So kommt man sich manchmal vor, wenn man vor die schier unlösbaren Probleme moderner Forschungseinrichtungen in den High-Tech Laboratorien der Saarbrücker Uni gestellt wird. Mal gibt’s tagelang kein Licht, mal fehlt Wasser und zu guter letzt fällt die Heizung im tiefsten Winter aus, da hilft nur eins: Ein schweizer Taschenmesser, drei Gummiringe, Draht, ein Feuerzeug, etwas Motivation und eine zündende Idee, schon hat man aus dem Muffelofen eine Laborheizung gebastelt...da soll mal einer sagen man kann im Nachmittagsfernsehprogramm nichts dazulernen.
- Wenns heftig stinkt und mächtig kracht...-
Hier gehts nur um den Studiengang Chemie (Diplom) An der Universität des Saarlandes. Was für die ganz hartgesottenen ohne Angst, mit dem Willen durch Feuer zu gehen oder zur Not auch mit dem Kopf durch die dickste Wand...
Gut, ganz so schlimm ist es nun doch nicht und im Großen und Ganzen lief mein Studium (11.Semester) bis jetzt fast reibungslos und durchaus organisiert. Doch jetzt mal was zum heimlichen, liebenswerten Fachbereich 8 der Uni Saarbrücken, die gute alte, stinkende, qualmende, knallende Chemie. Und so der Herr will werde ich mich in kurzer Zeit auch Diplomchemiker schimpfen.
Kapitel 1 – Allgemeine Infos zu Fachbereichen, Forschungsgebieten und Studenten
Der Fachbereich gliedert sich in die Unterbereiche Organische Chemie (zur Zeit 2 Professuren), Anorganische Chemie (4 Professuren), Physikalische Chemie (4 Professuren) und den Lehrstuhl für Prozesstechnik (1 Professur). Wobei anzumerken ist, dass momentan bedingt durch Emeritierungen noch eine Stelle neu besetzt wird, also in dieser Hinsicht kommt „neues Blut“ ins schöne Saarland. Hauptforschungsbereiche sind Naturstoffsynthesen (organ. Chem.), Supramolekulare Chemie (OC), Metallcluster (anorg. Chem.), CVD (AC), oberflächenoptimierte Materialien (AC), Komplexchemie (AC), Kolloidchemie (physikal. Chem.), Ionenleiter (PC), HPLC (PC), sowie computerunterstützte Orbital- und Molekülsimulationen (PC). Durch die enge Zusammenarbeit mit dem INM (Institut für neue Materialien GmbH) und dem UPT (Gesellschaft für umweltkompatible Prozesstechnik) stehen auch attraktive Forschungsgebiete aus industriellen Anwendungen zur Verfügung. Die durchschnittliche Anzahl Studenten pro Semester liegt unter 10 im Hauptstudium, so dass ein enger Kontakt zum Lehrpersonal und angenehme Studienbedingungen herrschen, der wohl größte Vorteil Saarbrückens.
Kapitel 2 – Materielle Bedingungen
In dieser Hinsicht tun sich in SB Abgründe auf, auf einen Nenner gebracht sind Gebäude und Material in beschissenem Zustand. Jahrzehntelang wurde hier wenig getan, entsprechend sieht es heute aus, doch es ist ein Silberstreif zu erkennen. Seit Ende 1999 werden die Chemiegebäude kernsaniert und neu ausgestattet, neue Besen (Professuren) kehren gut, und scheinbar hat die Haushaltserhöhung des Uni Etats ein paar Pfennige für die Chemie mit beinhaltet, oder ein paar schlaue Köpfen ist aufgefallen das sowohl die Physik als auch Materialwissenschaften (INM) mit an der Chemie dranhängen, so dass ohne uns auch dort bald der Ofen aus ist...Tja und so fühlt man sich wie Scotty auf der Enterprise der mit einem Schraubenzieher den Warpantrieb reparieren soll. Fazit: Hier lernt man zu improvisieren, oder improvisieren zu müssen. Mittlerweile sind die Handwerker bei uns eingezogen und es wird kräftig "kernsaniert", momentan die OC und PC.
Kapitel 3 – Bibliotheken
Sucht man Vorschriften aus der Steinzeit, ist man bei uns richtig...Doch dank einer Anbindung an Beilstein Crossfire und CAS, ist
das Ganze noch erträglich. Computer stehen den Studenten im Zip-Pool, im Foyer (Surf Stationen) und in der Institutsbibliothek zur Verfügung, sowie in allen Arbeitskreisen und F-Praktika. Könnte noch besser sein, ist aber durchaus okay. Die Sammlung an Zeitschriften, Publikationen und Journals liegt „innerhalb akzeptabler Parameter“.
