Watson CO 1430 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Lütter Brüllwürfel
ein Testbericht von froes2005-08-25 09:23:14vom 25.08.2005Empfehlung: ja
Vorteile: klein, relativ guter Klang, PLL-RDS-Tuner, Preis...Nachteile/Kritik: Bedienelemente unübersichtlich
In unserer neuen Wohnung liegt die Küche nicht mehr direkt neben dem Wohnzimmer und dient auch als Speiseraum. Vorher hatte die Anlage im Wohnzimmer auch für die Küche mit gereicht, jetzt musste eine neue her.
Zunächst favorisierte ich ein Unterbauradio mit CD-Player, aber die die Geräte waren übermäßig teuer und klangen dabei bescheiden. Also sollte es doch eine Micro-Anlage werden. Die Boxen durften 16 Zentimeter Höhe nicht überschreiten, damit sie auf die Hochschränke passen und das Basisgerät sollte auch schön klein sein. Das Radio sollte einen PLL-Tuner wegen der Frequenzstabilität haben, und ein Kassettenteil war nicht zwingend notwendig.
2. Auswahl und Beschaffung
Es gab viele hübsche Micro-Anlagen auf dem Markt, aber fast alle überschritten das geplante Budget. Die restlichen hatten keinen PLL-Tuner oder waren mit billigen Kassettenlaufwerken bestückt.
Irgendwann kam mir die Metro-Webung mit der Watson-Anlage in die Finger. Ich schaute mir das Gerät in der Metro an und es überzeugte mich. Kurzzeitig kam in mir noch der Wunsch auf, die daneben stehende designmäßig etwas schickere Panasonic-Anlage zu kaufen. Diese kostete aber das Doppelte und hatte nicht einmal RDS.
3. Auspacken und Installation
Im buntbedruckten Pappkarton befanden sich
· das Grundgerät
· zwei Boxen
· eine Fernbedienung incl. Batterien
· die Bedienungsanleitung
· eine Wurfantenne
gehalten durch Styropor-Formteile.
Das kleine Grundgerät (B140 x H158 x T212) besitzt auf der Oberseite eine motorbetriebene CD-Fach-Abdeckung aus Acryl.
Die Gerätefront besteht aus silberfarbiger Plastik. Das Magnesium-Feeling kommt leider nicht auf. Auf der Vorderseite befindet sich oben ein einzeiliges alphanumerisches Display mit einer Reihe von zusätzlichen Symbolen. Darunter befinden sich in Form eines auf dem Kopf stehenden U um ein Designelement angeordnet 18 nahezu gleichgroße Knöpfe.
Auf der Rückseite sind vier Chich-Buchsen als Lausprecherausgänge, sowie ein Antennen-Eingang und das Netzkabel.
Die Länge der an den Boxen befestigten mit Chich-Steckern versehenen Lautsprecherkabel war, weil das Gerät unsymmetrisch im Verhältnis zu den Boxen stehen sollte, erwartungsgemäß zu klein. So blieben die Boxen zunächst nahezu nebeneinander stehen.
Da ich nichts abschneiden und anlöten wollte, blieb mir nur übrig, eine Chinch-Verlängerung zu kaufen. Diese kostete dann mehr als 10 Prozent des Kaufpreises der gesamten Anlage! Dafür stehen die Boxen jetzt am vorgesehenen Platz ganz links und ganz rechts auf dem Hochschrank.
In der Küche gab es keinen Antennenanschluss. So blieb nur die Wurfantenne.
4. Ein erster Test
Nach etwas Herumprobieren wegen der richtigen Positionierung der Wurfantenne kam nach dem Einschalten des Geräts und Suchen eines Senders ganz annehmbarer Sound heraus. Das Sendersuchen war gar nicht einfach. Welcher von den vielen kleinen Knöpfen war denn nun für das Ändern der Frequenz zuständig? Bei genauem Hinschauen sind die Symbole auf dem Gerät erkennbar, aber nicht wenn das Gerät halb verdeckt von Küchengerätschaften in einer Ecke steht. Ich weiß bis heute nicht welche Knöpfe das auf dem Gerät sind. Ich benutze immer die Fernbedienung. Da habe ich es mir gemerkt.
Auf dem Gerät kenne ich von den oben genannten 18 nur den An-/Aus und die Laut- und Leise-Knöpfe. Die sind ganz leicht größer.
Das Einlegen einer CD war schon etwas schwierig. Der Platz um die CD herum ist nicht ganz ausreichend, um eine CD gut greifen zu können. Wo soll der bei 14 Zentimetern Breite auch herkommen?
Auch bei CD-Wiedergabe war der erste
Klangeindruck positiv überraschend. Für seine geringe Größe klingt das Gerät recht ordentlich.
