Kürzlich hatte ich mal wieder für mich selbst zu sorgen, aber die Zeit war knapp und der Hunger groß. Also musste ein Fertiggericht herhalten, das ich in unserem Vorratskeller fand: die Pfanni Kartoffel-Gemüse-Pfanne mit Mais, Erbsen, Paprika und Möhren. Von Pfanni war ich bisher recht begeistert; einige meiner älteren Berichte geben darüber Auskunft. Diesmal war meine Begeisterung deutlich geringer, denn dem Werbespruch "jetzt noch knuspriger!" wurde das Produkt nicht gerecht.
Zunächst mal galt jedoch wie so oft die Devise, dass die Angabe "1 - 2 Portionen" auf eine einzige Portion hindeutet, die bei ganz kleinem Hunger auch auf zwei Personen aufgeteilt werden kann - aber wann hat man schon mal so wenig Hunger... Die ganze Schachtel war also für mich allein, und das nur als Beilage zu einer übrig gebliebenen Bratwurst. Für die Sättigung war also eigentlich alles getan.
Doch vorher kam die Zubereitung, die bei Pfanni-Gerichten extrem einfach (und damit für mich geeignet) ist. In einer beschichteten Pfanne wurde etwas Öl (oder auch Margarine) erhitzt, dann kam der gesamte Packungsinhalt von 500 Gramm Kartoffel-Gemüse-Mischung in die Pfanne und wurde einige Minuten angebraten. Der Bratvorgang soll laut Packung so lange fortgesetzt werden, bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Ich mag Bratkartoffeln relativ gut gebräunt, so dass die Zubereitungszeit von 4 - 5 Minuten deutlich überschritten wurde. Ein kleiner Nachschlag Öl hat die Zubereitung verfeinert, ansonsten musste keine weitere Zugabe erfolgen.
Schon beim Entleeren der Packung in die Pfanne fiel die recht flüssige Konsistenz des Fertiggerichts auf. Mir schien das Gemüse in der Mehrheit zu sein, doch die Angaben auf der Packung belehrten mich eines Besseren: "nur" 42% des Inhalts wurden dort als Gemüse ausgewiesen. Für das Anbraten ergab der hohe Gemüseanteil ein kleines Problem, denn so richtig braun wurden die Kartoffeln nicht. Auch erwies sich das Gemüse eher als Gemüse-Soße, kein anderes mir bekanntes Pfanni-Gericht enthält so viel Flüssigkeit. Diese verschwand beim Anbraten auch keineswegs vollständig, so dass eher das Gefühl von Eintopf anstatt von Bratkartoffeln mit Gemüse entstand. Wäre Geschmack und Würzung besser gewesen, hätte ich darüber hinweggesehen...
Irgendwann war der optische Eindruck des Pfanneninhalts dann so, dass ich zum Essen schreiten konnte. Nach wie vor erschien die Konsistenz als eher schwammig, der Geruch schwankte zwischen Gemüse-Einerlei und Kartoffelgratin und die Portion reichte tatsächlich gerade mal für mich. Der Geschmack überzeugte mich absolut nicht. Die Kartoffeln waren extrem weich, wenn auch noch nicht matschig, doch das Gemüse eignete sich nicht dazu, den Geschmack zu verbessern, zu wenig knackig und ohne Würze war das Ganze. Ich würzte deshalb mit einigen Sorten das Kartoffelgericht nach, was zwar laut Packung nicht nötig ist, das Essen allerdings deutlich verbesserte.
Der Sättigungsgrad war ausreichend, wenn auch nur in Verbindung mit meiner kleinen Bratwurst. Das Fertiggericht allein hätte mich sicher nicht komplett satt gemacht. Insofern halte ich den Preis von ca. 2 Euro für ziemlich hoch. Der Nährwert ist mit 110 Kalorien pro 100 Gramm plus Fett für das Anbraten noch akzeptabel.
Zwar zweifle ich keineswegs an der Qualität der einzelnen Zutaten, doch ist die Zusammenstellung alles andere als optimal. Ich werde mich in Zukunft wieder auf
die Bratkartoffeln und den Bauernschmaus von Pfanni beschränken, die Kartoffel-Gemüse-Pfanne ist für mich eine schlechte Erfahrung im Kreis der mir bekannten Fertiggerichte, für die ich keinesfalls eine Empfehlung geben möchte. Insgesamt halte ich zwei Punkte für angemessen, denn genießbar war das Gericht ja...
Trotzdem wäre es sicher besser gewesen, selber Kartoffeln zu pellen und dann mit etwas Gemüse individuell zu verfeinern!
Allgemeine Informationen Pfanni Kartoffel-Gemüse-Pfanne
gelistet seit: 09.02.2004
Hersteller: Pfanni weitere Pfanni FertiggerichteBewertung durch unsere Mitglieder