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Osterinsel gebraucht & neu

Osterinsel Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,20 / 5,00 (4.2 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • leider so weit weg Kultur pur
  • ablegendste (von Menschen bewohnte Insel) der Welt, viele Kulturstätten, hier ist Geschichte zum Greifen nah
Nachteile/Kritik
  • ein eweiges Rätsel etwas karge Landschaft
  • lange Anreise, hohe Reisekosten
cornfue

Osterinsel- Häh!

ein Testbericht von 2005-01-17 14:16:23 vom 17.01.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: leider so weit weg Kultur pur...
Nachteile/Kritik: ein eweiges Rätsel etwas karge Landschaft
In Anlehnung an meine Seminarfacharbeit, möchte ich heute einen Teil veröffentlichen. Ein weiterer Teil wird folgen, also wenn noch Fragen auftauchen oder einige Sachverhalte vermisst werden, sie werden dann, hoffe ich, im 2. Teil gelöst und beantwortet. Nun ersteinmal zu den wichtigsten Informationen über die Osterinsel.

Osterinsel und Osterinseln ist beides richtig (Hauptinsel mit kleinen Inseln).

Lage
Die Osterinsel (polynesich: Rapa Nui, spanisch: Isla de Pascua) liegt im Südpazifik 27°09`3`` südlicher Breite und 109°26`14`` westlich von Greenwich. Diese Hochinsel ist etwa 3600 km von Caldera, einer chilenischen Stadt an der südamerikanischen Küste entfernt. Die Distanz zur Insel Mangareva im westlich gelegenen Gambier-Archipel beträgt über 2500 km.
166 km² und die Gestalt eines Dreieckes kennzeichnen die Fläche der Osterinsel, deren 24 km lange Hypotenuse von NO nach SW verläuft. Die Ecken des Dreieckes bilden Rano Kao, Poike und Maunga Terevaka,. Der Vulkan Maunga Terevaka ist zugleich die höchste Erhebung mit 511 m über dem Meeresspiegel. Die größte Breite der Insel, vom Maunga Terevaka nach Akahanga beträgt 12 km.
An der Küste der Osterinsel befinden sich kleine Felsinseln. Im SW liegen die größten: Moto Nui, Moto Iti, und Moto Kao Kao. Moto Tautara im W und Moto Marotiti im SO sind nur wenige Meter von der Hauptinsel entfernt.
Die nächstgelegene bewohnbare Insel ist die über 2000 km entfernte Insel Pitcairn. Ab dem 14. Jahrhundert nach Christus besuchten die Osterinsulaner die Insel Sala y Gomez, welche 415 km östlich von Rapa Nui liegt. Reiche Fischgründe und die Eier von Seevögeln waren wahrscheinlich die Gründe für die Fahrten zur Nachbarinsel. Sala y Gomez ist unbewohnt und besitzt etwa die Form eines Halbkreises. 700 m Länge und eine Breite von 50 m in der Mitte bzw. 400 m im östlichen Bereich boten den Osterinsulanern genügend Raum für kurze Aufenthalte, aber nicht für dauerhaftes Leben auf der Insel.

