Take2 Silicon Valley Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Skurriles Cyberabenteuer
ein Testbericht von Yasmeen2004-11-05 15:03:34vom 05.11.2004Empfehlung: nein
Vorteile: Nicht alltägliche Spielidee, Spielwitz, Rätsel, Minispiele, Qualität des Spiels steigt später deutlich an
...Nachteile/Kritik: Angestaubt wirkende Polygongrafik, etwas müder Soundtrack, Kameraprobleme
Etwas schwer tue ich mich mit einer endgültigen Festlegung des genauen Genres, welches das Videospiel für das Nintendo 64, über das ich Euch nun etwas erzählen möchte, denn nun genau angehören könnte. Sein Name ist „Silicon Valley“ und es fand im Jahre 1999 den Weg in unsere damals doch schon ziemlich umfangreiche Videospielsammlung. Gekostet hat es damals circa 50DM, heute sicherlich weit weniger als die Hälfte, solltet Ihr es im Internet ausfindig machen können. Das allein darf hinsichtlich einer etwaigen Kaufempfehlung natürlich keine Rolle spielen, also nehmen wir jetzt dieses Abenteuerspiel, ich möchte es einmal als Actionadventure bezeichnen, genauer unter die Lupe. Allein die Geschichte klang für mich schon interessant und war im Grunde ausschlaggebend dafür, dass ich mich ausgiebig mit ihm beschäftigte, daher möchte ich auch jetzt schnell auf diese zu sprechen kommen.
Wieder einmal steht der Weltuntergang „kurz vor der Tür“, woraufhin hochbegabte Wissenschaftler, allesamt Koryphäen auf ihrem Gebiet, das brisante Forschungsexperiment „Spacestation Silicon Valley“ starten. Sie entwickeln im Laufe ihrer Forschungsarbeiten eine Art roboterähnliche Lebewesen, welche herausfinden sollen, ob auf lange Sicht hin ein Überleben in einer Art „moderner Arche Noah“ möglich ist, welche aller Voraussicht nach als letzte Zuflucht vor dem Ausbruch der ultimativen Weltkatastrophe dienen könnte. Leider Gottes scheint die kreierte Raumstation aber ein Eigenleben zu führen und verschwindet unglücklicherweise schon nach wenigen Jahren in den unendlichen Tiefen des Universums. Einige Jahre vergehen, nein, um ehrlich zusein, sage und schreibe 1000 Jahre ist es dann her, bis die Raumstation wieder in die Sphäre ihres Heimatplaneten eintritt. Nun ist es an der Zeit, dass endlich die Hauptakteure dieses nicht ganz alltäglichen Abenteuers ins Spiel kommen, die Rede ist von Dan Danger (welch sinnvoller Name! ) und seinem Roboterfreund namens Evo. Auf ihrer gefahrvollen Reise zur Raumstation passiert schließlich beim Versuch des Andockens ein großes Unglück, als Resultat findet Dan Danger seinen Freund nur noch in pulverisierter Form vor. Nein, genauer gesagt, sind tatsächlich noch Bruchstücke übrig, von Nutzen scheint zunächst allerdings nur ein kleiner übriggebliebener Microchip zu sein, welcher es Dan Danger dann ermöglicht, die skurrilen Wesen der Silicon Valley kontrollieren zu können. Unser Primärziel ist es dabei, den guten alten Evo wieder halbwegs „in Schuss zu bringen“, das heißt, ihn nach und nach wieder zusammenzusetzen, sofern dies überhaupt noch möglich ist.
Was die Skurrilität jener Lebewesen angeht, so macht Ihr schneller als es Euch eigentlich lieb ist, Bekanntschaft mit diesen. Mittlerweile ist doch sehr viel Ungewöhnliches passiert, so rollen beispielsweise die Eisbären auf Schneeketten umher, Pinguine verfügen über einen Raketenantrieb und Schildkröten sind nun zu ausgewachsenen Panzern mutiert. Wie Ihr seht, waren die Entwickler dieses Spiels anscheinend besonders gut aufgelegt und hatten einen extrem kreativen Tag. Wie auch immer, um ein solch merkwürdiges Wesen dann auch wirklich kontrollieren zu können, müssen wir es erst einmal mühsam in einem Kampf besiegen. Dies gestaltet sich nicht immer besonders leicht, da jede einzelne Art über spezielle Fähigkeiten verfügt, schließlich solltet Ihr aber mit etwas Geschick und Ausdauer die Oberhand behalten, um dann endlich die (jeweils sehr unterschiedliche) Steuerung
des „erlegten“ Wesens übernehmen zu können. Der Spielumfang ist dabei nicht gerade klein geraten, es stehen Euch insgesamt 30 Level bevor, in denen Ihr Euer Unwesen treiben dürft, wobei Ihr unter anderem zwecks Auffrischung Eures Energievorrats auch Jagd auf in Kisten versteckte Kristalle macht und verborgene Schalter erreichen und aktivieren müsst. Und dies ist eben oft nur mit einer Spezialfähigkeit eines bestimmten Tieres zu schaffen, woraus sich dann ein im Grunde dann doch streng linearer Spielverlauf ergibt.
