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![]() Wohin im Juli? „In den Scheiß-Süden, Mann!“ein Testbericht von Gemeinwesen2006-07-24 18:15:23 vom 24.07.2006 Empfehlung: ja Vorteile: siehe Beitrag...Nachteile/Kritik: nüschtMan könnte das sicherlich auch anders formulieren. Zum Beispiel so: „Im Juli“ ist ein Film, der Lust darauf macht, umgehend alles stehen und liegen zu lassen, sein Bündel zu schnüren und sich auf die Reise zu machen. Auf eine von diesen Reisen, die man weniger unternimmt, um irgendwo anzukommen, sondern um unterwegs zu sein. Auf eine von diesen Reisen, deren Ziel vor allem der Weg ist. Das sind jedenfalls die Sehnsüchte, die „Im Juli“ bei mir stets wachgerufen hat – beim ersten Sehen im Fernsehen, beim wiederholten Sehen auf DVD und auch bei der erneuten TV-Ausstrahlung wieder. „Im Juli“ ist ein hübsches, kleines Märchen, das mit genau der richtigen Dosis an unerwarteten Wendungen und Überraschungen aufwartet, das nie langweilig wird und das eine ungeheure Lebensfreude versprüht. Ausgangspunkt der witzigen bis irrwitzigen Reise, auf die das Drehbuch die Hauptfiguren der Geschichte schickt, ist Hamburg. Wo die Nordseewellen trecken an den Strand, schwappt gerade die große Reisewelle stadtauswärts: Alle Welt fährt in die Sommerfrische, allein der angehende Mathelehrer Daniel Bannier (Moritz Bleibtreu) scheint wild entschlossen, die Stellung zu halten und nicht zu verreisen. Als er der quirligen Juli (bezaubernd: Christiane Paul) über den Weg läuft, verkauft die ihm einen Silberring und auch gleich die passende Geschichte dazu: Der Ring, der eine stilisierte Sonne zeigt, sei nach Maya-Vorbild gearbeitet, habe magische Kräfte und werde seinem Besitzer unfehlbar den Weg zum Feinsliebchen weisen, das für ihn das richtige ist. Daniel werde schon bald einem Mädchen über den Weg laufen, das ebenfalls eine Sonne trage und das „sein Glück“ sein werde. Dem etwas linkischen Lehramtskandidat gefallen Ring und Prophezeiung, und so werden sich die beiden schnell handelseinig – zumal’s von Juli als Bonus gleich noch eine Eintrittskarte zu einem abendlichen Happening mit Livemusik gibt, bei dem Daniel doch mal vorbeischauen solle. Mit dem weiblichen Sonnenscheinchen meint Juli natürlich sich selbst – dem Zuschauer ist natürlich sofort klar, dass Juli die Richtige für Daniel ist, dem reichlich begriffsstutzigen Referendar dummerweise nicht. Der verguckt sich nämlich leider erstmal in eine hübsche Türkin namens Mellek. Die trägt, welch blöder Zufall, ebenfalls Textiles mit Sonnen-Applikation und wird von Dannyboy folglich und fälschlich für die Dame gehalten, deren Erscheinen Fräulein Juli weisgesagt hat. Ebenjene Juli trudelt um Sekunden zu spät ein, bekommt gerade noch mit, wie Mellek und Daniel gemeinsam den Ort des Geschehens verlassen und beschließt daraufhin ziemlich spontan, sich der kollektiven Stadtflucht anzuschließen. Wohin? Egal, Hauptsache, raus aus Hamburg! Sehr zu Daniels Leidwesen, der einen netten Abend, eine nette Nacht und einen netten Morgen mit Mellek verbringt (neinnein, da passiert nix – außer eben, dass Daniel sich noch und nöcher in Mellek verschießt), verabschiedet sich die neue Bekanntschaft auch umgehend wieder: Mellek ist nur auf der Durchreise, und das Ziel der Reise lautet Istanbul. Genauer gesagt: die Brücke über den Bosporus, unter der sie an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit mit jemandem verabredet ist. Daniel bringt Mellek noch zum Flughafen, zerdrückt im Augenwinkel ein kleines Tränchen – und beschließt dann plötzlich, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Wen wird Mellek unter der Brücke treffen? Na, ihn natürlich! Nur gut, dass der freundliche Kiffer von nebenan Daniel sein Auto anvertraut hat. Daniel macht sich hudeli-hudeli-ratzfatz auf in Richtung Süden. Und wen gabelt er an der Autobahnauffahrt auf? Natürlich Juli. Die hat noch nicht einmal Zeit gehabt, den Daumen rauszustrecken und ist zunächst einmal ein bisschen verblüfft, dass hinter dem Steuer des ersten Wagens, der hält, ausgerechnet ihr Schwarm Daniel sitzt. Sollte es das Schicksal etwa doch besser als gedacht mit Juli meinen … ? Juli beschließt auf jeden Fall erst einmal, dass Daniels Ziel auch ihr Ziel ist. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise voller Irr- und Umwege, an dessen Ende Daniel um ein Auto, einen Personalausweis und den Inhalt seiner Reisekasse ärmer ist, dafür aber umso reicher an Lebenserfahrungen und Selbstvertrauen ist. Wie aus dem etwas tölpeligen Daniel im Laufe der Handlung ein Held wider Willen wird, ist eine wunderbar leichtfüßig erzählte Geschichte, die auch beim wiederholten Sehen noch Spaß macht. Dass das so ist, verdankt „Im Juli“ zu gleichen Teilen dem interessanten Drehbuch von Regisseur Fatih Akin und einer gut aufgelegten Besetzung. Christiane Paul und Moritz Bleibtreu dürfen sich der Sympathien des Publikums von der ersten Minute an gewiss sein, aber auch die Nebenrollen sind glänzend besetzt (klasse: Mehmet Kurtulus als bärbeißiger Isa mit Geheimauftrag der besonderen Art). R e s ü m e e „Im Juli“ ist das wahrscheinlich beste deutsche Road Movie seit Sönke Wortmanns „Kleine Haie“: ein Feel Good-Film, der Lust darauf macht, auf Wanderschaft zu gehen, sich neu zu verlieben oder andere völlig verrückte Dinge zu tun. Prädikat: auch beim zweiten Sehen noch überdurchschnittlich unterhaltsam und charmant. Fazit: „Im Juli“ ist wärmstens zu empfehlen - im Juli und auch in weniger heißen Monaten. ... |
wildheart, 24.07.2006
sh
morla, 24.07.2006
sehr hilfreich
samatweb, 24.07.2006
Schöner Bericht über einen wunderbaren Film... Gruß
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Allgemeine Informationen Im Juli
EAN: 4009750143438
gelistet seit: 13.10.2004
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| Film / Kino-Daten Darsteller: Moritz Bleibtreu , Christiane Paul , Mehmet Kurtulus Genre: Komödie Kategorie: Spielfilm Land / Jahr: Deutschland 2000 Altersfreigabe (FSK): 12 Originaltitel: Im Juli Regie: Fatih Akin Video / DVD-Daten Anbieter (Label): EuroVideo Bildverhältnis: Vollbild (4:3) Auslieferung: 24.04.2006 EAN-Code: 4009750143438 Sprache: deutsch System: VHS Videofilm Ton-System: Dolby Surround Vertrieb: EuroVideo |
































