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| CLEMENS LAAR MEINES VATERS PFERDE |
4,90 € |
25T 12Std. | 0 | ||
| Meines Vaters Pferde / Clemens Laar |
1,01 € | 8T 20Std. | 0 | ||
| Meines Vaters Pferde gebunden von Clemens Laar von 1962 |
1,00 € | 5T 2Std. | 0 | ||
| Alle Angebote für Meines Vaters Pferde - Clemens Laar | |||||
![]() von Frauen - Pferden - Frauen ... und von Leben und Liebe!ein Testbericht von saida2003-11-26 23:06:04 vom 26.11.2003 Empfehlung: ja Vorteile: anspruchsvoller geschrieben...Nachteile/Kritik: wer keine Pferde mag, wird vielleicht ach das Buch nicht mögen?Aktuell bin ich in der Abteilung Pferdebücher angelangt – die reicht vom Mädchenbuch bis hin zu anspruchsvollerer Literatur für >ältere Jahrgänge< - und da fasziniert mich ein Buch jedes Mal aufs Neue. Es handelt sich um • MEINES VATERS PFERDE ------------------------------------ Ich jedenfalls war von der ersten bis zur letzten Seite neugierig, wie es weiter geht, und musste doch immer wieder Pausen einlegen, weil es an einem Leseabend einfach nicht zu schaffen war – aber das steigert die Spannung, und man freut sich auf die Fortsetzung. Obwohl ich auch den Film kenne, lese ich dieses Buch alle paar Jahre immer wieder gerne – dann nämlich, wenn ich die Einzelheiten der Geschichte aus dem Gedächtnis verloren habe… Zunächst einmal die Rahmendaten über das Buch selbst, damit meine Leserschaft weiß, wovon ich eigentlich spreche. Also, mir liegt eine ganz alte Version vor – die vermutlich von meiner Mutter oder mir selbst auf dem Flohmarkt erstanden wurde… Die Ausgabe umfasst 414 Seiten, die relativ klein bedruckt sind – finde ich gut, so habe ich wenigstens eine Weile an dem Buch, und es ist doch kein so dicker Wälzer – obwohl es eine gebundene Hardcover-Ausgabe ist.. Es handelt sich um eine Lizenzausgabe für den Bertelsmann Lesering aus dem Jahre 1962, unter Genehmigung des Adolf Spontholz Verlages (Hannover) – Buch-Nr. 2587. Jegliche Angaben einer ISBN fehlen – vermutlich werden die Bücher gar nicht mehr gedruckt, sind womöglich nur in Antiquariaten zu finden, oder aber von einem ganz anderen Verlag als dem ursprünglichen aufgelegt. Ich denke aber, wen mein Bericht nun so neugierig macht, dass er das Buch gerne lesen möchte, der wird bestimmt im WWW fündig werden – wenn nicht sogar in einer örtlichen Bücherei… Auf der 415. Seite erfahren die Leser schließlich noch etwas über den Autor • CLEMENS LAAR ----------------------- Hier die Kurzfassung: geboren 1906 (Berlin) Studium in Berlin und Leipzig (neuere Geschichte, moderne Sprachen) journalistische Ausbildung (Verlag Ullstein) freier Schriftsteller (wieder Berlin): 1935: Reitet für Deutschland… (verfilmt mit Willy Birgel) 1951: Meines Vaters Pferde (verfilmt 1953) 1951/52: Kavalkade 1952: Fünf Reiter 1952: Solange es Pferde gibt… 1952: Im Sattel gelebt – im Sattel gestorben Auszeichnung im Literaturwettbewerb , Olympiade 1952 (davor bereits mehrere Preise, u. a. als Jugendbuchautor) gestorben 07.06.1960 Wie schon an den Buchtiteln unschwer zu erkennen, schrieb der Autor ausschließlich über Pferde – aber eben auch über das Leben, was ich an dem mir vorliegenden Buch nun deutlich machen möchte… Kurz zu den Charakteren, die eine wesentliche Rolle in dem Buch spielen: • Jürgen Godeysen - Soldat im 2. Weltkrieg - nun im Lazarett, in welchem • Dr. Gunthermann - der Chef ist. • Nikoline Pratt - ist die Enkelin der großen Liebe des • Kaspar Godeysen - dessen Botschaft in Tagebuchform sie seinem Sohn Jürgen vorlesen wird… Ich werde nun jedes einzelne Kapitel kurz zusammenfassen, aber gleichzeitig werde ich mich darum bemühen, trotzdem nicht zu viele Details zu verraten ;-) Wer natürlich lieber nichts aus dem Inhalt wissen möchte, der liest vielleicht nur die Beschreibung und Beurteilung für das erste Kapitel, und scrollt dann (weit!) nach unten zu ++++ Allgemeines...