Als Besitzer einer älteren Canon EOS-Kamera (EOS Elan, das ist das US-Modell der EOS 50) haben mich irgendwann die ständig roten Augen meiner lebendigen Motive geärgert, die zwangsläufig durch den nahe der optischen Achse angeordneten eingebauten Blitz der Kamera entstehen, und auch durch das "Rote-Augen" Blitzprogramm der Kamera nicht zuverlässig verhindert werden können. Ein externer Blitz mußte her, und da damals der Dollar noch um DM 1,70 herum stand, leistete ich mir das Topmodell von Canon: das SPeedlite 540EZ mit einer Leitzahl von 54, damals gleichzeitig das bestausgestattetste und leistungsfähigste Blitzgerät aus dem EOS-System, bis heute nur übertroffen durch das neue 550EX mit einer Leitzahl von 55.
PREIS
Bei einem Dollarkurs von ca. DM 1,70 und einem Preis von etwa $330 im Versandhandel (für Interessenten: www.bh-photo.com in New York, ein sehr professioneller Laden) kostete mich der Spaß zwar DM 560, allderdings ist dieses Blitzgerät ein sehr wertbeständiger Artikel (empfohlener Einzehandelspreis heute: EUR 399...)
SCHWENKREFLEKTOR
Der 540EZ Blitz fällt durch seine Abmessungen durchaus auf: Breite x Höhe x Tiefe = 80 x 112 x 139, wenn der Schwenkreflektor waagerecht (0°) steht (d.h. beim direkten Blitzen), bzw. 80 x 185 x 70, wenn der Schwenkreflektor senkrecht (90°) steht (d.h. beim indirekten Blitzen). Die Neigung des Schwenkreflektors kann zwischen -10° und 90° stufenlos eingestellt werden, rastet aber bei -10°, 0°, 60°, 75° und 90° ein. Die -10°-Stellung dient für Nahaufnahmen, die 60° und 75° für indirektes Blitzen bei größeren Entfernungen.
Außer nach vorn kann der Schwenkreflektor auch zur Seite gedreht werden, das ist bei indirekten hochformatigen Aufnahmen von Vorteil. Das Verschwenken ist wieder stufenlos möglich, dabei ist rechtsherum ein Bereich zwischen 0° und 90° möglich mit Einrastungen bei 60°, 75° und 90°, und linksherum liegt der Bereich zwischen 0° und 180° mit Einrastungen bei 60°, 75°, 90°, 120°, 150° und 180°, d.h. man kann den Schwenkreflektor vollständig nach hinten drehen und dann die Neigung wieder zwischen 0° und 90° variieren, d.h. es ist möglich, Stellungen von "leicht nach hinten überstreckt" bei einer Neigung von 105° (ergibt sich durch Drehen um 180° nach hinten und Nutzung der 75°-Neigungseinstellung) über eine Neigung von 120° bis hin zu einer Neigung von 180° (vollständig nach hinten) zu erreichen.
Das Drehen und Schwenken des Reflektors sind beliebig kombinierbar. Sicherlich sind nicht alle Stellungen bei Montage des Blitzes auf eine Kamera sinnvoll, da benötigt man im Wesentlichen die Verstellbarkeit der Neigung und die Drehbarkeit für Aufnahmen im Hochformat.
ZOOM
Das Blitzgerät verfügt über eine motorgesteuerte Zoomfunktion mit folgenden Zoomstufen: 24mm, 28mm, 35mm, 50mm, 70mm, 80mm, 105mm. Ferner gibt es eine Diffuserscheibe, mit der die Zoomstufe 18mm erreicht wird.
Die Diffuserscheibe hat zwei Aufgaben: einmal kann die Diffuserscheibe vor die Optik geklappt werden, durch die bewirkte Streuung erreicht das 540EZ eine Ausleuchtung des gesamten Motivbereichs auch bei 18mm Objektiv-Brennweite. Ferner kann die Diffuserscheibe senkrecht hinter die Optik gestellt werden und bewirkt auf diese Weise, daß ein geringer Teil des ausgestrahlten Lichtes 90° zur eigentlichen Blitzrichtung reflektiert wird. Wofür braucht man dies? Bei Potraits, die indirekt beleuchtet werden, sorgen diese Lichtanteile dafür, daß sich in den Augen der fotografierten Person
kleine Lichtpunkte widerspiegeln, die dem Portrait mehr Leben einhauchen. Der Unterschied ist wirklich bemerkenswert, finde ich.