Kapitel 4 – Studenten, Menschen, Sensationen
Als Lokalpatriot muss ich es an dieser Stelle kundtun, Saarländer sind nette Menschen. Bei uns wir viel und gut gefeiert, viel gelacht und wenn’s zählt auch „geschafft“. Die Mensa ist durchweg zu empfehlen, wenn auch manchmal etwas fett. Der Campus ist ganz nett und Party gibt’s an jeder Ecke, die Nähe zur Landeshauptstadt macht die Sache noch attraktiver. Unsern netten Dialekt lernt man wie uns schnell lieben und Fremden aus dem „Reich“ (saarländische Bezeichnung für Restdeutschland außerhalb der saarländischen Grenzen) gegenüber sind wir durchaus aufgeschlossen. Hauptsache „gudd gess“.
Fazit: „Non je ne regrette rien!“ Bis jetzt noch nicht. Am Dienstag haben wir wieder Licht im Labor und können dann wieder länger als 16:00 Uhr zu Werke gehen. Der Quecksilber Super GAU ist auch beseitigt und wir können die Praktikumsräume wieder auf normalem Weg erreichen...Doch nun mal ehrlich, wann habt ihr im Labor das letzte mal Limbo getanzt? – Wir letzte Woche. Unsre Chemikerparties sind berüchtigt... und weit bekannt. Highlight der Weichnachtszeit: Die Weihnachtsvorlesung bei Prof. Veith, da zieht es bis zu 500 Leutz in den großen Hörsaal, Stunden vor Vorlesungsbeginn und das seit 17 Jahren.
Wenn es auch manchmal etwas abenteuerlich und unkonventionell zur Sache geht, Spass macht es alle mal und so ein kleiner Mc Gyver schlummert doch ins uns allen...
Hey, und auf der Mir muss man auch improvisieren!
In Übereinstimmung mit der Prophezeiung,
schweitzman et al.
P.S.: Was uns nicht tötet, macht uns nur weiser. Wir sind der singende, tanzende Abschaum der Welt. Verdammt ich werd euch alle vergiften...:-)
...
Ich muss es vorneweg erklären: Ich habe leider keine andere Rubrik für meinen Beitrag gefunden. ich denke aber, dass er hier bei der "Universität des Saarlandes" gut aufgehoben ist, da es ja schließlich um die Berechtigung für das Studium geht und ich sehr wahrscheinlich in 3-4 Jahren an ebendieser Uni studieren werde.
Turbo Abitur auf Kosten der Schüler
Montag 8,Dienstag 6, Mittwoch 8, Donnerstag 8 und Freitag 6 Stunden.
So oder ähnlich werden ab dem Schuljahr 2000/01 die Stundenpläne für die neuen Gymnasiasten aussehen, denn dann wird der Weg zum Abitur von 9 auf 8 Jahre verkürzt. Trotzdem soll der selbe Stoff wie vorher durchgenommen werden. Und warum das Ganze? Die Schüler sollen schneller zu ihrem Abitur kommen, damit sie schneller ihr Studium beginnen, und dann schneller ins Berufsleben einsteigen können. Doch es bedeutet das für Schüler, Schule und Lehrer? Nun ja, die Schüler werden am meisten darunter leiden, denn im neuen Schuljahr wird es in der Woche mehr Schulstunden geben und das hat zur Folge, dass es auch nachmittags Unterricht geben wird. Das wiederum bedeutet für die Schüler mehr Stress und weniger Konzentration durch Müdigkeit, und auch zuhause bei den Hausaufgaben oder beim Lernen wird es nicht anders sein. Auch die Freizeit der Kinder wir d kleiner ausfallen und die nötige Erholung zu kurz kommen. Die Lehrer müssen für die Entrümpelung der alten Lehrpläne und für effektivere Lehrmethoden sorgen. Und schließlich müssen die Schulen den Schülern mittags Verpflegung, Versorgung und die passenden Aufenthaltsräume dafür bieten. Und nur damit die jungen Menschen schneller in die Wirtschaft einsteigen können. Doch was bringt uns das, wenn Schüler, Lehrer und schließlich die Eltern, die sich um die schulischen Probleme ihrer Kinder kümmern müssen, darunter Leiden. Ändern kann man daran nichts mehr, aber ob es dazu beiträgt, dass unsere Kinder mehr lernen, und ob es Deutschland in der Wirtschaft helfen wird, sehen wir sowieso erst in frühestens 15 Jahren.