Ich fürchte, ihr habt Euch in eine meiner Rezis verlaufen!
Glück für mich, möglicherweise keins für Euch...
Heute: der zweite Teil der Sturmland-Saga – eventüll wäre es also zu empfehlen vordereins auf eine Rezi des ersten TEILS, Der Insulaner, zurückzugreifen. Andererseits, wirklich nötig ist das auch nicht...
John Maddox Roberts lernte ich als Autor des AD&D-Dragonlance-Fantasy-Krimis Mord in Tarsis kennen, welches mir so erstklassig gefiel, dass ich schnell Ausschau nach weiteren Bänden dieses Autors Ausschau hielt. Neben rund 10 erfolgreichen Romanen zur historischen Krimiserie SPQR im alten Rom um den „Detektiv“ Decius Caecilius Metellus sowie rund 5 Beiträgen zum Conan-Zyklus, wurde ich bei der Sturmlandsaga fündig, nachdem mir 5 der 10 SPQR-Romane schon blendend gefallen haben.
Da die Hefte im Handel nur noch schwer zu bekommen ist, empfiehlt sich das Suchen bei eBay, etwa unter den Stichwörtern „Roberts“ oder „Sturmland“. Das hat zudem den Vorteil, dass man recht günstig davonkommen kann, dass Quintett für etwa 15 Euro maximal. Die Sammlerpreise bei Amazon hingegen sind ABSOLUT lachhaft!!!
[Dieser Teil wurde ausnahmsweise copy- und pastet. Mögen mich dafür 1000 Dämonen piesacken und mich gar schröklichen weiteren Romanserien quälen.]
Sturmlande, in die verwandelt sich die Küste und die Inseln zur Herbstzeit, gewaltige Stürme sausen über die Meere und machen sie bis in das Frühjahr hinein unschiffbar.
Die Handlung des Buches setzt rund 10 Jahre später nach der Insulaner ein, was etwas verwundert, so wirken die Geschehnisse dort nämlich reichlich überstürzt, um dann eine Ruhephase von 10 Jahren zu haben, anstatt seine Charaktere in dieser Zeit zu entwickeln. Sei es wie es sei.
Der von den Inseln stammende Hael hat also nun sein Schicksal erkannt und ist nun seit gut 10 Jahren Herrscher über die Steppenvölker, die er in dieser Zeit geeint und einer starken Reiterarmee ausgebaut hat, die allerdings auch auf dem Bogen mehr als treffsicher sind.
Und so kommt es, dass der König von Neva, der ihm immer noch freundschaftlich verbunden ist, um Hilfe bittet, denn die Leute der Inseln haben sich (ebenfalls) geeint und überfallen beständig die Küstenstädte und nun ist es gar soweit, dass sie die Stadt XXX besetzt halten, ein unannehmbarer Zustand.
Als Hael dieser Hilferuf ereilt, ist er sofort bereit, dem beizuspringen aus dreierley Gründen: die Freundschaft zu Neva und König Pashir zu beweisen und zu festigen, seinen Kriegern eine Möglichkeit zu einem ersten Test zu geben (, damit sie nicht in den Süden als Söldner abwandern, lockende Offerten gibt es da alle Jahre) und zuguterletzt scheint Gasam der Anführer jener wilden Horde zu sein. Der, der dafür sorgte, dass er von den Shasinn verstoßen wurde, der, der ihm seine liebe Larissa nahm. Also bricht er auf mit einer großen Reitertruppe aus Amsi und Matwa, den beiden Hauptvölkern der Steppe, auf.
Pashir ist erfreut über die Bereitschaft zur Hilfe, glaubt aber dennoch, mit den Barbaren alleine fertig werden zu können. Sein Problem ist zwar, dass er über ein großes stehendes Herr verfügt, dieses aber nahezu komplett an den Grenzen zu Omia und Chiwa steht und ein Abzug ihm als Schwäche, ja nahezu als Einladung zum Einmarsch nach Neva
ausgelegt werden könnte. Ein anderes wohl die Korruption, so zahlt er manchen Hauptmännern Sold für eine zwanzig Mann starke Gruppe, die aber kaum ein Dutzend umfasst.
So kommt es zu einer ersten Schlacht zwischen Insulanern und Nevanern, bei dem letztere kräftig aufgerieben werden. Nach dieser Schmach vermag es Pashirs mitgereiste Tochter (und Haels ehemalige Geliebte) Shazad gerade noch einmal, die Hauptstadt durch diplomatisches Geschick in Ruhe zu wiegen.
Erneut beschließt Pashir nicht auf Hael zu warten und beschließt eine Seeblockade, um den Insulanern den Nachschub zu nehmen. Hierbei darf sich Shazad das erste Mal austoben, den erneut gilt es einiges an Korroption aufzuddecken...
Hael durchreitet derweil die Wüste und schließt neue Kontakte...
S o leid es mir tut, muss ich John Maddox Roberts Buch diesmal jegliche Spannung abschreiben, nach dem Lesen des erstens Kapitel ist die Handlung so gelaufen, wie es zu erwarten war, ähnlich einem Krimi, bei dem man den Mörder schon vorher kennt. Daher kommt es ja oft auf die Ausschmückung an und leider ist auch die schlecht.
Ersteinmal scheint es mir wirr, dass Pashir beschließt um Hilfe zu ersuchen, danach aber allein etwas zu unternehmen. Sein Umgang mit Korruption erscheint mir wenig gangbar noch logisch.
