Yamaha DSP-A 590 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
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Abgesehen von Dolby Digital fast ein Alleskönner!
ein Testbericht von mg19702006-01-05 16:01:49vom 05.01.2006Empfehlung: ja
Vorteile: 8 Klangfeldprogramme, noch akzeptable Verarbeitung, "Kraftpaket", Phono-Eingang, sehr viele Eingänge, 3 Ausgänge...Nachteile/Kritik: noch kein Dolby Digital, im Stereo-Betrieb etwas schlechter als (alte) Vollverstärker, erste Kompromisse in der Verarbeitung
Und wieder mal möchte ich einen Yamaha Verstärker vorstellen, den ich schon seit längerer Zeit besitze. Diesmal geht es um meinen ersten Surroundverstärker, den ich mir im Jahr 1996 gekauft habe, nachdem ich endlich von meinem Jugendzimmer in eine größere Wohnung gezogen war und gleich ganz andere Möglichkeiten hatte, was die Aufstellung von Geräten und Lautsprechern betrifft.
Nun bin ich aber umgestiegen auf eine Kombination aus Surround- und klassischem Vollverstärker (beide getrennt). So dachte ich mir, nun nach fast 9 Jahren Nutzung des Gerätes nun mal einen Testbericht zu schreiben.
DER SURROUNDVERSTÄRKER "YAMAHA DSP-A 590"
Es handelt sich hierbei um einen Verstärker, der die Betriebsarten "Stereo", "Dolby Surround" und "DSP" unterstützt. Wobei DSP nicht ganz so bekannt ist, es handelt sich nämlich um ein von Yamaha eingeführtes System, welches verschiedene Klangarten emuliert (dazu später noch). "Dolby Surround" dürfte den meisten bekannt sein, allerdings darf man es nicht verwechseln mit dem heute aktuellen "Dolby Digital". "Dolby Surround" war der Vorgänger und ist ein analoges Raumklangsystem. Es eignet sich für die Raumklangwiedergabe bei in diesem Format unterstützten Fernseh-, Video- oder DVD-Filmen. Populär wurde dieses System Mitte der 90er Jahre.
Auch heute findet man diesen Verstärker noch häufiger auf dem Gebrauchtmarkt, z.B. bei eBay. Ein solches Gerät ist eine gute Alternative, wenn man einen reinen Surroundverstärker (ohne Radioteil) sucht und nicht unbedingt das aktuelle Dolby Digital braucht. Heute gibt es so etwas fast nur noch als Receiver. Aber nicht jeder braucht ein Radioteil, außerdem wollen viele (wie ich z.B.) auf ihren alten Tuner (separates Radio-Empfangsgerät) nicht verzichten, denn viele HiFi-Tuner älterer Baujahre haben eine bessere Klang- und Empfangsqualität als die Radioteile in modernen Receivern - und sie sehen auch noch schöner aus.
Der Yamaha DSP-A 590 wurde zwischen 1995 und etwa 1998 hergestellt, war damals ein Surroundverstärker der Mittelklasse und ist heute auf dem Gebrauchtmarkt immer noch sehr beliebt. Ich bezahlte damals umgerechnet rund 420 Euro, was für meine Verhältnisse schon ein stolzer Preis war. Meine früheren reinen Vollverstärker, von denen ich eine ganze Reihe hatte, kosteten im Schnitt rund 100 bis 150 Euro weniger. Das ist schon ein Unterschied - und trotzdem musste ich einige Kompromisse in Kauf nehmen. Um einen Surroundverstärker zu bekommen, der annähernd für den Stereobereich ausgestattet war wie meine früheren Vollverstärker, hätte ich wohl beinahe einen vierstelligen Euro-Betrag zahlen müssen. Daher ist der 590er wirklich nur in die Mittelklasse einzuordnen - zu den Funktionen und der Qualität komme ich gleich noch.
Ich hatte dieses Gerät zwischen Herbst 1996 und Anfang 2005 in meiner Hauptanlage (Wohnzimmer) als einzigen Verstärker im Einsatz, also auch für die Wiedergabe von Musik (CD, Schallplatte, Radio, früher auch Kassette). Und natürlich für Filme.
Der aktuelle "Marktwert" als Gebrauchtgerät liegt derzeit etwa zwischen 70 und 100 Euro, vorausgesetzt das Gerät ist in einem einwandfreien Zustand.
