"Am Abend des 13. Januar 1888 versammelten sich 33 ehrenwerte Herren im Washingtoner Cosmos Club. Wichtigster Tagesordnungspunkt: wie man "das geographische Wissen mehren und verbreiten" könne. Zwei Wochen später wurde die NATIONAL GEOGRAPHIC SOCIETY gegründet. Keiner ihrer Urväter konnte ahnen, daß dies dereinst die größte der Wissenschaft und Ausbildung verpflichtete Organisation der Welt werden sollte..."
So beginnt die Vorstellung des Magazins auf der Website des "National Geographic Deutschland", der seit Ende 2000 vom Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr herausgegeben wird. Die erste Ausgabe dieses Traditionsmagazins erschien in den Vereinigten Staaten aber noch im Gründungsjahr der "Society", also 1888. Elf Jahre später hatte die Zeitschrift gerade einmal 1.400 Leser.
Mit dem "going global", also der Herausgabe internationaler Ausgaben, ließ sich die Gesellschaft lange Zeit. Erst 1995 erschien die erste fremdsprachige Ausgabe - in Japan. Und sogar in Amerika selber gab man sich elitär: Der "National Geographic" war nur im Abo zu beziehen; erst seit 1998 gibt es ihn auch am Kiosk zu kaufen. Fremdsprachige Ausgaben gibt es inzwischen in Israel, Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und Polen; die Leserzahl beträgt inzwischen weltweit 50 Millionen.
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Womit beschäftigt sich der "National Geographic"?
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Zunächst einmal: Mit den zahlreichen Forschungsunternehmen und Expeditionen, die von der National Geographic Society unterstützt und gefördert werden. Wissenschaftler, Reporter und Fotografen recherchieren weltweit zu Themen, die inzwischen längst nicht mehr nur mit Geografie zu tun haben. Archäologische Themen stellen immer wieder Schwerpunkte dar, und auch die Ökologie wird in neuerer Zeit immer wichtiger. Hinzu kommen Berichte über Tiere (von ganz gewöhnlichen wie dem Hund bis hin zu vom Aussterben bedrohten Rassen), sowie Reise- und Expeditionsberichte aus fernen Ländern.
Dies alles wird in Form von professionell geschriebenen Reportagen aufbereitet, illustriert mit sorgfältig ausgewählten Fotos. Ein Grundsatz der National Geographic Society ist es, alle Fotos eigens für das Magazin anfertigen zu lassen und sie niemals bei irgendwelchen Agenturen zu kaufen. Von vielen tausend Fotos bleiben oft nur wenige übrig, die dann tatsächlich im Magazin erscheinen. Die Präsentation erfolgt natürlich dementsprechend, teilweise auf ausklappbaren Seiten, und ich war schon oft versucht, das Heft zu zerlegen und eine dieser Aufnahmen als Poster zu verwenden.
Die Themenauswahl ist abwechslungsreich, und bisher habe ich noch kein Heft in den Händen gehabt, in dem mich nicht zumindest eine Reportage besonders interessiert hätte. Meist lese ich aber ohnehin das ganze Heft, das neben den wechselnden Reportage-Themen auch über feste Rubriken verfügt.
Ganz zu Anfang steht zum Beispiel immer ein Bericht über eine Region oder einen Ort in Deutschland, die besonders interessant oder außergewöhnlich ist. Die Überschrift besteht dabei nur aus der Postleitzahl, wie in der Januar-Ausgabe 2002: PLZ 25863 - Hallig Langeneß, 116 Einwohner, und einmal im Monat kommt die Polizei...
Den Abschluss des Hefts bildet immer ein nachgedruckter Bericht aus den Anfangszeiten der National Geographic Society. Auch wenn die Texte gekürzt sind, kann man sich hier einen guten Eindruck von den Expeditionsbedingungen machen, die Forscher Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vorfanden. Reisen war damals noch ein wirkliches Abenteuer, und ich lese diese Berichte ausgesprochen gerne.
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Themenauswahl und Ausstattung
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Die Themen sind, wie oben bereits erwähnt, immer
eine gute Mischung für alle Leute, die sich für Naturwissenschaften und Reisen interessieren, und alle Artikel sind fundiert recherchiert. Fast reine "Bilderstrecken" mit kurzen Kommentaren wechseln ab mit ausführlichen Reportagen, und komplizierte Zusammenhänge werden durch - meist sehr aufwändige - Illustrationen verständlich gemacht.
Hier ist erwähnenswert, dass für den "National Geographic" eine eigene Kartographie-Abteilung arbeitet. Abo-Kunden erhalten mit jeder zweiten bis dritten Ausgabe eine ausfaltbare, beidseitig bedruckte Karte zu einem bestimmten Thema. So gab es zum Beispiel mit der Erstausgabe eine Weltkarte, später eine Karte zur Besiedelung des amerikanischen Kontinents, oder eine Karte von Afghanistan und Umgebung - aus aktuellem Anlass.
