Als klassisches Andenland ragt Boliven mit seinen Hochebenen und Steppen weit über seine Nachbarn hinaus. Aus diesem Grund wird es nicht umsonst auch „das Dach der neuen Welt“ oder das „Tibet von Südamerika“ genannt.
Es war die rauhe Landschaft aus Steppen, Vulkanen und Salzseen die uns nach Südamerika zog. Dort findet man alte Pionierdörfer im Wildweststil und grandiose spanische Kathedralen. Ungeachtet der Lage nahe des Äquators (Bolivien liegt auf dem selben Breitengrad wie z.B. Hawaii) besuchten wir in den vier Wochen vor allem das 3.000 bis 4000 Meter hohe Altiplano.
Was macht man in Potosi?
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Auf einer landschaftlich reizvollen Strecke, die sehr gut ausgebaut war ging es für uns zur vielleicht geschichtsträchtigsten Stadt Boliviens und gleichzeitig neben Lhasa höchstgelegensten Großstadt der Welt, nach Potosi auf knapp 4.100 Metern Höhe. Hier machten wir zunächst einen enstpannenden Ausflug zu den nahe Potosi gelegenen heißen Thermalquellen von Tarapaya. Der grüne See liegt in einem Vulkankrater.
Die Entdeckung von Gold und Silber im Cerro Rico, dem „reichen Hügel“ hat eine entscheidende Rolle in der Geschichte von Potosi gespielt. Gleich nach der Entdeckung dieser Bodenschätze gründeten die Spanier 1545 am Fuße dieses Hügels Potosi. Vier Jahrhunderte lang flossen alle Reichtümer nach Spanien um das königliche Palais und Kirchen zu unterhalten und um Bürgerkriege zu finanzieren. Nicht von ungefähr nennt man auch heute noch im spanischen eine sehr gewinnbringende Sache einen „Potosi“.
Die Potosi-Minen können als Symbol der Ausbeutung Lateinamerikas während und nach der Kolonialgeschiche betrachtet werden. Wir hatten nun die Gelegenheit interessante Einblicke in das Leben der Bergleute von Potosi zu erhalten. Heute arbeiten Tausende von Bergleuten in den Minen des „Cerro Rico“ unter Arbeitsbedingungen, die sich seit Beginn der Bergwerkarbeiten nur wenig verbessert haben.
Zunächst geht es auf den Markt um Coca-Blätter, Schnaps und die „Schokolade für die Bergarbeiter“ zu kaufen. Wobei es bei der Schokolade um Dynamitstangen handelt die es haufenweise zu kaufen gibt.
Dann ging es für fast drei Stunden in eine kooperativ betriebene Mine. Der Cerro Rico ist längst wie „ein Schweizer Käse“ durchlöchert. Sicherheitsvorkehrungen gibt es so gut wie keine. Größtenteils gebückt und teils auch kriechend geht es durch das unterirdische Labyrinth von Gängen und Schächten.
So erlebten wir hautnah die beklemmenden und unglaublichen Bedingungen vom Arbeiten unter Tage. Mit primitivsten Mitteln schlagen die Bergleute das Erz aus dem Berg. Unten im Schacht sitz der Teufel, grinst dich an mit einer Kippe im Maul. Er ist aus Zement und teuflisch grün angemalt. Er wird liebevoll „Tio“, Onkel genannt – und ihm wird Respekt gezollt, denn er ist der Herr der Minen. Der Tio gibt den Minenarbeiern von seinem Reichtum und so muß ein „Minero“, der etwas von ihm will auch ihm etwas geben. Mit ihm teilt man die letzte Zigarette, ein paar Kokablätter und einen Schluck 90-Prozentigen.
1987 hat die Unesco nach Sucre auch die Stadt Potosi mit ihrer monumentalen Architektur und ihren vielen reichverzierten Kirchen zum Weltkulturerbe erklärt.
Fazit:
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Wer nacht Boliven kommt sollte bei einer Rundreise Potosi nicht auslassen.
Die Tage in Potosi gehörten sicherlich zu den beeindruckensten Erlebnissen unserer Reise.
Bald werde ich noch mehr
über Boliven veröffentlichen.
Liebe Grüsse an alle Leserinnen und Leser
Schlingel 62
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-28 12:42:38 mit dem Titel ZU BESUCH BEI DEN MINENARBEITERN IN POTOSI (Bolivien)
Vorwort
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Als klassisches Andenland ragt Boliven mit seinen Hochebenen und Steppen weit über seine Nachbarn hinaus. Aus diesem Grund wird es nicht umsonst auch „das Dach der neuen Welt“ oder das „Tibet von Südamerika“ genannt.
