Hitlerjunge Salomon (DVD)

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Produktbeschreibung

Hitlerjunge Salomon (DVD)

EAN 4009750244098
gelistet seit 11/2011

Film / Kino-Daten

Altersfreigabe (FSK) 12 Jahre
Darsteller Marco Hofschneider , Salomon Perel , René Hofschneider
Genre Drama
Kategorie Spielfilm
Land / Jahr BRD; Frankreich; 1989
Originaltitel Hitlerjunge Salomon
Regie Agnieszka Holland

Video / DVD-Daten

Anbieter (Label) EuroVideo
Auslieferung 11.03.2004
Bildverhältnis 1:1,66/4:3
EAN-Code 4009750244098
Mehrkanalton Dolby Digital 2.0
Sprache Deutsch DD 2.0
System DVD
Ton-System HiFi Stereo
Vertrieb EuroVideo

Tests und Erfahrungsberichte

  • Von Zeit zu Zeit gibt es Filme, die man nie vergisst...

    Pro:

    - spannende, abwechslungsreiche, interessante Geschichte - glaubwürdige Darstellung - Verfilmung von echten Geschehnissen

    Kontra:

    - auf DVD leider keine zusätzlichen Features - daher nicht volle Punkte.

    Empfehlung:

    Ja

    Heute möchte ich Euch über einen Film berichten den ich sehr interessant finde, da er mich auch sehr bewegt hat – Hitlerjunge Salomon.

    *** Geschichte des Films ***

    Im Film geht es um die wahre Geschichte des Juden „Salomon Pirel“ oder wie seine Familie zu ihm sagt „Sally“. Er wird am 20. April 1925 in Peine (Deutschland) als Sohn eines Schuhändlers geboren. Er wird am gleichen Tag wie der „Führer“ Adolf Hitler geboren.

    Als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernehmen wird die Familie immer mehr Opfer von Übergriffen und bei einem dieser Übergriffe wird seine Schwester getötet. Er konnte sich nur durch Zufall retten, da er gerade in der Badewanne war und daher kurzerhand fliehen konnte.

    Die Familie beschließt nach Lodz (Polen) zu fliehen, da seine Eltern von dort abstammen. Bis September 1939 (Kriegsbeginn) lebte die Familie in Lodz, aber mit Kriegsbeginn müssen seine Eltern erkenn dass auch in Polen keine sichere Zuflucht mehr für die Familie ist. Sie beschließen daher Sally in Richtung Osten zu schicken – sein älterer Bruder Isaak soll ihn begleiten und beschützen. Beim überqueren eines Flusses werden die beiden Brüder allerdings getrennt und von da an verlieren sich die Wege der beiden Brüder. Auf der einen Seite des Flusses stehen die deutschen und auf der anderen Seite stehen die Russen. Sally bleibt auf der russischen Seite und landet so im Waisenhaus von Grodno.

    Hier wird er zu einem „echten Volkspatrioten“ Russlands gemacht. Er lernt Russisch und bekommt die Lehren Lenins und Stalins vermittelt. Er hält sogar selbst Referate darüber, dass Religion „Opium fürs Volk“ ist. Durch das Abkommen zwischen Hitler und Stalin ist es sogar möglich, dass er im Waisenhaus Post von der Heimat bekommt. Dadurch erfährt er dass seine Familie im Ghetto von Lodz ist und auch die genaue Adresse steht drinnen.

    Mit dem deutschen Angriff auf Russland endet die Zeit für Sally im Waisenhaus. Das Waisenhaus wird von der deutschen Wehrmacht angegriffen und alle Bewohner müssen fliehen. Dabei geht Sally verloren und muss sich nun alleine durchschlagen. Auf seiner Flucht wird er von den deutschen Soldaten aufgegriffen. Schnell wird ihm hier klar, dass er als Jude erschossen wird und daher versteckt er seine Papiere. Da er fließend Deutsch spricht behauptet er kurzerhand dass er eine Volksdeutscher ist und „Josef Peters“ heisst. Eigentlich wollten sie kontrollieren, ob er nicht doch ein Jude ist, aber hier kommt ihm der Zufall zur Hilfe. Stalins Sohn befindet sich auch unter den Gefangenen und Sally leistet den Deutschen gute Dienste indem er für sie übersetzt. Durch die Aufregung welch „prominenten Gefangenen“ sie hier haben vergessen sie ganz zu kontrollieren ob Sally Jude ist (Anmerkung: Überprüfung ob jemand beschnitten ist). Sie nehmen ihn bei sich auf und nennen ihn ab sofort „Jupp“ und wird ein Teil der Truppe.

