Ich betreibe Automodellsport. Diese Fahrzeuge werden mit sehr leistungsstarken Elektromotoren der Baugröße Mabuchi 540 angetrieben. Solche Motoren haben eine Leistung von bis zu 250 Watt (bei 170g Gewicht) und kosten teilweise über 100 Euro. Daher ist es nicht verwunderlich, daß hier der Gebrauchtwarenmarkt blüht. Was man dabei beachten sollte, möchte ich nun hier aufschreiben.
Vorüberlegung
zunächst sollte man sich überlegen, für welches Modell man was für einen Motor benötigt und wieviel Geld man bereit ist dafür hinzulegen. Kennt man den Verkäufer, oder muß man sich auf sein Gefühl verlassen. Das ist wichtig, wenn mit dem Teil später doch Probleme auftreten sollten.
Welcher Motor
Ein besonders heißer Motor, also einer mit wenig Windungen (12/2 oder weniger) sollte nur von sehr erfahrenen Modellsportlern verwendet werden. Für Einsteiger sollte eher ein 17/2 oder maximal 14/2 verwendung finden. Einerseits benötigt man dafür nicht ganz so gute Akkus und anderseits fährt man damit auch nicht schneller, wenn man die Leistung sowieso nicht auf die Straße bringen kann. Gerade für 2 WD Fahrzeuge (als Autos, die nur eine angetriebene Achse haben) ist ein sehr schneller Motor ungeeignet. Das Gahrzeug wird damit selbst für Profis fast unkontrollierbar. Erfahrenere Fahrer können aber zumindest bei Allradmodellen schon etwas leistungsstärkere Motoren verwenden. In jedem Fall sollte beachtet werden, daß der Regler die hohen Ströme auch aushalten müssen. Bei einem 12/2 können das schon mehr als 100 A werden.
Die Preisunterschiede
In erster Linie hängt der Preis vom verwendetem Magnetmaterial und der Fertigungspräzion ab. Handgewickelte Motoren sind natürlich nochmal teurer, aber auch besser. Für den Einsteiger reichen Motoren in der Preisklasse bis ca 20 Euro völlig aus. Gebraucht bekommt man solche auch schon mal für 10 Euro, wenn sie gut gewartet sind. Aber dazu später mehr.
Die höherwertigen Elektromotoren haben meist nicht nur mehr Leistung, sondern vor allem einen höheren Wirkungsgrad. Dieser hängt stark vom verwendetem Magnetmaterial (Somarium Kobalt ist hier das beste) ab und natürlich von der Aerodynamik bzw Auswuchtung des Ankers. Ab ca 25 Euro Neupreis sind die Motoren meist mit Kugellagern ausgestattet, die natürlich auch nochmal den Wirkungsgrad verbessern.
Was ist beim Gebrauchtkauf zu beachten?
Als erstes sollte man sich den Kolektor ansehen. Ist dieser frisch abgedreht, bedeuted daß schon einen Pluspunkt. Ebenso wenn die Kohlen neu oder nur leich eingelaufen sind. Die wicklung sollte auch noch kupferne Farbe erkennen lassen. Ist sie teilweise schon schwarz, was der Motor schon mal überhitzt. Die stärke des Magnetfeldes kann man folgendermaßen überprüfen. Mit der blosen Hand versucht man die Motorwelle zu drehen. Um so schwerer das geht, desto besser sind die Magneten.
Am besten ist es natürlich wenn man ihn sich auf einem Motortester vorführen läßt, was aber leider nicht immer möglich ist. Weiterhin sollte man noch auf die Lager achten. Wenn diese schon zu sehr ausgeklappert sind, ist es besser die Finger davon zu lassen.
Fazit
Es ist nicht ganz Einfach den richtigen Tuningmotor für sein Modell zu finden. Ich empfehle daher den Rat bei einem Modellbauclub einzuholen. Adressen dazu findet man natürlich im Internet. Keinsfalls würde ich mich auf die Beratung bei Conrad elektronik verlassen, da diese
nur ihre eigenen Produkte verkaufen wollen, die aber weniger empfehlenswert sind.