5. PLL-Tuner
Der eingebaute PLL-Tuner verfügt über automatische Senderwahl (die Suche stoppt bei Auffinden eines Senders), sowie RDS. Die einzelnen Komponenten der RDS-Information wie Sendername, Programmtyp und RDS-Text können mit der Fernbedienung abgefragt werden.
Der Tuner kann im UKW und MW-Bereich je 20 Sender speichern.
Sender können auch automatisch über den Programmtyp gesucht und programmiert werden.
Es gibt die folgenden Programmtypen:
· INFO
· SPORT
· EDUCATE (Bildung)
· DRAMA
· CULTURE (Kultur)
· SCIENCE (Wissenschaft)
· VARIED (Vermischtes)
· POP M (Popmusik)
· ROCK M (Rockmusik)
· MOR M (Reisemusik)
· LIGHT M (Leichte Musik)
· CLASSICS (Klassik)
· OTHER M (andere Musik)
· NEWS (Nachrichten)
· AFFAIRS (Ereignisse)
Die Wurfantenne ist für den RDS-Betrieb meistens ausreichend.
6. Timer
Das Gerät zeigt im StandBy-Modus die Urzeit an. Es ist ein Anschalt und Abschalt-Timer programmierbar. Auch hat man an einen Sleep-Timer gedacht. D.h. es kann eingestellt werden, nach wieviel Minuten sich das Gerät abschalten soll.
Im Zusammenspiel mit der gelben Displaybeleuchtung wäre das Gerät somit weckertauglich, wenn man diese auch ohne Anschalten des Gerätes aktivieren könnte.
7. CD-Player
Wird der CD-Wiedergabe-Modus eingeschalten beginnt das Gerät zunächst mit dem Untersuchen der CD, um die Titel-Informationen anzeigen zu können. Das passiert in annehmbarer Zeit. Die verschiedenen Zeit-Anzeige-Modi wie verstrichene oder verbleibende Wiedergabezeit des Titels oder der gesamten CD sind einstellbar. Eine zufällige Titelreihenfolge, sowie das Programmieren ausgewählter Titel sind möglich. Eine Wiederholfunktion für einzelne Titel oder die gesamte CD gibt es auch.
Der motorgetriebene Deckel arbeitet zuverlässig.
Ist das Gerät auf z.B. Tuner eingestellt und wird die Play-Taste gedrückt, reagiert das Gerät nicht. Es muss ausdrücklich auf CD umgestellt werden. Das ist nervig und hätte automatisch erfolgen können.
8. Klangregelung
Das Gerät verfügt über einen Equalizer mit vier fest eingestellten Modi:
· ROCK
· CLASSIC
· POP
· FLAT
FLAT ist nach dem Einschalten immer eingestellt.
9. Fernbedienung
Die Fernbedienung ist recht klein, recht eckig und liegt mit ihrer nach vorn konischen Form nicht so gut in der Hand.
Glücklicherweise sind hier der Knopf zum Starten einer CD, sowie die Laut- und Leise-Knöpfe deutlich in Form und Größe von den anderen unterscheidbar. Die anderen folgen dem am Grundgerät bereits beschriebenen Konzept der vielen kleinen runden Knöpfe. Man muss sich halt merken, wo die häufig benötigten Funktionen liegen oder ständig in die Fernbedienung reinkriechen, um die Symbole deuten zu können.
10. Handbuch
Im allein deutschsprachigen Handbuch sind alle Bedienfunktionen ausreichend erklärt und mit Grafiken versehen.
Wer im Allgemeinen mit Handbüchern zurecht kommt, sollte hier auch keine Probleme haben.
Das Handbuch ist in grammatikalisch richtigem gut verständlichen Deutsch formuliert.
Die angegebenen technischen Daten sind allerdings etwas dürftig. So fehlt z.B. die Verstärkerleistung.
11. Zusammenfassung und Allgemeines
Das Gerät arbeitet zuverlässig, ist sehr klein und klingt dabei für seine Größe recht gut.
Die Anordnung und Form der Bedienelemente auf dem Basisgerät ist etwas unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig.
Trotzdem bin ich mit dem Gerät als Küchenradio vollkommen zufrieden. Das Problem mit den vielen kleinen Knöpfen war mir schon beim Kauf aufgefallen und ich hatte es bewusst in Kauf genommen.
Diese Anlage habe ich mit leicht geändertem Design (bessere Anordnung der Bedienelemente und eine schicke Verspiegelung) auch mit und ohne RDS unter anderen Marken-Namen gesehen. Die RDS-Geräte waren allerdings teuerer als das vorliegende Gerät.