+++ ZITATE aus dem Buch sind IN ECKIGEN KLAMMERN […] gehalten. ----------------------------------- ----------------------- Kapitel I (S. 7-29) ------------------------------------------- --------------- 1950 - NIKOLINE oder Ruf des Lebens ------------------------------------------------ ---------- Dr. Gunthermann ist ein Arzt mit Leib und Seele – etwas brummig, jedoch sehr auf das Seelenheil seiner Kriegsveteranen bedacht. Zu diesem Zwecke zieht er sich z.B. zur Visite keinen Arztkittel, sondern Alltagskleidung an… Er macht sich große Sorgen um seinen Patienten Godeysen – sein Patient soll am nächsten Morgen von einem Spezialisten einer Gehirnoperation unterzogen werden, die jedoch nur dann Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn der Lebenswille des Patienten stark genug ist. Dieser jedoch hat jeglichen Lebensmut verloren, und zudem haben auch schon die ersten Lähmungserscheinungen eingesetzt… Da tritt Nikoline Pratt, jung, hübsch, charmant, in die Handlung ein. Sie sucht im Namen ihrer Großmutter nach dem Verbleib von Jürgen Godeysen, und lässt sich nun nicht mehr abwimmeln, da sie ihn endlich als Patienten hier gefunden hat.. Zunächst ist der Arzt natürlich sehr skeptisch, und will sie als Besucherin nicht vorlassen.. Dann jedoch erfährt er von den Schreibheften, die Nikoline vom inzwischen verstorbenen Vater des Patienten mitgebracht hat, beginnt darin zu lesen, und sieht die Kombination Botschaft des Vaters plus hübsche junge Dame als letzte Hoffnung, den kritischen Fall Godeysen aus der Lethargie zu reißen… (Es ist ausgesprochen amüsant erzählt, wie er zunächst versucht, Nikoline abzuwimmeln!! – ich ©saida jedenfalls musste nicht nur schmunzeln, sondern habe mich an mancher Stelle selber beim leisen Lachen ertappt.) Nikoline wird schließlich in das Krankenzimmer gebracht, wo sie vom Patienten nicht gerade freundlich empfangen wird, sie fühlt sich unsicher und mutlos, beginnt schließlich aber mit dem Vorlesen der Botschaft des Kaspar Godeysen, weil sie doch weiß, dass dies die einzige Hoffnung für den Sohn desjenigen Mannes sein kann, den ihre Großmutter einmal sehr geliebt hatte… [Ich bin immer ein armer Hund gewesen (…) immer eine Überfülle an den Schätzen, auf die es allein ankommt. (…) Schönheit, Freude, und die Erhabenheit, die aus der Suche nach dem Echten kommt. (…) Ich habe mich immer nur an die rechten Quellen gehalten, an die Frauen und an die Pferde. Der Glanz und die Festlichkeit des Lebens kommen allein aus den Händen der Frauen. (…) Es kommen auch die schlimmsten Schmerzen aus den Händen der Frauen, aber wie auch der Schmerz das Leben reich machen kann, das erkennt man erst aus der Rückschau. (…) Die Pferde (…) erziehen uns mehr als irgendetwas anderes zum Echten. (…) Wer das innere Wesen des Pferdes und des Reitens nicht begreift, der wird auch das Leben nicht verstehen, und vor allen diejenigen, die das Leben tragen und die es spenden, die Frauen… (…)Natürlich gab es unsagbar viele andere Pferde und Frauen in diesem bewegten und so ganz und gar nicht bedeutenden Leben, aber sie gehörten nicht so beziehungsvoll zu den großen Etappen, die ich Ahnung, Traum, Erfüllung, Ausklang und Erkenntnis nennen möchte. (Seite 28/29)] Hiermit sind schon einmal die Hauptdarsteller eingeführt, und man bekommt bereits eine Ahnung davon, dass es beileibe nicht nur um Pferde und die Liebe geht, sondern reichlich Lebensphilosophie aus den Seiten sprechen wird. Der Autor zeigt sehr viel Feingefühl in der Beschreibung seiner Charaktere, zu denen im weiteren Verlauf der Geschichte noch einige Frauen, aber auch Pferde gehören werden – wie er es den Vater