Ich möchte gerne denjenigen Lesern helfen, die manisch-depressiv sind und Antworten für ihre Erkrankung suchen.
Ich selbst bin schon seit einigen Jahren psychisch krank. Zuletzt war ich auch manisch-depressiv.
Ich hatte auch noch andere psychische Krankheitsbilder.
Meine manisch-depressive Phase hatte ich, als ich absichtlich zweimal über jeweils mehrere Tage mein Antidepressivum (Zoloft) ohne Rücksprache mit einem Arzt aus eigener Entscheidung abgesetzt hatte. Im Nachhinein habe ich erkannt, dass das ein ziemlicher Fehler war, aber ich hatte mich zu dem Zeitpunkt innerlich aufgegeben. Ich rate niemandem, der manisch-depressiv ist, sein Antidepressivum ohne Rücksprache mit einem Arzt selbstständig abzusetzen! Denn wenn ihr das macht, müsst ihr mit folgenden qualvollen Symptomen bzw. Begleiterscheinungen rechnen (spreche aus eigener Erfahrung):
1. Ihr habt keine Ziele mehr und lebt nur noch in den nächsten Tag hinein. Alles ist einem völlig egal.
2. Ihr bekommt Suizidgedanken, die sich verstärken können.
3. Es kann vorkommen, dass ihr nicht wisst, welcher Wochentag gerade ist (man verdreht die Tage).
4. Ihr bekommt beim Absetzen des Medikaments sehr wahrscheinlich auch noch Depressionen. Die sind ziemlich gefährlich, weil gleichzeitig Suizidgedanken aufkommen können, die sich jederzeit verstärken können. Bis die Depressionen weg sind, können locker 2 qualvolle Wochen vergehen, denn solange braucht der Körper, bis er wieder einen gewissen Spiegel des Antidepressivums bei regelmäßiger Einnahme aufbaut.
5. Ihr werdet sicherlich das Absetzen des Antidepressivums bereuen.
6. Manchmal könnt ihr nicht einschätzen, ob es euch gut oder schlecht geht.
7. Ihr habt keine Gefühle mehr. Das heißt ihr weint nicht mehr, wenn ihr Suizidgedanken bekommt. Das ist gefährlich und ihr solltet dann dringend bei jemandem eures Vertrauens Hilfe durch Gespräche holen . Ihr müsst alles erzählen, sonst kann euch keiner helfen. Ihr braucht euch auch dafür nicht zu schämen.
8. Euch ist oft alles egal.
9. Mal seid ihr super gut drauf, und einige Minuten später habt ihr eine extrem betrübte Stimmung und kommt ins Grübeln, ohne dass ihr irgendetwas tut.
10. Ihr bemitleidet euch sehr wahrscheinlich selbst und vor eurer gesamten Familie. Das mit dem Mitleid kann besonders dann auftreten, wenn ihr euch innerlich aufgebt. Dann sollte dringend jemand die Polizei alarmieren, auch wenn es nur der Sicherheit dient und die Polizei den Betroffenen "nur" in ein LKH bringt.
11. Ihr bekommt in der Familie kein Verständnis, zumindest denkt ihr es. Man verletzt sich gegenseitig mit Worten, ohne dass man es will.
12. Nach Beendigung der depressiven Phase, nachdem der Körper einen gewissen Spiegel wieder aufgebaut hat, können Zwangsgedanken auftreten, die gefährlich sein können. Bei mir kamen die Zwangsgedanken, wie ich mich mit welchen Gegenständen das Leben nehmen könnte. Diese Gedanken waren sehr qualvoll.
Bitte setzt niemals auf eigene Gefahr eure Antidepressiva ab, ihr werdet es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereuen!
Wichtig ist auch, dass ihr mit jemandem eures Vertrauens über eure Probleme redet. Wenn ihr nicht darüber redet, geht es euch noch dreckiger. Einstündige Psychologengespräche reichen in der Woche da nicht aus, weil die Depression in Schüben kommt und wieder geht und wieder kommt. Ihr dürft euch auch nicht schämen (Angstzustände sind normal): z. B. wenn ihr jemandem von Suizidgedanken erzählt,
könnte er die Polizei rufen ... Genau das Gegenteil ist der Fall: Der Gesprächspartner bedankt sich sogar in der Regel für das Vertrauen, das ihr ihm entgegen bringt. Notfalls ist es sinnvoll, mehrere Leute ins Vertrauen zu ziehen, wenn ihr denkt, ihr nervt jemanden stundenlang mit euren Problemen. Sinnvoll bei solchen Gesprächen ist auch, dem gesunden Gesprächspartner anzubieten, darüber zu erzählen, was er überhaupt für Probleme hat. Er wird auch bereit sein, offen über seine Probleme zu reden, weil er einen solchen Vertrauensbeweis (bzgl. Suizid) bekommen hat. Außerdem ist dieses Angebot für den Suizidalen enorm wichtig, weil er sehen kann, hey, ich werde ja doch noch gebraucht, ich bin nicht unwichtig, ich kann jemandem helfen! Und so muss ich nicht nur von mir erzählen, sondern kann auch dem anderen Gesprächspartner etwas zurückgeben und das Gespräch fixiert sich nicht ausschließlich auf den Psychisch Erkrankten.
Was euch auch helfen kann, ist das Internet. Dort habe ich ein paar Antworten gefunden. Z. B. wollte ich wissen, warum ich überhaupt psychisch erkranken konnte. Im Internet stand z. B., dass Erwachsene psychisch erkranken können, weil sie in ihrer Kindheit traumatische Erlebnisse zu verkraften hatten. (z. B. eines Angehörigen in der Kindheit, ...).
Dort könnt ihr wirklich über jedes Eurer Krankheitsbilder und -symptome genauestens informieren. Wenn ihr das lest, seid ihr beruhigt und müsst euch nicht fragen, warum ihr die ganzen blöden Symptome habt. Sicherlich fragt ihr euch auch, ob ihr noch normal seid. Einer Statistik zufolge soll jeder dritte Mensch in Deutschland einmal im Leben eine Lebenskrise haben, in der er psychisch erkranken kann.
Wichtig ist auch, dass man Leute anspricht, die dieselbe Erkrankung haben wie ihr, d. h. die auch manisch-depressiv sind oder waren. Z. B. im Bekanntenkreis gibt es oft einen solchen Fall. Wenn das nicht möglich ist, sucht euch Internetforen aus dem Internet von Betroffenen heraus und chattet z. B. mit ihnen, was sie für Erfahrungen mit dem Krankheitsbild gemacht haben.
Was auch noch psychischen Erkrankungen vorbeugen soll, ist regelmäßiger Sport. Alleine ein regelmäßiger Spaziergang soll lt. wissenschaftlichen Berichten vor psychischen Erkrankungen besser schützen (habe ich in der Tageszeitung gelesen).
freshmaik, 05.09.2007
Hatte mal nen Bekannten, der auf eigene Faust Antidepressiva abgesetzt hat. Kann dir nur zustimmen.. bloß nicht... ging voll nach hinten los und er war echt für garnix mehr zu gebrauchen..
Moerderschnecke, 14.09.2009
kann dir zwar nicht 100 tig zustimmen, aber doch ganz informativ.
ein Testbericht von Fernsteuerung2011-05-15 19:55:26vom 15.05.2011Empfehlung: nein
Vorteile: Für Depresssionen kann ich KEIN PRO aussprechen....Nachteile/Kritik: Depressionen sind niederschmetternd und leider noch immer Tabu in unserer Gesellschaft.
Einleitung.
Den Spruch "himmelhochjauchzend; zu Tode betrübt" kennen viele Menschen ... Es gibt Menschen, die sind von Natur aus extreme Menschen, mal cholerisch, mal unzugäglich, mal himmelhochjauchzend und dann wieder zu Tode betrübt.
Und doch heißt es nicht gleich, daß man deshalb psychisch krank oder depressiv ist. ... Und leider wird man als depressiver Mensch von der Gesellschaft gleich als psychisch krank abgestempelt und an den Rand der Gesellschaft gedrückt. Somit ist ein depressiver Mensch ins Out gerückt, und das obwohl die Depression als solches gut behandelbar ist, ... wenn sie richtig erkannt wird.
Hauptteil meiner Story "Depression".
Da gibt es depressive Erkrankungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach familiär bedingt sind und es gibt depressive Erkrankungen, die im Laufe der Zeit entstehen können, durch schwerwiegende Einschnitte im Leben eines Menschen.
Solche Einschnitte können der Tod eines lieben Menschen sein, eine Trennung, körperliche und seelische Mißhandlungen; tiefe Verzweiflung, aussichtlose Lebenssituation(en) ... es gibt sooo viele Gründe.
Was hat jetzt die Depression mit mir zu tun?
Durch einen für mich sehr dramatischen Lebenseinschnitt vin ich vor vier Jahren in eine tiefe Depression geschlittert, aus der ich ohne professionelle Hilfe VON ALLEINE NICHT MEHR HERAUSGEKOMMEN WÄRE:
Meine Depression wurde wie gesagt durch einen für mich sehr schlimmen Lebensabschnitt ausgelöst, der bei mir von Anfang an folgende Symptome hervor gerufen hat:
Ich war unfähig, mich aus eigener Kraft nach Draussen zu bewegen, ich habe mich tagelang zu Hause versteckt und wollte mit keinem Menschen mehr Kontakt haben. --- Der Grund war bei mir, daß mich ein Mensch jahrelang tyrranisiert und mich und meine Gutmütigkeit jahrelang mißbraucht hat. --- Ich hatte das damals schon nicht bemerkt; Liebe kann blind machen.
Mein Selbstwertgefühl war weniger als Null, ich habe und hatte mich selbst nicht mehr wahrgenommen, weil ich immer damit gefordert war, einem Menschen, der selbst "krank" war, dauernd zu helfen, ihn dauernd zu unterstützen .... zum Schluß war es schon so, daß ich nichts mehr für mich selbst tun konnte, weil mich dieser Mensch regelrecht ausgesaugt hatte ... und dann, als er alles hatte, hatte mich dieser Mensch wie ein Stück Dreck (sorry die ehrliche Formulierung), behandelt hatte.
Als ich mich auf die Beine stellen wollte, war es für mich zu spät ... ich war in der Depression gelandet ... wußte nicht mehr ein und nicht mehr aus.
Alles war Grau in Grau und sinnlos; ich war ausgenutzt worden und fühlte mich einfach nur noch leer, wie ein Stück Nichts.
Das war ein schlimmes, wirklich ganz schreckliches Gefühl ... Kurz vor meinem endgültigen Zusammenbruch habe ich es noch geschafft, mich eine Psychologin und einer Psychiaterin anzuvertrauen und die beiden Fachkräfte um fachliche Hilfe zu bitten. Das war ein Schritt, mit dem ich mir mein Leben gerettet hatte und es jetzt noch nach Jahren Stück für Stück wieder zurück hole.
Das ist harte menschliche Arbeit, vorallem deshalb, weil ich nach wie vor das Gefühl der Kraftlosigkeit in mir trage ... ICH WOLLTE LEBEN UND ICH WOLLTE MEIN LEBEN WIEDER ZURÜCKHOLEN. ... Und das geht nur, wenn man selbst auch möchte.
Daher war und ist die Behandlung, die fachlich kompetente Behandlung bei mir sehr hilfreich und sehr sinnvoll.
