mein Name ist Gia777 und ich besuchte Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger eine Oberschule in Berlin. In der neunten Klasse stand die Wahl des 3 wöchigen Praktikums an. Ich wußte überhaupt nicht für welchen Beruf ich mich entscheiden sollte. Zu dieser Zeit dachte ich eigentlich nur an Spaß und Action. Den Polizeiberuf kannte ich auch nur aus den unzähligen Fernsehsendungen und da war ja nun wirklich genug Action geboten. Ich entschied mich daraufhin für ein Praktikum bei der Berliner Polizei. Die ersten 2 Wochen kam ich zur Verkehrspolizei, das hört sich nicht sonderlich spannend an aber wir hatten auch eine Verfolgungsjagd auf dem Stadtring. Mein Kollege und ich auf einem Motorrad BMW, mit knapp 200 km/h Geschwindigkeit haben wir den Verkehrssünder eingeholt.
In der letzten Woche des Praktikums bekamen wir Einblick in die anderen Bereiche der Polizei. Man kann dort sehr verschiedene Tätigkeiten erlernen. Neben der Verkehrspolizei gibt es noch die Hundestaffel, die Wasserschutzpolizei, die Reiterstaffel, die Einsatzhundertschaft (das sind solche die bei Demonstrationen, Fußballspielen oder auch öffentliche Ereignisse z.B. Staatsempfänge absichern). Es gibt auch spezielle Berufe innerhalb der Polizei, wo man nicht sofort darauf kommt wie interne Kfz-Mechaniker, Taucher, Techniker oder auch den Innendienst wo Vernehmungen also überwiegend einer Bürotätigkeit nachgegangen wird.
Ich habe eine Ausbildung zur Schutzpolizistin im mittleren Dienst absolviert und mich anschließend in die Einsatzhundertschaft versetzen lassen.
Die Ausbildung war ziemlich anstrengend aber dabei dürft ihr nicht vergessen, dass es keine andere Ausbildung gibt die so gut bezahlt wird. Wir bekamen bereits im ersten Lehrjahr 1770,- DM pro Monat vergütet. Da war ich natürlich im Freundeskreis sehr beliebt, welcher 16 jährige hat schon soviel Geld zur Verfügung?
Falls ihr euch für Diesen Beruf entscheiden solltet sind die nächsten Infos sehr wichtig:
Voraussetzung :
Die Berliner Polizei nimmt nicht jeden an.
- Ganz wichtig an erster Stelle: Du darfst auf keinen Fall vorbestraft sein allein schon eine Körperverletzung
oder ein Diebstahl bei dem es zur Anzeige gekommen ist - natürlich nur wenn Du bei der Tat schon 14 Jahre alt warst - reicht aus um Deine Bewerbung abzulehnen.
- Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Du Deutscher im Sinne des Gesetzes sein mußt. Wenn Du es noch nicht bist, kannst Du jedoch die Deutsche Staasangehörigkeit beantragen und später einreichen. Deine Ausbildung kannst Du in jedem Falle absolvieren, Du wirst jedoch erst dann zum Polizist/-in ernannt wenn Du die Deutsche Staatsangehörigkeit erlangt hast.
- Ein weiterer wichtiger Punkt ist Dein Schulabschluß. Je besser dieser ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Du genommen wirst. In der Regel genügt ein erweiterter Hauptschulabschluß. Die 10. Klasse muss also mit ausreichend absolviert werden. Noch besser wäre natürlich der Realschulabschluß , damit werdet ihr mit Sicherheit angenommen.
- Nun ist nur noch ein Punkt wichtig bevor es zum Einstellungstest geht. Die körperliche Verfassung. Mädchen müssen 160 cm und Jungs 165 cm groß sein. Du kannst Brillenträger sein, das ist kein Grund abgelehnt zu werden.
Deine Bewerbung:
Die oben genannten Punkte sind bei Dir kein
Problem?
Dann kannst Du Dich bewerben. Du benötigst:
- Ein Bewerbungsschreiben
- Einen Lebenslauf
- Kopien der letzten 3 Zeugnisse
- Eine Schwimmbescheinigung ( Du mußt den Freischwimmer haben )
- Ein Paßbild
- Kopie deines Ausweises
Diese Unterlagen schickst Du dann an folgende Adresse:
Beispiel: Berlin
Der Polizeipräsident in Berlin
Referat Einstellung
Charlottenburger Chaussee 67
13597 Berlin
Die körperliche Untersuchung:
- Die Polizei lädt Dich zu einer körperlichen Untersuchung ein. In der Regel ist man in Deinem Alter gesund. Du mußt 5 min bei unterschiedlicher Belastung Fahrrad fahren dabei schließt man Dir ein EKG an um zu sehen ob dein Herz in Ordnung ist. Bei meiner Einstellung damals waren Jugendliche Kettenraucher dabei, die diese 5 Minuten nicht geschafft haben. Damit war die Untersuchung natürlich nicht bestanden. Die Polizei braucht schließlich Menschen die belastbar sind.
