Ready To Die - Notorious B.I.G
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Platz 1792 in der Kategorie "CDs: Musik aller Interpreten". Tonträger-Typ: CD / Genre: Hip Hop / Interpreten von A-Z: N / ...mehr
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Ready To Die - Notorious B.I.G gebraucht & neu

Ready To Die - Notorious B.I.G Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Dnome

Things truly done changed after this one...

ein Testbericht von 2003-05-30 02:22:01 vom 30.05.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: B.I.G. pur, satte Bässe, guter Mix zwischen Partyhits und harter Rapmucke...
Nachteile/Kritik: Vielleicht ein wenig zu deprimierend für den Einen oder Anderen, bloß 1 Feature
Nach meinen beiden Moby-Reviews befasse ich mich nun mit dem 1994er Debütalbum der Rapikone "The Notorious B.I.G.", auch bekannt als "Biggie Smalls" bzw. mit bürgerlichem Namen Christopher Wallace.
Ich schneide hier nur entsprechend kurz den Lebenslauf des New Yorker Rappers an, da es sich ja schließlich um ein Review der LP handeln soll! Also...

Kurzinfo über Biggie:
Geboren wurde Christopher Wallace am 21. Mai 1972 in Brooklyn, New York und wuchs in dem Stadtteil Bedford-Stuyvesant (kurz: Bed-Stuy) auf. Seine Mutter Voletta kümmerte größtenteils alleine um seine Erziehung, doch der lebenslustige dickliche Junge geriet relativ früh an falsche Kreise und verdingte sich als Drogendealer auf der Straße. Seit jeher ein großer Fan von Rapmusik, nahm er auch selbst erste Tapes auf, die schnell in Umlauf gerieten und u.a. dem jungen Produzenten Sean Combs alias Puff Daddy in die Hände fielen. Der signte BIG alsbald auf seinem eigenen, aufsteigenden Label "Bad Boy Records".
Einen Namen machte sich Biggie Smalls erstmals im Jahr 1992 mit einem kurzen Auftritt im Remix des Hits "What's The 411?" von BB-Kollegin Mary J. Blige.
Das Angebot seines Kollegen und Freundes Tupac "2Pac" Shakur, gegen Ende 1993 dessen Combo "Thug Life" beizutreten, lehnte BIG ab, da er sich im selben Jahr für einen festen Deal bei "Bad Boy" entschieden hatte. Tupac hingegen lehnte einen Wechsel von Interscope Records zu "Bad Boy" ab. Beide Entscheidungen zogen weitreichende Folgen nach sich, beide Freunde wurden erbitterte Rivalen.
Ich werde in einem anderen zukünftigen Text auf diesen Konflikt und seine Ursachen und Folgen eingehen, doch eines sei trotzdem noch an dieser Stelle dazu gesagt: Das Debütalbum von The Notorious B.I.G. war EINER der Gründe für den Haß 2Pac's auf ihn, denn es thematisierte nicht Biggie's, sondern DESSEN Leben und Lifestyle. Indizien/Beweise für diese Anschuldigungen werde ich beizeiten in einem Review der LP "R U Still Down?" von 2Pac aufführen und klären. Doch nun endlich zu BIG's LP - dem einzigen, das zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde, denn das Sequel "Life After Death" erschien erst unmittelbar nach seiner brutalen Ermordung in L.A. am 9. März 1997.

