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Testberichte Ardèche

Platz 5 in der Kategorie "Mehr zu Frankreich".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.8 von 5

Ardèche Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

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bidone

Die Hölle von Verdun

ein Testbericht von 2002-06-09 10:35:35 vom 09.06.2002
Empfehlung: ja
Heute möchte ich einen Reisebericht schreiben über das Städtchen bzw. die Umgebung von Verdun. Ein Name, den sicher jeder schon einmal im Geschichtsunterricht gehört hat. Der Besuch des Schlachtfeldes hat mich sehr tief bewegt in Anbetracht des hunderttausendfachen Todes und Leides dessen man sich hier bewusst wird. Denn hier fand die blutigste Schlacht des Ersten Weltkrieges statt. Deshalb möchte ich nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten beschreiben sondern auch etwas von der Geschichte berichten, so dass man einen tieferen Einblick in die Bedeutung des Wortes Verdun bekommt.

Zur Geschichte:

Das Unternehmen Gericht. So nennt General von Falkenhayn seinen Schlachtplan um Verdun. Er soll nicht dazu führen große Geländegewinne zu machen, nein die französischen Truppen sollen sich „verbluten“. Das Kaiserreich möchte dadurch eine Schwächung der französischen Truppen erreichen.
So brüllen am 21.Februar 1916 um 8 Uhr 12 Minuten eintausendzweihundertfünfundzwanzig deutsche Geschütze los und verschießen ein unvergleichliches Trommelfeuer auf die französischen Linien.
Um 8.17 Uhr sind die Schallwellen in Trier zu hören, um 8.18 Uhr in Saarbrücken seit 8.12 Uhr klirren in Straßburg die Fensterscheiben und werden noch wochenlang weiter klirren. Um 8.23 ist selbst im weit entfernten Paris ein dumpfes Rollen vernehmbar! So grauenvoll ertönt der Schlachtenlärm.
In den nächsten Jahren werden bei dieser grauenvollen Schlacht 336831 – dreihundertsechsunddreissigtausendachthunderteinun ddreissig Menschen ihr Leben verlieren und über 4 Millionen verwundet und verstümmelt werden.
All das sollte man vorher bedenken ehe man das Schlachtfeld besucht.

Anreise:

Am besten mit dem Auto. Dann kann man auch die verschiedenen Sehenswürdigkeiten leichter erreichen, da sie ja relativ weit voneinander entfernt sind. Ich bin mit dem Auto von Luxembourg über die Landstraßen angereist. Man kann allerdings auch von Metz aus über die Autobahn A4 bis zu Abfahrt Verdun fahren. Die ist allerdings gebührenpflichtig.

Besichtigung des Schlachtfeldes:

Wichtig: Auf dem Schlachtfeld und den Anlagen ist es im Andenken an die Toten verboten zu essen oder zu trinken. Man sollte sich also vorher stärken um dann nicht pietätlos zu wirken.

Memorial de Verdun

Zuerst empfehle ich die Besichtigung des Memorial de Verdun. Dem Museum von Verdun. Hier gibt es eine sehr interessante Ausstellung über die Waffen, die Uniformen der Poilus und der Landser. Man kann ein Fokker III-Flugzeug besichtigen und viele Fotos über die grauenhaften Lebensumstände der Soldaten. Weiterhin gibt es einen nachgebauten Schützengraben sowie allerlei weiteres Gerät.
An einigen kleinen Automaten kann man eine riesige Sammlung von Stereo-Fotografieren betrachten.
Unbedingt sehenswert ist der Film im Museum. Man bekommt dazu einen Kopfhörer, so dass man den deutschen Ton hören kann. Hier werden nochmals die Geschichte und der Schlachtverlauf sowie die Grausamkeiten der Schlacht erläutert. Es ist allerdings mehr eine animierte Diashow, da die Filmtechnik damals ja noch in den Kinderschuhen steckte. Aber sehr sehenswert.

Gebeinehaus:

Das Gebeinehaus ist eine große Anlage auf einem Hügel des Schlachtfeldes. Sie ist weithin sichtbar und hat die Form eines liegenden Kreuzes mit einem Glockenturm. Am Fuß des Gebeinehauses befindet sich ein riesiger Soldatenfriedhof, der sich über mehrere Kilometer erstreckt. Allein hier liegen zehntausende Gefallene. Es steht ein weißes Kreuz neben dem anderen, auf jedem befindet sich der Name des Gefallenen mit Datum und eine kleine Rosenpflanze davor. Auf vielen Gräbern liegen auch Blumen, die die Besucher hier niederlegen.
Die Aufgabe des Gebeinehauses ist es die auf dem Feld gefundenen Knochen der Soldaten aufzunehmen.
Man kann, wen man es umrundet durch die ringsum angebrachten kleinen Fenster die grausigen Überreste von über 100000 Toten erblicken. Ein Anblick den man nicht vergisst.
Im inneren des Gebäudes ist vom Boden bis zur Decke eine kleine Gedenkplatte neben der anderen. Auf jeder ist der Name des Gefallenen mit Geburts- und Sterbedatum angebracht. Viele der Toten hatten gerade Ihren 16.Geburtstag hinter sich!
An beiden Enden steht je ein Gedenkaltar, an dem man Kerzen kaufen kann und zum Gedenken anzündet. Dies sollte man auch nutzen, da die gesamte Anlage von einer privaten Stiftung unterhalten wird, die auf Spenden angewiesen ist.

Fort Douaumont

Der Douaumont war das größte Fort in der Verdunfront. Es wurde von einer Handvoll deutscher Soldaten in einem Überraschungsangriff, der die Franzosen überraschte erobert.
Es kann heute noch besichtigt werden. Man kann in die Tiefen des Forts vordringen und die Kasematten, die Geschütztürme, die Unterkünfte, die Latrinen usw. besichtigen. Man bekommt einen Eindruck der Lebensumstände im Fort. schlecht belüftet, überfüllt von Verwundeten, kein Wasser und dazu der Lärm der ständig auf das Fort trommelnden Granaten.
Das Fort selbst wurde mit ca. 120000 Granaten, darunter 2000 von 27cm und größerem Kaliber beschossen. Dadurch ist es im Außenbereich sprichwörtlich dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die versenkbaren Panzertürme sind aber noch erhalten und lassen sich auch besteigen.
Von hier aus hat man einen guten Ausblick über das Schlachtfeld. Man kann auch heute noch die Granateinschläge und Trichter erkennen! Nach fast 90 Jahren. Heute bedeckt ein spärlicher Wald die Ebene. Vor der Schlacht waren hier Wälder und Dörfer. Die wurden aber durch das Schlachtenwüten völlig vernichtet. Auf den Fotos sieht man, das es nichts mehr gab als nackte Erde.
Man sagt das auf jedem Quadratmeter des Schlachtfeldes ein Mensch gefallen ist. Bei dem Anblick läuft es einem kalt dem Rücken hinab! Und man erkennt die Sinnlosigkeit eines Krieges.

Umgegend:

In der Umgegend gibt es noch sehr viele Sehenswürdigkeiten, die man besuchen sollte. Etwa das Dorf Fleury. Von diesem Dorf steht kein Stein mehr! Es wurde buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht. Heute sind Gedenksteine aufgestellt wurden, die die Lage der einzelnen Gebäude anzeigen.
Das gesamte Umland ist von einer großen Anzahl französischer und deutscher Soldatenfriedhöfe überzogen. Überall wird das Gedenken an die grauenvolle Schlacht aufrecht erhalten, um als Mahnung zu dienen.
Um alles zu besuchen braucht es aber mehrere Tage Zeit.

Fazit:

Wer sich für Geschichte interessiert sollte sich unbedingt einmal das Schlachtfeld um Verdun ansehen. Es macht auf jeden Fall einen sehr großen Eindruck auf den Besucher und man kann sich das Elend der damaligen Soldaten wenigstens ansatzweise vorstellen.
Als fröhlicher Sonntagsausflug ist es aber nicht zu empfehlen. Dazu ist das Thema zu ernst und man sollte den Gefallenen auch heute noch den nötigen Respekt für Ihre geraubt Jugend erweisen.

Ich hoffe das auch dieser ernste Beitrag interesse auf einen Besuch weckt.