AUTOMATISCHER BETRIEBSMODUS
Ich verwende die Kamera ausschließlich im automatischen Modus im Zusammenhang mit einer Canon EOS Kamera. Für alle Einstellungen des Schwenkreflektors bietet das Gespann EOS Kamera mit EOS Blitzgerät die TTL (TTL = through the lens, Lichtmessung durch die Kameralinse) an. Die Idee ist, daß der (sehr schnelle) Antrieb des Verschlußvorhangs den Verschluß schließt, sobald genügend Licht das Negativ erreicht hat.
Darüberhinaus gibt es einen ATTL (advanced TTL) Modus für direktes Blitzen (90°, direkt nach vorn) in den Kamera-Betriebsmodi "Full Auto" ("grünes Viereck") oder "Program AE" ("P"). Bei ATTL wird bei der Belichtungsmessung ein nahezu unsichtbarer (rötlicher) Blitz geringer Leistung abgefeuert. Das zurückgestrahlte Licht wird gemessen, und entsprechend der Reflektionseigenschaften des Motivs und des Umgebungslichtes wird die optimale Verschlußzeit/Blendenkombination ermittelt. Dies funktioniert innerhalb bestimmter Grenzen recht gut, z.B. helle, glatte Flächen sind selten überbelichtet.
Ferner unterstützt das Blitzgerät die Kamera mit einem roten Autofokus-Hilfslicht, das etwas stärker als das der Kamera ist und aus den Akkus des Blitzgeräts gespeist wird anstelle aus der teuren Lithium-Batterie der Kamera.
Eine rotleuchtende Anzeige signalisiert die Bereitschaft des Blitzlichtes; nach erfolgter Aufnahme zeigt eine grünleuchtende Anzeige an, daß genügend Licht für die Aufnahme vorhanden war. Es ist möglich, die Automatik in Drittelschritten zwischen Überbelichtung (max. +3) und Unterbelichtung (min. -3) zu kompensieren.
MANUELLER BETRIEBSMODUS
Alle Einstellungen, die in Zusammenarbeit mit einer EOS-Kamera automatisch vorgenommen werden, können auch von Hand eingestellt werden. Zu diesem Zweck verfügt das 540EZ über 25 x 50 mm LCD, das eine zuschaltbare Beleuchtung aufweist.
Die Blitzleistung kann in Stufen zwischen 1/1 (volle Leistung) und 1/128 geregelt werden. Ein Sensor am Blitzgerät zeigt auch hier an, ob genügend Licht vorhanden war.
Ferner kann für Effektaufnahmen ein Stroboskopmodus aktiviert werden, bei dem eine definierte Anzahl Blitze (oder bis der Blitzkondensators nicht mehr schnell genug aus den Akkus nachgeladen werden kann) mit definierter Leisung mit einer Frequenz von 1..100Hz abgefeuert werden.
SONSTIGES
Im Lieferumfang enthalten ist eine stabile Pappschachtel im Canon-EOS-Design (weiß-rot-schwarz) und eine Hülle für das Blitzgerät. Diese sieht unheimlich billig aus, erweist sich aber als recht haltbar, ist aber nicht gepolstert. Eine Anleitung gibt es wohl auch, die habe ich aber nie gelesen. Die Bedienung des Blitzes ist hinreichend einfach, die vorhandenen 5 Einstellknöpfe sind dank des LCD intuitiv bedienbar.
