Platz 21 in der Kategorie "Therapien & Behandlungen". In den Rheinischen Kliniken in Essen ist eine ambulante Behandlung der Binge Eating Disorder möglich ...mehr
Für alle, die wie ich an der Binge Eating Störung leiden, und es alleine nicht schaffen, dieses Problem in den Griff zu bekommen,
gibt es in Essen eine Klinik, die Psychotherapie bei Binge Eating Störung ("Ess-Sucht") anbieten.
Es handelt sich dabei um die Rheinische Klinik ( Psychosomatik)
Eine Behandlung in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist nach einer ambulant
durchgeführten Diagnostik möglich:
Über die Ambulanz kann ein Termin für ein Erstgespräch vereinbart werden.
In diesem Gespräch werden Art, Ausprägung, Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren der Ess-Störung
abgeklärt, die Möglichkeiten stationärer oder ambulanter Behandlung besprochen und ein
individueller Therapieplan erstellt.
Die Behandlung von Ess-Störungen ist grundsätzlich auf zwei Säulen aufgebaut:
Normalisierung des Essverhaltens
Bearbeiten der auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen und der zugrunde liegenden psychischen Konflikte
Diese beiden Aspekte werden in das integrative (s.o.) Behandlungskonzept eingebettet.
Zielsetzung stationärer Therapie
Stationäres / Teilstationäres Therapiekonzept
Psychotherapieangebote
Ich hatte das Erstgespräch bei einer sehr netten Therapeutin, die mir auch sehr kompetent erschien.
Wir haben uns über meine Diätgeschichte unterhalten, und dann hat sie die Diagnose meiner Psychotherapeutin bestätigt.
Sie erklärte mir, das die Chance besteht, das ich wohl in der Tagesklinik aufgenommen werde. Es wird noch eine Konfferenz geben,
und dann bekomme ich das endgültige Ergebniss.
Die ganze Behandlung dauert 8 Wochen und geht von Montags bis Freitags von 8.00 - 17.00 Uhr.
2 mal in der Woche wird Sport gemacht. Dienstags je nach Wetterlage Indoor Sport oder Outdoor.
Mittwochs wird im öffentlichen Schwimmbad geschwommen und Aquagymnastik gemacht.
Laut der Therapeutin sind die Tage ausgefüllt mit Gruppentherapie , Einzeltherapie, Beschäftigungstherapie, Kochgruppe und so weiter.
Eine weitere Vorrausetzung ist ein BelastungsEKG, da sie dort sehr viel Sport anbieten.
Ich muß nun erst einmal 8 Wochen täglich dort hin. Die weitere Betreuung läuft dann noch bis zu einem Jahr in Gruppen, die sich 2 mal im Monat treffen.
Die Therapie ist für mich schon ziemlich hart. Tausend Fragen die ziemlich in die Tiefe gehen und ich muß genauso viele Antworten geben. Leider sind das alles Dinge, über die ich nicht wirklich gerne mit Fremden spreche. Aber irgendwie lassen die Therapeuten mir da leider keine Wahl.
Ich habe schon soooo viele Dinge über mich erfahren, die teilweise richtig Schmerzhaft sind und von denen ich vorher gar nicht wußte,
das ich betroffen bin.
Aber ich merke auch, das es gut ist. Denn wenn ich weiß, was mit mir los ist, dann kann ich da auch gegensteuern.
Aber vor allen Dingen lerne ich ESSEN! Ich sage bewußt nicht " richtig Essen". Denn es geht da nicht um richtig oder falsch.
Mir war nicht klar, das ich nicht Essen kann. Ich lerne, das es bestimmte Zeiten zum Essen gibt und das es eine bestimmte Zeit braucht
um zu Essen. Ich lerne, das Essen nicht ständig ein schlechtes Gewissen machen muß und das es ok ist, Essen einfach zu geniessen und es
nicht peinlich sein muß, öffendlich mehr als nur ein "Tick-Tack" zu essen.
Mein Tagesablauf sieht so aus:
Um 8.00 muß ich in der Tagesklinik sein. Da ich ja nur 15 Minuten für den Weg brauche, ist es für mich kein Problem,
dort nüchtern zu erscheinen.
Im Moment besteht unsere Gruppe aus 4 Frauen im Alter
von 18 Jahren, 21 Jahren, 30 Jahren und 40 Jahren.
Gemeinsam decken wir den Frühstückstisch. Es ist alles erlaubt, was viele Kohlenhydrate und wenig Fett hat.
Pflicht sind 150g Kohlenhydrate minimum. Das entspricht ca. 3 Brötchen.
