Sony Spot goes to Hollywood Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
7 Up auf der Playstation
ein Testbericht von Yasmeen2004-09-21 17:39:48vom 21.09.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Witzige Ideen, interessante Spielgebiete, gute Steuerung, nicht zu leicht, inzwischen preiswert...Nachteile/Kritik: Insgesamt zu kurz, keine Speichermöglichkeit, unspektakuläre Grafik, nur durchschnittlicher Sound, stellenweise nervig
In meiner Videospielsammlung befindet sich unter anderem ein Jump and Run, also ein Hüpfspiel, welches auch Besitzern einer Playstation möglicherweise völlig unbekannt ist. Selbst Fans solcher Jump and Runs könnte dieses ungewöhnliche Hüpfabenteuer entgangen sein, so dass ich ein paar Zeilen über „Spot goes to Hollywood“ verlieren möchte. Erschienen ist dieses Spiel vor mehr als sieben Jahren, gekauft habe ich es mir aber erst später, nämlich im Sommer 1999 und gekostet hat es mich damals dann nur noch etwa 40 DM. Heute dürfte es höchstens die Hälfte kosten, was bedeutet, dass Ihr inzwischen sicherlich nicht mehr als 10 Euro für dieses Playstationspiel ausgeben müsst. Auf jeden Fall gehört meiner Meinung nach dieses doch etwas unbekannte Jump and Run zu den gelungenen Vertretern seiner Art, wieso und warum das so ist, erfahrt Ihr nun.
Die Hauptfigur ist ein etwas merkwürdiges Wesen, welches schon auf dem alten Mega Drive von Sega erste Erfolge verbuchen konnte. Möglicherweise erinnert sich der ein oder andere von Euch an Spot, der wie ein rotes Smartie oder M&M mit schwarzer Sonnenbrille aussieht, aber augenscheinlich der 7U-Familie angehört. Jedenfalls erwartet Euch in diesem Abenteuer ein Hüpfspiel, welches sich selber nicht ganz so ernst zu nehmen scheint, Humor ist hier eindeutig Trumpf. Schon nach kurzer Zeit wird Euch klar, dass man sich durch die doch eher niedliche Aufmachung nicht täuschen lassen darf, denn tückische Fallen und fiese Gegner sind gang und gäbe. Die Geschichte ist allerdings zweitrangig, na ja, eigentlich sogar drittrangig. Ihr seid nämlich in einen Filmprojektor gefallen und findet Euch daraufhin in der großen weiten Welt des Films wieder. Schon gleich zu Beginn merkt Ihr, dass dieses Spiel nicht zu schnell durchgespielt sein wird, denn als Ihr Euch auf einem Piratenschiff wiederfindet, gibt es keine Zeit zum Überlegen, Ihr rennt, springt und schießt, was das Zeug hält. Zahlreiche und zudem sehr fiese Fallen machen Euch dabei das Leben enorm schwer. In typischem Jump-and-Run-Stil hüpft Ihr auf dem Schiff nahezu unaufhörlich über Krebse, weicht Kanonenkugeln aus und macht Jagd auf die überlebenswichtigen Extraleben. Oft erreicht Ihr nur mit allerletzter Kraft die roten 7-Up-Orte, an denen Ihr Eure Energie wieder auffrischen könnt. Natürlich werden auch in diesem Jump and Run viele Kisten verschoben, auf die Ihr dann hüpft, um zuvor unzugängliche Stellen erreichen zu können. Auch geheime Räume sind mit von der Partie, in denen sich zumeist wertvolle Gegenstände finden lassen. Es liegt dabei ganz bei Euch, ob Ihr möglichst schnell durch den jeweiligen Level rasen und zum Ziel beziehungsweise Ausgang gelangen wollt oder ob Ihr Euch ganz genau umschaut, um auch den allerletzten Winkel erforschen zu können. Selbstverständlich erwartet Euch am Ende eines Levels auch ein Endgegner, welcher es Euch manchmal in der Tat höllisch schwer macht.
Was „Spot goes to Hollywood“ aber in erster Linie von dem üblichen Jump-and-Run-Einheitsbrei abhebt, sind die innovativen Spielideen. In dunklen Bergwerksstollen rast Ihr mit einer Lore durch die weitverzweigten Gänge, für den ein oder anderen von Euch kann dieses Labyrinth zur richtigen Quälerei werden, sollte er nicht konzentriert genug bei der Sache sein,
denn wichtige Abzweigungen solltet Ihr Euch unbedingt gut merken, ansonsten könnte es ewig dauern, bis Ihr den Ausgang erreicht. Im versunkenen Schiff gibt es dann beispielsweise Schätze zu entdecken, allerdings ist durch die fast unendlich vielen Kisten Eure Geschicklichkeit besonders gefordert, ein gutes Konzentrations- und Reaktionsvermögen und insbesondere ein genaues Timing bei den Sprungpassagen ist hier dringend erforderlich. Des weiteren gibt es zum Beispiel auch einen interessanten Tempel der Inka, die bekanntermaßen erstaunlich Kenntnisse in Sachen Elektronik, Mechanik und Physik innehatten. Und so verwundert es nicht, dass wir es in dieser Kultstätte mit Teleportern zu tun haben, welche Euch derart kreuz und quer durch die Gegend beamen, dass Euch fast schwindlig wird. Und natürlich ist auch hier das Aufspüren des Ausgangs das Hauptproblem. Und weiterhin erwarten Euch interessante Spielszenarien, so treibt Ihr auch im Weltraum Euer Unwesen, seht Euch unvermittelt gigantischen Dinosauriern gegenüber, streift durch Lavalandschaften oder lernt die rauen Sitten des Wilden Westens kennen beziehungsweise macht die unangenehme Bekanntschaft mit rüden Cowboys. Kurze Filmsequenzen zwischen den einzelnen Leveln lockern den Spielverlauf dabei etwas auf.