Stromversorgung erfolgt mittels vier AA-Zellen. Im Betrieb mit Akkus lädt sich der Blitz aufgrund des geringeren elektrischen Innenwiderstands der Akkus deutlich schneller auf als mit Batterien, dafür ist auber auch recht abrupt Schluß. Während mit bereits etwas schwachen Batterien nach längerer Zeit der Blitzkondensator doch noch aufgeladen werden kann, ist dies mit Akkus meist nicht mehr möglich. Da sich dass Ende der Akkus also nicht ankündigt, sollte man immer Ersatz mitführen, notfalls Batterien. Wie lange Batterien/Akkus halten, weiß ich nicht, da ich die Batterien/Akkus auch für andere Geräte verwende.
Anschluß an die Kamera findet das 540EZ mittels des Blitzschuhs der Kamera - aufstecken - arretieren - fertig. Allerdings klemmt und hakelt diese Steckverbindung bei mir etwas, einfach weil zuviel Kunststoff an dieser Steckverbindung beteiligt ist.
Das Blitzgerät wiegt ohne Stromversorgung um 400 Gramm, mit Akkus 520 Gramm. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, da damit meine EOS Elan mit Linse (Tamron 28-200) und Blitz ungefähr 1,5kg auf die Wage bzw. an meinen Hals bringt.
FAZIT
Ich kann das 540EZ eigentlich uneingeschränkt empfehlen. Für den Fotoamateur ist es im Grunde in seiner ungeheuren Flexibilität Overkill, allerdings ist die Leitzahl 54 insbesondere im Zusammenhang mit den typischen lichtschwachen 28-200 Gummilinsen gar nicht so unglaublich viel (mit meinem Tamron, welches einen Blendenbereich von 3,8-5,6 hat, reduziert sich die maximal erreichbare Blitzreichweite von 54 Meter auf 14 Meter). Außerdem bieten nur wenige Geräte einen drehbaren Schwenkreflektor; beim Kauf dieses Gerätes war es ein Alleinstellungsmerkmal für das 540EZ. Heutzutage hingegen schadet ein Blick auf das (im Listenpreis) EUR 100 billigere 420EX nicht, das alle wichtigen Eigenschaften des 540EZ aufweist, leider aber eine halbwegs aktuelle EOS-Kamera erfordert (soweit ich weiß, beherrschen die älteren Modelle den E-TTL Modus der EX-Blitzgeräte nicht, sondern nur den A-TTL Modus der EZ-Serie).
(zuerst auf CIAO unter mephisto99 veröffentlicht)
...
------ ums Objektiv gewickelt Ringblitzgeräte Soligor AR-20T und AR-40IS
ein Testbericht von zzwergli2003-08-18 14:24:59vom 18.08.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Gutes Preisleistungsverhältnis, gute Qualität...Nachteile/Kritik: ------
Makroaufnahmen optimal ausleuchten.... mit diesem Ringblitz kein Problem!
Jeder Fotofan, der sich mit Nah(Makro)aufnahmen beschäftigt, kennt diese Probleme:
+ oft ist das Motiv durch das Objektiv der Kamera so verschattet, das eine ausreichende Schärfentiefe kaum noch möglich ist
+ normale Blitzgeräte sind zu hell und werfen starke Schlagschatten
+ das Motiv kann aufgrund seiner Winzigkeit (Kelch einer Blume zum Beispiel) nicht mehr richtig ausgeleuchtet werden
+ ohne Blitz aufgrund langer Belichtungszeiten aufwendiger Kameraaufbau mit Stativ...
Findige Menschen haben sich zu diesen Problemen eine Lösung ausgedacht: Der Blitz wird quasi um das Objektiv gewickelt, die Bilder werden also "durch den Blitz hindurch" geschossen!
Dieses Prinzip hat eine Menge Vorteile:
+ schattenfreie Ausleuchtung
+ relativ wenige Reflexe auf glänzenden Flächen
+ durch die Nähe von Objektiv und Motiv nur geringe Blitzenergie notwendig
+ Freihandfotographie bleibt möglich
+ Ausleuchtung bis zu 2cm vor dem Objektiv!
Nun gibt es eine ganze Reihe von Ringblitzen auf dem Markt von namhaften Herstellern wie Cannon, Nikon, Olympus usw., die aber alle in Preislagen um die 500 Euro angesiedelt sind.