WIE ERLEBE ICH MEINE DEPRESSION?
Ich bin nicht immer depressiv, phasenweise ...
ich hatte für meine Depression leider auch schon mehrere familiäre Anamnesen und es war nur eine Frage der Zeit, wann ich nicht mehr konnte.
ICH WILL UND WOLLTE IMMER LEBEN, das war und ist mein Hauptantrieb. Weiters nehme ich seit einigen Jahren Tabletten, die mir meine depressiven Schübe zur Gänze wegnehmen, sodaß ich langsam wieder den Antrieb zurückbekomme, für mich da zu sein.
Auf eigenen Wunsch bin und bleibe ich in Behandlung, denn wenn die Depression einmal da war, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sie wieder kommt. Daher will und darf ich meine Medikamente niemals mehr absetzen.
Manchmal überkommt mich wohl noch eine innere Leere, doch ich trage für mich und mein Leben die Verantwortung ... und ich bin froh, daß ich meine Tiere, meine vier Katzen bei mir habe ... Denn für sie trage ich Verantwortung und ihnen gilt meine ganze Liebe.
Der Grundtenor meiner Depression liegt in einer tiefen Angst, die ich nicht begründen kann und in meinem Gefühl, niemandem zur Last fallen zu wollen. Daher kam es, daß ich mich selbst ausgebeutet hatte ... Der Mensch, von dem ich mich dann getrennt hatte vor Jahren, war dann der auslösende Moment für meine Depression.
Die Enttäuschung, daß ich von ihm nur Mittel zum Zweck war, daß ich menschlich nichts wert war in all diesen Jahren hatte mich dann überlastet und ich bin unter dieser Last der Selbstlosigkeit zusammen gebrochen. Für mich stürzte eine Welt ein.
Und was?
Schlimm für mich ist, daß ich mich schäme, depressiv zu sein.
Ich bin froh, daß ich mir meiner Depression sehr bewußt bin, weil es für mich persönlich sehr wichtig ist, daß ich an mir und meiner Depression arbeite. Das ist für einen Menschen wie mich sehr wichtig. Und ich reflektiere mich und ich lasse mich fachlich reflektieren, weil es mir sehr wichtig ist, daß ich für mich lebe und daß ich mir selbst bewußt bin, daß Depression bewältigbar ist.
Man darf der Depression NIEMALS AUS DEM WEG GEHEN. Es ist immer besser, sich mit der eigenen Depression, also mit sich selbst auch zu beschäftigen, das ist schon der halbe geschaffte Weg.
Fazit ist ...
... ich habe mein Leben neu leben gelernt und ich lerne noch immer, daß auch ich ein wichtiger Mensch bin, für den es sich lohnt zu kämpfen.
Genau das mache ich tag täglich ... Ich bin es mir wert.
Schlusswort.
Egal was ist, ich schäme mich nicht mehr, daß ich depressiv bin. Traurig ist, daß das Thema Depression leider noch immer ein großes Tabu Thema in unserer Gesellschaft ist, in der man laut Klischee zu funktionieren hat.
Ich habe gelernt, mich selbst zu akzeptieren und mich keinesfalls einem vorgegebenen Klischee zu beugen ... Ich bin original, so wie ich bin ... Und das ist der beste Anfang, der Depression den Kampf anzusagen und ihr die Stirn zu bieten.
Mit meinem Outing hoffe ich, daß man mich trotzdem als normalen Menschen weiter akzeptieren kann ... Und wer das nicht kann,
der sollte sich über das Thema Depression besser informieren, um zu wissen, daß Depression keine Gefahr sein muß ... Wissen ist besser als Angst.
Danke für Eure Aufmerksamkeit und ich hoffe, mit meinem Outing doch ein bißchen Licht ins Dunkel gebracht zu haben ... Es ist mein Erfahrungsbericht, den ich hier veröffentliche. Ein Erfahrungsbericht, der auf meinen eigenen Erfahrungen beruht.
+++Panik vor dem Tode vermischt mit Depressionen+++
ein Testbericht von patsam2005-09-26 16:31:26vom 26.09.2005Empfehlung: ja
Gerade heute abend wo ich mal wieder alleine sein kann, will ich mal darüber schreiben, welche Krankheit mich seit kurz 2 Monaten in Griff hat -
Es begann alles damit, dass ich als alleinerziehende Mutter mit einem sehr aufgewecktem Töchterchen immer Action habe. Obwohl meine Kleine den Kindergarten besucht und eigentlich gefordert werden sollte, hole ich sie mittags ab und sie ist überhaupt nicht müde.
Manchmal hat sie soviel Elan, dass ich abends einfach nur noch liege und sie fast ins Bett zerren muß, dass sie endlich schlafen geht. Aber zum Glück
ist das nur tageweise so extrem.
Meine Wohnsituation nagt auch an mir, da ich in einer Privatmietwohnung lebe, ca 50 qm² zu 380 Euro Miete, Ölofen der aus der Steinzeit ist - wenigstens ist ein großer Tank im VZ verbaut, also spare ich mir das Tankstellen laufen und Kanisterweise das Öl holen, aber der Ofen ist etwas defekt und spinnt halt oft..gut, bei der Gemeinde kann man ja anklopfen wann man will, man wird abgeschoben. Es ist nichts frei, es gibt keine Wohnung und blabla...
Ich will hier aber RAUS!! Weg von dieser Wohnung die mich ein unnötiges Vermögen kostet und mir aber nichts bietet, außer gerade eine wirklich super ruhige Lage! Die Küche ist steinalt und kaum greift man zu fest wohin - zerlegt sich alles.
Diese Sorge um eine billigere Wohnung nagt in mir - mein Ex der zwar so keinen Kontakt mehr mit uns hat, aber leider immer wieder versucht über meinen Bruder Kontakt aufzunehmen - kaum höre ich das ER meine Telefonnummer möchte, wird mir schlecht, ich könnte mich übergeben und mein Magen dreht sich. Ja, es gibt viele Gründe warum ich ihn nicht in die Nähe von meiner Kleinen lassen will - die zwei schlimmsten Gründe - er wurde zum Alkoholiker und er kifft. Er ist der Meinung das er sein Leben mit knapp 43 so am besten lebt - ich hoffe meine Kleine versteht es irgendwann warum ich ihr diesen Menschen nicht als Vater mehr präsentieren möchte (übrigends - dies war einer der Hauptgründe das ich auszog).
Ich habe den Tod meines Vaters im Jänner 2003 absolut nicht verarbeitet - hinzu muß ich sagen, Daddy war Alkoholiker, aber ein gutmütiger. Von ihm konnte ich alles haben - doch ich denke, dass ich nach seinem Tod wütend auf ihn war. Das letzte Jahr das er lebte, verbrachte ich größtenteils in Krankenhäusern und Entzugstherapien, aber er wollte sich nicht an diesem Strohhalm festhalten und gab auf - an Leberzirrhose verstarb er auch!
Für mich war es schlimm, da ich wirklich fast jeden Tag mit Baby ins Krankenhaus fuhr - egal ob in Wien oder in Mödling wo ich es nicht so weit hatte. Therapieplätze, Entzug -überall begleitete ich ihn.
Im gleichen Jahr starb noch ein sehr wichtiger Mensch - Tommy - ja, ich liebte ihn er war verliebt in mich, aber wir benahmen uns wie Teenies wenn wir uns sahen. Ein Motorradunfall nahm auch ihn mir weg!
Dann folgte im Jahr 2003 auch der Umzug in diese Wohnung, da mein Bruder das Elternhaus übernahm - und hier in der Wohnung begann ich dann mich immer mehr zurückzuziehen und die letzten Monate war es schon so arg, dass ich sogar Familienfeiern nicht mehr besuchen wollte.
Ich hatte an nichts mehr Freude, konnte nicht wirklich lachen und dachte immer nur ans kommende Monat, ständig diese Geldsorgen da die Alimente ja fast nie gezahlt werden und ich halt doch für mich und mein Kind sorgen ´muß.
So passierte es Anfang August, dass mir immer öfter schwindelig wurde, ich öfters Kreislaufprobleme bekam und schließlich dann nach einem Spielplatzbesuch mit meiner Tochter fast zusammen gebrochen wäre.
Mit Ach und Krach fand ich mit meiner Kleinen den Weg nach Hause!!
Durch eine gute Bekannte kam ich zu einem super Arzt, der sofort ,,Panic Atacks mit Depressionsschüben" diagnostizierte.
Es folgten an einem Wochenende oft bis zu dreimal am Tag diese sogenannten Panickattacken. Mir wird dabei fürchterlich übel, meine Hände und Beine werden taub, Herzrasen setzt ein und fürchterliche Schweißausbrüche - und genau in diesem Moment habe ich Angst zu sterben. Meist befürchte ich einen Herzinfarkt zu kriegen bis hin zum Gehirntumor und Brustkrebst, Lungenkrebs redet man sich alle möglichen Krankheiten ein.
Was passiert mit meiner Tochter!?! Ich bin dann so fertig, dass ich zu weinen beginne, mich an mein Kind klammere, die es natürlich nicht versteht und eben diese Panik vor dem Tod habe.
So eine Attacke dauert bei mir im Schnitt 15 - 30 Minuten und danach bin ich fast 2 Tage erledigt.
Wenn ich in dieser Zeit nicht meine Mutter hätte, ich wüsste nicht was ich gemacht hätte und machen würde.
Morgens aufstehen und mein Kind für den Kindergarten fertig machen!? Es geht und ging nicht!! Ich brauchte über eine Stunde um mich gedanklich aufs Aufstehen konzentrieren zu können!!
Ich bekam natürlich Medikamente verordnet, die mich aber noch mehr zurück setzten und ich richtig benebelt war.
Also ich muß sagen, die halfen mir absolut nicht und mein Hausarzt setzte sie wieder auf die halbe Dosis zurück. es folgten eine Menge Untersuchungen - inkl Zahnbeschwerden die aufgrund der Gesamtsituation eintraten (laut meiner Zahnärztin wirkt sich eine psychische Krankheit auch auf Zähne aus).
Mittlerweile bin ich in Behandlung bei einer super Neurologin, die mit mir nachdem sie mich aufgebaut hat, eine Gesprächstherapie beginnen wird. Meine Medikamente wurden abgesetzt und ich bekam ein ganz anderes Medikament das mir auch hilft wieder etwas abzunehmen.
Denn meine Gewichtszunahme nach der Verhütungsspritze war auch ein großer Aspekt mit meiner eigenen Unzufriedenheit.
Zur Zeit geht es mir gut, der letzte Anfall liegt 10 Tage zurück und ich denke immer positiver. Ich habe gelernt mich selbst nicht zu überfordern.
Sei es nur zu Hause im Haushalt - schaffe ich nicht alles aufeinmal, dann bleibt eben etwas für den nächsten Tag liegen und fertig.
Fühle ich mich nach dem Vormittags Kurs müde und ausgelaugt, gehe ich am Nachmittag schlafen und erhole mich, verschiebe meine diversen Nebentätigkeiten auf andere Tage.