DIE OPTIK
Der Verstärker ist komplett schwarz. Auch bei eBay habe ich ihn bisher nur als schwarzes Modell gesehen, somit kann ich nicht sagen, ob es auch noch eine andersfarbige Version zu kaufen gab. Vorstellen kann ich es mir jedoch, denn in den 90er Jahren war bei Yamaha vor
allem Titan als Alternative angesagt. Optisch passt das Gerät bestens in Anlagenkombinationen (Einzelbausteine) der 80er und 90er Jahre. Wer mich auf dieser Plattform schon etwas näher kennt, erinnert sich, dass Yamaha stets meine Lieblingsmarke war. Dementsprechend ist die Kombination mit anderen Komponenten (habe Yamaha-Geräte aus drei Jahrzehnten im Einsatz) nie ein Problem gewesen, das gilt auch für Geräte anderer Hersteller aus den 90er Jahren, die ich mal hatte, da sie sich in der Breite nur unwesentlich unterscheiden.
Leider ist die äußere Verarbeitung der erste Schwachpunkt. Wozu ich sagen muss, dass einiges doch noch aus Metall ist (Blech?), wie z.B. die Gehäuseabdeckung. Wenngleich das Ganze nicht mehr so einen massiven Eindruck macht wie z.B. meine älteren Vollverstärker. Ansonsten sind bei diesem Gerät so manche der äußeren Elemente schon aus Kunststoff, so wie es in den 90ern schon meist üblich war. Das muss man nun leider in Kauf nehmen, wenn man sich für ein Gerät jüngeren Baujahres entscheidet. Ich selbst bedauere auch diese Entwicklung und bin auch deswegen eher der Klassiker-Fan. Vor allem bei den Knöpfen und Reglern fällt die nun etwas schwächere Verarbeitung auf (vor allem wenn man wie ich auch öfter mit HiFi-Klassikern zu tun und dabei noch "richtig was in der Hand" hat).
Jedoch hat das Gerät trotzdem ein ansprechendes Äußeres. Gut, es ist nicht mehr komplett Vollmetall, aber das Design ähnelt optisch doch den älteren Vorgängern (zumindest den Geräten ab Mitte der 80er). Wenn man (so wie ich) alte und neue Yamaha-Komponenten miteinander kombiniert, so sieht eigentlich nur der "Kenner" den Unterschied.
Mit 10 kg ist der Verstärker nicht gerade ein Leichtgewicht. Die Abmessungen betragen 43,5 x 14,6 x 38,6 cm, also das übliche Format heute noch moderner HiFi-Komponenten. Wobei man aber unbedingt darauf achten muss, ist dass die Tiefe des Gerätes überdurchschnittlich ist (wichtig bei Aufstellung in Regal oder Schrankwand).
DIE ANSCHLÜSSE
Dieses Gerät verfügt selbstverständlich über die heute üblichen Cinch-Buchsen, welche schon lange Standard sind.
Man kann folgende Geräte an den DSP-A 590 anschließen:
a) AKUSTISCH:
3 AUFNAHMEGERÄTE: 1 x TAPE (Tonband), 2 x VCR (HiFi-Videorecorder)
Selbstverständlich kann man auch sämtliche andere Arten von Aufnahmegeräten anschließen: CD-Recorder, MD-Recorder, PC (Soundkarte), Kassettendeck, DAT, Tonbandgerät oder HiFi-Videorecorder zur Tonaufzeichnung. Da drei Aufnahmegeräte anschließbar sind, kann man hier sehr flexibel sein: z.B. zwei Kassettendecks (damals teilweise noch üblich) und 1 Videorecorder, oder wer es ganz modern möchte, z.B. 1 CD-Recorder, 1 MD-Recorder und der PC, oder stattdessen auch noch ein analoges Bandgerät, etc.
Wer ein Kassetten- oder Tonbandgerät mit drei Tonköpfen (für Hinterbandkontrolle) besitzt, sollte dieses unbedingt an den TAPE-Ein-/Ausgang anschließen, denn die Hinterbandkontrolle (sofortiges Begutachten der Aufnahme schon während des Aufnahmevorgangs) wird von diesem Verstärker unterstützt (TAPE MONITOR).
1 x CD
Dieser Anschluss wird in der Regel mit einem normalen CD-Player belegt. Kann natürlich auch der DVD-Player sein.
1 x PHONO
Bei diesem Verstärker ist es noch möglich, einen Plattenspieler anzuschließen. Zu der Zeit kamen nämlich schon die ersten Verstärker auf den Markt, die diese Möglichkeit nicht mehr hatten. Ich spreche natürlich von einem Plattenspieler mit Magnetsystem. Wer heute also noch einen solchen Plattenspieler hat, kann ihn ohne zusätzlichen Phono-Vorverstärker direkt an den DSP-A 590 anschließen. Geeignet ist der Verstärker nur für die am meisten verbreiteten MM-Tonabnehmersysteme (moving magnet). Die selteneren (aber auch oft besseren und wesentlich teureren) MC-Tonabnehmersysteme (moving coil) werden nicht mehr unterstützt.