Das Soligor Ringblitzgerät AR-40IS wird zur Zeit für etwa die Hälfte des Preises gehandelt, sein Vorgänger AR-20T gebraucht bei Ebay für Preise um 100-120 Euro.
Beide Ringblitze von Soligor haben eine Menge Gemeinsamkeiten:
Der eigentliche Blitzring samt Belichtungssteuerung befindet sich in einem ringförmigen Gehäuse, daß mit eimem Serie7-Anschlußgewinde versehen ist und über Adapterringe an Objektiv-Filtergewinde von 37-62mm angepaßt werden kann. Der Blitz selbst baut dann etwa 12-15mm vor dem Objektiv vor. (im Lieferumfang befinden sich übrigens Adapterringe für 49, 52,55 und 58mm)
Der Generator und die Batterien (4xMignon, auch Akkus sind möglich) befinden sich in einem seperaten Gehäuse, daß auf den Hotshoe der Kamera aufgesteckt wird und über ein 5poliges Kabel mit dem Blitzring verbunden wird Passende Sca Adapter für die verschiedensten Systeme sind als Zubehör lieferbar, bzw schon im Lieferumfang enthalten, so daß auch TTL aufnahmen möglich sind.
---- Einschub: Der Ar-20T verfügt nicht über die TTL-Steuerungsmöglichkeit, sondern läßt sich "nur in zwei verschiedenen Automatikmodi und einem manuellen Modus betreiben; er wurde lediglich mit einem Standard -Mittenkontaktschuh ausgeliefert----
Wiederum gemeinsam ist beiden Blitzen die Leitzahl 10 bei 21Din/100Asa und die vier zuschaltbaren "Einstelleuchten" im Blitzgehäuse, die ein Focussieren auch unter schlechten Lichtbedingungen ermöglichen.
Beide Blitzgeräte lassen sich sowohl an anlogen als auch an digitalen Kameras betreiben, sofern diese über einen Anschluss für externe Blitzgeräte verfügen.
---- Einschub: Auch wenn die Kamera nicht über einen Blitzanschluß verfügt, ist die Verwendung dieses Ringblitzes möglich!!! Die Steuerung kann dann durch einen "Servoblitzauslöser" (z.B. Hama "Synchromat") erfolgen. Man sollte allerdings die Möglichkeit haben, die Blende an der Kamera manuell einstellen zu können, da keine TTL-Steuerung mehr möglich ist ----
Die Unterschiede zwischen Ar-20T und dem neueren Modell AR-40IS liegen vor Allem in zwei Bereichen:
einmal die schon erwähnte Möglichkeit der TTL-Steuerung in Verbindung mit verschieden Kamerasystemen bei der AR-40IS, zum Anderen läßt sich beim AR-40IS die Blitzenergie manuell auf 1/16 verringern und macht somit eine "weichere" Ausleuchtung möglich.
Wenn man einmal von diesen Unterschieden absieht, sind sich beide Geräte im Handling sehr ähnlich, man schraubt sie auf die Kamera, sucht sich ein Motiv und bekommt schön ausgeleuchtete Bilder - aufgrund der Blitztemperatur von
5600K insbesondere auch auf Tageslicht und Diafilmen. Die fehlende TTL-Steuerung beim Ar-20T macht allerdings ein wenig Rechenarbeit bezüglich der Blende notwendig.
Meine Erfahrung mit diesem Blitzsystem habe ich vor allem im Digitalbereich gesammelt (und das bietet sich auch an, da viele Digicams von Haus aus über eine gute Makrofunktion verfügen) Sofern die Kamera über ein Filtergewinde verfügt, ist der Anschluß völlig problemlos, zur Steuerung habe ich ja oben schon einiges gesagt.
Das "Einstellicht" ist völlig ausreichend zur Steuerung des Autofokus in Bereichen von 2cm bis ca. 50cm gemessen von der Vorderseite des Objektives. Selbst mit der einfachen Computersteuerung des AR-20T waren alle Aufnahmen korrekt belichtet und auch scharf Focussiert.
