stieß ich auch auf ein Buch von Doreen Tovey, welches von der englischen Sunday Times als ‚Das bezauberndste Katzenbuch aller Zeiten’ bezeichnet wurde – keine Frage, dass ich das haben musste. Über die englische Autorin Doreen Tovey fand ich leider weder im Buch, noch im Internet irgendwelche Informationen, was mich etwas wundert, da sie zahlreiche (beliebte!) Katzenbücher geschrieben hat. Nun denn, erschienen ist die englische Ausgabe namens ‚Cats in the belfry’ bereits 1993, in Deutschland 1994 beim Scherz Verlag, und wird leider inzwischen nicht mehr gedruckt. Wer sich also nach diesem Bericht dafür interessieren sollte, dem kann ich Ebay empfehlen, oder aber Amazon, unter der ‚Gebrauchtbücher’ Kategorie. Nun aber erst mal zur Story...

~¤~¤~¤~¤~& curren;~¤~¤~¤~¤~&curre n;~¤~¤~¤~¤~¤~

Die Geschichte dreht sich um das tierliebe Ehepaar Tovey (die Autorin erzählt also von ihrem eigenen Leben), die bisher mit ihrem zahmen Eichhörnchen Blondin zusammen lebten und nach dessen plötzlichem Tod tragischerweise auch noch von einer Horde Mäuse überfallen wurden. Was also tun? Klar, wenn man dem Übel nicht auf andere Weise Herr werden kann, dann holt man sich eben eine Katze ins Haus. So kamen sie schließlich nach einigen Überlegungen zu Sulka, einer Siamkatze mit leuchtend blauen Augen, die das Regiment im Haus übernahm, vom ersten Tag an, seitdem sie es betrat. Sulka ist ein typisches Exemplar dieser königlichen Rasse – stolz, eigensinnig, dickköpfig, wunderschön, und sich dessen durchaus bewusst. Sie wickelte die beiden von klein an um den Finger, ließ sich nichts sagen und stellte nach Belieben das ganze Haus auf den Kopf. Damit nicht genug – nach wenigen Monaten wurde die frühreife Sulka dann auch noch läufig und jagte mit ihren Liebesschreien zu Anfang sich und anschließend der ganzen Straße einen gehörigen Schrecken ein. Familie Tovey verwünschte bereits alle Siamkatzen in die Hölle, beschloss sich dann aber, Sulka einen Gatten zu suchen, um all dem ein Ende zu setzen und sie nach ihrem ersten Wurf kastrieren zu lassen. Den passenden Siamkater fanden sie auf einer Katzenfarm und nach 9 Wochen, in der natürlich auch Sulka unter morgendlicher Übelkeit verursacht durch Trächtigkeit litt, waren die Kätzchen endlich da – vier an der Zahl. Und damit wurde es dann natürlich noch um einiges lustiger im Hause Tovey...

~¤~¤~¤~¤~& curren;~¤~¤~¤~¤~&curre n;~¤~¤~¤~¤~¤~

„Sulka war nicht eigentlich boshaft – das wurde uns im Laufe der Monate klar. Sie war nur eben eine Siamkatze. Es dauerte nicht lange, bis wir feststellten, dass Besitzer von Siamkatzen fast auf den ersten Blick an ihrem gequälten Gesicht zu erkennen sind und an der Art, wie sie bei unerwarteten Geräuschen zusammenzucken. Alle können sie aus eigener Erfahrung haarsträubende Geschichten erzählen...“ (4. Kapitel, S.48)

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D ies soll nur einmal ein kleiner Auszug des Buches sein, um euch den Schreibstil etwas näher zu bringen – meiner Meinung nach einfach sehr lebhaft, amüsant, liebevoll und gefühlvoll. Zu Anfang des Buches dachte ich noch, es würde sich eher um ein Buch für Kinder handeln, vor allem wegen der relativ großen Schrift und den zumeist recht kurzen Sätzen, die sich sehr einfach lesen lassen. Es handelt sich aber nicht um ein Kinderbuch und die Schreibweise bewirkt auch keineswegs, dass man denkt, das Buch wäre wenig anspruchsvoll. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und erkennt den individuellen Stil der Autorin. Die Geschichten scheinen, obwohl sie teils doch sehr ausgefallen sind, authentisch und auch wenn man vorher noch nie mit Siamkatzen zu tun gehabt hat, lernt man doch eine ganze Menge über sie und bekommt ein Gefühl für ihre Eigenarten. Auch ohne Bebilderung kann man sich die Geschichten lebhaft vorstellen und ist immer wieder erstaunt, wie realistisch sie rübergebracht werden.

