Platz 2242 in der Kategorie "CDs: Musik aller Interpreten". Tonträger-Typ: CD / Genre: Hard Rock / Heavy Metal / Interpreten von A-Z: D / das neue Album der deutschen Metal Queeen ...mehr
Im September war es dann wieder soweit, eine neue Langrille von Doro Pesch sollte die Plattenläden erobern.
Für mich als begeisterten Anhänger der Metal Queen war es selbstverständlich, dass auch dieses Album in meinem CD Regal einen festen Platz findet.
Schon mit „Rare Diamonds“ hat Doro viele ihrer genialen Songs auf einem Album gebündelt, von daher war ich anfangs ein wenig skeptisch was dieses Album betrifft, denn auch hier finde ich eine Art Best Of Album von Doro vor.
Allerdings mit der Besonderheit, dass hier ein Classic Orchester bei den Aufnahmen mitwirkte. Schon andere Bands wie etwas Metallice oder die Scorpions haben ein solches Projekt auf die Beine gestellt.
Schon beim Lesen der Trackliste ging eine Teil meiner Skepsis flöten den immerhin sind 6 brandneue Songs enthalten, also werden nicht nur bekannte Songs aufgewärmt, sondern auch neue hinzugefügt. Schon alleine dieser Umstand verleitet zum Kauf dieser Rille.
Neben den 6 Neuen sind dann auch viele große Stücke von Doro zu finden.
Gut finde ich die Mischung zwischen Balladen und rockig metallischen Nummer, sicherlich sind die Balladen die Sahnestückchen, aber ausschließlich Balladen wäre sicherlich nicht optimal gewesen, von daher finde ich die Mischung der Kompositionen sehr gut gewählt.
Hier habe ich nun die Trackliste des Albums aufgelistet, natürlich von der limitierten Digibook Auflage, diese enthält unter anderem 3 Bonus Tracks mit * gekennzeichnet.
01 I rule the ruins
02 Metal tango
03 Breaking the law
04 All we are
05 Für immer
06 Let love rain on me
07 Burn it up
08 Tausend mal gelebt
09 I'm in love with you
10 Always live to win
11 Undying
12 Love me in black
13 She's like thunder*
14 The last goodbye*
15 The final*
16 Let love rain on me (Video) (Data Track)
Schon nach dem ersten Hören der Scheibe war ich echt begeistert, denn nicht nur meine Skepsis war verschwunden, sondern auch meine Erwartungen wurden echt übertroffen.
Hier sind wirklich 15 geile Tracks zu hören.
Trotz des Mitwirkens des Orchesters geht der rockige Charme der Stücke nicht verloren, und besonders bei den Balladen kann das Orchester den Emotionen einen besonderen Nachdruck verleihen.
Die orchestralen Elemente sind über das ganze Album hinweg an keiner Stelle zu dominant, so dass auch die Band von Doro sehr gut zum tragen kommt. Ein sehr gutes Zusammenspiel von Band und Orchester wie ich finde.
Weiterhin finde ich sehr gelungen, dass nicht bei jedem Titel die Klassik-Variante gewählt, sondern teilweise auch sehr viel mit Akustik-Gitarren gearbeitet wird. Dies kommt zum Beispiel bei „ Let love rain on me“ und besonders bei „Undying“ zum Ausdruck.
Insgesamt ist das ganze Album absolut geil instrumentalisiert und es lässt an dieser Stelle keine Wünsche offen.
Aber nicht nur die Instrumentalisierung, sondern auch Doro Stimme ist wieder absolut genial. Besonders bei den Balladen sorgt Doro mit ihrem Gesang für ein Gänsehaut-Feeling.
Aber auch in den rockigen Nummern überzeugt sie mit Stimmgewalt Power und Ausdruckstärke.
Wie immer aller ersten Sahne.
Ein genialer Song ist wahrlich das dritte Stück „Braking the Law“.
Hier singt Doro im Duett mit Judas Priest Frontmann Halford.
Ein Song der als seelenruhige Ballade beginnt und als rassige Rocknummer
endet.
Beide Stimmen bilden ein sehr gut klingendes Rockduett.