Der Dreistufige Einstellungstest
Du wirst in der Regel sofort erfahren ob die Untersuchung erfolgreich war. Man wird Dich dann einige Tage später nochmal schriftlich informieren und gleichzeitig Dir den Termin nennen, wann du zum Einstellungtest kommen darfst. Dieser ist meist einige Wochen später.
Ab jetzt liegt alles in deiner Hand.
Dieser Einstellungstest hat drei Stufen, für die Du jetzt Zeit zum Üben hast.
1) Dein Deutsch wird überprüft. Du schreibst einen Lückentext, aber Vorsicht, der hat es in sich. Wenn Du in Deutsch auf fünf stehst dann solltest Du in jedem Falle vorher üben.
Man wird Dir anschließend einige Sätze vorlegen, die von der Grammatik her unmöglich formuliert sind. Diese mußt Du umschreiben, so dass diese Sätze wieder einen Sinn ergeben.
Kurze Wartezeit der Test wird sofort ausgewertet, diejenigen die ihn nicht bestanden haben können sofort nach hause gehen.
2) Der Sporttest
Zuerst gehst Du in die Turnhalle dort sind Geräte aufgebaut die du überwinden mußt.
Ein Polizeisportlehrer notiert Deine Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Die Hindernisse sind z.B.
- einen Barren, einen Bock (aber sehr niedrig ca. 1 m ) und zum Ende eine Leiter, auf die Du klettern mußt. Hier
will man sehen, ob Du an Höhenangst leidest, was für den Polizeidienst natürlich nicht sein darf.
Wenn Du die Sportgeräte geschafft hast, kommt der Ausdauertest. Den fand ich persönlich total
schrecklich und für mich total schwierig. Du mußt 2000 m laufen und auch hier darfst du nicht zu
langsam sein. Die Zeitvorgabe war jedoch erträglich. Mädchen höchtens 12 Minuten, Jungs
dürfen höchstens 10 Minuten brauchen. Wer kein Läufer ist, sollte vorher üben. Es ist zu schaffen.
Die Auswertung des Sporttests dauerte etwas länger als 1 Stunder. Die Polizei spendierte uns jedoch
für die Wartezeit ein Mittagessen in der Kantine. Diejenigen die nicht bestanden hatten, konnten
nach hause gehen.
3) Das Bewerbungsgespräch
Du sitzt mit zwei Mitbewerbern drei Menschen gegenüber ( einem Lehrer, einem Polizist und einem Psychologen)
Die sind in der Regel sehr nett. Man wird Dich auf jeden Fall fragen warum Du zur Polizei möchtest .Die Antwort sollte gut überlegt sein, z.B. weil es ein abwechlungsreicher Beruf ist, du schon Erfahrungen im Praktikum gesammelt hast die Dir gefallen haben oder Angehörige von Dir bei der Polizei arbeiten und Dich über den Beruf informiert haben, was Dir gefallen hat usw.
Auf keinen Fall solltest Du Dinge äußern wie z.B. Du willst schießen, findest Pistolen geil, willst viel Kohle verdienen oder noch schlimmer Du sagst garnichts zuckst mit den Schultern dann würde man Dich als ungeeignet ansehen bzw. dessinteressiert am Beruf.
Diese Auswertung dauert nur wenige Minuten allein deshalb weil viele vor Dir nach hause geschickt wurden. Wenn Du jetzt Bescheid bekommst dass Du bestanden hast dann bist Du angenommen.
Zu meiner Zeit wurden die meisten nach dem Deutschtest nach Hause geschickt. Wir waren ca. 40. Nach dem Test durften 25 gehen. Nach dem Hindernisslauf ein Mädchen und nach dem 2000 m Lauf weitere 5 Mitbewerber. Von uns restlichen 9 wurde nur noch ein Junge nach dem Gespräch aussortiert der äußerte im Gespräch, dass er ballern will wie Rambo. War für uns unfaßbar und für ihn das Ende der Bewerbung.
Die 2 ½ - 3 jährige Ausbildung
Die Polizeiausbildung ist zwischen 2 ½ - 3 Jahre lang. Das entscheiden Deine Noten Du kannst am Ende des 2. Jahres die Ausbildung verkürzen wenn Dein Schnitt 2 oder besser ist.