Godeysen ja bereits ankündigen ließ. Woher der Autor mit seinen damals höchstens 45 Jahren wohl diese Lebensweisheiten genommen haben mag - ? ------------------------------------------ ---------------- Kapitel II (S. 33-112) ----------------------------------------- ----------------- 1897 – BAYARD oder Die Götterdämmerung des Fähnrichs Godeysen ------------------------------------------------ ---------- Kaspar Godeysen dient noch als Fähnrich beim kaiserlichen Regiment – welcher Position das heute entspricht möge man mich aber bloß nicht fragen! Er gilt als begnadeter Reiter, und obwohl er keine adeligen Vorfahren im Stammbaum hat, wird er auserwählt, einen Distanzritt für das Regiment mit zu reiten – und natürlich möglicht zu gewinnen. Fräulein Lena tritt auf den Plan, die erste große Liebe des Fähnrichs – aber dazu, ob die beiden sich kriegen, sage ich an dieser Stelle nichts… Man lernt den >Vater Pauschke< kennen, der unserem Romanhelden Kaspar als Oberfuttermeister und Kenner aller Regimentspferde das angeblich beste Pferd im Stall zuteilen soll – und dabei etliche Lebensweisheiten von sich gibt, die sich Kaspar im Laufe der Erzählung (und demnach seines Lebens) immer mehr zu eigen macht. Die Quintessenz, die in diesem Kapitel erzählerisch vermittelt wird, finden wir meiner Meinung nach in einer einfachen Aussage des alten Pauschke wieder: [Schimpfen Sie nie uff die Pferde, und schimpfen Sie nie uff die Frauen. (…) Det Jeheimnis is nämlich, Fähnrich, Pferde sind keene Tiere, und Frauen sind keene Menschen. (…) Wenn Sie mal 'n Reiter jeworden sind, denn werden Sie mir wejen die Pferde recht geben. Und sollten Sie mal 'n Mann werden, dann werden Sie ooch det mit die Frauen bejreifen. Man wird allerdings an die Achtzig dabei, oder noch häufiger stirbt man darüber hin…] … Und so erhält unser Fähnrich das Pferd Bayard - der eigentlich jeden aus dem Sattel wirft… Wie es nun Kaspar mit Hilfe des alten Pauschke gelingt, das Pferd zu meistern, das soll jeder selbst lesen, der es wissen möchte… Jedenfalls spielt dieses Pferd die erste große Rolle im Leben des Soldaten Godeysen senior, und er begreift allmählich, dass die Sprüche des alten Futtermeisters gar nicht einmal so ohne sind…. Das war es wohl, was er in seiner Einleitung seinem Sohn mit dem Lebensabschnitt >Ahnung< sagen wollte. Manches Mal nicht so einfach zu lesen, weil der Dialekt vom Autor auch in etwa wiedergegeben wurde – aber gerade das ließ mich ©saida noch mehr in die Geschichte eintauchen… --------------------------------- ------------------------- Kapitel III (S. 115-217) ---------------------------------------- ------------------ 1902 – AVOURNEEN oder Die bittersüße Liebe von Erryllgobragh ------------------------------------------------ ---------- Kaspar ist in Irland, besucht seinen Freund, Patrick St. Ives, von allen nur Pat genannt. Aus dessen Munde erfahren wir von der Einstellung des Autors zu den Tieren: [Für uns ist alles beseelt. Die Erde, die Steine, die Bäume, die Tiere und wir. Es ist alles eins. Wir glauben nicht an das Vorrecht des Menschen, nur weil er ein Mensch ist. Wir glauben, dass ein Tier, das geliebt wurde und das also mit seinem Vermögen zur Allmacht des Lebens beigetragen hat, wertvoller ist als ein ungeliebter Mensch. (…) Sag niemals in Irland und schon gar nicht von einem Pferd: Es ist ja nur ein Tier. Für uns sind die Tiere unsere stummen Brüder.] Die Stute Avourneen, um die es in diesem Lebensabschnitt Kaspars geht, gehört Nicoline, der Gattin seines Freundes. Sie ist übrigens die Großmutter der vorlesenden Nikoline Pratt, und einmal teilt sie ihrem Reiterlein, wie sie Kaspar nennt, mit: [Kein Mensch wird je herausfinden, warum er einen anderen Menschen liebt. (…) Und man freut sich beim