Die Erdungsklemme für Plattenspieler ist selbstverständlich auch vorhanden.
1 x TUNER
Hier kann ein Tuner, d.h. ein separates Radioteil, angeschlossen werden. Das kann aber rein theoretisch auch jede beliebige andere Wiedergabe-Komponente sein (außer Plattenspieler), z.B. ein DVD-Player.
1 x LD/TV
Hier wird normalerweise der Fernseher angeschlossen. Wie beim Tuner- oder CD-Eingang kann es auch jedes andere beliebige Gerät sein. Der Begriff "LD" steht noch für "Laser Disc". Das war mal der Vorgänger der DVD, hat sich aber nie durchgesetzt (der Verstärker stammt noch aus einer Zeit, in der es noch keine DVDs gab).
1 x VIDEO AUX
Auch hier kann man alles Mögliche anschließen, bevorzugt ist der Anschluss für eine Videokamera. Oder auch vielleicht ein altes Tonband- oder Kassettengerät, das man nur temporär anschließt, um die alten Sachen auf CD zu brennen. Die Besonderheit ist nämlich, dass sich hierfür die Cinch-Buchsen an der Gerätefront befinden und nicht an der Rückseite. Daher ist der Anschluss eher für temporäre Ton- oder Videoquellen gedacht.
b) OPTISCH:
1 x FERNSEHMONITOR, 2 x VCR und 1 x VIDEO AUX
Falls man ein Fernsehgerät mit S-Video-Buchsen besitzt, kann man dieses auch an den Verstärker anschließen. Gleiches gilt für Videorecorder. Auch sind Cinch-Buchsen für den Anschluss von Videogeräten, -kameras und Fernsehmonitor vorhanden.
Ich persönlich habe diese Anschlüsse aber nie genutzt, da ich nur den Ton dieser Geräte über den Verstärker gesteuert habe. Abgesehen davon hatten meine Geräte auch nicht diese Anschlüsse, und auch die Scart-Buchsen des Fernsehers und der Videogeräte (könnte man mittels eines Adapters verbinden) waren stets anderweitig belegt.
c) LAUTSPRECHER:
Man kann folgende Lautsprecher anschließen (Anschlussart in Klammern):
1 bis 2 normale Boxenpaare (die heute üblichen Anschlüsse zum Festschrauben).
Hierbei sollten ganz normale Lautsprecherboxen verwendet werden, diese dienen zur Stereo-Wiedergabe von Musik, sowie als Frontlautsprecher im Surround-Modus.
2 Rear-Lautsprecher (Klemmanschlüsse, wie auch bei früheren Vollverstärkern verwendet).
Hier schließt man das hintere Lautsprecherpaar an, welches nur im Surround- oder DSP-Modus zum Einsatz kommt.
Normalerweise werden zwei kleinere Satellitenlautsprecher verwendet, die Leistung dieser beiden Kanäle ist auch deutlich geringer als bei den anderen drei Kanälen.
1 bis 2 Center-Lautsprecher (Klemmanschlüsse).
Hier schließt man den Center-Lautsprecher an, welcher nur im Surround-Modus zum Einsatz kommt (nicht bei DSP, da das ein Vierkanal-System ist). Die Nutzung eines zweiten Centers wird nur empfohlen, wenn man den Center nicht auf oder unter das Fernsehgerät aufstellen kann. Zwei Center werden üblicherweise links und rechts neben dem Fernseher platziert.
Der Center ist normalerweise ein flacher, abgeschirmter Lautsprecher. Allerdings gibt es auch viele wirklich schlecht klingende Modelle auf dem Markt. Ein guter Center kostet gern schon 200 Euro aufwärts.
Theoretisch kann man auch eine kleinere Lautsprecherbox (Regalbox) verwenden, ist klanglich auf jeden Fall besser als die billigsten Center. Nur darf diese Box nicht so nah am Fernseher stehen, da es mangels Abschirmung zu Komplikationen kommen kann.
d) SONSTIGES:
Front-, Rear- und Center-Output (Cinch).
Diese Buchsen nutzt man, wenn man eine oder mehrere dieser Lautsprecherarten über einen externen Verstärker betreibt. Man verbindet diese Buchsen lediglich mit dem AUX-Anschluss (o.ä.) des externen Verstärkers.