Denn das was ich hier oder bei yopi verdiene kriegt meine Kleine auf ihr Sparbüchlein, doch um ihr eben im Kindergarten auch alles bieten zu können, schafft man es ohne Nebentätigkeit einfach nicht und sei es nur putzen zu gehen. Dafür geniere ich mich in der heutigen Zeit auch nicht mehr!! So kann ich ihr in zwei Wochen ihre heiß ersehnte Geburtstagsfeier beim Mc Donald leisten oder alleine das Kakaogeld für den Kiga, die Ausstellungsbesuche und Ausflüge vom Kiga oder Kasperlbesuche...darauf bin ich stolz - aber meine Therapeutin versucht mich eben von meiner Konzentration auf das Kind abzulenken.
Es ist richtig - man kann die Liebe als alleinerziehende eben nur auf das Kind abgeben und ich habe soviel gegeben und immer wieder zurück gesteckt - jetzt bin ich ausgelaugt und oft nach 2 Stunden spazieren gehen so schwach, als hätte ein anderer 5 Stunden schwer gearbeitet.
Ich fürchte mich immer wieder vor der nächsten Panikattacke - aber ich habe gelernt nicht daran zu denken und schiebe es einfach weg bzw in langsamen Schritten versuche ich es zu akzeptieren.
Denn ich will mein Leben nie von dieser Krankheit beherrscht haben!! Dagegen kämpfe ich weiter an und ich habe in den 2 Monaten sovieles erreicht wenn es gegen Depressionen geht oder eben diesen Panikattacken, dass mein Hausarzt sehr zufrieden mit mir ist!!
Schlimm war es einige Wochen lang - bei jedem Zwicken irgendwo hatte ich schon wieder eine schlimme Krankheit im Kopf! Das war davor aber nicht so - warum kommt es dann jetzt!? Ich habe mittlerweile die Bestätigung von meinem Arzt das mein Kopf, mein Herz, Blut..etc alles tip top ist - dies versuche ich mir vor Augen zu halten, wenn ich merke das meine Hände zu kribbeln beginnen und eine Unruhe sich in mir ausbreitet!!
Kein Stress - keine zu emotionalen Filme - keine aggressive Musik - nur viel Ruhe und Ausgeglichenheit sind mir momentan das Wichtigste und ich hoffe das ich die Krankheit schnell hinter mir habe und daraus mehr gelernt habe als in all den Jahren davor!!
Ich konnte vorher mit dem Wort - Panikattacken - absolut nichts anfangen. Was soll das sein - was passiert da mit einem!? Sogar als ich meinen ersten Anfall hatte, wusste ich nicht was es ist. Es hängt alles mit den Nerven zusammen und alles was man reinfrisst und vorallem über Jahre hinweg so wie bei mir und es waren ja eigentlich schon sehr viele Jahre, sucht sich auf irgendeine Art und Weise den Weg nach draußen. Bei mir leider mit dieser Folge!!!
Mein größter Wunsch weiterhin - ruhig zu bleiben und nicht von den Medikamenten abhängig zu werden, damit ich mich immer wieder ruhig stellen kann!! Ich schaffe es auch ohne!!!
antjeeule, 26.09.2005
Liebe Patricia, im Grunde ist es ja schon komisch, hier ein sehr nuumltzlich zu geben, denn Depressionen sind alles andere als nuumltzlich. Ich wuumlnsch dir sehr, dass es dir bald besser geht und du Therapeuten findest, die dich bei dem Weg aus dies
campino, 26.09.2005
sind etwas fuumlrcherliches. Ich weiszlig das, denn ich spreche aus jahrelanger Erfahrung. Zum Trost und zur Hoffnung moumlchte ich Dir sagen: Es gibt einen Weg aus diesem Teufelskreis. Er ist schwer, aber er ist zu schaffen. Alles Gute fuumlr Dich
Fernsteuerung, 12.10.2005
Ein sehr berührender Bericht. ... Bewertung aufgebessert.
ein Testbericht von Jacqui012004-06-17 14:08:06vom 17.06.2004Empfehlung: nein
Vorteile: Gar nichts...Nachteile/Kritik: Alles
Zunächst muß ich vorweg sagen, dass ich ein noch neues Mitglied hier bin und mit mir gehadert habe, über ein so sensibles Thema zu schreiben, zumal es mein erster Bericht in dieser Community ist. Aber ich will es dennoch versuchen, da ich auch nicht von diesem Leiden verschont geblieben bin und mein Problem erst ziemlich spät erkannt habe.
Ich hoffe, mein Bericht wird nicht zu ausschweifend, aber ich denke, über so ein Thema kann man nicht nur einen Kurzbericht schreiben, da es sehr umfangreich ist. Ich werde meinen Bericht in folgende
Punkte gliedern:
1. Definition der Krankheit u. mögliche Ursachen (dabei handelt es sich um Informationen, die ich mir aus dem Internet zusammengestellt habe)
2. Symptome (die, wo ein Sternchen hintersteht, waren bei mir stark ausgeprägt,
in meinem Bericht werde ich dann näher erläutern, wie es dazu kam)
3. Meine persönliche Geschichte
1. Was ist eine Depression?
Eine Krankheit, die mit Niedergeschlagenheit u. vielen weiteren körperlichen u. psychischen Störungen einhergeht.
Man unterscheidet zwischen endogenen u. exogenen Depressionen.
Exogene Depressionen – werden durch „äußere“ Einflüsse verursacht, z.B. durch traumatische Ereignisse. Schmerzliche Erfahrungen, die ein Mensch lebenslang macht, werden „abgespeichert“. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die gespeicherte Erfahrung durch ähnliche Situationen aus dem Unterbewusstsein abgerufen werden u. eine depressive Stimmung auslösen. Auch durch zwischenmenschliche Kränkungen in Partner- oder Freundschaft , durch Verlust des Arbeitsplatzes oder den Tod eines nahen Angehörigen kann eine Depression ausgelöst werden.
Endogene Depressionen – werden durch „innere“ Einflüsse verursacht.
Hierbei liegt ein Ungleichgewicht oder eine gestörte Konzentration von bestimmten Botenstoffen im Gehirn, den sogenannten Neurotransmittern vor. Diese sind für die Informationsübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen zuständig. Eine Störung dieses Botenstoffwechsels kann Depressionen hervorrufen.
Depressionen können auch vererbt werden, hierbei spricht man dann von der genetischen Veranlagung.
Ich muß gestehen, so richtig weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, denn es lässt sich immer schwer sagen, wie alles anfing. Seht es mir bitte nach, wenn mein Bericht zu lang ist, aber es lässt sich eben immer leichter erzählen, als schreiben.
Wie kam es also bei mir dazu?
Ich denke, bei mir waren in erster Linie meine ständigen Beziehungsprobleme der Hauptauslöser. Es war, als ich ca. 1 Jahr mit meinem Freund zusammen war (Herbst 2001). Am Anfang ist ja immer alles rosarot, aber dann... Wir sind einfach zu verschieden, in unseren Ansichten, Interessen, in unserer Denkweise, haben einen völlig unterschiedlichen Geschmack usw. Dadurch kam es natürlich öfter zum Streit. Um hier nur mal ein Beispiel anzuführen:
Er wollte letztes Jahr am verlängerten Osterwochenende an einem Tischtennis-Turnier teilnehmen (er spielt im Verein, aber dieses Turnier war keine Pflicht, sondern eher aus Spaß). Ich war natürlich mal wieder enttäuscht, da WIR ja an diesem Wochenende mehr Zeit füreinander gehabt hätten. Da er auch Schicht arbeitet, hat man eben nicht so viel Zeit, die man zusammen verbringen kann.
Jedenfalls warf ich ihm (wie so oft) vor, ihm wären andere Dinge wichtiger als ich. Was zur Folge hatte, dass ich, umso öfter solche u. ähnliche Situationen auftraten, immer mehr an seiner Liebe und vor allem an mir selbst gezweifelt habe. Ich stellte mir Fragen, wie „Ist er überhaupt glücklich mit mir?“ „Freut er sich, mich zu sehen?“
Und das immer mit dem Gefühl im Hinterkopf, dass ich ihm nichts wert bin u. ich seinen Anforderungen nicht genüge (Mit Anforderungen meine ich, dass ich eben keine Partymaus bin u. nicht jedes WE weggehen muß, er würde das aber am liebsten so haben).
Erschwerend hinzu kam noch eine andere gravierende Sache. Ich bin nämlich von Natur aus ziemlich eifersüchtig (dazu mehr in einem anderen Bericht, sonst wäre das Thema hier verfehlt).
Heute weiß ich, dass meine Eifersucht von meinen Minderwertigkeitskomplexen kommt. Ich hatte immer solche Gedanken, wie „wenn er eine hübschere findet, ist er eh weg“. Im Sommer am Strand war es besonders schlimm, immer wenn die Mädels oben ohne da rumgelaufen sind. Aufgrund einer Bindegewebsschwäche hab ich leider auch meine Problemzonen und wenn ich dann diese knackigen Mädels gesehen habe, standen mir schon die Tränen in den Augen, ich konnte nichts dagegen tun. Mein Freund sagte zwar immer nur, dass die ihn nicht interessieren würden, aber das konnte ich ihm nicht glauben. Eben weil ich selber meinen Körper gehasst habe. Es war die Hölle!
Und es wurde immer schlimmer. Wenn wir in Berlin shoppen gingen u. in irgend einem Geschäft waren, schaute ich mich als erstes um, was da für Frauen arbeiten. Meistens sind ja die Verkäuferinnen solche aufgetakelten Tussen, wie ich sie immer aus Wut nannte. Und sobald eine davon auch nur in unsere Nähe kam, wurde ich nervös. Die sind immer so toll angezogen, ich kam mir dagegen immer vor, wie ein Bauer. Alles solche Sachen gingen mir durch den Kopf. Es gab einfach nichts, was ich an mir mochte.
Und fast jedes Mal, wenn ich der Meinung war, eine Frau sieht besser aus, fragte ich ihn natürlich, ob er sie hübscher findet. Er sagte zwar dann immer „nein“ und dass ich für ihn die Schönste wäre, aber wie soll man so was glauben, wenn man selbst extrem unzufrieden mit sich ist...? Zumal er auch nicht gerade ein Typ ist, der mir öfter mal was nettes sagt oder mich in den Arm nimmt, was ja solche Selbstzweifel geradezu schürt.
Irgendwann wurde es so schlimm, dass wir uns fast täglich um solche Sachen gestritten haben, da mein Freund nur begrenzt Verständnis für meine Komplexe hatte. Ich fühlte mich alleingelassen und wurde immer trauriger. Ich wusste ja, dass mit mir was nicht stimmt.
Auf der Arbeit konnte ich mich nur schwer konzentrieren, weil meine Gedanken ständig um ein Thema kreisten „was macht er“, „wo ist er“ „trifft er eine bessere“, usw. Am meisten hatte ich Angst, dass er Schluß machen würde.
Dann stellten sich nach und nach mehr Anzeichen einer Depression ein. Ich war immer öfter grundlos traurig u. hatte an nichts mehr Freude. Es gab für mich nichts positives mehr. Ich ging auch nur noch 1x pro Woche zum Sport u. irgendwann gar nicht mehr, weil ich es nicht mehr geschafft habe, mich aufzuraffen u. keine Kraft mehr hatte.
Wenn ich Feierabend hatte, wollte ich nur noch nach Hause auf die Couch u. meine Ruhe haben. Normale Dinge des Alltags, wie einkaufen oder Behördengänge wurden zur Last, ich hatte plötzlich Angst, unter Leute zu gehen.
Dazu überkam mich noch (meistens im Auto auf dem Nachhauseweg) eine erdrückende Unruhe, schon fast Angst. Und das aus heiterem Himmel.