Fauna-Die Tierwelt

Bevor die Europäer Rapa Nui erreichten, waren die polynesische Ratte (Rattus Concolor) und Hühner auf der Osterinsel weit verbreitet. Von diesen Tieren, aber auch von Vögeln, Meerestieren (Fund: Delphinknochen) und Eiern ernährten sich die Menschen. Die polynesische Ratte wurde von der Hausratte (Rattus Rattus) der Europäer verdrängt. Ab 1860 wurden Rinder und Pferde importiert und 1868 trafen Schiffe mit Schafen aus Tahiti ein. Zu Thomson`s Zeit weideten circa 18.000 Schafe auf der Insel. Schafe und Rinder machten die Bewohner unabhängig von Fischen und Vögeln. Von polynesischen Besiedlern wurden der Natteraugenskink (Moku Uri Uri) und ein Gecko (Moku Uru-uru Kahu) eingeschleppt. Der Hausspatz (Passer Domesticus), der Langschwanz-Soldatenstärling (Sturnella Militaris), das Chilesteißhuhn (Nathoprocta Perdicaria) und die Braunsteißdiuka (Diuca Diuca) besiedelten den Luftraum und vermehrten sich vorwiegend auf den Inseln an der Küste von Rapa Nui.
Durch das Einwirken der Menschen wurde die Artenarmut auf der Osterinsel gestärkt. Zahlreiche neue Arten leben auf der Osterinsel, aber das Aussterben anderer Arten wurde hiermit begünstigt. Archäologische Funde (Palmfrüchte), Pollenuntersuchungen und Überlieferungen ermöglichen eine Rekonstruktion, über die verlorengegangenen Arten.
Als einen der größten Fehlimporte erwies sich der Geierfalke (Milvago Chimango), der ab 1928 zur Bekämpfung der Ratten eingesetzt wurde. Dieser Chimango fraß andere Vögel und Samen anstatt der Ratten. Auch die Einfuhr von Ziegen, welche eine neue Nahrungsgrundlage für die Menschen bieten sollte, war ein Fehler. Nicht nur Gras sondern auch die Wurzeln vieler Pflanzen wurden gefressen. Dadurch wurde Landschaft kahler und eine Aufforstung war aufgrund der fehlenden Wurzeln und Samen kaum möglich.

Flora und Vegetation

Vorwiegend Flechten-, Farn-, und Moosarten sind neben den zahlreichen Blütenpflanzenarten zu finden. Bevor Menschen die Insel erreichten war Rapa Nui mit Wäldern und Sträuchern bedeckt. Heute stehen nur noch einzelne Bäume auf der Osterinsel und die typische Osterpalme ist vom Aussterben bedroht. Denn das benötigte Holz für Boote und Hütten stammte vorwiegend von der Osterpalme.
Das Grasland wird überwiegend von Anthrophochoren beeinflusst. Typische Anthropochore, Pflanzen welche von Menschen auf die Insel gebracht wurden, sind die Süßkartoffel und Bananen. Nach 1722 wurden Zitrusfrüchte, wie Apfelsinen und Papayas, auf dem fruchtbaren Land angebaut. Mais, Erbsen, Bohnen, Tomaten und verschiedene Salatarten sind ideale Pflanzen auf dem Vulkangestein der Osterinsel.
Die Idiochoren, Pflanzen welche ohne Zutun der Menschen auf der Osterinsel wachsen, sind zu einen großen Teil schon verdrängt worden von den Anthropochoren. Der Samen der Toromiro wurde nach Europa transportiert und dort angepflanzt. Die Toromiro, eine gelbe Blütenpflanze, starb um 1960 auf der Osterinsel aus. Das Aussterben einer Palmart, welche mit der Kokospalme und der chilenischen Honigpalme verwand war, zählt zu den größten Verlusten der Vegetation der Osterinsel. Aber die Osterinsel hat noch vieles mehr zu biten (anderer Bericht)

Klima und Wetter

Der Pazifische Ozean prägt das subtropische Klima der Osterinsel, auf der es ganzjährig warm ist. Die mittlere Jahrestemperatur von 20°C und der durchschnittliche Niederschlag von 1369mm sind höher als in Deutschland (Frankfurt: 614mm). Der meiste Niederschlag fällt im Mai sowie im Juni. In höheren Lagen, zum Beispiel im Maunga Terevaka fallen über 1600mm Niederschlag jährlich. Die Niederschlagsmengen schwanken auch von Jahr zu Jahr, wobei sich die Menge zwischen 700 und 2100mm einpendelt. Das Temperaturmaximum wird von Januar bis März erreicht, jedoch gibt es auf Rapa Nui keine Trocken- oder Regenzeiten. Die Monate Juli und August (17,8°C) sind kälter als der Februar, in dem die höchsten Durchschnittstemperaturen ermittelt wurden.
Typisches Festlandsverhalten tritt auf der Osterinsel nicht auf, was vor allem an der kleinen Fläche und den geringen Abständen zum Meer liegt. Es weht ein ständiger Wind aus N-NW in den kalten Monaten Juli und August und ein wärmerer Passat aus O-SO im September und Oktober. In den übrigen Monaten wechselt die Windrichtung unregelmäßig.
Weil der Boden sehr porös ist und das Wasser leicht versickert, gibt es fast keine Fließgewässer. Das versickerte Wasser fließt unterirdisch ins Meer ab oder es tritt in den flachen Küstenbereichen wieder auf. In den Kraterböden der Vulkane Rano Kao, Rano Raraku und Rano Aroi sammelt sich Süßwasser an, von dem die Bewohner abhängig waren. Durch den Bau von Brunnen verloren die Süßwasserseen an Bedeutung. Vom Krater Rano Aroi verläuft ein kleiner Bach durch eine 3-4m tiefe Schlucht, in der verstärkte Farnvegetation auftritt.
Für Reisen ist die Osterinsel das ganze Jahr geeignet.