© 2002 bidone
...
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Kommentare
liskailonka
liskailonka, 11.06.2002
Da war ich auch 2x da lebt die Geschichte noch.
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Qualle

Auch das ist Frankreich - Viele Spuren aus der Römerzeit

ein Testbericht von 2002-05-05 15:37:34 vom 05.05.2002
Empfehlung: ja
Nach dem wir die reizvolle und wunderschöne Landschaft der Provence und das Tal des „Grand Canyon de Verdon“ hinter uns gelassen haben machen wir eine Abstecher in das Landesinnere, bevor wir weiterfahren zur Costa Brava.

Es war für uns ein Umweg, der sich gelohnt hat. Bei wunderschönem sonnigen Wetter fuhren wir nach Orange. einem knapp 30 000 Einwohner zählendem ort im unteren Tal der Rhone. Orange liegt im Nord-Westen der Region „Provence – Alpes –Cote d’ Azur“ nicht am Mittelmeer. Und ist umgeben von fruchtbaren Obst und Gemüseanbaugebieten.

Aber, warum es uns in dies Stadt gezogen hat, das sind seine guterhaltenen Baudenkmäler aus der Römerzeit.
Ich möchte auch noch erwähnen, dass das kleine Fürstentum Orange im 16Jh zu der niederländischen Linie des Hauses Nassau gehörte. Noch heute tragen die niederländischen Prinzessinnen diesen Titel.

Aber nun genug zur Geschichte, die auch heute noch allgegenwärtig ist in diesem reizvollen Städtchen.
Für unser Auto finden wir einen Platz in der Tiefgarage unter dem Marktplatz. Nun anhand von Wegweisern finden wir auch bald das römische Theater,
„Theatre Romain“
das sich im Süden der Innenstadt befindet. Heute Vormittag ist keine Vorstellung und wir haben genügend zeit uns in dem alten Freilichttheater umzusehen. Es bietet auf seinen Steinbänken über 7000 Besuchern Platz und soll eine Ausgezeichnete Akustik haben. Über der Bühne befindet sich eine mehr als drei Meter hohe alte Steinstatue des Kaisers Augustus. Vor den alten grau-beigen Mauern und Steinen der Bühne sehen wir heute Teile eines neuen Bühnenbildes in schwarz gehalten. Hier ist alte römische Kunst mit modernen Bühnentechnik verbunden. Es sicht sehr harmonisch aus. Wir schlendern durch das ganze Theater, nehmen auf den Bänken Platz und sehen zu, wie auf der Bühne der nächste Auftritt vorbereitet wird. Auch besuchen wir die Anlagen hinter den Kulissen und hinter den Zuschauersitzplätzen. Das einzige was uns zu schaffen macht, ist die Hitze, denn fast alles liegt in der puren Sonne.
Nun besuchen wir auch gleich noch, die sich westlich an das Theater anschließenden Ruine eines römischen Tempels.

Für unsere Vierköpfige Familie bezahlten wir 120 FF Eintritt (ca. 20 Euro). Aber es ist seinen Preis wert.

Und nach gut zwei Stunden bummeln wir durch die idyllische Kleinstadt, wo die Straßen zahlreich mit schattenspendenden Bäumen eingerahmt sind, zu dem nächsten sehenswerten Bau aus der Römerzeit. Fast etwas versteckt – hinter Bäumen an einer Straßenkreuzung, steht er da, der „Arc de Triomphe“. Ein alter etwas kosmetikbedürftiger Triumphbogen. Am dreitorigen Bogen sind schöner im Schatten liegende Wiesen zum Ausruhen für die Besucher.
Auch wir verweilen hier auf den Rasen und entspanne unter diesem beeindruckendem Bauwerk, das fast so schon ist, wie der Triumphbogen in Paris, aber lange nicht so bekannt.

Nach dem Mittagessen in einer gemütlichen Straßengaststätte setzen wir unsere Fahr durch diese wunderschöne Landschaft fort. Nur kommt man hier auf der Landstraße nur sehr schleppend voran.

Und alle, die diese Gegend besuchen, kann ich nur empfehlen, sich auch einmal in der wunderschönen Umgebung von Orange umzusehen. Sehr schon ist das Tal der Ardeche, eines Nebenflusses der Rhone. Man kann wunderschön wandern und auch im Fluss baden. Erwähnen möchte ich noch das Felsentor über den Fluss bei „Gorges de l’Ardeche“ und die Tropfsteinhöhlen bei dem Dorf Aven d’Orgnac.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-16 07:36:56 mit dem Titel Unterwegs von Bordeaux nach Paris

Da ich schon öfter einmal eine neue Kategorie vorgeschlagen habe, doch nie eine Reaktion bekam, möchte ich den folgenden Artikel unte Frankreich allgemein plazieren.

Aber unser Motto ist, „Der Weg ist das Ziel“.
Irgendwie mussten wir mit dem Auto wieder nach Hause kommen. Unser Urlaub ging langsam zu Ende. So wollten wir nicht schnell durch Frankreich fahren, sondern uns noch hin und wieder ein paar schöne Plätze ansehen.

In meinem heutigen Bericht möchte ich über ein paar sehenswerte Städte und Landschaften schreiben, die wir bei der Fahrt quer durch Frankreich besucht haben.

Gegen Zehn verließen wir an einem Montag unseren Zeltplatz in der Nähe von Bordeaux. Eigentlich wollten wir schon in der nächsten größeren Stadt Geld tauschen, doch 1996 war das montags in Frankreich nicht so einfach. Viele Banken hatten zu. Und so viele Automaten gab es da auch noch nicht. Heute gibt es zum Glück den Euro und das Bezahlen mit der Karte ist auch fast überall möglich.

Anguleme eine Blumenperle:
Nun, noch nicht ganz in Zentralfrankreich angekommen, legten wir unsere erste größere Pause in Angouleme ein. Es ist eine wunderschöne Stadt, wo sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Gegen Mittag parkten wir im Zentrum und schlenderten über den Marktplatz – damals Straßenbaustelle -. Es ist eine sehr bunte und Blumenreiche Stadt, wo schon ein einfacher Bummel durch das Zentrum sehr angenehm ist - . Stadtwappen, Schriftzüge und vieles mehr aus Blumen. Heute ist diese Stadt das Zentrum der Comic-Kultur.
Angouleme ist eine 52 000 Einwohnerstadt auf einer Höhe oberhalb des Flusses „Charente. In der Stadtmitte steht ein schönes stattliches Rathaus – und wieder sind überall Blumenbeete. Von dem Stadtrand hat man einen herrlichen Blick auf den Fluss und die weite Ebene.

Weiter geht unsere Fahrt auf der Landstraße (sie ist fast so schön wie die Autobahn – aber billiger, da keine Maut gezahlt werden muss). Bei Portiers sieht man schon von weitem die eigenartigen, utopischen Gebäude des Vergnügungsparks. Auf dem heute fast leeren Parkplatz am Park „Futuroskope“ legen wir wieder eine Pause ein. Es ist schon ein wunderschön angelegter Vergnügungspark. Weiter sind in der Universitätsstadt Portiers noch sehnenswert, die vielen alten Kirchen z.b. St-Hilaire-le-Grand, Notre-Dame-la-Grande, St-Porchaire Palais de Justice und das Baptisterium Ste-Radegonde.


Stippvisite an der Loire:
Leider hatten wir nicht die Zeit um uns ausgiebig umzusehen. Noch am gleichen Abend fuhren wir bis zum Fluss Loire. Auf dem Campingplatz de Launay bei Ambroise stellten wir unsere Zelte auf. Es ist ein sehr schöner geräumiger Platz. Große Parzellen als Stellplatz, Spielplatz für die Kinder, ein ausreichend großes Badebecken, Tische und Bänke fast auf jeder Parzelle und alles sehr gepflegt und sauber. Nicht weit weg fließt die Loire. Die Gegend lockte uns noch zu einem Abendspaziergang entlang des Flusses. Am liebsten wären wir noch ein paar Tage länger hier geblieben, so schön war es hier.
Die Loire selbst ist sehr flach und kaum schiffbar. Nur mit kleinen Sportbooten konnte man sie an dieser Stelle befahren. Und müsste da noch aufpassen, dass man nicht auf eine Sandbank fährt. Von den vielen Schlössern an der Loire sieht man beim Vorbeifahren nur wenige. Das Land ist flach und selten heben sich die Schlösser aus ihrer Umgebung hervor. Auch hatten wir nicht die Zeit um lange zu verweilen, denn unser Urlaub ging zu Ende. Im malerischen Ort Blois (der auf zwei Hügeln am rechten Flussufer der Loire liegt) gab es noch einen Fotostopp, bevor wir entlang der Loire weiter nach Orleans fuhren.

Wer hat nicht schon von ihr gehört, „Die Jungfrau von Orleans“.
In der Tiefgarage unter dem Platz mit dem Denkmal von „Jeane d’ Arc“ stellen wir unser Auto ab. Und sind somit auch gleich mitten im Zentrum der Stadt. Orleans ist eine sehr alte Universitätsstadt und reich an Kulturdenkmälern und Geschichte. Alljährlich am 7 und 8. Mai wird ein Fest zum Gedenken an „Die Jungfrau von Orleans“ veranstaltet. Das Denkmal, wo die Jeane d’ Arc auf einem Pferd sitzt, ist weit hin sichtbar.
Bei unserem Stadtbummel besuchten wir die Kathedrale „Sainte Croix“. Es ist ein sehenswertes Bauwerk. Ein Orgelspiel verschönte uns noch die Besichtigung dieser Kirche. Die fünfportadlige Hauptfassade mit vielem barockem Dekor ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Auch sonst ist diese am nördlichsten Punkt der Loire gelegene Stadt Orleans einen Halt wert. Nach dem Mittagessen und einen Spaziergang vorbei an restaurierten Häusern des 17 Jahrhundert, dem „Place du Martroi“ und dem „Musee Historique et Archeologiuqe“ ging es zurück zum Auto und unsere Fahrt sollte noch heute bis Paris gehen.

Ein kleiner Parkplatz vor einem hübschen großen alten Zaun mit offenem Eingangstor veranlasste uns zu einem Fünfminutenfotostop. Von Interesse geweckt, was sich wohl für ein Gebäude dahinter befand, spazierte unsere Familie hinein.
Und hier war es nun, das prächtige Schloss, in dem schon Napoleon I. residierte.

Fontainebleau bei Paris ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Auf einem breiten gepflasterten Weg, gesäumt mit Orangen und Zirrusgewächsen in Kübeln liefen wir zu einer wunderschönen Freitreppe, dem Haupteingang zum Schloss. Sauber und etwas belebt wirkte dieser Schlosshof auf uns. Nun neugierig wie wir waren liefen wir durch die offenen Tore und schon waren wir im nächsten der fünf Schlosshöfe. Und so ging es weiter. Hinter den Gebäuden befand sich ein sehr großer Park mit einem lang gezogenem Wasserbecken. Park und Becken umgeben von Bäumen, Rasen und Blumenbeeten. Die Sonne ließ die ganze Anlage in wunderschönen Farben erstrahlen. Im kleinen Schlossteich schwammen dicke Karpfen und andere Fische.
Obwohl wir uns nicht einmal das Schloss „Cour des Adieux“ von innen angesehen haben, verbrachten wir mehr als zwei Stunden in der Anlage.
Wenn ich wieder einmal in der Nähe bin, werde ich dieses Chateau de Fontainebleau wieder besuchen.

Nun, einige Stunden Später als geplant, ging es dann auf die Zeltplatzsuche bei Paris. Nach einigen Irrungen landeten wir auf einen billigen Platz (Preis und Ausstattung) in La Fete.

Über unseren Bummel durch Paris schreibe ich in einem anderen Bericht.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-05 15:37:34 mit dem Titel Belebte Strände und mahnende Stille

Die Überschrift mag vielleicht nicht ganz treffend für diese Gebend sein, aber diese vielen „Denkmäler“ des Krieges haben mich sehr beeindruckt. Nun da wir unsere Reise durch die Normandie vom Westen begannen, möchte ich mit meinem Bericht über diesen Landesteil Frankreichs auch hier beginnen.

Nachdem wir die Nordküste der Bretagne verlassen haben, ist es mit dem Auto nicht mehr sehr weit bis zu einem markanten Punkt Frankreichs, dem

Mont-Saint-Michel“. Diese imposante Festung im Meer ziert auch das Titelbild meines Reiseführers aus dem Baedeker-Verlag. Bei Flut ist diese „Kleine Stadt“ fast gänzlich von Wasser umspült. Einzig ein künstlicher Damm verbindet die Felsinselburg mit dem Festland. Die meisten Parkplätze sind nur bei Ebbe befahrbar.
Als wir am späten Nachmittag hier ankommen senkt sich das Wasser des Ozeans und ein breiter Sandstreifen verbindet die Insel mit dem Land.
Am Eingang zu der Felseninselburg sind die Gezeiten notiert, so das jeder sein Fahrzeug vor Eintreffen der Flut in Sicherheit bringen kann. Nun für die nächsten Stunden müssen wir nicht mit Flut rechnen.
Auf den für kurze Zeit dem Meer entronnen Stück Sandstrand laufen wir zu dieser Felseninselburg, wie dieses markante Kunstwerk in meinem Reiseführer beschrieben wird. Auf dem einzigen Landweg laufen wir durch ein schmales Eingangstor in eine Art Stadt. Eine sehr enge Straßen führt uns durch die mehrstöckigen Häuser auf diesem Stück Insel. Im Kreis, wie eine Spirale, immer weiter höher laufen wir durch die Touristenströme, die uns um diese Späte Nachmittagsstunde entgegenkommen. Fast oben angekommen stehen wir vor der Abtei, die aber nur noch die Besucher rauslässt. Hier ist es im Verhältnis zum unteren Bereich fast menschenleer. Obwohl wir nicht bis zur Spitze vordringen können, haben wir doch einen herrlichen Blick auf das Meer und Festland. Und auf gleichem Weg gehrt es zurück, durch Gassen, die kein Fahrzeug zulassen. Kommt ein Gespann, so muss der Fußgänger in die Treppenaufgänge der Häuser treten um es passieren zu lassen. Das Gewühle in den vielen Geschäften ist sehr groß.
Dieses Berühmte Bauwerk sollte man auf jeden Fall besuchen, wenn man in seiner Nähe ist. Die Eigenart des „Le Mont-St._Michel“ kann man in seiner Vielfalt nicht beschreiben.

Nun zog es uns an diesem Abend noch ein Stück weiter in den Norden. In der Nähe des „Kap Carteret“ in Portbail fanden wir einen schönen Zeltplatz zum Übernachten. Von hier unternahmen wir auch unseren Ausflug auf die Kanalinsel Jersey (anderer Bericht).

Wir zelteten nahe am Wasser und an einem herrlich breiten Sandstrand, der bei Ebbe einige Hundert Meter breit wurde. Felsen und Steine sind hier im Gegensatz zur Bretagne sehr wenige.

Ein lohnender Ausflug war auch zum Kap Hague an der Nordspitze dieser Halbinsel „La Manche“. Hier am Kap war es wieder felsiger.

Nun über das ganze, wunderschöne Gebiete in Frankreich kann ich hier nicht schreiben. Hier sind nur einige Dinge aus dieser Region aufgeführt.
Aus der Normandie kommen der Calvados und der berühmte Cidere. Hier befindet sich auch das Stättchen Camembert (berühmt durch seinen Weichkäse) sowie viele Kathedralen, Burgen und Schlösser.
Entlang der Straße „Route des Megalithes“ kann man viele Steine aus vergangener Zeit ansehen. Es gibt reichlich Wanderwege und viele Informationsgelegenheiten, wo man gutes Material erhält.


Aber neben den vielen prunkvollen Schlössern, den schönen Sandstränden, den alten Steindenkmälern gibt es auch noch eine traurige Erinnerung an dieses Land.

Besonders von der Nordküste der Halbinsel „La Manche" bis zur „Stadt Le Havre“ - zeugen viele Plätze von den schrecklichen Kriegstagen und mahnen still.
Meist liegen diese Kriegsgräber in der Nähe von Sehenswürdigkeiten. Es sind hier sechs große Friedhöfe errichtet wurden. Wir besuchten diese Ruhestädte bei La Cambe, wo über 21 000 Gefallene ruhen. Hier gibt es einen Friedhof für deutsche und einen für amerikanische Gefallene.
Ruhe und Stille erhebt sich über das Land, eine ebene grüne sehr gepflegte Wiese. In deren Mitte ein großer Hügel ist, worauf sich ein steinernes Denkmal befindet. Wege und Wiesen sind um diesen Hügel in rechteckiger Form angeordnet. Manchmal stehen Steinkreuze, die die Daten des Gefallenen tragen, dann sind wieder flach liegende Tafeln angebracht. Kaum Massengräber, jeder hat seine eigene Ruhestätte, viele mit Namen andere namenlos. Hin und wieder liegt an einer Tafel ein Blumengruß.
Dieser Friedhof wurde am 21.September 1961 eingeweiht. Gefallene aus umliegenden Orten wurden hierher umgebettet.

Nun nach einer besinnlichen Stunde zieht es uns weiter. Am „Point du Hoc“ schauen wir uns die Reste der Kampfstätten aus dem II Weltkrieg an. Von weitem erscheint alles als friedliche grünbraune Hügelfläche. Aber kommt man näher sind da viele noch begehbare Bunker und Schützengräben. Hier tobte die Schlacht um die Normandie. Man findet keine Worte um es zu beschreiben.

Und weiter geht unsere Fahrt über die Halbinsel zu erschiedenen Stränden. Fast an jedem Küstenteil ist auch ein mahnendes Denkmal, mal ein Bunker, oder eine Kanone, da ein alter Panzer usw. Und dahinter ein schöner schmaler Sandstrand mit dem Blick zum blauen Meer.

Nun die Städte haben mir es weniger angetan, dafür aber die herrliche Natur. Und bevor wir die Normandie wieder Richtung Heimat verlassen, besuchen wir noch einen einmaligen Urlauberort in dieser Region.
Ein kleiner Umweg bei unserer Rückreise führte uns zu den Kreidefelsen bei Eterat. Wunderschöne flache Badebuchten werden von mächtigen steil ins Wasser abfallenden Kreidefelsen eingerahmt. Felsentore verbinden diese Strände. Bei Ebbe gelangt man trockenem Fußes von eine zur anderen einsamen Badebucht. Am Hauptbadestrand ist ein sehr reges Begängnis. Viele Imbiss- und Souvenirbuden sorgen für das Wohl der Urlauber. Liebt man etwas mehr die Einsamkeit, so kann man den anstrengenden Weg auf die Felsen unternehmen. Oben wird man dann mit einem Panoramablick entschädigt.

Wir hatten wunderschönes Sommerwetter als wir die Normandie besuchten. Normal sind hier feuchte milde Winter und gemäßigte Sommer.

Zum Abschluss noch ein Wort aus einem Reiseführer:

- NORMANDIE –
„KUNSTHISTORISCHE JUWELEN ZWISCHEN APFELPLANTAGEN“

Ich habe diesen Bericht über Nordfrankreich hier eingeordnet, da es mir nicht gelungen ist, hierfür eine neue Kategorie einzurichten.
...
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
einsims

Im Tal der Schlösser

ein Testbericht von 2002-04-27 18:24:43 vom 27.04.2002
Empfehlung: ja
Ich kam eigentlich durch Zufall ins Loiretal, geplant war ein Kurztrip nach Paris.
Spontan in der Ferienzeit hatten wir uns entschlossen, auf gut Glück nach Paris zu fahren. Also packten wir schnell Kind und Kegel, mehr Kegel aber kein Kind, in mein Auto und führen früh morgens Richtung Paris.

Doch schon in den Vororten in Paris bekamen wir kein ordentliches Zimmer, wegen der Ferienzeit. Als ich auch noch bei der Fahrt durch Paris auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit ungewollt in den Kreisel am Arc de Triomphe kam, hatten wir von Paris genug, sogar einen kleinen Auffahrunfall gab es noch.

Daher quälte ich mich durch Paris und fuhr Richtung Orleans, um uns im Loiretal umzuschauen. So kamen wir auch über Orleans nach Gien, wo wir unsere erste Übernachtungsmöglichkeit fanden.

++++++

Gien

Einen herrlichen Anblick bietet die Stadt Gien von der Loireseite. Überragt wird Gien von seinem Schloss und dem Kirchturm der größten Kirche.
Da wir uns für die Schlösser an der Loire interessierten, begann wir gleich mit dem Besuch des Schlossmuseums Musee International de la Chasse. Der bronzene Hirsch vor dem Eingang läßt einem vielleicht erraten, um was es in diesem Museum geht.
In 13 Räumen werden Jagdszenen vom 16. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert dargestellt.
Über die Hetzjagd oder der Jagd mit dem Falken bekommt man einen guten Einblick. Auch die Waffentechnik dieser Zeit kommt dabei nicht zu kurz. Abgerundet wird der Besuch mit einigen schönen Gemälden.
Im Museumsprospekt wird mit Francois Desportes ein Maler benannt, dessen Gemälde Weltruf genießen. Aber ehrlich, mir sagte der Namen eigentlich nichts, bin vielleicht ein unwissender Kunstbanause.

Der vorhin schon beschriebenen Kirchturm gehört zur Kirche St. Jean d`Arc, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Bei einem abendlichen Spaziergang sollte man auch über die schöne Bogenbrücke aus dem 15. Jahrhundert gehen.. Von dort aus lassen sich wirklich schöne Fotoaufnahmen machen.

Info:
Jagdmuseum:
Mai bis September täglich von 9:30-18:30 Uhr

Office de Toursme
Rue Anne de Beaujeu
Hier konnten wir uns mit sehr informativen Material eindecken, um die Tour richtig zu planen. Es gibt dort über fast alle Schlösser an der Loire Informationsmaterial.


++++++++

Zum meiner Ansicht schönsten Schloss machten wir uns in Richtung
Sully-sur-Loire auf. Von Gien fuhren wir über die Bogenbrücke und bogen dann rechts auf die Landstraße D 951. Mein Tipp zum Anfang. Man sollte diese Fahrt in einem gemütlichen Tempo machen, den in jeder noch so kleinen Stadt gibt es etwas zu sehen. Die Architektur der Häuser ist so grundverschieden von der Unseren, dass sich ein verweilen schon lohnt.
Die ersten Orte, die wir dabei durchfahren haben sind Poilly-lez-Gien und St. Gondon.
Wenn man durch St. Gondon durchgefahren ist, sollte man auf der rechten Seite auf ein weißes Tor achten.. Hat man etwas Glück und das Tor steht offen, kann man das Chateau la Ronce sehen. Bemerkenswert ist der mit Efeu und wildem Wein überwachsene Hauptbau.
Etwas später erreichen wir das Wasserschloß Chateau Sully-sur-Loire.
Ein prächtiges Gebäude umgeben von Wasser, erinnter an alte Musketierfilme.

Info:
Öffnungszeiten:
Juni bis September täglich von 10-18 Uhr.

In Sully-sur-Loire haben wir wieder die Loire überquert und fahren auf der D.60 nach St.-Benoit-sur-Loire.Hier findet man die romanischen Kirche der ehemaligen Benediktinierabtei.

Der Stopp hat sich rentiert. Geht man in diese Abtei, so sieht man einen riesigen Innenraum, dessen Dach von vier Säulen gestützt wird. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Statuen und Figuren zusehen. Es werden Szenen von der Flucht Moses aus Ägypten dargestellt.

Info:
Öffnungszeiten über das ganze Jahr von 10:30 bis 15:00 Uhr
Ein Natur und Kunstmuseum liegt auch an der Abtei.

Nun setzen wir unsere Fahrt fort und kommen nach Germigny-des-Pres. Auch in diesem kleinen malerisch gelegenen Ort ist eine Kirche die Hauptattraktion. In dieser Kirche befindet sich ein byzantinisches Mosaik aus der Zeit Karl des Großen. Es stellt , was noch davon übrig ist, die Bundeslade des Alten Testaments dar. Von außen wirkt die Kirche klein und unscheinbar. Doch zeigt sie im Innern eine Vielseitigkeit in ihrer Struktur. Auch hier tragen vier Säulen den Mittelraum. Auch hier ist ein kleines Museum über die Geschichte der Kirche integriert.

Info:
Öffnungszeiten von Kirche und Museum
Das ganze Jahr geöffnet von 9-18 Uhr, im Sommer eine Stunde länger.

Der nächste Ort ist nun Chateauneuf-sur-Loire. Hier gibt es mit dem schönen Rathaus und dem Museum über die Loire Schifffahrt zwei Sehenswürdigkeiten, die beide in der ehemaligen Schloßanlage befinden. Wer weiterhin noch Interesse an Kirchen hat, sollte unbedingt Saint Marie besuchen. Eine kleiner Kirche, die aber eine vielfältige Architektur hat. Diese Kirche brannte 1940 nach einem Luftangriff der Deutschen Luftwaffe aus.

Info:
Öffnungszeiten des Schifffahrtsmuseum
Juni bis September Mittwochs bis Montags 10-12 und 14-17:30 Uhr

Nachdem wir die ganze Zeit auf eine kaum befahrenden Landstraße unterwegs waren, geht es von Chateauneuf-sur-Loire auf der verkehrsreichen N.460 Richtung der Großstadt Orleans.
An dieser Straße liegt ein kleine Schloß, das Chauteu Bel-Air, an dem wir aber ungesehen vorbei gefahren sind, denn unser nächstes Ziel ist das Chateau de Chenailles.
Auf einer kleinen Nebenstraße können wir in die Nähe des Schlosses fahren und ungestört einige schöne Fotoaufnahmen machen. In einem riesigen Park liegt das Schloß, von dem die Rundtürme herausragen. Auf der Vorderseite ist eine schöne Rasenflächen, an der Seite und hinter dem Schloß wachsen prächtige Bäume. Von hier fährt man am besten Richtung Jargeau. Bevor wir diesen Ort erreichen, müßten wir wieder die Loire überqueren. Aber der Verkehr ist hier wieder sehr gering und ein langsamerer Fahrweise, um die Landschaft zu bewundern, fällt nicht störend auf. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Orleans. Wir waren schon auf der Suche nach einem Hotel und wurden in Jargeau fündig. Leider habe ich von diesem Hotelchen keine Unterlagen mehr. Doch die Preislage war etwa bei 60 DM.

+++++++++++++++++++++++

Orleans

In einem Buch habe ich ein französisches Sprichwort gelesen.
"Paris ist Frankreichs Kopf - Orleans sein Herz".
Wenn man den Namen Orleans hört, denkt man sofort an Jeanne d´Arc, die sogenannte Jungfrau von Orleans. Sie befreite die Stadt am 7.Mai 1429 von den Engländern.
Doch diese Stadt war nur ein kleiner Zwischenstopp auf unserer Schloßtour.
Ein Wort noch zu Orleans. Einen Blick in die Kathedrale dieser Stadt sollte man doch noch werfen. Dies ist schon ein gigantisches Gebäude und man kommt sich als Mensch etwas klein in diesem Gebäude vor. Nicht Besucht haben wir das Hause der Jeanne d´Arc und das Museum der schönen Künste., es sollte nur einmal erwähnt werden.

An Orleans vorbei ging es weiter nach St.-Hilaire-St.-Mesim. Unserem Weg säumen wieder kleiner Schlösser, wie zum Beispiel das Chateau I´Arches, das auf der Rechten Seite zwischen der Straße und der Loire liegt. Eine große Abteikirche findet man in Clery-St.-Andre, der ehemaligen Stiftskirche Notre-Dame-de-Clery.

Info:
Notre-Dame-de-Clery
Öffnungszeiten täglich von 9-12 und 14-19 Uhr.

Um zu dem nächsten Schloß auf dieser Tour zu kommen, müssen wir wieder einmal die Loire überqueren. Wir biegen in Clery-St.-Andre rechts ab auf die D.18 und fahren Richtung Meung-sur-Loire. Um zum Schloß zu kommen, fahrt man ins Zentrum der Stadt, um von dort aus links in Richtung Beaugency abzubiegen.
Meung-sur-Loire blickt auf eine große Vergangenheit zurück, den schon im sechsten Jahrhundert ließ sich ein Mönch mit seinen Schülern hier nieder, und begann das Land zu Kultivieren.
Doch nun zum Schloß. Von weiten sieht man einen alten Turm, der gleichzeitig der Schloßeingang ist. Von dort aus sieht man schon das schöne, rosafarbenen Chateau-Meung-sur-Loire mit seinem Rundturm in grauer Farbe. Entweder wurde er gerade Renoviert oder die Farbe ist dem Besitzer ausgegangen. Auch vor diesem Schloß liegt ein herrlich angelegter Park mit Bäumen und runden Blumenbeeten. Wie ein Märchenschloß in harmonischer Symmetrie liegt das dreistöckige Anwesen in einer schönen Landschaft, im Hintergrund die Loire. Um das Schloß zu Unterhalten, werden Tanzräume und Tagungsräume vermietet. Wie groß diese Hallen sind, läßt sich darauf schließen. das diese Angebote für Gruppen bis zu 300 Personen gemacht werden.

Info:
Öffnungszeiten:
Ostern bis 1.11 täglich 10-12 und 14-18 Uhr.


Von Meung-sur-Loire ist es ein kurzes Stück auf der D.152 nach Beaugeny.
Diese Stadt spielt in der kriegerischen Geschichte von Frankreich eine Rolle. Hier wurde in der Stadtkirche Notre-Dame sozusagen der Hundertjährige Krieg gegen England angezettelt.
Ein Konzil von Bischöfen gab 1152 seinen Segen zur Ehescheidung des französischen König Ludwig VII von seiner Frau Eleonore von Aquitanien. Doch Elenore heirate einen Mann, der König von England wurde und somit fiel französischen Land an England. Damit waren große Teile Frankreichs in englischer Hand. Die Konflikte schaukelten sich dann noch knapp 200 Jahre auf, bis es dann zum Krieg 1337 kam.

In der Stadt Beaugency sollte man sich noch das kleine Rathaus anschauen, das in einer kleinen Gasse gelegen im Renaissancestil erbaut wurde, sowie das schöne Stadttor.

Doch diese Stadt ist nur eine kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zu dem absoluten Höhepunkt einer Besichtigungsreise zu Schlössern an der Loire. Es wartet das Chateau de Chambord auf uns. Verläßt man Beaugency fährt man Richtung Muides-sur-Loire. Vor diesem Ort ist wiederum eine Überquerung der Loire angesagt.

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Chateau de Chambord

Info aus einem Buch
Chambord ist das berühmteste Schloß des Loiretals. Dieses zum Weltkulturerbe erklärte Bauwerk befindet sich mitten im größten geschlossenen Tierschutzgebiet Frankreichs.
Nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch seine Geschichte ist Chambord so berühmt geworden.
Die Zentraltreppe des Schlosses soll die Erfindung von Leonardo da Vinci sein.

Nun wird es auf der Straße etwas Voller. Etliche Reisebusse fahren in Richtung Schloß.
Und als wir ankamen , sahen wir auch warum. Ein riesiges Gebäude erwartete unseren Besuch. Auf dem ersten Blick steht vor uns ein Gebäude, von dem man annehmen kann, es wurde Millimeter genau auf einem Zeichenbrett geplant und symmetrische erbaut. Auf dem Dach sind eine Unzahl von Schornsteine angebracht und regelmäßig sind Rundtürme in dem Gebäude integriert.

Ehemals war dieses Schloß ein kleines Jagdschloß, das dann von König Franz I ab dem Jahre 1519 in dieses riesige Renaissanceschloß umgebaut wurde. Man muß einmal vorstellen, was die Menschen in der damaligen Zeit für einen Aufwand treiben mußten, um die über 400 Räume zu bewirtschaften. Im Innern gibt es ein imposante Wendeltreppe.

Hierzu ein Zitat aus dem Reiseführer, der diese Treppe treffend beschreibt.

"Die Treppe hat tatsächlich einen doppelten Umlauf... Sollten Sie also diese Treppe hinaufgehen in der Hoffnung ihre Geliebte in der oberen Etage zu treffen, so wäre es besser, wenn diese nicht auf den Gedanken kommt, im selben Moment herunterzukommen, da dann die Gefahr besteht, daß sie sich niemals treffen."

Dazu noch ein Hinweis für Kunst und Theaterinteressierte.
Das Theaterstück "Der Bürger als Edelmann" von Moliere wurde hier 1670 Uraufgeführt zur Ehre von Ludwig XIV.

Nicht nur das Schloß selbst ist es wert, davon zu berichten. Auch sollte man sich genau die Parklandschaft anschauen.

Info:
Öffnungszeiten
Täglich von 09:30-17:45 Uhr
Man sollte für den Besuch in diesen Schloß mehr Zeit einplanen, als bei den anderen. Hier herrscht immer eine großer Besucherandrang.

++++++

Mit diesem Schloß endete dann leider auch unsere Tour im Loiretal, da ich leider irgendeine
Pollenart nicht vertrug. Daher brachen wir unsere Reise hier ab und fuhren in den Schwarzwald, wo sich meine Nase und meine Augen wieder erholten.
Trotz diesem " Mißgeschick" war es eine wunderbare Reise.
Wir haben nicht einmal die Hälfte alle Schlösse an der Loire gesehen.
Ich schätze einmal, das wir etwa ein Siebtel der Loirelauf abgefahren haben.
Wenn man bedenkt, das dieses Tal der Schlösser etwa in Le-Puy-en-Velay in der Nähe von St.-Etienne beginnt und bis zum Atlantik bei Nantes geht, kann man sich vorstellen, was es für eine reiche Anzahl von Schlössern an der Loire gibt.

Ps.
Wer nicht so gut Französisch kann, sollte sich unbedingt ein Wortbruch mitnehmen, insbesondere für die Speisekarte. Denn in den Dörfern an der Loire gibt es keinen Mc Donalds. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Also dann gute Reise.
...
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Kommentare
apobiene
apobiene, 02.05.2002
Da waren wir vor Jahren auch mal. Aber die Kinder haben es nicht so mit Besichtigungen. Vielleicht zur Rente wieder...
larshermanns
larshermanns, 12.04.2002
Immerhin erwaehnst Du, wenn Du aus einem Buch zitierst. Aber das Quellenverzeichnis vermisse ich auch hier!
city-flitzer
city-flitzer, 30.04.2002
Manch einer haumltte da glatt 4 Berichte draus gemacht! gruszlig city-flitzer
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UNGELE

Bitscher--Zitadelle

ein Testbericht von 2002-04-22 21:41:27 vom 22.04.2002
Empfehlung: ja
Hallo

Heute möchte ich mal über eine Zitadelle schreiben.

Vor ein paar Wochen war ich in Frankreich in einer kleinen Stadt namens Bitsch.
Ich besuchte dort die Zitadelle, eine sehr große Festung mit unterirdischen Kasematten, in denen die Bevölkerung einer Kleinstadt Platz finden konnte, die Festung würde nie eingenommen.

Wären alle einstigen Militäranlagen in Südwestpfalz und Lothringen noch komplett erhalten, die Region würde vor Mauern, und Stacheldraht und Waffen nur so starren und wäre unbewohnbar.
Die glücklicherweise spärlichen Reste dessen, was einst hüben und drüben mit Gewalt getrennt halten sollte, dienen nun paradoxerweise dem Zusammenwachsen einer Region und dazu, den Tourismus anzukurbeln.
In Bitsch Frankreich ist Touristenmanagnet Nummer eins ist die Bitscher Zitadelle, die jetzt mit über 70000 Besucher in diesem Jahr sehr zufriden ist den ich kan mir vorstellen das die unterhaltung sehr teuer ist.
Die Leute sagten das die Sanierung etwa zehn Millionen Mark gekostet hat.
Die Hauptattraktion des gewaltigen Bauwerks liegt in den unterirdischen Kasematten, in denen die Militärs im Kriegsfall für Monate Unterschlupf gefunden hätten und haben.
Bäckerei, Viehstallungen, Krankenhaus und natürlich Kasernen waren unter der Erde.
Was oberirdisch an Gebäuden da war, wurde vom Gegner zusammengeschossen.
Seit Jahren werden die Besucher multimedia mit Kopfhörern, Filmen, Dias und Geruchssimulationen duch die Kasermatten gefürt.
Szenen von darmals mit Puppen nachzubauen ist kaum möglich, da unterirdisch kein Klima für Vergänliches herrscht.
Aber leider macht die hohe Luftfeuchtikeit den Mauerwerk zuschaffen, daher wird die Anlage großzügig beheizt.
Dementsprechend sind die Maginotbunker noch allesamt mit der Originalausstattung von 1938 vom Bett über den Zahnarztstuhl bis zu den Kanonen ausgestattet.
Aber das ist noch nicht alles, mit einer Multimediashow gibt es auch noch mit Lautsprechern und Filmen vermitteln, so das Ziel der Sanierung, die der französische Staat als Eigentümer der Anlage betreibt.
Mir hat es gefallen und ich werde in ein paar Jahren mit sicherheit noch mal hin gehen.
Leider kan ich euch über den Eintritts-Preis nichts sagen, ich habe einen Gutschein gehabt.Laut Personen info soll der eintritt kosten ca. 6 Euro

Die Zitadelle liegt ca. 20 Kilometer Luftlinie von Pirmasens ( Reinland-Pfalz )

MfG Reiner
...
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LoMei

Seefahrt 16: Landgang in Calais

ein Testbericht von 2002-04-06 17:04:19 vom 06.04.2002
Empfehlung: ja
Unser Schiff kam im Juli 1955 mit einer Holzladung aus Kanada nach Calais. Das ist lange her. Es hat sich dort inzwischen sicher viel verändert. Aber der Reisende von heute wird ähnliche Eindrücke gewinnen, wie ich sie damals im Tagebuch festgehalten habe.


INHALT

1. Hafenzeit in Calais
2. Ausflug nach Boulonge-sur-mer
3. Auslaufen
4. Fazit


HAFE NZEIT IN CALAIS

Als wir uns der französischen Küste näherten, gingen wir mittags auf Reede von Calais vor Anker. Der Hafen hat eine Tidenschleuse. Deshalb mussten wir gute 2 Stunden auf Hochwasser warten. Das heißt die Flut musste so hoch aufgelaufen sein, dass die Schleusentore geöffnete werden konnten. Beim Einlaufen in den Hafen hatte ich glücklicherweise keine Manöverwache und konnte wie ein Passagier an Deck stehen.

Vor der Hafenschleuse lag die Fähre Calais-Dover abfahrbereit an der Pier. Eine andere war gerade angekommen und löschte ihr Fracht, die zum größten Teil aus englischen Ferienreisenden bestand.

Am nächsten Tag gingen mein Freund Arno und ich auf die Suche nach einem Friseur. Calais machte einen recht freundlichen und sauberen Eindruck. Die wunderbaren Blumenanlagen und der Park vor dem Rathaus waren geradezu musterhaft. Da wir kein französisch konnten, kamen wir uns ein wenig hilflos vor. Bis auf einige wenige Ausnahmen konnten wir nicht einmal die Schilder lesen oder raten. Nach einiger Zeit fanden wir einen Coiffeur.

Am Sonnabend wollten Arno und ich per Bus eine „Tour de France“ machen. Als Ziel hatten wir Dünkirchen oder Boulogne vorgesehen. Doch da kam uns ein kurzfristig angesetztes Bootsmanöver dazwischen. Mit Schwimmwesten angetan mussten alle auf dem Bootsdeck antreten. Das Backbord-Boot wurde zu Wasser gelassen, und dann pullten wir lustig im Hafenbecken umher. Das war einfacher, als ich gedacht hatte. Wieder beim Schiff angekommen, durften die Könner aussteigen, während die Nichtkönner noch eine Reise machen sollten. Ich gehörte zum ersten Schlag und enterte die Jakobsleiter hinauf an Bord zurück.

Über Mittag unternahmen Arno und ich einen Spaziergang zu den Fischern auf der Hafenmole. Zu beiden Seiten der Hafeneinfahrt gehen lange Molen weit ins Meer hinaus. Die waren mit winzigen Kränen förmlich bespickt, an denen auf Rahmen gespannte Netze hingen. Diese wurden von ihren Besitzern von Zeit zu Zeit hochgehievt, um genau so leer wieder im Wasser zu verschwinden. Nur ab und zu zappelte ein kleines Fischlein oder ein Aal in der Netzmulde und wurde mit einem Ketscher herausgeholt. Es schien das reinste Geduldspiel zu sein.

Nachmittags gingen wir in der Stadt spazieren. Im Park setzten wir uns einen Augenblick in die Sonne. Als das zu langweilig wurde, schlenderten wir durch die Straßen. Wir musterten den Wochenmarkt vor der alten Kirche, und schlenderten dann am Kanal entlang zum Schiff zurück. Es war Sonnabend, und das bedeutete für jeden von uns vier Assistenten nur 6 Stunden Wache.


AUSFLUG NACH BOULOGNE-SUR-MER

Am Sonntag zogen Arno und ich gleich nach dem Frühstück mit etwas Reiseproviant versehen zum Casino de Calais. Hier stiegen wir in einen alten wackeligen Überland-Bus, der mit uns in Richtung Boulogne davon rollte. Jedes Mal, wenn er eine scharfe Rechtskurve nahm, flog der Sitz vor uns mitsamt den darauf befindlichen Personen durch die Gegend. Ein alter Herr mit einem kleinen Hund erzählte Arno etwas über sein Tierchen. Arno verstand kein Wort, aber er nickte verständnisvoll mit dem Kopf und lachte zustimmend. Das freute den alten Herren und er erzählte weiter.

Die Straße, auf der wir fuhren, ging immer am Strand entlang. Wir sahen Bunker an Bunker. Die ganze Dünenkette ist hier im letzten Krieg von den Deutschen befestigt worden. Ein Teil der Bunker wurde offenbar als Wohnung benutzt, denn wir sahen dort Wäscheleinen hängen. Bald hatten wir Cap Gris Nez erreicht. Von hier starten die Kanalschwimmer, um nach einer Reihe von Stunden irgendwo bei Dover an Land zu steigen. Unter uns in einem Dünental lag ein mittelgroßer Ort. In Serpentinen führte die Straße abwärts. An den Hängen waren wohlbestellte Felder, die an Deutschland erinnerten. Als der Bus durch den Ort hindurch und auf der anderen Seite den Berg wieder hinaufgekeucht war, wechselte das Bild von Zeit zu Zeit. Einmal fuhren wir durch eine mit spärlichem Gras befestigte Dünenlandschaft, und kurze Zeit später befanden wir uns inmitten grüner Felder. Das hinter den Dünen liegende Binnenland war weit und flach. Nach etwa 1½-stündiger Fahrt war Boulogne erreicht.

In der Nähe des Hafens standen einige moderne Hochhäuser, die so gar nicht zum übrigen Stadtbild passen wollten. Obwohl es Sonntag war, hatten die Läden geöffnet. Wir erstanden eine Tüte Kirschen und wanderten stadteinwärts. Im Zentrum liegt eine alte Feste, von der uns außer dem in sie integrierten gewaltigen Dom und einigen anderen Gebäuden ganz besonders die mächtige und wuchtige Ringmauer beeindruckte. Weil im Dom gerade ein Gottesdienst gefeiert wurde, sahen wir von einer Besichtigung ab.

Boulogne ist eine alte Stadt aus dem 12. Jahrhundert. Die Straßen sind schmal und gehen in Kurven immer rauf und runter. Wir durchstreiften die Stadt kreuz und quer. Hier hätte man jetzt einen kundigen Führer gebraucht. Draußen am Stadtrand, unmittelbar hinter der Friedhofsmauer machten wir Mittag.

Anschließend setzten wir uns in eine kleine Weinstube und tranken ein Glas Rotwein. Es herrschte eine wohltuende Atmosphäre. Die Gaststube war sehr einfach eingerichtet. Der Fußboden war mit weißem Sand bestreut. Es war richtig behaglich. Ein alter Zimmermann mit zerfurchtem Gesicht saß bei Freunden am Nebentisch. Er sprach ein einwandfreies Deutsch und war unser Dolmetscher. Als Wanderbursche hatte er Deutschland kennen gelernt. Die dicke freundliche Wirtin erhöhte die Gemütlichkeit noch um einige Grade. Als unser Glas leer war, zahlten wir jeder 35 Francs (42 Pfennige) und nahmen unsere Wanderung wieder auf.

In einer Stadtrandsiedlung spielte eine Horde Kinder Krieg. Mit lautem Alleman, Alleman-Geschrei stürmten sie eine Stellung. Wir die echten Allemans marschierten belustigt und ungeschoren durch sie hindurch.
Der 16:00-Uhr-Bus brachte uns nach Calais zurück. Er nahm einen anderen Weg, der näher war und durch das Landesinnere führte.

Wir waren beide ziemlich müde. Immerhin hatten wir so an die 20 km zu Fuß zurückgelegt. Während der Fahrt dösten wir vor uns hin.


AUSLAUFEN

Im Hafen lag uns gegenüber an der anderen Seit des Hafenbeckens ein spanischer Dampfer. Die Spanier hatten uns in den letzten Tagen wiederholt besucht und sich dabei auch unsere Maschine angesehen. Die Matrosen von hüben und drüben hatten sich angefreundet und gemeinsam manches Gelage gefeiert.
Nach einer guten Woche ging die Hafenzeit in Calais zu Ende. Als die Leinen gelöst wurden, winkten die spanischen Caballeros drüben auf ihrem Dampfer wie verrückt zum Abschied. Vor dem Hafen war Nebel. Doch weiter draußen klarte es auf. Unser Ziel hieß wieder Kanada.


FAZIT

Das war ein Landgang besonderer Art. Außer am Wochenende ließ der Arbeitsalltag in den Häfen so etwas nicht zu. Wir haben die Zeit in Calais genutzt, um die Stadt und ihre Umgebung ein ganz klein wenig kennen zu lernen. Leider können daraus keine hochaktuellen Tipps für den Reisenden von heute abgeleitet werden. Ich kann aber jedem eine Reise dorthin sehr empfehlen.
...
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paksekk

Hausbootferien in Frankreich !!

ein Testbericht von 2002-02-23 22:25:47 vom 23.02.2002
Empfehlung: ja
Leider hat yopi ja "versehentlich" alle Accounts und somit auch alle alten
Beiträge verloren. Naja, diesen hier hatte ich so oder ähnlich schon mal auf
der alten yopi-Seite stehen. Ich möchte allerdings noch mal darüber schreiben,
da ich diese Art von Urlaub jedem uneingeschränkt empfehlen kannn.

Vor ca. 1 Jahr waren meine Freundin und ich am rätseln, wohin denn unser erster
gemeinsamer Urlaub führen sollte. Schnell waren wir uns einig, dass ein eintöniger
Strandurlaub nicht in Frage kommt.
Ich erinnerte mich, dass ich früher irgendwo im Internet auf eine Hausboot-Seite
gekommen war. Damals schien mir die Sache etwas zu teurer, trotzdem schaute
ich abermals nach den Preisen und obwohl nicht ganz billig, schlug ich die Idee
meiner Freundin vor. Sie natürlich auch voll begeistert.....
Dazu muss man sagen, dass die Preise für ein 2-Mann-Boot relativ hoch sind
(ca. 1700 DM / Woche), der Preis pro Person fällt aber rapide, wenn man ein
größeres Boot nimmt. (z.B. 4-Mann-Boot ab 2000 DM /Woche (also um einiges billiger))
Jedenfalls haben wir das Angebot letztendlich gebucht. Das Gebiet, in dem man
mit dem Boot unterwegs sein würde, war Südfrankreich, genauer gesagt auf dem
Canal du Midi, der, im 18. Jahrhundert von Paul Riquet erbaut, den Atlantik mit
dem Mittelmeer verbindet. Dieser Kanal hat einige Höhenmeter zu überwinden,
weshalb er auch viele kleine olivenförmige Schleusen besitzt, die entweder
elektrisch oder manuell bedient werden. In jedem Fall ist immer ein Schleusen-
wärter anwesend.


Um ein Hausboot in Frankreich zu mieten, braucht man keinen Führerschein zu
besitzen. Die Boote sind nicht schneller als 8 km/h und das Wasser auf dem
Kanal fließt kaum, wodurch auch Anfänger wie wir keine Probleme haben.
Mitte August machten wir uns auf den Weg nach Frankreich. Das Boot sollten
wir erst am 28.8. übernehmen, sodaß wir zuerst ans Mittelmeer fuhren.
Zwischen Sete und Agde zelteten wir 1 Woche direkt am Mittelmeer und schauten
uns die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung an. (Nimes, Arles (hier
hat van Gogh gewohnt und gemalt), die Camargue oder Aix-en-Provence (ein
wunderschönes kleines Universitätsstädtchen mit herrlicher Altstadt/hier wollen
97 % der Franzosen am liebsten wohnen)).
Nach ein paar Strandtagen fuhren wir weiter Richtung Westen; noch waren ein paar
Tage Zeit und so blieben wir abermals bei tropischen Temperaturen auf einem
Zeltplatz (Narbonne-Plage).


Dann endlich am Morgen des 28.8. starteten wir in Richtung Castelnaudary (ein
kleines Städtchen südöstlich von Toulouse).
Wir fanden das Hafenbecken in dem unser "Baby" vor Anker lag, fuhren nochmals
in den nächstgelegenen Supermarkt und bestaunten die 4-fach-Schleuse am
Ausgang des Beckens, welche wir in ca. 1h auch passieren sollten.
Beim Anblick der Riesenschleuse stellte sich schon ein gehöriger Respekt ein.
Mit einem Mechaniker der Verleihfirma ging's dann an Bord. Er zeigte uns alle
Funktionen, die An- und Ablegemanöver und wie man das Boot festmacht.
Wir dachten allerdings auch, dass er uns durch die erste Schleuse begleiten
würde, er jedoch winkte nur ab und meinte, dass ginge ganz einfach.
Wir setzten den Mechaniker ab und steuerten in Richtung Riesenschleuse, die
Schleusentore öffneten sich und unter zahlreichen Anstößen (die allerdings von den
Pollern abgefangen werden) erreichten wir das erste Schleusenbecken. An dem saßen
3 gemütliche alte Franzosen, die uns erst lachend beobachteten und uns schließlich
halfen. So, die erste Schleuse war geschafft, aber was soll ich sagen:
Spätestens nach der 3 Schleuse hat man den Dreh raus, kein Problem mehr.

Die Woche war einfach nur supergeil !! Herrliche Landschaften, freundliche Schleusen-
wärter und superheißes Wetter (ca. 35 Grad).
Abends macht man irgendwo am Kanal fest und genießt die Ruhe, die man dort hat.
Frisches Obst und Gemüse kann man meistens direkt am Kanal kaufen und die
frischen Baguettes gibt's bei Bäcker im nächsten Dorf.


Schließlich erreichten wir Carcassonne und besichtigten die größte mittelalterliche
Festungsanlage Europas. Ein Foto unter folgendem Link:
( http://www.cryo-games.de/Carcassonne/Englisch.html )
Dort machten wir kehrt und fuhren zur Basis zurück. Wenn man mehr bezahlt,
kann man auch 7 Tage nur in eine Richtung fahren.


Abschließend kann ich nur sagen: ein herrlicher Urlaub und Hausbootferien
sind absolut zu empfehlen (jedenfalls eine Woche)

Hier noch paar Foto's vom Leben auf dem Kanal & Verleihfirmen:

http://home.t-online.de/home/GBi gell/frevier1.htm
http://www.adnavis.com/canmidsb .htm
http://www.hausboot.de/


Probiert's aus, es lohnt sich !!


Ciao
...
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Kommentare
delphin
delphin, 23.02.2002
Ist das Layout Absicht aumlufiger nur ein oder zwei Woumlrter pro Zeile? Es macht den Artikel schlechter lesbar.
Diescher
Diescher, 01.04.2002
Wir machen das in diesem Sommer
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Tickeromi

Leben wie Gott in Frankreich

ein Testbericht von 2002-02-12 10:46:08 vom 12.02.2002
Empfehlung: ja
... die Redewendung sagt eigentlich schon alles. Sicher ich bin und bleibe ein begeisterter Frankreich-Fan, aber Frankreich ist es auch wert.

Zum Einen bin ich immer wieder sehr von der Mentalität und der Lebensweise unserer Nachbarn angetan. Wir leben um zu arbeiten, der Franzose arbeitet um zu leben; und er lebt gerne und gut. Die Ruhe in allem was er tut (außer im STraßenverkehr)....
und zum Anderen, von den vielen unterschiedlichen Gegenden, den herrlichen Sandstränden und dem guten Essen.

Besonders die manigfaltigen Gesichter Frankreichs faszinieren mich immer wieder aufs neue. Sei es die Vendee, wo es im April/Mai schon an die 30 Grad warm werden kann, ein Klima wie man es vom Mittelmeer herkennt (hier meine ich speziell St. Jean du Monts und seinem kilometerlangen Sandstrand der gerade Familien mit Kleinkindern wärmstens zu empfehlen ist),

- oder die gleiche Atlantikküste bei Biarritz, wo die der Küste vorgelagerten Felsgruppen als Wellenbrecher dienen und doch manchmal die Gischt bis auf die Uferpromenade spritzt, hier ist der Atlantik wohl am rauhesten, obwohl nicht allzu weit von der Küste entfernt der Golfstrom verläuft aber bestens für Surfer und Segler geeignet ist und bis zur spanischen Grenze sind es nur wenige Kilometer. Auch kann man von hieraus einen Tagesausflug nach Lourdes, dem berühmten Pilgerort, unternehmen.

- Oder das Mittelmeer, auch hier gibt es die unterschiedlichsten Landstriche und Landschaften. Z.B. den südlichensten Teil der Mittelmeerküste bis hin zur spanischen Grenze, wo die Temperaturen auch in der Vor-/Nachsaison noch sehr hoch sind und wir Mitte Oktober noch ca. 27/28 Grad hatten.
Von hier aus lohnt sich ein Tagesausflug nach Barzelona/Spanien oder nach Andorra (zollfreier Einkauf; 1l Cointreau = ca. 6,00 DM allerdings im Plastikkanister

- oder die Cote d´Azure mit Ihren Nobel-Kurorten wie Nizza, Cannes und Sant Tropez; oder weiter an der Küste entlang Richtung Monacco, die Ausläufer des Esterellgebirges, welches mit seinem roten Sandstein einen unwahrscheinliches Kontrast zum tiefblauen Mittelmeer bilden. Hier lohnt sich ein Tagesausflug nach Monaco oder nach Ventemilla/Italien zum größten Freiluftmarkt Europas.

Wußten Sie, das auch Frankreich einen "Gran Cannyon" hat? Der Cannoyn du Verdonne...die Schlucht öffnet sich hin zu einem riesigen Binnensee, in desser Mitte man einen Tafelberg sehen kann. Diesen Eindruck kann man mit Worten einfach nicht beschreiben, man mußt es selbst erlebt und gesehen haben.

So unterschiedlich die Landschaften und die Menschen sind, sind auch die Gerichte. Jeder Region hat seine eigenen typischen Gerichte und was schmeckt an der Küste besser als fangfrischer Fisch. Auch Austern sind hier äußerst preiswerter zu bekommen. 1/2 Dutzend für umgerechnet 6,00 DM.

Noch einen speziellen Tip für Neulinge in Frankreich:

Wer nicht gerade deutsche Kost im Ausland sucht oder nur Burger und Döner mag, sollte sich die Restaurant nach folgenden Kriterien aussuchen:

- kleine unscheinbare Gasthöfe fernab der großen Straßen (evt. Ankündigungen an den Straßenrändern beachten
- auf die Schilder "Routiere" achten
(Routiere``s sind Restaurant die teilweise vom Staat subventioniert werden; hier verkehren überwiegend Fernfahrer oder Insider; hier gibt es noch 3 Gänge-Menue`s für 45 fr = ca. 15 DM und meist ist der Rouge im Preis inbegriffen)
- auf Restaurants achten wo viele einheimische Autos (erkennt man an der Department-Kennzahl - das ist die erste zweistellige Zahl auf dem Nummerschild -) parken; denn der Franzose selbst kocht nicht gerne, ißt aber dafür um so lieber.

Aber einiges ist in ganz Frankreich immer gleich: die Gelassenheit und Ruhe ausstrahlenden Franzosen mit ihrer Gastfreundschaft.

Selbst in der Normandie haben wir als Deutsche diese Eigenschaften kennen und schätzen gelernt.

Übernachtet haben wir in unseren Urlauben fast immer in Mobilheimen die wir durch "Eurokamp bzw. EuroSites" bereits hier in Deutschland gebucht hatten oder in einer Ferienwohnung. Aber mehr zu den Unterkünften an anderer Stelle.

Die Urlaubszeiten waren entweder in Zeit von Ende April bis Anfang Juni (Vendee/Atlantik) oder Anfang bis Mitte Oktober (Mittelmeer)
Deshalb kann ich hier auch keinen Preis nennen.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Sollte jemanden spezielle Fragen haben, würde ich mich über eine Mail freuen und auch antworten.
...
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