Für HiFi- und Klangfanatiker ist es oft empfehlenswert, die beiden Frontlautsprecher über einen externen Vollverstärker zu betreiben (allein schon für den Musikgenuss), denn erfahrungsgemäß liefern Surroundverstärker bzw. -receiver eine nicht ganz so gute HiFi-Qualität wie ein reiner Vollverstärker (besonders empfehlenswert ist ein klassischer Verstärker älteren Baujahres, da diesen aufgrund der wertigeren Verarbeitung ein natürlicherer HiFi-Klang nachgesagt wird). Wie gesagt, das muss jeder selbst entscheiden, ob der DSP-A 590 für Surround UND Stereo ausreicht oder das System durch separate Verstärker noch ergänzt wird.
Auch der Anschluss eines Subwoofers ist über eine dieser Buchsen möglich, sofern man es wünscht.
Netzsteckdosen (Eurostecker).
An die Netzsteckdosen kann man noch 2 weitere HiFi-Komponenten anschließen, die einen flachen Eurostecker besitzen (das ist heute meistens der Fall, sofern das Netzkabel im Originalzustand ist). Somit kann man sich unter Umständen eine Mehrfach-Steckdosenleiste sparen. Die Stromversorgung der beiden Netzsteckdosen wird auch mit dem POWER-Schalter des Verstärkers geschaltet, so dass man auf einen Knopfdruck bis zu drei Geräte gleichzeitig ein- und ausschalten kann.
Achtung: Es ist nicht zu empfehlen, sich selbst eine Steckdosenleiste mit Eurostecker zu basteln, um unter Umständen noch mehr Geräte über den Verstärker zu schalten. Zum einen entspricht so eine Konstruktion nicht den Sicherheitsrichtlinien, sofern diese Leiste anderweitig eingesetzt würde (fehlender Schutzkontakt), zum anderen darf die Leistungsaufnahme nicht 120 Watt überschreiten. Wer eine Anlage mit besonders vielen Komponenten hat, dem ist eine schaltbare Steckdosenleiste eher zu empfehlen (so halte ich das auch und lasse diese beiden Buchsen unbenutzt).
An der Frontplatte des Verstärkers befindet sich schließlich noch eine 6,3mm-Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers.
DIE REGLER UND SCHALTER
Nun komme ich zu den Bedienungselementen an der Front des Gerätes. Ich beginne mit den Drehreglern.
BASS: Regulierung der Bässe
TREBLE: Regulierung der Höhen
BALANCE: Man kann hier den Verstärker so einstellen, dass entweder der linke oder der rechte Lautsprecher lauter ist als der andere. Empfehlenswert z.B. wenn man in Nähe einer Box sitzt, die andere aber sehr weit entfernt ist, oder bei Bandaufnahmen, bei denen die Kanäle unterschiedlich ausgesteuert sind.
VOLUME: Ganz rechts findet man einen "überdimensionalen" Drehknopf für die Lautstärke. Aufgrund seiner Größe ist der Lautstärkeregler leicht zu finden und zu bedienen. Er ist auch mit einem Motorpoti versehen, damit er auch über die beiliegende Fernbedienung angesteuert werden kann.
Als nächstes dann die Quellenwahlschalter:
Im Gegensatz zu früheren Yamaha-Verstärkern werden die Quellen nicht mehr durch mechanische Schalter angewählt, sondern durch elektronische Tipptasten. Dies ist zwar nicht mehr ganz so "klassisch", hat aber den Vorteil, dass man auch per Fernbedienung die Quellen umschalten kann.
Anzuwählen sind: Tape (Monitor), Tuner, 2 x Video, Phono, CD, LD/TV und Video-AUX, also die jeweils angeschlossenen Geräte.
Weitere Druckschalter:
Ganz links findet man den EIN/AUS bzw. POWER-Schalter. Bei eingeschaltetem Gerät leuchtet unter dem Display eine rote LED für die Betriebsbereitschaft, außerdem zeigt das Display die gewählte Betriebsart an.
Etwas weiter rechts darunter befinden sich die Druckschalter für die Frontlautsprecher. Mit diesen kann man die Haupt-Lautsprecherpaare ein- und ausschalten, und zwar beide anschließbaren Boxenpaare getrennt. Sind beide Boxenpaare ausgeschaltet, kann man natürlich weiterhin Musik über Kopfhörer genießen und die Lautstärke dabei auch wie gewohnt regulieren. Hat man in diesem Fall den Surroundmodus gewählt, hört man auch weiterhin den Ton über die Rear- und Center-Lautsprecher. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen, da der Ton ohne Frontboxen doch verfälscht wird.