Für mich ist diese Song einer der Glanzpunkte der Scheibe.
Anspieltipps
Neben „Braking the Law“ möchte ich auch „Let love rain an me“ und „Undying“ als besondere Glanzpunkte hervorheben.
Obwohl die anderen Tracks nicht weniger hörenswert sind.
Die Aufmachung des limitierten Digibook ist sehr edel und echt gut gelungen, schon alleine das dunkle Silber und die wieder einmal blendend aussehende Doro Pesch stechen sofort ins Auge.
Aber auch im inneren sind viele sehr gute Bilder von Doro und der Band und dem Orchester zu finden, alles integriert in dem Fortlauf der Lyrics.
Schlussendlich musste ich 16,99 €uro im MarkoMarkt für dieses Album berappen, ein Preis den ich im Endeffekt nicht bereut habe.
Zum einen finde ich ein optisch sehr ansprechendes Digibook vor, des Weiteren sind neben den 6 brandneuen Songs 3 Bonus Tracks enthalten.
Als Fazit hinterlasse ich eine Kaufempfehlung, denn ich denke dieses Album ist sein Geld auf jeden Fall wert.
ein Testbericht von AChristoteles2011-07-22 07:26:47vom 22.07.2011Empfehlung: ja
Vorteile: - (fast) ohne Ausfall
- gelunge Neu-Arrangierung der bekannten Hits...Nachteile/Kritik: - einige, wenige Songs funktionieren dann akkustisch/orchestral halt nicht (All we are, Burn it up)
Die Vermengung zwischen klassischer und populärer Musik bzw. die Verwendung klassischer Instrumente in Pop und Rock Strukturen sind ja nun wirklich nichts Neues mehr. Und wenn sich diverse Leute aus der klassischen Schiene (wie etwa Sarah Brightman, Nigel Kennedy, Daivd Garrett) sich an Rock und Pop Gut vergreifen dürfen, dann darf eine Metal Queen auch mit einem Orchester zusammenarbeiten. So oder so ähnlich dachte sich das wohl die nach wie vor attraktive Powerröhre Doro Pesch. Herausgekommen ist dann 2004 "Classic Diamonds", ein Album komplett ohne Metal Instrumentarium! Stattdessen wurden viele Klassiker, aber auch ganz neue Stücke in akkustischem Gewand mit einem Klassik Ensemble aufgenommen.
Kurz zu Doro Pesch
Dorothea Pesch wurde 1964 in Düsseldorf geboren und spielte bereits Ende der Siebziger in mehreren Amateurbands. Der Durchbruch gelang ihr als Frontfrau der Band Warlock (1982 - 1988). Zwar gab es bereits im Rockmetier mit Joan Jett, Suzie Quatra und Janis Joplin bereits einige Namen; im deutlichen härteren Metal Sektor aber wenig vergleichbares, so dass die Band schnell eine besondere Aufmerksamkeit erhielt. Aus rechtlichen Gründen durfte die Band den Namen Warlock nicht mehr benutzen, so dass man sich nach dem Aushängeschild benannte: Sängerin Doro. Anfang der Neunziger konnte sich mit einem radiotauglicheren Sound noch einige Erfolge verbuchen, ihr Wandel zum Industrial Metal wurde jedoch eher negativ aufgefasst. Mit "Calling the wild" (2000), "Fight" (2002), "Warrior Soul" (2006) und jüngst "Fear no evil" wandelte sie wieder in rockigeren Gefilden und ist nach wievor eine Größe in der Metal Szene.
Das charakteristische Merkmal ist natürlich die Stimme der Sängerin, welche über ein rauchiges, bisweilen souliges Reibeisen verfügt (vergleiche auch Bonnie Tyler). Doro beherrscht dabei sowohl rockige Shouts, als auch melodischen Gesang.
