Die Welt von Hael, einem jungen Shasinn, begrenzt sich auf seine Tätigkeit als Hirte und Nomade.
Als noch recht junger Shasinn gehört er noch nicht zu den erwachsenen Kriegern, darf noch keine Ehe schließen, sondern muss sich in die Interessen seines Stammes fügen.
Die Shasinn bewohnen einen Insel und hüten ihre Kaggas, deren Milch und Blut sie trinken und deren Fleisch sie essen, wenn z.B. ein Tier zu Tode kommt.
Die Shasinn sind ein hartes Volk, Entbehrungen gehören zum Leben dazu und dennoch sind die Shasinn stolz auf ihre Art zu leben, sie fühlen sich höherwertiger.
Zum Leben auf der Insel zählt auch, sich den gefahren zu stellen, so den Raubtieren wie den Langhälsen, die den Kaggas nachstellen.
Hael ist ein Waise. Seine Mutter starb bei der Geburt des zweiten Kindes und dieses mit ihr, der Vater fiel im Kampf. So wurde Hael von Verwandten groß gezogen, die aber froh waren, dass er in die Jungengruppe eintrat, in der die Jungen Männer ausgebildet wurden (das erinnert doch arg an die antike „Zeltgemeinschaft“).
Dennoch unterscheidet er sich von den anderen Jungen in seinem Alter, denn er kann die Geister um sich herum spüren.
Freilich kann er als Waise kein Geistersprecher werden.
Hael ist verleibt in Larissa, doch diese ist für ihn unerreichbar, da junge Mädchen immer ältere Männer zu heiraten haben. Es ist also eine Schwärmerei ohne Zukunft.
Das Schicksal des überall beliebten Hael besiegelt jedoch sein Stiefbruder, der ihn hasst.
Er stellt Hael mit Hilfe Larissas eine Falle, in dem er ihn einem Langhals ausliefert – einem riesigen Fleischfresser, für den in der Regel 20 Krieger benötigt werden, um ihn zu überwältigen.
Hael aber schafft es, das Tier zu töten: Damit ist er der einzige Shasinn, dem dieses gelungen ist.
Aber der Langhals ist ein heiliges Tier, und so wird Hael aus dem Stamm verstoßen.
Er sucht sein Glück in der Welt und segelt mit einem Schiff zum Festland.
Mit viel Glück und Hilfe des Schicksal erhält Hael nicht nur Zugang zum Herrscherhaus eines großen Königshauses, der wird auch ausgewählt, an einer Expedition teilzunehmen, die bisher unbekannte Steppenregionen erkunden soll.
Und eben in dieser Steppe wird Hael zu einem der mächtigsten Männer heranwachsen....
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MEINUNG
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In den 90er Jahren war Roberts mit seinem STURMLAND-Zyklus, so nennt sich die Welt, in der Hael lebt, in vieler Munde, allerdings nicht in aller.
Roberts erschafft mit dem STURMLAND eine scheinbar neue Welt, sehr archaisch in der Struktur und den vorhandenen Kulturen, die solche von einfach lebenden Nomaden, Ackerbauer- und Viehzüchtervölker bis hin zu wirklichen (antiken) Hochkulturen aufweist.
Ob Roberts mit dem Sturmland eine Fiction der unseren Welt nach einer kulturellen Katastrophe beschreibt, also weit den Blick in eine denkbare Zukunft wirft, wird nicht klar. Einige Hinweise darauf gibt es im Text (z.B. Fundstellen für Eisen bzw. Stahl), die Sage, dass früher Menschen den Mond mit brennenden Speeren (Raketen?) angegriffen haben etc.
Nur eben: Klar und deutlich wird das nicht und auch in den entsprechenden Foren, in denen Roberts auch heute noch gehandelt wird – keine Klarheit.
Sei`s drum, die Welt Sturmland ist wie sie ist, sie ist das Spielbrett
für die Handlung rund um Hael.
Roberts schafft mit diesem ersten band eine durchaus glaubwürdige Kulisse für die Handlung, die auch lange Zeit nachvollziehbar und glaubwürdig ist.
Die Beschreibung des Lebens Haels, das von großer Bedeutung für das verstehen seines Verhaltens ist, ist umfangreich und gut gelungen.
Logische Lücken und Fragezeichen bei Leser setzen aber spätestens da ein, wo Hael mit der Expedition in unbekanntes Gebiet vorstößt.