Surround-Einstellungen:
Unter dem Display findet man eine ganze Reihe von Tipptasten, die ich jetzt nacheinander beschreibe. Gleichzeitig gehe ich auch schon auf die einzelnen Surround-Modi ein, da das ja ein zentraler Punkt in einem Erfahrungsbericht über einen Surroundverstärker ist.
EFFECT
Hier schaltet man die Betriebsart um, entweder Stereo (Rear und Center sind deaktiviert) oder den zuletzt gewählten Raumklangmodus (Dolby Surround oder DSP). Beim Hören von Musik sollte der Raumklangmodus abgeschaltet sein, da der natürlichste Klang immer noch mit normalem Stereo erzielt wird.
DOLBY PRO LOGIC
Dies ist die Betriebsart für den normalen Dolby Surround Modus mit zwei Front-, zwei Rear- sowie einem Center-Lautsprecher. Diesen Modus habe ich bei den meisten neueren Spielfilmen gewählt, da das die "klassische" Surround-Art ist (natürlich ist Dolby Digital heute noch ausgereifter, aber der Verstärker ist schließlich schon vor 10 Jahren auf den Markt gekommen).
DOLBY PRO LOGIC ENHANCED
In diesem Modus lässt sich eine Kombination vom normalen Dolby Pro Logic und einem digitalen Klangfeld erzeugen. Es handelt sich um eine Simulation eines Mehrkanaltons. Auch diesen Modus habe ich öfter bei Spielfilmen gewählt, aber in der Regel schaue ich mir meine Filme im "Standard"-Surroundmodus an.
Die folgenden Betriebsarten sind nicht mehr Dolby Surround, sondern DSP. Hierbei wird der Center-Lautsprecher deaktiviert, und die Klangeffekte werden aus den vorderen und hinteren Lautsprecherpaaren erzeugt.
CONCERT VIDEO
Dieses Programm ist besonders für Filme oder Konzerte mit besonders klarer Stimmwiedergabe geeignet und soll eine Atmosphäre wie im (Opern-) Konzertsaal vermitteln.
Sogar Musik (z.B. von CD) wird hier in einer recht passablen Qualität wiedergegeben, ich hatte diesen Modus anfangs oft für Musik aktiviert. Mittlerweile höre ich Musik aber nur noch im unverfälschten Stereo-Modus.
MONO MOVIE
Eignet sich für alte Mono-Filme oder auch Nachrichtensendungen. Hier kann trotz der veralteten Monoqualität oft ein breiteres Klangbild erzeugt werden. Manchmal eignet es sich auch für Sprachwiedergabe, aber es kann auch das Gegenteil bewirken: also am besten mal ausprobieren.
STADIUM
Vermittelt den Eindruck eines großen Sportstadions oder auch eines Open-Air-Konzertes.
DISCO
Dieser Modus vermittelt die Atmosphäre einer belebten Diskothek. Empfehlenswert nur bei Musik, die für Discos geeignet ist, wie z.B. Pop, Funk & Soul (hatte ich schon mal probiert).
ROCK CONCERT
Dieses Programm eignet sich nur für Rockmusik und verleiht eine kräftigere Tonwiedergabe.
CONCERT HALL
Auch dieses Programm soll eine Atmosphäre wie im Konzertsaal verleihen, jedoch bezieht es sich hier mehr auf Rockkonzerte.
CENTER LEVEL, REAR LEVEL und DELAY TIME
Jedes Surround- bzw. DSP-Programm hat bestimmte Voreinstellungen. Jedoch können diese auch noch benutzerspezifisch abgeändert werden. Man kann die Lautstärke der Center- und Rear-Lautsprecher anheben oder verringern (Center, Rear Level) oder auch die Verzögerungszeit der Effekte (Delay Time) modifizieren. Die zuletzt eingestellten Werte bleiben gespeichert. Die Grundeinstellungen werden wiederhergestellt, wenn man den Verstärker längere Zeit nicht ans Stromnetz angeschlossen hatte.
DAS DISPLAY
In den oberen zwei Dritteln der Frontplatte befindet sich das Display, das von der Größe her an eine Radioskala klassischer Receiver erinnert. Wenn der Verstärker eingeschaltet ist, ist eine (Yamaha-typische) elfenbeinfarbige Anzeige sichtbar.
Im linken Feld wird die gewählte Quelle in großen Buchstaben eingeblendet (z.B. "TUNER", "CD", "V-AUX").