Die erste Woche:
Du fährst zur Kleiderkammer mit Deinen Mitschülern und bekommst Uniform, Sportsachen, Judoanzug, Einsatzkleidung ( grüne Latzhose und T-Shirts wie beim Bund ) Badehose,- Anzug , Schuhe usw alles was Du brauchst.
Die Polizeiausbildung findet auf dem Gelände in Ruhleben statt. Du machst Unterricht, Sport, Schwimmen alles auf Diesem Gelände. Du kannst dort sogar wohnen (spart Miete und Du hast keinen Elternstress). Haben viele von uns gemacht.
Du wirst in der Philharmonie vereidigt ( Du legst einen Schwur ab auf die Verfassung. Deine Eltern werden dabei eingeladen,)
Du bekommst Dein erstes Gehalt bar ausgezahlt, die Polizei bezahlt im voraus ( Ich bin den Tag noch shoppen gegangen ).
Unterrichtsfächer:
Theorie:
- Deutsch
- Englisch
- Geschichte
- Politik
- Strafrecht
- Sicherheits und Ordnungslehre (Paragraphen lernen z.B. wann Du warum wen verhaften darfst, Ausweise kontrollieren darfst etc.)
- Verkehrslehre ( Verkehrsregeln lernen , was es kostet wenn man falsch parkt usw. )
Praxis:
- Konditionelle Übungen ( Turnhalle, Sport, Ausdauer, Laufen, Liegestüzen usw. )
- Einsatzbezogende Selbstverteidigung ( Judo, Boxen, Karate etc)
- Schwimmen ( Ausdauer, Schnelligkeit, retten usw.)
- Ausbildung f. den Einsatz( Theorie: Waffenkunde ,Dienstkunde , Praxis: Schießen, Übungen z.B Razzia auf dem Gelände oder Durchsuchungen etc.)
Zwischendurch machst Du Praktikum auf verschiedenen Polizeiabschnitten
Im ersten Jahr 3 Wochen
Im zweiten Jahr ein Sozialpraktikum von 3 Wochen
Im dritten Jahr 3 Monate Abschnitt und Einsatzhundertschaft.
Nach der Ausbildung kannst Du Dich entscheiden, wo Du gerne arbeiten möchtest. Wenn Du die Ausbildung bestehst, wirst Du übernommen. Du mußt Dich nicht wie in anderen Berufen nach der Ausbildung neu bewerben.
Mit Erreichen Deines 27 Lebensjahres wirst Du Beamter/ Beamtin auf Lebenszeit. Das bedeutet, dass Du unkündbar bist. Ausnahme : Du begehst eine Straftat oder kündigst selbst.
Ausgelernt bist Du Polizeimeister. Das sind 2 grüne Sterne auf Deiner Schulterklappe. Wenn Du Deine Arbeit gut machst, wirst Du befördert. Jede Beförderung bedeutet neben mehr Sternen natürlich auch ein besseres Gehalt.
Intern kannst Du Lehrgänge besuchen z.B. Sanitäterausbildung, Schießlehrgänge, Vorträge, Entspannungstraining, Fahrtraining usw. Leider werden diese Angebote selten in Anspruch genommen aber sie Sorgen meiner Meinung nach für eine Abwechslung im Beruf und für eine Weiterbildung, die wichtig ist, wenn man erfolgreich werden möchte.
freumich, 17.04.2002
In dieser Beschreibung stecken sicherlich einige nuumltzliche Informationen. Jedoch sollte man sich bei dieser Berufswahl auch genau uumlber die Unannehmlichkeiten im klaren sein.
Der Schichtdienst ist nicht jedermanns Sache, auch lassen sich die D
Gabri, 21.05.2002
Klingt schon irgendwie interessant...obwohl ich selber noch nie so richtig von der Polizei traumlumen konnte. Guter Bericht Gabri
hexe77, 22.11.2002
Danke - toller Bericht!Ich selber bin in Niedersachsen bei der Polizei - im vergangenen Jahr hatten wir einen Einsatz in Berlin Staatsbesuch Putin wir haben in der Polizeikaserne in Spandau quotgewohntquot dabei konnten wir einigen PMA039s bei d
ein Testbericht von Eule19742007-07-11 16:14:33vom 11.07.2007Empfehlung:Vorteile: gutes Geld in der Ausbildung,
viel Sport
Teamgeist...Nachteile/Kritik: naja, manchmal zu viel Sport, nach der Ausbildung unterbezahlt, für das was man macht.....