Während das Spiel mit vielen witzigen Einlagen (zum Beispiel mit Parodien auf Indiana Jones und Star Wars) zu glänzen weiß und auch der Schwierigkeitsgrad angenehm hoch ist, kommt mir die gesamte Spieldauer dann doch etwas zu kurz vor. Solltet Ihr talentiert sein und nicht unbedingt jeden verborgenen Winkel aufsuchen wollen, sind die 20 Level einen Tick zu schnell durchgespielt, bei mir waren es, glaube ich, 8 bis 9 Stunden. Doch etwas Anderes fand ich noch viel schlimmer, nämlich die fehlende Speichermöglichkeit. Weder gibt es Passwörter noch die Möglichkeit, Euren Spielstand au der Memory Card zu speichern, das ist mir völlig unverständlich und in meinen Augen ein dicker Negativpunkt. Außerdem können manche Labyrinthe, wie zum Beispiel die schon erwähnte Lorenfahrt im Stollen, auf Dauer richtig nerven, denn es hilft in solchen Situationen eigentlich nur das stupide Auswendiglernen der Strecke, um dann endlich ans Ziel gelangen zu können. Glücklicherweise machen weder die Steuerung von Spot (sie dürfte nach einer kurzen Eingewöhnungsphase keinerlei Probleme mehr machen) noch die übersichtliche 2D-Perspektive von schräg oben (isometrische Sicht) Probleme. Eure Kommandos werden ausnahmslos korrekt auf die Spielfigur übertragen, an keiner Stelle werdet Ihr Euch „verschaukelt“ fühlen, denke ich. Wer allerdings ein Hüpfspielfan ist, der wird seine wahre Freude an diesem actionreichen Jump and Run haben, insbesondere dann, wenn er gerne Jagd auf versteckte Bonusräume macht oder gerne Rätsel löst und es mit fiesen Fallen aufnehmen möchte. Denn Spot steuert sich nicht nur sehr genau, sondern auch der gesamte Spielablauf verläuft sehr flüssig, unfaire Stellen sind meiner Erinnerung nach nicht vorhanden, die den Spielspass trüben könnten.
Nicht vergessen darf ich schließlich nicht die Grafik und die Musik, beide sind von einer (nur) leicht überdurchschnittlichen Qualität, wobei die Grafik noch etwas besser ist als der Sound. Vom Hocker gerissen werdet Ihr aber in beiden Punkten nicht, aus der heutigen Sicht ist die Präsentation ganz klar veraltet. Dies darf ja allerdings kein Bewertungsmaßstab sein, doch auch im Hinblick auf die damalige Anspruchshaltung kann ich mich nicht zu einem klaren „gut“ durchringen. Sicherlich ist Spot ganz witzig gezeichnet, aber eben nicht besonders spektakulär. Die Landschaften sind schön bunt und auch mit ganz netten Details versehen, Begeisterungsstürme lösen sie aber trotzdem ganz sicher nicht aus. Dass soll allerdings nicht heißen, dass die Hauptfigur, die Gegner, die Fallen wie überhaupt die Gestaltung der Spielabschnitte enttäuschen würde oder sonst wie bieder sei, doch für Playstationverhältnisse wird Euch hier zumindest nichts Herausragendes oder Bemerkenswertes geboten. Spezialeffekte werdet Ihr vergeblich suchen, was jedoch nicht heißen soll, dass die ein oder andere Animation (beispielsweise der Inkas oder Cowboys) nicht für einen Lacher gut wäre. Ähnliches gilt für die Begleitmusik, sie ist zumeist locker und fröh-lich und unterstreicht den Humorgehalt dieses Spiels. Das ganz nette Gedudel passt jedenfalls ohne aber zu begeistern, Ohrwürmer gibt es meiner Ansicht nach leider auch keine.
Abschließend kann ich sagen, dass Fans von Jump and Runs einen Kauf dieses Hüpfabenteuers nicht bereuen werden, nicht zuletzt natürlich auch wegen des inzwischen sehr niedrigen Preises. Der Spielablauf ist flüssig, alles sieht schön bunt aus, die Musik ist ganz okay, die Steuerung fehlerlos, die Rätsel oft interessant, der Schwierigkeitsgrad fordernd, es gibt sehr unterschiedliche Spiellevel und einige witzige Passagen sind auch dabei, kurzum, es macht größtenteils wirklich Spaß. Negativ ist dem Spiel die gänzlich fehlende Speicherfunktion anzukreiden, ein nahezu unverzeihlicher Fehler. Der Spielumfang ist auch nicht besonders groß und einige Passagen in Labyrinthen sind ab und zu richtig nervig. Auch das ewige Kistenverschieben könnte den ein oder anderen von Euch dann doch irgendwann einmal langweilen, mich mit eingeschlossen. Die Handlung ist nebensächlich, aber das ist bei Hüpfspielen ja so üblich. Die Grafik und Musik sind leider insgesamt zu unspektakulär, wissen aber trotzdem noch zu gefallen, erwartet allerdings in diesem Punkt bloß nichts Aufsehenerregendes. „Spot goes to Hollywood“ ist eben ein grundsolides Jump and Run zum “Mal eben so Durchspielen“, aber keinesfalls mehr. Empfehlen kann ich es Euch aber zweifellos noch.
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Produktbeschreibung Sony Spot goes to Hollywood
Allgemeine Informationen Sony Spot goes to Hollywood
gelistet seit: 21.09.2004
Hersteller: Sony, www.sony.de weitere Sony PS1 SpieleBewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung:
Allgemeine Daten
Genre: Jump & Run
Sony Spot goes to Hollywood PS1 Spiel im Vergleich