Einschlafen auf den nächsten Tag, und beim Aufwachen freut man sich auch… Und man weiß gar nicht worauf. Nur dass es in irgendeiner Weise mit dem anderen zu tun hat.] [Ich musste ein alter Mann werden, ehe ich begriff, dass eine Frau einem Mann gar nichts Schöneres sagen kann, als es die Worte waren, die ich damals von Nicoline empfing und an mir abgleiten ließ] Warum die Liebe zwischen Nicoline und Kaspar nur eine platonische sein konnte und keine körperliche, erfahren wir in diesem Kapitel – und leiden und fühlen mit Kaspar… Und wir wissen nun auch, was Jürgen Godeysens Vater mit der Lebensstation >Traum< gemeint hat, und warum die Großmutter Nikolines wenigstens den Sohn von Kaspar kennen lernen möchte… Ganz nebenbei habe ich ©saida in diesem Kapitel übrigens noch so einiges über den britisch-irischen Konflikt zu Beginn des 20. Jahrhunderts (vorwiegend aus irischer Sicht) lernen können… ------------------------------------- --------------------- Kapitel IV (S. 221-263) ---------------------------------------- ------------------ 1912 – FENRIS oder Wendemarke Lunapark ---------------------------------------- ------------------ Der Held des Buches reitet jetzt Rennen – auf seinem auf Kredit gekauften Hengst namens Fenris. Denn inzwischen hat Kaspar nicht nur ein eigenes Pferd, sondern auch einen Burschen, den Gabriel Zeisig - und der führt die Regie im Leben des Gardeoffiziers Godeysen… Leider gerät Kaspar in Spielschulden und kann so die Kreditrate für sein Spitzenpferd nicht bezahlen – soll aber an einem Rennen, der >Armee< teilnehmen. Sein Pferdehändler, der Schlochtauer, hat Kaspars Wechsel an die Bank gegeben, Fenris ist gepfändet, und nun sieht es reichlich düster aus für Kaspar: Kein Fenris – kein Rennen – keine Einnahmequelle. Jedenfalls ist Kaspar so verzweifelt, dass er sich am liebsten umbringen möchte! Seine derzeitige Liebschaft serviert er ab – sie gehen ein letztes Mal in den Lunapark in Berlin -, aber sein Verhalten lässt ihm doch keine Ruhe: [Ich hörte Lottidas Stimme: Du sollst mir doch bloß lieben, und dann sah ich vor mir ein Frauengesicht schweben. War es das geliebte Gesicht von Nicoline… Es waren doch nicht ihre Augen. Im Versinken hörte ich ein Schleifen vor meiner Schlafzimmertür. So benommen ich war, so wusste ich doch, was es bedeutete. Zeisig zog sich einen Stuhl heran und richtete sich zur Nachtwache ein. Er war so ungeheuer raffiniert und so ungeschickt.] Die eigentliche Haupthandlung (oder ist das die Nebenhandlung?), die über der Erzählung Kaspars so in den Hintergrund geraten ist, nimmt wieder ihren Lauf: Es ist nach Mitternacht, und Nikoline macht eine Lesepause. Der Patient beginnt, an der Geschichte seines Vaters teil zu haben, es geht ihm offensichtlich besser. Von dem diensthabenden Arzt erfährt Nikoline draußen im Flur, dass der Zustand des Patienten ob der Geschichte wirklich besser ist, weil er wieder etwas Lebenswillen zu haben scheint. Nikoline geht wieder ins Krankenzimmer: [Schlafen Sie, Jürgen? Nein. Ich… ich bin kein Feigling, Nikoline. Dann soll ich weiterlesen? Bitte. Ich… ich möchte von meiner Mutter hören.] Ich habe mich als Leser über diese Entwicklung mit gefreut – obwohl das eigentlich von Anfang an klar war, dass es so kommen würde. Aber der Autor beschreibt die Situationen so meisterhaft, dass ich ©saida einfach mitfühlen musste… ------------------------------------- --------------------- Kapitel V (S. 267-339) ---------------------------------------- ------------------ 1912 – HERZELOIDE oder Letzter Ritt im bunten Feld -------------------------------------------- -------------- Immer noch dasselbe Jahr. Kaspar lernt nun ein Mädchen kennen, das ihm schon im letzten Kapitel in der Reitbahn des Pferdehändlers begegnet ist - Zeisig