Unterwegs auf großer Tour werde ich nicht selten von Autofahrern gefragt, ob ich mich nicht sehr einschränken müsse, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin?
Meine Antwort darauf hat bisher alle überzeugt:
„Als Flugtourist darf ich weniger Gepäck mitnehmen, nämlich nur 20 Kilogramm!“
Auf meinem Motorrad bringe ich hingegen fast einen Zentner an Gepäck ohne große Probleme unter. Wenn ich alleine fahre, kann ich meinen ganzen Hausstand mitschleppen. Knapper geht es natürlich zu, wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin.
Ohne Einschränkungen kommen da praktisch nur noch Hotel-Reisende aus.
Denn neben dem ohnehin obligatorischen Regenzeug nimmt ja auch noch die Campingausrüstung viel Platz weg.
Dieses Problem lässt sich nur durch sorgfältige Einteilung und Planung zufriedenstellend lösen. Zufriedenstellend heißt so, dass auch das Fahrverhalten der Maschine nicht zu stark beeinträchtigt wird.
Da man solo ja reichlich Platz zur Verfügung hat, gebe ich hier nur einen Packplan für zwei Personen.
Tankrucksack
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Hier ist der sicherste Platz auf dem Motorrad.
Selbst im Falle eines Sturzes sind Gegenstände auf dem Tank am sichersten aufgehoben.
Ich packe Fotoausrüstung, Geld und Papiere daher grundsätzlich in den Tankrucksack. Hinzu kommen Landkarten und Regenklamotten, ins untere Fach Werkzeug und wenn man will auch Reifenreparaturkitt bzw. Ersatzschlauch.
Montierhebel passen zusammen mit der Regenhaube für den Tankrucksack gut in das flache Zwischenfach. Derart vollgestopft, wiegt das Gepäckstück gut und gerne seine 15 Kilo.
Die sollten auch auf der Autobahn, in den Kurven, oder wenn die Maschine auf dem Seitenständer steht, fest auf dem Tank bleiben. Nur Tankrucksäcke mit Lederriemen bieten hierfür eine ausreichende Gewähr.
Packtaschen
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Die Seitenkoffer werden „brüderlich“ geteilt.
Jeder erhält einen für seine zivilen Kleidungsstücke, Waschzeug, Schuhe und ähnliches.
Gepäckträger
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Die Verbindungsbrücke zwischen den beiden Seitenhaltern kann man verschieden nutzen.
Ich habe mir ein Brett zurechtgesägt, was genau auf den Gepäckträger passt. Somit habe ich mir eine flache und größere Unterlage geschaffen.
In jedem Fall sollte das Gepäck möglichst weit vorn befestigt werden.
Bei manchen Modellen bietet sich Raum zwischen Sitzbankende und dem Gepäckträger.
Reisetaschen oder Gepäckrollen lassen sich dort gut verstauen. Ein kleines Zelt und zwei Schlafsäcke sollte man darin unterkriegen.
Weitere Aufbauten sind nicht empfehlenswert, will man nicht das Fahrverhalten drastisch verschlechtern. Die einzige Ausnahme bildet ein Ersatzreifen.
Diesen würde ich nämlich nur auf dem Maschinenheck unterbringen.
Wer solo fährt, wird damit keine Probleme haben. Flach auf den Rücksitz und die Packtaschen gelegt, kann man obendrauf die Campingausrüstung verstauen.
Zu zweit ist es schwieriger. Der lästige Gummiring muss aufs Gepäck gelegt werden. So, dass er weder dem Beifahrer ständig ins Kreutz schlägt, noch das Nummernschild oder gar das Rücklicht verdeckt.
Fürs Motorrad
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Reserveschlauch fürs Hinterrad, Flickzeug,
bei schlauchlosen Reifen ein spezielles Reparaturset, eine Luftpumpe (ein Atü bekommt man selbst mit einer Fahrradpumpe rein und damit kann man bis zur nächsten Tankstelle fahren), gute Montierhebel,
Montagefett oder Vaseline, Bindedraht, Tesafilm, Ersatzglühbirnen (gibt es als Set in einer praktischen Plastikbox), Putzlappen, kleine Dose Kettenspray (entfällt bei Kardanmaschinen),
½-Liter-Flasche Motoröl zum Verschließen (in vielen Ländern bekommt man Mehrbereichsöl nur in 1-Liter-Dosen), Händlerverzeichnis, Spanngummis.
Fürs Zelten
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Ein kleines Brett für den Seiten,
oder Hauptständer (die schönsten Zeltplätze liegen oft auf weichen Wiesen), Taschenlampe, Kerze,
Streichhölzer oder Feuerzeug,
Lappen zum Reinigen des Zeltbodens, Campingkocher (wenn es ein Gaskocher ist, auch die Gasflasche), Wäscheleine, Rei in der Tube, Mückenspray o.ä..
Sonstiges
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Nähzeug, Verbandskasten mit Sicherheitsnadeln, Reisewecker (ganz praktisch, wenn man Fähren oder Sonnenaufgänge nicht verschlafen will),
Schreibblock DIN A6, Kugelschreiber, Adressenliste, Ersatzbatterien für die Kamera oder für die Taschenlampe (im Ausland meist sehr teuer).