Lediglich wenn man über den "TAPE"-Eingang hört, bleibt die davor gewählte Quelle angezeigt. Stattdessen leuchtet eine kleine rote Schrift "TAPE MONITOR" auf. Das wurde deswegen so gemacht, weil dieser Eingang zugleich eine Hinterbandkontrolle ermöglicht, sofern man ein Dreikopf-Bandgerät angeschlossen hat. Hierbei hört man direkt während der Aufnahme schon (etwas zeitversetzt) das gerade aufgenommene Band und kann dadurch gleich die Qualität der Aufnahme begutachten.
Im rechten Feld wird der Wert für die Verzögerung der Raumklangeffekte eingeblendet. Diese Anzeige ist natürlich nicht aktiv, wenn man den Stereomodus gewählt hat.
Im unteren Teil wird in kleinerer Leuchtschrift der Name des gewählten Raumklangprogramms angezeigt.
DER KLANG
Wie man es von Dolby Surround Verstärkern erwarten sollte, erhält man auch mit diesem Gerät gute Effekte, die ans Kino erinnern. Natürlich ist das "herkömmliche" Dolby Surround heute etwas veraltet, aber für Leute, die nicht so riesige Filmfans sind, ist dieses System mit zwei Rear- und einem Center-Lautsprecher ganz bestimmt auch heute noch ausreichend. Ich jedenfalls (bin weniger ein Filmfan) war mit der Klangqualität und den Effekten sehr zufrieden.
Natürlich hängt die Güte des Klangs auch immer von den verwendeten Lautsprechern ab. Es gibt garantiert auch noch viel bessere Surroundboxen als die von mir verwendeten (Yamaha NS-E 105, ehemals auch NS-C 60, damals eher untere Preisklasse).
Nun kommen wir aber zur HiFi-Wiedergabe. Hier sind die Meinungen ja sehr geteilt. Viele HiFi-Puristen sind der Ansicht, dass neuere Verstärker einen weniger warmen und natürlichen Stereoklang bieten als alte Klassiker der 70er und frühen 80er Jahre.
Hinzu kommt, dass "naturgemäß" die Surroundverstärker, zumindest im für Otto Normalverdiener bezahlbaren Bereich, einen schlechteren Stereoklang haben als reine Vollverstärker. Der Grund ist, dass mehr als 2 Endstufen in einem solchen Gerät untergebracht werden müssen. Und damit das zu einem "kundenfreundlichen" Preis möglich ist, wird hier und da an der Verarbeitung gespart. Hinzu kommt auch noch, dass ja heute leider die Gehäuse und Bedienelemente aus Kunststoff sind, auch die Bauteile sind nicht mehr so hochwertig wie vor 20 Jahren, das sind auch alles Sparmaßnahmen.
Meine eigenen Eindrücke diesbezüglich: Der Stereoklang des DSP-A 590 ist gut bis befriedigend, also nicht unbedingt überragend! Auf jeden Fall ist er besser als bei vielen Geräten, die man heute neu im Kaufhaus findet. Im Großen und Ganzen war ich einigermaßen zufrieden mit dem Klang. Verwendet habe ich übrigens große Infinity Standboxen, die die Klangqualität auch noch aufwerten.
Jedoch habe ich mich vor kurzem entschlossen, wieder ganz auf Verstärker-Klassiker umzusteigen, vor allem auch nachdem ich in diversen Musikgeschäften mal solch alte Geräte gehört hatte, und selbst hatte ich ja in meiner Zweitanlage bisher auch immer einen alten Vollverstärker, dessen Klang ich irgendwie wärmer, gemütlicher fand.
So habe ich nun diesen Vollverstärker (ein 24 Jahre alter Yamaha A-460) an meine Hauptanlage angeschlossen (Infinity Lautsprecher) und dann mal eine Schallplatte aufgelegt. Was ich da gehört habe, hat mich sehr angenehm überrascht. Der Klang hat mir wirklich viel besser gefallen, nicht nur wärmer und dynamischer, sondern auch detailreicher.
Das ist natürlich auch alles ein wenig Geschmackssache, ob man lieber den Klang alter HiFi-Klassiker oder moderner Geräte mag (oder vielleicht merken einige auch keinen Unterschied). Ich bin mit den Klassikern noch aufgewachsen und höre auch größtenteils Musik aus dieser Zeit. So bin ich jetzt wieder komplett auf Klassiker im Verstärkerbereich umgestiegen und habe dabei Stereo (alter Vollverstärker) für Musik und Surround (Klangfeld-Prozessor) für Filme getrennt.