    Zum baden geht Sally grundsätzlich nur wenn er sich einsperren kann, damit seine Kammeraden nicht sehen, dass er beschnitten ist. Einer der Soldaten – der homosexuelle Robert – fühlt sich zu Sally besonders hingezogen und möchte ihn beim baden verführen. Dabei entdeckt Robert natürlich sofort, dass Sally beschnitten ist und unter Tränen verspricht Robert dass er Sally nicht verraten wird. Da auch Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus versteckt werden musste verband es Robert und Sally umsomehr dass sie beide ein Geheimnis zu hüten hatten. Sie freundeten sich sogar an und endlich hatte Sally einen wahren Freund mit dem er über alles – auch über jüdische Bräuche – reden konnte.

    Der Hauptmann der Truppe – ein bekennender Antisemit – möchte Sally sogar adoptieren, da er und seine Frau keine Kinder bekommen haben. Bei den deutschen Soldaten ist Sally immer mehr und mehr akzeptiert und leistet ihnen mit seinen Sprachkenntnissen gute Dienste – ja Sally beginnt sogar sich als einer von ihnen zu fühlen. Doch dann wird sein einziger Freund Robert von den Rußen während eines Angriffs erschossen. Die deutschen Soldaten ziehen sich zurück und Sally bleibt alleine im Schützengraben zurück. Es verlässt ihn der Mut und er nimmt Kontakt mit den Rußen auf – er sagt ihnen dass er Jude ist und von der Schule in Grodno kommt. Sie sagen ihm wo sie sind und dass sie ihn aufnehmen werden.

    Am Abend rennt er zu den Rußen und läuft übereine Brücke – Erstaunt sieht er allerdings dass die Rußen mit erhobenen Händen heraus kommen und hinter ihm die deutschen Soldaten laufen – von den deutschen wird sein „Zulaufen auf die Russen“ so interpretiert, dass er an der Sturmspitze im Alleingang die Rußen erstürmen wollte. Jupp wird somit zum Held der Truppe. Aufgrund seiner „Heldentat“ wird er vom Hauptmann als sein Adoptivsohn in die Eliteschule „Adolf Hitler Schule“ nach Braunschweig geschickt.

    Auch hier kann „Jupp“ seine wahre Identität erfolgreich verstecken und wird sogar ein anerkanntes Mitglied der Hitlerjugend und findet hier neue Freunde, auch wenn ihm bewusst ist, dass seine „Freunde“ ihn sofort ans Messer liefern würden wenn sie die Wahrheit wüssten. Besonders schwierig wird es für ihn als er sich in Leni verliebt. Leni ist im „Bund deutscher Mädchen“ und bereits extrem fanatisch dem nationalsozialistischen Gedankengut verfallen – und doch verlieben sich gerade Leni und Sally ineinander. Jedoch gibt es das große Problem, dass Sally keine sexuelle Beziehung mit Leni eingehen kann, da sie dann natürlich seine Beschneidung sehen würde. Leni wiederum interpretiert das falsch und meint, dass sie von Sally als Frau zurück gewiesen wird. Leni will daher dem Führer ein Kind schenken und lässt sich von einem Kameraden aus der „Adolf Hitler Schule“ schwängern – sie wählt einen Kameraden der dem „nordischen Ideal“ entspricht und der ist noch dazu der beste Freunde von Sally. Lenis Mutter erzählt Sally davon und bei diesem Gespräch fragt Lenis Mutter Sally auch, ob er denn wirklich ein Volksdeutscher sei. Sie hatte bereits Verdacht geschöpft aufgrund seiner Geschichte, aber trotzdem geschwiegen. Sie schärft Sally ein, dass er unter keinen Umständen Leni alles erzählen darf, da sie ihn sofort verraten würde. Ihm bleibt nichts anderes als weiter zu schweigen…Leni geht in ein Heim des „Lebensborn“ (führt zu weit das zur erklären – Infos können entnommen werden unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensborn).

