Sport ja, möchte man schon machen, aber so das Aufraffen... und denn die Frage, was für eine Sportart? Zu zeitaufwändig soll es nicht sein. Eine teure Ausrüstung möchte ich mir nicht extra anschaffen. Und überhaupt...
Als ich letztens beim Arzt war, fragt der mich doch glatt: Sagen Sie mal, Frau W., t reiben sie eigentlich Sport??? Mist, erwischt! Schoss es mir durch den Kopf, Theoretisch ja... antwortete ich. Das heißt, ich bin noch a uf der Suche, weiß nicht so recht... stammelte ich und fing an oben aufgeführte Argumente ins Gespräch zu bringen.
Da unterbricht er mich und sagt: Haben Sie schon einmal darüber nach gedacht zu walken?
Walken, das ist doch dieses komische schnelle gehen, oder? Ich schlich nach Hause und dachte darüber nach. Nun, mein Gang zum Arzt beinhaltete, dass meine Venen nicht so astrein sind. Tut eben weh in den Beinen. Und mit dem Sport hatte er ja Recht. Sicherlich bewege ich mich viel. Wer Kinder hat, wird das nach voll ziehen können. Alter egal. Irgendwie ist man immer und ständig "am Gange".
Doch diese Art von viel bewegen hat nicht unbedingt was mit Sport zu tun. Das war mir schon klar.
~~~Was genau ist denn nun walken? Und was bewirkt es?~~~
Walken ist, ich drücke es mal so aus, wie eben schon: ein schnelles Gehen. Wichtig dabei ist, dass man den Fuß immer erst mit der Ferse aufsetzt und dann bis zu den Zehen abrollt. Muss man üben! Ging mir jedenfalls so. Nun setzt man einen Fuß vor den anderen. Mein Gott, jeder weiß, wie man geht!!! (schmunzel)
Dabei sollte man den Blick nach vorne richten und die Schultern gerade halten. Die Arme an den Seiten leicht angewinkelt, damit sie beim walken mitschwingen. Ehrlich gesagt, da kommt man sich anfangs komisch vor. Mir ging so durch den Kopf: da sieht man den "typischen" Walker schon von weitem. Weil der immer so die Arme mitschwingt.
Nun, da kann man drüber stehen! Ich nahm mir meine Tochter zur Brust und setzte an: Wolltest du nicht schon immer& nbsp;mal mit mir zusammen Spor t machen? Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben zu walken und dass ich mich freuen würde, wenn ich nicht alleine walken müsste. Setzte noch hinzu, dass das aber evtl. zu langweilig für sie sein könnte. Von wegen! Sie erzählte mir, dass sie das in der Schule im Sportunterricht gelernt hätte und sie fände das eine großartige Idee.
Tja, nun gab es kein Kneifen mehr. Wir beschlossen, jeden Abend gegen 19 Uhr los zu walken. Ich bestand darauf, die Strecke anfangs recht kurz zu halten und auch das Tempo niedrig anzusetzen.
Gebongt!
Flache Schuhe sind wichtig! Ich habe zwar gelesen, dass es spezielle Walkingschuhe geben soll... oder aber man nimmt Sportschuhe. Nun, die einzigen richtig flachen Schuhe, die ich so habe, sind Turnschuhe. Ferner bequeme Kleidung. Ich denke mal, das ist aber selbstverständlich. Fühlt man sich doch einfach wohler dabei ;)
~~~~~Flugphase?~~~~
Walken schont die Gelenke, da die "Flugphase" fehlt. Das heißt, dass immer ein Fuß auf der Erde ist, da man ihn ja abrollt. Beim Joggen ist das anders. Da läuft man ja und hat mitunter beide Beine, zumindest kurzfristig, in der Luft. Durch das Fehlen dieser "Flugphase" (ich finde, das ist ein klasse Wort ;) ) soll Walken gelenkschonend sein. Es ist gut für die Durchblutung, regt den Kreislauf an und es ist nicht so anstrengend.
~~~Muskelkater?~~~
Aus der Puste war ich nicht, nachdem wir unseren Walkgang hinter uns hatten. Was aber war mit
meinen Beinen los? Ich dachte, meine Unterschenkel platzen mir. Vorne am Schienbein tat es Hölle weh und ich dachte wirklich, ich könnte nicht einen einzigen Schritt mehr machen. Dabei hatten wir eine Strecke von... na ja, jedenfalls war sie nicht sehr lang... hinter uns. Auch das Tempo war sinnig.
Ob ich so unsportlich bin???? War echt heftig! Habe mich dann mal erkundigt. Und es ist wirklich so, dass die Muskeln durch das Abrollen ganz anders beansprucht werden. Dieser Muskelkater ist heftig und tritt (mitunter) schon nach kurzen Laufphasen ein.
Als Tipp erzählte mir eine Freundin, dass sie zwischendurch ein paar Schritte joggt. Das gefällt mir aber nicht, denn joggen wollte ich ja nicht. Ich habe es mit Beine "ausschütteln" zwischendurch probiert. Das linderte etwas. Ich schätze aber mal, dass ich einfach konsequent weiter machen sollte.
Ich habe aufgrund der Schmerzen eine Pause eingelegt (eine gute Woche jetzt) und habe mir ganz fest vorgenommen, wieder weiter zu machen.
~~~Vorteile:~~~
Ich treibe Sport.
Ich brauche dafür keine teure Ausrüstung.
Ich muss nicht extra irgendwohin fahren, denn ich kann ja schon von der Haustür aus loslegen.
Der Zeitaufwand ist nicht groß.
Ich strapaziere meine Gelenke nicht unnötig.
Es heißt zwar, dass Walken eine Einsteigersportart ist für Anfänger, Übergewichtige und Ältere.... doch ich finde, man sollte es einfach als eine Sportart ansehen, die unkompliziert zu handhaben ist und zudem fit macht.
~~~Noch ein paar Worte zu der richtigen Schrittlänge, die man beachten sollte:~~~
Hinstellen, Füße in Hüftbreite (ist das nicht immer so, wenn man irgendwas mit Füßen messen soll???), dann nach vorne fallen lassen... so weit, bis man automatisch einen Schritt nach vorne macht. Dann hat man die richtige Schrittlänge.
~~~Ein allerletztes Wort noch:~~~
Anti - Streß - Programm schrieb ich am Anfang. Der Tipp meines Arztes war, dass ich jeden Abend, auch wenn es nur 10 Minuten sind, draußen ein wenig laufen sollte/ spazieren gehen, um den Kopf frei zu kriegen. Das ist gut gegen Stress. Nun bin ich nicht ein übermäßig gestresster Mensch, aber ich denke, den Tipp kann sich jeder zu Herzen nehmen. Kleiner oder großer Stress... ein kleines bisschen Zeit zum Abschalten tut jedem gut.
Und das mit dem Walken zu verbinden - macht Sport sympathisch :)
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