Platz 429 in der Kategorie "Gartenbäume & Zierpflanzen". Themenbereich: Garten-/ Balkonpflanze / Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum).
-auch genannt: Herkulesstaude oder Herkuleskraut. ...mehr
Man findet ihn immer öfter in unseren Breiten: den Riesenbärenklau, auch Herkules-Staude genannt.
Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Kaukasus. Eine Zeit lang - ab dem 19. Jahrhundert - war sie dann als Zierpflanze in den Gärten sehr beliebt. Imker haben sie als Bienenweide ausgesät.
Da die Pflanze Unmengen von Samen (bis zu 4000) produziert, die auch noch sehr robust sind und nicht nur über die Luft sondern auch über Fließgewässer und durch den Straßen- und Schienenverkehr verbreitet werden, ist der Riesenbärenklau offenbar nicht mehr einzudämmen. Die Samen sind mehrere Tage schwimmfähig und mehrere Jahre keimfähig.
Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, müßten eigentlich Ende Juli - gegen Ende der Blütezeit - alle Blütenstände gekappt werden. Da die Flußufer, an denen häufig diese Pflanzen zu finden sind, meistens einer "öffentlichen Hand" gehören, unterbleibt diese kostspielige Arbeit natürlich weitgehend.
Bestimmt sind die bis zu 5 m hohen Exemplare mit den riesigen bis zu 100 cm breiten weißen Blütendolden Euch auch schon aufgefallen. Da die Pflanze hier sozusagen "fremd" und ein "Einwanderer" ist, hat sie keine natürlichen Feinde und keine Konkurrenz.
An den oft großflächigen Standorten verdrängt die Staude die ganze heimische Vegetation. Leider wird dabei auch der natürliche Errosionsschutz am Ufer gemindert.
Das ist aber nicht die einzige Gefahr, die vom Riesenbärenklau ausgeht.
Ein ganz wichtiger Punkt ist, daß sämtliche Pflanzenbestandteile das Gift Furocumarin enthalten. Dieses Gift bewirkt in Verbindung mit Sonnenlicht - genauer dem UV-Bestandteil - schwere Verbrennungen auf der Haut, teilweise auch langwierige allergische Reaktionen. Gerade Kinder sind dabei besonders gefährdet, wenn sie beim Spielen unvermittelt mit der Pflanze in Kontakt kommen, oder wenn sie gar die hohlen Stengel als Spielzeug benutzen.
Man kann die Verletzungen vermeiden oder zumindest verringern, wenn man unmittelbar nach dem Kontakt mit der Pflanze den Pflanzensaft mit Wasser abspült. Aber gerade spielende Kinder haben oft diese Möglichkeit nicht. Da hilft dann nur Vorbeugen durch Aufklären!
Wer die Pflanze noch in seinem Garten hält, dem kann man eigentlich nur raten, sie zu entfernen. Dazu ist es nötig, daß man sie möglichst tief aussticht und die Stelle noch eine ganze Zeit daraufhin beobachtet, ob die verbliebene Wurzel nicht wieder ausschlägt oder im Boden noch vorhandene Samen in den folgenden Jahren noch keimen.
Das war jedenfalls eine unserer ersten Aktionen, als wir unseren Garten bekommen haben und sich prompt eines der Kinder aus dem Haus an einem Riesenbärenklau verletzt hatte. Das Kind war mit einiger Sicherheit nur zufällig mit der Pflanze in Kontakt gekommen! Einen solchen Unfall wollten wir für die Zukunft doch verhindern!
(Schade, daß man hier keine Bilder zum Bericht einstellen kann. Ich hoffe, Ihr wißt nun trotzdem, von welcher Pflanze die Rede ist!)