Ich kann es jedem, der es wirklich will, und der sich vorher vernünftig über diesen Beruf informiert hat, nur empfehlen.
Das erste Ausbikldungsjahr ist das härteste, da trennen sich auch für manche die Wege.
Man sollte sich nicht nur im Klaren darüber sein, was an § auf einen zukommen, sondern auch, wie man körperlich gefordert wird.
In der Ausbildung heißt es um 7.15 Uhr antreten, bis Mittag Theorie pauken(zumindest in S-H)das heißt so Fächer wie Verkehrsrecht, was noch halbwegs interessant ist, über Öffentliches Dienstrecht oder auch Englsch und Deutsch. Der interessantere Teil beginnt dann meines Erachtens nach Nachmittags. In den ersten Wochen ist es zum Beispiel das Maschieren üben für die Vereidigung, das wird in der prallen Sonne nicht so spaßig, aber wenn das dann sitzt, bekommt man kleinere Aufgaben gestellt, wie Walddurchsuchungen nach Personen oder Gegenständen, Gebäude umstellen und durchsuchen. Ach ja Selbstverteidigung und schwimmen stehen auch noch auf dem Plan.
Es kann auch mal passieren, das man vormittags im Unterricht sitzt, und auf einmal innerhalb von Minuten zu einem Übungseinsatz muß.
Um ca 16.15 ist dann Dienstschluß, Freitags ca. um 13 Uhr.
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Zusammengefasst
Schutz- und Wasserschutzpolizei
EDV Ausbildung
Die Ausbildung für den mittleren Dienst findet (außer des Berufspraktikums)
in Eutin statt und dauert zweieinhalb Jahre.
Es gibt folgende Ausbildungsabschnitte:
Die Grundausbildung (1 Jahr),
die Fachausbildung einschließlich des Berufspraktikums (1 Jahr) und die Abschlussausbildung einschließlich der Fachprüfung (1/2 Jahr).
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Der Unterricht
Unterrichtsinhalte während der Ausbildung sind unter anderem Strafrecht, Eingriffsrecht, Umweltrecht und Verkehrsrecht. Außerdem steht auch allgemeinbildender Unterricht wie Deutsch, Englisch und politische Bildung auf dem Stundenplan.
Auch Sport und schwimmen kommen nicht zu kurz.
Ein Ausbildungsschwerpunkt ist die polizeipraktische Ausbildung,
in der polizeiliche Situationen anhand von Rollenspielen geübt werden.
Dies wird auch auf Video aufgezeichnet, um die Verhaltensweisen, nochmal durchzugehen, und zu prüfen was eventuelle zu verbessern ist.
Anwärterinnen und Anwärter der Wasserschutzpolizei besuchen während des Berufspraktikums die Wasserschutzpolizeischule in Hamburg und erlangen dort die speziell für die Wasserschutzpolizei notwendigen Kenntnisse.
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Während der Ausbildungszeit ist man grundsätzlich zum Wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft verpflichtet.
(wobei das nicht wirklich kontrolliert wird, und wenn man morgens wieder pünktlich beim Antreten ist, merkt es auch keiner)
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Die Aufnahmeprüfung:
Für den mittleren Polizeivollzugsdienst besteht der Eignungstest aus zwei jeweils eintägigen Prüfungsteilen.
Der erste Prüfungsteil dauert einen halben Tag und besteht aus einer Rechtschreibprüfung (Diktat), einem Intelligenzleistungstest sowie einer Sportprüfung. In jedem Bereich muss mindestens ein ausreichendes Ergebnis erzielt werden.
Der zweite Teil beginnt mit einem Einzelgespräch, in dem wir uns ein Bild über Aufreten, Allgemeinbildung und Ausdrucksvermögen der Bewerberin/des Bewerbers machen.
Auf das äußere Erscheinungsbild wird ebenfalls Wert gelegt.
Danach folgt eine ärztliche Untersuchung um zu klären, ob die Bewerberin/der Bewerber polizeidiensttauglich ist.