---- Einschub: Für die Verwendung an Digitalkameras würde ich den AR-20T empfehlen, da die Möglichkeiten der TTL-Steuerung bei den meisten Digicams ohnehin nicht genützt werden können. Ein Betrieb des AR-40IS ist zwar auch problemlos möglich, man bezahlt allerdings für ein Feature, das man ohnehin nicht nützen kann! ----
Die TTL-Steuerung des AR-40IS konnte ich an einem Minolta System testen, sie arbeitete problemlos mit der Kamera zusammen und sorgte durchgängig für gute Ergebnisse.
Zum Abschluß noch einige technische Daten:
Ar-40IS:
für Makroaufnahmen mit AF- und MF100mm/F3,5Macro sowie 50mm Brennweite und länger
• Leitzahl: 10
• TTL-Blitzsteuerung: durch austauschbare Module kompatibel für AF-Kameras von Nikon, Canon und Minolta sowie für MF-Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Pentax und Yashica/Contax
• Ausleuchtwinkel: 60°x 60°
• Blitzfolgezeiten: 0,5–10s
• Einstelllicht: mit 4 Minileuchten
• Leuchtdauer: 1/800s–1/20.000s
• Farbtemperatur: 5600K (auf Tageslichtfilme abgestimmt)
• Blitzanzahl: 100 bis 800 Blitze pro Alkaline-Batteriesatz
• Stromversorgung: 4 Mignon-Batterien oder NC-Akkus gleichen Typs, Netzadapter (als Zubehör erhältlich)
• Anschlußmöglichkeit mittels Serie VII-Adapter an Objektive ab 50mm Brennweite mit Filtergewinde zwischen 46mm und 62mm (Adapterringe als Zubehör erhältlich)
• Betriebsarten: TTL und manuell
• Energie-Drosselschalter: Leistungsreduzierung auf 1/16
• Blitzbereitschaftsanzeige: vorhanden
• Belichtungskontrollanzeige: vorhanden
• Abmessungen: Blitzkopf 99x19x125mm/Steuereinheit 125x70x50mm
• Gewicht: Blitzkopf 105g/Steuereinheit 225g (ohne Batterien)
Für den AR-20T verfüge ich leider über kein Datenblatt, allerdings sind die Eckdaten bis auf die oben erwähnten Unterschiede wohl sehr ähnlich.
Mein Fazit bei Verwendung dieser Geräte:
Ein hervoragendes Zubehör für Makrofotoraphen, das in der Leistung den weit teureren Geräten der großen Kamerahersteller um nichts nachsteht.
Das Metz Blitzsystem. Ein qualitativ sehr gutes Blitzsystem. Meine Erfahrungen in 3 Jahren.
ein Testbericht von bidone2002-05-26 08:23:13vom 26.05.2002Empfehlung: ja
Seit vielen Jahren ist mein Metz 40MZ-2 mein treuer Begleiter auf Fototouren.
Hier nun eine kurze Gerätebeschreibung und meine Erfahrungen mit dem Gerät.
Aufbau:
Das Blitzgerät besteht aus dem Metz SCA-Adapter (einer der größten Vorteile des Metz-Systems, doch dazu später mehr) und dem eigentlichem Blitzgerät, die beide zusammengesteckt werden, danach wird das Gerät auf den Blitzschuh der Kamera aufgesetzt und mit einem Drehgriff verriegelt. Der Deckel lässt sich leicht verschieben und gibt dann das Batteriefach frei. Das nimmt 4 Stück Mignon-Akkus oder Batterien auf. Das Blitzgerät kann man auf dem SCA-Adapter um 360
Grad schwenken, wobei es in 45 Grad-Schritten einrastet. Das hat den Vorteil, dass Kamerasichtfeld und Blitzausleuchtung nicht identisch sein müssen.
