Heute möchte ich euch ein Fitnessprogramm vorstellen, dass nur 30 Minuten eurer Zeit in Anspruch nimmt und euch zu einem Traumbody verhelfen wird. Nur 30 Minuten??? Ja, allerdings ist auch hier (wie bei jedem Fitnessprogramm) ein regelmässiges Training notwendig, so dass man schon etwa alle 2-3 Tage eine halbe Stunde Zeit investieren muss.
"Pace" heisst dieses neue Programm, was wie viele andere Fitnesstrends auch aus den USA stammt und nun in Deutschland die Studios erobert.
Es handelt sich hierbei um ein Zirkeltraining, dass in nur 30 Minuten ein umfangreiches Ganzkörperworkout beinhaltet. Noch attraktiver wird das Programm dadurch, dass es sich um ein Gruppenworkout handelt und von anspornender Musik und einem Trainer unterstützt wird.
Wie man es vom "normalen" Zirkeltraining kennt (und kaum jemand erinnert sich gern an diverse Trainingszirkel...) sind die Trainingsgeräte in einer Art Kreis bzw. Kreislauf aufgestellt und man muss nach einer bestimmten Zeit immer das Gerät wechseln - das Prinzip des Zirkeltrainings gilt hier auch. Nach 30 (oder 45 - kommt auf den Trainer an) Sekunden sagt eine Stimme "Stationswechsel" und man muss sich möglichst schnell an die nächste Workstation begeben. Erholungspausen gibt es während des Workouts nicht, nur gegen Ende der Trainingseinheit werden mal Pausen eingefügt, um den Puls zu kontrollieren.
Das trickreiche und einzigartige an den Geräten ist, dass diese extra so konzipiert wurden, dass immer Kraft und Ausdauer verschiedener Muskelgruppen in einer Übung an einem Gerät trainiert werden - man hat also ein Kraft- und ein Cardiogerät in einem. Gelenkschonendes Training ist aber mindestens genauso wichtig und so wurde bei den Trainingsgeräten darauf geachtet, dass hochwertige Hydraulikzylinder verwendet wurden, um eine Überbelastung für Muskulatur und Gelenke zu vermeiden. So kann auch jeder, vom Profi bis zum Senior, an so einem Gerät trainieren ohne das man etwas am Gerät verstellen muss - der Trainierende bewegt und kontrolliert das Gerät sowie den Schwierigkeitsgrad (je schneller man eine Bewegung ausführt umso grösser wird der Widerstand und die Kraft die man aufwenden muss).
Wissenschaftliche Studien in den USA und in D beweisen, dass mit Pace (bei 3 mal Training/Woche) sehr gute Trainingserfolge in Bezug auf:
- Höchsten Kalorienverbrauch im Vergleich zu anderen Workouts
- Kräftigung der Muskulatur (alle großen Muskelgruppen werden trainiert, es treten keine Muskeldysbalancen auf)
- Bodyforming durch doppelt konzentrisches Training. Agonist und Antagonist werden in einer Übung an einer Station trainiert
- Optimales Muskeltraining in allen Winkelstellungen, da sich der Widerstand der jeweiligen Kraftentwicklung anpasst (Omnikinetisches Training)
erzielt werden können.
Das klingt ja alles recht vielversprechend - wenn auch sehr anstrengend. Doch wie siehts in der Praxis aus? Ist das Programm wirklich so toll wie es von den Fitnessgurus dargestellt wird ???
Ich bin recht trainingsfaul was das Training an den Geräten angeht, da ich das als einfach viel zu langweilig und zudem noch sehr zeitintensiv empfinde. Man macht dann pro Gerät so seine 3x15 Wiederholungen mit (manchmal etwas längeren) Pausen und nicht immer sind alle Geräte gerade frei wenn man am trainieren ist. Gerade in den Abendstunden kann es bei mir im Studio durchaus mal vorkommen, dass man durchaus 10 Minuten (oder
mehr) warten muss bis man an das Gerät kann... Da kam mir Pace gerade recht - in nur 30 Minuten alle ungeliebten Übungen und dazu läuft auch noch fetzige Musik. Ich mag Gruppenworkouts eh viel lieber und so machte ich mich mit 17 anderen Mitstreitern auf um die gross angepreisene Neuheit zu testen.