Manchmal fing ich grundlos an zu heulen, ich wusste nicht mehr weiter.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, zumal mein Freund schon mehrere Male kurz davor war, die Beziehung zu beenden.
Ich entschloß mich nach langem Überlegen, mich für eine Psychotherapie anzumelden. Das war im Juni 2002. Doch als ich hörte, wie lang die Wartezeit auf einen ersten Termin ist, kam die nächste Ernüchterung: 6-12 Monate! Wie sollte ich das noch so lange aushalten? In der Zwischenzeit hatte sich gar nichts geändert, wir hatten eine Beziehungskrise nach der anderen. Mein Freund warf mir auch noch vor, ich hätte mich nicht genug um einen Termin bemüht, obwohl ich ihm zig mal erklärt hatte, dass es eben so lange dauert.
Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als endlich im August 2003 der Anruf der Therapeutin kam.
Auf die eigentliche Therapie möchte ich nicht zu sehr eingehen, denn ich denke, das läuft bei jedem Patienten anders ab. Außerdem hab ich mich in erster Linie aufgrund meiner Selbstzweifel u. der daraus resultierenden Eifersucht für professionelle Hilfe entschieden.
Nur soviel: Nach den ersten 5 Stunden bekam ich die Bewilligung von meiner Krankenkasse für die Kostenübernahme. Einmal pro Woche hatte ich dann immer eine 1-stündige Sitzung, in der wir Gespräche geführt haben.
Das ging ein halbes Jahr ohne erkennbare Verbesserung. Aber gut, eine Krankheit, die sich über ein Jahr lang, sagen wir mal, schleichend entwickelt hat, kann ja nicht in so kurzer Zeit geheilt werden.
Bis ich sie auf meine depressiven Stimmungen u. Ängste ansprach.
Da meinte sie, dass es doch ratsam wäre, es mit einem leichten Antidepressivum zu versuchen. Sie empfahl mir, zu einer Fachärztin für Psychiatrie zu gehen, da ein Psychotherapeut keine Medikamente verschreiben darf.
Das tat ich dann auch. Den Termin hatte ich am 01.03.04, das weiß ich noch.
Diese Ärztin stellte mir dann ganz gezielte Fragen bezüglich der Symptome, die ich habe, wie sich diese äußern usw. Auch fragte sie mich von sich aus, ob ich einen Partner habe u. wie die Beziehung läuft. Sie wusste wohl, warum...
Nach diesem Gespräch gab sie mir 2 Packungen á 20 Tabletten (unverkäufliche Muster) des Medikaments Paroxat mit. Gleich am nächsten Morgen nahm ich die erste Tabl., früh. Ein bisschen Bedenken hatte ich ja wegen eventueller Nebenwirkungen, die aber gottseidank ausblieben.
Und siehe da, nach ca. 2 Wochen hatte ich irgendwie das Gefühl, dass es mir besser ging. Von da an fing ich auch wieder an, regelmäßig zum Sport zu gehen, was ich auch (da bin ich stolz auf mich) bis jetzt durchgezogen habe.
Auch die Beziehung läuft seitdem wesentlich besser. Eigentlich weiß ich noch nicht genau, was passiert ist, aber ich bin innerlich einfach ausgeglichener u. kann auch wieder positiv denken. Mittlerweile denke ich erst genau nach, bevor ich anfange, mit meinem Freund zu „meckern“ u. überlege, ob es wirklich einen Grund gibt.
Klar, eifersüchtig bin ich noch immer, aber das hat sich insofern gebessert, dass ich anders damit umgehe. Jetzt sage ich mir, wenn er sich in eine andere verliebt, kann ich es eh nicht verhindern, auch, wenn mir das das Herz brechen würde, aber ich mache es auch nicht besser mit meinem ständigen Gejammer.
Ihm ist es auch aufgefallen, dass es endlich, nach über 3 Jahren Beziehung, besser läuft. Für ihn war es ja nicht gerade einfach mit mir. Er wirkt auf mich auch irgendwie ausgeglichener, wir albern wieder öfter rum u. er gibt sich auch Mühe, mir seine Liebe auch auf die Art zu zeigen, wie es mir bisher gefehlt hat (nette Gesten, mal ´ne Umarmung usw.)
Die Tabletten nehme ich immer noch, inzwischen eine 3. Packung á 100 Stück. Nächste Woche hab ich wieder bei der FÄ für Psychiatrie einen Termin, mal sehen, was sie sagt, ob ich sie mein Leben lang nehmen muß oder irgendwann keine Tabl. mehr brauche.
Und zur Psychologin gehe ich auch immer noch, sie freut sich für mich, dass es mir besser geht und meinte neulich, dass ich jetzt auch dem richtigen Weg bin.
Nur habe ich noch einige Dinge aus meiner Kindheit zu verarbeiten, die vielleicht auch mit zu dem ganzen Desaster beigetragen haben. Deshalb wurde die Therapie nochmal um ein halbes Jahr verlängert.
Wichtig ist für mich jedoch nur, dass es mir besser geht u. ich langsam wieder anfange, bewusst zu leben u. zu genießen. Klar gibt es hin u. wieder auch noch schlechte Tage, aber das ist ganz normal. Mal ist es das Wetter, mal Ärger auf Arbeit usw. Ich lasse mich dadurch aber nicht mehr runterziehen.
Ob es letztendlich die Tabletten sind, die mir helfen, kann ich nicht mit 100%-iger
Gewissheit sagen, aber seitdem geht es mir eindeutig besser.
Und der Sport hilft mir natürlich auch dabei, zumindest kann man sich schön abreagieren u. fühlt sich hinterher zwar ausgepowert, aber gut.
Mein Rat an Betroffene: Findet Euch nicht mit der Krankheit ab, es gibt immer einen Weg aus der Krise. Wichtig ist, dass Ihr Euch jemandem anvertraut u. dann professionelle Hilfe sucht. Und lasst Euch bitte nicht von Sprüchen, wie „Du bildest Dir das nur ein“ oder so, einschüchtern, denn Außenstehende, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, können so etwas nicht nachvollziehen (siehe mein Freund). Deshalb haben sie auch nicht das Recht, betroffene Menschen für „irre“ zu erklären.
Alles Liebe und Danke für´s Lesen!
...
campimo, 14.01.2007
Hartes Thema, v.a. als Erstlingsbericht. Ich habe seit Sommer auch Depressionen, mich aber bisher nicht darum gekümmert, weil es wohl eine dauerhafte Tabletteneinnahme bedeutet. Glaubst du, daß du durch die Depris mit deinem Freund mehr gemeckert hast? Ich
EXDREAMA, 30.07.2004
...auch so aumlhnlich, wie du, mir hat es aber schonmal geholfen, daruumlber zu schreiben. Ich habe den quotAbsprungquot zum Gluumlck ohne Tabletten oder sonstiges geschafft, bei mir hat eine 100ige Umstellund der Lebenssituation und des Umfelde
ein Testbericht von Innocent-Angel2003-09-24 21:11:58vom 24.09.2003Empfehlung: nein
Vorteile: Keines...Nachteile/Kritik: Alles
Nachdem ich heute eine sehr bewegende Therapiestunde hatte, habe ich mich entschieden nun doch einmal bei Ciao zum Depressionen etwas zu schreiben.
Ich möchte euch versuchen zu erklären wie es bei mir zu den Depressionen kam und wie ich den ersten Schritt in Richtung Therapie gegangen bin. Sollte der Bericht manchmal etwas verwirrend wirken, seht es mir bitte nach – Ich stecke gerade selber voller Verwirrung. Ich werde mich aber bemühen… Noch möchte ich dazu sagen, dass ich viele Fakten auf anderen Seiten im Internet gefunden habe.
***Was sind Depressionen***
Es gibt sehr
viele verschiedene Formen der Depression.
Somatogene Depressionen nennt man die Form, die körperlich begründbar ist. Z.B. wenn sie in den Wechseljahren, der Pubertät oder auf strukturelle Gehirnveränderungen zurückzuführen ist.
Unter Endogenen Depressionen versteht man eine „grundlose“ Depression. Die Ursachen sind noch nicht erforscht. Es wird aber vermutet, dass sie auf eine Stoffwechselstörung im Gehirn zurückzuführen sind. Dazu zählen zum Beispiel Affektive Psychosen, Melancholie und manisch-depressive Psychosen.
Außerdem wird noch in die Gruppe der Psychogenen Depressionen unterteilt. Dabei wirken innere und äußere Faktoren meist zusammen. Die Patienten erkennen den Grund der Erkrankung meist selbst. Häufig zählen zu den Faktoren der Verlust eines geliebten Menschen oder der Umzug und somit Verlust der vertrauten Umgebung und Menschen.
***Symptome***
Bei Depressionen sind häufig psychische und physische Symptome gekoppelt. Nicht bei jedem müssen alle auftreten.
Die häufigsten psychischen Symptome sind:
° Hoffnungslosigkeit
° Interesselosigkeit
° Freudlosigkeit
° Grübelei
° Angstzustände
° Konzentrationsstörungen
° Entscheidungslosigkeit
° Nervosität
° Verzweifelt / Selbstzweifel
° Verlust der Selbstwertgefühls/Selbstbewusstseins
° Gleichgültigkeit
° unfähig zwischenmenschliche Beziehungen zu erhalten
° sehr extreme Stimmungswechsel
° innere Unruhe
° Schuldbewusstesein
° Gefühl der Inneren Leere
° Selbstmordgedanken
Die häufigsten Physischen Symptome sind:
° Magen-Darm-Beschwerden
° Essstörungen
° Schlafstörungen
° Kopfschmerzen
° Energielosigkeit
° verlangsamte oder aufgeregte körperliche oder sprachliche Reaktionen
° mehr oder weniger Schlaf als gewöhnlich
° Herzbeschwerden
° Rückenbeschwerden
***Wie kam es zu meiner Diagnose***
Als ich im September einen lieben Menschen kennen lernte, dauerte es nicht lange, bis er merkte, dass mit mir etwas nicht stimmte. Nachdem wir fast 2 Monate zusammen waren, kam er dann eines Tages direkt auf mich zu und fragte mich ob ich mir nicht schon einmal Gedanken gemacht hätte, dass meine Stimmungsschwankungen auch eine Depression sein könnten. Erst war ich verdammt sauer, dass er mich als irre abstempeln wollte. (Anm. Das wollte er natürlich nicht, mir kam es aber damals so vor.) Dann erzählte er mir, dass er es bei seiner Mutter am eigenen Leib erfahren hatte. Sie litt sehr lange Zeit unter Depressionen. Dann wurde ich ruhiger und hörte erst mal zu. Er hatte sich auch mit einer Psychotherapeutin hier in Marburg in Verbindung gesetzt und gefragt, was er tun könnte. Nach einem langen Gespräch war ich erst mal fix und fertig. Nie hat es jemand geschafft mir so sehr in meine Seele zu schauen. Ich lag dann fast drei tage zu Hause in meinem Bett und habe geweint und viel nachgedacht. Nachdem ich dann Ende des Jahres ganz am Boden war, hab ich mich mit dieser Therapeutin in Verbindung gesetzt. So konnte es nicht mehr weiter gehen. Mein Leben war ein einziger Haufen Dreck. Ich war ein einziges wimmerndes Häufchen Elend. Nichts ging mehr. Mein Körper versagte mir den Dienst. Ich lag mit einer Magenschleimhautentzündung in meinem Bett und feierte mit nichts und niemanden Weihnachten und Silvester. So weit unten war ich noch nie. Ich will nie wieder dahin zurück. Denn es war eine Zeit in der ich ernsthaft über den Freitod nachgedacht habe. Aber eine Chance wollte ich dem Leben noch geben. Irgendwo brannte noch etwas in mir. Das konnte nicht alles gewesen sein.
