"Monsieur P. ist neugierig" ist eine Sammlung von Kriminalgeschichten von Agatha Christie. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel "The Labours of Hercules I".
Das gleiche Buch ist in Deutschland auch unter dem Titel "Die Arbeiten des Herkules, Band I" erschienen.
Die Fortsetzung dieses Buches trägt den Titel "Abschiedsvorstellung von Monsieur P.".
Vorgeschichte
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Der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot will sich so langsam zur Ruhe setzen und sich der Kürbiszucht widmen.
Allerdings hat er es sich in den Kopf gesetzt, vor seinem Ruhestand noch genau zwölf Fälle zu lösen. Im Andenken an seinen Namensvetter aus der griechischen Sage sollen diese zwölf Fälle an die zwölf Arbeiten des großen Helden Herkules (griechisch: Herakles) angelehnt sein.
Das hier besprochene Buch enthält die ersten sechs Aufgaben.
Inhalt des Buches
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1. Der Nemeische Löwe
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Um einen Löwen geht es in Hercule Poirots erster Arbeit zwar nicht unbedingt, aber ein Pekinese sieht ja immerhin fast so aus wie ein Löwe ;-).
In letzter Zeit sind immer wieder die Pekinesen älterer, wohlhabender Frauen verschwunden. Jedes Mal erfolgten die Entführungen nach einem ähnlichen Muster, so dass diese furchtbaren Verbrechen offensichtlich auf das Konto einer organisierten Bande gehen.
Gegen ein Lösegeld in beträchtlicher Höhe wurden die Vierbeiner dann wieder freigelassen, aber den Entführern konnte man bisher nicht auf die Spur kommen...
Doch dann widmet sich der geniale Hercule Poirot dem Fall und binnen kürzester Zeit ist der Schuldige gefunden. Und so ganz nebenbei rettet Poirot auch noch eine Frau vor dem sicheren Tod...
2. Die Lernäische Schlange
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Wie die Lernäische Schlange sind auch Gerüchte kaum tot zu kriegen und verbreiten sich unaufhaltsam weiter.
Seit dem Tod seiner Frau ist Dr. Charles Oldfield solchen Gerüchten ausgesetzt. Es wird gemunkelt, dass er seine kranke Frau vergiftet hat, um endlich mit seiner angeblichen Geliebten Miss Moncrieffe zusammensein zu können.
Als Hercule Poirot sogar so weit geht, die Leiche Mrs. Oldfield exhumieren zu lassen, kommen die Dinge so langsam ins Rollen.
Mrs. Oldfield wurde tatsächlich vergiftet und der Verdacht fällt nun auf Miss Moncrieffe, die offensichtlich ihre Rivalen aus dem Weg schaffen wollte.
Doch Hercule Poirot kann man nicht täuschen, und so findet er auch diesmal recht bald die Wahrheit heraus...
3. Die Arkadische Hirschkuh
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Verzwe ifelt bittet der junge Automechaniker Ted Williamson Hercule Poirot um seine Hilfe. Er sucht ein junges Mädchen, das er kennengelernt hat. Obwohl er sie nur wenige Male getroffen hat, hat er sich unsterblich in sie verliebt.
Das Mädchen arbeitete als Zofe bei einer großartigen russischen Tänzerin, scheint nun aber spurlos verschwunden zu sein.
Die Suche nach dem Mädchen führt Poirot durch halb Europa. In kaum einen anderen Fall musste er so viel Zeit und Reisestrapazen investieren, wie in diesen.
Doch zu guter Letzt erweist sich seine Riecher wieder einmal als der richtige.
4. Der Erymanthische Eber
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Der gemeingefährliche Killer Marrascaud soll sich angeblich in einem abgelegenen Bergort mit seinen Kumpanen treffen. Dort befinden sich mehr oder weniger zufällig auch Hercule Poirot und Inspektor Drouet, die beschließen, den Schurken gemeinsam zur Strecke zu bringen.
Zu dumm nur, dass sie keine Ahnung, wie Marrascaud aussieht oder in welcher Verkleidung er auftreten wird.
Zu allem Überfluss funktioniert plötzlich durch einen unglücklichen "Unfall" auch die Seilbahn
nicht mehr, die einzige Verbindung zwischen dem Bergort und der Außenwelt.
Als Poirot dem Mörder auf die Schliche kommt, versuchen dessen Schergen, den Detektiv aus dem Weg zu räumen, was ihnen aber natürlich nicht gelingt. Bei einem anderen Mitwisser sind sie dagegen um so gründlicher vorgegangen.
Nach einigen Tagen erscheint auch endlich Poirots Freund Inspektor Lementeuil von der örtlichen Polizei. Doch der Mörder befindet sich immer noch auf freiem Fuß.
5. Die Ställe des Augias
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Ebensoschwieri g wie die Ställe des Augias zu säubern ist es sicherlich auch, den korrupten Sumpf in der Politik auszumisten.
Deswegen bittet der britische Premierminister Ferrier Poirot um seine Hilfe. Er hat herausgefunden, dass sein Vorgänger und Mentor, der im ganzen Land als rechtschaffener Mensch bewundert und geachtet wird, in Wirklichkeit einige ziemlich krumme Geschäfte getätigt hat. Sollten diese publik werden, wäre es auch um die Karriere Ferriers geschehen.