    Jetzt möchte er aber seine Familie finden und fährt daher nach Lodz. Dort denkt er zuerst dass er einfach in das Ghetto gehen kann – er wird aber natürlich sofort aufgehalten und kann nur mit einer Straßenbahn mit zugemalten Fenstern durchs Ghetto fahren. Er fährt immer und immer wieder durchs Ghetto und hofft einen Blick auf seine Familie werfen zu können – er glaubt seine Mutter zu erkennen als sie von einem Aufseher brutal zusammen geschlagen wird, aber er kann nicht sagen ob sie es wirklich war oder nicht. Er muss daher leider aufgeben, da es keine Chance gibt in das Ghetto zu kommen bzw. einen Blick auf seine Familie zu werfen.

    Gegen Ende des Krieges werden auch die Jugendlichen im Zuge des „Volkssturms“ als Soldaten eingesetzt – so auch Sally. Während eines Gefechts mit russischen Soldaten ergibt er sich den Russen und läuft vor den deutschen Soldaten weg. In russischer Gefangenschaft wird ihm seine Geschichte natürlich nicht geglaubt und man gibt ihm einen Juden der ihn erschießen soll. Im letzten Augenblick sieht ihn sein Bruder Isaak und rettet ihm so das Leben. Isaak erzählt ihm alles und auch die schockierende Nachricht, dass alle seine Verwandten während des Holocaust getötet wurden.
    Gemeinsam beschließen sie nach Isreal auszuwandern und im Film spricht Sally noch dass er bei der Geburt seiner Söhne nur kurz überlegt hat ob er sie beschneiden lassen soll, aber dass er es dann doch hat machen lassen = er hat sich zu seinen jüdischen Wurzeln bekannt.

    Der Film endet so, dass man den alten „echten“ Sally“ sieht wie er am Wasser steht und ein jüdisches Lied singt.

    *** Schauspieler / Film ***

    - Marco Hofschneier = Salomon Perel
    - Julie Delpy = Leni
    - Rene Hofschneider = Isaak Perel

    - Erscheinungsjahr des Films: 1990
    - Länge: 108 Minuten
    - Altersfreigabe: ab 12 Jahren
    - Regie: Agnieszka Holland

    - 1992 Auszeichnung Golden Globe als bester fremdsprachiger Film
    - 1992 Nominierung für Oskar als „bestes adaptiertes Drehbuch“

    - Literaturvorlage: Sally Perel, „Ich war Hitlerjunge Salomon“ , ISBN: ISBN 3-87584-424-6

    *** DVD ***

    Die DVD bietet leider keinerlei wirkliche Zusatz Features. Sehr interessant hätte ich gefunden wenn man mehr über das Leben von Sally in Israel erfahren hätte bzw. zum Beispiel Interviews mit ehemaligen Kameraden von ihm was sie heute zu allem sagen. Aber da der Film bereits 1990 erschienen ist (DVD 2003 erschienen steht auf meiner DVD drauf), ist damals natürlich noch nicht an eine DVD-Produktion gedacht worden.


    *** Meine Meinung ***

    Die Faszination des Films macht für mich aus, dass es wirklich passiert ist. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass ein jüdischer Junge sozusagen „mitten im Zentrum der Nationalsozialisten“ auf einer Eliteschule der Hitlerjugend überleben konnte. Was muss das für eine Anspannung sein, wenn man jahrelang seine wahre Identität verleugnet? Zuerst bei den Russen alles ablegen was man ist – seine gesamten Traditionen, Werte und Ansichten. Dann noch völlig zu leugnen wer man überhaupt ist. Und warum das ganze? Nur um zu überleben.

    Das interessanteste am Film finde ich aber, dass er zeigt dass er auch in den tiefsten Kreisen der „eingeschworenen Faschisten“ auch immer wieder Menschen gab die ihm trotz seiner Identität geholfen und sogar geschützt haben – so wie sein Freund Robert bei den Soldaten oder aber auch Lenis Mutter, die sein Geheimnis für sich bewahrte – und das in einer Zeit in der ein falsches Wort für ihn den Tod bedeutet hätte.

    *** Fazit ***

    Für mich ein unfassbarer Film, der mich am meisten am Schluß berührt hat als ich den „alten Sally“ am Fluß gesehen habe – das hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Film keine Fiktion ist sondern passiert ist. SEHENSWERT!

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