Sony G-Police 2 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Cyber-Polizei im Einsatz
ein Testbericht von vibou2005-04-01 16:19:42vom 01.04.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Unaufhörliche Action, heiße Gefechte, prachtvolle Licht- und Feuereffekte, überraschende Wendungen in der Geschichte, stark variierende Boden- und Lufteinsätze, enorm viel Spannung...Nachteile/Kritik: Ewig düstere Spielatmosphäre, streng linearer Spielverlauf, Horizont sehr eingeengt
Kurz vor der Jahrtausendwende kaufte ich mir den zweiten Teil eines sehr bekannten 3D-Actionspiels für die Playstation, sein Name ist „G-Police 2, Weapons of Justice“. Von der Machart her gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten wie man zu diesem Spiel stehen soll: entweder man hasst es oder liebt es, entweder man wird innerhalb kürzester Zeit in den Bann der Geschichte gezogen oder man lässt schon nach gut einer Stunde wieder die Finger davon. Etwas dazwischen gibt es meiner Meinung nach eigentlich kaum, trotz seines Alters ist dieses Actionspiel für manch einen Playstationbesitzer auch heute sicher gar nicht einmal so unattraktiv und dies nicht nur wegen des mittlerweile doch extrem niedrigen Preises. Denn egal wo Ihr es im Internet vorfinden werdet, mehr als 10€ müsst Ihr sicherlich nirgendwo mehr ausgeben, da bin ich mir doch ziemlich sicher. Macht Euch gefasst um ein brisantes Science-Fiction-Spektakel, welches meiner Meinung nach einen nicht zu unterschätzenden Suchtfaktor in sich birgt.
Dieser zweite Teil schließt fast nahtlos an den Vorgänger an, allerdings sind Kenntnisse aus dem ersten Teil zwar von Vorteil aber nicht zwingend notwendig. Jedenfalls ist es gerade einmal 14 Tage her, dass der Krieg zwischen den großen mächtigen Konzernen ein Ende gefunden hatte, doch die eingekehrte Ruhe ist trügerisch, sie ist in der Tat leider nur vorübergehend. An eine längere Erholungsphase ist für die Cyber-Polizei von Callisto nicht zudenken, sie kann noch nicht zum Heimatplaneten Erde zurückkehren, denn inzwischen hat sich eine neue Gruppierung krimineller Machenschaften herauskristallisiert. Während sich im letzten Krieg Regierung und Großkonzerne erbarmungslos bekämpften, profitierten heimlich, still und leise andere Ganoven von dem vorherrschenden Chaos in der Kolonie des Jupiter-Systems. In Windeseile und zunächst unbemerkt entstanden finstere Syndikate, Plündereien, Schmuggel, Betrug und sogar Mord waren auf einmal an der Tagesordnung. Da allein schon der Krieg zwischen Regierung und Großkonzernen die G-Police-Einheiten stark gefordert hatten, waren diese kriminellen Vereinigungen nun eigentlich zuviel des Guten, jedenfalls waren die tapferen Polizeieinheiten nun nicht mehr Herr der Lage und hatten den Syndikaten nicht allzu viel entgegenzusetzen. Doch das Chaos darf natürlich nicht mehr lange so andauern, wertvolle Unterstützung naht, die bitter benötigte Unterstützung weiterer Elite-Einheiten ist im Anmarsch und dies ist genau der Zeitpunkt wo wir nun ins Spielgeschehen eingreifen, endlich kann es also losgehen.