Am liebsten wär ich gleich umgedreht als ich den neu gestalteten Trainingsraum erblickte. Das sah ja aus wie `ne Folterkammer und nicht wie etwas das Spaß machen sollte... Die meisten Geräte waren mir schon aus dem Studio bekannt, doch trotzdem gab es natürlich eine Einführung der Trainerin. Nach etwa 2-3 Stationen wurde immer ein Gymnastikbrett (auch "Dance Square" genannt) als Station eingefügt, wo man immer etwas entspannen kann und einfach locker auf der Stelle laufen soll. Dann gibt es noch drei Stepper, die für mich auch keine grossen Schwierigkeiten darstellen. Fies wird es am Bizeps/Trizeps-Gerät, dass auch gerade für Leute mit kurzen Armen (so wie ich) nicht gut eingestellt ist. Mir ist es kaum möglich die ganze Bewegung auszuführen...
Der Adduktoren-Abbduktorentrainer für die Oberschenkelinnenmuskulatur / Oberschenkelaußenmuskulatur bereitet mir wenig Probleme, denn durch mein liebstes Hobby, das Reiten, ist gerade diese Muskulatur gut ausgeprägt - ich finde das Gerät etwas lasch, doch mein Freund hat da manchmal schon zu kämpfen (der wiederum hat beim Bizeps weniger Probleme...). Das Butterfly-Negativbutterfly horizontal für die Brustmuskulatur / obere Rückenmuskulatur ist auch wieder nicht für kleine Leute geeignet. Ich habe Probleme damit die Pauschen richtig zu umfassen und die Übung in korrekter Haltung auszuführen - ich bin einfach zu klein... Am Rudergerät / Brustdrücker (sitzend) hab ich keine Probleme - auch hier wird wieder die Brustmuskulatur / Rückenmuskulatur gekräftigt.
"Beliebt" ist auch der Kniebeugentrainer, der die Gesäßmuskulatur /Oberschenkelstreckmuskulatur trainieren soll. Seitdem ich Bodypump mache ist es nicht mehr ganz so schlimm, aber ich mag diese Übung trotzdem nicht - das zieht ganz schön und ist unheimlich anstrengend.
Mmmh... also ihr merkt schon, ich stehe dem Training mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf alle Fälle ist man nach nur 30 Minuten schweissgebadet und völlig ausgepowert (wenn man sich richtig anstrengt) und kann sich mit ruhigem Gewissen faul aufs heimische Sofa legen. Dadurch dass die Geräte für kleine Leute aber einfach nicht immer passend eingestellt sind (oder eingestellt werden können) machen manche (sowieso schon recht unangenehme) Übungen noch weniger Spaß.
Der Trainer achtet am Anfang darauf, dass man nicht von 0 auf 100 loslegt, sondern die ersten paar Stationen etwas langsamer angehen lässt (aufwärmen ist ja nun sehr wichtig !), später feuert er die Leute richtig an (manchmal kommt man sich dabei vor wie bei der Bundeswehr...) und abschliessend werden dann noch ein paar Dehnübungen gemacht. Angeblich bekommt man (auch als völlig untrainierter Mensch) keinen Muskelkater - ich habe da wohl etwas falsch gemacht, denn die nächsten zwei Tage musste ich mit einem starken Muskelkater leben.
Für sichtbare Ergebnisse des harten Trainings muss man aber auch einige Wochen trainieren, doch dann bemerkt man schon einen positiven Effekt - so fühlt man sich fitter und irgendwie "gestrafft" (nicht lachen - mir fällt gerade kein anderer Ausdruck ein...). Auch zum Abnehmen ist das Programm gut geeignet...
Mein Freund ist völlig begeistert von dem Training - ich bevorzuge aber lieber den Spinning-Kurs, Body Pump und Body Combat. Aber jeder ist ja verschieden und ich empfehle jedem diesen Kurs einfach mal auszuprobieren...