Die Songs:
1. Intro
Diese originelle Einleitung porträtiert verschiedene Momente in BIG's bisherigem Leben. Den Anfang macht seine Geburt, in der Puff Daddy sich zu Curtis Mayfield's "Super Fly" über das Auftauchen des Baby's aus dem Mutterleib freut. Dann wird "Rappers Delight" von der Sugarhill Gang eingeblendet und wir werden Zeugen eines Ehekrachs, der sich um den kleinen Christopher dreht. Als nächstes folgt die Vorbereitung eines Überfalls auf einen Zug im Jahr 1987, bei dem BIG seinen Kumpel vor die Wahl stellt: "Your mama givin' you money, nigga? My moms don't give me shit, nigga! It's time to get paid, nigga! Is you wit' me?" Als letztes folgt die Szene, in der BIG nach abgesessener Haft aus dem Knast entlassen wird, im Hintergrund läuft ein Song von Snoop Dogg. Nach kurzem Gespräch mit dem Wärter sagt er "I got big plans, nigga. BIG plans..." und lacht, das Intro endet. (--/10)
2. Things Done Changed
Im ersten Song der LP erinnert The Notoriouse B.I.G. sich zurück an vergangene Zeiten und wie alles im Grunde genommen nur schlimmer geworden ist. "Back in the days our parents used to take care of us/Look at 'em now, they're even fuckin' scared of us" ist einer der sinnigsten Rhymes hier. Auch was seine Familie angeht, nimmt der Rapper kein Blatt vor den Mund: "Shit, my mama got cancer in her breast/Don't ask me why I'm motherfuckin' stressed". Der Song ist temporeich und ohne störenden Hook gehalten. (8/10)
3. Gimme The Loot
Und es folgt ein Song mit satterem Bass. Biggier rappt hier ein Gespräch zwischen zwei Personen, einmal mit normaler und einmal mit leicht erhöhter Stimme. Diese Art des Raps hat es zwar bereits gegeben, aber trotzdem ist sie hier sehr originell. Der gesamte Song ist sehr rough, aber mit schwarzem Humor (im Wahrsten Sinne des Wortes) gewürzt. Wie der Titel es bereits impliziert, geht es um Geld, Geld, Geld. Geld verdienen, Geld klauen, Geld vor den Feinden und Cops beschützen: "Man, I throw him in the fiend, you grab the fuckin' C.R.E.A.M/And if he starts to scream: "BAM! BAM!", have a nice dream!" (9/10)
4. Machine Gun Funk
Es wird melodischer, doch die Drums hämmern noch immer. Zum Hook "I live for the funk, I'll die for the funk" von LOTUG/Chief Rocka gibt BIG seine Ratschläge. It's all about respect, auch hier, und er gibt ein wenig Funk für's Hirn zum Besten. "All I want is bitches, big booty bitches..."? Aha, so einer! (9/10)
5. Warning
Und ein weiterer Song, in dem Biggie zwei Personen spricht. Handlung ist ein geplanter Einbruch in sein Haus, vor dem er rechtzeitig gewarnt wird und sich dementsprechend zu verteidigen weiß, wie man gegen Ende des Songs hört. Kein Burner, aber passabel. (7/10)
6. Ready To Die
Puff Daddy labert in diesem Song - wie in einigen anderen auch - mal dies, mal jenes, aber das macht ihn auch nicht zu einem Highlight. Von "Rolexes and Lexus" hat B.I.G. doch schon im letzten Song gerappt? Hm... (7/10)
7. One More Chance
Der Remix war ein großer Rap/RnB-Hit 1995, doch dieses Original setzt nicht auf Melodie, bloß auf BIG's "Sexstories", die aber flink und amüsant erzählt werden. Davor werden noch ein paar Anrufe von weiblichen Verehrerinnen abgespielt. (9/10)
8. Fuck Me
Dies ist bloß ein Interlude, in dem BIG und eine Frau es miteinander treiben, während im Hintergrund ein Lovesong von Jodeci läuft. Ganz nett, aber man will sich das nicht unbedingt bildlich vorstellen, denn so athletisch war der Kerl nunmal nicht. (--/10)
9. The What
Der einzige Song, in dem BIG jemanden von einem fremden Label featured, und zwar Method Man. Beide liefern gewohnt geniale Verse ab, die Melodie ist frisch und flüssig. (9/10)
10. Juicy
Einer von BIG's ganz großen Hits. Sommerlich, befreit von Gangsta-Getue und Waffengelabere. Hier gibt er vielen bekannten New Yorker Rapgrößen ihre verdienten Props und vergleicht sein ärmliches Teenagerleben mit seinem aktuellen Lifestyle: "Livin' life without fear/Puttin' five karats in my baby girl's ears/Lunches, brunches, interviews by the pool/Considered a fool cause I dropped out of high school". Ein kurzer Blick auf die Statik während seines Aufleuchtens Ende '94/Anfang '95 - "It was all good". Kurze Zeit später sollte dem nicht mehr so sein, doch "Juicy" ist ein Relikt der vollkommen unbeschwerten Zeit in BIG's kurzem Leben. (10/10)
11. Everyday Struggle
Dieser Song hört sich fröhlich an, doch sein Inhalt ist das genaue Gegenteil. Wie bei so vielen seiner Kollegen stellt sich auch bei Biggie hier die Frage, welchen Reiz das Leben noch für ihn besitzt. Immer mehr Freunde sterben, werden ermordet im "everyday struggle". Als Folge verliert er die Lust am Leben. Diese Linie zieht sich von "Ready To Die" über "Everyday Struggle" bis hin zum letzten Track "Suicidal Thoughts", der mit dem im Intro begonnenen jungen Leben symbolisch abschließt. (10/10)
12. Me & My Bitch
Hier erzählt der Rapper eine fiktive Story über die Beziehung zwischen ihm und seinem Mädchen. Sie unterstützt ihn selbst bei seinen Raubüberfällen, geht mit ihm durch dick und dünn, ist dabei allerdings eifersüchtig ohne Ende. Im letzten Vers meldet sie sich auf seinem Pager und er findet sie nur noch tot vor. Eine moderne Version von Bonnie & Clyde, aber BIG's tatsächliche Frau Faith Evans war bestimmt nicht gemeint ;-) Die Dialoge zwischen Puffy und dem Weib während der Pausen nerven ein wenig, vor allem dank Puff's Monotonie und der argen Inhaltlosigkeit des Gesprochenen. (8/10)
13. Big Poppa
DER Partysong auf dem Album. Im Refrain singt BIG: "You got a gun up in your waist? Please don't shoot up the place/Cause I see some ladies tonight that should be havin' my baby, baby". Puff muß wieder sein Geseier hinzufügen, BIG schwelgt in Gedanken über seinen Reichtum und neuen Lifestyle. Im zugehörigen Musikvideo taucht übrigens Busta Rhymes an einer kurzen Stelle auf. (9/10)
14. Respect
Wie habe ich noch vorhin gemeint? It's all about respect! Und gerade DIESER Song dürfte das auch bestätigen, er heißt nämlich sogar so ;-) In drei Versen/verschiedenen Zeiten reflektiert BIG sein entsprechendes Leben, zuerst seine Geburt, dann seine Zeit als 13jähriger mit Träumen von Geld und einem angenehmen Leben und das aktuelle Jahr 1994. "And to my niggaz livin' street life/Learn to treat life to the best, put stress to rest" ist BIG's Tip gegen Ende des Stücks. Der Song ist durch die Thematik und die angerissenen Stadien seines Lebens mit dem Intro der LP verbunden. (9/10)
15. Friend Of Mine
Ein Filler, der Hook überzeugt nicht, dieser leichte Ausflug in's RnB-Gewerbe besteht nicht gegen die vorherigen grandiosen Tracks. (6/10)
16. Unbelievable
"He's unbelievable" geht der Hook, aber so "unbelievable" ist dieser Track nicht. BIG preist sich hier selbst, aber dasselbe gab es schon zu Beginn der CD. Dieser Track ist gut, aber hat bloß die Funktion eines Fillers. (8/10)
17. Suicidal Thoughts
Der letzte Song auf "Ready To Die", und einer der kontroversesten seiner Zeit. Biggie rekapituliert sein Leben, das ziemlich negativ verlaufen ist. Sein Selbstvertrauen ist gleich null, genau wie sein Lebenswille. Als er zu Beginn des Stücks seinen Kumpel (gesprochen von Puff Daddy) anruft, steht seine Entscheidung schon fest: Er wird sich das Leben nehmen. Sein Gegenüber realisiert zu spät diesen Plan und kann bloß noch verzweifelt mitanhören wie BIG zuletzt rappt "I reach my peak, I can't speak/Call my nigga Chic', tell him that my will is weak/I'm sick of niggaz lyin', I'm sick of bitches hawkin'/Matter of fact I'm sick of talkin'". Dann ertönt ein Schuß und der Hörer fällt zu Boden. Wir hören die automatisierte Stimme einer Telefonistin sowie einen schwachen Puls, der langsam verklingt... (10/10)

