Petrus Maduro
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Platz 28 in der Kategorie "Zigarren".
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Petrus Maduro Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Albatros

Petrus Etiquette Blanc Maduro - Lakritzstange oder Zigarre?

ein Testbericht von 2002-11-21 19:18:00 vom 21.11.2002
Empfehlung: ja
Alba hat mal wieder der Versuchung nachgegeben und sich einen Exoten gekauft. Nach dem Genuß von mehreren Maduros anderer Hersteller war ich auf den Geschmack gekommen. Unter anderem bieten auch Griffins und Macanudo eine solche Spezialität in ihrem Sortiment an. Dabei konnte ich feststellen, dass das besonders dunkle Deckblatt, diesen beiden dominikanischen Zigarren eine zusätzliche süßlich würzige Note verliehen hat und zwar sowohl in der Raumnote als auch im Geschmack.
Die Petrus Etiquette Blanc ist aus hondurianischen Tabaken hergestellt und hat daher in Verbindung mit dem Maduro-Deckblatt meine besondere Neugierde geweckt. Zigarren aus Honduras liegen - von ein paar Ausnahmen abgesehen - von der Stärke her zwischen den milden Dominikanischen und den meist sehr kräftigen kubanischen Formaten. Normalerweise rauche ich meine Zigarren an der frischen Luft, da ich nicht die Wohnung einräuchern will und dies gewiß nicht so gut für unseren kleinen Knirps von 20 Monaten wäre. Trotzdem habe ich ganz bewusst auf einen Moment gewartet, um dieses Exemplar in einem geschlossenen Raum zu genießen. Auf einer Bahnfahrt von München nach Nürnberg war es dann soweit; ich hatte ein ganzes Raucherabteil im ICE für mich alleine und habe die Gelegenheit genutzt die Petrus zu verkosten.


Verpackung:

Holzkisten zu 25 Stück und leider keine Tubos. Also auch hier gilt - wieder einmal - sofort rauchen oder ab in den Humidor damit. Gute Erfahrungen habe ich in diesem Zusammenhang mit dem Carbon-Etui von Griffins gemacht, welches ziemlich gut abschließt und den Zigarren keine Feuchtigkeit entzieht (anders als bei Lederetuis...). Man kann seinen Lieblingen darin schon mal einen ganzen Tag Aufenthalt gönnen, ohne sich gleich Sorgen, um deren Zustand machen zu müssen.


Aussehen:

Die Petrus Maduro erinnert einen unwillkürlich an eine Lakritzstange. Vielleicht spielt einem die optische Wahrnehmung da einen besonderen Streich, denn die Nase nimmt ebenfalls einen süßlichen Lakritzgeruch war. Das ist schon einigermaßen seltsam, wenn man bedenkt, dass das mexikanische Deckblatt unter Zusatz von Honig fermentiert wurde. Die Banderole trägt dem Namen der Serie "Etiquette Blanc" Rechnung und besteht aus einem weißen Ring, dessen Vorderseite zu einem Wappen geformt ist. Sowohl der Inhalt des Wappens als auch die Beschriftung sind in Gold gehalten. Das Logo zeigt zwei gekreuzte Schlüssel mit dem Schriftzug "Petrus" davor. Auf dem übrigen Ring liest man die Worte "Tabaco Sublime". Die Farbe der Zigarre ist nahezu schwarz glänzend, was darauf schließen lässt, dass hier bei der Fermentierung nicht gegeizt wurde. In der Tat wird die Oberfläche leicht klebrig, wenn man die Zigarre etwas anfeuchtet.


Verarbeitung:

Bislang habe ich mich immer etwas geziert aber diesmal ist es dann doch eines dieser großen Churchill-Formate geworden. Mit ca. 19 x 2 cm ist die Petrus schon ein enormes Teil, im Grunde so was wie eine um etwa 7 cm verlängerte Robusto. Das Deckblatt hat eine relativ grobe Struktur und ist fest gewickelt. Die Zigarre wirkt gleichmäßig fest im Griff und ist sehr sauber verarbeitet. Es handelt sich auch hier um einen Longfiller, d.h. die Füllung/Einlage der Zigarre ist aus ganzen Blättern geformt (also keine "gerissene" im Sinne von zerkleinerte Einlage wie bei den sogenannten Shortfillern...)