Also vereinbarte ich einen Termin zur Vordiagnostik. Dort saß ich dann sehr verunsichert und wurde mit Fragen traktiert. Am Ende hieß es: “Ihre Antworten weisen auf eine Depression hin.“ Nun ist das Problem, dass alle Therapeuten in Marburg voll ausgebucht sind und es deshalb zu einer Wartezeit von 6 Monaten auf einen Platz kam. Nach 6 verdammt harten Monaten der Einsamkeit und fast völligen Isolation bekam ich endlich meine 5 vordiagnostischen Stunden. Diese werden immer von der Kasse übernommen und dienen der Suche nach dem Problem. Also ob und wenn an welcher Depression man leidet.
Am Ende der 5 Stunden hieß es dann „schwere Depression mit Anzeichen vom Borderline-Symptom“ und es wurde erst mal eine Kurzzeittherapie vereinbart. Diese 25 Stunden sollten nun erst einmal genutzt werden um eine Verhaltenstherapie zu machen.
***Verhaltenstherapie und meine Geschichte***
Ich wurde von meiner Therapeutin gefragt, ob ich Medikamente haben wolle. Da ich ein Mensch bin, der erst wenn er sich halb tot fühlt Medikamente nimmt verneinte ich. Und nun begann also die Arbeit.
Wie sieht so eine Verhaltenstherapie aus???
Ich kann nur aus eigenen Erfahrungen schildern, deshalb mich bitte nicht, wenn ihr etwas anders kennt.
In der Verhaltenstherapie geht es darum, Gedankenfehler zu erkennen und durch neue Denkmuster zu ersetzten. Denn meisten sind Depressive sehr kreative Menschen, wenn es darum geht zu sagen was alles an ihnen Scheiße ist und warum sie an allem Schuld sind.
Am Anfang stand bei mir erst einmal eine Analyse. Dabei geht es darum herauszufinden, welche Grundbedürfnisse der jeweilige Mensch hat.
Als Beispiel will ich mal meine eigenen nennen, denn es geht hier nicht um essen, trinken und schlafen
Meine persönlichen Grundbedürfnisse sind ein Partner, Erfolg und Annerkennung und Autonomie. Darauf stützen sich dann Verhaltensweisen und Wertvorstellungen. Also wenn ich einen Partner will, dann suche ich Harmonie und Geborgenheit (Wertvorstellungen) also verhalte ich mich dementsprechend oder eben nicht. Und solche Widersprüche zwischen diesen Dingen sollen aufgedeckt werden.
Und heute ging es zum Beispiel um das Erkennen von Gedankenfallen. Gedankenfallen sind recht einfach zu erklären und bestimmt kennt jeder von euch solche auch. Wenn man zum Beispiel einen Misserfolg hatte, dann überlegt man sich warum. Der Unterschied zwischen Depressiven und „normalen“ Menschen ist hierbei, dass sich Depressive schnell in einer Gedankenspirale verfangen die auch typischweise bei jedem Misserfolg wiederkehrt. Wenn man zum Beispiel in einer Klausur versagt hat – sorry – durchgefallen ist, dann sage ich mir:“ Ich bin doch eh zu blöd – Alles lernen hat nichts gebracht – So wird nie etwas aus mir – ich ende irgendwann als Assi – Meine Zukunft kann ich abhaken. “Und diese Gedanken wiederholen sich immer wieder. Irgendwann hat man es mal wieder erfolgreich geschafft, ganz unten anzukommen.
Nun ist es wichtig den ersten Satz dieser Gedankenspiralen zu erkennen und durch einen Neuen zu ersetzen. In meinem Fall ist es der Satz ich bin eh zu blöd. OK, spätestens seit meinem IQ-Test weiß ich, dass das nicht der Fall ist. Also sag ich mir: „Es gab aber auch schon Momente in denen ich sehr erfolgreich war.“ Daraus sollte sich nun eine neue positive Einstellung ergeben. Natürlich muss man dabei sehr hart arbeiten. Denn oft fällt es einem einfach nicht auf, dass man gerade wieder auf dem besten Weg ins Abseits ist.
Besonders hart hat mich die heutige Therapiestunde getroffen. Jeder, der auch auf der Suche nach der Liebe ist wird mich vielleicht ansatzweise verstehen können. Meine schlimmste Gedankenfalle ist nämlich: „Ich finde keinen Partner und bin selbst dran Schuld“. Naja und dann haben wir sehr lange darüber diskutiert, woran es liegen kann. Meine Einstellung „Ohne Partner werde ich nie glücklich“ ist wohl die Hauptursache. Dadurch bin ich traurig wenn ich keinen habe und somit fehlt es mir an der Ausstrahlung. Jeder kennt das ja sicher, dass wenn man verliebt ist, die Leute Schlange stehen… eben weil man diese Ausstrahlung hat.
Naja, aber wie werde ich glücklich ohne Partner??? Ich muss mich selbst lieben. Das ist etwas was mir sehr schwer fällt. Denn ich kenne zwar dank meiner Ex-Freunde meine schlechten Eigenschaften – nur irgendwie sind mir keine positiven bekannt. Was soll ich also an mir lieben. Wenn ich auf die Menschen höre, die mal meine Partner waren ist es eindeutig mein Ar… . Toll und das bei mir, wo mir Äußerlichkeiten an eben jenem vorbei gehen.
Da liegt wohl eine große Ursache meiner Depression. Mangelndes bis gar kein vorhandenes Selbstbewusstsein. Ich wurde heute gefragt, was denn so schlimm an mir sei, dass ich mich nicht lieben kann. So bin ich nie an das Thema herangegangen. Ich fragte immer nur, was könnte ich denn an mir lieben. Und als ich darauf keine Antwort fand, war der Umkehrschluss, dass alles Scheiße sein musste.
An dieser Stelle werde ich erst einmal mit den Schilderungen meiner Selbst abbrechen, da mir schon wieder die Tränen laufen und ich im Moment nicht mehr kann. Versprochen, mit fortschreitender Therapie, werde ich den Bericht ergänzen.
***Besonders schlimme Dinge***
Was mir sehr oft auffällt, ist dass es für mich hart geworden ist, glückliche Menschen zu sehen. Nicht dass ich es ihnen nicht gönne, aber es tut so verdammt weh. Ich habe mich deswegen auch fast völlig aus dem Leben zurückgezogen. Bis auf wenige Musicalbesuche, verlasse ich meine Wohnung nur noch um arbeiten zu gehen oder einzukaufen. Und selbst diese Dinge fallen mir immer schwerer. Am schlimmsten war es, als ich meine Schwester besucht habe. Ich liebe sie sehr, so ist es gar nicht. Auch ihren Freund und mein Neffe und meine Nichte liegen mir sehr am Herz. Aber als ich bei ihr war, und sie mich nur aus guten Absichten aufmuntern und anspornen wollte, hat es mich wieder ganz nach unten gerissen. Ich fühlte mich unfähig und unzulänglich. Sie sagte immer: „Nu komm doch endlich mit. Auf dem Fallschirmsprungplatz gibt es bestimmt ne Menge Spaß“, „Häng doch nicht mit so einem Gesicht da“… Auch wenn es lieb gemeint war, tat es sehr weh. Und das liegt häufig daran, dass Angehörige keine Ahnung haben, wie sie mit einem Depressiven umgehen sollen. Bitte, sagt Menschen die eine Depression haben nie solche Floskeln wie „Es wird schon wieder“ oder „Stell dich nicht so an, anderen geht es viel schlechter, die haben nicht mal was zu essen“ --- Das hilft nicht. Ganz im Gegenteil. Man fühlt sich schuldig, weil man doch alles hat und nicht zufrieden oder glücklich sein kann.
Ich fühle mich wie Dreck! Ich fühle mich hässlich! Ich fühle mich unzulänglich, dumm und nichtskönnend! Ich weiß vom Verstand her, dass es nicht so ist – das ändert aber nichts an der Tatsache, dass mein Gefühl so ist. Und das tut besonders weh…
Bitte seht Depressive als das was sie sind. Krank – Nicht verrückt oder Irre – Einfach krank. Das ist wichtig, denn jeder Depressive hält sich selber schon für “bescheuert“.
Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Fragen hier hinein kopieren, die ich auf der Seite http://www.angst-depressionen-alkoholerkrankung.de gefunden habe. Sie können helfen eine Depression zu erkennen. Man sollte sich natürlich immer an einen Arzt wenden!!! Wie gesagt können sie NUR HELFEN eine Depression zu erkennen!!!
Fragen, die eine Depression erkennen helfen
- Können Sie sich noch freuen?
- Fühlen Sie sich seelisch und körperlich elend, letztlich ohne ausreichenden Grund?
- Fällt es Ihnen schwer, Entscheidungen zu treffen?
- Haben Sie das Interesse an Dingen verloren, die Ihnen zuvor viel bedeuteten?
- Neigen Sie vermehrt zum Grübeln?
- Quält Sie das Gefühl, Ihr Leben sei sinnlos geworden?
- Fühlen Sie sich müde, schwunglos, abgeschlagen - und zwar ohne entsprechende Belastung?
- Sind Sie plötzlich verunsichert, ratlos, ängstlich, obgleich das nicht Ihrer Wesensart entspricht?
- Können Sie nicht mehr schlafen?
- Spüren Sie plötzlich irgendwelche Druckgefühle, Missempfindungen, Schmerzen, besonders im Bereich von Kopf, Brust, Rücken?
- Haben Sie keinen Appetit mehr, evtl. an Gewicht verloren?
- Gibt es Probleme in sexueller Hinsicht
In diesem Sinne wünsche ich euch allen: BLEIBT GESUND!!!
...
ein Testbericht von Ingwer2003-01-02 20:45:16vom 02.01.2003Empfehlung: nein
Jeder kannt das Gefühl, wenn man sich allgemein angespannt, schlapp, lustlos und einfach nur leer fühlt. Am liebsten würde man sich ins Bett legen, nichts mehr von der Welt mitkriegen und einfach nur schlafen, doch die innere Rastlosigkeit lässt dies oft nicht zu, und man liegt wach und denkt stundenlang nach.
Dieses Gefühl ist vollkommen normal, und wichtig für den Menschen, um mit Problemsituationen einigermaßen zurechtzukommen, ohne großen seelischen Schaden zu nehmen. Wenn dieses Gefühl der Sinnlosigkeit und Leere sich allerdings verselbständigt und übersteigert, spricht man von Depression.
Das Wort Depression kommt
aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt Niedergeschlagenheit. Dies ist auch die vorherrschende depressive Stimmung, die immer latent vorhanden ist und sich phasenweise und oft aus gerinfügigstem Anlass manifestiert.
Es gibt zwei verschiedene Arten der Depression:
Erstens: Die unipolare Depression:
Diese Art der Depression ist eigentlich oben schon beschrieben. Die depressioven Symptome bilden das Krankheitsbild. Der Patient ist äußerst labil, hängt oft sogar Selbstmordgedanken nach, hat aber oft gar nicht die Kraft und den Antrieb, diese wirklich auszuführen.