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Tip......vorher fit werden!!!
ein Testbericht von skippy22672003-11-03 10:25:51vom 03.11.2003Empfehlung: ja
Vorteile: gesicherter Arbeitsplatz, Abwechslung, Teamgeist...Nachteile/Kritik: immer mehr soziale Abstriche, fehlende Lobbi in Gesellschaft u. Politik, Schichtdienst
Hallo, ich denke mir, dass ich in diesem Beruf ein wenig mitreden kann, ich habe vor kurzem meine 20 Jahre voll gemacht, verrichte seit 14 Jahren Schichtdienst auf eine PI in einer Mittelstadt mit 70.000 Einwohner, war 5 Jahre bei der Bereitschaftspolizei und habe ein Jahr Dienst bei K ( Kripo ) gemacht. Zunächst eins: Vielleicht mag ich ein wenig voreingenommen sein, zumal damalige Voraussetzungen in Rhl.-Pf. für die heutigen Kommissarsanwärter nicht mehr gelten. Sagte man uns damals, dass der PHM ( Polizeihauptmeister ) wohl das Ende der Fahnenstange bedeutet,
so werden heute junge Berufsanfänger bereits mit Anwartschaft auf den gehobenen Dienst (A9) eingestellt, währenddessen altgediente Schutzleute ( wie ich ) auf der Stelle treten.
Ich will zunächst ein wenig die Schattenseiten ( und derer gibt es genug ) des Berufes beleuchten: Die soziale Anerkennung des Berufes ( des Beamten schlechthin ) schwindet in der heutigen Haushaltslage immer mehr. Tarifabschlüsse, welche seit Jahren ( Jahrzenten ) unter denen der freien Wirtschaft liegen, Kürzung des Weihnachtsgeldes, Streichung des Urlaubsgeldes, Kürzung der Beihilfe, Arbeitszeitverlängerung, geplante Besteuerung der Schichtdienstzulagen und und und, all das fördert nicht gerade die Motivation in diesem Beuf.
Oft wird der Schichtdienst als Nachteil dieses Berufes genannt, aber...keine Münze ohne zwei Seiten! Richtig, Wechselschichtdienst ist nicht immer angenehm, zumal eine Gewöhnung des Körpers auf diese schnell wechselnden Schichtzeiten ( bei uns ein Blocksystem mit Früh, Spät und Nachtschichten ) keinesfals erfolgen kann.
Mann muß aber auch die Vorteile aufzählen: Ich kenne keinen in meinem Bekanntenkreis, welcher so viel Wochen - und Tagesfreizeit hat wie ich, oft genannte Ausdrücke wie "Abkopplung vom sozialen Leben ) finde ich einfach übertrieben.
Weiterer Nachteil des Berufes: die nervliche Belastung. Ich brauche keinem zu erklären, dass man bei der Polizei auch weniger schöne Sachen zu Gesicht bekommt, dass fängt bsp.-weise bei dem Verkehrstoten an, führt weiter über den Suizidanten, die Familienstreitigkeiten, andere menschliche Schicksale oder auch täglich auftretende Konflikte mit sozialen Randgruppen etc.,
man stumpft hier im Lauf der Jahre wirklich ab ( das empfehle ich ), ansonsten wird man Probleme mit sich selbst bekommen.
Weiterer Nachteil des Berufes: Der Amtsschimmel, ihr werdet erleben, dass gerade bei Polizeibehörden imense Zeit damit verbracht wird, sich selbst zu verwalten, diese Tätigkeiten werden jedoch nicht durch die arbeitenden Indianer ( Schichtdienst A7 aufwärts ), sondern durch die "Häuptlinge" ( A12 aufwärts ) verrichtet, äußerst frustrierend.
Man sollte sich darüber im klaren sein, dass der Beruf des Polizeibeamten zu großen Teilen auch aus Büroarbeit besteht, wer Schwierigkeiten mit der Verfassung von Berichten etc. hat, wird sich in diesem Beuf keinen Gefallen tun.
Ok, ich will aber nicht alles vermiesen, sondern auch ein paar schöne Dinge des Berufes berichten:
Wir haben nach wie vor einen sicheren Arbeitsplatz und sitzen nächsten Monat nicht auf der Straße.
Von unserem Gehalt kann man im großen und ganzen recht bequem leben, reich wirst du jedoch nicht.
Es gibt wohl wenige Berufe, die so abwechslungsreich sind wie die des Polizeibeamten ( in ).
So einige Situationen erträgt man aber nur mit Galgenhumor.
Der Teamgeist in den Schichten ist eigentlich bemerkenswert. Oft wird hier der Ausdruck "Chorgeist" genannt, und diese Bezeichnung ist eigentlich auch treffend. Na ja, kein Wunder, wenn man Tag und Nacht nebeneinander in der grün-silbernen Schüssel sitzt.
So, ich habe bewußt darauf verzichtet, auf die Ausbildungsjahre einzugehen, diese verläuft heute ohnehin anders wie zu meiner Einstellung 1983.
Ich habe versucht, meinen Bericht eher allgemein zuhalten und ein paar Vorzüge, aber auch vorhandene Defizite aufzuzeigen.