vollführte eines seiner >Regiekunststückchen<, und so kommt es, dass Kaspar auf dem Rennpferd ihres Vaters die >Armee< reitet. Nebenbei entwickelt der Autor eine zarte Liebesgeschichte – und nicht nur im Leben des Kaspar Godeysen… Nikoline schläft beim Vorlesen ein – und Dr. Gunthermann findet nicht nur sie, sondern auch seinen Patienten friedlich schlafend vor. - Als er schließlich beiden erklärt, wie gut es – den Umständen entsprechend – Jürgen doch geht, ist auch Nikoline unsagbar erleichtert… Die beiden sprechen nach dem Hinausgehen des Arztes noch ein wenig miteinander, lernen sich ein wenig kennen. Jürgen erzählt sehr viel, dabei geht es ihm wieder ein wenig schlechter, der Arzt kommt hinzu, aber er muss unbedingt zu Ende sprechen: [Ich weiß jetzt, dass die Lachenden und Starken und die Unbekümmerten und Frohen, dass die das auch gegen das Leben … und gegen sich selbst erkämpfen müssen. Soldaten… Soldaten des Lebens.] Als Nikoline weiter vorliest, ist der Arzt dabei – Jürgen hat erklärt: [Wir freuen uns, Nikoline und ich (…) und mein Vater] Und auch der Leser wird wieder ein bisschen froher – wie es in der Geschichte von Kaspar bergauf geht, so auch im Leben seines Sohnes… In diesem Kapitel ist wohl die Station Erfüllung im Leben Kaspars anzusiedeln – und mehr erzähle ich ©saida hier auch nicht, sonst wird die Story ja langweilig! --------------------------------- ------------------------- Kapitel VI (S. 343-385) ---------------------------------------- ------------------ 1920 – GATTAMELATA oder Das Unvergängliche ---------------------------------- ------------------------ Kaspar war im Krieg - aber bei seiner Rückkehr sind sowohl seine Frau, als auch sein kleines Töchterlein verstorben; eine Grippe hat sie dahin gerafft. [Was man wirklich liebt, verliert man nie, weil es Teil unseres eigenen Ichs geworden ist, und die Heimat st immer dort, wo unser Herz sich öffnet, wo wir lebendig werden, weil wir zu fühlen beginnen. So ist wohl unsere wahrhaft erlebte Vergangenheit unsere eigentliche Heimat.] Sein Sohn ist noch zu klein, als dass der Vater ihn kennen würde, er ist auch gar nicht zu Hause. Nur der Schwiegervater empfängt ihn – und auch er ist ein gebeugter Mann geworden. Von ihm erfährt er, was sein Frau als Letztes gesagt hat: [Bum soll Gattamelata nicht vergessen!] Gattamelata war – wer hätte es anders erwartet – ein weiteres Pferd in Kaspars Leben, um genau zu sein, das seiner Frau. Außerdem beurteilte Kaspar einmal in einer hitzigen Diskussion mit seiner Frau ein Reiterstandbild von Donatello folgendermaßen: […der Gattamelata (…) reitet wirklich. Der hat sein Pferd am langen Zügel, aber zwischen Kreuz und Knie. Da ist letzte innerliche Konzentration bei der wirklich souveränen Gelassenheit des großen Reiters und Herrn über sich und sein Schicksal…] Für ihn und seine Frau bedeutete fortan das Wort Gattamelata nur noch, dass es vorwärts gehe. Und somit blieb Kaspar nichts weiter übrig, als nach vorne zu schauen… Sehr traurig war ich ©saida beim Lesen dieses Kapitels, auch als die Beziehung Schwiegervater - Kaspar etwas ausgeleuchtet wurde – zwei einsame Männer… Dies muss der Ausklang sein, von dem Kaspar in seinem ersten Heftlein einleitend gesprochen hatte. ------------------------------------------ ---------------- Kapitel VII (S. 389-414) ---------------------------------------- ------------------ 1950 – NIKOLINE oder Erziehung im Sattel ------------------------------------------ ---------------- In diesem Kapitel folgt die Erkenntnis. Hier nur ein einziges Zitat: [Und nun wollen wir uns die Hand geben, Jürgen. Für mich heißt es >Abgesessen< und für Dich nunmehr >Zügel aufnehmen< (…) Auf Wiedersehen, denn mein Junge. Reite und mach's gut!] Vater hinterlässt Sohn