Nicht allein die prächtigen Inkaruinen , sondern auch der bekannte „Melonenhut“ und die ansteckende Andenmusik zeugen in Boliven und Peru von einer sehr authentischen Indianerkultur.
Warum sind wir dort überhaupt hin?
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Es war die rauhe Landschaft aus Steppen, Vulkanen und Salzseen die uns nach Südamerika zog. Dort findet man alte Pionierdörfer im Wildweststil und grandiose spanische Kathedralen. Ungeachtet der Lage nahe des Äquators (Bolivien liegt auf dem selben Breitengrad wie z.B. Hawaii) besuchten wir in den vier Wochen vor allem das 3.000 bis 4000 Meter hohe Altiplano.
Was passierte uns?
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Auf einer landschaftlich reizvollen Strecke, die sehr gut ausgebaut war ging es für uns zur vielleicht geschichtsträchtigsten Stadt Boliviens und gleichzeitig neben Lhasa höchstgelegensten Großstadt der Welt, nach Potosi auf knapp 4.100 Metern Höhe. Hier machten wir zunächst einen enstpannenden Ausflug zu den nahe Potosi gelegenen heißen Thermalquellen von Tarapaya. Der grüne See liegt in einem Vulkankrater.
Die Entdeckung von Gold und Silber im Cerro Rico, dem „reichen Hügel“ hat eine entscheidende Rolle in der Geschichte von Potosi gespielt. Gleich nach der Entdeckung dieser Bodenschätze gründeten die Spanier 1545 am Fuße dieses Hügels Potosi. Vier Jahrhunderte lang flossen alle Reichtümer nach Spanien um das königliche Palais und Kirchen zu unterhalten und um Bürgerkriege zu finanzieren. Nicht von ungefähr nennt man auch heute noch im spanischen eine sehr gewinnbringende Sache einen „Potosi“.
Die Potosi-Minen können als Symbol der Ausbeutung Lateinamerikas während und nach der Kolonialgeschiche betrachtet werden. Wir hatten nun die Gelegenheit interessante Einblicke in das Leben der Bergleute von Potosi zu erhalten. Heute arbeiten Tausende von Bergleuten in den Minen des „Cerro Rico“ unter Arbeitsbedingungen, die sich seit Beginn der Bergwerkarbeiten nur wenig verbessert haben.
Zunächst geht es auf den Markt um Coca-Blätter, Schnaps und die „Schokolade für die Bergarbeiter“ zu kaufen. Wobei es bei der Schokolade um Dynamitstangen handelt die es haufenweise zu kaufen gibt.
Dann ging es für fast drei Stunden in eine kooperativ betriebene Mine. Der Cerro Rico ist längst wie „ein Schweizer Käse“ durchlöchert. Sicherheitsvorkehrungen gibt es so gut wie keine. Größtenteils gebückt und teils auch kriechend geht es durch das unterirdische Labyrinth von Gängen und Schächten.
So erlebten wir hautnah die beklemmenden und unglaublichen Bedingungen vom Arbeiten unter Tage. Mit primitivsten Mitteln schlagen die Bergleute das Erz aus dem Berg. Unten im Schacht sitz der Teufel, grinst dich an mit einer Kippe im Maul. Er ist aus Zement und teuflisch grün angemalt. Er wird liebevoll „Tio“, Onkel genannt – und ihm wird Respekt gezollt, denn er ist der Herr der Minen. Der Tio gibt den Minenarbeiern von seinem Reichtum und so muß ein „Minero“, der etwas von ihm will auch ihm etwas geben. Mit ihm teilt man die letzte Zigarette, ein paar Kokablätter und einen Schluck 90-Prozentigen.
1987 hat die Unesco nach Sucre auch die Stadt Potosi mit ihrer monumentalen Architektur und ihren vielen reichverzierten Kirchen zum Weltkulturerbe erklärt.
Fazit:
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Die Tage in Potosi gehörten sicherlich zu den beeindruckensten Erlebnissen unserer Reise. Noch heute kann ich mir kaum vorstellen, dass wir den Besuch bei den Minenarbeiter ohne größere Schäden überstanden haben. Auch heute ja heute arbeiten sie noch unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen im Berg. Jeder der in Boliven uterwegs ist, sollte die Gelegenheit nützen auch dem „Cerro Richo“ in einer der höchsten Städte der Welt einen Beusch abzustatten.