Seine Pläne, sein Handeln mögen ja noch plausibel erscheinen, die Art und Weise, wie er diese aber umsetzen kann, erscheinen dann doch vorschnell, überzogen und nicht gerade realitätsnah.
Hier lässt Roberts viel zu viele erzählerische Lücken, verliert den Leser bzw. sein Interesse phasenweise, kann aber durch das „Happy End“ am Ende immerhin noch dafür sorgen, dass der Folgeband in Erwägung gezogen wird.
Der erste Band „Der Insulaner“ ist glücklicherweise der schwächste Band der insgesamt fünf Bände, auch wenn später einige Schwächen wieder auftreten werden.
Für alle Serienfans sei deshalb angemerkt: Es wird besser und auch spannender als im letzten Drittel dieses Buches.
„Der Insulaner“ war das erste Buch, mit dem Roberts auch auf dem deutschen Buchmarkt Fuß fassen konnte.
Wer spätere Bücher von ihm gelesen hat, der wird die oben beschriebenen Lücken so kaum glauben können.
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FAZIT
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„Der Insulaner“ ist nicht wirklich gute und große Fantasy – Literatur. Dafür fehlt es in vielen Bereichen an zu vielem. Aber der band ist der Auftakt zu weiteren dann doch spannenderen vier Bänden.
Zudem steht das Buch auch am Anfang des heute international sehr erfolgreichen Autors John Maddox Roberts.
Für die Lektüre zwischendurch durchaus empfehlenswert.
Sodereins hab ich mal wieder mit einer neuen Romanreihe losgelegt! Der Sturmlandsaga von John Maddox Roberts. Und von daher will ich Euch den ersten Teil des Romans ein wenig näher bringen.
John Maddox Roberts lernte ich als Autor des AD&D-Dragonlance-Fantasy-Krimis Mord in Tarsis kennen, welches mir so erstklassig gefiel, dass ich schnell Ausschau nach weiteren Bänden dieses Autors Ausschau hielt. Neben rund 10 erfolgreichen Romanen zur historischen Krimiserie SPQR im alten Rom um den „Detektiv“ Decius Caecilius Metellus sowie rund 5 Beiträgen zum Conan-Zyklus, wurde ich bei der Sturmlandsaga fündig, nachdem mir 5 der 10 SPQR-Romane schon blendend gefallen haben.
Da die Hefte im Handel nur noch schwer zu bekommen ist, empfiehlt sich das Suchen bei eBay, etwa unter den Stichwörtern „Roberts“ oder „Sturmland“. Das hat zudem den Vorteil, dass man recht günstig davonkommen kann, dass Quintett für etwa 15 Euro maximal.
„Der Insulaner“ dreht sich um Hael, ein Stammesangehöriger des primitiven Shasinn-Volkes, welches weitab vom Festland auf den Inseln lebt. Durch seine Augen lernt der Leser ihre Welt kennen: die Jungen in größeren Hirtengruppen passen auf die gemeinschaftlichen Tiere auf, sind aber auch kriegerisch geschult, erst die älteren Männer dürfen heiraten und besitzen eigene Kaggas, an deren Anzahl sich auch ihr Reichtum mißt. Hael hat keine Eltern mehr, einzig einen Halbbruder namens Gasam, der ihm alles andere als gewogen scheint. Im Gegenteil, da er älter ist, trägt er Hael oft unliebsame Aufgaben wie Wasserholen auf, einzig de Begegnung mit den jungen Frauen des Stammes bietet Abwechslung. Hael hat sich in Larissa verliebt, die aber sowohl ihm, als auch seinem Bruder schöne Augen macht.
Als es wiedereinmal zu einem großen Treck kommt – die Shasinn sind Halbnomaden und wechseln etwa jedes Jahrzehnt die Weidegründe – spitzen sich die Ereignisse zu. Hael wird von Larissa in die Sümpfe gelockt, doch anstatt einer ersten Liebesnacht erwartet Hael eine reißende Bestie: ein Langhals. Zwar schafft er es, die Bestie zu töten und Larissa zu schützen, aber er muss erkennen, dass sie ihn in eine geschickt ausgeklügelte Falle seines Bruders gelockt hatte. Den der Langhals gilt als heiliges Tier und darf nur zu bestimmten Zeiten getötet werden. Und als eine große Meute Shasinn, angeführt von seinem Bruder, auf ihn zu marschiert, ist sein Schicksal gekommen. Zwar kann sein einziger Fürsprecher, der Geisterseher Tata Mal, seine Hinrichtung verhindern, trotzdem wird er verbannt.