Gesamturteil:
Ich komme zu einer Durchschnittsnote von 8,53. Gegen Ende des Albums läßt BIG ein wenig nach, doch das zum Gesamtkonzept beitragende letzte Stück, "Suicidal Thoughts" - welches eine Serie von realen Selbstmorden unter schwarzen US-Jugendlichen nach sich zog, ist wieder Top. Die LP ist noch heute wert, mal komplett durchgehört zu werden, was für eine hervorragende Arbeit nur charakteristisch ist. The Notorious B.I.G. übertraf sich mit seinem Follow-Up "Life After Death", das auch inhaltlich direkt an sein Erstlingswerk anknüpft, noch selbst, was auch durch die Verkaufszahlen bewiesen wurde. Für ein Debüt ist "Ready To Die" allerdings schon ein erstaunlich hervorragendes Werk, wenn auch nur in wenigen Songs "real". BIG's Lyricz sind scharf und auf den Punkt gebracht, seine Stimme kann man sich anhören und er paßt sich gut verschiedenen Tempi und Styles an, was allerdings hier noch nicht besonders deutlich wird. Es wird bloß EIN Gastauftritt geboten, was andererseits aber FÜR Biggie Smalls spricht, der somit seine pure eigene Rapkraft beweisen kann. So bildet das wohldurchdachte Album einen guten Einstand in's Rapgame, das durchweg von depressiven und nachdenklichen Stimmungen getragen aber durch vereinzelte positive Stücke wie "Juicy" zumindest vorübergehend aufgelockert wird.
"Ready To Die" hat unmittelbar nach seiner Veröffentlichung im September 1994 - diese Zeit zählt ja, das erste Verkaufsjahr oder so - 2 Millionen verkaufte Exemplare verbuchen können, ein großer Erfolg zu damaligen Zeiten. Auf dem Cover der CD ist ein Foto des kleinen Christopher Wallace abgebildet.

9/10 (*****)
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Allgemeine Informationen Ready To Die - Notorious B.I.G
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Allgemeine Informationen
Tonträger-Typ: CD 
Interpret: Notorious B.I.G 
Genre: Hip Hop 
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