Der vordere eigentliche Blitzkopf läßt sich bis ca. 80 Grad nach oben und ca. 10 Grad nach unten schwenken. Dadurch kann man indirekt über die Decke blitzen, ohne dass es zu starker Aufhellung zB. der Gesichter kommt. Dann kommt auch der zweite, im Gerät eingebaute, Blitz zum Einsatz. Der verhindert dann zum Beispiel Schatten unter den Augenbrauen, die beim einfachen indirekten Deckenblitz gern mal entstehen. Eingeschaltet wird er einfach an einem kleinen Schiebeschalter auf der linken Geräteseite.
Auf der Geräterückseite findet man ein hintergrundbeleuchtetes LCD-Display, dass einen sämtliche Daten und Einstellmöglichkeiten aufzeigt sowie den Betriebsartenschalter und den Einschaltknopf.
Bedienung:
Das Gerät wird auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt und mit der Befestigungsmutter gekontert. Nun schaltet man zuerst die Kamera und dann den Blitz ein. Nach erfolgter Aufladung des Blitzkondensators leuchtet ein grünes Bereitschaftslämpchen auf.
Stellt man den Schieber für die Blitzart auf TTL so steuert die Kamera den Blitz vollautomatisch. Das heißt dass die Blitzstärke nach erfolgter Belichtungsmessung vollautomatisch eingestellt wird. Die Stellung des Blitzreflektors richtet sich dann auch automatisch nach eingesetzten Objektiv bzw. der Zoomstellung. Mit dieser Einstellung kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Alles funktioniert dann automatisch und bei ausreichender Belichtung leuchtet ein rotes OK-Lämpchen auf und informiert den Benutzer, dass die Aufnahme korrekt belichtet wurde. Es lässt sich zusätzlich auch noch ein OK-Ton einstellen, dann erfolgt bei korrekter Belichtung ein zusätzlicher Ton. Das ist aber nicht überall angebracht zB. in Kirchen kann es störend auf andere Besucher wirken.
Dabei kann man auf der LCD-Anzeige jederzeit alle notwendigen Daten ablesen.
Der fortgeschrittene Benutzer kann alle Einstellungen manuell vornehmen.
Anzeige:
Nachdem Blitz und Kamera eingeschaltet sind überträgt die Kamera beim leichten Andrücken des Auslöseknopfes die notwendigen Daten. Die werden dann auf dem LCD-Display angezeigt.
Das wären:
eingestellte bzw. von der Kamera ausgelesene ISO Filmempfindlichkeit
die Blitzreichweite in Metern
die Zoomstellung des Blitzreflektors
die Blende
Lieferumfang:
Das Blitzgerät wird im Karton mit Bedienungsanleitung und Tasche geliefert.
Der SCA-Adapter für die Verbindung zwischen Kamera und Blitz muss extra gekauft werden. Was zunächst wie ein Nachteil aussieht ist einer der größten Vorteile des Metz-Systems! Falls man einmal die Kameramarke wechselt brauch man kein teueres Blitzgerät sondern nur den SCA-Adapter wechseln! Und das ist einzigartig und besonders wenn man Neueinsteiger ist und eventuell die Marke wechsel möchte oder wenn man verschiedene Systeme besitzt ist das ein großer Vorteil.
Technische Daten:
Leitzahl 40 (Blitzreichweite in Metern bei ISO 100)
integrierter AF-Meßstrahl
LED-Anzeige für Bereitschaft und Belichtung
manuell einstellbarer Blitzbetrieb
TTL-Betrieb
Synchronisation auf dem zweiten Verschlußvorhang
Stromverbrauch:
Eine genaue Anzahl der Blitze, die mit einer Akkuladung abgegeben werden können, kann ich leider nicht angeben, da ich eigentlich nie mehr als 10 mal hintereinander blitze. Ich betreibe das Gerät mit Nickel-Cadmiumzellen. Diese haben gegenüber den neueren Nickel-Metallhydritakkus einen geringeren Innenwiederstand und können somit einen höheren Ladestrom abgeben. Das verringert die Ladezeit beträchtlich. Mit Batterien habe ich keine Erfahrung, da die zu teuer sind und ich sie auch aus Umweltgründen nicht einsetze.