Zweitens: Die bipolare Depression:
Hierbei kommen zu den phasenweisen depressiven Symptomen auch noch Phasen der Manie hinzu. In den manischen phasen schlägt die Stimmung des Patienten ins absolute Gegenteil um. Anstatt Selbstvorwürfen und Selbstmordgedanken nachzuhängen, fängt er an, sich zu überschätzen, zu überfordern... größtenwahnsinnig zu werden. Er hat das Gefühl, nichts sei zu schwer für ihn. In diesen Phasen vernachlässigen die Patienten ihre körperlichen Bedürfnisse oft total: Viel zu wenig Schlaf und Nahrung, totale Überarbeitung etc. sind oft die Folgen.
Depressionen sind nicht nur für den betroffenen ein großes, ernstzunehmendes Problem. Auch Familienmitglieder und Freunde haben unter den starken Stimmungsschwankungen zu leiden, die sie selbst ja oft gar nicht nachvollziehen können.
Depressionen sind heilbar, jedenfalls in vielen Fällen.
Durch medikamentöse Behandlung, das heißt durch Einnahme von Psychopharmaka werden die körperlichen Ursachen bekämpft (eventuelle Drüsenfehlfunktionen im Gehirn). Die Stimmung kann sich aufgrund dessen stabilisieren und bessern.
Wichtig ist für Betroffene auch, sich nicht zurückzuziehen, sondern mit den Mitmenschen zu kommunizieren, auch über die Krankheit zu sprechen.
Eine Gesprächstherapie ist meist eine gute Chance, den Teufelskreis der Krankheit zu velassen.
Bei der Psychoanalyse werden die unbewussten Ursachen der Depression analysiert und bewusst gemacht, was gerade bei Depressionen eine große Hilfe bieten kann.
ein Testbericht von Favaretto2002-11-24 11:22:01vom 24.11.2002Empfehlung: nein
eder der mich kennt weiss ich bin ein lebensfroher, lustiger, meist etwas fieser kleiner Kerl mit einem meist guten Herzen. Doch was keiner weiss, meist Anfang Dezember überkommt es mich, das düstere Gefühl, die Ohnmacht, der Schatten in meinem Leben.. ja ich hab eine Winterdepression. Ich weiss es, auch wenn dieses Jahr vieles anders sein wird, einfach schon des Lebenswandels wegen, werd ich doch wieder dieses beklemmende Gefühl bekommen, das Gefühl des einsam seins tief im Herzen. Da spielt es für mich keine Rolle ob ich nun alleine bin oder
nicht, denn im innersten Drinnen bin ich es. Ich baue mir üblicher weise eine Mauer auf, einen Schutzwall gegen all die Einflüsse, gegen all die Gefühle und Emotionen die ich einfach nicht zulassen will. Ich bin dann schon früh Morgens komplett matt, ungewillt auch nur irgendetwas zu tun, am liebsten würde ich mich unter meiner Bettdecke verkriechen bis die Feiertage vorbei sind.
Ich weiss nicht auf was ich meine Gefühlslage in diesen Tagen zurückführen kann ich denke mal es ist einfach nur ein Trauma aus der Kindheit. Bei uns zuhause war Weihnachten nie eine grosse Sache da wurden nur hektisch die Geschenke ausgepackt während nebenbei im Fernsehen die Lindenstrasse das perfekte Weihnachtsglück demontrierte, und dann ist jeder seines Weges gegangen. Meist bin ich dann noch zu meiner Grossmutter gefahren, denn bei ihr war Weihnachten noch einigermassen erträglich familiär. Ein riesengrosser Weihnachtsbaum mit jeder Menge Süssigkeiten (die bestimmt schon aus den Jahren zuvor über waren aber egal) und Weihnachtsmusik aus dem Radio. Dann eine Tasse Weihnachtkakao und dann einfach nur den Baum betrachten und im Arm der Grossmutter einfach nur Kind sein.
Diese Zeiten sind vorbei. Die Harmonie ist weg, komplett, man kann sagen ich bin ein Sträfling meines Weihnachtstraumas. Seit dem Tod meiner Grossmutter hasse ich Weihnachten. Oh ja, das meine ich wirklich so. Schlagartig fand ich keinerlei Sinn mehr in diesen Feierlichkeiten wo es ja doch nur darum geht dem anderen etwas u schenken das man so aussucht das derjenige es einem gerne überlässt. Ich bin kein Unmensch, ich weiss ich habe in Zukunft die Verpflichtung Weihnachten wieder zu dem zu machen was es sein sollte, ein Familienfest. Doch noch nicht dieses Jahr. Dieses Jahr verkrieche ich mich wieder unter meiner Bettdecke mit meiner Depression möcht ich dann doch lieber alleine sein. Ganz alleine. Dort, fern ab jedem Festtagsgehabes kann ich so sein wie ich will, ich kann sie ausleben. Und man spreche mich bitte nicht an. Nicht an diesen Tagen, nicht mehr als nötig, man verschwende bitte keine freundlichen Worte wie: "fröhliche Feiertage" da könnte es passieren dass ich etwas sage das ich nicht so meine. Ich hasse meine Winter-Weihnachtsdepression ich hasse diese Zeit im Jahr wo ich immer mehr daran erinnert werde das ich eigentlich fast alleine auf dieser verd*** Welt bin und dass das schöne, freundliche Getue aller spätestens nach den Feiertagen wieder in den Alltagsunmut übergeht. Das ist dann die zeit wo ich unter meiner Bettdecke hervorkomme, wo ich mich befreit fühle von all dem Druck der Weihnachtzeit.
Oh du fröhliche - welch ein Hohn für einen Menschen wie mich der dieser Zeit nichts abgewinnen kann.
ein Testbericht von FrauNeedle2002-11-15 06:57:42vom 15.11.2002Empfehlung: nein
"Ich möchte mich am liebesten in eine Ecke setzen, möchte gar nichts mehr sagen und mich nicht bewegen. Alles fällt mir so unendlich schwer. Ich kann mich selbst nicht mehr leiden und falle allen nur noch zur Last. Ich kann mich nicht mehr fühlen und empfinde eine große Leere".
Das sind Sätze, die auf schwere Depressionen ahnen lassen. Über 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Depressionen und viele wissen es nicht einmal. Kaum ein Patient wird daraufhin richtig behandelt.
Die Depression ist wie ein bleiernder Mantel, der sich über Körper
und Geist legt. Als ich letztens diesen ausführlichen Bericht gelesen hatte, mußte ich feststellen, daß auch ich manchmal unter starken Depressionen litt und auch heute noch nicht alles so ok ist. Erschrocken über diese Erkenntnis habe ich in den letzten Tagen oft in mich hineingehorcht und mich gefragt, wie schwer ist meine Last, die ich zu tragen habe. Bin ich nur traurig oder bin ich wirklich depressiv?
Ich schreibe mal eine Liste auf, die in dem Bericht aufgeführt war. Je mehr Fragen mit "ja" beantwortet werden, umso eher besteht die Gefahr, daß du depressiv bist.
1. Fühlst du schwächer, reizbarer und erschöpfter als früher?
2. Bist du geräuschempfindlicher und unausgeglichener als früher?
3. Fühlst du dich ausgelaugt?
4. Leidest du an Gleichgültigkeit und Kontaktschwäche?
5. Bist du freud- und lustlos?
6. Leidest du an Gedankenträgheit?
7. Leidest du an Unentschlossenheit?
8. Leidest du an Willensschwäche und Interessenverlust?
9. Hast du kein Selbstvertrauen mehr?
10. Hat deine Leistungsfähigkeit deutlich abgenommen?
11. Fühlst du dich hoffnungslos und ohne Perspektive?
12. Fühlst du dich antriebslos und ständig müde?
13. Bleiben deine Gedanken oft in Grübeleien stecken?
14. Leidest du grundlos unter starken Ängsten?
15. Empfindest du nichts mehr für Menschen/Dinge, die dir früher
wichtig waren?
16. Erscheint dir das Leben sinnlos?
17. Denkst du daß du keine Zukunft hast?
18. Leidest du unter starken Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen?
19. Leidest du unter vielen körperlichen Beschwerden wie Schwindel,
Kopfschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüchen oder Ähnliches?
20. Leidest du unter hartnäckigen Schlafstörungen?
21. Ist morgens alles am schlimmsten und abends ist es besser?
22. Denkst du oft, du möchtest am liebsten nicht mehr leben?
23. Gibt es andere in der Familie die unter Depressionen leiden?
Dieser Test liefert nur Anhaltspunke. Eine wirkliche Diagnose kann natürlich nur von einem Arzt gestellt werden. Hast du nur wenige Fragen mit "ja" beantworten können, dann besteht die Möglichkeit, daß du unter einer leichten, depressiven Störung leidest. Konntest du ca. die Hälfte mit "ja" beantworten, deutet einiges darauf hin, daß du dich in einer mittelschweren Depression befindest und ärztliche Hilfe brauchst. Sind mehr oder fast alle Fragen mit "ja" beantwortet, könntest du unter einer schweren Depression leiden und benötigst dringend Hilfe von einem Arzt.
Doch nur keine Panik jetzt. Sich ab und zu mal niedergeschlagen fühlen, ist noch lange keine Depression. Es ist nur normal und auch sehr gesund, ab und zu mal seine Traurigkeit rauszulassen, sich in eine Ecke zu verkrümeln um alles Belastende zu verdauen. Tut man das nicht, frißt man immer alles in sich hinein, dann besteht erst die Gefahr, an einer depressiven Störung zu leiden.
Wie oben schon genannt leiden über 4 Millionen Menschen an Depressionen und es ist somit weltweit die zweithäufigste Erkrankung. Doppelt so viele Frauen als Männer und erschreckenderweise auch immer mehr Kinder und Jugendliche leiden darunter. Etwa 2% der Kinder unter 12 Jahren und 5% der Jugendlichen unter 20 Jahren sind davon betroffen. Bei jedem zweiten Betroffenen wird die Erkrankung nicht erkannt und nur jeder vierte wird angemessen behandelt.
Warum bleiben so viele mit ihrer Not alleine?
Oft wird es gar nicht erkannt, denn die Symptome sind sehr unterschiedlich. Es schwankt zwischen bleiernde Freudlosikeit über rastlose Unruhe bis hin zu körperlichen Erkrankungen. Die körperlichen Beschwerden werden beim Arzt in den Vordergrund gestellt und das eigentliche Problem wird dadurch nicht erkannt. Über Gefühle wird ja schließlich beim Arzt nicht gesprochen. Auch gibt es noch zu viele Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen. Aus diesem Grund suchen viele Erkrankten keinen Psychiater auf und stehen dadurch noch mehr unter Druck. Vielen Menschen wird oft vorgeworfen, daß sie selber Schuld an ihrem Leiden sind.
Gibt es Wege aus einer Depression herauszukommen?
In den letzten Jahren hat sich sehr viel bei der Behandlung von Depression getan und über 80% können mit Erfolg therapiert werden. Doch vorab ist es wichtig eine Depression von einer Verstimmung oder Trauer unterscheiden zu können. Bei einem Stimmungstief ist oft nach kurzer Zeit ein Aufschwung spürbar, bei einer Trauer ist das Schlimmste nach ein paar Wochen wieder vorbei, bei einer Depression kann man Monate oder sogar Jahre feststecken und kommt ohne fachärztliche Hilfe da nicht mehr raus.
