es geschah vorigen Sommer, dass mein Audioline-Funktelefon unwiderruflich in die Binsen ging. Ich schickte es ein und bekam eins wieder, das genau so wenig wie sein Vorgänger taugte. Eigentlich hätte ich dieses ebenfalls einschicken sollen, doch ich hielt an mich und ließ mir stattdessen ein gebrauchtes Telekom-Telefon schenken.
Bei dem ca. drei Jahre alten Gerät handelt es sich um ein „T-Sinus 410 K“, das im Grunde ein ganz gewöhnliches, aber noch recht klotziges DECT-Telefon ist. Immerhin verfügt es aber schon über eine SMS-Funktion.
Gut dass ich es mir schenken ließ. Hätte ich es mir gekauft, wäre ich nämlich wohl ob einiger Widrigkeiten enttäuscht gewesen.
Aber um mal ganz von vorne anzufangen:
Das Telefon kam ursprünglich mal in einem stabilen Karton mit Bedienungsanleitung, Akkus, einer Bohrschablone und dem üblichen Schnickschnack an.
Auf all dies verzichtete ich aber gern, als ich das Telefon geschenkt entgegen nahm.
Kein Problem - ich habe noch nie gerne in Bedienungsanleitungen herum gelesen. Meistens sind die Dinger nicht nur schlecht geschrieben, sondern auch falsch…
Ich schloss das Gerät jedenfalls ohne eine solche Anleitung an. Dies funktionierte sehr einfach, ohne Probleme. Es gehört ja auch nicht allzu viel Knowhow dazu, das Telefonkabel in Telefon und Telefonbuchse und das Stromkabel in Adapteranschluss und Stromsteckdose zu stöpseln.
Sogleich schaltete das Telefon nach dieser kurzen Prozedur auf Bereitschaft und war telefonfertig.
Bevor ich zur ersten Inbetriebnahme schritt, schaute ich mir den Klotz erst einmal genauer an:
Oben abgerundet kommt das „T-Sinus 410 K“ noch ziemlich alt-klobig daher. Heutzutage ist das gewiss nicht mehr der Standard. Die Telefonier-Fiffis von heute sind kleiner, schmaler und womöglich auch attraktiver geworden.
Dieses Telefon, bzw. konkret dessen Handgerät, liegt leider noch recht brockig und schwer in der Hand. Mich selbst tangiert das jedoch nur peripher, da ich sowieso niemand bin, der gerne telefoniert. Ich komme alle sieben Tage mal auf fünf Minuten - wenn’s denn hoch kommt.
Apropos Optik: Das Schwarz-Silber des Gerätes ist an sich ziemlich schick. Wäre da nur nicht diese verdeubelte, pinke Telekom-Taste (die wohl direkt den Telekom-Service anwählt).
Die hätte man sich sparen können. Derlei Funktionen an einem Telefon halte ich für verabscheuungswürdig. Wenn ich den Telekom-Service anrufen will, kann ich auch einen kurzen Blick ins Telefonbuch oder Internet werfen. Und überhaupt: Mittlerweile habe ich wegen Reklamationen und Unzufriedenheitsbekundungen schon derart häufig bei der Telekom angerufen (was meine Telefonier-Rate vielleicht doch ein wenig hebt), dass ich deren Nummer schon längst auswendig weiß - und die vom technischen Kundendienst gleich mit!
Nun gut, zurück zum Gerät:
Die Ladestation, die im akkuraten, unpinken Schwarz gehalten ist, wurde erfreulicherweise in einem Platz sparenden, in die Höhe reichenden Design gehalten. Immerhin!
Doch die Qualität eines Telefons darf man natürlich keineswegs nur an der Äußerlichkeit festmachen.
Was ist das schickste, schmalste Handgerät schon wert, wenn es schallendes Gezeter erzeugt?
- Betrieb:
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Ich tat also das Unglaubliche:
Ich wählte und sprach, hörte, ja lauschte, testete und - war unzufrieden.
Denn auch dieses vermeintlich ach so tolle Produkt vom ehemaligen Monopol-Riesen konnte das schon beim Audioline-Vorgänger aufgetretene Rauschen im Freizeichen und während des Gespräches nicht eliminieren.
Handelt es sich hierbei nun um einen
direkten Strippenschaden? Müssen Techniker her? Muss die Leitung zum x-ten Mal entstört werden?
Ich weiß es nicht. Eigentlich bin ich es auch leid, es herauszufinden.
Manchmal ist das Rauschen nicht zu hören - dann kann die Übertragungsqualität des Sinus-Telefons zufrieden stellen, nicht aber überzeugen.
Obwohl ich die Muschel-Lautstärke bereits auf Maximum hochgeschraubt habe (und mir auch alle Vierteljahre wieder das Ohr ausspüle) bin ich entsetzt von soviel Genuschel an der Gegenstation.
Immerhin versteht der Gesprächspartner alles, mitunter sogar richtig klar und gut. Das war beim Audioline-Dingens ganz anders - da verstand der Rufpartner Nullkommanix, hörte immer nur Fragmente, ach es war ein einziges Leiden.
Das Menü des Telefons ist okay und selbsterklärend (will heißen, dass man meiner Meinung nach gar keine Anleitung dafür benötigt).
Spielereien wie Klingeltöne und Lautstärken lassen sich - allerdings gibt es hier kaum Auswahl - mit kurzem Klick-Weg einfach umstellen.
Auch die Anmeldung eines weiteren Handgeräts an die vorhandene Basisstation erscheint mir simpel.
Das Telefonbuch, welches immerhin vierzig Einträge umfassen kann, ist sogar über eine eigene Taste ansteuerbar und auch sehr einfach zu bedienen. Ich habe bislang nur zwei Nummern eingespeichert. Das ging einfach vonstatten - wirklich nutzen tue ich diese Einträge aber dennoch nie. Ich wähle immer noch am liebsten einfach die gewollte Nummer drauflos, kann also mit solch einem Register nichts anfangen.
Die Akkus halten relativ lange, etwa sechs Tage. Dann muss das Handgerät wieder zurück auf die Basis-/Ladestation.
Wagt man es jedoch, etwas länger zu telefonieren (was ich selbst aber nie tue, es jedoch beobachten kann), schaltet sich das Telefon vor lauter Schwäche - ohne Warnton - einfach mal mitten im Gespräch aus. Es scheint mir, als ob ein Gespräch die Akku-Laufzeit drastisch verringern würde.
- Die SMS-Funktion:
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Womit ich dann schon mehr anfangen kann, ist die integrierte SMS-Funktion (die damals bei Produktion dieser Sorte noch in den Funktelefon-Kinderschuhen steckte).
Ich habe sie sofort ausprobiert und war überrascht. Sie klappte tadellos.
Die SMS-Gebühr wird dann auf der nächsten Rechnung des Rosa Riesen fällig (so war es bei mir zumindest) und beträgt etwa 15 Cent.
Die SMS-Funktion kann das Telefon im Allgemeinen aber auch nicht vor einer mittelmäßigen Wertung bewahren.
Alles in allem ist das Gerät einfach zu veraltet und klotzig, nicht attraktiv genug gestaltet und überhaupt: Es konnte meine Unlust zu telefonieren nicht eliminieren.
Von einer Neu-Anschaffung (die heutzutage wahrscheinlich eh nicht mehr möglich ist) rate ich ab. Wer’s günstig ersteigert oder gar geschenkt bekommt, der kann’s ja ruhig mal ausprobieren. Es gibt schlechtere Geräte (siehe die Anspielungen im Text).
Ich grüße euch herzlich und wünsche eine gute Nacht!