St. Martinus Krankenhaus Richrath
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St. Martinus Krankenhaus Richrath

Platz 8 in der Kategorie "Krankenhäuser & Pflegeeinrichtungen". Ort: Langenfeld / Einrichtung: Krankenhaus / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (4.0 von 5)

St. Martinus Krankenhaus Richrath Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Elanie

Der Stein des anstoßes...

ein Testbericht von 2004-04-10 14:55:22 vom 10.04.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: sehr nette, menschliche Mitarbeiter, sehr gute medizinische Versorgung...
Nachteile/Kritik: nicht für "Größeres" wie z.B. Herztransplantationen geeignet
In den letzten 12 Monaten hat es mich wirklich erwischt. Ich bin noch nie in meinem Leben im Krankenhaus gewesen. Im letzten Jahr dafür gleich fünf Mal! Da ich in einer kleinen Stadt mit ca. 50 000 Einwohnern lebe, ist die Auswahl nicht ganz so groß, denn hier gibt es nur ein Krankenhaus. Und zwar das St. Martinus Krankenhaus in Langenfeld Richrath (Langenfeld liegt übrigens direkt zwischen Köln und Düsseldorf).

Zunächst vielleicht ein paar technische Daten.
Das St. Martinus Krankenhaus hat 188 Betten die sich in den Fachabteilungen Innere Medizin, Allgemein- und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie Belegabteilungen für HNO und Urologie befinden. Außerdem gibt es eine Fachabteilung für Anästhesie. Das Ganze ist verteilt auf 3 Etagen. Es wird geleitet von dem Orden der Franziskanerinnen zu Olpe.
Insgesamt hat das Krankenhaus knapp 400 Mitarbeiter.
Direkt angeschlossen ist eine Notfallpraxis, d.h. eine Arztpraxis die immer dann auf hat, wenn alle anderen Arztpraxen geschlossen haben.
Das Krankenhaus verfügt über einen kleinen Park in dem man bei schönem Wetter spazieren gehen kann, hat eine Cafeteria und ein Kiosk im Erdgeschoss und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, die Bushaltestelle ist direkt vor der Tür.
Ist man selber Patient hat man die Möglichkeit für 1,50 Euro am Tag ein eigenes Telefon zu bekommen und für 2,50 Euro am Tag den Fernseher mit Kabelanschluss, der in jedem Zimmer an der Wand hängt, zu benutzen.
Die Besuchszeiten sind täglich von 10-20 Uhr, aber es meckert keiner rum, wenn jemand mal bis 20:30 bleibt oder schon um 9 Uhr morgens da ist.


Der erste Aufenthalt war im März 2003. Dann noch mal im August, dann am 2. Weihnachtstag. Bis dahin konnte niemand feststellen, was mit mir los ist, weder meine Hausärztin, noch das Krankenhaus. Eine Art Magenschmerzen von heftigster Sorte waren Anlass das Krankenhaus aufzusuchen. Der vierte Aufenthalt war dann etwas länger. 10 Tage, vom 10.-20. Februar diesen Jahres. Aufgrund massiv erhöhter Leberwerte wurde ich als Notfall von meiner Ärztin eingewiesen. Wahrscheinlich Gallensteine. Am nächsten Morgen bin ich dann also mit gepackter Tasche los und habe mich in der Ambulanz gemeldet. Zunächst musste ich ca. 10 Minuten im Warteraum sitzen bis ich dran kam. Dieser war zwar schlicht, aber dennoch freundlich gehalten, weiße Wände, türkisfarbene (nicht das typische Krankenhaustürkis) Türrahmen und Stühle wurden mit Bildern von Rosen an den Wänden abgerundet.

