Niawaran
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Platz 66 in der Kategorie "München". Typ: Restaurant / persisches Restaurant; Innere Wiener Strasse 18 ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Niawaran Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

LosGatos

Abendessen aus dem Morgenland

ein Testbericht von 2004-01-05 17:20:10 vom 05.01.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr schmackhafte Speisen, schönes Ambiente...
Nachteile/Kritik: nicht ganz billig
Nach den Weihnachtsfeiertagen beschlossen LosGatos und seine Freundin, die heimische Küche zur Abwechslung mal wieder kalt zu lassen und auswärts essen zu gehen, was außer im Urlaub eher selten vorkommt. Schließlich sollte LosGatos’ 50. Geburtstag im Nachhinein auch noch gebührend gefeiert und dazu ein paar Freunde eingeladen werden. Die italienische Küche erfreut sich ja hierzulande großer Beliebtheit, allerdings finde ich , dass es im Überangebot von Ristoranti und Pizzerie in Deutschland immer schwieriger wird, wirklich gute Lokale zu finden, die außer Pizze und Paste schmackhafte Speisen zuzubereiten in der Lage sind. So war für diesen Anlass eher das Besondere gefragt, was zu finden in München kein Problem sein sollte. Beim Studieren des Branchenverzeichnisses blieb mein Blick bei persischen Restaurants hängen, unsere Wahl fiel dabei auf die Gaststätte Niawaran im Stadtteil Haidhausen.

Als Besonderheit wird hier samstags stets Bauchtanz angeboten, somit reserviere ich telefonisch einen Tisch für 4 Personen für diesen Wochentag. In Anbetracht der unerfreulichen Meldungen, die uns derzeit aus dem Iran erreichen, erhalte ich jedoch ca. 2 Stunden vor dem Reservierungstermin einen Anruf, in dem uns mitgeteilt wird, dass die Bauchtanzdarbietungen auch in Absprache mit anderen Restaurants in München an diesem Samstag aus gegebenem Anlass nicht stattfinden würden. Natürlich haben wir dafür Verständnis, lassen uns jedoch von unserem Vorhaben nicht abbringen, heute persisch essen zu gehen. Denjenigen, der nicht unberechtigterweise der Meinung sind, es wäre doch besser gewesen, anlässlich der vielen Erdbebenopfer auf ein teures Essen zu verzichten und stattdessen den eingesparten Geldbetrag zu spenden, sei gesagt, dass wir auch einen angemessenen Geldbetrag an das Deutsche Rote Kreuz überwiesen haben.

Das Restaurant Niawaran liegt in der Inneren Wiener Straße in der Nähe vom Gasteig. Es verfügt über keinen hauseigenen Parkplatz. Somit besteht entweder die Möglichkeit, das Auto in einem der Parkhäuser Nähe Gasteig abzustellen (diese sollen jedoch übermäßig teuer sein) oder einen Parkplatz irgendwo in Haidhausen auf der Straße zu suchen, was jedoch nicht immer ganz einfach ist, da es sich hier um eine Wohngegend mit Altbauten handelt, wo Garagen Mangelware sind. Die beste Möglichkeit ist deshalb, öffentliche Verkehrsmittel (S-Bahn Rosenheimerplatz) zu benutzen, zumal dann auch dem Genuss von Alkohol nichts im Wege steht. In Anbetracht der kalten Jahreszeit und in Anbetracht dessen, dass wir aus dem Umland anfahren müssen, entschließen wir uns dennoch, das Auto zu benutzen, da LosGatos’ Freundin derzeit auf den Genuss von Alkohol fast ganz verzichtet. Nach kurzem Suchen werden wir auch hinsichtlich eines Parkplatzes ein paar Straßen weiter fündig.

Überpünktlich erreichen wir das Lokal, eine Treppe führt uns hinab in alte Kellergewölbe. Das Restaurant ist zu diesem Zeitpunkt (19Uhr30) etwa zur Hälfte gefüllt, allerdings kommen nach uns außer unseren Bekannten nicht mehr allzu viele Gäste. Mögliche Gründe dafür sind die zurückliegenden Feiertage, die unerfreulichen Tagesereignisse, die abgesagte Bauchtanzdarbietung oder auch (wie noch später festzustellen ist) die nicht ganz niedrigen Preise. Unter den Gästen befinden sich auch einige Gäste orientalischer Abstammung, auch eine Frau mit Kopftuch, ganz in Schwarz gehüllt, wie es im Iran Sitte ist.

