Probiker Tourenlederhose
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Probiker Tourenlederhose

 Motorradhose
Platz 123 in der Kategorie "Motorradhosen". Kategorie: Lederhose / Die Tourenlederhose von Probiker hat einen seitlichen Lederstretch aus Rindnappalleder. Diese Hose ist auch in Sondergrößen erhältlich. ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

Probiker Tourenlederhose Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Tut_Ench_Amun

Liebe(s)grüße aus der Lederhose

ein Testbericht von 2005-11-23 22:43:13 vom 23.11.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Gutes Preis - Leistungsverhältnis / Ordentlich ausgestattete Allround Hose / Auch in ehrlichen Zwischengrößen erhältlich...
Nachteile/Kritik: Die leidige Protektoren - Rotstift - Politik
Wie wichtig gute Motorradkleidung wirklich ist, stellt man immer erst dann fest, wenn sie einem bei Extremsituationen nicht nur literarisch den Arsch rettet. Beim der letzten unfreiwilligen Einnahme der maximalen Schräglage (sprich: ich hab den Bock ungezwungen und spontan in die Pampa gehämmert) wurde mir mal wieder bewusst, dass nichts über eine gute Lederkombi geht. Bis auf ein paar Kratzer in Lack und Ego ist nüscht weiter passiert - Die Schutzkleidung hat statt meiner gelitten. Es war zudem ein guter Zeitpunkt darüber zu sinnieren, ob die mittlerweile Fuffzehn Jahre treue IXS-Kombi nicht doch ein wenig überaltert sei. Schon vor vielen Monden hatte ich bereits die olle (aber immer noch ansehnliche) Jacke gegen was Modernes ausgetauscht.

Was gebraucht wird schleißt halt und (gute) Motorradkleidung ist nicht billich, daher wird sie trotz mancher Macke meist noch lange weitergefahren. Bis, ja bis es nun nicht mehr geht. Jetzt, bei den neuerlichen pharaonischen Schlitterfestspielen, war es dann soweit. Den rechten Knie- sowie den Hüftprotektor hat's schlicht zerbröselt und das Deckleder... naja... wie sagt man?: "Nicht schön, aber dafür selten" - das Muster, welches der Asphalt dort hinterlassen hat. Der Point of no Return war für die IXS-Hose erreicht. Zerschlissenes Leder gilt in Biker-Kreisen oft als eine Art Auszeichnung, bei zertrümmerten Protektoren hört der Spaß aber auf. Wenigstens bei mir. Zumal sie bei diesem antiken Stück nicht mal wechselbar sind. Ich bin zu alt für so'n Scheiß.

Lange vorher bin ich bei "meiner" Louis-Filliale schon um diverse Hosen herumgeschlichen, einige hatte ich auch testweise mal anprobiert. Abgeschreckt hat mich jedesmal der Preis. Oder die Passform. Oder die fehlenden Sicherheitsfeatures. Oder alles zusammen. Wohl dem, der in Motorrad-Zeitschriften die tonnenweise beigelegten Werbeflyer gelegentlich doch mal durchblättert und nicht stante pede als Unterlage fürs Katzenklo verdingt.

Die zunächst ins Auge gefasste "Vanucci"-Kollektion fiel aus ersteren beiden Gründen flach. Offenbar hat die Nobel-Hausmarke von Louis kaum lederne Beinkleider für kurzbeinige, untersetzte Pharaonen. Jedenfalls keine die auf Anhieb meinen Geschmack oder - wenn doch - dann aber nicht meine Preisvorstellung träfen. Schade, ein Kandidat hätte gut zur unlängst gekauften Vanucci-Jacke gepasst. Aber 209 Taler für ne Hose die entweder zwickt (ebendort) oder in der nächsten Stufe um Kilometer zu lang ist, wird ohne Federlesens aussortiert. Ausgerechnet beim fraglichen Modell gabs - Murphys Law lässt grüßen - NATÜRLICH keine Zwischengrößen. KO in der ersten Runde.