Zu allem Überfluss ist er auch noch mit der Tochter seines Vorgängers verheiratet...
Eine große englische Klatschzeitung hat aber von der Sache windbekommen und droht, die ganze schreckliche Wahrheit zu veröffentlichen.
Außerdem schreibt sie immer wieder über das ausschweifende Leben von Mrs. Ferrier, die eigentlich beim Volk immer sehr beliebt gewesen ist.
Obwohl gegen diese Zeitung eine Verleumdungsklage anhängig gemacht wird, scheint das Ende der politischen Laufbahn Mr. Ferriers nicht mehr weit zu sein. Allerdings hat auch niemand mit der Schläue Hercule Poirots gerechnet...
6. Die Stymphaliden
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Harold Waring, seines Zeichens Unterstaatssekretär der britischen Regierung, macht Urlaub im europäischen Ausland. Hier lernt er auch Mrs. Rice und ihre Tochter Mrs. Clayton kennen, die ihm auch dabei helfen, bestehende Sprachschwierigkeiten überwinden, indem sie für ihn als Übersetzer tätig sind.
Er verbringt viel Zeit mit den beiden und erfährt so, dass Mrs. Clayton äußerst unglücklich verheiratet ist, denn ihr Mann ist krankhaft eifersüchtig und äußerst brutal.
Äußerst misstrauisch ist Waring aber zwei anderen Hotelgästen gegenüber. Die beiden polnischen Frauen erinnern ihn mit ihren Hakennasen und ihren wehenden Umhängen an Vögel oder Harpyien und scheinen ihn zu beobachten.
Als sich Waring eines abends in Mrs. Claytons Zimmer befindet, taucht deren Mann auf und macht eine fürchterliche Szene, in deren Verlauf er von einem Gegenstand getroffen und getötet wird.
Waring, Mrs. Clayton und ihre Mutter versuchen alles, um das Unglück zu vertuschen, bis eines abends die beiden Polinnen zu ihnen kommen und sie zu erpressen versuchen.
Waring vertraut sich in seiner Verzweiflung Hercule Poirot an, der inzwischen ebenfalls im Hotel angekommen ist. Er verspricht, Waring zu helfen. Allerdings sieht diese Hilfe völlig anders aus, als Waring es sich vorgestellt hat.
Meine Meinung
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"Monsieur P. ist neugierig" ist eine herrliche Sammlung unterschiedlichster Geschichten, die mir insgesamt sehr gut gefallen haben.
Die Vergleiche zu den Arbeiten von Hercule Poirots berühmtem antiken Vorgänger Herkules sind zwar oft nicht ganz so einfach nachzuvollziehen, dennoch lassen sich aber immer wieder Parallelen erkennen. Diese sind nicht immer gleich offensichtlich, aber dennoch unverkennbar und gut (und oft auch ein wenig amüsant) gewählt.
Da ich mich in griechischen Sagen recht gut auskenne, hat mir das Lesen dieses Romans besonders viel Spaß gemacht.
Die Kurzgeschichten an sich sind recht vielfältig. Nicht immer geht es - wie ansonsten in solchen Kriminalromanen üblich – um die Aufklärung eines rätselhaften Mordfalles. Die verschiedensten Verbrechen und Übeltaten werden in "Monsieur P. ist neugierig" zum Thema gemacht. Aber auch die mysteriösen Mordfälle kommen natürlich nicht zu kurz.
Bei manchen der von Poirot zu bewältigenden Aufgaben handelt es sich sogar nicht einmal um Verbrechen, die es aufzuklären gilt. Dies gilt zum Beispiel für die dritte Geschichte "Die Arkadische Hirschkuh".
Sehr erstaunlich fand ich es auch, dass der rechtschaffene Detektiv Hercule Poirot bei einigen seiner Arbeiten nicht versucht, ein Verbrechen aufzuklären, sondern es vielmehr zu verschleiern, um Leuten, die ihm sympathisch sind, zu helfen.
Allerdings muss natürlich betont werden, dass diese Leute entweder selbst rechtschaffen sind und keinerlei Verbindungen zu dem Verbrechen hatten oder - zumindest in ihren Augen - lautere Motive für ihre Tat gehabt haben.
Autor
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Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel "The Mysterious Affair at Styles" (in Deutschland unter dem Titel "Das fehlende Glied in der Kette" erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück "The Mousetrap" ("Die Mausefalle") wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.
Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.h tml
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
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"Monsieur P. ist neugierig" ist eine wunderbare und vielfältige Sammlung von Kriminalgeschichten um den berühmten belgischen Detektiv Hercule Poirot.
Der Bezug zur griechischen Sagenwelt macht das Buch in meinen Augen noch interessanter.
Aus diesem Grund kann ich dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen.
Daten
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Monsieur P. ist neugierig / Christie, Agatha
Wilhelm Goldmann Verlag
Taschenbuch, 160 Seiten
Diese - mir vorliegende Ausgabe - ist momentan im Handel leider nicht mehr erhältlich. Allerdings gibt es inzwischen einen Sammelband mit allen zwölf Arbeiten des Hercule Poirot:
Die ersten und letzten Arbeiten des Herkules / Christie, Agatha
Scherz Verlag, 2002
Taschenbuch, 301 Seiten
ISBN: 3-502-51843-2
Preis: 7,90 Euro
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