Die mögliche Besiedelung

Der größte Teil der heutigen Wissenschaftler nimmt an, dass etwa 380 nach Christi Geburt die Besiedlung durch polynesische Seefahrer unter König Hotu Matua erfolgte. Der Wald, überwiegend bestehend aus der Osterpalme, wurde gerodet und für den Bau von Booten und Hütten verwendet. Radiocarbonmessungen, die sich auf das Alter von Feuerholz aus dem Poikegraben beziehen, bestätigen diese Theorie. Demnach erfolgte die Besiedlung in zwei Gruppen: 380 n. Chr. durch die Langohren, die mit Kanus von den Marquesas-Inseln kamen und zwischen 500-900 n. Chr. durch die Kurzohren die aus dem Westen Polynesiens das Eiland erreichten.
Thor Heyerdahl, der 1987 eine Expedition zur Osterinsel leitete, vermutet, das peruanische Seefahrer die Tiahuanaco-Kultur in der ersten Kulturepoche (380 n.Chr.-110 n. Chr). entwickelten. Zahlreiche Ahus (offene Tempelanlagen) wurden errichtet. In der zweiten Kulturepoche (1100-1680) erfolgte zu Beginn die Besiedlung durch die Langohren und etwa 100 Jahre später die Besiedlung durch die Kurzohren. In dieser Epoche sind die kolossalen Moai entstanden sowie der Vogelmannkult.

Auf den Vogelmannkult und die Entdeckung durch die Europäer möchte ich in einen weiteren Bericht eingehen, weil es sonst zu umfangreich werden würde.

euer cornfue
...
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Kommentare
andrea30b
andrea30b, 03.04.2007
sh
mch2000
mch2000, 17.01.2005
die die Welt NICHT braucht!

gruszlig mc pOumlt
melle1301
melle1301, 08.04.2008
sh
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weltenbummler25

Ein Tag auf der Osterinsel

ein Testbericht von 2010-05-18 06:37:42 vom 18.05.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: ablegendste (von Menschen bewohnte Insel) der Welt, viele Kulturstätten, hier ist Geschichte zum Greifen nah...
Nachteile/Kritik: lange Anreise, hohe Reisekosten
Ein Tag auf der Osterinsel

Warum Osterinsel?

Als ich diese Insel am 11.01.2009 erreichte (via Schiff) fühlte ich mich nach den vielen Seetagen wirklich soweit weg von daheim, wie noch nie zuvor. An keinem Ort zuvor fühlte ich mich je sooo fern, so als wie in einer anderen Welt?? Wirklich schwer zu beschreiben. Aber die Fakten warum man sich so fühlt, sprechen für sich. Kein bewohntes Fleckchen Erde liegt abgeschiedener als diese Insel im Südpazifik! 5 Stunden bis zum chilenischen Festland, 6 Stunden bis Tahiti und etliche Seemeilen bis zu den „Nachbarn“ – die von ca. 40 Menschen bewohnte Insel Pitcairn.

Ich werde die Insel nicht mehr in allen Einzelheiten beschreiben, weil das bereits ausführlich getan wurde. (Anm.: und noch dazu sehr gut!)
Ich möchte damit nur einen kleinen Überblick geben und vielleicht ein wenig neugierig machen, auf diesen Inselschatz im Pazifik.