Ich esse im Moment immer 2 - 3 Brötchen ohne Margarine oder Butter, meist mit Quark und Marmelade oder auch mal mageren Käse
oder Geflügelwurst. Auserdem eine große Schüssel Müsli mit frischen Früchten wie Honigmelone, Erdbeeren, Banane, Kiwi oder eben das,
was gerade da ist.
Es ist aber alles erlaubt. Wer Lust hat, kann auch ein Stück Kuchen oder eine Flasche Bier essen und trinken!
Man sollte auf jeden Fall Satt sein. Das ist bei mir etwas schwierig, da ich den Unterschied nicht kenne, zwischen
"SATT" und "MIR-IST-KOTZÜBEL" Das versuche ich gerade rauszufinden.
Das Frühstück sollte auf jeden Fall mindestens 30 Minuten dauern.
Danach ist alles essbare absolut verboten. Das heißt außer Wasser, Kaffee oder Blatttee gibt es die nächsten 4 - 6 Stunden nichts mehr.
Das Durchzuhalten ist aber nicht so schwer, da man ja richtig satt ist!
In der Therapie haben wir dann verschieden Gruppenstunden, wie Ernährungsberatung, Pflegegespräche, Einkaufsbesprechung,
Gestaltungstherapie, Entspannungstherapie, Arzt - und Einzelgespräche, Einkaufs- und Kochbesprechungen und so weiter.
Das alles zieht sich bis Mittags.
2 mal in der Woche kochen wir das Mittagessen selber. Dafür müssen wir natürlich auch vorher Einkaufen gehen.
Ebenso müssen wir auch unser Frühstück einkaufen gehen. Wir haben einen gewissen Geldbetrag für das Frühstück und für das
Mittagessen zur Verfügung.
Also besprechen wir im Vorfeld, was jeder Essen möchte, und was wir kochen werden.
Auch da ist wieder die Faustformel viele Kohlenhydrate und wenig Fett.
Das heißt, Hauptbestandteil unseres Mittagessen sind Nudeln, Reis oder Kartoffeln.
Fleisch sollte möglichst 100g pro Person nicht überschreiten. Dazu Gemüse, Salat und ein Dessert.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. So habe ich mir für nächste Woche eine Pizza gewünscht.
3 mal in der Woche essen wir in der Mensa. Da das Essen dort nicht immer so prickelnd ist, nehmen wir immer noch ein paar Brötchen mit,
um auf unsere Kohlenhydrate zu kommen.
Danach ist Sport angesagt. 2 mal in der Woche gehen wir schwimmen, 1 mal pro Woche Walken.
Dann noch Tai Chi oder Autogenes Training.
Das Schwimmen ist schon recht anstrengend. 30 Minuten ununterbrochen 50 m Bahnen schwimmen, 30 Minuten Wassergymnastik
und danach 30 Minuten Wasserball.
Auch stehen ab-und-zu Ausflüge an, wie zum Beispiel Radtouren und so weiter.
Ach ja, jeden Montag morgen um 8.00 steigen wir auf die Waage.
Um 16.00 ist Feierabend. Die Abendmahlzeit gibt es dann zuhause. Diese sollte nun Kohlenhydrat - Arm und Eiweiß - Reich sein.
Und die letzte Mahlzeit sollte nicht später als 19.00 Uhr gegessen werden. Für mich heißt das meistens Hähnchenbrust oder
Fisch und Salat. Eventuell auch noch ein Glas Buttermilch. Damit komme ich bis jetzt ganz gut zurecht.
Ich habe aber auch Kollegen, die essen Abends noch ein Brötchen.
Ich habe dort einen jungen Mann kennengelernt, der auch diese Therapie gemacht hat, und in 25 Wochen 35 Kg abgenommen hat.
Eine andere Patientin hat jetzt in 19 Wochen 24 kg verloren.
(Es gibt natürlich auch Negativbeispiele, die nicht so viel abgenommen haben.)
Im Moment ist diese Kostform für mich absolut lebbar. Ich hatte bis jetzt noch keinen akuten Fressanfall.
Wie sich das im Alltag bewährt, besonders dann, wenn ich wieder arbeiten gehe, muß ich einfach sehen und austesten.
Ob es nun das NON-PLUS-ULTRA ist, kann ich noch nicht sagen.
Sehr interessant ist natürlich nach wie vor der Psychologische Aspekt. Ich lerne nun nach und nach. warum hab ich überhaupt diese
Fressattacken und wie gehe ich in der Zukunft damit um. Vor allem, was muß ich tun um überhaupt nicht in diese Falle zu tappen.
Und es ist so faszienierend zu sehen, das es bei allen in der Gruppe die gleichen Auslöser sind, die so einen Fressanfall
herraufbeschwören.
...