Es gelingt ihm zwar sich in der „Zivilisation“, einem Seedörfchen am Rande der Insel zu behaupten als erfolgreicher Jäger, aber eigentlich zieht es ihn hinaus in die weite Welt, fort von den Insel, zu den großen Städten des Sturmlands. Als die Wellenfresser im Dorf anlegt, trifft er den einzigen Bekannten außerhalb der Shasinn wieder, den Kapitän des Schiffes, Malk. Dieser hatte sich voreinst schon für seinen Glauben und seine Kultur interessiert und nun scheint es, als könnten sie diese Diskussion fortsetzen, denn Malk ist geneigt, ihn mit zur See zu nehmen.
Hael lernt schnell, aber als sie vor den Stürmen, die zu Herbst die Küste heimsuchen, in Kasin, der Hauptstadt des Königreichs Neva, anlegen, beschließt Hael vorerst dort zu
bleiben. Noch bevor er sich eine eigene Unterkunft suchen muss, rettet er eine Priesterin vor einem wildgewordenen Kagga und wird so bei ihrem Vater, einem einflußreichen Adeligen, aufgenommen. Dort entdeckt er nicht nur die Liebe zu der Tochter des Gastgebers, Shazad, sondern auch zu den Cabos (Pferde). Aber nach kurzer Zeit schließt er sich einer Expedition des Königs (Anmerkung: Öhm, im Band II ist Shazads Vater König geworden, also sehr ranghoher Adeliger.) an und dringt weiter gen Osten, auf in unerforschte Gefilde vor...
Mehr möchte ich noch nicht vom Inhalt verraten, etwa die erste Hälfte des Buches macht diese Handlung aus, und ich bin mal gespannt, wie ich da den Bogen kriege. Im Endeffekt wird nämlich deutlich, dass Roberts verzweifelt versucht seinen Charakter Hael schlüssig zu begründen, aber ehrlich gesagt, trotz meiner Wertschätzung, es gelingt ihm nicht! Das Hael verstoßen wird, ist ja noch durchaus akzeptabel, aber die darauf folgende Entwicklung (nicht vollständig von mir wiedergegeben) als Jäger, Seemann, männliche Mätresse (naja...), Expiditionsmitglied und *hust * Oberhäuptling wirkt unrealistisch, insbesondere wenn er das Schießen mit dem Bogen meisterhaft beherrscht und Pferde auf Anhieb reiten kann.
Dazu muss man wissen, der 2. Teil beginnt 10 Jahre später, warum nimmt sich der Autor nicht die Zeit, das realistisch auszugestalten und den Charakter linear und nicht sprunghaft zu entwickeln.
Auch das Gut-Böse ist kräftig in Schwarzweiß gezeichnet, Grauzone nicht vorhanden. Ein Stilmittel, dass einst Tolkien brilliant einsetzte, aber seitdem überholt ist...
Das Cover hingegen ist schier gehacktes, ähh, brilliant! Während das obere Viertel eine Art Seekarte auf Elefantenhaut samt Name des jeweiligen Bandes enthält, ist der Rest von einem gewaltigen Parkinson eingenommen (übrigens zu finden unter www.keithparkinson.com), High Fantasy vom Feinsten. Der Buchrücken ist genauso aufgeteilt, nur wurde das Cover nicht rumgezogen, sondern der untere teil in kräftiger Farbe gehalten. Das wird sich gut im regal machen, soviel ist sicher!!!
Über die fremde Namensgebung bin ich unentschieden, Pelzschlangen, Kaggas, Langhals, Cabos, eine fremde Welt, durchaus bildhaft beschrieben. Aber Cabos sind letztendlich Pferde und hätten ruhig weiter so heißen dürfen, der Autor führt genug fremde Namen ein und das so vieles einem anfangs fremd ist, erschwert zumindest zu Beginn das Verständnis.