Das Restaurant ist stilvoll und gemütlich eingerichtet. Die Wände sind mit Bildern und persischem Kulturgut geschmückt. In der Mitte des Raumes befindet sich ein kleiner Springbrunnen. Als Geräuschkulisse dient dezente orientalische Musik aus der Stereoanlage. Als Sitzgelegenheiten stehen eingebaute Holzbänke an den Wänden sowie stilgerechte Holzstühle mit Ledersitzfläche zur Verfügung. Unser 4-Personen-Tisch ist vom Platzangebot jedoch nicht sehr großzügig bemessen. Etwas fülligere Personen dürften sich weder auf der engen Sitzbank noch auf den Stühlen wohl fühlen.
Wir studieren schon mal die umfangreiche Karte und überbrücken die Wartezeit, bis unsere Bekannten eintreffen mit einem Drink. Da ich die meisten Gäste an einem milchartigen Getränk schlürfen sehe, beschließe ich, dieses auch zu probieren. Hierbei handelt es sich um Doogh, ein Gemisch aus Joghurt und Mineralwasser, mit Gewürzen und Kräutern versetzt, in der orientalischen Küche offenbar ein Standardgetränk, das hier zu einem vernünftigen Preis (2,50 EUR) zu haben ist. Es ist etwas säuerlich, aber durchaus schmackhaft, sicherlich ein guter Durstlöscher. Auch wenn sauer angeblich lustig macht, wird mir das große Glas doch etwas viel. Da LosGatos’ Freundin an dem Geschmack jedoch weit mehr Gefallen findet, ist schnell ein Abnehmer gefunden. Als unsere Freunde nacheinander (bedingt durch die Parkplatzsuche), aber pünktlich eintreffen, haben wir längst eine Vorauswahl hinsichtlich des Essens getroffen.

Die persische Küche war mir vorab als vegetarisch dominiert beschrieben worden, in der Fleisch nur eine untergeordnete Rolle spielt, was mir durchaus sympathisch ist. Die Speisekarte vermittelt jedoch bei den Hauptgerichten einen ganz anderen Eindruck. Es gibt zwar (wie in fast jedem Restaurant heutzutage) eine Handvoll vegetarischer Gerichte, zu 90% dominieren jedoch vor allem Geflügel, Lamm und Hackfleisch. Auch einige Fischgerichte sind im Angebot. Außerdem hatte ich vorher gelesen, dass der Gebrauch von Messern bei persischem Essen unüblich sei, da alles in mundgerechte Stücke geschnitten sei. Allerdings würde diese Ankündigung hier und heute auch keine Bestätigung finden.

Bei der Vorspeise schlage ich eine gemischte Vorspeisenplatte für 4 Personen vor. Da sind dann alle (kalten) Vorspeisen vertreten. Der Ober serviert dann auch ein riesiges Tablett, welches sich auf dem kleinen Tisch gar nicht so leicht unterbringen lässt. Unser Bekannter bringt beim Servieren die Rede auf das aus der arabischen Küche bekannte Hommus (Kichererbsenpaste). Der Ober lässt uns aber freundlich wissen, dass Hommus für die persische Küche eine Beleidigung darstellen würde, ohne eine nähere Begründung dafür zu liefern. Vom ersten optischen Eindruck ist es dem, was wir aus Griechenland oder der Türkei kennen, nicht unähnlich, doch im Geschmack milder und teilweise süßlich, dafür weniger knoblauchdominiert. So finden wir hier gefüllte Weinblätter und gefüllte, sehr milde Paprikaschoten vor. Dazu jede Menge Pasten aus Joghurt, Tomaten oder Auberginen. Auch etwas Tintenfisch und sehr köstliche Datteln und Oliven. Jedenfalls ist die Platte so riesig, dass jeder meint, sie würde den Rahmen einer Vorspeise sprengen und zu wenig Raum für das Hauptgericht übriglassen. Aber da wir alle mit dem Geschmack übermäßig zufrieden sind, bleibt bis auf ein paar Salatblätter kaum etwas zurück. Dazu haben wir persisches Brot gegessen, eine Art Fladenbrot, jedoch sehr viel flacher und fester. Als Würzmittel werden pro Person jeweils noch eine Viertel Zitrone und rohe Zwiebel gereicht, wovon wir jedoch kaum Gebrauch machen. Die Vorspeisen würden später mit 9,50 EUR pro Person zu Buche schlagen, was ich nicht gerade als billig, aber in Anbetracht der Qualität als preiswert empfinde.