Von Hausmarke Nummer 2 gefiel die (Zwischen-)Größe 26. "Passt! Schaun mer doch ma auf'n Preis." Das harte Durchschlucken fällt bereits etwas moderater und weicher aus. "Hundertneunundsechzich... OK schon günstiger, aber..." Genau. Aber. Eigentlich wollte ich ja eine Rennkombi-Hose - eine Touring-Pelle stellt demgegenüber einen Kompromiss dar. Zumindest gebietet sie nicht über Knieschleifer, und die wollte ich eigentlich auf jeden Fall an der Hose haben. Wenigstens ein entsprechendes Gegen-Klett, um sie bei Bedarf nachrüsten zu können. Andererseits, sie sitzt wirklich verflucht gut...

Nun schön, am Ende der Saison werden viele Teile erfahrungsgemäß verramscht, meine diesbezügliche Kalkulation ging ausnahmsweise mal auf. Geduld ist schließlich mein zweiter Vorname. Für 109 Schleifen, zum Aktionspreis, war genau eben jene, als perfekt an den pharaonischen Hintern passend identifizierte, Tourenlederhose von Probiker tatsächlich in der kürzlich auf die Zielgruppe losgelassenen Helloween-Werbung. Die 60 Tacken weniger, die nun aufgerufen werden, machen den Kompromiss plötzlich wirklich extrem sympathisch. Geiz ist übrigens mein dritter Vorname. Und überhaupt: Wer mag noch über Murphy's Law lamentieren?

Schnell wie die altägyptische Heuschreckenplage im Essener Louis-Store eingefallen und die buchstäblich letzte Hose dieser Größe aus dem Ständer abgegriffen. Bevor's noch der komische Typ, der da hinten an der Umkleide herumlungert, tut. Hat er nicht grade seine krummen Gichtfinger ebenfalls danach ausstrecken wollen? Eine ähnliche Kurzbein-Statur, wie der Olle hat er ja. Zu spät, Junge. "Du bist mein", spricht der Herr - dem Bibelzitat stimme ich stumm aber böse grinsend zu, während die Pharaonin souverän & elegant (wie immer) die Kreditkarte zückt. Mit im Einkaufskorb landen zudem noch ein Paar Hüft-Protektoren. Warum? Das klären wir jetzt...

Ausstattung
Der Artikeltext garantiert Rindnappa-Leder mit einer Mindeststärke von 1,2 mm. An besonders sturzgefährdeten Stellen, etwa am Gesäß und an den Knien ist das Leder doppelt gelegt. Die Sicherheitsnähte sind nach ISO 4916 ausgeführt, das heißt jede sichtbare und sicherheitsrelevante Naht hat als Fail-Safe auch noch ein unsichtbares Double. Zur besseren Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer sind seitlich an den Unterschenkeln Reflex-Biesen aus dem berühmten 3M-Scotchlite® angebracht. Diese strahlen bekanntlich hellweiß zurück, wenn sie von Scheinwerfern o.ä. Lichtquellen erfasst werden.

Weitere Sicherheitsaspekte sind die Protektoren-Taschen an Knie und Hüften, wobei erstere bereits mit je einem nach EN 1621-1 geprüftem (Universal-)CE-Protektor versehen sind. Zu diesem Bumper später etwas mehr. Die Taschen an den Hüften sind zwar nicht leer, aber nur mit einem PU-Schaumstoff-Dummy besetzt. Den dazugehörigen CE-Protektor (empfohlen wird - wen wunderts? - "Pro Safe" ebenfalls Louis-Hausmarke) muss man bei Bedarf extra hinzukaufen. Kostenpunkt: 7,95 €. Das ist es mir aber wert - grade den Hüftprotektor halte ich persönlich sogar für wichtiger, als den am Knie. Oben erwähnter Crash ging nämlich fast voll auf diese Zone - möchte gar nicht drüber sinnieren, was ohne gewesen wäre. Dankeschön. Einen Oberschenkelhalsbruch muss ich mir nicht geben.