So abgefahren oder zumindest nicht ganz alltäglich die Charaktere erscheinen und somit für eine nicht gerade alltägliche Spielatmosphäre sorgen, die durchaus ihren Reiz hat, so deutlich muss ich leider auch sowohl Grafik wie auch den Soundtrack in „Silicon Valley“ kritisieren. Denn die Polygongrafik sieht größtenteils doch sehr grob und kantig aus, dies gilt sowohl für die Figuren als auch die Hintergründe. Überhaupt sehen die Texturen im Grunde sehr detailarm und phasenweise richtig langweilig aus, was den Spielspass natürlich nicht unerheblich drückt. Leider gesellt sich auch noch ein ziemlich lauer Soundtrack hinzu, der zwar nicht richtig schlecht ist, aber bestenfalls durchschnittlichen Ansprüchen genügen kann. Dies war auch der Grund dafür, dass ich in den ersten zwei, drei Stunden öfters daran dachte, doch ein anderes Spiel in den Modulschacht des Nintendo 64 zu stecken, doch irgendwie wirkten die Charaktere teilweise derart schräg auf mich und sorgten durch teilweise doch recht lustige Animationen für den ein oder anderen Lacher, dass ich eben doch bis zum Ende durchhielt, wenn ich auch zugeben muss, dass ich dieses Abenteuer schließlich nicht ganz alleine durchspielte. Auffallend ist, dass im weiteren Verlauf des Spiels die Qualität des Spiels gerade im Hinblick auf die Grafik und den Spielwitz fast schon blitzartig ansteigt, so dass ich zumindest mit der zweiten Spielhälfte eigentlich ganz zufrieden war.
Was außerdem meine Motivation noch ein bisschen förderte, war die Tatsache, dass in jedem Level insgesamt 15 Energiebälle versteckt sind; findet Ihr sämtliche Bälle, wartet am Ende eine ganz nette Überraschung auf Euch, auf die ich jetzt natürlich nicht eingehen werde. Außerdem gibt es in jeder Spielwelt eine ganz spezielle Mission zu lösen, welche oft als Minispiel daherkommen. Diese müsst Ihr zwar nicht bestehen, um voranzukommen, solltet Ihr aber eigentlich schon. Diese kleinen aber sicher nicht unwichtigen Details treiben den Spielspaß dann wiederum doch ein bisschen in die Höhe, sozusagen als kleines Trostpflaster für die doch sehr durchschnittliche Grafik und Musik. Dass ich Euch dann im Großen und Ganzen dieses Actionadventure dann doch nicht empfehlen möchte, dieses zumindest haarscharf an einer solchen vorbeischrammt, liegt daran, dass ich mich doch ziemlich oft auch noch mit der Steuerung herumärgern musste. Denn gerade die Kameraführung machte mir da doch richtig Sorgen, in oft entscheidenden Momenten konnte ich diese einfach nicht mehr umherschwenken, weil „irgendetwas“ im Wege zu stehen schien oder der Raum, in dem ich mich befand, einfach zu klein war. Zwar ist die Steuerung ansonsten noch ganz okay, doch dieses Manko darf in meinen Augen nicht verschwiegen werden und sorgte zumindest in meinem Fall öfters einmal für Ärger und manchmal sogar etwas Frust. Eine merkwürdige aber interessante Geschichte verbunden mit einer großen Prise an Spielwitz wurde demzufolge nicht so gut umgesetzt, wie ich mir dies gewünscht hätte, daher reicht es in meinen Augen jedenfalls nicht ganz zu einer Empfehlung.
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