Hüpfspiele für das Nintendo 64 gibt es ja wie Sand am Meer, denke ich.
Daher ist es oft sehr schwer, in der Masse sich die echten "Sahnestücke" rauszusuchen, ob Tonic Trouble ein solches ist??
Schauen wir einmal daher genauer hin...
TONIC TROUBLE:
und wieder einmal "zaubert" UBI SOFT ein Hüpfspiel für das Nintendo 64 aus dem Ärmel, und zwar im Jahre 1999.
GESCHICHTE:
Der Außerirdische Ed ist auf einem Routinetrip.
Dabei fällt ihm aber eine Dose "Space Cola" durch eine Luke auf die Erde und richtet dort ein absolutes Chaos an!
Die Tier- und Pflanzenwelt der Erde reagiert sehr aggressiv und mutiert zu bissigen Monstern.....danke, Ed(GRINS)!!
Der Wikinger Grogh erklärt sich unter Mithilfe der außerirdischen Dose nun zum absoluten Herrscher.
Ed muß seinen Fehler natürlich irgendwie wieder gutmachen.
Er hilft der irdischen Widerstandsbewegung und sucht Teile einer Maschinerie, die alles wieder umkehren und somit wieder gut machen kann...
Ihr seid Ed und wandert durch eine 3D-Polygonwelt.
Insgesamt warten 11 Level auf Euch.
Anfangs noch unbewaffnet, stehen Euch später durch die Hilfe des Docs der Widerstandsbewegung Spezialwaffen zur Verfügung.
Diese bekommt Ihr, wenn Ihr dem Doc sechs Maschinenteile gebracht habt. (Stock, Blasrohr)
Den Stock benutzt Ihr in der Regel für Gegner auf dem Boden, das Blasrohr für fliegendes "Gesocks"!
Mit dem Pogostab könnt Ihr später sogar über Lava gehen, mit dem zauberstab könnt Ihr Euch verwandeln, aber ich will jetzt nicht zuviel verraten!!
Neben Bonusleben gibt es Thermometer zu ergattern.
Habt Ihr zehn Stück von diesen ergattert, steigt Eure Energieleiste um einen Punkt.
Aufgefüllt wird diese wieder durch das Sammeln von Quecksilber.
Auch dem Popcorn kommt eine tragende Rolle in TONIC TROUBLE zugute, aber...pssst!
TONIC TROUBLE ist alles in allem ein gut gelungenes Hüpf-Abenteuer.
SPIELDESIGN:
Die Level sind abwechslungsreich gestaltet und die Optik sehr farbenfroh.
Das Abenteuer wird Euch somit nicht langweilig, für Motivation ist in diesem Abenteuer gesorgt.
Wahnsinnig bahnbrechende Neuerungen oder Effekte, die einem den Mund offenstehen lassen oder überraschende Wendungen in der Geschichte sind NICHT vorhanden, so daß es NICHT zur Spitzengruppe des Jump'n Run-Genres aufschließen kann!
SPIELTECHNIK:
Dies verhindern erst recht die WACKELIGE STEUERUNG beim Zielen auf die Feinde und eine gewöhnungsbedürftige - um es mal höflich auszudrücken - Kameraführung.
Ein leicht überdurchschnittlicher Jump'n-Run-Titel, kein Pflichtkauf, aber auch kein FLOP.
Ich zumindest habe es nach wenigen Wochen wieder verkauft, aber dies muß ja nicht für Euch gelten...
Vorteile:
witziger und abwechslungsreicher Spielablauf, farbenfrohe Darstellung
Nachteile:
nervige Kamera, grobe Steuerung, nichts Überraschendes bzw. Herausragendes
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Lustig und nervig zugleich
ein Testbericht von Yasmeen2004-12-13 12:39:08vom 13.12.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Witzig, lustig, humorvoll, abwechslungsreiche Spielabschnitte, schön bunt...Nachteile/Kritik: Nervige Kameraprobleme, nicht immer gelungene Steuerung, geringe Langzeitmotivation, nur durchschnittliche Grafik, monotoner Soundtrack
Tonic Trouble für das Nintendo 64 lernte ich irgendwann im Jahr 2001 kennen, es handelt sich hierbei um ein Hüpfspiel, also um ein sogenanntes Jump and Run, welches Ihr die ganze Zeit über „immerhin“ in einer 3D-Perspektive verfolgen könnt. Gekostet hat es mich damals schon nur noch deutlich weniger als 40 DM, da es zum damaligen Zeitpunkt schon weit mehr als ein Jahr auf dem Buckel hatte, heute zahlt Ihr sicherlich allerhöchstens noch 10€ für dieses N64-Spiel, was einen eventuellen Kauf ja nicht unbedingt unattraktiver macht. Doch der Preis allein ist natürlich nicht der Grund, wieso ich Euch etwas ausführlicher über dieses Videospiel erzählen möchte, zumindest Fans solcher Jump and Runs, die momentan nicht allzu viel für ein Spiel ihres Lieblingsgenres ausgeben möchten, sollten meiner Ansicht nach mehr als nur einen flüchtigen Blick auf dieses Spielmodul riskieren.