Haels Reise durch die Wüste biete wenig Überraschung und das er als Truppenführer einer mehreren tauend Mann starken Truppe so fest im Sattel sitzt, wobei diese derartig homogen agiert, als wären alle Brüder und Schwestern. Zur Erinnerung, Matwa und Amsi waren vor 10 Jahren noch Erzfeinde.
Die Shasinn und Gasam werden als böse dargestellt, überhaupt wird mit simpelster schwarz-weiß Malerei gearbeitet, die sogar Tolkien überbietet. Die Methoden erscheinen mir überhaupt nicht logisch, egal ob es um das Umschiffen einer Seeblockade oder das Überzeugen und Korumpieren überlebender feindlicher Truppen gilt.
Ich muss mich ganz ehrlich fragen nach diesem Buch, ob ich vielleicht zu alt geworden bin für Fantasybücher ist, das hat mir doch früher gefallen ABER dank Elaine Cunningham, anbetungswürdige D&D-Autorin mit eigenem Schrein in meinem Bücherregal hab ich den Glauben an GUTE Phantasie nicht verloren.
Ein Wort zur Ausstattung des Buches, während das Cover von Parkinson klasse und die Gesamtgestaltung Sahne ist, muss ich erneut bemängeln, dass es keine Karte zur Welt gibt!
Maddox an sich ist ein guter Autor, seine SPQR-Serie kann man einem breiten Spektrum empfehlen, aber diese Serie kann und will mir nicht gefallen. Schade eigentlich!
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Dies ist der 2. Band der abenteuerlichen Fantasyserie der Sturmland-Saga. Zehn Jahre sind seit den Geschehnissen im 1. Band vergangen.
John Maddox Roberts ist bislang vor allem für seine Romane über Conan, den Barbaren, bekannt geworden. Die Sturmland-Saga, die er schon vor zehn Jahren schrieb, beschreibt eine den Conan-Büchern ähnliche Welt, ist aber zeitlich Tausende von Jahren nach einem atomaren Holocaust angesiedelt. Die Menschen können dessen Folgen noch an den Narben auf dem Angesicht des Mondes betrachten. Ob sie etwas davon gelernt haben? Einer vielleicht schon: Hael.
Handlung
Zehn Jahre sind vergangen. Hael ist mittlerweile König der Steppenvölker. Er macht sich mit 6000 Reitern auf den Weg, um seinem alten Freund, König Pashir, gegen die Invasoren von den Inseln unter der Führung seines gehaßten Stiefbruders Gasam beizustehen. Sein Reiseweg führt ihn durch die Wüste des früheren New Mexico und Arizona.
Mit Hilfe einheimischer Führer stößt er auf ausreichend Wasserstellen für seine Armee. Zudem findet er ein Vorkommen des kostbaren Stahls, eingebettet in uralten zerbröckelnden Beton. Er hört von den Nationen des Ostens, deren Armeen mit Schußwaffen arbeiten und probiert so ein Ding aus. Erstaunlich, daß er zu der Schlußfolgerung kommt, daß so eine Pistole den Charakter des krieges grundlegend ändert: Nicht mehr hoch ausgebildete und motivierte Spezialisten (Krieger) können an Kämpfen teilnehmen, sondern jeder, der eine Pistole auf ein Ziel abfeuern kann – also praktisch jeder gesunde Mensch, Frauen und Kinder eingeschlossen. (Diese Situation finden wir heute beispielsweise bei den Kindersoldaten in Afrika vor.)
Währenddessen begeht Pashir den schweren Fehler, den unterschätzten Gasam mit seiner Flotte anzugreifen. Gasam hat sich in einer eroberten nevanischen Hafenstadt verschanzt und sich für jede Agriffstaktik der Flotte eine Gegentaktik ausgedacht. Kein Wunder, daß Pashirs völlig in die Hose geht. Seine Tochter Shazad wird sogar gefangengenommen und versklavt, Pashirs selbst nur mit knapper Not in Sicherheit gebracht.
Als Hael eintrifft, hat er nicht nur gegen Gasam, sondern auch gegen ein weiteres Nachbarreich zu kämpfen. Diese Schlacht ist der erste Höhepunkt der Erzählung, das Duell mit Gasam der zweite, entscheidende. Aber der jeweilige Ausgang soll hier nicht verraten werden.
Fazit
Hael ist nun so eine Art Dschingis Khan geworden, dessen indianisch anmutendes Reitervolk allem anderen, was an Heeren aufgestellt wurde, überlegen ist. Seine Taktik sowie die seines jeweiligen Gegners ist sicherlich von militärhistorischem Interesse – der Autor kennt wahrscheinlich sämtliche römischen Schlachten aus dem Effeff, von Cannae bis Pylae usw.
Für Leser von Fantasy ist sicherlich interessanter, wie sich Haels übernatürliche Fähigkeit, die Natur zu spüren, auswirkt. Hier würde man sich wünschen, mehr davon zu sehen, und vor allem Beeindruckenderes als das gebotene.
Die Sturmland-Saga bietet für Fans von Conan & Co. sehr unterhaltsamen Lesestoff. Ein wenig erinnert der Zyklus an Donald McQuinns "Moondark"-Saga, die ja ebenfalls Tausende von jahren nach einem Atomkrieg in einer frühzeitlichen Kultur spielt, allerdings auch mit Kriegern, die mit modernsten Waffen ausgerüstet sind.
Michael Matzer (c) 2000/2003ff
Info: The Black Shields. Book Two of Stormlands, 1991; Nr. 06/9071, 366 Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Birgit Oberg, München, Heyne, 2000, ISBN 3-453-16237-4
Pro: spannend, gut aufgebaut, militärhistorisch interessant
Kontra: Psychologie & Charakterisierung
auf Genre-Niveau
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