Die besten Ergebnisse beim 590er, d.h. den angenehmsten Klang, hatte ich bei der Wiedergabe hochwertiger Schallplatten mit einem klassischen Dual-Plattenspieler der 600er-Modellreihe. Dazu muss ich jedoch anmerken, dass ich nie den Phonoeingang des Yamaha benutzt habe, sondern die Phonovorstufe eines Mischpultes (Schätzchen aus meiner Jugend), an das ich etliche Wiedergabequellen angeschlossen hatte.
Selbstverständlich kann auch die CD-Wiedergabe sehr angenehm klingen, und das trifft für gut aufgenommene CDs auch zu. Leider gibt es selbst bei Original-CDs doch enorme Qualitätsunterschiede (bei Platten aber auch).
Aber insgesamt, auch verglichen mit einem größeren Teil der heutigen Mediamarktware, kann sich der 590er auch noch im Stereobetrieb ganz gut hören lassen, auch wenn er hier kein Überflieger ist!
Die Lautstärkeeigenschaften sind überraschend! Schon bei relativ niedriger Lautstärke (ca. 25% des Maximums) macht das Teil schon einen ziemlichen Krach, somit kann das Gerät auch zur Beschallung größerer Partys eingesetzt werden (mit entsprechend geeigneten Lautsprechern).
DIE FERNBEDIENUNG
Die Fernbedienung dient nicht nur zur Steuerung dieses Verstärkers, sondern kann auch andere Yamaha Komponenten aus dieser Serie steuern, sofern vorhanden.
Die Tasten für die Klangmoduswahl sind farbig hinterlegt und stechen natürlich hervor. Rechts unten lässt sich die Lautstärke bequem regeln. Die Verzögerung für die einzelnen Effekt-Modi lassen sich auch fernsteuern, die Quellenwahl natürlich auch.
Ansonsten besitzt die Fernbedienung noch Tasten für die Steuerung eines Yamaha CD-Players (habe selbst derzeit den CDX-890 aus gleicher Serie angeschlossen), eines passenden Kassettendecks (hatte vor ein paar Jahren mal das KX-690 ebenfalls aus der x90-Serie) und eines Radiotuners, so dass man mehrere Geräte mit einer einzigen Systemfernbedienung steuern kann.
DIE WICHTIGSTEN TECHNISCHEN DATEN (laut Beschreibung)
Mindest-Ausgangsleistung: 20 bis 20.000 Hz (Front, Center), 1 kHz (Rear)
Sinusleistung an 8 Ohm: 2 x 70 Watt (Front), 70 Watt (Center), 2 x 20 Watt (Rear)
DIN-Ausgangsleistung: 4 Ohm, 100 Watt
DIE "ROBUSTHEIT" DES VERSTÄRKERS
Was soll ich nun dazu sagen? Fakt ist, dass die guten alten Zeiten der grundsolide gebauten Klassikern schon lange vorbei war, als dieser Verstärker auf den Markt kam. Auch wenn einiges immerhin noch aus Metall ist, so ist es halt doch ein typisches 90er-Jahre-Gerät. Aber es macht doch noch einen besseren Eindruck als viele ganz aktuelle Modelle.
Und ob diese Geräte auch noch 20, 30 oder mehr Jahre halten werden? Eigentlich sind die Geräte von heute nicht mehr dafür ausgelegt, und sowohl ich selbst als auch Bekannte (oder User in HiFi-Internetforen) hatten öfter mal Probleme mit relativ kurzlebigen neueren Geräten.
Allerdings habe ich diesen Verstärker insgesamt mehr als 9 Jahre lang genutzt, und es gab keine Probleme.
Da ich jetzt meinen alten 1981er Vollverstärker Yamaha A-460 in die Anlage integriert habe, habe ich nun wirklich den feinsten HiFi-Klang. Der DSP-A 590 hatte danach ein knappes Jahr lang seine Aufgabe als Klangfeldprozessor, wenn ich mir Filme ansah. Die beiden Frontlautsprecher waren nun an den 460er angeschlossen, und beide Verstärker waren miteinander verbunden, d.h. im Surroundbetrieb bekam der 460er nun das Signal vom 590er.
Da die beiden Front-Endstufen nun nicht mehr genutzt wurden, habe ich mich ein knappes Jahr später entschieden, den DSP-A 590 zu verkaufen und durch einen Klangfeldprozessor (im Prinzip ein Surroundverstärker, aber ohne Stereo-Endstufen) zu ersetzen.