Ganz mies wird es erst bei der Liebesszene. Ich mußte mich ganz schnell durch einen Blick auf´s Cover versichern, dass mir meine Mutter keinen Bianca oder Cora-Schmöker untergeschoben hat und sich heimlich ins Fäustchen lacht. Nun, entweder ist ihr das auf äußerst raffinierte Weise gelungen oder die Szene ist einfach nur schlecht! *kopfschüttel*
Mein Fazit tendiert eher in Richtung Enttäuschung und es tut mir leid, John Maddox Roberts Unterdurchschnittlichkeit bescheinigen zu müssen, hier ist es leider nötig. Schade! Hoffentlich werden die Folgeteile besser!!!
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Der Barbar als Friedensstifter: interessante Fantasy
ein Testbericht von mima0072003-02-19 17:49:22vom 19.02.2003Empfehlung: ja
John Maddox Roberts "Sturmland"-Saga, die er schon vor zehn Jahren schrieb, beschreibt eine seinen Conan-Büchern ähnliche Welt, ist aber zeitlich Tausende von Jahren nach einem atomaren Holocaust angesiedelt. Die Menschen können dessen Folgen noch an den Narben auf dem Angesicht des Mondes betrachten. Ob sie etwas davon gelernt haben? Einer vielleicht schon: Hael.
Handlung
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Hael wächst als Waise in einem nomadischen Hirten- und Kriegervolk auf, bis er eines Tages wegen eines Tabubruchs aus dem Stamm verbannt wird. Dieser entscheidende Vorfall wurde hinterlistig von seinem Stiefbruder Gasam herbeigeführt, und die von Hael geliebte,
schöne Außenseiterin Larissa war Gasam dabei behilflich. Hael ist eigentlich ein schlichter Junge, aber begabt mit einer erstaunlichen Verbundenheit mit den Geistern der Natur um ihn herum.
Sein Umgang mit Tieren erstaunt viele, die ihn in der Fremde kennenlernen: Erst auf seiner Heimatinsel, dann, nach der Befahrung der Meere, auf dem Festland, am Hofe des nevanischen Generals Pashir. Dessen Tochter Shazad rettet Hael das Leben, und die beiden haben eine leidenschaftliche Affäre miteinander.
Hael begibt sich auf eine gefährliche Expedition mit nevanischen Kaufleuten, die Handelsmöglichkeiten mit den Völkern der Steppen jenseits des großen Gebirges (= Rocky Mountains) erkunden wollen. Hoch in den bergen findet Hael eine halb verhungerte Frau, Deena, die er wieder aufpäppelt. Er verliebt sich sofort in ihre Schönheit. Sie erzählt ihm von dem kriegerischen Reitervolk der Amsi, das sie, eine im Wald lebende Matwa, einst raubte und zur Sklavin machte. Doch sie konnte fliehen. Als Hael sie zurückbringt und gegen die Ansprüche der Amsi verteidigt, steigt er bald zu Ansehen und, nach einem positiven Treffen mit dem obersten Geistersprecher der Amsi, zu höchster Macht auf.
Er vereint Amsi und Matwa, indem er sie gemeinsam Banditen jagen und neue Kampftaktiken lernen läßt: das Bogenschießen aus dem Pferdesattel heraus. Schon bald beherrscht seine Reitertruppe das gesamte Grasland. Doch er darf sich nicht zufrieden im Kreise seiner Familie – seiner Frau Deena und ihrer Söhne - zurücklehnen: Sein alter Feind Gasam hat Neva angegriffen, und dessen neuer König Pashir bittet ihn um Hilfe.
Fazit
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Im Gegensatz zu dem kompromisslosen Einzelgänger und Söldner Conan ist Hael ein für seine Zeit ungewöhnlich einfühlsamer, geselliger und kluger Krieger. Er versteht es, andere Menschen zu seinen Freunden statt zu seinen Feinden zu machen, wenn diese mal anderer Meinung sind.
Ansonsten aber hebt sich Roberts' Prosa kaum von anderer Fantasy-Kost ab, die im Zeitalter der Barbarei angesiedelt ist. Roberts hält sich streng an die Regeln des Genres. Immerhin ist sein Garn recht unterhaltsam und sehr flüssig zu lesen.
Man sollte diesen Starband gelesen haben, um die – durchaus vorhandene – Psychologie der Hauptfiguren des Folgebandes, "Schwarze Schilde", zu verstehen.
Info: The Islander. Book One of Stormlands, 1990; Nr. 06/9070, 398 Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Birgit Oberg, München, Heyne, 2000, ISBN 3-453-16233-1
Pro: farbig, abenteuerlich, spannend, psychologisch plausibel
Kontra: hält sich streng an die Regeln des Genres
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