Obwohl der National Geographic ein amerikanisches Magazin ist, war die Afghanistan-Berichterstattung übrigens ausgesprochen sachlich und von großer Toleranz geprägt. Hier fand man Informationen, die in den Massenmedien nicht einmal ansatzweise erwähnt wurden. Dies hat mich noch mehr zum Fan dieser Zeitschrift gemacht, als ich es ohnehin schon war.
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Der Web-Auftritt
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Wenn man ein Magazin beurteilt, kommt man heutzutage nicht umhin, auch einen Blick auf die zugehörige Website zu werfen. Die deutsche Site www.nationalgeographic.de schneidet bei mir allerdings nicht allzu gut ab; hier sollen zu viele "Nebenprodukte" verkauft werden, und Artikel der aktuellen Ausgabe kann man meist nur "anlesen".
Eher lohnt sich da ein Besuch beim amerikanischen Original. Besonders die Flash-Videos von www.nationalgeographic.com haben es mir angetan: Sie sind sehr informativ und zeigen oft die Entstehungsgeschichte einer Reportage aus dem aktuellen Heft; noch dazu streamen sie auch über ein 56k-Modem ganz ordentlich. Im Heft wird auf die Web-Links jeweils hingewiesen.
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Preis-Leistungsverhältnis
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Für 3,80 Euro am Kiosk (im Abo etwas billiger) bekommt man jeden Monat 156 interessante, farbige Seiten, die ihren Preis auf jeden Fall wert sind - was will man mehr? Und die Artikel im National Geographic sind mit Sicherheit interessant genug, sie auch ein zweites und drittes Mal zu lesen.
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Seit 6 Monaten bin ich nun Abonnent von National Geographic (Deutschland) und habe es bisher noch nicht bereut. Da ich mich sehr für Geowissenschaften interessiere, erschien mir diese Zeitschrift am lesenswertesten.
Über die Entstehungsgeschichte der National Geographic Society möchte ich mich nicht auslassen, wichtig ist das monatliche Erscheinen der deutschen Ausgabe, die ich regelrecht verschlinge. Meistens habe ich an einem Wochenende das Heft ausgelesen.
Format
Die Zeitschrift kommt in einem gut handelbaren Format daher, etwas größer als A5 und etwas kleiner als A4. Die Hefte sind gebunden. Leider hat dies aber auch einen Nachteil, bei großformatigen Fotos erkennt man leider die Details in der Bindung nicht. Dies wurde schon von vielen Lesern bemängelt. Vielleicht sollte man einfach auf zweiseitige Fotos verzichten.
In jedem Heft sind immer zwischen 170 und 200 Seiten, ausreichend Lesestoff für 1 bis 2 Tage.
Papier
Für das Heft wird ausschließlich Hochglanzpapier verwendet. Das stört in hellen Räumen manchmal das Lesen der Artikel (Reflektionen), kommt aber den abgedruckten Fotos zu Gute. Nach dem man die Hefte gelesen hat, sind sie einfach zu schade zum wegwerfen.
Inhalt
Der Inhalt der Bericht ist breit gefächert. Er reicht von der einfachen Reisebeschreibung bis zur Erforschung von Hintergründen zu Natur- und Umweltkatastrophen. Darüber hinaus beschäftigt man sich umfassend mit Themen aus Flora und Fauna. Nicht zu vergessen, interessant geschriebene Artikel aus Biologie, Chemie, Geologie, Geografie, Archäologie und Geschichte. Darüber hinaus wird über die vielfältigen Projekte der Society berichtet.
Alle Beiträge sind sorgfältig ausgewählt und verständlich geschrieben. Fachwörter werden immer erläutert, so dass auch der Zusammenhang nie verloren geht. Immer gibt es hervorragende Fotos, Tabellen, Diagramme usw. zum jeweiligen Thema.
Interessant sind Rückblicke bzw. der Abdruck von Beiträgen aus früheren englischen Ausgaben.
Dazu gibt es fast bei jedem Heft eine Beilage mit einer größeren Übersichtskarte zu einem Thema aus dem Heft.
Wie fast jede Zeitschrift, wird auch in der National Geographic geworben. Das stört zwar etwas, aber man muss es wohl verstehen.
Preis
Wie schon erwähnt erscheint die National Geographic monatlich. Sie kostet im Handel/Kiosk 3,80 €. Bei Abo-Direkt kann man das Heft für 3,25 € abonnieren und dazu noch Prämien oder Webmiles einkassieren.
Abonnenten erhalten zu dem regelmäßig kleinere Sonderbeilagen zu einem bestimmten Thema (im Heft 9/2002 – Die Evolution der Wale).
Insgesamt möchte ich jedem naturwissenschaftlich Interessierten diese Zeitschrift ans Herz legen. Über interessante Beiträge hinaus gibt es in jedem Heft eine große Menge hervorragender Fotos.