Die weiteren Features sind nur sekundär der Sicherheit dienlich und betreffen eher den Punkt Komfort. So sind alle Reißverschlüsse kaschiert - natürlich mit Ausnahme der beiden obligatorischen Verbindungsreißverschlüsse ( 1 kurzer, 1 umlaufender) zum Fixieren einer (Leder- und/oder Kombi-)Jacke. Das kann auch gerne die eines anderen Herstellers/Marke sein - Ich habe beispielsweise mit meiner Vanucci-Jacke keinerlei Probleme in Sachen Kompatibilität der Zipper. Ärger können allerdings "Hein Gericke"-Bekleidungsstücke machen, denn deren Reißverschluss-System ist filigraner. Ein recht verstecktes Goodie sind die metallenen Befestigungsknöpfe für Dreipunkt-Hosenträger. Pfiffig. Und in dieser Preisklasse nicht unbedingt üblich.

Leder-Stretch ist hingegen fast allenorts Usus und hier gleich an drei Stellen zu finden: über'm Knie, seitlich an den Oberschenkeln und im Rückenbereich. Last but not least sind noch die Gewebeeinsätze - statt Leder - am Unterschenkel zu erwähnen. Sieht fast aus wie Schoellers berühmtes Keprotec®, ist diesem aber nur nachempfunden. Verwechslung offensichtlich erwünscht. Das Gewebe erhöht nicht nur die Bewegungsfreiheit, es sorgt auch für bessere Wärmeabfuhr, ob dort wie beim "Original" allerdings Kevlar zum Einsatz kommt, darf angesichts des Preises bezweifelt werden.

Verarbeitung und Praxis
Obwohl man schon vor dem Kauf seine Klamotten immer für mindestens 15 Minuten regelrecht Probesitzen sollte - möglichst in der Position, die man auf dem Hobel auch innehat - stellen sich einige kleine Unpässlichkeiten erst später während der Praxis in freier Wildbahn heraus. Dann nämlich, wenn man die Sachen tatsächlich mal für einige Stunden im mehr oder weniger harten Moped-Alltagseinsatz auf Hintern oder Buckel trägt.

So offenbarte sich die Auswahl der werksseitig bereits bestückten PU-Universal-Protektoren an den Knien als Fehlbesetzung. Über längere Zeit mit angewinkelten Beinen fingen sie an unangenehm auf die Kniescheibe zu drücken. Das Problem ist hierbei das Wörtchen "Universal", denn der verwendete 08/15-Absorber ist gleichermaßen für Knie, Schulter und Ellbogen freigegeben. Und trotz Schaum ein ganz harter Geselle.

Dank der von Außen erreichbaren Taschen, brachte der schnell zu bewerkstelligende Wechsel gegen weichere, speziell nur für's Knie geformte, Pro Safe K(nie) Schoner sofortige Besserung. 6,95 Euro/Paar für das in meinen Augen absolut unvermeidliche Upgrade. Die Verwendung eines extra zu erstehenden Hüft-Protektors habe ich oben schon angeschnitten. Der Pro Safe H(üfte) passt (wie versprochen) nahezu erschreckend exakt in die Klett-Taschen seitlich an den Oberschenkeln.

Das fest vernähte, aufgepolsterte Innenfutter besteht aus Polyester-Gewebe in Netzstruktur ("Mesh") und trägt sich angenehm auf der Haut. Verschlossen wird das Beinkleid oben mit einer Kombination aus Reißverschluss, Haken und Druckknopf. Auf das die ganze Chose nicht aufgehen kann, selbst unter erhöhter Belastung nicht, wie sie beispielsweise bei einer unsanften Rutschpartie auf den Boden der Tatsachen auftritt. Eine Bundweitenregulierung ist nicht vorgesehen, weder mit Gürtel noch mit Klett - wem die Hose nach dem nächsten Abnehm-Trip von der Knifte rutscht, braucht Hosenträger (für welche die Hose aber ja wenigstens werkseitig vorbereitet ist).