~¤~¤~¤~¤~&c urren;~¤~¤~¤~¤~¤ ;~¤~¤~¤~¤~¤~


Die Stories werden unheimlich gefühlvoll erzählt und man hat keine Probleme, sich in die Situationen hinein zu versetzen – vor allem, wenn man selber Tiere (Katzen) hat. Was mir besonders gut gefällt, ist der Humor, mit dem Doreen Tovey einen ziemlich schnell um den Finger wickelt. Das Buch wirkt dadurch sehr lebendig und einzigartig, und ich konnte mir einige Lacher einfach nicht verkneifen. Ich denke, dass vor allem die Menschen, die selber Siamkatzen haben, eine große Freude mit diesem Buch haben würden, aber auch alle anderen Tierfreunde kommen ganz bestimmt auf ihre Kosten. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen und da mir absolut kein negativer Punkt dazu einfällt, werde ich auch ohne Zögern alle möglichen Sternchen verteilen und eine Empfehlung aussprechen, dem, der sich für lebhafte, liebevoll geschriebene Tiergeschichten interessiert.

Titel: Die Katze mit den blauen Augen
Original: Cats in the belfry
Autor: Doreen Tovey
Verlag: Scherz (gebundene Ausgabe)
Preis: wird leider nicht mehr gedruckt, gebraucht aber um 5 Euro erhältlich
Seitenanzahl: 222
ISBN: 3-502-10758-0
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
buchfee

Nirgendwo in Afrika - Stefanie Zweig

ein Testbericht von 2003-04-27 23:40:41 vom 27.04.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: einfühlsamer Roman über Afrika in bildhafter Sprache aus der Sicht eines Kindes, ...
Nachteile/Kritik: -
Stefanie Zweigs Roman beginnt im Jahre 1938 und sie erzählt in autobiografischer Form die Geschichte der jüdischen Familie Redlich.
Die Propaganda des Hitler Regimes gegen die Juden nimmt erschreckende Ausmaße an. Walter Redlich wird die Zulassung als Rechtsanwalt und Notar entzogen und damit jede Lebensgrundlage in Deutschland. Da die Familie nun auch um ihr Leben fürchten muss, entschließt sich Walter Deutschland zu verlassen.

Noch im Jahre 1938 emigriert er nach Kenia, um für seine Ehefrau Jettel und die kleine Tochter Regina ein neues Zuhause zu schaffen.

In Kenia findet er mit Hilfe anderer jüdischer Auswanderer eine Anstellung als Farmverwalter
und kann seine Frau Jettel und seine Tochter Regina nachkommen lassen.

Die Familie ist glücklich zusammen in der afrikanischen Steppe sicher leben zu können. Doch dieses Glück ist nicht von langer Dauer, denn Walter und auch Jettel haben Probleme sich in der Neuen Heimat einzuleben.

Für Walter ist das Leben als Farmer ungewohnt und er hat auch große Verständigungsprobleme, da er die englische Sprache nicht beherrscht.
Jettel fühlt sich einsam und kann sich nicht mit der Armut abfinden. Sie vermisst das gesellschaftliche Leben und ihre Verwandtschaft in Deutschland.
Nur Regina fühlt sich mit dem Land verbunden und lebt regelrecht auf. Sie erlernt schnell die englische Sprache, freundet sich mit den Menschen auf der Farm an und lernt auch die afrikanischen Dialekte.

Eine wichtige Person im Leben der Familie Redlich ist der Boy Owuor. Er ist eine große Hilfe für Walter beim Erlernen der Farmarbeit und er bringt der gesamten Familie die Kultur seines Volkes etwas näher.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gibt es keine Hoffnung für die Angehörigen in Deutschland. Doch auch in Kenia werden viele von den jüdischen Flüchtlingen verhaftet und nach Nairobi gebracht. Auch Walter geht es nicht anders und er verliert dadurch seine Anstellung auf der Farm. Doch wieder erfährt die Familie Hilfe von der Jüdischen Gemeinde.