Wenn ich gefragt würde, ob ich diesen Beruf heute nochmals wählen würde.....hmmm, ja bestimmt, aber zu einem späteren Zeitpunkt, als sich die Ausbildungskriterien grundliegend geändert hatten.
Nachsatz: Meine Berufsbewertung kan sich natürlich nur auf die Sparte "Schutzpolizei" beziehen, ggfls. haben Kollegen anderer Bereiche auch andere Erfahrungen gemacht ( wobei ich das jedoch anzweifele )
...
ein Testbericht von Bünabe2003-04-12 14:56:16vom 12.04.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Sicherer Job (in der heutigen Zeit nicht unwichtig, Vielfältigkeit des Berufes und den Spass...Nachteile/Kritik: Schichtdienst, Überstunden, Stress unschöne Erfahrungen, Schicksale
Hallo, ich kann mir meine Meinung über diesen Beruf bilden, da sie auf eigenen Erfahrungen basiert.
Ich bin Polizeivollzugsbeamter im mittleren Dienst.
Meine Ausbildung begann am 01.08.1994 und dauerte 2.5 Jahre.
Der Beruf des Polizeibeamten war nie ein Kindheitstraum von mir, wie bei einigen anderen Kollegen. Eigentlich wollte ich Bankkaufmann werden. Entschieden habe ich mich erst ein Jahr zuvor, dass ich den Beruf des Polizeibeamten ausüben möchte. Kriterien dafür waren unter anderem das Einstiegsgehalt, da die Ausbildung gleich recht gut vergütet wurde, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und natürlich wollte ich etwas erleben.
Informiert hatte ich mich beim BIZ (Berufinformationszentrum), beim Arbeitsamt. Einige Mitschüler hatten auch den Wunsch den Beruf des Polizeibeamten auszuüben.
Ich hatte mich zuerst in mehreren Bundesländern beworben, da es mir zum Anfang egal war wo ich landete. Ich wollte auch etwas neues sehen. Entschieden hatte ich mich dann für die Freie und Hansestadt Hamburg.
Der Einstellungstest war damals auf zwei Tage aufgegliedert. Am ersten Tag musste ich als erstes einen schriftlichen Test machen. Der bestand aus den üblichen Einstellunstests. Logisches Denken, Abstraktionsfähigkeit, Gestaltwahrnehmung, Merkfähigkeit, Leistungs- und Konzentrationstests.
Wir bekamen eine Mappe und mussten jedes einzelne Blatt bearbeiten. Dazu hatte man meistens eine kurze Bearbeitungszeit von nur einer oder zwei Minuten pro Blatt. Danach kam das nächste Blatt dran. Man sollte sich aber auf gar keinen Fall verrückt machen, wenn man nicht alle Aufgaben die gefordert werden, in der dafür vorgesehenen Zeit schafft. Erstens kann man in den meisten Fällen die Aufgaben in der angegebenen Zeit nicht schaffen und man will natürlich auch ein wenig Druck aufbauen, um zu sehen wie man unter Stress arbeitet. Einige Aufgaben bestanden daraus Zahlenreihen zu vervollständigen, Textaufgaben, Gesichter oder besondere Merkmale einer Geschichte wiederzuerkennen, soviele Flüssigkeiten oder Pflanzen in einer bestimmten Zeit aufzuschreiben wie einem einfallen oder Symbole zu vervollständigen.
Wer übrigens interessiert ist an dem Beruf und sich bewerben will, den verweise ich auf das Ende des Artikels, denn da werde ich die Adresse der Einstellungsstelle von Hamburg erwähnen.
Zur Übung für den schriftlichen Teil empfehle ich das Buch "Testtraining Einstellungs- und Eignungstests erfolgreich bestehen, von den Autoren Hesse/Schrader.
Als nächsten Test gab es ein Lückendiktat, wo wir die fehlenden Wörter eintragen mussten, die uns allerdings angesagt wurden.
Danach kamen wir zu einem mündlichen Test, dem Einstellugsgespräch. Da wurden wir über uns befragt oder über politische Themen.
Wer alle Tests bis dahin bestanden hatte kam zum Sporttest. Wir mussten einen Parcours durchlaufen, in dem es auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit ankam. Dieser Parcours musste in einer gewissen Zeit geschafft werden. Weiter mussten wir einen Medizinball eine bestimmte Entfernung weit werfen.
Wer nun auch den Sporttest geschafft hatte, konnte sich bis zum nächsten Tag ausruhen und kam dann zur ärztlichen Untersuchung.
Ich erhielt einige Wochen später den Einstellugsbescheid und fing dann am 01.08.1994 bei der Hamburger Polizei an.