Als Hauptgericht haben LosGatos’ Freundin und ich aus der Rubrik Beduinengerichte gewählt. Meine Wahl fällt auf einen sogenannten Hirteneintopf, der aus einer geschmorten Lammhaxe auf Bratkartoffeln und Gemüse besteht. Mit 19,50 EUR liegt dieses Gericht im oberen Bereich der Preisspanne. Es ist das dritte Mal, dass ich in den vergangenen Jahren an den verschiedensten Orten eine Lammhaxe esse. Es ist eines der Gerichte, wo der Verzehr von Fleisch auch für mich zum Genuss wird. In dieser Beziehung bevorzuge ich nur bestimmte Sorten wie Wild, Ente, Strauß oder auch Lamm, während man mich mit Schwein, Rind, Kalb, Pute oder Huhn kaum locken kann. Jedenfalls ist auch diese Lammhaxe sehr weich und geht leicht vom Knochen. Der Geschmack ist nahezu perfekt.

LosGatos’ Freundin bekommt ein falsches Gericht geliefert. Statt Stubenküken hatte sie eine Pfanne mit Lamm bestellt. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, willigt sie jedoch auch zum Verzehr des Stubenkükens ein. Sie muss es nicht bereuen, auch ich meine, sie hat eine gute Wahl getroffen: Basmatireis mit Gemüse und zahlreichen und großen Stücken von Stubenküken. Müssen wohl ziemliche ausgewachsene Küken gewesen sein. Von der Optik her sehr verlockend, erinnern sie mich an Chicken Cajun Style. Da die Portion sehr groß ist, darf auch ich davon probieren. Es gibt geschmacklich nichts daran auszusetzen, auch unsere Bekannten können sich davon überzeugen. Auch dieses Gericht steht dem meinen preislich nicht nach.

Unser Bekannter hat Ente in Pflaumenmus gewählt. Ein Gericht, dass ich aufgrund der Optik beim nächsten Mal auch in die engere Wahl ziehen würde, auch wenn die Farbgebung vielleicht nicht jedem appetitlich erscheinen könnte, da dieses Ragout aufgrund des Pflaumenmuses einfach gewöhnungsbedürftig aussieht. Jedenfalls ist auch unser männlicher Gast mit seiner Wahl sehr zufrieden.

Lediglich seine Frau ist von ihrem Lammgericht – ein Ragout mit Erbsen und Kartoffelstiften – nicht ganz zufrieden. Auch LosGatos’ Freundin kann diese Vorbehalte beim Kosten bestätigen. Bei der Frage unserer Bekannten, ob es sich bei den Stiften um „Pommes“ handeln würde, fühlt sich der Ober auch wieder leicht auf den Schlips getreten, denn „Nein, das sind Kartoffeln, Pommes gibt es nur bei McDonald’s“ ist seine durchaus freundlich gehaltene Antwort.

Zu den Ragouts werden übrigens große Portionen Reis gereicht, welcher teilweise mit Safran gefärbt ist.

Zu unseren Gerichten passt natürlich ein guter vollmundiger Rotwein. Hier werden verschiedene Sorten Shiraz angeboten, vielleicht, weil Shiraz auch eine Stadt im Iran ist. Allerdings ist eine gute Flasche Wein hier nicht unter 30 EUR zu haben. Trotzdem leeren wir 2 Flaschen dieses guten Tropfens.

Zu gerne hätte ich auch eine der verlockenden Nachspeisen wie Baklava probiert. Aber „rien ne va plus“. Wir sind einfach zu sehr gesättigt. Somit beschließen wir das Essen mit jeweils einem Espresso. Den Preis von 3,50 EUR für ein kleines Tässchen finde ich allerdings schon etwas dreist, zumal man bei so etwas kaum noch einen Blick auf den Preis wirft.

Vermisst habe ich auf der Speisekarte allerdings, dass Wasserpfeifen angeboten werden. Ich habe auch im ganzen Lokal auch niemanden gesehen, der eine geraucht hätte. Da wir gegen 23 Uhr bereits die letzten noch anwesenden Gäste sind, hätte ich auch keine Lust, hier noch bis zum Geschäftsschluss auszuharren, zumal der Ober bereits den Eindruck macht, froh zu sein, wenn er schließen kann. Also vertröste ich mich auf meine Shisha, die bei mir seit einigen Jahren zu Hause steht.

Ich bezahle die Rechnung per Kreditkarte. Den Abend beschließen wir dann in der Nähe in einem Irish Pub.


Restaurant Niawaran
Innere Wiener Str. 18, München
Tel.: 089 / 44 76 05 79
www.niawaran.de

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 28.12.2003
Veröffentlicht außer bei Ciao derzeit nur noch bei Yopi
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
1-1 von 1  München
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Informationen zu Niawaran

Technische Daten und Produkteigenschaften
persisches Restaurant; Innere Wiener Strasse 18
Allgemeine Informationen Niawaran
gelistet seit: 05.01.2004
Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Typ: Restaurant 
Kategorie: Essen & Trinken 
Niawaran im Vergleich
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