allofmp3.com Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
GoEast - Die wissen, was Musikfreunde wünschen!
ein Testbericht von inline_igel2004-05-07 17:18:40vom 07.05.2004Empfehlung: ja
Vorteile: große Auswahl, günstige Preise, kein kompliziertes DRM-Verfahren...Nachteile/Kritik: Erreichbarkeit, Downlaod etwas umständlich
Während die hiesige Musikindustrie erst langsam in die Gänge kommt, bisherige Angeboten meist auf die eigenen Labels beschränkt sind und man die Kunden mit DRM-Systemen ärgert, bei denen man eine propietäre Downloadsoftware benutzen muss und die Daten nur mit einem bestiummten Brennprogramm auf CD übertragen kann, zeigen diverse Portale in den Staaten der ehem. Sowjetunion, dass es auch anders geht.
Eines dieser Portale heißt "All of MP3", sitzt in Russland und bietet Musik so günstig an, dass sich Raubkopieren gar nicht lohnt!
Der erste Eindruck
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Ruft man die Seite www.allofmp3.com auf, so sieht man zunächst kyrillische Zeichen. Zwar sind oben links Buttons zum Umschalten zwischen russisch und englisch, aber die funktionieren anscheinend nicht. Dazu muss man Cookies aktivieren. Das ist mein erster Kritikpunkt. Schade, dass AllofMp3 sich nicht die Mühe macht, den User darauf hinzuweisen. Klar muss man während einer Session den User identifizieren können, aber das geht auch anders
Zudem ist der Cookie vom Server "list.ru" und nach dem Ausloggen finde ich noch einen von "spyware.com" auf der Festplatte. So ein merkwürdiger Name weckt Mißtrauen und das ist tatsächlich berechtigt! AdAware identifiziert ihn als "Tracking Cookie (Data Mining)". Das Teil hat wohl die Aufgabe, Useraktivitäten aufzuzeichnen. In welchem Umfang bleibt im Dunkel und das ist meiner Meinung nach inakzeptabel.
Ich habe den Internet Explorer daraufhin folgendermaßen eingestellt: Im Menü "Extra" den Punkt "Internetoptionen" auswählen und dann den Reiter "Datenschutz". Den Schieberegler habe ich auf "hoch" eingestellt und dann über den Button "Bearbeiten" den Server 'allofmp3.com' explizit zugelassen sowie den Server 'spylog.com' verboten. Von nun an werden nur noch Cookies gespeichert, die direkt von AllofMp3 kommen.
Mit den Cookies merkt sich AllofMp3 die gewünschte Sprache, ein schwacher Trost!
Rechtliches
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AllofMp3 informiert in einem PopUp-Fenster, dass sie Lizenzgebühren entsprechend der Rechtslage in Russland abführen. Da man beim Registrieren das Land auswählt und AllofMP3 unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten für nationale und internationale Kunden anbietet, gehe ich mal davon aus, dass alles legal ist. Die Dateien sollen ein digitales Wasserzeichen haben.
Angebot
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Auf der Startseite wirbt eine Grafik mit "over 4800 artists, over 14900 albums, over 173000 compositions". Miniaturansichten der Albenhüllen zeigen die aktuellen Neuzugänge. Ansonsten kann man nach Liedern/Interpreten suchen (bei der erweiterten Suche läßt sich der Jahresbereich einschränken) oder durch sich anhand der Anfangsbuchstaben durch die Interpretenliste wühlen. Diese Liste mit den Anfangsbuchstaben erscheint aber erst, wenn man irgendeinen Interpreten angeklickt hat oder auf den Button "Music" geht.
Einige Klassik-Alben hat AllofMp3 auch, daneben vielen Alben von Richard Claydermann. Im Klassikbereich kommt der Server aber mit der Buchstabenleiste durcheinander und zeigt dort wieder kyrillische Zeichen an.
Das Angebot ist breit gefächert und beignnt in den 50er Jahren. Für meinen Geschmack sehr schön, dass man z.B. viele Alben der Beatles, Beach Boys und anderer Gruppen aus den 60er Jahren findet. Weiter geht es mit Alben der 70er und 80er Jahren. Aktuelle Alben finde ich hier auch, aber die kann ich mir notfalls auch im Geschäft kaufen. Ältere Songs hat man häufig auf Samplern, ein Lied fehlt und dafür möchte man sich ja nicht einen weiteren Sampler kaufen. Was kaum vorhanden ist, sind
Sampler a la "Bravo Hits".
AllofMp3 zeigt zu einem Interpreten/Gruppe zunächst die Alben und ob sie frei downloadbar sind oder den VIP-Usern (s.u.) vorbehalten sind. Klickt man auf ein Album, so sieht man die enthaltenen Lieder und mit welcher Bitrate sie kodiert sind. Man kann die Lieder anspielen und bekommt die ersten 30 sec vorgespielt, in mono mit 24 kbps und 24 kHz Samplingrate, also keine berauschende Qualität. Bei Liedern mit einem langen Intro sind 30 sec aber viel zu kurz. Doch diese Beschränkung ist nur für Gäste, VIP-User können sich das komplette Lied anhören. Diese Preview belastet nicht das Konto.
Erreichbarkeit
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Das beste Musikangebot nutzt natürlich nichts, wenn das Portal nicht erreichbar ist. Und da hapert es auch beim AllofMp3! Abends ab 19:30 Uhr kommen häufig nur Fehlermeldungen, dass der Server überlastet ist. Ansonsten sind die Ladegeschwindigkeiten sehr langsam. Vermutlich ist der Server in Russland sehr populär und aufgrund der Zeitverschiebung loggen die sich dann ein. Mehr als 1650 User gleichzeitig habe ich auf dem Server bisher nicht gesehen. An anderen Tagen habe ich bei max. Userzahl auf der Seite navigieren können, wenn auch mit etwas Verzögerungen. Und ich habe frühmorgens bei nur 800 User schon mal eine miserable Downloadgeschwindigkeit gehabt.
Inzwischen hat man die Hinweis "Bitte laden Sie die Seite neu" bei Überlastungen so geändert, dass der Server von 10 bis 0 herunter zählt. Auf diese Weise will man die Überlastungen wohl entzerren, bringt aber nicht viel.
Auch das Einziehen von Geld vom PayPal-Konto war über mehrere Tage nicht möglich. Angeblich war PayPal nicht erreichbar, obwohl ich mich bei PayPal problemlos einloggen konnte. Ansonsten funktioniert das Einziehen des Geldes und das Freischalten als VIP-User aber gut. Wenige Sekunden nach der Transaktion in PayPal hat sich der Status schon geändert.
Registrieren
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Ohne geht es nicht, AllofMp3 erwartet Namen, Adresse und eine eMail-Adresse. An diesen wird ein Mail mit einem Bestätigungslink geschickt. Den ruft man auf und gibt sein Passwort ein. Damit erhält man Zugang. Die Sprache kann man für seinen Account wählen und braucht es nach den Einloggen nicht zu ändern.
Das nächste Problem: Einloggen geht mit dem Internet Explorer. Bei Opera 7.23 landet man immer wieder auf der Startseite im Gästemodus. AllofMP3 bietet ein sicheres Login an, das wird nur für das reine Login genutzt, danach ist man wieder auf einer normalen HTTP-Seite. Alles was mit persönlichen Einstellungen oder dem tatsächlichen Download zu tun hat, läuft über SSL.
Bezahlen
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Es gibt nur wenige Lieder, die man kostenlos downloaden kann. Ich habe lange suchen müssen, bis ich fündig geworden bin. Schade, denn man möchte sich doch zuvor von der Qualität eines Portales überzeugen. Diese kostenlosen Lieder sind mit 128 kbit/sec kodiert.
Bezahlt wird vor dem Download. AllofMp3 bietet zwei Möglichkeiten an:
a) ein monatlicher Betrag von 14,95 Dollar
b) oder 0,01 Dollar je MB Download.
Für die zweite Version lädt man sein Userkonto auf und verbraucht so den geladenen Betrag. User, die einen monatlichen Betrag bezahlen, können 1000 Lieder je Monat downloaden. Bei höchster Bitrate können da 5 bis 10 GB zusammen kommen, ohne eine Flatrate macht das keinen Sinn.
Bezahlt wird entweder über Kreditkarte oder mit PayPal. Für russische User sind weiter Bezahlvarianten vorgesehen.
Man kann verschiedene Beträge auswählen, bei Kreditkarten ist das Minimum 5 Dollar, die Staffelungen sind 5/10/15/25/50 Dollar. Man muß aber nicht nur die Kreditkartenummer,sondern auch die dreistellige Prüfziffer von der Rückseite preisgeben. Und das bei einem Server, der mir dubiose Cookies zusendet? Nein danke! Dann doch lieber PayPal, allerdings sind dort 10 Dollar das Minimum. Eine meiner Meinung nach merkwürdige Diskrepanz.
Mit dem Bezahlen wird man zum VIP-User und bleibt es solange, wie mind. 1 US-Cent auf dem Account sind. Mit dem Hochladen von Alben, die als "wanted" gekennzeichnet sind, bekommt man 0,02 Dollar je MByte gutgeschrieben. AllofMp3 erwartet beim Hochladen 382 kbps.
Inzwischen ist die monatliche gebühr weggefallen. 1000 Lieder für 15 Dollar downloaden zu können, war wohl doch zuveil des Guten.
Download
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Lieder, die man ausgesucht hat, landen in der persönlichen "My Downloads"-Liste. Von dort kann man den Download starten. Bei freien Liedern geht es nur im Kriechgang: nicht mehr als 3 Lieder gleichzeitig (ansonsten kommt die irreführende Fehlermeldung, man habe keine Berechtigung) und mit max. 5kB/s. Tatsächlich geht die Geschwindigkeit runter auf 2,65 kB/s. Der parallele Download reduziert die Geschwindigkeit je Datei nicht, das wären als Summe dann 3 x 2,65 = 7,95 kB/s. Für VIP-User sieht es besser aus (s.u.).
AllofMP3 hat ein hübsches Feature: OnlineEncoding. Dabei kann man als VIP-User selbst festlegen, in welchem Format und in welcher Bitrate man Audio- und Videodateien empfangen will. Zur Verfügung stehen MP3 (bis 384 kbit/sec), WMA (bis 320 kbit/sec), OggVorbis (bis 320 kbit/sec), MusePack (bis 270 kbit/sec) und MPEG-4 AAC (bis 320 kbit/sec). Zusätzlich kann man die Dateieendungen für den Download noch ändern lassen, z.B. auf TXT. Das ist wohl für Leute gedacht, die vom Büro aus downloaden wollen und der Chef nicht merken soll, was da vor sich geht. Geht aber nur für Lieder mit fester Bitrate ohne OnlineEncoding.
Als VIP-User sucht man seine Lieder aus und wählt dann Encoder und Qualität. AllofMp3 zeigt auch gleich an, wie groß die Dateien sein werden. Ein kleines Beispiel: bei MP3-Kodierung werden es in 128 kbps 6.69 MB, in 192 kbps schon 10,3 MB und in 320 kbps gar 16,72 MB.Danach fängt der Server mit der OnlineEnkodierung an, man kann ankreuzen, dass man per eMail benachrichtigt werden möchte, wenn der Vorgang beendet ist. Doch das ist wohl eher für Leute gedacht, die gleich mehrere komplette Alben downloaden. Bei einigen Liedern ist das schneller erledigt als die eMail ankommen kann.
Die Qualität der empfangenen Lieder ist i.a. in Ordnung, bei einem Lied war anfangs ein Knistern wie einer analogen Schallplatte zu hören. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dieses Knistern sei auf der CD vorhanden, womit der Support sogar Recht hatte (wußte ich, nachdem ich mir das Lied im Radio genaus angehört hatte). Insgesamt hatte ich bisher bei 3 weiteren Liedern derartige Probleme. Vom Preis wären solche Ausfälle zwar zu verschmerzen, aber schade, wenn es gerade ein Lieblingslied trifft.
Der Download an sich gefällt mir nicht so gut: Man findet für jedes Album ein Eintrag in der Downloadliste, wenn man den Link anklickt, sieht man die gewählten Lieder des Albums. Jedes Lied muss man einzeln downloaden. Wenn man sich aus mehreren Alben einzelne Lieder herauspickt, ist das sehr umständlich. AllofMp3 bietet auch einen Download-Manager an, aber ich will nicht für jedes Musikportal eine eingene Software installieren müssen.
Ich behelfe mir immer damit, den Download für mehrere Lieder quasi parallel zu starten, indem ich mehree Links direkt nacheinander anklicke. Der Download läuft mit ca. 45 kB/sec ab, also zwei Lieder parallel nutzen gerade die Bandbreite eines T-DSL-Anschlusses aus, d.h. ab dem dritten Lied parallel wird es zwangsläufig langsamer. An einem schnelleren Anschluss habe ich mal den gleichzeitigen Download von 5 Liedern getestet, da gab es keine Geschwindigkeitseinbrüche. 5 gleichzeitige Downloads sind allerdings das Maximum, danach kommt eine Fehlermeldung.
Service
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Per eMail über die auf der Homepage veröffentlichten Adresse habe ich keinen Kontakt zum Support bekommen.Über den Supportbereich im persönlichen Berich klappt dies einwandfrei, eine Antwort ist i.a. nach einem Tag da.
Fazit
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Ein umfangreiches Angebot und niedrige Preise, aber ein Server, der abends schlecht erreichbar ist. Also nichts für Leute mit schwachen Nerven und eine Online-Tarif, der nach Zeittakt abgerechnet wird. Sehr unangenehm, dass AllofMp3 seine Kunden nicht darüber aufklärt, welche Daten über die Cookies erfaßt werden. Trotzdem eine Empfehlung von mir.
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