ein Testbericht von winterspiegel2005-02-11 21:47:46vom 11.02.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Profunde Kenntnisse des Autors zum Thema, durchdachte, packende Geschichte, unübliches - aber dennoch sehr gutes Finale...Nachteile/Kritik: Der Schriftwechsel der Gegner ist vielleicht etwas zu weitschweifig
Ums gleich vorweg zu sagen: dies ist schon das vierte Werk, in dem Keith Ablow seinem Romanhelden Frank Clevenger auftreten lässt. Schon in „Denial“, „Projection“, „Infam“ und schließlich in vorliegender Geschichte „Psychopath“ hat der selbst praktizierende gerichtsmedizinische Psychiater Ablow ein fiktives Pendant geschaffen, das sich ebenfalls mit der Welt des Verbrechens auseinandersetzen muss. Dennoch setzen die einzelnen Erzählungen nicht unbedingt eine chronologische Lesung voraus, da im Verlauf der Handlung immer wieder mal auf die Vorgeschehnisse – sollten diese von Belang sein – eingegangen wird.
Es sieht also so aus, als ob dieser Autor anscheinend ganz genau weiß wovon er hier schreibt, wenn sich sein Heldencharakter in die Abgründe und die Finsternis der psychisch gestörten Verbrecher begibt, denen er letztendlich auf die Spur kommen will.
Ich war gespannt -, und soviel kann ich jetzt schon verraten: Der Einstieg in die Geschichte war von Anfang an ein reibungsloses Eintauchen, bei dem man sich ohne Umschweife auf der Fährte des ominösen Highwaykillers befindet…
Handlung
Das FBI bietet dem bekannten Psychiater Frank Clevenger um seine Mithilfe, da er durch seinen letzten spektakulären Fall, als er eine Familientragödie zu einem einigermaßen guten Ende brachte, mächtig Aufsehen erregte. Jetzt soll es um einen Mörder gehen, der eine Blutspur kreuz und quer durch das Land zieht, und dem scheinbar mit den üblichen kriminalistischen Methoden nicht beizukommen ist. Clevenger, der im privaten Bereich mit seinem Adoptivsohn Billy eigentlich genug um die Ohren hat, da der mit allerlei Drogenproblemen zurechtkommen muss, fährt dennoch zum FBI, um sich die Sache wenigstens mal anzuhören. Doch schon bald merkt der Psychologe, dass ihn der Fall mehr und mehr in seinen Bann schlägt. Der Killer ist nämlich kein grobschlächtiger Vertreter seiner Gattung, der sich ohne weiteres in ein bekanntes Täterprofil zwängen ließe; und ist auf Grund dessen erstmal für Clevenger von ganz besonderem Interesse. Er sieht es als besondere Herausforderung an, dem Mörder, der schon 14 Menschenleben auf dem Gewissen hat, auf die Spur zu kommen.
Doch sehr schnell merkt der Psychiater, dass all seine Schritte vom FBI kontrolliert werden, und ihm somit alles andere als freie Hand bei dieser Untersuchung gelassen wird. Das geht sogar soweit, das die Behörde ihn mit Auflagen zu zügeln versucht, als Clevenger mit dem Mörder eine rege Korrespondenz über eine Zeitung beginnt, da dieser scheinbar danach nur noch hemmungsloser tötet. Clevenger zieht sich deshalb erstmal verärgert vom Fall zurück, ohne aber den Kontakt mit dem Killer zu verlieren, der durch die gegenseitigen Zeitungsanzeigen aufrechterhalten wird.
Auch die psychologische Beraterin beim FBI Whitney McCormick, dessen Vater ein hohes Tier in der Politik ist, und die mit Clevenger eine Affäre am Laufen hat, möchte sich beweisen, dass sie den Job beim FBI nicht nur ihrer familiären Beziehung verdankt. Deshalb macht sich die Agentin bald darauf in eigener Sache auf Tätersuche. Schnell kommen McCormack und Clevenger näher an den Bannkreis des Killers heran, als dass sie sich das die ganze Zeit über hätten träumen lassen, da dieser - ähnlich einem Phantom - kaum greifbar zu sein scheint…
Kritik
Wie schon angedeutet wird der Leser ohne viel Federlesens,
mit dem nicht so ohne weiteres einfach gestrickten Mörder auf dessen Beutefang geschickt. Hier wird ziemlich schnell klar, dass es ihm nicht unbedingt auf das Ableben seiner Opfer ankommt, sondern dass der Killer es auf etwas ganz bestimmtes abgesehen hat, das – sollte er davon genug bekommen – imstande ist, seinen Hunger für eine gewisse Zeit zu stillen. Wenn nicht, ist sein nächster Mord aber schon vorprogrammiert.
Ablow benutzt seine Erfahrung mit der Thematik seines erlernten Berufes dazu, um gekonnt ein Bild einer psychischen Störung zu zeichnen, die den Bösewicht nicht nur als blindwütig zuschlagendes Monstrum zeichnet, sondern ihm bisweilen sogar einige nicht unerhebliche sympathische Wesenszüge verpasst. So bekommt der Highwaykiller im Verlauf der Handlung viel Gelegenheit von seinen Fähigkeiten als hochbegabter Psychiater (im Grunde fast schon Wunderheiler) einen bleibenden Eindruck zu vermitteln. Das ist sehr früh auch schon in der Handlung erkennbar, und deshalb kann ich es wohl auch hier getrost ansprechen.
Keith Ablows Schreibstil ist wirklich sehr ansprechend, wobei er immer ein wenig mehr Wert auf den inhaltlichen Zusammenhang legt, als etwa auf eine blumige, umschreibende Erzählweise. Durchaus verständlich auch für den Laien, gibt der Autor immer mal wieder ein Stückweit seiner eigenen Erfahrung als Seelenklempner preis, um sein Publikum noch tiefer in die Materie einzubeziehen. Hier muss man Ablow einfach zugestehen, dass er weiß wovon er berichtet; und dies auch noch in einen fesselnden Kriminalfall verpackt, der infolgedessen durch seelenkundliche Spitzfindigkeiten gespickt ist, die den Anschein von Authentizität sehr geschickt vermittelt. Die explizite Darstellung von Gewalt ist hier im Gegensatz zu so manch bluttriefenden Vertretern des Genres mehr auf den inneren Horror gerichtet, der aber ebenfalls nicht viel weniger erschreckend sein kann.
Natürlich hat Ablow sich nicht ganz verkneifen können, sich bei den ganz großen Meistern des psychologischen Thrillers zu bedienen. Bei der Durchleuchtung der Motive des Mörders kommen im Laufe der Geschehnisse einige frappierende Ähnlichkeiten zu Tage, die einen Vergleich z.B. zu Hitchcocks „Psycho“ geradezu aufdrängen. Obendrein ist an einer Stelle das bekannte Hannibal Lecter Zitat „quit pro quo“ sogar wortwörtlich wiedergegeben, wenn sich die beiden Gegner bei ihrem faszinierenden Katz- und Mausspiel abwechselnd ein Stück weit in ihre Karten schauen lassen. Doch der Autor hat hier durchaus seine eigene Geschichte zu erzählen, sodass diese kurzen Anspielungen wohl vielmehr als augenzwinkernde Verbeugungen vor diesen berühmten Vorbildern zu werten sind.
Ein letztes Kompliment muss ich dem Autor für die Erstellung seines kurzen, aber knackigen Finales aussprechen. Hier ist es insbesondere auf Thrillerebene sicher nicht ganz einfach einen Schluss zu konzipieren, der nicht schon zig Mal in eben derselben Form zu lesen war. Ablow gelang es im Endspurt zumindest teilweise zu überraschen, und für einen Ausklang zu sorgen, mit dem man in dieser speziellen Ausführung sicher nicht unbedingt gerechnet hätte.
Dass verschiedene Figuren vorkommen, die den Handlungsfahnden in bestimmten Bereichen aus den vorangehenden Büchern wieder aufnehmen, ist auch für Neueinsteiger kein großes Problem, da hier der Autor erklärend eingreift, sollte dies wirklich nötig sein.
Fazit
Der Psychologe Keith Ablow legt hier einen Roman vor, bei dem die Gedankenwelten der Protagonisten in unterhaltender Art und Weise offen gelegt werden. Dies geschieht allmählich, sodass manch verblüffende Erkenntnisse letztendlich für den Betrachter ein wenig unverhofft und verwirrend sein können. Denn der Autor macht es einem wahrlich nicht einfach sich bedingungslos gegen den Serientäter zu stellen, weshalb man immer wieder zwischen Abneigung und (fast schon) Verständnis für den Mörder schwankt. Somit regt die Story auch ganz bestimmt ein ums andere Mal zum näheren nachdenken - vielleicht auch der eigenen Dämonen an, die man versucht unter Kontrolle zu halten.
Gestoppt wird dieser hoch interessante und packende Erzählstil eigentlich nur von wenigen Längen in der Handlung, wenn z.B. der Killer und sein Verfolger sich in manchmal etwas zu ausführlicher Form sich in der psychologischen Kriegsführung beharken. Hier hätte vielleicht etwas mehr Actiongehalt die Geschichte auf gleich bleibend hohem Tempo gehalten. Doch der gut eingebrachte Schluss entschädigt für diesen kleinen Einwurf meinerseits dann noch mehr als genug.
Es handelt sich um einen Roman mit dem Titel Psychopath von Keith Ablow
Dieses Buch habe ich auch aus dem Wal-Mart, es war ebenfalls im Angebot, allerdings dieses mal für 7,-€
ISBN 3-442-46130-8 vom Goldmann Verlag
Dieses Buch hat 383 Seiten
Ueber den Autor:
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Keith Ablow ist auch ein Psychiater, der für die Gerichtsmedizin arbeitet und bereits in zahlreichen Prozessen ausgesagt hat
Das Buch
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Hier handelt es sich um einen Highway- Killer, der in allen möglichen Staaten quer durch Amerika Menschen umbringt.
Diese Menschen haben nichts gemeinsam, alle haben ein unterschiedliches Alter, es sind Männer und Frauen.
Mindestens 14 Menschen fielen Ihm bereits zum Opfer und das FBI ist keinen Schritt weiter. Manche Menschen finden sie relativ schnell, andere liegen wohl schon einige Monate da. Manche einfach am Wegrand abgelegt, ander unter Laub begraben, oder nicht sehr tief unter der Erde.
Das, was aber fast alle gleich haben, ist die Tatsache, das ihnen die Kehle durchgeschnitten wurde und das sie alle Einstiche haben, als hätte man Ihnen noch Blut abgenommen.
Wie bereits erwähnt tritt das FBI auf dem Fuss, sie Beschliessen einen Psychologen mit einzubeziehen, der bekannt für sein Gespür ist.
Allerdings will dieser nicht mitmachen, er hat grad einen Jungen adoptiert aus einer Familie voller Gewalt. Dieser Junge ist soviel man weiss 17 Jahre alt und hat eine Kindheit voller Prügel hinter sich, musste mit ansehn, wie seine kleine Schwester vom Vater ermordet wurde.
Er trifft sich mit dem FBI, will bedenkzeit, ob er ihnen hilft und genau in diesen Tagen wird sein Adoptivsohn erwischt mit Rauschgift, also lehnt er ab.
Bis eines Tages in der Tageszeitung ein Brief abgedruckt ist, an Ihn von dem highway - Killer. So bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als sich doch reinzuhängen.
Auch er schreibt dem Killer über die Tageszeitung, was allerdings vom FBI abgesegnet werden muss. Dann taucht die nächste Leiche auf. Es scheint jeder Tag zu zählen. Hingerissen vom Privaten wird er auch damit noch unter Druck gesetzt.
Er versucht ein Profil von dem Täter zu erstellen, ein besonderes Merkmal ist eben, das den opfern Blut abgenommen wurde.
In einem Brief bittet er den Täter, ihnen Fundstellen von Leichen mitzuteilen, daraufhin bekommen sie einen Leichenfundort mitgeteilt, der alle erschüttert. Dieser weiblichen Leiche wurde nicht "nur" die Kehle durchgeschnitten, sondern sie ist total geschunden, überall Hämatome, er hat ihr fast das Gehirn rausgeschlagen. Sie ist total verstümmelt, besonders im Kopfbereich und es wurde Ihr kein Blut abgenommen. Es handelt sich um eine Frau in den siebziger Jahren
Kurz nachdem sie diese Leiche gefunden haben, wird wieder ein Mord begangen, wieder eine Frau, die schon etwas älter ist, es wurde versucht Ihr der Kopf vom Körper zu trennen, was aber wohl nicht so ging, weil das Messer dazu nicht scharf genug war. Wieder ist auch diese Frau schrecklich misshandelt worden. Es scheint, das die Briefe, die zwischen dem Psychologen Frank und Ihm hin und her gehen so langsam den Killer aus der reserve locken.
Leseprobe:
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Am 26. März 2003 hat diese zeitung einen brief von jemandem erhalten, der vorgibt, der Highwaykiller zu sein, jener
Serienmörder, auf dessen Konto wenigstens 14 Morde im gesamten Land gehen.
Ich bin getränkt und besudelt vom Blut anderer, doch ich habe Güte in meinem Herzen. Ich habe kein motiv zum Töten, doch ich kann nicht aufhören zu töten. Mein Hunger nach dem Leben anderer ist stärker, als der Hunger nach Nahrung oder Sex oer Wissen. Er ist unwiederstehlich.
Ich habe überlegt, meinem Leben ein Ende zu setzen. Ich habe halbherzige Versuche gemacht. halbherzig, da es kein Sieg wäre, mein gesamtes Ich zu zerstören. Ebensowenig wäre es ein Sieg, mich irgendeiner "Obrigkeit" zu stellen, um dann von engstirnigen Männern gerichtet und wie ein Tier in einen Käfig eingesperrt zu werden.
Meine Meinung:
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Ich will das Buch ja nicht ganz berichten, denn sonst ist die Spannung weg. Es ist unheimlich interessant auch geschrieben, was in einem Menschen so vorgeht und wie auch grad eine Kindheit prägt.
Ich finde es sowieso unheimlich interessant, wie man solche Täterprofile erstellt, was diese Menschen alles beachten und welche Fragen da so aufkommen.
Es ist ein sehr anspruchsvolles Buch, was jeden der 7,-€ Wert war, die ich gezahlt habe.
Mehr oder weniger bin ich über dieses Buch gestolpert, aber ich denke, von dieser Schrifsteller werde ich noch mehr lesen, aber davon berichte ich euch dann.
Viel Spass beim lesen und vielleicht auch Bewerten. LG Anita
ein Testbericht von GAWOnline19832005-03-18 20:07:42vom 18.03.2005Empfehlung: ja
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Allgemeines
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Der Autor Keith Ablow war mir bis vor ein paar Wochen absolut unbekannt. Hätte mich jemand nach ihm gefragt, hätte ich nicht mal das entsprechende Genre, über das er schreibt ihm wirklich zuzuordnen können. Aber wie so oft stöbert man doch bei Amazon. Ich weiß nicht mehr über welchen Autor ich dahin kam – es mag eventuell Jonathan Nasaw gewesen sein, doch sicher bin ich mir nicht. Wer schon öfters bei Amazon reingeschaut hat, weiß dass es oft diese Angebote à la „Kaufen Sie Buch 1 in Verbindung mit Buch
2 für soundsoviel Euro“ oder die Querverweise à la „Andere Käufer haben auch diese Bücher gekauft“ gibt. Und so ein Link verwies schließlich auf „Der Psychopath“ von Keith Ablow. Doch der Roman war noch nicht erschienen – in drei Wochen sollte es soweit sein. Da der Inhalt super spannend klang, packte ich die Seite über das Buch unter meine Favoriten, um auch wirklich sicherzugehen, dass ich es kaufen würde – wie oft sieht man doch Bücher und denkt, sie seien ganz toll, vergisst aber den Titel? Gerade dem wollte ich vorbeugen. Eine Woche nach Veröffentlichung durchforstete ich meine Favoritenliste und stieß mal wieder auf diesen Roman. Kurze Zeit später ging mir dann sowieso der Lesestoff aus und ich war in der Mainzer Innenstadt. Um zur Uni zurückzugelangen musste ich sowieso über den Hauptbahnhof fahren. Also legte ich dort einen kurzen Zwischenstopp ein und begab mich gen Buchladen. Dort deckte ich mich erst einmal mit ein paar englischen Neuerscheinungen von Joy Fielding, Nicci French, Elizabeth George und Mary Higgings Clark ein, bevor es in die Rubrik der deutschsprachigen Krimis ging. Neben „Das Messer im Sumpf“ von Jonathon King erblickte ich dann endlich „Der Psychopath“. Keine Frage, dass ich das Buch schließlich zu dem immer größer werdenden Bücherstapel packte.
Ob ich mit diesem Zufallskauf diesmal Glück hatte, erfahrt ihr dann unten. Erst gibt es eine Kurzübersicht über den Inhalt des Buches, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt etwas näher über die Handlung und die einzelnen Charaktere informieren könnt. Ich hoffe jedenfalls, dass euch mein Bericht gefällt und freue mich über eure Bewertungen und Kommentare. Und natürlich finde ich es immer wieder interessant zu hören, wie euch eventuell dieses Buch gefallen hat. Scheut euch also nicht vor Rückmeldungen.
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Kurzinhalt
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Der Highwaykiller hat bisher vierzehn Menschen auf dem Gewissen – und es drohen mehr zu werden. Nur einer kann ihn nach Meinung des FBI stoppen: Dr. Frank Clevenger. Doch der hat auch mit privaten Problemen zu kämpfen.
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Inhalt
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Die Presse nennt ihn den „Highwaykiller“ – die Leser kennen ihn unter dem Namen Dr. Jonah Wrens. Vierzehn Menschenleben hat er bereits auf dem Gewissen und dabei ist er eigentlich auch ein Heiler – er arbeitet als Psychiater in geschlossenen Abteilungen und findet wunderbar Zugang zu den Schwerkranken, so dass ihm meist die Fälle, die am wenigstens Hoffnung verheißen, überstellt werden. Doch tief in seinem Inneren hat er den Drang zu töten. Er versucht ihn zwar mit Medikamenten und mit Leidensgeschichten anderer einzudämmen, doch das klappt nur bedingt. Das FBI ist ratlos und bereits seit mehreren Jahren auf der Jagd nach ihm.
Da fällt eines Tages ein Name: Dr. Frank Clevenger, seines Zeichens auch Psychiater. Er gilt als einer der cleversten Köpfe, insbesondere nachdem er es schaffte, den Fall Bishop zu lösen. Begeistert ist er von der Bitte des FBI zunächst nicht – zu oft sah er in den letzten Monaten sein Gesicht auf den Titelseiten. Und da ist auch noch sein Adoptivsohn Billy Bishop, den er nach den abgeschlossenen Ermittlungen adoptiert hat. Dieser ist etwa siebzehn und macht gerade eine Trotzphase durch, nachdem er jahrelang schwer misshandelt wurde – er beginnt sich zu prügeln und in das Drogenmilieu abzurutschen. Clevenger möchte nun nach seiner eigenen verkorksten Kindheit vor allem für ihn da sein. Doch bald kann er dem Druck der Öffentlichkeit nicht mehr standhalten und beginnt sich mit den Ermittlungen auseinanderzusetzen. Schließlich liefert er sich mit dem Highwaykiller auf der Titelseite der Times ein „Duell“ bzw. versucht ihn vielmehr zu heilen. Doch er ahnt nichts von der beruflichen Stellung des Massenmörders und dass dieser auch ihm gefährlich werden könnte…
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Meine Meinung
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Nachdem ich solange auf das Erscheinen des Buches in Deutschland gewartet habe, dauerte es natürlich nicht lange, bis ich mit dem Lesen anfing. Zuvor war noch „Secret Smile“ von Nicci French (auf Deutsch „Der falsche Freund“) dran, aber dafür brauchte ich auch nicht allzu lange. Den vergangenen Sonntag verbrachte ich schließlich mit dem neuen Buch von Keith Ablow.
Die Ereignisse auf Dr. Frank Clevengers Vergangenheit – insbesondere auf seinen Adoptivsohn Billy Bishop werden selbst für einen neuen Leser sehr gut dargestellt und das Buch verliert dadurch keinesfalls an Tempo. Vielmehr fand ich diese tragische Seite in Clevengers Privatleben durchaus interessant und Billy war eine Figur, die das Buch zusätzlich noch aufmischte und die Geschichte vorantrieb – auch wenn er diesmal nur am Rande mit dem eigentlichen Fall zu tun hat. Doch man spürt wunderbar durch Keith Ablows Schilderungen seine Verzweiflung und seine Pein, die er in den letzten Jahren erleben musste – aber auch die Liebe zu Clevenger zeichnet Ablow bei dieser verletzten Seele sehr gut nach. Wer natürlich jetzt noch nicht „Infam“ gelesen hat, wozu ich ja auch gehöre, der mag eventuell dort ein wenig Spannung vermissen, da der dort beschriebene Fall unmittelbar mit Billy zusammenhängt und die Ereignisse in „Psychopath“ mehrmals beleuchtet werden. Nun gut, damit muss ich allerdings leben. Wer natürlich jetzt denkt, dass das Buch ihn interessieren könnte, sollte meines Erachtens in jedem Falle von vorne mit der Reihe beginnen. Ich werde mir die anderen beiden Romane von dem Autor aber auch in jedem Falle zulegen, einfach um noch mal mehr Licht in das Dunkel der in diesem Teil der Serie beschriebenen Ereignisse zu bringen. Dass allerdings auch ein Neuling alles wunderbar versteht, finde ich für den amerikanischen Autor absolut lobenswert, da dies leider nicht vielen Autoren gelingt. Sieht man sich zum Beispiel einmal die neuen Romane von Patricia Cornwell um ihre Serienheldin Dr. Kay Scarpetta oder Deborah Crombies neuste Veröffentlichung über das Ermittlerduo Duncan Kincaid und Gemma James an dann sind diese doch nur noch bedingt für Neueinsteiger gedacht, da viel zu viel Hintergrundwissen gefordert – und damit der Neuling überfordert wird – so dass die Lesefreude extrem getrübt wird.
Die grandiosen Beschreibungen der Romanfiguren finden sich jedoch noch an anderer Stelle wieder. Die Überschrift von meinem Bericht lautet „Sympathie für den Serienmörder“ – und das meine ich ernst. Während die meisten Romane doch von Beginn an in Gut und Böse aufteilen und ihre geschaffenen Fantasiefiguren auch so charakterisieren, schafft es Ablow Sympathien für Dr. Jonah Wrens aufkommen zu lassen. Das betrifft zwar nicht die Morde direkt, sondern vielmehr sein Verhalten gegenüber den psychisch Kranken mit denen er in den geschlossenen Abteilungen der Krankenhäuser arbeitet und wie er sie „heilt“ bzw. ihnen aus ihrer Misere zumindest versucht zu helfen. Es spiegelt sich dabei sicherlich die Erfahrung des Autor auf dem Gebiet der Psychiatrie (siehe die kurze Autoreninfo im Anschluss) wider, durch die er meiner Meinung nach in jedem Fall profitiert.
Zu der Geschichte an sich bzw. dem Spannungsbogen ist zu sagen, dass es sich trotz der Jagd auf den Highwaykiller etwas in Grenzen hält. Das mag zum einen daran liegen, dass man von Beginn an weiß, wer der Mörder ist (zumindest den Namen) und auch lange Passagen über ihn berichtet werden. Und zum anderen finde ich insbesondere das Ende absolut vorhersehbar, wobei ich darauf nicht detailliert eingehen möchte. Und außerdem bewegt sich viel auf der psychischen Ebene – doch an vielen Stellen nicht auf der des Falles, sondern eher auf der privaten Ebene der drei Protagonisten – ich sage jetzt drei, da ich Billy mit einbeziehe. Es mag zwar etwas dreist sein, aber die Verfolgungsjagd kann man manchmal als Nebensache bezeichnen. Ich fand das ganze nicht allzu schlimm, da ich finde, dass Keith Ablow einen grandiosen Stil hat, der es vermag, den Leser so zu fesseln, dass zumindest ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe.
Sicherlich etwas weniger hart als zum Beispiel die Bücher von Jonathan Nasaw, aber absolut gelungen meiner Meinung nach. Man merkt dem Autor auf jeden Fall sein großes Potential als Schriftsteller an und ich bin sicher, dass dies nicht das letzte Buch ist, das ich mir zugelegt habe und in den nächsten Wochen zumindest auf die beiden „alten“ Veröffentlichungen zurückgreifen werde. Danach werde ich den Werdegang des Autors gespannt verfolgen und auf Neuerscheinungen hoffen.
Insgesamt gibt es von mir vier Sterne und eine Empfehlung an alle (werdenden) Leseratten da draußen!
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Das Buch
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„Psychopath“ erschien im deutschsprachigen Raum erstmals im Juli 2004 im Goldmann Verlag. Der Roman umfasst 383 Seiten und ist unter der ISBN 3-442-45714-9 für 8,95 Euro im Handel erhältlich. Unter dem gleichnamigen Titel erschien das Buch im Original bereits 2003 bei St. Martin’s Press in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Ute Thielmann.
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Der Autor
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Keith Ablow arbeitet als Psychiater für die Gerichtsmedizin und sagte als Gutachter bereits in mehreren Prozessen aus. Ingesamt hat der Autor bereits vier Romane über seinen Serienhelden Dr. Frank Clevenger verfasst, die nach und nach nun ins Deutsche übersetzt werden.
(Quelle: Autoreninfo in „Psychopath“)
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M ehr von Keith Ablow
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1. Kalt, kaltes Herz...
2. Infam
3. Psychopath
(copyright by Laura Thoma, laurathoma @ ciao & yopi)
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Gozo-Bernie, 04.08.2004
Hallo, danke fuer diesen Bericht. Studierst du tatsaechlich noch 039nebenher039? Und eine Frage: warum keine 5 Sterne - hab039 ich039s ueberlesen?