Nachteile:
-bei Minolta keine High-Speed-Synchronisation (kann nur das Modell Minolta 5400 HQ)
-beim ausschalten ohne vorherige vollständige Aufladung des Blitzkondensators schaltet das Gerät mitunder nicht vollständig ab, dann sind beim nächsten Einsatz die Akkus leer
Vorteile:
-alle Details der Geräteeinstellung lassen sich am Display ablesen
-fexibel auch beim Systemwechsel
-verstellbarer Blitzkopf somit ist indirektes Blitzen möglich
-Akkubetrieb möglich
Fazit:
Ich bin mit dem Gerät vollkommen zufrieden. Die kleinen Macken kann man im Vergleich zum wesentlich teureren Original-Markenblitz verkraften. Wer also ein sehr zuverlässiges Blitzgerät sucht, mit dem er als Fotograf wachsen will sollte das Metz in die engere Wahl ziehen.
Viele Grüße!
bidone
Sorry hatte eben den falschen Beitrag erwischt!
...
ein Testbericht von Jarco2002-05-01 20:23:39vom 01.05.2002Empfehlung: ja
Dieses Blitzgerät begleitet mich seit mehreren Jahren auf meinen Fototouren. Zu beachten ist hierbei, daß es von diesem Modell zwei verschiedene Ausführungen gibt.
Modellpolitik
Das Blitzgerät mit der Bezeichnung 40 MZ-3 besitzt im Gegensatz zum 40 MZ-3i keine Unterstützung der 3D-Blitztechnik von Canon und Nikon. Da ich eine Pentax mein Eigen nenne, störte mich diese Einschränkung nicht. Bekam ich doch so ein Auslaufmodell recht preisgünstig. Beim Gebrauchtkauf sollten Nikon- und Canon-Besitzer jedoch darauf achten das richtige Modell zu bekommen.
Auf der Homepage des Herstellers findet sich leider kein Hinweis auf diese Falle!
Das Modell
40 MZ-1i ist ebenfalls weitgehend identisch mit dem 40 MZ-3i, jedoch fehlt diesem der (sehr nützliche) Zweitreflektor.
Belichtung
Die mit dem Blitz gestalteten Bilder sind eigentlich immer sehr ausgewogen und gut geworden. Durch die Möglichkeit der Teilleistungsregelung und den Zweitreflektor können auch kritische Situationen gut gemeistert werden. Ich hatte an der Bildqualität eigentlich nie etwas auszusetzen (und wenn doch lag es eher am Fotografen). Mit Blick auf das gesparte Geld ist der Metz allemal empfehlenswert, zumal er Features bietet, die kaum ein anderer Hersteller mitliefert (z.B. den Zweitreflektor).
Technische Daten
Da auf der Webseite von Metz leider keine Informationen mehr über dieses Modell zu finden sind, hier einige Daten:
Leitzahl 40 (bei 50 mm & ISO 100)
Leitzahl 54 (bei 105 mm & ISO 100)
Hauptreflektor mit Zoom (24 bis 105mm)
Ausziehbare 20mm Streuscheibe für Weitwinkelaufnahmen
Bedienung
Die Bedienung des Gerätes erfolgt über mehrere Tasten auf der hinteren Geräteseite und ist (fast) perfekt gelöst. Das (auf Wunsch beleuchtbare) Display informiert über:
Brennweite (von Kamera übernommen oder am Blitz eingestellt)
Blende (von Kamera übernommen oder am Blitz eingestellt)
Teilleistungsstufe (am Blitz eingestellt)
Reichweite (errechnet) in Meter oder Fuß
Blitzprogramm (am Blitz eingestellt)
Belichtungsmessung (am Blitz eingestellt)
Blitzzahl & Frequenzen bei Stoboskopbetrieb
Alle Werte die von der Kamera übernommen werden (können), lassen sich auch von Hand einstellen. Die Teilleistung läßt sich bis zu einem 256-tel der Volleistung herabregeln. Da der Blitz über einen kleinen Piepser verfügt, kann die Blitzbereitschaft auch akustisch gemeldet werden.