Diskographie
Burning the witches (Warlock, 1982)
Hellbound (Warlock, 1984)
True as stel (Warlock, 1985)
Triumph or Agony (Warlock, 1986)
Force majeure (1988)
Doro (1990)
True at heart (1991)
Angels never dies (1992)
Live (1993)
Machine II Machine (1995)
Love me in black (1998)
Calling the wild (2000)
Fight (2002)
Classic Diamonds (2004)
Warrior Soul (2006)
Fear no evil (2009)
Allgemeine Albumkritik
Wie oben bereits erwähnt hat Doro auf "Classic Diamonds" komplett auf Metal Instrumentarium verzichtet. Keine einzige E-Gitarre blitzt auf dem Album auf. Stattdessen gibts die alten und neuen Songs akkustisch, meist dominieren die Streicher und die Akkustikgitarren oder auch das Piano. Recht rockig ist das Ganze trotzdem ausgefallen, da sich Doro hier nicht nur ihre gefühlvollen Balladen (wie "Für immer", "Undying", "Love me in black") vorgenommen hat, sondern auch einige ihrer Up-Tempo-Rocker wie "All we are" oder "I rule the ruins".
Erfreulicherweise hat Doro hier erkannt, dass man sich jeden Song einzeln vornehmen muss. So sind natürlich die Gänsehaut-Balladen "Für immer" und "Love me in black" sehr voluminös arrangiert, ebenso wie der Nackenbrecher "I rule the ruins", dessen markantes Gitarrenriff hier von einem kompletten Streicher-Ensemble intoniert wird und dadurch noch majestätischer als ohnehin schon klingt. Bei einigen anderen Stücken geht es nach der Devise: "Weniger ist mehr". So ist zum Beispiel die neue Ballade "Let love rain on me" mit recht dezentem Streicher-Einsatz und ansonsten der typischen Bandkonstellation (Gitarren,
Bass, Schlagzeug, Piano) arrangiert.
Sehr gelungen finde ich auch die beiden Rocker "Always live to win" und den Judas-Priest-Klassiker "Breaking the law". "Always live to win" wird ausschließlich in akkustischer Form von der Band dargeboten, die hier unter Beweis stellt dass man keine schreienden Gitarren und pumpende Bässe braucht, um zu rocken. "Breaking the law" hingegen ist sehr raffiniert arrangiert: Die ersten beiden Strophen werden zur ruhigen Akkustik-Gitarren-Ballade umfunktioniert, was angesichts dieses Nackenbrechers erstaunlich gut funktioniert. Ab der Mitte nimmt der Song das gewohnt schnelle Tempo auf, wobei der wuchtige Gitarrenriff hier vom Streich-Orchester getragen wird. Der Song geht priesterlich ab, wobei Doro hier im rockigen Duett mit Ex-Accept-Brüllwürfel Udo Dirkschneider agiert. Und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen dieses Stück sei exklusiv für dieses Album enstanden. Und ein größeres Kompliment kann man einer Coverversion eigentlich nicht machen.
Natürlich gibt es auch ein wenig Schatten auf dieser strahlenden Scheibe. "All we are" und "Burn it up" funktionieren leider überhaupt nicht. Dazu sind die beiden Songs wohl zu direkte Hard Rocker, als dass man sie in einem anderen Gewand wirklich genießen kann. Und mit dem allzu pathetischen "Tausend Mal gelebt" versinkt Doro leider in absolutem Schlagerkitsch. Schade, dabei hätte so manch andere Ballade wie z.Bsp. das musikalisch ähnliche aber hochwertigere "Fall for me again" besser gepasst.
Tracklist
1. I rule the ruins
2. Metal tango
3. Breaking the law
4. All we are
5. Für immer
6. Let love rain on me
7. Burn it up
8. Tausend mal gelebt
9. I'm in love with you
10. Always live to win
11. Undying
12. Love me in black
13. She's like thunder
Fazit
Die Fans können aufatmen. "Classic Diamonds" ist ein gelungenes Experiment. Doro hat Songs querbeet aus ihrer Diskographie zusammengefasst und stellt damit ihre Vielfältigkeit unter Beweis: Hymnen, Rocker, Mid-Tempo-Tracks und Balladen - alles wird gleichberechtigt behandelt und zum größten Teil großartig umgesetzt. Dennoch empfehle ich diese Scheibe auch gerade an Leute, denen Metal und Rock vielleicht zu hart ist, denn diese könnten dieser melodischeren Variante sicher mehr abgewinnen.
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