Naja, es war eins meiner Größten Hobbys und ich habe in der Regionaliga, zeitweise in der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga und sogar ein Spiel in der 2. Bundesliga bestritten. Irgendwie verlor ich die Lust (was an meiner 4 jährigen Marinezeit lag) und zur Zeit Spiele ich in der Oberliga und das große Ziel heißt Regionalliga.
Zu aller erst möchte ich die Regeln erläutern:
Squash ist ein sogenanntes Rückschlagspiel und gehört somit der gleichen „Sportfamilie“ an wie Tennis und Badminton. Beim Squash ist man dabei nicht durch ein Netz getrennt, über das der Ball hin und her gespielt wird. Die beiden Kontrahenten stehen gemeinsam in einer „rechteckigen Halle“, die auch Court genannt wird.
Der Court besteht aus einer Frontwand, Rückwand und 2 Seitenwänden. Die Frontwand hat eine Höhe von 4,57 m und weißt drei waagerechte Linien auf. Die erste verläuft 48 cm über den Boden, das sogenannte Tin welches die untere Auslinie darstellt. In 1,83m befindet sich die Aufschlaglinie und in 4,57m Höhe die obere Auslinie.
Das Tin besteht zumeist aus Metall oder Blech, damit beim Auftreffen des Balls ein deutlich anderes Geräusch entsteht und somit leichter zu erkennen ist das der Ball aus ist. Die Aufschlaglinie ist nur beim Aufschlag von Bedeutung, beim Aufschlag muß der Ball oberhalb dieser Linie auf die Frontwand gespielt werden. An den beiden Seitenwänden setzt sich die obere Auslinie fort. Sie beginnt an der Frontwand bei einer Höhe von 4,57m und senkt sich bis zur Rückwand auf 2,13m ab. Die Rückwand hat in dieser Höhe, eine Waagerechte Auslinie.
Der Boden des Courts hat eine Länge von 9,75m, er wird durch folgende Linien abgegrenzt. Eine Querlinie und eine senkrecht darauf liegende, zur Rückwand laufende Linie unter teilen den hinteren Teil des Courts in 2 gleich große Rechtecke. In jedem dieser Rechtecke, befinden sich ein Quadrat welches das Aufschlagfeld abgrenzt. Diese Bodenlinien sind nur für den Aufschlag von Wichtigkeit und spielen beim Ballwechsel keine Rolle mehr. Für die oberen Auslinien und dem Tin heißt es, anders als beim Tennis, berührt der Ball die Linie ist der Ball auszugeben.
Zum Spiel
Beim Squash stehen sich die Spieler nicht gegenüber sondern sie spielen gemeinsam in einem Court, der Ball wird abwechselnd geschlagen, wobei dieser die Frontwand berühren muß bevor er den Boden berührt.
Der Ballwechsel wird mit einem Aufschlag eröffnet, wobei der Aufschläger den Ball direkt auf die Frontwand spielen muß und zwar zwischen der Aufschlaglinie und der oberen Auslinie (bei allen anderen Schlägen gelten als aus, das Tin und die obere Auslinie). Wenn der Ball von der Frontwand zurückkommt, darf er volley (direkt aus der Luft), oder nach dem ersten Bodenkontakt retourniert werden.
Der Ball muß immer die Frontwand berühren, egal wie, d.h. Alle anderen Wände mit Ausnahme der Decke (sie gilt als aus) können in das Spiel mit einbezogen werden solange der Ball die Frontwand berührt. Bevor der Ball die Frontwand berührt darf er nicht den Boden berühren, nachdem er die Frontwand berührt hat darf er den Boden einmal berühren.
Ein Ballwechsel
gilt als beendet, wenn der Ball vor erreichen der Frontwand den Boden berührt, oder über die Auslinien geschlagen wird (bzw. das Tin berührt), oder der Ball nach berühren der Frontwand den Boden zum zweiten Mal berührt.
Das Spiel wird in drei Gewinnsätzen ausgetragen, d.h. wer zuerst drei Sätze gewinnt hat das Spiel gewonnen. Jeder Satz geht bis 9. Ausnahme beim Stand von 8:8. Bei diesem Spielstand bestimmt der Rückschläger ob der Satz bis 10 verlängert wird oder normal bis 9 zu Ende gespielt wird.