Die gesamte Geschichte beziehungsweise der Hintergrund rund um das ausgebrochene Chaos auf Callisto wird uns sehr schön in einer wunderbaren Filmsequenz gezeigt, wir werden Augenzeuge der spektakulären Landung der Eliteeinheiten, die möglichst schnell für Recht und Ordnung sorgen sollen. Auch im weiteren Verlauf des Spiels werden immer wieder zwischendurch kleine Sequenzen zur Auflockerung des Spielgeschehens eingeblendet, jedoch dann nur noch in normaler Spielgrafik und eben nicht mehr in Full-Motion-Video-Qualität. Schnell merken die Kenner des ersten Teils, dass die Hauptrolle auch in diesem Abenteuer vom Polizisten Jeff Slater übernommen wird, diesmal scheint die Lage aber noch auswegloser zu sein als im Vorgängerteil, zu übermächtig ist die gegnerische Übermacht. Aber natürlich sind genau dies die Stunden, in denen wahre Helden geboren werden, ohne zu zögern nimmt Slater den Kampf gegen die Verbrechersyndikate
auf. Und so treiben wir uns während des Abenteuers in riesigen Minenstollen, finsteren Straßenschluchten und gewaltig großen militärischen Arealen herum, stets auf der Jagd nach den Verbrechern. Auf der Jupiter-Kolonie herrscht natürlich nicht dasselbe Klima wie auf der guten alten Erde, demzufolge wurde eine künstliche Atmosphäre geschaffen, welche durch riesige Generatoren erzeugt und stabil gehalten wird. Wenig überraschen werdet Ihr dort auch kein Sonnenlicht bestaunen dürfen, das gesamte Szenario ist geprägt von einem düsteren Ambiente und gleißenden Neonlichtern. Nichtsdestotrotz ist auf den Straßen und in der Luft ordentlich etwas los, Neulinge werden daher in den ersten Stunden eine Menge zu lernen haben, bis sie sich im Hinblick auf die Steuerung und Vertrautheit der Umgebung entsprechend eingestellt haben.
Wir machen es uns jedenfalls in unserem Spezialhelikopter mehr oder weniger bequem und sind bis an die Zähne bewaffnet, um den Feinden in den insgesamt 30 Missionen das Fürchten lehren zu können. Am Anfang sieht alles noch leicht und locker aus, vorausgesetzt Ihr habt Euch mit dem etwas ungewöhnlichen Szenario und der Steuerung vertraut gemacht und verliert nicht den ständig den Überblick. Habt Ihr nämlich diese Hürde überwunden, kommt Ihr erst wirklich in den Genuss dieses Actionspiels. Nachdem Ihr hoffentlich Eure ersten Erfolgserlebnisse verbuchen konntet und ein paar Verbrecherbanden überwältigen konntet, warten auf Euch später dann doch sehr knifflige Aufgaben. Damit bin ich auch schon bei einem dicken Pluspunkt dieses Spiels, nämlich der extrem abwechslungsreichen Handlung, die voller Überraschungen steckt und zahlreiche Wendungen beinhaltet. Natürlich werde ich diese jetzt nicht verraten, macht Euch aber jedenfalls darauf gefasst, dass nahezu keine Mission einer anderen gleicht. Dies liegt unter anderem daran, dass Ihr während der Ausführung eines Auftrags oft über Funk auf einmal etwas anderslautende Befehle erhaltet und Ihr mehr als nur einmal schnell umdenken und improvisieren müsst. Oft ist es so, dass wir mit unserem Hubschrauber bestimmte Orte anfliegen müssen, dabei gibt es welche von höchster und manche von „nur“ hoher Priorität, so dass wir es im Grunde mit Primär- und Sekundärzielen zu tun haben. Haben wir es beispielsweise geschafft, an solchen Wegpunkten spezielle Waffen zum Glühen zu bringen, kann dann der vernichtende Schlag gegen die Feinde ausgeführt werden. Dabei ist besonders unsere Laserkanone an Bord des Helikopters von großem Nutzen und auch die wärmesuchenden Zielraketen sind extrem wirkungsvoll im Kampf gegen feindliche Jäger. Außerdem müssen wir sowohl gegen mächtige Panzer als auch gegen nicht zu unterschätzende Infanterie vorgehen, wobei in manchen Fällen nur ein sehr rabiater Weg den Feinden Einhalt gebieten kann. Ganz humorlos sprengen wir öfter einmal eine halbe Straße weg, nur um den Gegnern die Flucht zu vereiteln, wobei unglücklicherweise ab und zu auch tatsächlich unschuldige Zivilisten zu beklagen sind, Todesopfer sind dann keine Ausnahme.