Meine Musikquellen werden über ein altes Mischpult (auch ein Schätzchen aus meiner Jugend) gesteuert, dieses ist mit dem AUX-Eingang des A-460 verbunden für reine Stereowiedergabe. Da das Mischpult auch noch einen Kopfhöreranschluss ("Monitor") hat, habe ich diesen mit dem DSP-A 590 (bzw. später mit dem Nachfolger) verbunden, so dass ich Musik auch wahlweise in Surround bzw. DSP hören kann. Außerdem ist einer meiner DVD-Player auch ans Mischpult angeschlossen.
EINSATZGEBIETE
Sinnvoll ist das Gerät nur dann, wenn man Spielfilme in Dolby Surround bzw. DSP ansehen/anhören will. Wer fast nur Musik hört, dem ist das Gerät nicht zu empfehlen, denn da haben die meisten Vollverstärker stets die besseren Klangeigenschaften. Es wäre zu schade, wenn man den DSP-A 590 nur als Musikwiedergabegerät nutzen würde, denn seine Stärken hat er ganz klar im Klangfeld-Bereich.
Wer gern Musik in feinster HiFi-Qualität hört UND auch mal den Ton von Filmen in Dolby Surround genießen will, dem ist dieser Verstärker bedingt zu empfehlen. Kostengünstiger ist die Lösung mit dem Prozessor, denn der echte HiFi-Fan kommt nicht an einem Vollverstärker vorbei. Natürlich lässt sich auch der 590er als Prozessor verwenden, aber das empfehle ich eher, wenn das Gerät entweder schon vorhanden ist (so wie bei mir) oder aber sehr günstig zu bekommen ist.
Für Leute, die an gutem HiFi-Klang interessiert sind (man beachte den Unterschied zwischen "gut" und "sehr gut"), genügt dieser Verstärker auch auf jeden Fall als "Kombi" für HiFi und Surround. So habe ich das Gerät über 9 Jahre lang genutzt.
Als sehr positiv möchte ich auch noch die vielen Anschlüsse hervorheben, ganz besonders die Möglichkeit, bis zu 3 Aufnahmegeräte und auch noch einen Plattenspieler anschließen zu können.
Vorstellen könnte ich mir den Einsatz auch bei mittelgroßen Veranstaltungen (Partys), denn die Frontlautsprecher können ziemlich laut sein!
DIE BEDIENUNGSANLEITUNG
Hierbei handelt es sich um ein DIN A 4-Heft, fast schon um ein Buch, mit immerhin 166 Seiten. Die Anleitung ist mehrsprachig, wobei der Anleitungstext Sprache für Sprache hintereinander als abgeschlossene "Kapitel" folgt (Yamaha hatten auch mal Zeiten, wo jeder einzelne Bedienungsschritt hintereinander in verschiedenen Sprachen aufgeführt war). Die deutsche Version der Bedienungsanleitung ist flüssig, ausführlich und sehr veranschaulich geschrieben und hat kaum nennenswerte Rechtschreib-, Grammatik- oder Übersetzungsfehler.
FAZIT
Insgesamt ein schönes Gerät für verschiedene Einsatzgebiete, Schwerpunkt ist natürlich der Genuss von verschiedenen Klangfeldprogrammen (besonders bei Filmen). Es liefert sowohl im Stereo- als auch im Surroundbetrieb recht brauchbare Klangergebnisse (wenn auch nicht ganz so gut wie ein hochwertiger HiFi-Vollverstärker), und ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Stereoklang noch besser ist als bei einigen noch moderneren Receivern von heute. Besonders empfehlenswert auch dann, wenn man sehr viele Tonquellen (auch Plattenspieler) anschließen möchte.
Wer noch nicht unbedingt "Dolby Digital" wünscht bzw. darauf verzichten kann, der hat mit dem DSP-A 590 auch heute noch einen sehr guten Surroundverstärker.
Aufgrund der etwas nachgelassenen Verarbeitungsqualität (ich kenne mich nämlich mit klassischen Yamaha-Verstärkern vergangener Tage recht gut aus), den Abstrichen im HiFi-Klang (was auch nur den "echten" HiFi-Fans auffallen könnte) und schließlich weil der Surround-Modus heute veraltet und für den echten Heimkinofan wohl nicht mehr genügend ist, ziehe ich zwei Sternchen ab, ansonsten hat das Gerät eine noch relativ gute Gesamtbewertung mit 3 Sternen verdient und bekommt natürlich meine Empfehlung.
Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen bei ciao.de in 02/2005
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Produktbeschreibung Yamaha DSP-A 590
Technische Daten und ProdukteigenschaftenAV-Verstärker von Yamaha (Mittelklasse) für Dolby Surround und DSP