Walter wird immer unzufriedener und in den letzten Kriegsjahren lässt er sich vom britischen Militär anwerben.
Auch Jettel ist froh nun in Nairobi zu leben und freundet sich mit einigen Immigrantinnen an. Doch Jettel hat diese Zeit grundlegend verändert. Aus der verwöhnten Frau aus Breslau ist eine Frau geworden, die zupacken kann und ihren Lebenswillen unter Beweis stellt. Sie sucht sich zum Beispiel eine Arbeit in einer Bar.
Die Nachrichten aus Deutschland die sie nach Ende des Krieges erhalten erschüttern die gesamte Familie. Denn viele Ihrer Freunde und Verwandte haben den Holocaust nicht überlebt. Walter möchte trotz allem nach Deutschland zurückkehren, doch seine Frau Jettel und auch Regina möchten in Afrika bleiben. Wie werden sie sich entscheiden..............

Mein Kommentar

Stefanie Zweig erzählt über Afrika in einer Art und Weise, dass man den doch relativ unbekannten Kontinent besser versteht. Sie schreibt mit einer Detailtreue, aber ebenso mitreißend über Afrika, dass man sehr viel über das Leben der Menschen in Kenia und deren Kulturen erfährt.

Besonders gefällt hat mir allerdings, wie sie die Konflikte Ihrer Eltern aufzeigt, die versuchen in dieser für sie Neuen Welt eine Heimat aufzubauen. Diese Konflikte entstehen durch ihre deutsche Erziehung, ihre Traditionen und vor allem durch ihr Heimweh nach einem Deutschland was es nicht mehr so gibt. Es kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt eine Tragik auf .........

Die Dialoge mit dem schwarzen Boy Owuor haben bei mir einen großen Eindruck hinterlassen. Er schafft es immer wieder die Familie zu motivieren und erst durch ihn lernt Regina das Land und seine Kultur besser zu verstehen und zu lieben.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es bringt uns Afrika etwas näher und beschäftigt sich zugleich mit
der deutschen Vergangenheit.
Doch die Geschichte geht weiter mit Irgendwo in Deutschland

Preis:
Der Roman Nirgendwo in Afrika und der Folgeroman Irgendwo in Deutschland sind im Augenblick
für ca. 8,00 Euro in einem Doppelband erhältlich. Hardcover ISBN Nr. 3 453 172 027
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Das Hurenkind

ein Testbericht von 2003-04-17 20:55:37 vom 17.04.2003
Empfehlung: ja
Das Hurenkind


Das Hurenkind stammt aus der Feder der Österreichischen Schriftstellerin Christine Grän.

Das Buch hat 254 Seiten und Kostet 21 Euro.

Zur Geschichte

Die Hauptcharakteren sind:

1. Marie Ahrend
2. Leon Lenbach
3. Anne Lenbach
4. Max Lenbach

Eher nur Nebenspieler sind:

1. Conrad (Chefredaktuer)
2. Eckhard (Journalist)
3. Beate Lenbach
4. Maries Mutter

Die Geschichte beginnt mit Marie Ahrendt. Sie erzählt von ihrer Vergangenheit, als Kind einer Prostituierten. Sie wächst in einem Bordell an der Gerberstraße auf, hatte eine Abtreibung mit 16 und hat keine Freunde. Der Direktor ihrer Schule, in der sie als Puffmarie verschrien ist, ist Stammkunde. Sie besteht das Abitur mit Auszeichnung und wird an der Journalisten Schule später angenommen.
Ihre Vergangenheit ist Tabu, sie erzählt allen eine erfundene Story von den beiden Toten Eltern etc. Ihre eigene Mutter besucht sie einmal im Monat mit einer Flasche Wodka.
Für sie ist Sex nur Karriere fördernd, und so setzt sie ihr gutes aussehen ein um nach ganz oben zu kommen. Mit 29 ist sie Ressortleiterin einer Seriösen Zeitung. Nach einer Affäre mit dem Chefredakteur Conrad, bekam sie diese Stellung. Marie benutzt jeden um ihr Ziel zu erreichen. Sie ist Kalt und Gefühllos, weiß aber, wie sie im Leben weiterkommt. Der Redaktionsalkoholiker Eckhardt, landet auch nur in ihrem Bett, weil er ein Geheimnis über Conrad hat, das Marie wissen möchte. Conrad fuhr nämlich einst betrunken Auto und überfuhr dabei eine junge Frau, die dadurch ihr Bein verlor. Er beging Fahrerflucht, und Eckhardt saß daneben. Diese junge Frau wurde Conrads Ehefrau – ob nun aus Schuldgefühlen heraus oder nicht, immerhin war sie Erbin des Verlags und so wurde Conrad auch Chefredakteur. Diese Information macht Marie, die Conrad erpresst, zur Stellvertretenden Chefredakteurin.
Als sie Max Lenbach, einen erfolgreichen Geschäftsmann, interviewt, beginnt dieser Kurz darauf eine Affäre mit ihr. Ihr passt der Erfolgsmensch gut in ihr Konzept. Erhofft sich dadurch schneller aufzusteigen. Doch leider überschätzt Marie sich und holt sich auch noch Leon, den Bruder von Max ins Bett. Das sorgt für einen gekränkten Max, der sich nun an Marie rächt, ohne dass diese sein Spiel erkennt. Für Marie ist es Liebe, was sie für Leon empfindet. Dieser ist allerdings Verheiratet. Anne Lenbach ist seine Frau. Mit ihr hat er einen Sohn, David. Anne war früher Schauspielerin. Aus Angst nicht gut genug zu sein, und aus Liebe zu Leon, gab sie ihren Beruf auf und wurde Hausfrau. Allerdings nimmt sie gelegentlich kleine Arrangements an, um Geld zu verdienen. Denn Leon, als Pilot bei seinem Bruder Angestellt, verpulvert sein ganzes Geld oft in seine Maschine, das einzige auf der Welt, das ihm scheinbar wirklich etwas bedeutet. Denn Marie ist nicht die einzige, mit der Leon Anne schon betrogen hat.
Mit ihrer Liebe zu Leon, beginnt Maries mühsam errichtetes Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Es beginnt damit, das Conrad einen Herzinfarkt bekommt, und Marie nun für ihn einspringt. Als Max ihr vertrauliche Informationen zukommen lässt, für eine gute Story, erkennt Marie zu spät, das dies seine Rache für ihre untreue war. Die Informationen waren gefälscht, Maries ruf muss dadurch sehr leiden.
Inzwischen hat auch Anne von dem Verhältnis zwischen ihrem Mann und einer anderen Erfahren. Max, der für Anne scheinbar mehr empfindet, sagt es ihr indirekt und Anne zieht daraus ihre Schlüsse und wirft Leon raus. Dieser erkennt daraufhin, wie sehr ihm Anne bedeutet und Marie. Leon, unentschlossen und in seinem eigenen Traum gefangen, wie man ihn kennt, liebt beide Frauen…


Mehr möchte ich an dieser Stelle lieber nicht schreiben, da es doch unfair ist, den Ausgang dieser im Grunde Tragischen Geschichte zu schreiben. Für mich ist Marie eine herrschsüchtige Selbstverliebte Frau, die ihrer Karriere willen über Leichen geht. Vielleicht sollte man ein gewisses Mitleid ihr gegenüber empfinden, wenn man bedenkt woher sie kommt, nur fiel mir das beim Lesen sehr schwer. Die Geschichte an sich, hat mich ziemlich gefesselt, auch wenn ich erst skeptisch war, als ich das Buch kaufte. Ich habe es in einem Zug durchgelesen, weil man es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Besonders gut waren die Erzählungen, aus mehreren Perspektiven. Mal berichtete Marie, mal Max, mal Anne oder Leon. Die Sprachweise und Gedanken des jeweiligen hat die Autoren gut abgrenzen können, so das man wirklich das Gefühl hatte, mehrere Personen gleichzeitig würden erzählen. Vor allem ist es ein gelungenes Ende, mit dem der Leser absolut nicht Rechnet. Beziehungsweise, ich habe damit gerechnet und auch einige Freundinnen, die das Buch ebenfalls gelesen haben, waren überrascht. Der Schreibstil ist schon etwas anspruchsvoll und dennoch flüssig.

Mein Fazit lautet also: Sehr gut und ich würde es jederzeit weiter empfehlen und sogar mehrmals Lesen :-)



Ergänzung:

Christine Grän wurde am 18. April geboren in Graz/Steiermark. Damals hieß sie mit Nachnamen noch Hütter, wann sie diesen allerdings ablegte, kann ich nicht sagen. Sie arbeitete nach ihrem Studium als Redakteurin, bevor sie einen mehrjährigen Aufenthalt in Afrika hatte. Unter anderem soll Christine Grän dort ein „Buschhotel“ unterhalten haben. Später ließ sie sich als freie Journalistin und Autorin in Bonn nieder, wo sie auch noch heute lebt. Die erfolgreichsten Bücher sind

Die Hochstaplerin
Das Hurenkind
Villa Freud

Sie wurde vor allem durch ihre Anna-Marx-Krimis (als ARD-Abendserie verfilmt) bekannt.
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