Sightseeing:

Besuch der Höhle Ana Kai Tangata („Menschfresserhöhle“): befindet sich an der Westküste unweit von Mataveri. In dieser Höhle kann man auch noch viele Felsmalereien aus vergangenen Zeiten bewundern.

Rana Raraku: (berühmtes Postkartenmotiv) um den Vulkan und Kratersee herum, stehen und liegen ca. 300 Moai Statuen.

Meeresbucht Ahu Tongariki: auf einer Plattform befinden sich 15 Moais von beeindruckender Größe

Zeremonienanlage Orongo: Vogelmannkult


Allgemeines:

Mit dem Status eines Departamentos der Region Valparaiso, gehört die Osterinsel politisch gesehen heute zu Chile.
MEZ – 6Std.
Amtssprache ist Spanisch, im Alltag wird aber Rapanui gesprochen.
Es gibt eine Art Infrastruktur, bestehend aus Kirche, Post, Bank, Supermarkt, Restaurants, Krankenhausgebäude, und einigen Souveniershops. Von den Mitte des 19.Jh. bestehenden sechs Siedlungen sind eigentlich hauptsächlich nur noch Hanga Roa und Mataveri geblieben.

Die Insulaner haben sogar eine eigene Schrift – als einzige von allen Pazifikinseln – der Rongorongo Schrift. Es ist eine Art Bilderschrift (viele Symbole, wie z.b. Menschen, Tiere, Vogelmänner, Gebrauchsgegenstände) und für uns alle sicher etwas schwer zu lesen, denn nicht nur dass von links nach rechts gelesen wird und links unten begonnen wird, nein, die Tafel wird auch nach jeder Zeile um 180 Grad gedreht. Und da soll noch einer sagen Lesen macht keinen Spaß!

Einreiseinfos:
Als westeuropäischer Staatsbürger benötigt man üblicherweise kein spezielles Visum um einreisen zu dürfen. Man darf sich nach der Einreise bis zu 90 Tagen auf der Insel aufhalten und wer Gefallen am Leben auf einer der am weitesten vom Festland abgelegendsten Inseln gefunden hat, dem wird der Aufenthalt gern um weitere 90 Tage verlängert.
Es wird empfohlen sich vorher gegen Cholera impfen zu lassen.


Wie kommt man eigentlich dahin??

Via Air: mit dem Flugzeug zum Beispiel von Frankfurt a. Main nach Santiago de Chile (z.b. über Paris/Sao Paulo oder Buenos Aires) und von da weiter (ca.4-5std) zur Osterinsel (auch Rapa Nui oder Isla de Pascua genannt)
Flugpreis sowie Flugdauer varieren je nach Zwischenstopps. Aber mit mind. 35Std. sollte man rechnen. „Günstigere“ Flugangebote habe ich sowohl im Sommer als wie auch Winter schon gefunden (z.b. mal ähnlichen Preis für Juni als auch Dezember. Komischerweise war das Fliegen im Juli dann wieder doppelt so teuer).
Auf der Insel landeten die ersten kleinen Flugzeuge um 1950. Im Laufe der Jahre wurde der Flughafen weiter ausgebaut, sodass heute mittlerweile mehrmals wöchentlich Flugzeuge nach und von Santiago de Chile starten. Es gibt auch die Möglichkeit von der Osterinsel weiter nach Papeete (Tahiti) zu fliegen.

Via Schiff: viele Kreuzfahrtschiffe (ja auch deutsche) haben die Osterinsel als festen „Anlaufpunkt“ auf ihren Weltreisen im Programm. So zum Beispiel auch die Hapag Lloyd Schiffe,..allen voran das Flagschiff der Reederei, die „MS EUROPA“.
...
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Kommentare
hjid55
hjid55, 18.05.2010
Sehr hilfreich und liebe Grüße Sarah
sigrid9979
sigrid9979, 18.05.2010
Wünsche einen schönen Dienstag
whitejunglehb1
whitejunglehb1, 18.05.2010
SH für deinen guten Bericht.LG Bernd
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