Nach besagten zehn Minuten wurde ich hereingerufen. Zuerst kam ich zu Dr. Schulz, einem Chirurgen. Dessen Begrüßung fiel schon mal ziemlich lustig aus. Er gab mir nicht die Hand, sondern zog mir ein Augenlied runter um festzustellen, dass sich das weiße in meinen Augen bereits gelb gefärbt hatte und hatte gleich die richtige Vermutung: Ein Gallenstein hat sich womöglich im Gang verklemmt. Es wurde noch mal Blut abgenommen und man stellte fest, das meine Leberwerte mittlerweile um das 20fache erhöht waren! Ich bekam einen mittelschweren Schock, doch der Arzt erklärte mir direkt in einer einfach verständlichen Weise, wieso das so ist, was das heißt und was man da machen muss – wenn sich der Verdacht bestätigt. Danach ging es weiter in die Innere. Dort eine Ärztin, Frau Dr. Quirin, supernett. Die Frau hat sich fast eine Stunde Zeit genommen mich eingehend zu untersuchen, mir Fragen bezüglich meines Berufes, dem Gesundheitszustand meiner Familie etc. zu stellen und den Aufnahmebogen auszufüllen.

Danach ging es weiter zum Ultraschall. Dort lernte ich den Oberarzt der Inneren kennen und ein hypermodernes Ultraschallgerät, wie ich es zuvor noch nicht gesehen habe. Es sah fast aus wie einem Raumschiff entsprungen oder so was. Der Arzt erklärte mir genau, was man auf dem Ultraschallbild sehen kann, was ich klasse fand. Zum einen interessiere ich mich sowieso dafür, zum anderen finde ich es gut, wenn man nicht einfach eine Diagnose an den Kopf geknallt bekommt mit der man nichts anfangen kann. Wie meine Hausärztin und der Chirurg schon richtig erkannt hatten lag ein Gallenstein im Gang. Dazu waren noch mehr in der Gallenblase vorhanden. Das hieß zunächst mal Schlauch schlucken um mittels ERCP, also einen Schlauch durch Mund, Hals, Magen, Zwölffingerdarm bis in den Gallengang, den Stein zu entfernen, später dann eine OP um die Gallenblase rauszuholen. Essen war gestrichen, am nächsten Morgen sollte der Eingriff schon sein.

Vom Oberarzt aus musste ich dann zur Aufnahme. Ein freundliches Büro in dem eine Schwester in Nonnenkleid einige Zettel zum unterschreiben ausdruckte und mich über Zuzahlungen und andere organisatorische Dinge aufklärte. Dann konnte ich hoch auf Station gehen. Es war die 3. Nord. Oben wurde ich von einer netten Schwester namens Eva in Empfang genommen. Meine absolute Favoritin, da sie immer und für jeden ein offenes Ohr hat. Ich kam in ein Zweibett Zimmer mit einer ca. 40jährigen Frau, die am nächsten Tag eine Darmspiegelung gemacht bekommen sollte. Das traf sich gut, so musste ich nicht zusehen, wie wer anders was Essen darf und ich nicht. Eine Stunde später kam die Stationsärztin zum Konsil, d.h. sie klärte mich über den bevorstehenden Eingriff auf. Ich konnte alle Fragen stellen, die ich dazu hatte und alles andere, Risiken wie Bauchspeicheldrüsenentzündung und so, wurde von ihr klasse erklärt. Ohne Zeitdruck und Gehetze. Abends stellte sich die Nachtschwester vor, wie jeden Abend, und fragte ob wir noch was für die Nacht brauchen. Meine Hautfarbe aufgrund des verstopften Gallengangs mittlerweile gelb.

Nachdem die erste Nacht geschafft war, kam am nächsten Morgen Schwester Eva mit einem Beruhigungsschnäpschen. Das ich auf dieses Mittel namens Dormicum komplett umgekehrt reagiere als man eigentlich sollte, konnte bis zu diesem Zeitpunkt niemand wissen. Ich kippte also das Zeug herunter und wartete. Von Beruhigung habe ich nicht viel gemerkt. Kurz darauf kam ein Pfleger und eine Schwester die mich samt Bett nach unten in den Untersuchungsraum brachten. Bis wir dort ankamen redeten sie mit mir – wahrscheinlich war mir meine Aufregung anzusehen. Schläuche schlucken tu ich nicht jeden Tag. Unten angekommen bekam ich zunächst einen Zugang in den Arm über den mir eine weitere Portion Dormicum, das übliche vor solchen Eingriffen, verabreicht wurde. Ich wurde aber nicht müde. So lag ich da und alles weitere wurde vorbereitet. Maulsperre zwischen die Zähne und Schlauch eingeführt. Da ich extrem verkrampft war, fing ich an zu würgen und schließlich bekam ich keine Luft mehr und zog mir den Schlauch im Affekt selber aus dem Hals. Der Arzt brach sofort alles ab und schlug im weiteren Gespräch eine Vollnarkose vor. Das war für alle die beste Lösung.