Die Ausbildung über wohnte ich im Wohnheim der Polizei. Die Unterbringung war da noch für das erste Jahr pflicht. Dieses hieß amtliche Unterbringung. Heute ist das nicht mehr der Fall.
Die Ausbildung war in 5 Semester untergliedert. Die ersten beiden Semester waren Theorie. Uns wurde die rechtliche Handhabe vermittelt, den Umgang mit Menschen, Waffenausbildung, Sport, Politik, Englisch, Deutsch, Interna des Berufslebens, Psychologie Kriminalistik, Informatik, Einsatlehre. Wir machten Übungen und Training für den Einsatz.
Das dritte Semester war dann Praktium an einem Polizeirevier, wo wir dann endlich ein halbes Jahr lang richtig Polizeiarbeit leisteten. Danach ging es wieder an die LPS( Landespolizeischule) um das 4. und 5. Semester zu bewältigen. Im 4. Semester waren sehr viele Lehrgänge. Unter anderem der Erwerb zum Fahren von Dienstkraftfahrzeugen.
Nach erfolgreichem Bestehen der Laufbahnprüfung 1, dass war der Abschluss der 2.5 jährigen Ausbildung wurde man zum Polizeimeister ernannt und kam dann in die Bereitschaftspolizei. Hier verbrachte man die erste Zeit seines Beruflebens. Die Zeit war sehr interessant und hat mir auch Spass gemacht. Zum Dienst in der Bereitschaftspolizei gehört, dass man bei Demonstrationen und Fußballspielen eingesetzt wird. Zur Sicherung bei Staatsbesuchen. Man leistet Objektschutz vor gefährdeten Objekten. In Hamburg gibt es auch noch Regeldienste wo die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung der einzelnen Reviere eingestzt wird, und dann somit auf dem Streifenwagen fährt. Auch zur Drogenbekämpfung und Durchführung von Razzien wird die Bereitschaftspolizei eingesetzt. Ebenso kann es vorkommen das die Bereitschaftspolizei für Auswärtseinsätze in anderen Bundesländern angefordert wird, z.B. Castor-Transporte, Chaostage, Staatsbesuche und Überschwemmungen. Auch werden U-Bahnbegleitung oder andere Präsenzdienste geleistet.
Ich war 5 Jahre in der Bereitschaftspolizei. Seit 01.04.2002 bin ich nun an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und mache eine zweijährige Ausbildung zum Polizeikommissar( gehobener Dienst). Auch diese Möglichkeit besteht bei der Polizei. Man kann sich fortbilden und auch Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich.
Mit 27 Jahren wird man dann zum Beamten auf Lebenszeit ernannt. Es sichert einen im Status des festen Berufes.
Wer sich für den Beruf des Polizeibeamten entscheidet muss sicherlich einiges Bedenken. Es gibt nicht immer nur schöne Tage im Berufleben. Ich selber kann mir zwar nichts anderes vorstellen, doch auch ich hatte Tage an denen es nicht schön war Polizist zu sein. Man muss sich darüber im klaren sein, dass man Schichtdienst abzuleisten hat, Menschliche Schicksale zu sehen bekommt, als Sündenbock bei einigen Bürgern dient manchmal vielleicht beschimpft wird und nicht zu vergessen sein Leben einzusetzen hat wenn es darauf ankommt.
In vielen Fällen leiden auch die sozialen Kontakte, sprich Eheleben (durch dne Schichtdienst), Kontakt zu Freunden wird weniger.
Wer sich nun für den Beruf des Polizeibeamten entscheidet kann sich die Bewerbungsunterlagen bei folgender Adresse anfordern:
Behörde für Inneres
Landespolizeischule
Einstellungsstelle
Carl-Cohn-Straße 39
22297 Hamburg
Beratung für Bewerber ausländischer Herkunft
Martin Dörnte
Tel.: 040/ 428 66 8223
Für Bewerber der Wasserschutzpolizei
Bernd Umlauf
Tel.: 040/428 66 8224
Es gibt die Möglichkeit in den folgenden Sparten zur Polizei zu kommen:
- Schutzpolizei (Ich bin bei der Schutzpolizei)
- Kriminalpolizei
- Wasserschutzpolizei
Einstellungen bei der Kriminalpolizei sind nur im gehobenen Dienst möglich.
Bei der Schutz- und Wasserschutzpolizei kann man auch im mittleren Dienst anfangen, aber auch im gehobenen.
Für den mittleren Dienst benötigt man einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.
Für den gehobenen Dienst benötigt man ein Abitur oder vergleichbaren Abschluss.