Nur der Aufschläger kann einen Punkt erzielen, gewinnt der Rückschläger einen Ballwechsel des Aufschlägers hat er keinen Punkt gewonnen sondern nur das Aufschlagrecht. Zu Beginn des Spiels wird ausgelost, wer zuerst aufschlagen darf. Vom zweiten Satz an hat der Spieler zuerst Aufschlag der den vorherigen Satz gewonnen hat. Es gibt anders als beim Tennis und Badminton beim Squash nur einen Aufschlag, wird dieser ins Aus oder unterhalb der Aufschlaglinie geschlagen wechselt sofort das Aufschlagrecht.
Der Aufschlag wird in dem oben beschriebenen Aufschlagfeld ausgeführt. Der Spieler der Aufschlag hat muß dabei mindestens mit einem Fuß vollständig im Aufschlagfeld stehen, tut er das nicht gibt es Aufschlagwechsel. Der Ball muß dann in das gegenüberliegende hintere Rechteck des Courts gespielt werden. Nachdem ein Spieler das Aufschlagrecht gewonnen hat darf er sich aussuchen von welcher Seite er aufschlagen will, macht er einen Punkt wechselt die Aufschlagseite automatisch.
Nach jedem Satz gibt es eine Pause die 90 sec. dauert.
Da Squash eine sehr enge Angelegenheit werden kann, sollte Rücksicht insbesondere auf den Gegner groß geschrieben werden. Damit durch diese Rücksichtnahme kein Nachteil zustande kommt gibt es die Let –Regel. Was ist Let?
In den Folgenden Fällen kann ein Let gegeben werden:
a) der Spieler verzichtet darauf zu Schlagen um den Gegenspieler nicht zu verletzen, da durch
die Schlagausführung der Gegner gefährdet ist.
b) der Spieler den Gegenspieler beim Schlag berührt.
c) der Spieler sich nicht zum Ball bewegen kann, da der Gegenspieler unabsichtlich im Weg
steht. Die Schlagausführung ist durch die Stellung des Gegners beeinträchtigt.
Der Spieler der gerade geschlagen hat, muß den Weg frei machen für seinen Gegenspieler.
Diese Situationen können zum Let führen; steht ein Spieler absichtlich im Weg, d.h. macht er nicht schnell genug Platz gibt es den sogenannten Ball an, was bedeutet Punkt oder Aufschlagwechsel für den Spieler der den Ball lieber nicht geschlagen hat, um den Gegner nicht zu treffen. Kommen wir zu nächsten „Problem“ das Treffen des Gegenspielers. Wird der Gegenspieler getroffen muß beurteilt werden ob der Ball direkt die Frontwand getroffen hätte (Punkt für den gerade Schlagenden) oder der Ball zunächst eine Seitenwand treffen würde (Letball).
So das war es, ich hoffe es war nicht zu kompliziert.
Wie trainiere ich:
Aufwärmen:
Das wichtigste ist das Aufwärmen, denn Squash ist eine sehr schnelle und „leider“ eine sehr Gelenk beanspruchende Sportart. Da man aus dem Stand beschleunigen muß und dann schnell wieder abbremsen muß, werden die Gelenke und Muskeln nicht unbedingt geschont. Das richtige Aufwärmen ist also ein MUß, sonst kommt es schnell zu Verletzungen. Besonders auf das richtige Aufwärmen von den Arm- und Beinpartien ist zu achten.
Mit was trainiere ich:
Natürlich mit einem Sportdress (davon gehe ich aus, obwohl ich auch schon Leute mit Jeans spielen sah). Mit dem WAS meine ich natürlich das Material also Schläger und Ball. Fangen wir an mit dem Ball. Für Anfänger ist es sicherlich leichter einen Ball mit einem roten oder blauen Punkt zu benutzten da dieser unter Fortgeschrittenen Spielern auch Flummi genannt wird. Diese Bälle springen hoch und man braucht sie nicht Warm schlagen damit sie von der Frontwand zurückprallen. Mit diesen Bällen ist es für den Anfänger leichter umzugehen. Fortgeschrittene und Profis spielen mit einem schwarzen Ball mit 2 gelben Punkten, das ist auch der offizielle Turnierball. Er ist langsamer und man braucht mehr Kraft bzw. Technik ihn zum „laufen zu bringen“.
Die Schlägerauswahl tendiert immer weiter zu dem Slogan (je leichter desto besser), aber bitte liebe Anfänger ihr braucht kein Modell für an die 220,- um vielleicht ein bis zweimal im Monat zu spielen. Also um es vorweg zu nehmen ich habe mit einem Holzschläger angefangen.