So kam ich wieder hoch auf Station...gegen Abend kam die Narkoseärztin zum Konsil und erklärte mir alles relevante zur Vollnarkose. Wieder eine supernette Frau. Aufgeregt war ich danach nicht mehr so sehr, eher gespannt was wohl passiert in einer Vollnarkose. Essen durfte ich nach wie vor nichts und ich hatte Hunger!! Ich hätte alles gegeben für ein Fischbrötchen oder so was. Und ab zehn auch nichts mehr trinken. Zwischendurch wieder die Nachtschwester. Ob wir noch was bräuchten. Ja, ein Fischbrötchen, habe ich gesagt. Das wollte sie mir am nächsten Tag dann vom Markt mitbringen.:-) Am nächsten morgen kam ich gleich als zweite dran, so musste ich nach dem Aufstehen nicht mehr so lang warten. Schwester Eva kam und zog mir die Thrombosestrümpfe an und dieses nette OP Hemdchen. Dann brachten sie mich ein zweites mal nach unten. Es war schon alles vorbereitet, die Anästhesistinnen standen bereit und legten mir einen neuen Zugang. Diesmal ins Handgelenk. An was schönes sollte ich denken, hat sie mir gesagt und fragte dann prompt woran ich denn denke. Ich sagte, an ein Fischbrötchen...Das war das letzte was ich wahrnahm und das Gelächter der Ärztin. Der Eingriff dauerte zwei Stunden von denen ich nichts mitbekommen habe. Eine Viertelstunde nach dem Aufwachen war ich schon wieder so fit, dass ich mich allein anziehen konnte. Es wurde noch mal ein Blutbild gemacht und mir ging es soweit gut.

Aber dann...Bauchschmerzen ohne Ende. Erst dachte ich das legt sich schon wieder, aber es wurde immer mehr. Meine Mutter, die gerade zu Besuch war, habe ich dann angewiesen doch bitte die Klingel zu drücken, ich kam nicht mehr dran, da ich mich nicht mehr bewegen konnte. Die Schwester kam sofort und fand mich schreiend und krumm auf dem Bett sitzend und verständigte sofort die Stationsärztin die innerhalb von zwei Minuten da war. Wahrscheinlich die Bauchspeicheldrüse. Mechanische Reizung durch den Eingriff. Wieder wurde Blut abgenommen um festzustellen, was sie mir geben können. Infusionen mit Schmerzmitteln und Kochsalzlösung wurden vorbereitet, die nach dem Blutergebnis angeschlossen wurden. Mittlerweile kümmerten sich drei Schwestern plus die Ärztin um mich. Eine davon, eine Schwesternschülerin, redete die ganze Zeit mit mir und kümmerte sich sozusagen um mein seelisches Wohl. Die Ärztin flitzte rein und raus, ließ mich dann nach unten bringen um ein Ultraschall sowie Röntgen zu machen und ordnete eine Blutgasanalyse an. Während der Untersuchungen, die vom Fachpersonal gemacht wurden, war sie die ganze Zeit bei mir und hatte was sehr beruhigendes. Wieder oben angekommen, bekam ich von ihr einen dritten Zugang für Antibiotika. Eine Schwester brachte Sauerstoff. Nach zwei Stunden hatten sich die Schmerzen endlich auf ein halbwegs erträgliches Maß reduziert, so dass ich zumindest ein paar Stunden schlafen konnte. Die Frau, die mit mir im Zimmer lag, war schon am Vormittag entlassen worden und so hatte ich für die nächsten drei Tage ein Einzelzimmer (wohlgemerkt, ich bin Kassenpatientin und das Krankenhaus war relativ voll) mit viel Ruhe zum gesund werden. Und all das am Freitag den 13.! Ich habe solchen Daten nie besondere Bedeutung beigemessen...Über das Wochenende vertrieb ich mir die Zeit mit Fernsehen. Sonntags kam der diensthabende Arzt zur Visite, den ich dann mal vorsichtig gefragt habe, wie lange ich denn noch bleiben muss. Wie aus der Pistole geschossen sagte er ja vier Wochen mindestens! Schock. Vier Wochen?? Ach quatsch, nächsten Freitag können Sie wahrscheinlich nach Hause. Währenddessen war er dabei einen Zugang auszuwechseln. Da ich mittlerweile begriffen hatte, was es mit den verschiedenen Farben dieser Kanülen auf sich hatte sagte ich ich will eine rosane (die sind schön klein und tun nicht so weh). Kein Problem, ich bekam eine rosane. Auch dieser Arzt wieder supernett und witzig obendrein. Zur Belohnung für meine Tapferkeit es zu ertragen mir eine rosane Viggo legen zu lassen bekam ich endlich was zu essen. Eine Suppe. Mit Nudeln drin. Kaum vorstellbar wie lecker die schmeckt, wenn man fünf Tage nichts bekommen hat. Das Spiel wiederholte sich bis Dienstag. Am Dienstag morgen war der große Tag. Feste Nahrung. Zu der Suppe bekam ich einen richtigen echten Joghurt. Am nächsten Morgen ein richtiges Frühstück, mit Brötchen, Marmelade und Co. Der Pfleger amüsierte sich köstlich über die großen Augen die ich machte beim Anblick dieses Festmahls.