An den Unterschenkeln ist standesgemäß jeweils nur je ein Reißverschluss zu finden, zusätzlicher Klett ist auch hier teureren Marken vorbehalten. Reicht ja auch. Trotzdem lässt sich die Hose bequem in die Motorradstiefel stopfen ohne zu drücken. 2 Zipper-Außentaschen finden ebenso meine Zustimmung, wie der Tragekomfort insgesamt. Weniger begeisternd ist das nahe Position der beiden Verbindungsreißverschlüsse zueinander, zwar flutschen beide für sich alleine ohne zu haken, kommen sich aber gern mal in die Quere und blocken sich gegenseitig. Kein gordischer Knoten, aber nervig, da ausgerechnet am Rücken und somit gelegentlich nur unter lautem Fluchen zu befreien.

Das Leder ist kein reinrassiges Glattleder, es zeigt deutliche Maserung. Das stört nicht, lässt aber die Preisklasse zumindest erahnen. Die Hose ist anfangs etwas knarrig-steif und sollte auf jeden Fall mit geeigneter Lederpflege (Fett oder Balsam) behandelt werden, am Besten noch bevor sie den ersten Regen abbekommt. Leder will genährt sein, um geschmeidig zu werden (und zu bleiben),dementsprechend ist die Pflegeprozedur gelegentlich zu wiederholen. Auf jeden Fall aber gründlichst und spätestens, sobald die Kluft im Schrank überwintern soll. Die trockene Heizungsluft ist Gift für den Naturwerkstoff. Ein Umstand der gerne übersehen oder "vergessen" wird. Imprägnieren ist auch eine gute Idee, erübrigt sich aber bei Verwendung eines guten, wasserabweisenden Lederfettes zumeist. Das Leder färbt dann allenfalls nur noch minimal ab, wenn es nass wird.

Fazit
Es ist eine bequeme, und dennoch ordentliche verarbeitete Leder-Tourenhose im klassisch-schlichten Design. Die Größenangaben sind nicht nur ehrlich, man bekommt das Teil auch in praxisnahen (!) Zwischengrößen für Damen und Herren. Das ist bei Lederkollektionen von der Stange nicht unbedingt üblich. Missfallen haben die harten und auf Dauer unbequemen Serien-Protektoren an den Knien, die schleunigst gegen weichere visko-elastische ausgetauscht werden sollten. CE-Hüftprotektoren sind erst gar nicht nicht im Preis enthalten - fallen bei Nachrüstung aber finanziell auch nicht grade ruinös aus. Das Fehlen kann man bekriteln, muss man aber nicht. Die Preise werden eben mit dem spitzen Stift kalkuliert.

Etwas fummelig sind die Verbindungsreißverschlüsse zur Jacke, welche irgendwie zu nah beieinander eingenäht wurden. Die Zipper laufen aber ansonsten allesamt tadellos. Das Ganze kostet einen moderaten, angemessenen Preis. Selbst der unreduzierte wäre akzeptabel. Dafür bekommt man robust wirkendes, recht dickes Rindnappa-Echtleder in mattschwarzem Finish mit - in diesem Preissegment - gehobener Ausstattung geboten. Nebst sinnvoller Sicherheitsfeatures, von denen man hofft, sie nie zu fordern... trotzdem ist es ein sehr beruhigendes Gefühl was Vernünftiges zu tragen. Motorradtextilien werden immer besser - zweifellos - für mich geht aber nichts über eine anständige Leder-Kluft. Für derzeit 109 Euro sicher eine lohnenswerte Investition.

So Long

Der Lack&Leder-Pharao
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Chrillemaus
Chrillemaus, 25.11.2005
sh
feldhase
feldhase, 25.11.2005
sh - LG vom Feldhasen
mima007
mima007, 24.11.2005
sh
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1-1 von 1  Motorradhosen
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Produktbeschreibung Probiker Tourenlederhose

Technische Daten und Produkteigenschaften
Die Tourenlederhose von Probiker hat einen seitlichen Lederstretch aus Rindnappalleder. Diese Hose ist auch in Sondergrößen erhältlich.
Allgemeine Informationen Probiker Tourenlederhose
gelistet seit: 12.05.2005
Hersteller: Hersteller: ProbikerProbiker
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Kategorie: Lederhose 
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