Mit wem trainiere ich:
Also Training sollte man immer zu zweit. Am Anfang am besten mit einem Trainer der die Grundschläge (longline, cross, boast) richtig erklärt und auch die richtige Schlägerhaltung erklärt. Danach kann man es auch gut und gerne alleine (also mit Partner ohne Trainer) versuchen, denn man hat ja jemanden der einem auf möglich Fehler hinweisen kann.
Natürlich sind Trockenübungen immer sehr langweilig und man will sich schnellst möglich miteinander messen. Also kommt es schnell zu einem Trainingsspiel.
Wie verhalte ich mich:
Das wichtigste sind die Regeln, insbesondere die Letregeln, lieber eine Wiederholung des Ballwechsels fordern als den Gegner zu verletzen. Ein weitere Trainingstipp im Spiel und von vielen Anfängern falsch gemacht ist das genaue Beobachten des Balles:
Den Ball ständig beobachten und nicht nur auf die Frontwand schauen und abwarten bis der Ball kommt. Dadurch verliert man viel Zeit und hat hin und wieder keine Chance mehr zu reagieren. Wenn der Ball ständig beobachtet wird, also schon bei der Schlagausführung des Gegners hat man viel mehr Reaktionszeit.
Wo stehe ich überhaupt die ganze Zeit:
Auch diese Frage wird am besten beim Trainingsspiel beantwortet.
Die oben beschriebenen Bodenlinien bilden in der Mitte des Courts ein T (dort wo die Querlinie und die senkrecht dazu stehende und nach Hinten laufende Linie sich berühren). Das ist die ungefähre Courtmitte, von hier kann jeder Ball mit 3 Schritten erreicht werden. Daher ist es sinnvoll nach jedem Schlag dorthin zu laufen.
So das war es mal wieder und ich hoffe es war nicht zu viel auf einmal.
Vor kurzem habe ich meine alte Leidenschaft wiederentdeckt und bin (leichtsinnigerweise) mit einem Nachbarn zum Squashspielen gefahren. Voller Enthusiasmus wollten wir die alten Zeiten wieder aufleben lassen und spielten, nach langer Pause, die erste Stunde im Court gegeneinander.... Naja.... spielen ist wohl etwas übertrieben.... wir rannten im Court hin und her und versuchten den Ball zu treffen ;-)).... Nach einer guten Stunde waren wir völlig fertig und total verschwitzt, aber überglücklich uns überwunden zu haben und den inneren Schweinehund, der stets sagte .... mach ne Pause....., besiegt zu haben. In diesem Zustand innerer Glückseeligkeit sind wir unter die Dusche und anschließend auf das obligatorische Radler noch an die Bar. Dort verfielen wir natürlich in eine Schwärmerei über die guten alten Zeiten, und.... fragten uns, woher Squash eigentlich kommt, und wie wohl die Entstehung dieser Sportart war. So angespornt begab ich mich auf die Recherche und fand zuletzt doch einige sehr neue und interessante Informationen, die meine Neugier befriedigen konnten....