Mittwoch hatte ich einen Termin in der Chirurgie, zum Konsil für die Gallenblasen OP. Da ich allerdings nach den Strapazen erst mal eine Pause brauchte, wollte ich das Ganze noch ein wenig aufschieben und kam mit der Idee, dass man ja die OP vielleicht in drei oder vier Wochen machen könnte. Die beiden Chirurgen, die das Beratungsgespräch führten, waren einverstanden, klärten mich aber über die damit verbundenen Risiken auf und sagten mir, es kann gut sein, dass ich in den drei Wochen wieder Koliken kriege und ich musste einen Zettel unterschreiben, dass ich auf eigene Gefahr damit nach Hause gehe. Ich bekam einen Termin für den 21. März zur erneuten Aufnahme und OP.

Ab da ging es bergauf mit mir und ich muss sagen, ich habe selten soviel gelacht wie in diesem Krankenhaus. Täglich kamen die Stationsärztin sowie der Oberarzt zur Visite und wir hatten viel Spaß, sie machten sich über meine wieder schönen weißen Augen und die vornehme Blässe nach der Gelbsucht lustig und ich mich über ihre langweiligen Karnevalskostüme. Alle waren als Ärzte und Krankenschwestern verkleidet, wie öde...:-))

Alles in allem würde ich dieses Krankenhaus immer wieder wählen, da es medizinisch eine shr gute Versorgung bietet und auch die Menschlichkeit nicht zu kurz kommt.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Freundlichkeit des Personals:Freundlichkeit des Personals von St. Martinus Krankenhaus Richrath : 5,0 ausgezeichnet
Ausbildung des Personals:Ausbildung des Personals von St. Martinus Krankenhaus Richrath : 5,0 ausgezeichnet
Zustand der Einrichtung:Zustand der Einrichtung von St. Martinus Krankenhaus Richrath : 4,0 gut
Hygiene / Sauberkeit:Hygiene / Sauberkeit von St. Martinus Krankenhaus Richrath : 4,0 gut
Patientenfreundlichkeit:Patientenfreundlichkeit von St. Martinus Krankenhaus Richrath : 5,0 ausgezeichnet
1-1 von 1  Krankenhäuser & Pflegeeinrichtungen
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Produktbeschreibung St. Martinus Krankenhaus Richrath

 
Allgemeine Informationen St. Martinus Krankenhaus Richrath
gelistet seit: 01.03.2004
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Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Ort: Langenfeld 
Einrichtung: Krankenhaus 
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