Neben einer psychiatrischen Behandlung sind bei schweren Depressionen auch Medikamente wie z.B. Antidepressiva erforderlich. Doch Psychopharmaka werden oft abgelehnt, weil sie einen schlechten Ruf haben. Sie machen angeblich abhängig und verändern die Persönlichkeit. Das mag bei Aufputschmitteln zutreffen, doch bei Antidepressiva ist das nicht so. Sie verändern nicht das Bewußtsein und beeinträchtigen auch nicht den Verstand. Machen also in keiner Weise abhängig.
Ich kann das persönlich bestätigen, denn ich spreche aus Erfahrung. Nur wußte ich damals nicht, was ich da für ein Medikament bekommen hatte. Ich hatte das Pech an einen nicht so guten Arzt geraten zu sein, der es nicht für nötig hielt, mich aufzuklären, was da überhaupt mit mir los war. Ich saß oft einfach nur da und wollte nichts mehr tun, sehen oder hören. Oder ich war überdreht, habe nächtelang nicht geschlafen und fand einfach keine Ruhe, war gereizt und ständig schlecht gelaunt. Alles deutlich Anzeichen für eine Depressionssphase die der Arzt zwar erkannt hatte, mich aber in keinster Weise darüber aufklärte. Erst später wurde mir klar, daß auch ich unter Depressionen leide. Das Medikament hatte mich in keine Abhängigkeit gebracht, es hat mir wirklich über meine schlimmste Zeit gut geholfen.
So ein Antidepressiva bringt die aus der Balance geratene chemische Übertragung zwischen Nervenzellen und Gehirn wieder ins Gleichgewicht. Manche Mittel wirken beruhigend, andere hellen die Stimmung auf oder wirken Angstlösend. Das einzige Problem bei diesen Medikamenten sind die anfänglichen Nebenwirkungen wie Schwindel oder Herzrasen. Sie erscheinen sofort, während die heilsame Wirkung erst nach Wochen einsetzt. Viele Patienten halten deshalb die Dosierung nicht ein oder setzen das Medikament ab. Damit ist ihnen aber nicht geholfen. Mittlerweile wurden die Antidepressiva weiterentwickelt, greifen noch gezielter auf den Hirnstoffwechsel ein und werden nun besser vertragen.
1. Psychotherapie
Die Psychotherapie hat in der Behandlung von Depressionen den höchsten Stellenwert. Sie ist bei leichten und mittelschweren Depressionen sehr erfolgreich und wird bei schweren Depressionen ergänzend zu anderen Behandlungsmethoden angewendet. Bei dieser Behandlung wird auf die individuelle Situation des Patienten eingegangen und eine feste Anzahl von Sitzungen erarbeitet.
2. Lichttherapie
Menschen, die an der sogenannten Winterdepression leiden, kann sehr helles, weißes Licht helfen. Das Licht bewirkt, daß der gestörte Schlaf-Wach-Rhythmus geregelt wird. Der Patient setzt sich täglich morgens und abends vor Speziallampen, die weißes Licht von mindestens 3000 Lux, besser noch 10000 Lux abstrahlen. Schon nach einer Woche fühlen sich viele besser.
3. Kunsttherapie
Malen ist oft eine gute, und am Anfang oft die einzige Möglichkeit, die Probleme auszudrücken, die man in Worten oft nicht beschreiben kann. Der Therapeut begleitet und hilft dem Patienten beim Gestaltungsprozeß und kann somit zur Lösung der Probleme und Konflikte beitragen. Zu malen heißt auch, sich wieder als aktiv und kreativ zu erkennen.
4. Elektrokrampftherapie
Diese Therapie wird nur in besonders schweren Fällen angewandt, wenn alle anderen Behandlungsmethoden versagt haben. Hier wird dem Gehirn des Patienten unter Narkose ein Stromstoß von 70 bis 120 Volt verabreicht, das einen künstlichen Krampfanfall auslöst. Bei ungefähr 90% der Patienten durchbricht die lang anhaltende depressive Phase. Durch die neue Technik ist das Verfahren auch nicht mehr so gefährlich wie früher und hat nicht mehr so viele Nebenwirkungen und Risiken. Als Nebenwirkungen wären da Blutdruckschwankungen und vorübergehende Gedächtnisstörungen zu nennen. Aber das nehmen die Patienten bei ihrem großen Leid gerne in Kauf.
5. Schlafentzug
Rund zwei Drittel der Patienten fühlen sich 1 - 2 Tage besser, wenn sie eine Nacht nicht schlafen. Den Grund dafür vermuten Wissenschaftler in den Abläufen im Körper während des sogenannten REM-Schlafes (rapid eye movement). In dieser Schlafphase kommt es zu raschen Augenbewegungen und lebhaften Träumen. In der REM-Phase wird ein wichtiger Botenstoff abgebaut, der bei depressiven Patienten sowieso schon sehr wenig oder gar nicht vorhanden ist. Der Arzt gibt ein genaues Schema vor, wann der Patient nicht schlafen soll und kann zusätzlich zu anderen Therapien eingesetzt werden.
Familienangehörige und Freunde stehen einem depressiven Menschen oft sehr hilflos gegenüber. Sie möchten helfen und und fühlen sich machtlos. Ganz wichtig ist hier, daß Familienangehörige die Depression nicht heilen können. Aber sie können dem Patienten in der schwierigen Situation viel helfen und unterstützen. Hierzu noch ein paar Tipps, die sehr hilfreich sein können:
Niemals sollte man einer betroffenen Person versuchen klarzumachen, daß seine Situation gar nicht so schlimm ist und andere Menschen viel schlimmer dran sind. Auch solche Sätze wie: "Jetzt reiß dich mal zusammen, dann wird es besser", sind weniger hilfreich, denn sie setzen den Patienten nur noch mehr unter Druck. Wichtig ist auch, daß man seine eigenen Interessen nicht für die Hilfe des Patienten aufgibt, denn damit überfordert man sich nur selber. Es gibt bestimmt noch andere Personen, die sich um den Patienten kümmern können. Etwas Ablenkung am Tag ist auch sehr hilfreich, aber man sollte darauf aufpassen, daß man den Patienten nicht bevormundet oder ständig kritisiert. Ein Spaziergang ist ja was schönes, aber setze keine festen Zeiten an, sondern wäge die Situation ab, ob der Patient in der richtigen Laune ist. Besser man unterstützt die Person, indem man ganz diskret darauf achtet, ob die Medikamente regelmäßig eingenommen werden und die Termine zur Therapie eingehalten werden.
Ganz wichtig zum Abschluß: Nehmt Selbstmord-Andeutungen ernst. Gebt dem Betroffenen die Möglichkeit, sich auszusprechen und informiert den behandelnden Arzt über diese Andeutungen.
Ich hoffe, das war euch jetzt nicht zu lang. Ich könnte noch viel mehr darüber schreiben, denn ich kenne einige Menschen, die in meinen Augen sehr depressiv sind. Aber das möchte ich euch nicht antun, denn dann würdet ihr nochmal eine Stunde daran lesen. Nur noch einen kleinen, persönlichen Tipp: Führt ein Tagebuch und schreibt alles auf. Mir hat es sehr geholfen.
ein Testbericht von TurboFranky2002-10-31 17:46:02vom 31.10.2002Empfehlung: ja
************************************************** **********
UND PLÖTZLICH FÜHLST DU DICH WIE DRECK....
*************************************** *********************
Liebe Community, kennt Ihr das Gefühl? Sich wie ein Stück Dreck fühlen, ungeliebt, unattraktiv, alles hat keinen Sinn mehr? In tausend Songs besungen, klingt es doch immer kitschig. Aber wenn Du selbst mal drin steckst und es einfach nicht mehr aufhört, dann entdeckst Du in den Zeilen auf einmal viel Wahrheit. Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich rede nicht von „einmal“, „zweimal“ oder „Mehrfach“ – ich schreibe über einen Dauerzustand.
Depressionen - diesmal geht‘s ans Eingemachte. Die meisten meiner Berichte sind mir leichter
als der heutige gefallen, denn von der „schwachen Seite“ zeigt sich wohl keiner gerne. Warum ich dennoch darüber schreibe? Weil es jeden von uns erwischen kann und ich finde, dass man sich dafür nicht schämen muss. Und weil es vielleicht dem ein oder anderen von Euch helfen kann, wenn Ihr wisst, dass es anderen auch so ergangen ist. Fast zwei Jahre lang habe ich unter teils sehr schweren Depressionen gelitten. Inzwischen kommen die Schübe nur noch sehr selten, deshalb glaube ich, dass ich diese Krankheit bald hinter mir habe. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir – falls es Euch auch mal erwischt hat – einen Kommentar hinterlassen würdet. Danke.
*************************
WIE ALLES BEGANN
**************************
Anfangs dachte ich, es sei „nur“ Liebeskummer und Enttäuschung. Die Unfähigkeit, mit einer schweren Trennung und heftigen Demütigungen umzugehen. Da suhlt mal sich schnell mal ausgiebig im Selbstmitleid. So ging es auch mir, vielleicht gerechtfertigt, oder? (Mancher von Euch hat hier vielleicht schon mal einen Teil der Hintergründe gelesen). Solange es jemand wissen will, teilt man der Welt mit: „Mir geht es schlecht! Alles tut weh“, so wie ein kleines Kind, das mit dem Schmerz – auch wenn nicht viel passiert ist – nicht umgehen kann und laut „Aua“ schreit. Doch es kommt der Zeitpunkt, an dem man gar nicht mehr reden will, sondern in sich zusammensackt. So auch bei mir. Die Symptome kennt bestimmt auch jeder von Euch: Ich habe kaum noch geschlafen, monatelang nur ein paar Stunden. Mein bester Freund war der Alkohol, der mir half, mich in eine Art „Dauernarkose“ zu bringen, in der der Schmerz nicht mehr so stark zu mir durchdringen konnte. (Dass dies eine absolut schwachsinnige Methode war, weiß ich heute auch. Aber ehrlich: ist Euch das noch nicht passiert?) Ich fühlte mich nur noch „schwach“, traurig, lustlos. Im Job nur noch Schmalspur-Programm. Und nächtelanges Surfen im Internet, um mich abzulenken. Doch irgendwann kam es wieder: dieses Scheiß-Gefühl.