Im Mittelpunkt von Tonic Trouble steht eine doch eher sehr ungewöhnliche Hauptfigur, sofern ich in diesem Fall überhaupt von einer „Figur“ sprechen kann. Denn beim Held unserer Geschichte handelt es sich um ein lilafarbenes und zudem außerirdisches Wesen, dessen Steuerung wir schon nach sehr kurzer Zeit übernehmen dürfen. Jedenfalls fing alles eigentlich sehr gemütlich an, nichts deutet zunächst darauf hin, dass wir am Beginn eines turbulenten Abenteuers stehen. Ed, so der Name unseres Außerirdischen, befindet sich anfangs auf einem ganz gewöhnlichen Routineflug in den unendlichen Weiten des Universums und rauscht mehr oder weniger vergnügt durch das All, als ihm ein klitzekleines Missgeschick passiert: eine Dose seiner „spacigen“ Cola fällt nämlich durch eine Luke seines Raumgleiters, landet auf unserer guten alten Erde und richtet daraufhin ein überraschend großes Chaos an. Denn unglücklicherweise reagiert sowohl die Pflanzen- als auch die Tierwelt extrem allergisch auf jene Cola aus dem All und mutiert innerhalb kürzester Zeit doch tatsächlich auf äußerst unangenehme Art und Weise. Es entwickelt sich nach und nach eine sehr aggressive und ganz und gar nicht ungefährliche Flora und Fauna, wobei sich der Wikinger namens Grogh, der in den Besitz jener Coladose gekommen ist, kurzum selbst zum Herrscher schlechthin erklärt. Unserem Alien Ed bleibt somit gar nichts anderes übrig als einzuschreiten, als Alien mit großem Verantwortungsbewusstsein versucht er, Schlimmeres zu verhindern bzw. kleine Korrekturen vorzunehmen, er tritt schließlich der Untergrundbewegung bei. Zur Seite steht ihm dabei in erster Linie ein etwas wirrer aber nichtsdestotrotz genialer Wissenschaftler, mit dessen Maschine die eingetretenen Mutationen tatsächlich umgekehrt werden können. Ihr merkt somit ziemlich schnell, dass dieses Hüpfabenteuer nicht allzu ernst genommen werden darf, wer dieser Art von Videospielen etwas abgewinnen kann, wird sicherlich Freude an Tonic Trouble haben, diejenigen von Euch, die dem Ganzen nicht viel abgewinnen können, brauchen im Grunde gar nicht erst weiterlesen, für sie kommt der Kauf dieses N64-Spiels überhaupt nicht in Frage.
Auf jeden Fall wandern wir mit unserem Alien-Helden munter durch zahlreiche 3D-Landschaften, wobei insgesamt elf verschiedene Level auf uns warten, die nicht nur umfangreich sondern auch erfreulich abwechslungsreich gestaltet sind. Der Spielverlauf ist dabei größtenteils streng linear, denn die Handlung gibt Euch, bis auf wenige Ausnahmen, streng vor, wohin Ihr als Nächstes zu gehen
habt und unter welchen Voraussetzungen es überhaupt in der Geschichte weitergehen kann. Wen das nicht besonders stört, macht sich schleunigst auf die Suche nach effektiven Waffen, denn ganz ohne Gewalt kommt der gute Ed natürlich nicht voran, denn nur mit Worten lassen sich die mutierten Kreaturen irgendwie nicht überreden. Auch da ist uns der etwas verwirrte Wissenschaftler eine sehr nützliche Hilfe, denn er ist stets bestrebt, uns neue Extras zusammenzubasteln, um noch besser gegen die immer stärker werdenden Gegner zurechtkommen zu können. Können wir zu Beginn des Abenteuers den heranstürmenden Feinden zumeist nur reaktionsschnell ausweichen, so werden wir im Laufe des Abenteuers doch immer selbstbewusster und weisen die zahlreichen Monster zusehends immer mehr in ihre Schranken. Diese effektiven Extras bekommt Ihr aber nicht einfach so, wir müssen uns diese erst mühselig verdienen, und unserem Wissenschaftler ständig neue Maschinenteile bringen, erst dann wird er immer richtig aktiv. Dass wir hier in Tonic Trouble nicht mit Maschinenpistole und Schrotflinte zu Werke gehen ist für einige von Euch sicherlich sehr bedauerlich aber das hätte zu diesem Spiel irgendwie nicht gepasst, zu kindlich und zu humorvoll wird uns nämlich die gesamte Geschichte präsentiert. Und so kommen auch keine Granaten, Minen oder Raketen zum Einsatz, sondern Ihr macht den mutierten Wesen das Leben beispielsweise nur mit Blasrohr, Holzstock oder anderen Stäben schwer. Durch den Einsatz einer Fliege ist es Euch später zudem möglich, große Abgründe zu überwinden und durch die entsprechenden Luftwirbel auch nach oben zu gleiten, dabei seid Ihr stets auf der Suche nach Geheimtüren oder sonstigen versteckten Eingängen, wobei sich viele durch das Betätigen entsprechender Schalter öffnen lassen, die Ihr natürlich auch erst ausfindig machen müsst. Für mehr Abwechslung sorgen später außerdem noch Zauberstäbe, die es Euch ermöglichen, kurzzeitig über kochend heiße Lava wandeln oder durch das Annehmen einer völlig anderen äußeren Erscheinungsform an gegnerischen Wachen vorbeischleichen zu können.
Da wir doch die meiste Zeit über ziemlich auf uns alleine gestellt sind, haben wir weitere nützliche Extras auch bitter nötig. So lassen sich zum Beispiel in schneebedeckten Gebirgspässen, glühend heißen Lavagebieten, tiefen Wäldern, großen Festungen, verwinkelten Höhlengebieten, gewaltigen Canyons und sogar auch in Pyramiden des alten Ägyptens Extraleben finden. Eine besondere Bedeutung haben in Tonic Trouble außerdem noch die vorhandenen Thermometer: findet Ihr nämlich zehn Stück von ihnen, steigt Eure Lebensenergieleiste, was uns in diesem gefahrvollen Abenteuer natürlich sehr hilfreich ist. Des weiteren frischen wir unsere Energie durch das Einsammeln von Quecksilber auf und durch das Verzehren von Popcorn findet schließlich eine kurzzeitige Verwandlung in einen besonders kräftigen Ed statt, der zumindest für eine kurze Zeit lang nahezu unbesiegbar ist und in jenem Zeitraum wirklich sehr kräftige Schläge austeilen kann. Endgegner ist schließlich der am Anfang erwähnte Wikinger Grogh, wobei kurz zuvor das giftige Höhlengebiet eine ernstzunehmende Hürde für unseren außerirdischen Helden darstellt. Diese Höhle des Giftpilzes können wir als Ed nämlich nur heil überstehen, wenn wir mindestens 160 Gegenmittel im Laufe des gesamten Abenteuers eingesammelt haben, welche wir in sämtlichen Spielabschnitten als leuchtende Spiralen erkennen können. Demnach dürfen wir auch das Einsammeln jener Leuchtspiralen so ganz nebenbei nicht völlig außen vor lassen.
Dies alles hört sich zumindest für den Hüpfspiel-Fan, der nichts gegen die etwas schräge Art der Präsentation hat, sicher ganz interessant an, dass es sich hier bei Tonic Trouble aber leider nicht um einen richtigen Jump-and-Run-Hit handelt, hat mehrere Gründe: zunächst einmal ist die Grafik nicht überragend gut, sie ist ganz okay, nicht mehr aber auch nicht weniger. Die gesamte Präsentation sowohl der Hintergründe als auch der Figuren ist zwar außerordentlich bunt ausgefallen, sämtliche Szenarien werden uns sehr farbenfroh dargestellt und sorgen somit für ein gemütliche Ambiente, doch ist die Optik wenig detailreich ausgefallen, an vielen Stellen wirkt manches doch sehr kantig und eben im Großen und Ganzen sehr unspektakulär, von Spezialeffekten ist ohnehin weit und breit keine Spur. Der Soundtrack ist phasenweise extrem langweilig und wirkt im Grunde monoton, mitreißende oder besonders gelungene Soundeffekte gibt es auch nicht, so dass ich hier bestenfalls noch von einer durchschnittlichen Präsentation sprechen kann. Was aber das größte Manko in diesem Spiel darstellt, sind die zumindest leicht missglückte Kameraführung und auch nicht immer einfach zu handhabende Steuerung. Und glaubt mir, das nervt auf Dauer gewaltig. Die Flugeinlagen sind nicht wirklich gelungen und bei der Benutzung unserer Fernwaffe, dem Blasrohr, ballert Ihr einfach ohne Sinn und Verstand durch die Gegend, in der Hoffnung, irgendwann einmal das Ziel tatsächlich getroffen zu haben, von einem genauen Anvisieren kann hier jedenfalls überhaupt nicht die Rede sein. Noch schlimmer ist die extrem nervige Kameraführung, welche mich jedenfalls am Meisten ärgerte. Viel zu oft erfolgen urplötzlich wilde Kameraschwenks, gerade in den engen Höhlengängen oder Schluchten ist dies äußerst lästig und trieb mich manchmal sogar zur Weißglut, zumindest kurzzeitig. Nach dem x-ten ruckartigen Kameraschwenk wurde mir langsam nicht nur richtig schwindlig, sondern es kam richtige Hektik auf, was sich verständlicherweise sehr unangenehm auf den Spielspass auswirkte. Nur durch die abwechslungsreichen Spielabschnitte, den zweifellos enthaltenen Humor und den Sammeltrieb, was die unterschiedlichen nützlichen Gegenstände anging, hielt ich bis zum Ende durch, ein zweites Mal würde ich dieses Jump and Run aber mit Sicherheit nicht mehr spielen wollen. Tonic Trouble für das Nintendo 64 bekommt somit nur eine hauchdünne Empfehlung von mir.
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