ein Pferd, um das er sich kümmern soll – eine Avourneen-Tochter mit dem Namen Nikoline oder Nicoline … Und jetzt gehe ich ©saida tatsächlich gar nicht mehr auf den Fortgang der Geschichte ein – lest einfach selbst, es lohnt sich wirklich! +++++++++++++++++++++++++++++++ +++ Allgemeines zum Buch oder Was ich sonst noch dazu sagen möchte: ++++++++++++++++++++++++++++++++++ Sol ange wir beobachten, wie sich der Lebenswille des Jürgen Godeysen durchsetzt, erzählt ein neutraler Beobachter (Perspektive Vogelwarte); die Geschichte Kaspars ist natürlich in Ich-Form geschrieben. So kann der Leser wirklich mitfühlen, er liest ja genau das, was Jürgen hört – und merkt, welche Kraft aus den Worten seines Vaters spricht, welcher Lebensmut. Die Sprache des Autors ist in keinem Fall von niedrigem Niveau, und bei jedem Wort spürt man, dass er das, was seine Helden sagen, selbst auch denkt – und lebt. Die militärischen Fachbegriffe mögen teilweise in der heutigen Zeit nur schwer verständlich sein, sind aber für den Fortgang der Handlung nicht wirklich von Bedeutung. Das Buch wurde auch verfilmt, und selbst im Film ist die Stimmung gut eingefangen worden, die man beim Lesen dieses Buches spürt… Ich mag Pferde, und so kam ich an dieses Buch. Oftmals findet man schon auch Fachbegriffe aus der Reiterei – und wer da einen Einblick hat, wird bemerken, dass Clemens Laar viel davon verstanden haben muss. Und seine Reiterphilosopie erweist sich als ausgesprochen plausibel – ich bin überzeugt, dass einiges, was er seinen Charakteren dieses Buches in den Mund gelegt hat, von ihm selbst so gelebt und erfahren worden ist… ----------------------- Meine Empfehlung: ----------------------- Das erste Mal, dass ICH ©saida >Meines Vaters Pferde< gelesen habe, war ich bestimmt noch nicht 18 Jahre alt – aber auch schon vorher waren etliche der so genannten Erwachsenenbücher nicht vor mir sicher… Trotzdem würde ich das Buch allgemein erst ab 18 empfehlen - falls man nicht vorher schon so vieles gelesen hat, dass man mit der komplexen Sprache und Geschichte nicht die Lust am Lesen verliert. Denn das wäre ausgesprochen schade! In jedem Fall für Pferdefreunde lesenswert, aber da ja auch eine Liebesgeschichte (was heißt eine! - viele…) mit hinein gewoben ist, kommen auch alle anderen nicht zu kurz. Zudem auch für Historien-Romanliebhaber empfehlenswert, da einiges aus der Soldatenzeit um die letzte Jahrhundertwende berichtet wird – wobei ich mich in der Hinsicht zwar nicht so gut auskenne, aber sehr wohl den Eindruck habe, dass der Autor auch da fundierte Kenntnisse mitbringt und ganz genau weiß, wovon er spricht. ************************************** ************** Zwar nicht unbedingt leichte Kost - aber unbedingt lesenswert!! Prädikat: wertvoll **************************************** ************ ©saida/24.10.2003 [Statisti k: 3.132 Worte / 18.001 Zeichen (ohne Leer-)] P.S.: Das hier ist sicherlich ein etwas unüblicher Buchbericht – aber ich bin absichtlich auf Inhalte eingegangen, weil ich denke, bevor man sich solch ein Buch z.B. bei ebay ersteigert, sollte man doch wissen, auf was man sich da einlässt... Sicher, die meisten Preise dort fangen bei 1 Euro an – aber wenn man weiß, worum es ungefähr geht, kann man eher für sich abschätzen, wo man seine Obergrenze setzen möchte! Habe trotzdem etwas länger gebraucht, bis ich bemerkt habe, dass es die Kategorie jetzt gibt *lach* ... |
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| 1-1 von 1 Medien & Unterhaltung Bücher - L-R | |||||
Allgemeine Informationen Meines Vaters Pferde - Clemens Laar
gelistet seit: 28.10.2003
Bewertung durch unsere Mitglieder
| Allgemeine Informationen Kategorie: Belletristik Autoren von A-Z: L Autor: Clemens Laar |






