Der einzig echte Nachteil bei der Bedienung ist lediglich der Stoboskopblitz. Dort sind die Anzahl der Blitze sowie die Blitzfrequenz (in Hz) einzugeben. Umständlicher geht es nicht mehr. Entweder man ist gut im Kopfrechnen oder hat nen Taschenrechner dabei. (Rechenaufgabe: Was muß eingestellt werden bei einer Belichtungszeit von 0,7 sec und 5 gewünschten Blitzen in dieser Zeit?)
Besser wäre hier die von an der Kamera vorgegebene Belichtungszeit und die gewünschte Blitzzahl einzustellen. Die nötigen Rechenaufgaben könnte dann der Blitz übernehmen. Der dort eingebaute Prozessor langweilt sich ohnehin die meiste Zeit!
Soweit ich bisher sehen konnte, hat das Nachfolgemodell (54 MZ-3) dieses Problem immer noch. Wirklich Schade!
besondere Features
Entscheidender Vorteil bei der Wahl eines Metz-Blitzgerätes ist die Kompatibilität des Blitzgerätes auch zu anderen Kameraherstellern. Man muß nur den Blitzfuß austauschen. Ein Systemwechsel ist dann nicht mehr ganz sooo teuer.Möglich wurde dies erst durch den SCA-Standard, der in den 70-er Jahren geboren wurde. Wenn ich recht informiert bin, war Metz daran nicht ganz unbeteiligt. Glücklicherweise halten sich die Kamerahersteller weltweit selbst heute noch weitgehend an diesen Standard.
Bei meiner Pentax Z-20 ist es normalerweise mit dem internen Blitz nur möglich auf den ersten Verschlußvorhang zu blitzen. Durch die Anwesenheit des Metz konnte die Kamera aber plötzlich doch auf den zweiten Verschlußvorhang blitzen. Dazu wurde der kameraeigene Blitz ausgeklappt und der Metz so konfiguriert, daß er zwar die Steuerung übernahm, jedoch nicht blitzte. Ging prima und half mir zweimal als die Akkus im Metz leer waren (inzwischen hab ich nen Zweitsatz).
Hat der Autofocus der Kamera bei schwachem Licht oder einem kontrastarmen Motiv ein Problem scharzustellen, so springt auch hier der Metz helfen ein. Ein kleiner Scheinwerfer projiziert ein Linienmuster auf das Objekt und löst somit alle Probleme. Mangels Adapter konnte ich aber noch nicht testen wie sich der Metz mit den 45 AF-Sensoren der EOS 3 verträgt. Ich vermute mal daß diese beiden nicht zusammen passen und nur der mittlere unterstützt wird.
Der Hauptreflektor kann in (fast) alle Richtungen gedreht und geneigt werden. Indirekte Blitzaufgaben sind somit kein Problem. Um das Motiv dennoch ein wenig aufzuhellen ist der Zweitreflektor wirklich Gold wert. Die Teilleistung läßt sich beim Zweitreflektor per Lichtreduzierfilter (2 Stück) einstellen. Solange man diese nicht benötigt, können sie sicher am Blitzgerät verstaut werden.
Batterielebensdauer
Ich verwende NiMH-Akkus von GP und Sanyo. Die vorhandenen 1500 mAh reichen für etwas 70 bis 100 Blitze. Zwar würden NiCd-Akkus eine noch schnellere Blitzfolgezeit als die vorhandenen 2 bis 3 Sekunden ermöglichen, doch mir sind die pflegeleichteren NiMH-Akkus lieber.
Wer mal im Urlaub in die Verlegenheit kommt Batterien für das Blitzgerät zu kaufen, sollte unbedingt darauf achten, daß diese auch für Blitzgeräte empfohlen werden. Andernfalls kann es passieren daß die Blitzfolgezeit im Minutenbereich liegt oder nur wenige Blitze ausgelöst werden können.
Fazit
Dieser Blitz stellt (nicht nur aus finanzieller Sicht) eine Alternative zu den Originalgeräten der Hersteller dar. Jeder der vor der Anschaffung eines besseren Blitzgerätes steht, sollte sich dieses Modell (bzw. den akteullen Nachfolger 54 MZ-3) genau anschauen.
...