Bekommt allerdings bloß keinen falschen Eindruck vom Gameplay dieses 3D-Actiongames, denn mit einem blinden Anstürmen oder Drauflosballern kommt Ihr meistens nicht sehr weit. Vorsichtig pirschen wir uns an die brisanten Punkte heran, um erst einmal herauszufinden, ob in dem entsprechenden Gebäude oder Fahrzeug sich Freund oder Feind befinden, bevor Ihr losschlagt. Dabei müsst Ihr auch stets wachsam sein, denn feindliche Verteidigungsanlagen und Radarsysteme sind nicht gerade selten vorzufinden. Zum Glück ist da wenigstens unser Kampfhubschrauber sehr robust, dieser hält nämlich unglaublich viel aus und sollte unser Verteidigungsschild dann doch einmal lädiert sein, suchen wir uns für kurze Zeit ein ruhiges Plätzchen und tanken die verlorene Energie schnell wieder auf. Das Problem dabei ist natürlich, dass dies einen oft nicht gerade unerheblichen Zeitverlust bedeutet und diesen können wir uns oft so gut wie gar nicht leisten. Videospieler, die es lieber etwas ruhiger angehen lassen möchten, werden daher mit diesem Spiel wahrscheinlich nie so richtig warm werden können, denn in etlichen Missionen besteht ein knackiges Zeitlimit, welches gerade bei den Zerstörungsaufträgen oft nur wenige Minuten beträgt. Ähnlich fatal ist es, wenn sich feindliche Einheiten aus dem Staub machen können und Ihr sie eben nicht rechtzeitig noch erwischt habt. Und auch vorbei ist es, wenn die von Euch beschützten Gebiete oder Fahrzeuge in Flammen aufgehen, es geht also oft nicht darum, dass Ihr mit heiler Haut aus der ganzen Sache herauskommt, die Aufträge haben es von ihren Inhalten her phasenweise ordentlich in sich, verlangen Euch einiges an Konzentration, Reaktionsschnelligkeit und Geschicklichkeitsvermögen ab. Ganz klar, wer mit Action in Echtzeit nichts anfangen kann, sieht von einem Kauf dieses Spiels ab, alle anderen Videospieler kommen hier total auf ihre Kosten, denn die Missionen sind hochinteressant, die Action gewaltig und die Geschichte extrem spannend.
Die Sekundärziele hingegen müssen zwar in der Regel nicht erfüllt werden, sorgen aber zweifelsohne dafür, dass der ehrgeizige Zocker den Auftrag unbedingt komplett erfüllen möchte, schließlich erwartet ihn dann ja auch eine entsprechend höhere Belohnung wie zum Beispiel das Freischalten höher Bonusstufen für den Fall, dass Ihr eine besonders hohe Trefferquote hattet oder generell Eure Mission außerordentlich gut erfüllen konntet. Das ganze kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Spielverlauf trotz dieser Boni im Grunde streng linear verläuft, einen großen spielerischen Freiraum haben wir hier also nicht, was ich persönlich aber auch nicht besonders schlimm war, fesselten mich die Missionsinhalte doch auch so. Damit es zwischendurch auch nicht langweilig wird, gibt es nicht nur zahlreiche Zwischensequenzen sondern auch grundverschiedene Einsätze, so diesmal auch am Boden und eben nicht nur in der Luft. In solchen Situationen verlasen wir unseren Kampfhelikopter und nehmen Platz in einem extrem gut gepanzerten Polizeifahrzeug, welches sowohl über eine Bordkanone als auch einen sehr durchschlagskräftigen Mörser verfügt. Doch nicht nur in diesem „Rhino“ genannten Fahrzeug treibt Ihr Euer Unwesen, es kommt des weiteren der „Raptor“ zum Einsatz, welcher einen besonders gewaltigen Mech-Roboter darstellt und über zahlreiche Spezialfähigkeiten verfügt bzw. mit entsprechenden Extras ausgerüstet ist, so dass sowohl den Feinden in der Luft als auch auf dem Boden das Fürchten eindrucksvoll gelehrt werden kann. Das Ganze hört sich kompliziert an? Ist es aber nicht. Ja wirklich, die Steuerung dürfte schnell erlernt sein, ich war da selber sehr positiv überrascht, hatte ich doch viel komplexere Manöver erwartet.