Wenn man das Schlagen eines Balles an eine oder mehrere Wände, oder das Zurückschlagen des vom Gegner kommenden Balles direkt oder nach dem ersten Bodenkontakt als Hauptkriterium des Squashspiels betrachtet, so finden sich die ersten Anfänge des Squashspiels schon im frühen Mittelalter. In England spielte die Landbevölkerung schon früh das sogenannte fives, bei dem ein kleiner Ball mit der Hand gegen die nördliche Seite einer Kirchenmauer gespielt wurde. In Irland wird dieses Spiel noch heute in abgewandelter Form als handball bezeichnet. Schon im Mittelalter verwendete man in einer Variante, dem rackets, einen Schläger. Die Schläger waren ursprünglich ganz aus Holz gefertigt, ab dem 15. Jahrhundert mit Saiten bespannt. Fives erfuhr 1760 in der public school von Eton die erste schriftliche Erwähnung. Hier wurde bereits an zwei Wänden, der Außenmauer der Schulkirche und einer Mauer, welche die Schulkirche umgab, gespielt. Zwischen 1840 und 1900 fand diese Art der Fives-Spielplätze zahlreiche Nachahmer an anderen englischen Schulen. Die Variante Rackets des Fives, welche mit einem Schläger gespielt wurde, fand erstmalig um 1800 in Harrow Erwähnung. 1853 wurde dort der erste Racketsverein, der "Old Princes Club" gegründet. Fives und Rackets fanden in der Folgezeit in den Schulen und Universitäten in England sowie in den Streitkräften weite Verbreitung, durch die das Spiel weltweit in die Kolonien nach Indien, Malaysia, Nigeria, Australien, Süd- und Nordamerika sowie auf das europäische Festland kam. Um 1850 entwickelte sich aus diesen einfachen Spielen das sogenannte squash rackets. Spieler, die darauf warteten, in einem Racketcourt spielen zu dürfen, vertrieben sich die Zeit damit, in einem relativ kleinen Warteraum den Ball an die Wand zu spielen. Nur war der Raum so klein, dass man einen kleineren, weicheren und damit viel langsameren Ball benutzte. Dieser Ball war so weich, dass man ihn zusammenquetschen konnte (engl. squash = quetschen). Ironischerweise entwickelte sich gerade dieses Wartezimmerspiel eigenständig zu dem heutigen Squash und lief damit langfristig den Spielen Fives und Rackets den Rang ab. Die Verbreitung erfolgte auch hier durch die public schools, die Universitäten und die Streitkräfte. Durch die englischen Offiziere in den Commonwealthstaaten und die vielen
ausländischen Studenten an den berühmten englischen Universitäten, die hier das Spiel kennen- und schätzen lernten und mit in ihre Heimat nahmen, verbreitete sich das Squash weltweit. Besonders geschätzt an diesem Spiel war und ist - heute wie eh zuvor - die Förderung des Fairness-Gedankens (Spielfeld muss mit dem Gegner geteilt werden), die Entwicklung von Kondition, Konzentration und Koordination. Noch heute kommen die weltbesten Spieler vor allem aus England und den ehemaligen Commonwealthstaaten wie Australien, Neuseeland, Pakistan (vormals Indien, Ägypten u.a.) Da sich die Squashcourts an den verschiedenen Schulen nicht glichen und unterschiedliche Größen aufwiesen, wurden Mannschaftswettbewerbe und ein Ligaspielbetrieb erst mit der Veröffentlichung der Weichballversion Squash durch die Tennis and Rackets Association im Jahre 1924 interessant. Die Regeln selber legten Länge, Breite und Höhe des Squashcourts, ebenso die Schlägergröße, sowie die einheitliche Kleidung mit kurzen Hosen (!!) fest. Erst am 13. Dezember 1928 wurde eine eigenständige Squashvereinigung, die "Squash Rackets Association (SRA)" in England gegründet. Sie legte Spielregeln, Abmessungen und Material von Schlägern fest und gab die ersten Ballnormen heraus. Die noch heute weithin gültige Neunpunktezählweise stammt noch aus dieser Zeit. Damit war die SRA aber auch die unangefochten dominierende Squashorganisation der Welt. Erst mit der Gründung der International Squash Rackets Federation (ISRF) 1967 und der European Squash Rackets Federation (ESRF) im Jahre 1973 beschränkte sich die SRA auf ihre eigentlichen nationalen Aufgaben. In Deutschland wurde Squash selber erst relativ spät Ende der 60er Jahre populär, obgleich die ersten Squashcourts schon in 1935 in Berlin entstanden, durch den Krieg das Spiel aber wieder in Vergessenheit geriet. Erst durch das Engagement des aus Australien heimkehrenden Geschäftmanns Henning Harders, der 1968 in Hamburg drei Squashcourts baute, wurde Squash wieder bekannt und verbreitete sich schnell in ganz Deutschland. 1973 wurde der Deutsche Squash Rackets Verband (DSRV) gegründet. 1976 wurden dann die ersten Nationalen und Internationalen Deutschen Meisterschaften ausgerichtet. Von nur einigen hundert Squashspielern und rund 70 Courts im Jahre 1973 erhöhte sich die Zahl der Spieler 1984 auf 500000 Menschen, von denen 98% das Spiel freizeitorientiert betrieben. 2% und damit 2500 Spieler waren 1984 in 500 Vereinen und 1600 Mannschaften organisiert. Heute spielen über 2 Millionen Deutsche auf rund 4000 Courts Squash. ..... und der Muskelkater danach war gaaaaaar nicht so schlimm...... :-((
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