Brandverhalten:

Oha, so leid es mir tut aber in diesem Punkt gibt es definitiv eine ganze Note Abzug. Das stark fermentierte Deckblatt karamelisiert regelrecht und tendiert stark zu ungleichmäßigem Abbrand. Ich hatte teilweise den Eindruck, dass das Maduro-Deckblatt den Glutkegel geradezu erwürgt. Es schlägt Blasen am Brandende und verliert dadurch zum Teil den Kontakt zur Glut. Beim Abstreifen der Asche knacken diese Blasen wie Holzkohle. Im Gegensatz dazu hat die Asche der Tabakeinlage die Tendenz zu rieseln und zwar schon bei der geringsten Bewegung. Dies hat insgesamt zweimal dazu geführt, dass außen ein Rand vom Deckblatt stehen blieb und der Glutkegel vollends nach innen entschwunden ist. Allgemein besteht beim Abbrand ein ziemliches Ungleichgewicht zwischen dem festen Deckblatt und der Einlage, die regelrecht zu Staub zerfällt. Auch im Rauch ist der Unterschied sehr deutlich erkennbar. Die Einlage brennt bläulich, das Deckblatt gelblich. Insgesamt fordert die Petrus Maduro eine erhöhte Aufmerksamkeit vom Raucher, der doch eigentlich auf Muße und unkomplizierten Genuß aus ist, sich aber sehr bewußt darum bemühen muß, dass die Glut nicht verlischt und die Asche auch im Ascher landet.


Geschmack:

Wer vor dem Entzünden mal eine Nase nimmt, wird feststellen, dass die Petrus süßlich und ein wenig nach Lakritze duftet. Die ersten paar Züge nach dem Anzünden bestätigen dann den Ruf, der den meisten Honduras-Produkten vorauseilt. Es handelt sich um eine mittelstarke bis kräftige Zigarre, welche zu Beginn eine gewisse Schärfe verspüren läßt, die aber rasch abnimmt. Danach macht sich eine intensive Würze und Süße breit, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Interessant ist die Raumnote. Der Rauch ist stark süßlich und trägt ein Aroma von Karamel und Honig (kein Wunder; bei der Fermentation des Deckblattes ist Honig im Spiel...). Die Geschmacksentwicklung ist herrlich. Im mittleren Drittel verdichtet sich das Aroma und es tritt eine Thymian-Note hervor. Im letzten Drittel nimmt die Süße etwas ab und es treten starke Karamel- und Röstaromen in den Vordergrund. Auch die Stärke ist zum Schluß enorm. Man hat das Gefühl als trinke man einen kräftigen Kaffee.


Fazit:

Eine Zigarre, die - wenngleich sie ein Exot ist - auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung hat. Der Geschmack, sowie seine Entwicklung haben mich begeistert (um so mehr, da ich früher Pfeifenraucher gewesen bin und da Erinnerungen aufkamen....). So hervorragend der Geschmack ist, so negativ empfand ich allerdings das Brandverhalten, welches einem den unkomplizierten Genuß etwas verleidet. Echte Entspannung kam bei mir erst im letzten Drittel auf. Bis dahin habe ich fortwährend meine Konzentration darauf richten müssen, dass die Petrus einigermaßen sauber brennt und ich mich nicht mit Asche einsaue (Sorry für den derben Ausdruck aber hier geht es nun mal um Genuß und damit auch um Gefühle....). Diese Maduro hat das fetteste Deckblatt im Vergleich zu ihren Geschwistern anderer Hersteller und nicht zuletzt deshalb einen so intensiven Geschmack. Leider hat dies die oben erwähnten Brandeigenschaften zur Folge. Deshalb eine Note Abzug


Vielen Dank für´s Lesen und Bewerten. Für jegliche Art von Anmerkungen und Kommentaren bin ich Euch dankbar

Euer

Albatros
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Produktbeschreibung Petrus Maduro

 
Allgemeine Informationen Petrus Maduro
gelistet seit: 25.08.2003
Hersteller: Petrus
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