Die Ausbildung für den gehobenen Dienst dauert 3 Jahre.
Habt ihr noch mehr Fragen könnt ihr auch bei der Einstellungsstelle direkt nachfragen.
Schade dass nicht mehr im mittleren Dienst ausgebildet wird!
ein Testbericht von Jockelbear2002-03-08 14:52:07vom 08.03.2002Empfehlung: ja
Zu mir muß ich sagen, dass ich genau wie jeder denke ich von vonrrein Vorurteile gegen Polizeivollzugsbeamte hatt. Bis ich zum BGS als Verwaltungsangestellter kam. Seitdem seh ich den Polizeiberuf mit ganz anderen Augen.
Es ist denk ich einer der abwechslungsreichsten und interesantesten Berufe, die es überhaupt gibt.Leider gibt es die Möglichkeit nicht mehr, zumindest bei der Landespolizei, den Beruf im mittleren Dienst auszuüben. Es gab dann bis vor ungefähr 4 Jahren noch die Möglichkeit in den gehobenen Dienst einzusteigen und zwar mit mittlerer Reife und abgeschlossener Ausbildung. Aber dieses ist
auch weggefallen, leider muß ich sagen, denn wo liegt denn der Unterschied ob ich nun 13 Jahrre Schule gemacht habe, oder mich nach der 10 Klasse entschieden habe Geld zu verdienen? Ich sehe es sogar so, dass die Leute die mit der 10 Klasse sie Schule verlassen haben und dann gearbeitet haben einen viel besseren Wissensstand haben als manche Abiturienten.
Das einzigste am POlizeiberuf, dass Glaube ich nicht so toll ist, ist die Tatsache das man Schichtdienst ableisten muss, denn ich denke das ist nicht jedermans Sache, obwohl es sich gut anhört. Da komm ich aus Nacht und hab den ganzen Tag frei, aber das ich den ganzen Tag schlafen muss wo andere Leute an der Arbeit sind oder im SChwimmbad sind da denken die wenigsten dran. Alles in allem denk ich aber dass der Beruf des Polizisten meistens verkannt wird. Ich würde diesen Beruf gerne (auch im mittleren Dienst)ausüben wenn diese Möglichkeit noch bestünde
...
gia777, 04.04.2002
Hi, lies Dir mal meinen Bericht durch, es muumlszligte noch die Moumlglichkeit bestehen mit einem Realschulaacutebschluszlig in den mittleren Dienst der Polizei zu kommen. Die nehmen lieber Abiturienten,das ist richtig aber Du hast durchaus ne ch
hexe77, 22.11.2002
In mehreren Bundeslaumlndern besteht noch die Moumlglichkeit, im mittleren Dienst einzusteigen!
InterCeptor, 08.03.2002
Das war definitiv zu duumlnn, un der Einleitungssatz war unverstaumlndlich. Mfg Inter
ein Testbericht von copgun2002-02-27 21:18:03vom 27.02.2002Empfehlung: nein
ich bin ein polizeibeamte aus dem mittleren dienst. den selbigen versehe ich seit 1992 in hessen, genauer gesagt in frankfurt am main.
den schritt diesen beruf zu wählen, habe ich nicht bereut. kaum ein anderer beruf bringt soviel an abwechslung mit sich wie der polizeiberuf.
da wir in hessen, laut unserem ministerium nur noch gehobenen dienst sprich kommisare haben, bin ich noch mehr stolz, einer der letzten zu sein, die den beruf noch gelernt haben. denn in hessen wird der beruf nur noch studiert. was dabei rauskommt, ist teilweise wirklich erschreckend!! aber
davn an anderer stelle mehr.
begonnen habe ich meine ausbildung als meister-anwärter 1992 in kassel. dort war ich dann bis 1994. in dieser zeit sind wir in rechtfächern, sport und schießen unterrichtet worden.
das letzte halbe ajr der ausbildung wurde dann in der hessischen polizeischule in wiesbaden verbracht. dort wurden im großen und ganzen nochmals alle bereits vorhandenen kenntnisse vertieft.
nach der ausbildung folgte eine kurze zeit in der bereitschaftspolizei und dann im gleichen jahr 1995 meine versetzung nach frankfurt, wo ich auch heute noch meinen dienst im wechselschichtdienst versehe.
die bezahlung ist gut, der job macht spaß, bringt aber durch den ständingen schichtwechsel auch ein kleines maß an stress mit sich. dann kommt da noch die ständige fahrerei, aber das alles ist mir der beruf zum jetztigen zeitpunkt noch wert....
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