************************
PLÖTZLIC H KRANK
************************
Wie gesagt, ich dachte, es würde irgendwann aufhören. Doch es ging immer weiter. Monatelang hatte ich mit Freunden geredet, weil ich dachte, das könnte helfen. Allein sein, versuchte ich zu vermeiden, übernachtete entweder bei Freunden oder Leuten, die ich in Kneipen kennengelernt hatte. Ich suchte Hilfe, weil mir klar war, dass ich da nicht mehr allein rauskommen würde. Jede Nacht Angst, jede Nacht beklemmende Einsamkeit, inzwischen brachte auch der morgen keine wirkliche Erleichterung mehr. Mein persönlicher Horrorfilm hatte 24-Stunden-Dauerprogramm. Wenn Ihr das nicht kennt, möchte ich Euch kurz beschreiben, wie sich „das“ anfühlt: Bewegungsunfähigkeit, körperliche und geistige, stundenlanges Verharren, Starren an die Decke, und ein Gefühl, als ob gerade etwas ganz schreckliches passiert wäre – aber dieses Gefühl hört nicht auf. Das ganze blieb nicht ohne weitere Folgen: meine Haare fielen zum Teil aus, weil ich mich nur noch ungesund und vor allem extrem unregelmäßig ernährt habe. Und dann der Alkohol, den Grönemeyer mal als „Retter in der Not“ besungen hat. Zweimal erwischte mich ein Blackout, ich brach zusammen und wachte Stunden später auf dem Fußboden auf. Total bedröhnt stellte sich das Gefühl ein: Da liegst Du nun wie ein Stück Scheiße. Vollkommen labil
***************************
„AUF DER COUCH“
**************************
Das erste Mal suchte ich Hilfe in einer psychologischen Notaufnahme, auf die ich durch eine Werbung in der U-Bahn gestoßen war. Eine gute Entscheidung, die ich an einem Sonntagnachmittag getroffen hatte, weil ich mittlerweile einschätzen konnte, wann mich eine depressive Welle erwischen würde. Ein freundliches Team betreute mich, bis der diensthabende Psychologe Zeit hatte. Eine Stunde lang konnte ich mich ausheulen, über meine Vergangenheit und Gegenwart reden. Es tat gut, ich hatte das Gefühl, dass mich jemand versteht und ich nicht permanent contra bekam. Wir sprachen über eine Therapie und die Empfehlung lautete klar: Mindestens einen Monat in eine Klinik aufs Land. Stabil werden, in der Seele aufräumen, neue Strukturen finden. Um es vorwegzunehmen: Ich habe es nicht getan. Ich war damals antriebslos und konnte mich nicht zu dieser Entscheidung überwinden. Seit diesem Zeitpunkt verstehe ich, dass es kein Wunder ist, wenn Leute „eingewiesen“ werden. Sie sind dann an einem Punkt angelangt, an dem nur noch andere (glücklich die, die dann noch Freunde haben), diesen Schritt veranlassen können.
Zum Psychologen bin ich noch mehrfach gegangen, die Sitzungen waren – im übertragenen Sinne – „Spritzen“, die mir für kurze Zeit Erleichterung verschafft haben – leider hielt diese nicht lange an. Aus heutiger Sicht hätte ich vielleicht um Medikamente bitten sollen. Klar können die abhängig machen und stellen auch keine Lösung dar. Aber sie sind sinnvoller als Alkohol. Zumindest für Menschen wie mich. Doch diese Frage stellte sich nicht, ich traute mich nicht, den Arzt zu fragen und dieser bot es nicht an. Also: weiter wie bisher.
***************************************** **
VERSUCHE, EIN ENDE ZU SETZEN
****************************************** *
Kapitulation. Wenn Dich eine Depression erwischt, solltest Du nicht alleine sein. Leichter gesagt als getan. Es kommt der Zeitpunkt, an dem keiner mehr Deine Geschichte mehr hören will. So ging es auch mir. Gleichzeitig stellte sich zunehmend die Angst ein, dass ich meinen Freunden nicht mehr zur Last fallen wollte. Man bildet sich ein, dass alle nicht mehr wissen, was sie tun sollen und Stück für Stück zurückweichen. Den Kontakt zu meinen Eltern hatte ich zu dieser Zeit weitgehend abgebrochen.
Plötzlich kam dieser Wunsch auf. Dem Schmerz irgendwie ein Ende bereiten, es nicht mehr länger ertragen zu müssen. Es sollte nur noch aufhören. Wenn mir das ein anderer erzählt hätte – ich hätte es wohl nicht geglaubt: Irgendwann ist der Wunsch nach Ende des Schmerzes und der Angst das Einzige, was man noch will. An dieser Stelle kann es – aus subjektiver Sicht – wichtiger werden, dieses Ziel zu erreichen als positiv umzukehren. Ich spreche von Selbstmordgedanken. Wenn ich mich richtig erinnere, war das etwa ein halbes Jahr, nachdem sich in meinem Privatleben vieles ereignet hatte – also viel zu spät für „normale“ Verhältnisse. Wie ich es versucht habe, werde ich hier nicht schreiben, denn das ist eigentlich auch egal. Auf jeden Fall stoppte mich eine Freundin kurz vor dem entscheidenden Schritt. Dass ich damals (noch) ans Telefon gegangen bin, war wohl Zufall, denn ich hatte schon weitegehend abgeschlossen. Ein Zufall, der mir mein Leben rettete.
Ihr mögt mich für vollkommen durchgeknallt halten, wenn ich Euch sage, dass ich aus dieser Erfahrung in den folgenden Wochen nicht wirklich etwas gelernt hatte. Ich lebte einfach weiter und ratterte von einer Depression in die nächste. „Borderline“ nennt man den Punkt, an dem sich der Wunsch nach Leben und Sterben begegnen. Ich habe diese Grenze damals ausgiebig kennengelernt – eine Erfahrung, die ich in diesem Leben nicht noch einmal machen möchte. Seitdem hat sich mein Bild von schwachen Menschen radikal geändert. Wenn Du weisst, wie sich das anfühlt, verurteilst Du nicht mehr.
**************************************
WIE EIN GEHETZTER HUND
*************************************
Wie es um mich stand, darüber war ich mir ab da relativ bewusst. Ich flüchtete mich von einer Affäre in die andere und müllte mich mit Jobs zu. Der Mensch hat nicht nur die Fähigkeit, andere zu belügen, er kann vor allem sich selbst täuschen. Das habe ich ausgiebig getan. Ich redete mir ein, mich wieder verlieben zu wollen (welch idiotischer Ansatz!) und schleppte Frauen ab, mit denen ich ein paar Tage verbrachte – um dann festzustellen, dass es doch nicht für mehr als eine Bettgeschichte reichte. Meine Wohnung mied ich so gut es ging und zog nächtelang durch Kneipen, Bars und Discos. Bloß in Bewegung bleiben, ein ständiges Wegrennen vor den schlechten Gefühlen. Das ging eine zeitlang gut, doch die Depressionen holten mich auch da ein. Heulend im Bett eines fremden Menschen... mein Alltag kam mir vor wie ein schlechter Bukowski-Film. Seelisch ging es permanent nach unten. Ich suchte Kontakt zu meiner Ex und holte mir erneut ein paar Zurückweisungen ab, die Spirale drehte sich immer schneller.
************************************** ******
GLÜCK oder „JEMAND PASST AUF“
************************************** ******
Nur noch raus. Ich nahm das wörtlich und tauchte ab in einen langen Urlaub, zusammen mit einem Freund, der mich die ganze zeit treu durch meinen Alltag begleitet hatte. Just in dieser Zeit erreichte mich ein Anruf mit einem Jobangebot - ein Kollege aus der Vergangenheit. Dieses stellte nicht nur eine große Herausforderung dar, sondern brachte auch einen Ortswechsel mit sich. Ich sagte zu, wenige Wochen später wechselte ich die Stadt und das gesamte Umfeld. Langsam wurde alles besser – so unglaublich das klingt, aber es stimmt. Schrittweise kehrte Normalität in meinen Alltag ein. Auf allen Gebieten.
Das Ende ist stark verkürzt, aber darum geht es in diesem Bericht ja auch nicht. Heute bin ich unglaublich froh, dass der beschriebene Zustand weit hinter mir liegt. Ab und zu holen mich die Depressionen noch mal für kurze Zeit ein, aber ich weiß, dass es meist schon am nächsten Tag wieder besser aussieht.
Und die Lehre aus der Geschichte? Moralapostel möchte ich nicht sein. Es ist bestimmt eine gute Idee, sich direkt professionelle Hilfe zu suchen, wenn man merkt, das einem die Kontrolle im Alltag entgleitet. Aber dann muss man Glück haben – und an einen guten Arzt geraten.
Meine message ist eine andere: Achtet mal darauf, wie es den Menschen um Euch herum geht. Und wenn Ihr zweifelt – dann fragt und helft!
ein Testbericht von meridian_star2002-10-10 10:01:13vom 10.10.2002Empfehlung: ja
Johanniskraut als pflanzliche Alternative zu den chemisch hergestellten Antidepressiva eignet sich als Therapie von leichten bis mittleren depressiven Verstimmungen.
Wichtig ist jedoch eine optimale Dosierung: laut einer Broschüre über pflanzliche Heilmittel sollte die Dosis bei circa 500-800mg täglich liegen. Dies ist eine ganze Menge, vergleicht man sie mit Präparaten, wie man sie in jeder Drogerie bekommt (circa 100mg).
Um medizinisch wirksam zu sein, muss Johanniskraut über mehrere Wochen genommen werden (um den Blutspiegel entsprechend zu erhöhen) und in der oben genannten Dosis. Obwohl es sich um ein pflanzliches Heilmittel handelt, hat
es natürlich auch Nebenwirkungen: so ist zum Beispiel eine erhöhte Lichtempfindlichkeit möglich.
Hochwirksames Johanniskraut gibt es nur in der Apotheke und sollte nicht ohne eine Besprechung mit einem Arzt oder Hinweisen vom Apotheker eingenommen werden!
Bei einer ausgeprägten Depression hilft allerdings auch Johanniskraut nicht, in diesem Fall sollte der Weg zum Psychiater führen. Dieser kann gegebenfalls auch chemische Mittel verschreiben, die ein aktuelles Stimmungstief verbessern helfen. Weiterführend sollte man eine Psychotherapie ins Auge fassen. Denn: Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit und läßt sich mit Hilfe einiger Haushaltsmittel nicht einfach wegkurieren. Und meistens ist eine Kombination von medizinischer und psychologischer Betreuung wesentlich hilfreicher als eine allein.
Hinweis zu Johanniskrautpräparaten: wie schon gesagt, sollte man sich beim Kauf eines solchen Produktes beraten lassen. Beispiel: den obigen Empfehlungen entsprechend ist "Felis 425", die 100 Stück-Packung kostet rund 25 Euro (Einnahme: 1 Kapsel pro Tag). Drogeriepräparate für einen Monat kosten meist um 5 Euro.
...
1-10 von 19 Krankheiten / Krankheitsbilder Seite 1 [2]Vorwärts
Bilder & Fotos
Egal was im Leben kommt, das Leben ist schön, auch dann, wenn es manchmal anstrengend ist.
10.05.2011
Fernsteuerung
SchließenThema Depression Allgemein Depression: Egal was im Leben kommt, das Leben ist schön, auch dann, wenn es manchmal anstrengend ist.
Angst vor denen, die mir vertrauen habe ich nicht mehr ... Nichts im Leben ist so strange, wie es sc...
10.05.2011
Fernsteuerung
SchließenThema Depression Allgemein Depression: Angst vor denen, die mir vertrauen habe ich nicht mehr ... Nichts im Leben ist so strange, wie es sc...
Meine Tierliebe hilft mir sehr bei der Bewältigung depressiver Phasen.
10.05.2011
Fernsteuerung
SchließenThema Depression Allgemein Depression: Meine Tierliebe hilft mir sehr bei der Bewältigung depressiver Phasen.
Obwohl depressiv, ich bin ein Mensch mit Gefühlen ... ich stelle mich meiner Depression und kämpfe u...
10.05.2011
Fernsteuerung
SchließenThema Depression Allgemein Depression: Obwohl depressiv, ich bin ein Mensch mit Gefühlen ... ich stelle mich meiner Depression und kämpfe u...
Top Webtipps
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR