Zigarettenfabrik Yenidze
Abbildung vergrößern: Zigarettenfabrik Yenidze
Zigarettenfabrik Yenidze
Zigarettenfabrik Yenidze
Zigarettenfabrik Yenidze

Zigarettenfabrik Yenidze

Platz 33 in der Kategorie "Dresden". Typ: Bauwerk / Ehem. Zigarettenfabrik Yenidze: 1886 gründete Hugo Zietz die ”Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze,” die er nach dem türkischen ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 4,50 / 5,00 (4.5 von 5)

Zigarettenfabrik Yenidze Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,50 / 5,00 (4.5 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • voll renoviert, exotisches Flair von Tabak-Moschee und Karl-May-Romantik mit Cafe-Bar-Nightclub
  • mal was außergewöhnliches
Nachteile/Kritik
  • in traurig örtlicher Umwelt etwas deplaziert wirkend
  • Restaurant meist Abends ausgebucht
AnnaElisabeth

Wer erinnert sich noch an die Zigarette Senussi?

ein Testbericht von 2003-06-24 16:04:04 vom 24.06.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: voll renoviert, exotisches Flair von Tabak-Moschee und Karl-May-Romantik mit Cafe-Bar-Nightclub ...
Nachteile/Kritik: in traurig örtlicher Umwelt etwas deplaziert wirkend
Wer er innert sich noch an die ägyptische-orientalische Zigarette „Senussi“?

Schon als kleines Kind schaute ich immer mit großen, bewundernden Augen auf die Zigarettenschachteln, die mein Großvater mitbrachte. Die schönste, die mir am besten gefiel, und die mich mit ihrer buntenorientalischen Abbildung am meisten begeisterte war ganz anders geformt als die anderen. Sie hatte eher die Form einer Zigarilloschachtel, breiter, schmaler, einlagig gepackt, 10 oder 12 Zigaretten. Doch das alles war unwichtig,
entscheidend war die eher an orientalische Märchen von Karl May erinnernde Frontseite der Schachtel, die zeigte einen Orientalischen Palast, kann auch eine Moschee sein, wie manche behaupten, bunt und abenteuerlich, wie eben orientalischer Tabak, soweit die Erinnerung meiner Kindheit.

Nach der Wende kam ich dann mit dem Wagen nach Dresden, wo ich ankommend eines Abends durch die Weißeritzstraße in Dresdens Westen fuhr, damals noch eher „Neuland“ für mich. Und dann sah ich sie, die „Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze“, gegründet 1986 und seit Generationen Germanischer Raucher die Heimstadt Türkischer Tabake aus, wie kann es bei dem Namen anders sein, der türkischen Region gleichen Namens. All das kann man natürlich von außen nicht sehen. Was man sehen kann, und das haut, unvorbereitet und auf leeren Magen, einen überraschten Zufalls-Besucher von den Brettern das was man in Ganz Deutschland schlicht „die Tabaks-Moschee“ nannte, - offensichtlich das Original meiner Senussi-Schachtel-Motiv-Schönheit.

Bei diesem ersten zufälligen Besuch im Vorbeifahren war alles irgendwie grau, düster-bedrohlich und heruntergekommen, - irgendwie ziemlich verwahrlost, - um so besser kam die für Deutschland einzigartige Architektur dieses Moschee-Palastes der Sächsischen Tabak-Barone zur Geltung, wirklich beeindruckend.

In der Zeit zu beginn der Wende kam ich dann des Öfteren vorbei, - so erinnere ich mich an Umbauten, dann prangte eines Tages stolz „SüGro“ ausgeschrieben „Süßwaren-Großhandel“ an dem Gebäude, einer der größten Tabak- und Kioskwaren-Belieferer aus dem Westen, aus dem Rheinland.

Wie ich dann hörte wurde das Haus voll renoviert und steht seit 1996 wieder als Bürobegäude der Gruppe im Dienst. Auch ein tolles Cafe soll es jetzt dort geben.

Ohne als solches wohl besonders beachtet zu werden war das Yenidze-Gebäude mit seinem 10-stöckigen Mittelbau eines der ersten größeren Hochhäuser in Deutschland, fertiggestellt 1910, gekrönt von einer 20 m hohen spitzbogigen Kuppel in Form und Stil der Kalifengräber in Ägypten, noch heute oder besser heute wieder voll farbig verglast und zur besseren Wirkung von Innen angestrahlt, ein wirklich einzigartiger Anblick!

Abgerundet wird der gute Eindruck des Hauses durch eine Fassade im Jugendstil aus Granit, farbigem Betonwerkstein, Ziegel und normalem, bunt bemaltem Verputz, wer sich auskennt würde feststellen, dass das ganze in einem Stahlbetonkorsett ruht.

Während eine echte Moscheen oft 3 Türme, 1 Minarett und 1 Kuppel hat, so hat dieses Gebäude wegen seiner größe und seinem gedachten Pomp, den es vermitteln sollte, weitere dekorative Türme, - es sollte ja auch nur von Ferne an eine Moschee erinnern.
On Wirklichkeit wusste ja jeder, hier arbeitete Sachsens größte und bedeutendste Tabak-Fabrik, ein Betrieb von Weltgeltung. Mit SüGro, einem der größten Tabak-Händler ist sie zwar keine Fabrik mehr, aber ein großes Zwischenlager und die Verwaltungszentrale dieses mächtigen Konzerns im Osten.

Wer mit den Tabakfreuden nichts am Hut hat, der kann dennoch an der Kuppel seine Freude haben, hier gibt es nämlich seit geraumer Zeit auch ein tolles Cafe, genauer gesagt ist dieses Restaurant rund um die Uhr auf, so dass es ein geeigneter Nachzielpunkt sein kann, soll sich auch als Nachklub ganz gut sehen lassen können, jedenfalls gibt es an der Tabak-Turm-Bar auch morgens um 3,00 oder 4,00 Uhr noch einiges trinkenswertes zu finden.

Ob ich wissentlich als Besucher dorthin gehen würde weiß ich nicht, jedoch ist es und wird es immer ein Stück meiner romantischen arabisch-orientalisch schwärmenden, Karl May nahen Kindheit bleiben, und als solches für mich, und wie ich mir denken kann auch für manchen anderen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
tester1

Die wohl größte Moschee Deutschlands

ein Testbericht von 2005-06-22 11:46:08 vom 22.06.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: mal was außergewöhnliches...
Nachteile/Kritik: Restaurant meist Abends ausgebucht
Die sind aber tolerant, sagte ich, dass sie hier eine so große Moschee in der Innenstadt schon vor über Hundert Jahren genehmigt haben.
Doch weit gefehlt, es zeigt einfach widermal die Cleverness der Sachsen: In der Nähe des Stadtzentrums hat der König von Sachsen im 19 Jahrhundert verboten Fabriken zu bauen. Ein Tabakproduzent mit Liebe für den Orient gab der Fabrik das Aussehen einer Moschee und die Schornsteine wurden als Minarette getarnt. So war auch der König in seinem Industriefreien Dresden zufrieden.
Gut sieht man, dass am unterschiedlichen Stadtbild von Chemnitz/Leipzig die mit ihren Industrien bis ins Zentrum vordrangen.
Heute findet man das Yenidze als umgebauten Bürokomplex mit Erlebnisgastronomie. Der beste Teil davon ist das Kuppelrestaurant und der Höchste innerstädtische Dresdner Biergarten.
Abends kann man nach einer schönen Speise erotische Nachtgeschichten aus 1001Nacht auf Kissen belauschen oder einfach über den Dächern von Dresden einen sächsischen Wein genießen.
Ich selbst habe im Biergarten bei einem köstlichen Bier mein Museumsprogramm ausklingen lassen.
Neben dem beschrankten Parkplatz am Haus gibt's gegenüber kostenlose Parkplätze. Von der Innenstadt kann man die Elbe entlang vorbei am Landtag und Kongresscenter zu Fuß meist schneller sein.
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:hilfreich
1-2 von 2  Dresden
Top Webtipps
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR

Informationen zu Zigarettenfabrik Yenidze

Technische Daten und Produkteigenschaften
Ehem. Zigarettenfabrik Yenidze: 1886 gründete Hugo Zietz die ”Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze,” die er nach dem türkischen Anbaugebiet dieser Tabaksorte benannte. Nachdem Zietz den Betrieb in die Spitzengruppe der deutschen Tabakwarenhersteller gebracht hatte, beauftragte er den Architekten Hermann Martin Hammitzsch mit dem Bau, der nach der Vollendung eine monumentale Reklame für das Warenzeichen war. Den Horizont des westlichen Teils der Altstadt beherrscht die ”Tobakmoschee,” deren zehngeschossiger Mittelbau eines der ersten deutschen Hochhäuser war. Den Mittelbau bekrönt eine 20 Meter hohe spitzbogige Kuppel, deren Form den Kalifengrabmälern in Kairo entspricht. Sie ist farbig verglast und wird nachts von innen angestrahlt. Die Fassade, die Jugendstileinfluss zeigt, besteht aus Granit, farbigem Betonwerkstein, Ziegel und bemaltem Putz. Hammitzsch errichtete 1907-10 diese Fabrik an der Weißeritzstraße. Sie war eines der ersten Industrie-Gebäude, die mit einem Stahbetonskelett erbaut wurden. Zur Bauzeit war der Entwurf allerdings umstritten, und er führte zu dem Ergebnis, dass Hammitzsch aus der Reichsarchitektenkammer ausgeschlossen wurde. Das Architekturbüro Hentrich-Petschnigg und Partner baute die Tobakmoschee schließlich um, und seit 1996 dient sie als Gastronomie- und Bürohaus.
Allgemeine Informationen Zigarettenfabrik Yenidze
gelistet seit: 11.09.2003
Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,50 / 5,00
Allgemeine Informationen
Typ: Bauwerk 
Kategorie: Sehenswürdigkeit 
Zigarettenfabrik Yenidze im Vergleich
Home > Reisen > Europa Reisen > Deutschland > Reiseziele Sachsen > Dresden > Zigarettenfabrik Yenidze > Überblick