Was die Grafik angeht, so gibt es Licht und Schatten, wobei die positiven Punkte eindeutig überwiegen. Das Problem bei diesem düsteren 3D-Actionshooter ist nämlich, dass einige Gebäude und feindliche Einheiten zwar sehr prachtvoll dargestellt werden können, dann aber die Übersicht doch oft völlig verloren zu gehen droht. Irgendwie hat das Entwicklerteam dann einen ganz ordentlichen Kompromiss gewählt, so dass die Explosionen und sonstigen Licht- und Feuereffekte sehr eindrucksvoll aussehen, Ihr inmitten der riesigen Wolkenkratzer das Gefühl habt, mittendrin in der Action zu sein, andererseits dadurch die Sichtweite erheblich zurückgeschraubt wurde, der Horizont schon fast gar nicht mehr als ein solcher bezeichnet werden kann. Dies bedeutet, dass die Grafik zwar schön flüssig bleibt, manche feindlichen Einheiten aber auf einmal urplötzlich wie aus dem Nichts auftauchen, was den intelligenten Strategen allerdings auch wiederum nicht überraschen durfte, denn schließlich gibt es ja auch eine Übersichtskarte und einen Radar. Insgesamt befinden sich sowohl die Grafik als auch der Soundtrack auf einem gehobenen Playstationniveau, in beiden Punkten kann dieses 3D-Actionspiel überzeugen, wobei mir besonders gut die imposanten Feuergefechte und eindrucksvollen Lichteffekte in Erinnerung geblieben sind, nicht zu vergessen die schwere, richtig düstere Spielatmosphäre, die für ein ganz individuelles Flair sorgt. Dies zusammen mit den zahlreichen überraschenden Wendungen in der Geschichte sorgt für ein qualitativ sehr hochwertiges Gameplay.
Sicher habt Ihr schon gemerkt, dass ich die ganze Zeit über zu einer Empfehlung dieses Actionspiels tendierte und tatsächlich kommt jetzt auch kein dicker Hammer zum Schluss. G-Police 2 gehört auf jeden Fall in die obere Liga der Playstationspiele, im Bereich der 3D-Actiongames bekommt Ihr auf der alten Sony Playstation kaum etwas Vergleichbares oder gar Besseres geboten. Hier gibt es Action satt, andauernd seid Ihr in Gefechte mit dem Feind verwickelt, es gibt so gut wie nie richtige Erholungsphasen. Von einem auf Dauer eintönigen Geballer kann allein schon deswegen nicht die Rede sein, da die Art der Einsätze variiert, die Missionsinhalte sowieso und sich Luft- und Bodeneinsätze abwechseln, das Vorhandensein interessanter Primär- und Sekundärziele tut ein Übriges im Hinblick auf die Langzeitmotivation. Trotzdem ist es kein Mega-Hit geworden, sondern „nur“ ein klar empfehlenswertes Actiongame, vorausgesetzt, Ihr habt ein Faible für hektisches 3D-Geballer in Echtzeit und oft unter extremem Zeitdruck. Ein bisschen ging mir nach ein paar Stunden die andauernd düstere Science-Fiction-Atmosphäre dann doch auf den Keks, da hätte ich mir zumindest zwischendurch etwas mehr Abwechslung gewünscht, so „zum Luft holen“ praktisch. Dass der Spielverlauf streng linear ist, muss objektiv gesehen wahrscheinlich auch angekreidet werden, wenn mich persönlich dies auch nicht allzu besonders störte. Ich war auf jeden Fall sehr erfreut darüber, dass jetzt im zweiten Teil auch Bodenfahrzeuge zum Einsatz kommen, wen ich auch gerade bei diesen Missionen zumindest kleinere Grafikfehler beiden Texturen ausmachen konnte, die manchmal doch leider etwas verzerrt aussehen. Immerhin bleibt die Grafik stets flüssig, kein Ruckeln weit und breit, und dies ist angesichts der geballten Action, welche uns hier geboten wird, ja auch schon ganz beachtlich. Da dieses Actionspiel mittlerweile schon sehr preiswert zu haben ist, tue ich mich noch leichter mit einer Empfehlung, denn so ganz sicher kann ich mir nie sein, ob dieses sehr eigenwillige Game auch wirklich etwas für den ein oder anderen von Euch ist, tendenziell würde ich jedenfalls sagen „Ja“.
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Produktbeschreibung Sony G-Police 2
Technische Daten und ProdukteigenschaftenScience-Fiction-Actiongame in 3D, der zweite Teil!
Allgemeine Informationen Sony G-Police 2
gelistet seit: 03.12.2004
Hersteller: Sony, www.sony.de weitere Sony PS1 SpieleBewertung durch unsere Mitglieder